Leserstimmen zu
Eine Leiche auf Abwegen

Jeff Cohen

Samuel Hoenig (2)

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„Eine Leiche auf Abwegen“ ist der zweite Teil der Samuel Hoenig – Reihe und obwohl ich den ersten Teil noch immer nicht gelesen habe, hatte ich keine Probleme, der Geschichte zu folgen. Man erfährt einiges über Samuels Eigenarten, aber der Focus bleibt immer auf der Haupthandlung. Der unbekannte Ehemann hatte viele Geheimnisse und es hat Spaß gemacht, Samuel beim Ermitteln zu begleiten. Ich mochte Samuel als Hauptprotagonisten, er scheint mir eine Mischung aus Monk und Sheldon Cooper zu sein, was ich sehr interessant und spannend fand. Es gibt keine actiongeladenen Szenen oder ähnliches, aber das Buch erfüllt seinen Zweck; man fühlt sich unterhalten. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und das Cover finde ich auch passend. Ich mochte das Buch und werde den ersten Teil auf jeden Fall auch noch lesen.

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Samuel Hoenig hat ein Problem. In gewisser Weise. Das Problem ist, dass er sich gar nicht mit Problemen befassen will (und es in jenem speziellen Fall auch gar nicht kann). Lösen kann er sie schon gar nicht, weshalb er sein Unternehmen dementsprechend benannt hat. Es nennt sich "Fragen beantworten". Für alle Leserinnen und Leser, die Samuels ersten "Fall" bereits kennen, ein alter Hut. Für den Rest der Leserschaft aber ebenso neu wie erstaunlich, denn schnell wird klar, dass Jeff Cohen hier eine Geschichte aufrollt, die sich von anderen des Genres grundlegend unterscheidet. Dem aufmerksamen Beobachter wird aber ebenso schnell auffallen, dass der Klappentext die Wahrheit etwas verdreht. Der schon genannte Fall kann ja eigentlich gar kein solcher sein, denn bereits auf Seite 21 lässt der Autor seinen Hauptdarsteller ausführen, dass er nicht nur keine Probleme lösen möchte, sondern auch keineswegs daran denkt, irgendwelche "Fälle" zu übernehmen. Er beantwortet lediglich Fragen. Allein die Bemühungen, dies seiner "Kundschaft" klar zu vermitteln, bereitet ein ungewöhnliches Lesevergnügen. Deren Abschweifungen und Sonderwünschen begegnet Samuel mit einer geradezu selbstverständlichen Vehemenz und Beharrlichkeit seine ganz klar definierten Ansichten betreffend, was er nicht zuletzt einem gewissen Syndrom zu verdanken hat. Herr Dr. Asperger hätte seine Freude daran. Der Wiener Kinderarzt (*18. 2. 1906; †21. 10. 1980) ging nicht unbedingt davon aus, dass es sich um eine Krankheit im üblichen Sinne handelt, eher von einer Abweichung der Norm. Samuel Hoenig ist selbstverständlich ähnlicher Ansicht und er dreht den Spieß sogar um. Er definiert sich als "Träger einer neurologischen Besonderheit", weshalb auch nicht er ein Mensch mit seltsamen, unverständlichen Verhaltensweisen ist, sondern alle anderen! Aus diesen scheinbar unüberbrückbaren Gegensätzen ergibt sich eine ganze Reihe urkomischer Situationskomik, indem Samuel jedes Wort und jeden Satz wörtlich nimmt. So nebenbei entlarvt er unsinnige Redensarten, die wir im tagtäglichen Sprachgebrauch längst übernommen haben, ohne den eigentlichen Sinn und Zweck einmal zu hinterfragen. Das Angebot, ihm den "Rücken freizuhalten", kann er beispielsweise weder verstehen noch nachvollziehen und antwortet auf die entsprechende Frage mit der für ihn ganz selbstverständlichen Logik: "Meinen Rücken? Sollte ich nicht nach vorn gehen?" Unbegreiflich sind ihm auch Dinge wie ein trockener Martini, denn wie sollte eine Flüssigkeit "trocken" sein? Auf Minenspiel reagiert er gar nicht und zwischenmenschliche Interaktionen sind ihm ebenso unbegreiflich. Freundschaften einzugehen ist ihm nicht möglich, wobei der Begriff "Ehe" in diesem Zusammenhang den Gipfel der Unverständlichkeit darstellt. Dass starke Gefühle für einen anderen Menschen existieren und man dann auch noch sicher ist, "dass er oder sie jeden verbleibenden Moment des eigenen Lebens dem anderen widmen möchte", ist "irrational und unwahrscheinlich" (was die Scheidungsrate bestätigt). Seine Beobachtungsgabe ist deshalb frei von jeder Emotion und damit ungestört sachbezogen. Für unabdingbare Dinge im emotionalen Bereich hat er ja seine Mitarbeiterin Janet Washburn, die ihm die eine oder andere Hilfestellung im Dschungel der Gefühle jener Personen leisten kann, die es im Rahmen seiner Ermittlungen, die letztlich zur Beantwortung einer bestimmten Frage führen sollen, zu verstehen gilt. Seine Hauptperson charakterisiert Jeff Cohen durch einen ebenso kauzigen, wie spitzfindigen Schreibstil, der zudem nicht nur umständlich und verschraubt wirkt, sondern regelrecht aus der Amtssprache abgeleitet wirkt und herrlich verstaubte Formulierungen ("Dieser Möglichkeit eingedenk ...") ebenso berücksichtigt. Im Gegensatz dazu steht Samuel Hoenigs hochmodernes Arbeitsgerät. Die allzu oftmalige Erwähnung des Markennamens grenzt an Schleichwerbung. "Sie haben wirklich Nerven", könnte man ihm vorwerfen. Samuel würde auch das befremden, denn schließlich haben die alle Menschen. Es kommt sehr oft vor, dass man an solchen Stellen eine spontane Denkpause einlegen muss. Die nächste Floskel im realen Leben wird dann womöglich vorab erst einmal auf die Goldwaage gelegt ... Jeff Cohen hat also ein ebenso nicht alltägliches wie nachhaltiges Szenario entworfen und wer auf der Suche nach einem völlig aus der Reihe tanzenden Kriminalroman ist, wird mit "Eine Leiche auf Abwegen" fündig werden.

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„Literaturwerkstatt- kreativ“ stellt vor: „Eine Leiche auf Abwegen“ von Jeff Cohen Samuel Hoenig Eine Leiche riskiert Kopf und Kragen Eine Leiche auf Abwegen Samuel Hoenig betreibt die Agentur „Fragen beantworten“. Aufgrund seines Asperger-Autismus ist er ein sehr rational und logisch denkender Mensch und das kommt ihm bei seiner Arbeit sehr entgegen. Denn, seine Agentur beantwortet „Fragen“ und das bisher sehr erfolgreich, bislang ist Samuel keinem Kunden eine Antwort schuldig geblieben. Eines Tages kommt Sheila McInerney in seine Agentur und stellt ihm die Frage: „Wer ist der Mann, der behauptet mein Ehemann zu sein ? “Nun gehen Samuel und seine Assistentin Janet Washborn der Frage auf den Grund. Schnell stellen sie aber fest, das die Frage gar nicht so einfach zu beantworten ist. Das ganze spitzt sich dann noch zu, als der vermeintliche Ehemann bei Samuel Hoenig tot im Geschäft liegt. Fazit: „Eine Leiche auf Abwegen“ ist der zweite Band der Reihe und kann – ohne Verständigungsprobleme – unabhängig vom ersten Teil gelesen werden. Der Roman wird aus der Perspektive des Protagonisten Samuel Hoenig erzählt, es kam mir jedoch bei manchen Passagen so vor, als würde ich Tagebuchaufzeichnungen lesen. Vor allem dann, wenn er von seinem Autismus erzählt. Ansonsten ist der Roman leicht und flüssig zu lesen mit angenehmen Humor gewürzt, der mich des Öfteren schmunzeln ließ. Sehr angenehm fand ich auch, das der Autor ohne viel Blutvergießen ausgekommen ist. Eine richtig tolle und kreative Idee von Jeff Cohen ist, das Samuel jede Person die er neu kennen lernt, nach ihren Beatles-Lieblingssongs befragt, um diese Personen dann in bestimmte Kategorien einordnen zu können. „ „Was ist ihr liebster Beatles-Song ?“ fragte ich ihn. Er zögerte nicht, was ein Zeichen für eine Person war, die sich nicht leicht von einer unerwarteten Frage aus der Bahn werfen ließ. „Dr. Robert“, antwortete er. Workaholic.“ Ein Hingucker ist auch das schöne nostalgische Cover, was eher auf einen Krimi aus den 50/60er Jahren schließen lässt. Mir hat es auf jeden Fall viel Freude bereitet mit Samuel Hoenig und Janet Washborn auf Spurensuche zu gehen. Ein sehr interessantes Ermittlerduo !!!

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und so menschlich, dass es fast schon wehtut - der intelligente und nette Asperger nimmt seiner Umwelt mit seiner direkten Art und seiner Denkweise oft den Wind aus den Segeln, auch uns Lesern - denn oft kann man einfach nur sagen, dass er ja Recht hat.. Der Fall, dem er sich diesmal stellen muss, oder eher der Frage, ist erneut sehr spannend und unterhält toll.

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Bei diesem Buch handelt es sich um den zweiten Fall bzw. die zweite Frage (denn er ermittelt ja nicht, sondern beantwortet nur Fragen) von Samuel Hoenig. Man muss den Vorgänger nicht kennen, um die Geschichte zu verstehen, jedoch empfehle ich es schon. Denn man kennt dann einfach die wichtigsten Personen, neben Samuel seine Mitarbeiterin Janet Washburn, bereits und so macht das Lesen einfach noch mehr Spaß. Samuel Hoenig hat das Asperger-Syndrom und kann deswegen zwischenmenschliche Beziehungen nicht wirklich einordnen. Aus diesem Grund braucht er die Unterstützung von Janet, die eigentlich nicht mehr bei "Fragen beantworten", Samuels Geschäft, arbeiten möchte. Das hat sie am Ende des ersten Teils klar gemacht, deswegen war ich umso erfreuter, dass sie auch im zweiten Teil wieder auftaucht. Die Beiden sind einfach ein tolles Team, sie ergänzen sich super und einer wäre ohne den anderen nicht so erfolgreich. Es macht richtig Spaß zu verfolgen, wie sie sich immer besser kennenlernen und aufeinander eingehen. Für mich ist das das Highlight des Buches. Der Fall bzw. die Frage an sich hat es aber auch wieder in sich: Ein Ehemann, der gar keiner ist? Und warum liegt er plötzlich tot in Samuels Büro? Ich will an dieser Stelle nichts vom Inhalt vorwegnehmen, doch wird es wieder sehr spannend und Samuel muss sehr viel kombinieren. Ich hatte Spaß daran, alles mitzuverfolgen, wurde aber gegen Ende etwas enttäuscht. Denn eine Sache ist sehr auffällig, sodass sie mir beim Lesen sofort aufgefallen ist. Samuel aber nicht. Deswegen hatte ich auch die Auflösung früher als sie im Buch auftauchte und das mag ich bei Krimis einfach nicht. Gut gefallen hat mir wieder die Sprache: Die rationalen Dialoge zwischen Samuel und den anderen Personen sind einfach super. Aber auch die Missverständnisse, wenn er wieder etwas wörtlich nimmt, was aber übertragen gemeint ist. Da wird einem erstmal bewusst, wie kompliziert Sprache sein kann. Dabei schafft es der Autor, dass man seine Vorurteile gegen Menschen mit autistischen Zügen verliert, denn im Endeffekt zeigt er auf, dass man die Welt auf verschiedene Arten sehen kann. Letztendlich hat am Ende immer Samuel die Hosen an und lässt seine Gesprächspartner das ein oder andere Mal mit offenem Mund zurück. Leider habe ich aber auch zwei Übersetzungsfehler gefunden, die mich schon etwas gestört haben. Insgesamt hatte ich aber wieder viel Spaß beim Lesen. Ich hoffe, es wird noch einige weitere Teile geben: 4 Sterne!

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Der am Asperger-Syndrom leidende Samuel Hoenig betreibt ein kleines Geschäft mit dem seltsamen Namen „Fragen Beantworten“, in dem er seinen Kunden auf ungewöhnliche Weise hilft. Dabei ist es egal, welche Fragen sie ihn stellen. Er beantwortet sie, auch wenn sie überaus knifflig sind. Doch der Auftrag, mit dem ihn eine neue Kundin konfrontiert, ist dermaßen heikel, dass er seine einstige Mitarbeiterin Janet Washburn zu einer erneuten Zusammenarbeit überreden muss. Denn die junge Frau, die als Grafikerin in einer Werbeagentur tätig ist, möchte wissen, wer der Mann ist, der nachts im Bett neben ihr liegt und behauptet, ihr Ehemann zu sein. Allerdings ist der vermeintliche Betrüger kurz darauf tot und Samuel muss der Frage nachgehen, wer ihn denn nun getötet hat. „Eine Leiche auf Abwegen“ ist der zweite Fall für den mit einer autistischen Störung lebenden Samuel Hoenig, der Probleme mit zwischenmenschlichen Beziehungen hat. Deshalb fällt es ihm auch schwer, eine ungezwungene Kommunikation zu führen, weil er das Gesagte viel zu wörtlich nimmt. Ein Umstand, den Jeff Cohen dazu nutzt, dem engagierten Geschäftsmann besondere Fähigkeiten zu verleihen, während er im Umgang mit anderen Menschen schnell einmal verwirrt oder sogar ängstlich ist. Doch anstatt ihm dabei hilflos zuzusehen, stellt er ihm zwei Frauen an die Seite, die seine Defizite geschickt kompensieren. Eine oftmals amüsante, manchmal aber auch gefährliche Angelegenheit, die den Reiz der Geschichte ausmacht. Entgegen sonstigen Ansprüchen, die der Leser an Kriminalromane hat, sollte er hier nicht zu viel Spannung erwarten. Denn obwohl der Schreibstil des Autors flüssig ist und sich gut liest, wird das Hauptaugenmerk in diesem Buch auf die Andersartigkeit der Hauptfigur gelegt. Nur dadurch, dass Samuel so ist, wie er ist, entstehen merkwürdige Situationen, die nicht einmal durch das beherzte Eingreifen der beiden Frauen nicht vermieden werden können. Eine interessante Lektüre, die kombiniert mit einem kniffligen Verbrechen die Neugier des Lesers zu entfachen versteht. Schließlich möchte er, genau wie das Team von "Fragen Beantworten" wissen, wer hinter dem mysteriösen Ehemann steckt und warum er sterben musste. Fazit: Ein humorvoller Krimi, der vor allem durch seine Hauptfigur wunderbar anders ist und mit einem rätselhaften Fall gut zu unterhalten versteht.

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