Leserstimmen zu
Du in meinem Herzen

Angela Pisel

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2018 ist ja bekanntlich ein Gedenkjahr für unterschiedlichste historische Ereignisse. Ein Ereignis, welches mir besonders am Herzen liegt und an welches ich in diesem Jahr erinnern möchte, ist die Abschaffung der Todesstrafe in Österreich, welche im Jahr 1968 durch das Bundesverfassungsgesetz, also genau von 50 Jahren, endgültig erfolgte. Erst Ende vohrigen Jahres erschien ein sehr empfehlenswerter Roman, den ich aufgrund seiner Thematik in diesem Kontext hier vostellen möchte: Du in meinem Herzen erzählt die emotionale Geschichte einer zum Tode verurteilten Mutter und ihrer Tochter, zwischen denen viel zu lange viel zu Vieles ungesagt geblieben war: 17 Jahre — so lange sitzt Grace bereits hinter Gitter. 17 Jahre hatte sie ihre Zelle im Todestrakt nur unter strengster Bewachung verlassen dürfen. 17 Jahre war es her, dass ihr Urteil ausgesprochen wurde: Grace sollte hingerichtet werden. Und darauf wartete sie nun. Irgendwann vor 11 Jahren hatte Sophie aufgehört, ihre Mutter im Gefängnis zu besuchen — irgendwann, als sie den Beteuerungen ihrer Eltern von der Unschuld ihrer Mutter am Tod ihres geliebten kleinen Bruders keine Glauben mehr schenken konnte. Denn jeder – alle waren davon überzeugt, dass ihre Mutter wissentlich und willentlich den kleinen William vergiftet hatte. Ihre zum Tode verurteilte Mutter folglich nicht mehr im Gefängnis zu besuchen, die Vergangenheit zu verdrängen, zu verleugnen und nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters ein völlig neues Leben zu beginnen, war doch schließlich Sophies gutes Recht. Oder nicht? Grace hingegen konnte und wollte ihre Tochter nicht vergessen. Erst recht nicht jetzt, denn unter dem neuen Gouverneur hatte man auch das letzte Ansuchen auf Begnadigung abgelehnt und bereits einen Termin für ihre Hinrichtung festgelegt. Dabei gäbe es noch so viel, das Grace ihrer Tochter sagen hätte wollen, so viel, das sie über ihre Tochter wissen hätte wollen, so viel, was zwischen ihnen beiden unausgesprochen geblieben war. Also beginnt sie, alles, was sie ihrer Tochter noch zu sagen gehabt hätte, in einem Tagebuch aufzuschreiben. Es ist eine berührende Geschichte, die einen nicht so schnell loslässt, denn die Todesstrafe ist leider auch heute in vielen Ländern noch traurige Realität. Noch immer werden Menschen getötet, die – aus unterschiedlichsten Gründen – im Gefängnis sitzen; Ein Irrtum, eine ungerechtfertigte Verurteilung kann dabei natürlich nie ausgeschlossen werden. Wie bereits eingangs erwähnt, wurde die Todesstrafe in Österreich 1968, also vor 50 Jahren abgeschafft, was – wenn ich bedenke, dass auch meine Eltern beispielsweise noch kaum älter sind als 50 Jahre – ein unvorstellbar kurzer Zeitraum ist. Weltweit sind es laut Amnesty International (http://todesstrafe.amnesty.at/zahlen_fakten.php) derzeit noch 56 Staaten, die nach wie vor Hinrichtungen vollziehen. Im Bezug auf die Menschenrechte bleibt somit noch so einiges zu tun und als umso wichtiger empfinde ich es auch, immer wieder auf diese unmenschliche Bestrafungsmethode aufmerksam zu machen. Denn keinem Menschen soll es erlaubt sein, über Leben oder Tod eines anderen Menschen zu richten – unter welchen Umständen auch immer. Du in meinem Herzen ist ein emotionsgeladener Roman, der eine traurigeweise nach wie vor noch sehr aktuelle Thematik behandelt. Die Kapitel erzählen abwechselnd aus den Perspektiven der Tochter und deren verurteilter Mutter, ergänzt durch Tagebucheinträge, welche Grace an ihre Tochter richtet. Selten nimmt mich die Spannung eines Buches so mit, wie dies hier der Fall war. Emotional aufrüttelnd, traurig und spannend zugleich. In jeder Hinsicht lesenswert!

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Angela Pisel, die als Therapeutin mit Frauen in schweren Lebenslagen arbeitet und sich für Kinder inhaftierter Eltern einsetzt hat hier eine authentische Geschichte geschrieben, die sowohl berührend als auch aufwühlend ist. Ein wirklich wundervoller Roman über Vergebung, Hoffnung und unendlich großer Liebe, den man unbedingt lesen sollte.

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