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Leserstimmen (64)

Dan Vyleta: Smoke

Smoke Blick ins Buch

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€ 17,50 [A] | CHF 22,90*
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Paperback, Klappenbroschur ISBN: 978-3-570-58568-9

NEU
Erschienen: 13.03.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Düster, geheimnisvoll aber auch sehr verwirrend

Von: Zantalia Datum : 23.05.2017

zantalias-buechertraum.blogspot.de/

Meine Meinung:

Stell dir vor Rauch dringt aus jeder Pore deines Körpers, sogar im Mundraum kannst du ihn schmecken und das nur weil du deinem Gegenüber nicht ehrlich genug warst. Für mich persönlich eine grauenvolle Vorstellung. Überall am Körper schwarz vom Russ zu sein, den Rauch zu schmecken und zu riechen. Da schüttelt es mich regelrecht. Aber genau das war der Grund, warum ich dieses Buch lesen wollte. Ich war neugierig was Dan Vyleta sich hier einfallen hat lassen.
Zunächst war ich sehr begeistert. Die Geschichte beginnt spannend in einem Elite-Internat in dem Schüler leben, die dazu erzogen werden "rein" zu bleiben. Auch die Folgenden Ereignisse gefielen mir. Aber dann wurde es sehr verwirrend und ich blickte einfach nicht mehr durch. Auch empfand ich nach einiger Zeit den "Rauch" als sehr abstoßend, sowie die Konsequenzen, die die Kinder dadurch erhielten. Die Geschichte entwickelte sich in eine Richtung, die mir weniger gefiel.
Thomas, einer der Protagonisten aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, ist ein sehr eigener Charakter. Er ist schwer einzuschätzen. In seiner Vergangenheit hatte Thomas einiges miterleben müssen, was ihn sehr geprägt hat. Dementsprechend verhält er sich auch sehr eigen. Persönlich mochte ich Thomas nicht, er war mir einen Tick zu besonders und zu durchtrieben von Ängsten bzw. Befürchtungen.
Charlie, der zweite Protagonist aus dessen Sicht durch Wechsel der Perspektive die Geschichte erzählt wird, war mir anfangs sehr sympathisch. Es verhielt sich wie ein "normaler" Jugendlicher. Dies gefiel mir. Doch dieser Charakter entwickelte sich in eine Richtung, die mir nach einiger Zeit nicht mehr zusagte. Er entfremdete sich von seinen eigenen Charakterzügen, die er anfangs zeigte.
Der Schreibstil des Autors ist anspruchsvoll. Bei diesem Buch handelt es sich nicht um eine leichte Lektüre für zwischendurch. Wenn man dieses Werk lesen möchte, sollte man sich Zeit dafür nehmen und am besten nebenbei Notizen für sich selbst schreiben. Dadurch, dass der Schreibstil anspruchsvoller ist entsteht ein gewisser Flair, der einen in die dunkle Welt des Smokes zieht und dem Jahrhundert, in dem die Geschichte spielt, gerecht ist.
Das Cover des Buches ist schlicht gehalten, was zur damaligen Zeit sehr gut passt. Der Titel ist klar erkennbar und in einer schönen Schriftart geschrieben.

Fazit:

Das Buch beginnt düster, geheimnisvoll und durchaus sehr spannend. Die ersten Kapitel haben mir sehr gefallen, aber dann änderte sich der Verlauf der Geschichte in eine Richtung, die mir weniger zusagte. Mit den beiden Protagonisten Thomas und Charlie konnte ich wenig anfangen, wobei mir Charlie am Anfang durchaus sympathisch war. Der Schreibstil des Autors ist anspruchsvoll und passt zur Geschichte, vor allem zu dem Jahrhundert, in dem die Story spielt. Zusammen gefasst kann ich schreiben, dass ich persönlich eine etwas andere Geschichte erwartet hatte. Auch am Ende des Buches stehe ich noch vor vielen unbeantworteten Fragen, die mich zusätzlich verwirrten. Meiner Information nach soll es eine Fortsetzung der Geschichte geben, diese werde ich jedoch nicht mehr lesen.

Wenn Sünde sichtbar wird...

Von: Plimaus.buechetraume Datum : 20.05.2017

bookishdreamland.blogspot.de/

Der Plot ist zwar ein wenig schockierend, weil er dem Leser die Bosheit der Menschen vor Augen führt, ist aber gleichzeitig erfrischend anders. Mehrer Plottwist halten sowohl die Geschichte, als auch die Spannung am Leben. Der Schreibstil ist großartig. Dadurch, dass das Buch im Präsens geschrieben ist und meist auf einen allwissenden Erzähler zurückgreift, vermittelt es den Eindruck, dass man direkt neben Thomas und Charlie steht. Perspektivenwechsel erleichtern es, die Charaktere zu verstehen, auch wenn sie am Anfang ein wenig verwirrend sind.

Die `Charaktere sind sehr sympathisch, auch wenn Thomas mit seinen "Das-Mörder-sein-liegt-mir-im-Blut-Gejammer" schon ein kleines bisschen nervt. Den Rest der Zeit ist er allerdings ein stiller, etwas aufbrausender Junge, der zwar viel raucht, aber für seine Freunde durchs Feuer gehen würde.

Charlie ist sein komplettes Gegenteil. Er ist ruhig und sanft, hält aber genau wie Thomas zu seinen Freunden, steht trotz dessen Fehlern zu Thomas und beruhigt ihn, soweit er kann.

Livia ist in der ersten Hälfte des Buches alles andere als sympathisch. Sie ist kalt und abweisend, verbietet sich selbst jede noch so kleine Sünde und behandelt Thomas und Charlie wie Parasiten. Im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich allerdings zu einem freundlichen, offenen Mädchen.

Die Geschichte spielt in London gegen Ende des 19. Jahrhunderts, also zur Zeit der Industrialisierung. Dieses Zeitalter ist geschickt gewählt, es steht schließlich für den Fortschritt der Wissenschaften, die sich in Smoke auch mit dem Rauch und seiner Entstehung beschäftigen.

Düstere Stimmung

Von: Zeilenspringerin Datum : 18.05.2017

zeilen-springerin.blogspot.de/

Der Einstieg in die Geschichte ist mir nicht so leicht gefallen. Die Welt des Rauches ist sehr komplex und nur nach und nach erfährt der Leser in kleinen Häppchen, wie der Rauch funktioniert. So tappte ich lange im Dunkeln, was es mit dem Rauch auf sich hat.
Der Schreibstil ist flüssig, aber teilweise auch sehr ausufernd. Dan Vyleta verliert sich manchmal etwas zu sehr in Beschreibungen und hemmt so den Lesefluss. Allerdings wird eine sehr düstere, authentische Stimmung geschaffen, die mir gut gefallen hat. Schnell wird klar, dass die Welt des Rauches nicht gerade rosig ist und die Menschen es dort sehr schwer haben.
Erzählt wird größtenteils aus der Sicht von Thomas und Charlie, doch es gibt auch vereinzelt Szenen aus der Sicht von z.B. Dozenten am Internat der Jungs, die weitere Sichtweisen vermitteln und so noch bestehende Verständnislücken schließen.
Die Protagonisten der Geschichte sind sehr unterschiedlich, was eine interessante Dynamik erzeugt. Jeder Charakter hat seine Eigenarten und handelt aufgrund unterschiedlicher Beweggründe. Dies fand ich sehr spannend, da man die Handlungen der Personen nur schwer vorausahnen konnte und man so regelmäßig überrascht wurde.
Doch auch die anderen Charaktere im buch fand ich spannend, da sie sehr vielseitig, aber authentisch sind. Da allerdings sehr viele Figuren vorkommen, muss man sich definitiv beim Lesen konzentrieren, um nicht der Überblick zu verlieren.
Leider hat die Geschichte in meinen Augen zu lange gebraucht um richtig Fahrt aufzunehmen, so dass ich erst etwas nach 200 Seiten gefesselt von der Geschichte war. Ab dann fand ich es aber sehr spannend und wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht und welche Geheimnisse hinter dem Rauch und seiner Entstehung stecken.
Das Ende hat mich nicht vollkommen zufrieden gestellt. Irgendwie hatte ich den Eindruck, es würde noch etwas entscheidendes fehlen, doch ich vermute, dass dies genau so vom Autor gewollt ist, da man sich weitere Gedanken über die essentiellen Themen von "Smoke" machen soll.
Fazit:
Auch wenn ich die Grundthematik von "Smoke" sehr interessant fand, konnte mich das Buch nicht vollkommen überzeugen. Die Atmosphäre und die Charaktere sind facettenreich und spannend, allerdings plätschert die Geschichte lange Zeit nur so dahin, was den Lesefluss einschränkt.

starker Anfang, verliert jedoch den roten Faden ab der Hälfte

Von: Buchfeeteam Datum : 14.05.2017

www.buchfeeteam.blogspot.de

Inhalt
In der Nähe von London. Abgeschnitten vom Rest der Welt, ist der ideologische und technologische Fortschritt im späten 18. Jahrhundert verpönt. Die Menschen leben dort noch wie vor 100 Jahren – ohne Telefon, ohne elektrisches Licht.
In dieser Welt gehen Thomas, der Sohn eines verurteilten Mörders, und Charlie, Sohn eines reichen Industriemagnaten, zusammen auf ein Jungeninternat.
Dort bringt man Ihnen bei, Gentlemen zu sein – und Gentlemen rauchen nicht. Hier ist allerdings der Rauch gemeint, der allen Menschen entströmt, sobald sie eine Sünde begehen, etwas Schlechtes auch nur denken – und desto schlechter die Gedanken und Taten, desto widerlicher der Rauch.
Man übt sich also darin, möglichst wenig zu rauchen. Doch als Charlie und Thomas in den Ferien die Familie eines Jungen besuchen, erfahren sie eine unglaubliche Wahrheit, die ihre Welt und ihr Weltbild auf den Kopf stellt.
Fortan ist der Rauch für sie nicht mehr gottgegeben – denn sie treffen eine Gruppe von Menschen, die den Rauch erforschen und der Meinung sind, das man ihn beherrschen kann.
Unversehens werden sie in eine Verschwörung verstrickt, die sie nicht überschauen können, und bringen sich damit in tödliche Gefahr.

Beurteilung
Ich habe sehr kontroverse Meinungen zu diesem Buch gehört und war deshalb sehr gespannt, da mich persönlich der Klappentext des Buchs sehr angesprochen hat.
Eine faszinierende Idee. Zuerst fragt man sich, wie das rein physiologisch möglich sein soll – Sünde soll durch Rauch, der aus dem Körper kommt, in verschiedenen Konsistenzen und Farben, angezeigt werden. Obwohl es erst einmal wie eine hanebüchene Idee erscheint – was haben die Mediziner noch vor wenigen 100 Jahren über die Vorgänge im menschlichen Körper gedacht?
Aus einer Sicht von vor fast 200 Jahren betrachtet, erscheint das Rauchen durchaus möglich zu sein.Mit diesem Blickwinkel sollte man auch an dieses Buch herangehen.
Der Schreibstil ist nicht ganz einfach zu lesen – die Ausdrucksweise ist etwas altmodisch und gestelzt, passt aber absolut zur Geschichte und gibt die Atmosphäre der steifen englischen Gesellschaft perfekt wieder. Es ist trotzdem sehr gut geschrieben und gut zu lesen, doch man fliegt nicht so leicht darüber hinweg wie in manch anderem Roman und muss sich schon konzentrieren beim Lesen.
Für mich schwierig waren auch teilweise die Wechsel der Blickwinkel zwischen den handelnden Personen – manchmal wurde ein kürzeres Zwischenkapitel aus der Sicht einer Nebenfigur geschrieben, um Lücken in der Handlung, die die Protagonisten nicht selbst erlebt haben, auszufüllen. Nicht immer wird sofort deutlich, wer jetzt gerade erzählt – es wird aber immer beim bewussten Lesen klar, wer spricht.
Zu den Personen: Die Jungen Thomas und Charlie und die junge Olivia Naylor sind die 3 Hauptprotagonisten in der Handlung. Sie sind sehr gut beschrieben, allerdings finde ich alle drei ein wenig naiv und beschränkt in ihrer Weltanschauung, jeden auf seine Weise. Vor allem Livia ist unglaublich anstrengend, auch wenn sie im Laufe der Geschichte die deutlichste Wandlung durchmacht.
Wie oben schon beschrieben geht es in dem Buch darum, dass das Thema Rauch in Frage gestellt wird. Leider muss ich sagen, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, das der Autor irgendwo bei der Hälfte nicht mehr so recht wusste, wie es eigentlich weitergehen soll.
Nachdem ich, trotz der ungewöhnlichen Ausdrucksweise des Autors, die erste Hälfte des Buchs total fesselnd und spannend fand, hat mich die zweite Hälfte ziemlich angestrengt.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich die Gründe und Ziele der oben genannten „Verschwörer“, man könnte auch Wissenschaftler oder Rebellen sagen, nicht mehr wirklich nachvollziehen konnte und auch den physikalischen Erklärungen des Phänomens Rauch nicht mehr folgen konnte. Irgendwie fand ich das alles nicht mehr zusammenhängend und schlüssig dargestellt und hatte auch keine Lust mehr alles 4 mal zu lesen oder rauszuschreiben in der Hoffung, da doch noch den Durchblick zu behalten.
Zum Schluss hatte ich zwar den Sinn und Zweck im Kern verstanden – glaube ich – aber der Weg und die Mittel dorthin haben sich mir trotzdem nicht erschlossen.
Dadurch fällt meine Bewertung für das Buch, das so vielversprechend angefangen hat, deutlich schlechter aus als anfangs gedacht.
Mein Fazit: Sehr interessante und ungewöhnliche Idee die dennoch fesselnd umgesetzt wurde, jedoch verlor sich der rote Faden ungefähr bei der Hälfte der ca. 600 Seiten und es wurde etwas konfus und schwer nachzuvollziehen. Daher kann ich Smoke leider nur 3 von 5 Sternen geben.

Interessantes Konzept!

Von: RainReads Datum : 12.05.2017

https://rainreads.wordpress.com/

Das Konzept des Rauchs und der Gesellschaftsordnung die dahinter steht, finde ich sehr interessant. Auch dass Dan Vyleta durch Charles Dickens auf die Idee gebracht wurde, diese Geschichte zu erzählen, finde ich super. Dem Buch ist ein Zitat aus Dickens‘ Dombey & Sohn vorangestellt, aus dem sich die Idee herauskristallisiert. So richtig habe ich das Zitat allerdings erst, als ich das Buch zu Ende gelesen hatte.

Eigentlich hatte ich gerade vor, „die Geschichte an sich ist nichts wirklich Neues“ zu schreiben, aber dann musste ich mich selbst korrigieren: Ja, der Rahmen (zwei Jungs kämpfen um das gleiche Mädchen, versuchen die Welt zu retten, in der sie leben und decken allerhand Geheimnisse auf) ist bekannt. Das Setting macht es allerdings noch einmal zu etwas ganz anderem.
Nicht ganz Steampunk (Elektrizität ist nicht bekannt und raffinierte Gerätschaften finden sich auch nicht), trotzdem ließ mich die Atmosphäre an dieses Genre denken. Alles ist irgendwie düster und mysteriös, geheime Machenschaften und einzigartige Charaktere treten auf den Plan.

Bis zum Schluss weiß man nicht so recht, wohin die Geschichte eigentlich führen soll. Ja, zwischendrin hatte die Handlung mal einen Hänger und die Handlung schien ein wenig wie ein Hin und Her, aber gegen Ende hat sie sich dann wieder gefangen.
Zu den Hauptcharakteren hätte ich mir ein wenig mehr Bindung gewünscht, aber trotz allem gewinnt man sie doch lieb und hofft das Beste für sie.

Rauch zu Ruß

Von: Chelly the Glubsch Datum : 11.05.2017

https://chelly-the-glubsch.blogspot.de/

Das Cover gefällt mir sehr gut. Abgebildet ist London, eingehüllt in Rauch - was einen direkt auf die Geschichte einstimmt und eine etwas düstere Atmosphäre schafft.

Im Buch geht es um Thomas und Charlie, die die Sommerferien bei Lady Naylor verbringen. Während Charlie sich mit Livia, der Tochter von Lady Naylor, anfreundet wird Thomas von Lady Naylor über den Rauch unterricht. Dadurch erfahren beide Details über den Rauch, die sie an den Lehren ihrer Schule zweifeln lassen. Doch plötzlich hat es jemand auf sie abgesehn und sie müssen sich entscheiden auf welcher Seite sie stehen wollen und wie sie zum Rauch stehen.

>Ist der Rauch das Böse? Oder der Mensch hinter dem Rauch?<

Mein Lieblingscharakter war Livia. Ich finde sie macht im Verlauf der Geschichte die größte Entwicklung und wächst mehr als einmal über ihre Grenzen hinaus.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und ist gelungen umgesetzt. Die Idee, dass ein Mensch bei einer Lüge oder bei boshaften Gedanken anfängt zu Rauchen finde ich sehr spannend und regt zum Nachdenken an. Je tiefer man in die Geschichte eintaucht, je mehr erfährt man über den Rauch. Denn woher kommt der Rauch? Gab es ihn schon immer? So viele Fragen die es herrauszufinden gibt.
Als sich am Schluss die Ereignisse überschlagen kam ich leider nicht mehr ganz mit. Etwas überrascht war ich davon, wie es zwischen Thomas, Charlie und Livia weitergeht - zwar nicht unbedingt schlecht aber doch unerwartet.

Eine wundervolle Idee, spannend umgesetzt.

Spannender Auftakt, leider verliert es sich gegen Ende

Von: Sarah Rawrpunx Datum : 11.05.2017

rawrpunx.blogspot.co.at

Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre?







Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan ...


Die Inhaltsangabe klang spannend und versprach eine interessante Geschichte mit einem vielversprechenden Hintergrund. Teilweise stimmt das auch, aber völlig überzeugen konnte mich Smoke dann doch nicht.

Die Geschichte fängt einem zu Beginn sofort ein. Thomas ist Schüler an einem Elite Internat, genau wie sein bester Freund Charlie, gemeinsam wollen sie herausfinden was genau es mit dem Rauch auf sich hat.

Der Rauch ist schon immer eine Begleiterscheinung des Bösen gewesen. Von Geburt an ist man schuldig und muss sich quasi von seinen Sünden reinwaschen. Schlechte Gedanken, Eigenschaften, Taten - einfach alles, löst den Rauch aus. Dieser unterscheidet sich von Farbe und Dauer. Aber sichtbar ist er immer.

Allerdings fällt Thomas auf, dass nicht alle bösen Menschen zu Rauchen beginnen und er fängt erstmals an Dinge zu hinterfragen.

Da sich die Geschichte im viktorianischen England abspielt, ist die Ausdrucksweise natürlich an diese Zeit angepasst. Der Autor schreibt allerdings so bildlich, dass man ohne Probleme sofort in die Geschichte eintaucht und richtig das atmosphärisch düstere London vor Augen hat. Der Autor wechselt auch die Perspektiven, was eindeutig das Facettenreiche nochmal hervorhebt.

Die große Frage, woher der Rauch kommt, ist allgegenwärtig und hat mich auch fasziniert. Aber leider wurde genau dieses Rätsel dann eher durch Halbwissen gelöst. Generell war ich vom Ende sehr enttäuscht und es blieben wichtige Fragen offen. Das Ende wurde ja bewusst vom Autor so geschrieben, dass man sich Gedanken darüber machen sollte. Die Botschaft bzw die Moral von der Geschichte war eindeutig. Versteh ich, aber mir fehlte dieses Abschließende einfach. Als Leser wird man in der Luft hängen gelassen, was bei diesem tollen Auftakt sehr schade ist. Daher wurde ich auch nicht restlos überzeugt, leider.

Definitiv schwere Kost

Von: Mietze's Bücherecke Datum : 10.05.2017

cat-buecher-welt.blogspot.de/

Stell dir vor du lebst in einer Welt in der du deine geheimsten Sehnsüchte, Laster und schlechten Gedanken nicht verbergen kannst. Eine Welt, in der sich alles Negative in Ruß und Rauch niederschlägt der deinem Körper entweicht, deine Kleidung und die Umgebung besudelt und jeden sofort erkennen lässt wie es um deine Gedankenwelt bestellt ist, welche Sünden du begehst. In dieser Welt, in der Rauch ein Zeichen für die Sünden der Menschen ist, leben Thomas und Charlie in einem Internat für Gentlemen. Als Mitglieder des Adels sollen sie dort lernen ihre Gefühle unter Kontrolle zu bekommen, nicht zu sündigen und damit auch nicht zu rauchen. Charlie ist ziemlich gut darin, er ist fast schon perfekt und immer nett und höflich. In Thomas dagegen verbirgt sich eine unterschwellige Wut die ihn oft einmal zu viel rauchen lässt. Das ungleiche Gespann entdeckt eines Tages jedoch das nicht alle die eine Sünde begehen auch rauchen und das hinter dem Rauch so viel mehr steckt als gedacht. Die beiden begeben sich auf eine gefährliche Spurensuche in den Tiefen des lasterhaften und verrauchten Londons...

Das Buch zu bewerten ist für mich eine ziemlich schwierige Angelegenheit. Zum einen konnte es mich durchaus fesseln, ich wollte wissen was es mit dem Rauch auf sich hat und wie das Rätsel gelöst wird, was hinter all dem steckt. Zum anderen war es ein richtiger Kampf, ich musste mich durch das Buch winden, wie sich die Protagonisten durch den zähen Rauch und den Ruß Londons quälen müssen.
Das lag vor allem am Schreibstil von Dan Vyleta. Der Autor schreibt unheimlich ausführlich und ausschweifend. Es gibt ellenlange Vergleiche, viele Metaphern und philosophische Stellen. Es wird viel interpretiert und nachgedacht, viel über Sünde und die Manifestation des Rauches diskutiert. Auch der Rauch selbst blieb für mich die ganze Zeit über sehr abstrakt, ich konnte mir die Welt wirklich nicht so genau vorstellen, es war für mich einfach nicht greifbar. Noch dazu war ich doch auch irgendwie abgestoßen von dem Gedanken an eine derart schmutzige Welt, das Leben darin und den Umgang damit, ich konnte mich nicht damit identifizieren. Es gab auch einige Stellen im Buch die für meinen Geschmack dermaßen wirr waren und an der einige Charaktere praktisch im Delirium zu Wort gekommen sind. Ich mag normalerweise ein wenig abgedrehte Bücher, aber hier habe ich ab und an gar keinen Durchblick bekommen. Auch bin ich mir nach wie vor nicht sicher ob ich überhaupt nur die Hälfte der im Buch verarbeiteten Aussagen richtig verstanden habe.
Schwierig war auch der Wechsel der Perspektiven im Buch. Diese finden oftmals ohne Ankündigung statt und ich musste mich zunächst immer erst mal wieder zurechtfinden.
Die Charaktere im Buch fand ich persönlich dafür sehr gut gelungen. Sie waren sehr unterschiedlich, jeder mit einer anderen Geschichte, einer anderen Motivation und einem anderen Verhältnis zum Rauch und der Sünde. Man konnte meist deren Handlungen und Gedankengänge gut nachvollziehen - von ein paar seltsamen Charakteren mal abgesehen. Die grundsätzliche Idee des Buches und die Suche nach dem Geheimnis des Rauches haben mir wirklich gut gefallen. Leider muss ich jedoch sagen dass ich mit der Auflösung nicht zufrieden bin. Es wird nie wirklich klar wie der Rauch denn nun die Welt überzogen hat und es wird nur kurz erklärt wie er überhaupt entsteht - eine ziemliche Enttäuschung. Auch vom Ende der Geschichte und worauf die Jagd durch die Straßen Londons nun hinausläuft hat mich nicht ganz überzeugt. Ich kann auch überhaupt nicht sagen in welches Genre ich das Buch einordnen sollte. Urban Fantasy? All Age Fantasy? Thriller? Keine Ahnung.
Auf jeden Fall ein Buch mit einem interessanten Ansatz und schwieriger Umsetzung.

Definitiv schwere Kost und nichts für Zwischendurch. Der Autor hat eine recht anstrengende und drückende Art zu schreiben, man muss sich Zeit nehmen um den Gedankengängen folgen zu können. Die Charaktere sind gut gestaltet und waren für mich abgesehen von der Grundidee das Highlight am Buch. Sie waren spannend charakterisiert und hatten Ecken und Kanten. Die Auflösung und das Geheimnis um den Rauch sind für mich am Ende definitiv zu kurz gekommen. Letztendlich ist Smoke ein Buch durch das man sich kämpfen muss und ich persönlich nicht finde das sich der Kampf unbedingt lohnt, auch wenn der Weg dorthin stellenweise durchaus spannend war.

Rauchiges England im 19. Jahrhundert

Von: Vanessa P. Datum : 08.05.2017

https://irgendwasmitbuechern.blogspot.de/

Wir finden uns in einem alternativen England gegen Ende des 19 Jahrhunderts wieder. Menschen rauchen. Nicht im Sinne von Zigaretten, Pfeifen und Zigarren, sondern ihr Körper raucht, wenn sie zu starke Emotionen fühlen. Reiche Menschen halten den Rauch für eine Sünde und vermeiden daher so weit wie möglich, zu rauchen. Sie schicke ihre Kinder in Eliteschulen, wo ihnen die Sünde ausgetrieben werden soll. Die Hauptcharaktere Thomas und Charlie treffen sich in einer dieser Schulen.

Thomas ist ein charismatischer Junge mit einer beinahe tragischen Vergangenheit; Charlie hingegen das komplette Gegenteil, ruhig, ausgeglichen und aus einer einflussreichen Familie. Beide rauchen ab und zu, wie es Jungs nun einmal tun. Bei einem Trip nach London, der rußigen Hauptstadt der Sünde, fällt ihnen auf, dass es Menschen gibt, die nicht rauchen. Wie kann das sein?



Bereits das Cover hat mich in seinen Bann gezogen, mit dem verrauchten Bild des Big-Ben-Turms.

Die Charaktere sind ausgeprägt dargestellt und ihre Motive werden (wenn auch nicht sofort) deutlich. Super und etwas ungewöhnlich fand ich, dass die Kapitel mal aus der Ich-Perspektive und dann wieder aus der dritte-Person-Perspektive geschrieben waren.

Der Inhalt hat sich meiner Meinung nach leider etwas zu sehr hingezogen und am Ende waren noch einige Fragen offen, was ich sehr schade finde.

Die Metaphern in der Story, allen voran der Rauch, liebe ich. Allerdings habe ich etwas gebraucht, um die Bedeutung des Rauches zu verstehen. Er symbolisiert sozusagen den Wunsch, die Obsession des Menschen, sündenlos zu sein. Keiner möchte akzeptieren, dass er nicht perfekt ist und durch den Rauch wird die Unvollkommenheit allseits bekannt gemacht. Der Wunsch danach, perfekt zu sein, treibt Menschen zu ungeahnten Taten und das wird super in dem Buch aufgezeigt.

Alles in allem ist das Buch gut und weiterempfehlenswert.

interessantes Setting in einem alternativen England des 19. Jahrhunderts!

Von: Fireheart Books Datum : 06.05.2017

fireheartbooks.blogspot.de

Grundlegend geht es um ein alternatives England im 19. Jahrhundert, in der jeder dunkle Gedanke Rauch verursacht – für alle anderen Menschen sichtbar. Je böser oder „sündhafter“ die Gedanken oder die Taten, desto dunkler der Rauch. Dieser zeigt auch oft den gesellschaftlichen Stand einer Person an – Adelige und Reiche beispielsweise halten es nicht für angebracht zu rauchen (weil sie ja etwas „besseres“ sind) und schicken deshalb ihre Kinder in Eliteschulen, wo sie lernen sollen den Rauch bzw. ihre Gefühle zu kontrollieren. Auf so einer Schule freunden sich auch die Protagonisten Thomas und Charlie an, die beide nicht unterschiedlicher sein könnten. Wo Charlie ruhig und wohlerzogen ist, ist Thomas wild und sehr rebellisch. Beide setzen sich im Laufe der Geschichte mit der Frage auseinander, wo der Rauch seine Ursachen hat und ob man ihn heilen kann bzw. überhaupt heilen sollte. Doch mit dieser Frage sind sie nicht allein…

Die Geschichte wird sowohl in der Ich-Perspektive als auch in der Erzählform dargestellt. Solche wechselnden Erzählstile sind eigentlich nicht ungewöhnlich – normal wird die Perspektive der Protagonisten in der Ich-Form erzählt und die der Nebencharaktere in der Erzählform; hier ist es jedoch genau anders rum, was das Buch zwar einzigartig macht, für mich aber leider anfangs sehr verwirrend war. Irgendwann fand ich heraus, dass die Kapitelüberschriften Auskunft über den Erzählstil liefern: Steht ein Name oder Beruf in der Überschrift, folgt ein Kapitel zu der jeweiligen Person in Ich-Form. Steht ein Ort oder z.B. ein Begriff wie „Rauch“ in der Überschrift, handelt es sich um Kapitel über die Protagonisten in Erzählform.
Das sprachliche Niveau, welches der Autor angeschlagen hat, ist sehr anspruchsvoll und zeitgemäß (man könnte nicht meinen, dass das Buch erst vor kurzem erschienen ist!). Auch der Inhalt ist alles andere als „leichte Kost“; man muss wirklich konzentriert lesen, um nicht den Faden zu verlieren. Es hat zwar somit einige Tage gedauert, bis ich es beendet habe, aber das Lesen hat mir wirklich Spaß gemacht.
Was mir auch sehr gut gefallen hat, war die Darstellung des Rauches als optische Gefühlswahrnehmung. Das hat mich stark an meine Kindheit mit Comics erinnert; wütende Charaktere wurden dort immer mit stark rauchenden Ohren gekennzeichnet.


Fazit

„Smoke“ ist eine gesellschaftskritische Geschichte, die ein interessantes Setting in einem alternativen England des 19. Jahrhunderts hat. Das Buch ist sehr Politik-/Gesellschaftsorientiert und normal meide ich solche Bücher, da sie mir einfach zu langweilig sind. Dass „Smoke“ langweilig ist, kann ich allerdings nicht behaupten. Obwohl zwischendurch etwas Spannung fehlte und zum Ende einige offene Fragen ungeklärt blieben, war die Geschichte doch sehr interessant und hat mir gut gefallen. Da der Inhalt und der Schreibstil sehr komplex sind, würde ich das Buch eher erwachsenen Lesern empfehlen und bewerte es mit „Geschmackssache“.

Ein ungewöhnliches Buch

Von: Mandys Bücherecke Datum : 04.05.2017

glutton-for-books.blogspot.de/

Inhalt
Thomas und Charlie sind in einer Welt aufgewachsen, in der jede Sünde als Rauch sichtbar wird und aus dem Körper des Sünders tritt. Es gibt verschiedene Formen des Rauches, aber jeder kann sehen, wenn man eine Sünde begangen hat. Sie sind Schüler eines Eliteinternats und haben sich an Regeln und Gesetze zu halten. Doch eines Tages finden sie heraus, dass mehr hinter dem Rauch steckt und das was sie seit jeher eingetrichtert bekommen nicht alles ist. Auf der Suche nach der Wahrheit geraten sie in eine Welt voller Intrigen und Gefahren.

Meine Meinung
"Smoke" konnte vor allem durch sein ansprechendes Cover meine Neugierde wecken. Außerdem liebe ich Bücher, die im viktorianischen London spielen, was hier der Fall ist. Die Idee des Rauches finde ich grandios. Dadurch zählen Babys und Kinder automatisch als Sünder, da sie zu der Zeit Rauch ausstoßen und es erst im Laufe des Lebens lernen den Rauch zu kontrollieren.
Das birgt einigen Stoff zum Nachdenken und so befasst sich das ganze Buch ganz nebenbei mit Ethik und Moral, Gut und Böse und ist gesellschaftskritisch und facettenreich. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist riesig. Das Setting finde ich somit sehr gelungen, auch wenn es sehr düster und bedrückend ist.

In dieser Welt leben Thomas und Charlie, zwei Freunde die zusammenhalten und schließlich dem Rauch auf die Spur kommen wollen. Ich mochte beide sehr, auch wenn sie etwas distanziert dargestellt wurden. Sie sind überraschend tiefgründig und facettenreich und ich mochte ihre Art zu denken und sich in der Welt zurechtzufinden. Auch die anderen Figuren des Buches fand ich gut dargestellt.

Der Plot wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, wobei mal die Ich-Perspektive und mal die personale Erzählperspektive gewählt wurde. Das fand ich zwar manchmal verwirrend, aber alles in allem sehr passend.
Unterstützt wird das Ganze durch einen detaillierten Schreibstil, der sich leider manchmal etwas in die Länge zieht. Der Schreibstil passt wunderbar ins Setting und konnte mich alles in allem überzeugen.

Das Buch wirft fragen zur Menschlichkeit auf und was ist richtig und was falsch, was lebenswert? So regt es wirklich zum Nachdenken an. Zwar hat das Buch wie schon erwähnt seine Längen und ist eher ruhiger, aber der Plot an sich konnte mich mitreißen und überzeugen. Es ist ein ungewöhnliches Buch, das garantiert nicht jedem gefallen wird, aber ich mochte es.
Das Ende konnte mich zwar nicht ganz überzeugen, aber dennoch kann ich das Buch empfehlen.

Fazit
"Smoke" ist ein Buch das nicht für jeden etwas sein dürfte, denn es ist ungewöhnlich und hat seine Längen. Ich mochte es gerade, wegen dem Setting und der Idee sehr und kann es insgesamt empfehlen.

Viel Rauch um nichts

Von: Savian_lesefuchs Datum : 04.05.2017

https://instagram.com/savian_lesefuchs/

Meine Rezension zu Smoke
Inhalt:

Im England des 19. Jahrhunderts materialisiert sich jeder  böse Gedanke, jede Lüge und jede finstere Absicht als Rauch, welcher aus den Körpern der Menschen entströmt.

Charlie und Thomas, sind Schüler an einem Internat, in welchem sie zu vollendeten Gentleman erzogen werden sollen. Bei einem Schulausflug nach London jedoch, entdecken die beiden, dass es Menschen gibt, aus denen kein Rauch aussteigt. Bald beginnen sie das System und die Gesetze des Rauchs zu hinterfragen.
Meine Meinung:

Die Idee hinter Smoke, fand ich unglaublich spannend und auch das Cover konnte mich durchaus begeistern.

Leider gelang es Dan Vyleda jedoch nicht mich darüber hinaus von seinem Werk zu überzeugen. Der Schreibstil ist zwar durchgängig bildhaft und durchaus gelungen, jedoch schweift die Erzählung immer wieder in meines Erachtens unnötige Handlungsstränge ab. Auch der Wechsel zwischen der ersten und dritten Person trug seinen Teil dazu bei, dass es mir zu keinem Zeitpunkt gelingen wollte mich vollkommen in der Geschichte zu verlieren. Zudem waren viele Kapitel aus den Sichten einiger Charaktere (Wie die des Hausmeisters) für mich einfach vollkommen unnötig.

Die Protagonisten bleiben durchweg blass und viele ihrer Handlungen und Beweggründe, vor allem gegen Ende des Buches einfach nicht nachvollziehbar.

Besonders schade fand ich, dass man nicht erfährt, woher der Rauch wirklich stammte.

Leider viel Rauch um nichts und so gebe ich Smoke leider nur

2 von 5 ⭐

Großartig!

Von: Bücherklee Datum : 03.05.2017

buecherklee.wordpress.com

Endlich wieder mal ein Buch, dass mich komplett überzeugt hat! Die Schreibweise, die Charaktere und die Story haben mir wirklich gut gefallen. Vorallem die Idee, dass nichts geheim bleibt (was heutzutage ja nicht sooo abwägig ist) und die Kluft zwischen den Reichen und der Arbeiterschicht, wie beide mit dem Rauch umgehen und diesen wahrnehmen, großartig.

Mal was anderes

Von: Flidra Datum : 01.05.2017

flidra.blogspot.com

Vorab: Ich habe das Buch als Rezensionexemplar von Carl's Books bekommen im Austausch für eine offene und ehrlich Meinung zum Buch.

Smoke ist so gar nicht mein Genre. Von daher ist es für mich sehr schwer es mit anderen zu vergleichen oder gar zu sagen es ist schlecht oder gut für das Genre. Deshalb orientiere ich mich einfach mal an meinem Gefühl, wie ich es gelesen habe.

Zu Anfang muss ich aber erst einmal das super tolle Cover loben ! Es ist ein Eyecatcher schlechthin und gibt eigentlich sehr gut wieder, welche Stimmung das Buch beherrscht. Der Big Ben wurde fantastisch in Szene gesetzt.

Der Erzählstil wechselt. Mal ist es eine Person, mal ein Erzähler - es ist teilweise etwas, woran man sich sehr gewöhnen muss. Manchmal musste ich zurückschlagen, um zu begreifen, wer da gerade etwas erzählt. Die Charaktere sind sehr feingliedrig und man erkennt dann auch schnell beim zurückschlagen, welcher Charakter da nun was erzählt.

Nun, die Themen sind vielseitig und ich hatte das Gefühle eher eine Gesellschaftskritik zu lesen, als einen Krimi, Thriller oder Sci -Fi Roman. Es ist sehr philosophisch teils poetisch, weshalb ich mir auch etwas länger Zeit nehmen musste und es ist durchaus nicht einfach zu lesen, da es sprachlich wie auch inhaltlich recht komplex ist. Angesprochen hat mich vor allem - schon von der Beschreibung her - dass das Buch sich mit der Frage beschäftigt "Was ist gut- was ist böse?". Die Protagonisten sind zwar komplex, aber mich haben sie leider nicht immer erreichen können bis auf Charlie. Charlie ist mein Lieblingscharakter in diesem Buch.
Den Rauch als Indikator für böses Denken oder Fühlen zu nehmen, empfinde ich als die beste Idee in diesem Buch! Wenn ich mir Comics angucke, in denen eine Figur wütend wird, dann schießt oftmals auch Rauch aus den Ohren oder der Kopf raucht. Ich finde die Symbolik sehr gelungen, zumal Rauch nicht nur das Schlechte in einem verkörpert, sondern zusätzlich recht düster wirkt.
Diese ganze Idee dann in den Kontext des 19.Jh. in England einzubauen, fand ich sehr gewagt, weil der Aspekt alleine, schon recht viele Denkansätze gibt.

Das Buch ist mit knapp über 600 Seiten recht langatmig. An manchen Stellen hätte ich es mir durchaus kürzer gewünscht, wobei dann wahrscheinlich das sprachliche Niveau gesunken wäre. Das muss man dem Autor lassen: Auf der sprachlichen Ebene waren diese 600 Seiten plus wirklich auf sehr hohem Niveau und sehr anspruchsvoll, was mich durchaus das ein oder andere mal begeistert hat!

Ich muss dazu sagen, ich habe es in einem längeren Zeitraum gelesen, weil ich nicht jeden Tag einen Kopf für diesen Sachverhalt hatte. Ab und an verliert sich meiner Ansicht nach der Faden und fängt sich ab und an später wider auf. Um dieses ganze Buch also zu begreifen und am Ende zu sagen, dass man es verstanden habe, muss man wirklich mit einem klaren Kopf lesen.

Insgesamt muss ich sagen, auch wenn dies ein sehr untypisches Buch für mich ist, dass es mir auf eine Art und Weise gefallen hat. Das Buch hat durch die Komplexität Schwächen: den Faden zu Ende zu spinnen und der Charakterwechsel lässt einen ab und an schwanken. Die Idee ist sehr gut, wäre aber mit mehr Fokus auf eine gerade Linie in der Geschichte ansprechender.

Wem würde ich es empfehlen ?:

Oftmals wird angegeben, dass es für Jugendliche sei. Dem würde ich nicht zustimmen. Auch wenn die Protagonisten nicht alt sind, würde ich dieses Buch nicht jedem unter zwanzig empfehlen. Jedem der Gesellschaftskritische Themen mag und es mag sich damit auseinanderzusetzen, der ist hier wirklich gut aufgehoben. Jeder der eine leichte Lektüre wünscht, sollte die Finger davon lassen. Hier ist nämlich Aufmerksamkeit und Verständnis von komplexen Sachverhalten erforderlich.

Wenn Sünden sichtbar werden

Von: Denise Datum : 01.05.2017

www.tapsisbuchblog.blogspot.de

London, in längst vergangenen Tagen: auf einem Internat für hochwohlgeborene Jugendliche begegnen sich Charlie und Thomas. Während Charlie grundehrlich und herzensgut ist, schwillt in Thomas Wut, Angst und Aggression. Und das wird auch sichtbar. Denn jeder sündige Gedanke wird als dunkler Rauch sichtbar. Doch nur das niedere Volk raucht, der Adel muss rein bleiben. Und das soll ihnen auf dem Internat beigebracht werden. Aber was ist an dem Rauch so verdorben, so schlecht, das selbst Folter erlaubt ist?

"Smoke" war mein erster Roman von Dan Vyleta und hat mich umgehauen. Der Autor spielt mit der Angst der Menschen, dass ihre sündigen Gedanken sichtbar werden und sie sich nicht mehr hinter einer Maske verstecken können. Und er entwirft eine Spirale aus Hass, Hochmut, Vermeidung und Revolution. Großartig!

Die Geschichte wird kapitelweise von einem auktorialen Erzähler und aus der Perspektive einer handelnden Person berichtet. Während der auktoriale Erzähler alles im Blick behält, haben mich vor allem die persönlichen Schilderungen in den Bann gezogen. Denn diese beschränken sich nicht nur auf den Adel. Es kommen auch einfache, stark rauchende Menschen zu Wort und zeigen so, dass der Rauch nicht DAS Übel ist, wie er gern dargestellt wird. Diese Mischung hat mir super gefallen und ich konnte nur schwer die Finger von dem Roman lassen.

Zu Beginn dachte ich, es läuft auf einen Abenteuerroman von 2 Internatsbuben hinaus. Spannend, aber doch eher einfach. Schon nach ein paar Kapiteln belehrte mich Dan Vyleta eines besseren. Der Autor offenbart, dass der Rauch in allen Menschen schlechtes hervorbringt, ob sie nun rauchen oder nicht. Denn es gibt in der Londoner Gesellschaft die Radikalen, die Frommen, die Revolutionäre und die Hungernden. Es gibt Vermeidungsstrategien, die Suche nach dem ultimativen Rauch-Kick und dann gibt es noch Thomas und Charlie. Die beiden Jugendlichen wollen dem Rauch auf den Grund gehen, wollen wissen, warum er so verteufelt wird und werden dadurch in eine Verschwörung gerissen, der sie nicht mehr entkommen.

Die Figuren sind mannigfaltig und tiefgründig. Der Autor beschränkt sich nicht auf simple Schwarz/Weiß-Malerei, sondern gibt jedem Charakter eine Geschichte, einen Beweggrund und vor allem Persönlichkeit. So konnte ich jedes Handeln nachvollziehen, auch wenn ich bei manchen am liebsten laut losgeschrien hätte ob der Ungerechtigkeit. Genau sowas muss ein Roman in mir auslösen!

"Smoke" ist kein Roman für zwischendurch, kein Buch, welches man mal eben bei einer 5-minütigen Busfahrt rausholt. Dafür hat Dan Vyleta zu groß und umfassend angelegt. Aber jede Zeit, die man sich nimmt, wird belohnt.

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist bildhaft, stellenweise philosophisch, aber nie langweilig.

Fazit: Der Rauch enttarnt jeden. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen.

enttäuscht

Von: bumblebeesworld Datum : 30.04.2017

bumblebees-world.blogspot.de/


Zum Inhalt:

Smoke spielt Ende des 19. Jahrhunderts in London und Umgebung. Dabei geht es darum, dass alle Menschen, wenn sie lügen oder auf irgendeine Weise von ihren Gefühlen überwältigt werden, anfangen zu rauchen und so ihre Gefühle für alle zeigen. Es gibt viele verschiedene Arten von Rauch, die sozusagen für die unterschiedlichen Emotionen der Personen stehen. Alle Menschen rauchen von Geburt an, geduldet wird das aber nur bei Kindern bis 11 Jahren oder bei Menschen mit einem niedrigeren Stand in der Gesellschaft. Adelige Kinder werden ab 11 Jahren auf spezielle Schulen geschickt, auf denen sie lernen sollen, nicht mehr zu rauchen. Dazu kommt, dass dieser Rauch ansteckend ist, wenn also jemand von bösen Gefühlen überwältigt wird, überträgt sich das auf die Menschen in seiner Umgebung, die diesen Rauch eingeatmet haben. So kann es zu richtigen Menschenmassen kommen, die außer Kontrolle geraten.
In diesem Buch geht es um ein Jungeninternat, im Speziellen dort um Thomas und Charlie, aus deren Sicht der größte Teil der Geschichte erzählt wird. Die Schüler und Lehrer tragen alle weiße Kleidung, um zu zeigen, dass sie nicht mehr rauchen müssen und ihre Gefühle unter Kontrolle haben, sozusagen eine reine Seele haben. Zusätzlich wird so schon der kleinste Verstoß sichtbar und dementsprechend bestraft.
Über Weihnachten reisen Thomas und Charlie zu der Familie von Thomas und stoßen dort auf viele Geheimnisse und merkwürdige Geschehnisse, die sie im Laufe des Buches versuchen zu lösen.



Meine Meinung:

Ich muss leider sagen, dass mich dieses Buch einfach nicht überzeugen konnte. Ich bin nie wirklich in die Hnadlung der Geschichte eingedrungen, sondern habe mich zu vielen Zeitpunkten nur als Beobachter gefühlt. Ein wirklich gutes Buch muss mich komplett in seinen Bann ziehen, so dass ich mich so fühle, als wenn ich selbst ein Teil der Geschichte werde. Das kann an dem für mich zwischenzeitlich sehr merkwürdigen Schreibstil gelegen haben. Die Sätze waren manchmal sehr lang mit vielen kurzen und fast schon unzusammenhängenden Sätzen, die es schwer gemacht haben, der Handlung zu folgen.
Dazu beigetragen haben eben auch die verschiedenen Perspektiven, zusätzlich zu den Sichtweisen von Thomas und Charlie kamen noch Teile von anderen handelnden Personen, bei denen die Kapitel oft nur wenige Seiten gingen und gleichzeitig nicht klar war, aus wessen Sicht gerade erzählt wird. Diese Perspektivwechsel haben auch dafür gesorgt, dass ich mir von den Charakteren kein richtiges Bild machen konnte und so nicht wusste, auch welche Weise sie handeln und was für sie eine realistische und echte Reaktion sein könnte.
Ich musste mich wirklich zwingen jedes neue Kapitel anzufangen, wodurch es sich für mich sehr gezogen hat, da es auch kein wirklich kurzes Buch ist. Die einzelnen Kapitel sind dann auch immer noch in kleiner Abschnitte unterteilt, die manchmal nur eine halbe Seite gingen und so wiederum für Unterbrechungen um Lesefluss gesorgt haben. Über das komplette Buch hinweg kam es für mich zu vielen Längen, in denen einfach nichts überzeugendes passiert ist, obwohl man sich durch wirklich viel Text kämpfen muss.
Obwohl es natürlich ein fiktives Fantasybuch ist, war es für mich wirklich unrealistisch und nicht nachvollziehbar, was ich schade finde, da für mich die Idee des Rauchs eigentlich wirklich großes Potential hat.
Insgesamt gebe ich also nur 2 von 5 Sternen und würde keine Leseempfehlung aussprechen.

Subtile Gesellschaftskritik statt leichtem Mystery-Thriller

Von: wortmagieblog Datum : 28.04.2017

https://wortmagieblog.wordpress.com/

Dan Vyleta ist ein Kind des Potts. Ja, ihr habt richtig gelesen! Sein Weg führte ihn zwar über England in die USA und bis nach Kanada, aber er wurde 1974 als Sohn tschechischer Einwanderer im Ruhrgebiet geboren. Ich frage mich, wie viel Pott noch in ihm steckt. Seinen aktuellen Roman „Smoke“ verfasste er jedenfalls nicht in Deutsch, sondern in Englisch. Unseren Markt erreichte das Buch durch die Random House Gruppe, die es mir als Rezensionsexemplar anbot. Ich nahm das Angebot an, da der Klappentext wirklich interessant klang. Meine Neugier war geweckt.

Thomas und Charlie sind privilegiert. Als Schüler eines elitären Internats werden sie auf ihr späteres Leben an der Spitze der Gesellschaft vorbereitet. Sie sind normale Jungen – doch ihre Gedanken sind unrein. Jeder weiß es, denn der Rauch zerrt all ihre Verfehlungen ans Tageslicht. Der Rauch brandmarkt die Menschen als Sünder, er dringt aus Poren und Körperöffnungen und hinterlässt schmierigen Ruß, der an der Haut klebt, Kleidung befleckt und Gebäude in einen schwarzen Schleier hüllt. Jede Lüge, jede Gehässigkeit, jede Missetat wird unweigerlich offengelegt. Der Rauch ist der sichtbare Graben zwischen Oberschicht und Pöbel. Niemals wäre es Thomas und Charlie eingefallen, seine Gesetze zu hinterfragen, bis ein verstörender Schulausflug nach London die Freunde ratlos zurücklässt. Wieso würde jemand den Ruß von Mördern sammeln? Wie ist es möglich, dass ein Mensch kein einziges Fädchen Rauch absondert? Aufgewühlt begeben sich Thomas und Charlie auf die Suche nach den Ursprüngen des Rauchs und stoßen auf eine Verschwörung nationalen Ausmaßes, die sie vor eine haarsträubende Entscheidung stellt: ist ihre Welt es wert, gerettet zu werden?

Uff. Nach der Lektüre von „Smoke“ musste ich mich erst einmal zurücklehnen, tief durchatmen und darüber nachdenken, was ich da eigentlich gerade gelesen hatte. Dieser Roman ist weit bedeutungsvoller und philosophischer, als ich erwartet hatte. Es ist definitiv kein leichter Mystery-Thriller, sondern eine erstaunliche komplexe Gesellschaftskritik. Dan Vyleta entführt seine Leser_innen in das 19. Jahrhundert, zeigt England auf dem Höhepunkt der industriellen Revolution und konfrontiert sie mit einer alternativen Realität, die sich vor allem in einem offensichtlichen Punkt von der unseren unterscheidet: die Menschen rauchen. Starke Gefühle wie Zorn, Neid, Lust, aber auch Freude und Glück lösen eine biochemische Reaktion im Körper aus, deren Resultat der Rauch ist, der aus allen Körperöffnungen dringt. Folglich ist der Rauch die visuelle Manifestation des menschlichen Wesens. Er ist weder gut noch böse, er ist einfach nur. Nichtsdestotrotz wird er in Vyletas Version des Vereinigten Königreichs als göttliches Zeichen und sichtbarer Beweis für das Böse in einem Menschen aufgefasst. Der Rauch wird instrumentalisiert; er dient als Legitimation, die Bevölkerung zu kontrollieren und die Klassenunterschiede stetig zu verschärfen. Die beiden jugendlichen Protagonisten Thomas und Charlie werden bereits im Internat indoktriniert. Als Elite des Landes müsse die Oberschicht mit gutem, sauberen Beispiel vorangehen, um das gemeine Volk führen zu können. Wer aus dem Adel stammt, sollte idealerweise niemals rauchen. Selbstkontrolle als Religion. Natürlich können weder Thomas noch Charlie dieses Ideal erfüllen, obwohl Charlie ihm deutlich näherkommt als sein Freund. Thomas ist ein reizbarer, leidenschaftlicher junger Mann, dessen Gefühle schnell überkochen. Dementsprechend raucht er stark und viel, während Charlies gutmütige, ehrliche und offene Persönlichkeit eher selten kleine Rauchfähnchen produziert. Sie verkörpern vollkommen verschiedene Formen von Rauchern. Betrachtet man die beiden als die Endpunkte einer Skala, kann man getrost behaupten, dass ihnen auf ihrer Suche nach Antworten die Myriaden Zwischenstufen dieser Skala begegnen. Sie lernen unterschiedliche Lebensweisen mit und Herangehensweisen an den Rauch kennen, was ich als sehr spannend empfand. Ich denke, Dan Vyleta konstruierte für „Smoke“ absichtlich eine sich selbst treibende Handlung, die seitens der Figuren wenig Initiative bedurfte. Thomas und Charlie lenken die Geschichte nicht, sie werden von ihr gelenkt, wodurch sich zahlreiche Situationen ergeben, die ihren Horizont erweitern. Sie erleben Unrecht und Grausamkeit, Güte und Großzügigkeit und entwickeln anhand dieser Erlebnisse eine eigene Weltanschauung. Meiner Ansicht nach ist „Smoke“ daher eine ungewöhnliche, aber überzeugende Coming-of-Age-Geschichte, die den Konflikt zwischen Individuum und System erfrischend originell und tiefgründig interpretiert.

„Smoke“ ist eines dieser Bücher, die weniger gefallen als faszinieren. Dan Vyleta versucht meines Erachtens nach nicht, sich bei seinen Leser_innen anzubiedern, sondern präsentiert eine subtile, feinsinnige Gesellschaftskritik, die zum Nachdenken anregt. Dafür nimmt er eine gewisse Trägheit der Geschichte in Kauf, weil diese intellektuell statt emotional mitreißen soll. Für mich hat dieses Konzept funktioniert, obwohl ich der Meinung bin, dass Vyleta haarscharf an der Grenze zur gesellschaftsphilosophischen Überladung vorbeischlitterte. Beinahe hätte er zu viel von mir verlangt. Glücklicherweise zügelte er sich, sodass ich den immensen gedanklichen Spielraum und das stimulierende Potential des Buches sehr zu schätzen wusste.
Meiner Meinung nach ist „Smoke“ äußerst lesenswert, es setzt allerdings ein hohes Maß an eigenständiger, geistiger Beweglichkeit voraus. Es ist keine locker-flockige Lektüre für Zwischendurch. Stellt euch zum Warmwerden vor dem Lesen eine Frage: was bedeutete es für die Gesellschaft, wäre jede starke Emotion jedes Menschen nicht länger verborgen, sondern sichtbar?

Vielen Dank an Random House und carl’s books für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars im Austausch für eine ehrliche Rezension!

Düster

Von: Buchspinat Datum : 28.04.2017

https://buchspinat.wordpress.com/

Zum Inhalt: England 19. Jahrhundert. Die Welt wird von Rauch bestimmt. Rauch ist die Manifestation der Sünde. Jeder Mensch, der sündhafte Gedanken oder Gefühle in sich hat, verliert Rauch. Schwarzen Rauch, mal heller mal dunkler. Kein böser Gedanke bleibt so unentdeckt. Nur wer rein ist und keinen Rauch verliert, ist ein guter Mensch. Doch ist das wirklich so?
Charlie und Thomas – zwei Internatsschüler entdecken auf einem Ausflug ins verrauchte London, dass der Rauch eben doch nicht nur das ist, was er zu sein scheint und machen sich auf, das Geheimnis des Rauches zu lüften…
Meine Meinung:
Hm, schwierig…fange ich mal mit dem Cover an:
Das Cover finde ich definitiv gelungen: düster, dem Zeitalter und dem Ort der Geschichte – das sündhafte und verrauchte London – absolut angemessen. Für das Cover gibt es auf jeden Fall volle Punktzahl.
Mit der Geschichte ist es für mich nicht ganz so einfach. Sprachlich ist das Buch auf jeden Fall super. Die Art von Dan Vyleta Orte und Menschen ausdrucksstark und detailliert zum Leben zu erwecken, ist wirklich lesenswert. Ich mag seine Art, mit Wörtern umzugehen.
Und nun zum großen Aber:
Die Geschichte ist in viele, viele Kapitel unterteilt, die aus der Sicht von vielen verschiedenen Personen erzählt wird. Ein Teil dieser Personen taucht im Rest der Geschichte überhaupt nicht noch einmal auf. Und manchmal erschien mir die Person auch nicht wirklich relevant für den Fortgang der Geschichte. Das fand ich beim Lesen teilweise sehr verwirrend, ich muss gestehen, dass ich ab und an der Handlung der Geschichte nicht wirklich folgen konnte. Ich habe die ganze Zeit beim Lesen darauf gewartet, dass die Geschichte endlich richtig losgeht. Doch irgendwie ist das nicht passiert (für mich zumindest). Das hat mir einen großen Teil des Lesevergnügens genommen.
Schade, denn die Geschichte hatte definitiv Potenzial, doch für mich war es definitiv nicht das richtige Buch.

Gute Idee, die aber zu viele Fragen offen lässt

Von: Tintenwelten Datum : 28.04.2017

https://www.youtube.com/channel/UCERCU4YR7gqHqKaA29335sw

England im 19. Jahrhundert. Es gibt das Phänomen, dass sich jeder böse Gedanke, jede Lüge, jede Sünde in Rauch manifestiert, der von der betreffenden Person abgesondert wird. Besonders in der oberen Gesellschaftsschicht ist das sogenannte "rauchen" verpönt. Deshalb werden Jugendliche auf spezielle Schulen geschickt, in denen ihnen ein gesellschaftsfähiges Denken und Handeln und somit die Kontrolle über den Rauch gelehrt wird. Thomas und Charlie sind Schüler eines solchen Internats. Sie werden streng überwacht, jedes rauchen zieht eine Strafe nach sich. Als sie die Ferien zusammen bei Verwandten verbringen, erfahren sie einige Dinge über den Rauch und die Gesellschaft, die sie ihr bisheriges Weltbild hinterfragen lässt.

Doch die beiden sind nicht die einzigen Charaktere, die man im Buch kennen lernt. Es gibt eine Vielzahl an Personen, über die ein allwissender Erzähler berichtet. Dies erlaubt einen spannenden Rundumblick. Es gibt in diesem Buch auch eine weibliche Protagonistin. Ebenso wie natürlich auch eine Liebesgeschichte vorhanden ist. Zwei junge Männer, ein Mädchen - wie könnte es da keine Dreiecksbeziehung geben? Leider war diese für mich nicht wirklich authentisch. Auch das Ende in Bezug auf diesen Teil der Geschichte fand ich nicht zufriedenstellend.

Generell wirft das Ende mehr Fragen auf, als es beantwortet. Das Phänomen wird in keinster Weise aufgeklärt. Auch nach über 600 Seiten, erfährt man weder was der Rauch ist, was es damit auf sich hat, woher er kommt, seit wann es ihn gibt. Am Ende treffen die Protagonisten eine große und folgenschwere Entscheidung, die ich erstens überhaupt nicht nach vollziehen kann und zweitens fehlen mir dort einfach die Auswirkungen, die diese Aktion schlussendlich hatte. Deshalb hoffe ich sehr, dass es eine Fortsetzung geben wird.

Die Idee und das Szenario waren sehr interessant. Es war erschreckend, was der Rauch mit den Menschen macht. Wo es auf dem Land noch recht einfach ist, den Rauch zu unterdrücken, kann man sich in Großstädten wie London überhaupt nicht vor dessen Einfluss schützen. Die Stadt verschwindet förmlich im Rauch. Das Böse und die Zwietracht nehmen hier Gestalt an. Man merkt, wie der Rauch einen verändert. Er sät dunkle Gedanken, macht nervös und aggressiv und reduziert die Hemmschwelle.

Der Autor schreibt sehr ausschweifend und detailreich, was leider auch zu einigen Längen führt. Dies kommt auch daher, dass es derart viele Charaktere gibt, die aber nicht alle unbedingt für den Verlauf der Handlung wichtig wären.

Das Buch birgt zwar einige Fantasy-Elemente, es ist aber auch eine Art Metapher, die existenzielle Fragen nach Macht und Moral, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse thematisiert.

Smoke - Eine geniale Idee, mit ein paar kleinen Schwächen

Von: jasminsbooks Datum : 26.04.2017

https://www.instagram.com/jasminsbooks/

Titel: Smoke
Autor: Dan Vyleta
Verlag: carl's books
Seitenzahl: 618
Inhalt/Klappentext:

England, Ende des 19. Jahrhunderts. Eine Welt, in der ein besonderes Phänomen um sich greift: Jede Bösheit, Unaufrichtigkeit oder Lüge manifestiert sich als Rauch, der unkontrollierbar dem Körper entweicht. Nur Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, wagen es, die Gesetze des Rauchs zu hinterfragen. Sie stoßen auf ein düsteres Komplott aus Willkür, Macht und Unterdrückung und müssen bald um ihr Leben fürchten...

Mein Fazit:

Dieses Buch war wirklich eine kleine Herausforderung. Auf über 600 Seiten hat der Autor Dan Vyleta einen Roman geschaffen für den man sich wirklich Zeit nehmen sollte. Wer hier ein Buch erwartet, dass sich in 2 Tagen weg lesen lässt, täuscht sich. Die Geschichte um Thomas und Charlie ist sehr anspruchsvoll und stellt die Abgründe der menschlichen Psyche dar. Die Handlung beschäftigt sich mit den Schwächen eines Menschen. Kann ein Mensch der nur gutes im Sinn hat überhaupt existieren? Ist es normal keine Schwächen zu haben? Die Idee, dass man böse Gedanken, Wut oder Lügen anhand eines aufsteigenden Rauches bei einem Menschen sichtbar macht, hat mir sehr gut gefallen.
Der Schreibstil passt perfekt zur Atmosphäre des Buches und dem 19. Jahrhundert. Man könnte annehmen, wirklich ein Buch aus dieser Zeit zu lesen. In dieser Hinsicht hat sich der Autor selbst übertroffen.
Teilweise war das Buch jedoch leider etwas langatmig und manche Fragen blieben bis zum Ende hin unbeantwortet.

Ich fand das Buch auf jeden Fall sehr lesenswert und kann es jedem empfehlen, der tiefgründigere Geschichten mag. Smoke ist ein geheimnisvolles aber auch komplexes Buch, dass mit einer faszinierenden und düsteren Atmosphäre überzeugt.

Von mir gibt es für dieses Buch 4 von 5 Sternen!

Ziemlich gruselig, aber tiefsinnig

Von: Stephi Datum : 24.04.2017

www.stephienchen.de

Der Klappentext des Buches hat mich sofort neugierig gemacht und er hält wirklich was er verspricht. Schon nach weniger Seiten war ich gefesselt von der Geschichte – schon lange nicht mehr habe ich so viele Seiten an einem Stück gelesen. Und Thomas ist mir dabei sofort ans herz gewachsen außerdem wollte ich auch unbedingt wissen, was hinter dem Rauch steckt. Doch das Buch ist auch sehr düster – womit ich es wahrscheinlich auch hätte rechnen müssen, bei einem Buch, in dem „Das Böse“ was auch immer das genau ist eine zentrale Rolle spielt. Mir persönlich war es dann zwischenzeitlich einfach zu düster und ich habe mich beim Lesen zu sehr gegruselt. Außerdem ist das Buch wirklich sehr gesellschaftskritisch und macht sehr nachdenklich. Das hatte ich so nicht erwartet. Wer aber mit diesen beiden Punkten kein Problem hat, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Es ist wirklich genial geschrieben!

Facetten des Rauches - des Lebens

Von: Isa aus Uelzen Datum : 24.04.2017

www.nerd-aber-herzlich.de

Zuerst einmal finde ich das Cover wunderschön und ich liebe London :D, das wollte ich nur mal gesagt haben. Der Klappentext weckte bei mir schon vorab großes Interesse an diesem Buch und ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte ist genauso außergewöhnlich wie der wunderbare Schreibstil des Autors und ich war sofort in einer rauen, grauen, trostlosen Welt voller Mysterien rund um den „Rauch“ gefangen.

Der Schreibstil wird vermutlich nicht jedem gefallen, denn alles wird sehr genau und detailliert beschrieben und manches auch metaphorisch, dieses könnte einigen Lesern zu viel werden. Aber wenn man kein Problem hat mit ausufernden Beschreibungen, sich ändernden Perspektiven und schwierigen Überlegungen, dann ist man hier genau richtig. Der Autor spielt mit Moralvorstellungen und diverse Ausführungen im Buch, über „richtig“ und „falsch“, brachten mich oft zum nachdenken. Er erschafft dabei auch eine düstere, schwere Atmosphäre, fast schon so, als ob die beschriebenen Rauchwolken, direkt über einem hängen. Ich finde, das ist wirklich etwas besonderes und das schafft wirklich nicht jeder Autor.
Es kann sehr viel in die Geschichte hineininterpretiert werden und oftmals hat man das Gefühl, dass auch vieles zu unsere aktuelle Zeit und Gesellschaft passt.
Vermutlich hat dieser besondere Stil und der Tiefgang der Geschichte, aber auch dazu beigetragen, dass ich sehr lange für das Buch gebraucht habe, was dem Lesevergnügen allerdings keinen Abbruch getan hat.
Die Mischung aus Fantasy, Thriller, Mystery und Historienroman hat mich begeistert und beeindruckt. Ein sehr gelungener Genremix mit einer innovativen, durchdachten Geschichte, welche stark zum nachdenken anregt und einen viele Gefühle durchleben lässt, welche auch von den Protagonisten durchlebt werden. Das Ende der Geschichte lies mich mit einer Gänsehaut zurück und ich bin mir sicher, dass die Geschichte noch lange in mir nachhallen wird.

Eine klare Empfehlung von mir. Eines der ungewöhnlichsten Bücher, die ich jemals gelesen habe – im positivem Sinne. Am besten vorher eine Leseprobe lesen, da der Schreibstil auch etwas außergewöhnlich ist.

Kreative Idee

Von: thebookpassion Datum : 22.04.2017

thebookpassion.blogspot.de/

Jede Lüge oder boshafter Gedanke werden durch Rauch, der dem Körper entweicht, sichtbar. Und so versucht die Elite der Gesellschaft ihr Kinder streng und möglichst sündenfrei zu erziehen. Die beiden Freunde Thomas und Charlie besuchen daher ein Eliteinernat. Im Internat herrschen harte und vor allem strenge Regeln. Doch was ist, wenn es Menschen gibt, denn es gelungen ist, die Regeln des Rauches außer Kraft zusetzten? Auf eben diese Fragen stoßen die beiden Freunde und machen sich auf, um Antworten zu finden. Dabei stoßen sie auf Intrigen, überraschende Freunde und auch auf Feinde.


Der Roman scheint momentan in aller Munde zu sein und die Meinungen gehen weit auseinander vom Jahreshighlight bis zum absoluten Flop ist alles dabei. Ich war daher recht gespannt, ob „Smoke“ mich überzeugen kann oder ich eher zu den Kritikerinnen zähle.
Der Roman setzt sich vor allem mit der Frage auseinander, ob Menschen ohne Schwächen wirklich noch menschlich sind und menschlich handeln könne oder eine gewisse Dunkelheit benötigt wird um Licht und Güte in die Welt zu bringen.
Von Anfang an hat mir die Idee gefallen, dass Sünden, Lügen oder auch Wut in Form von Rauch auftreten und so für jeden sichtbar wird. Die Idee ist einfach absolut kreativ und interessant und alles andere als 0-8-15. Dabei erhält man gerade zu Anfang nur recht wenig Informationen über den Rauch und zusammen mit den beiden Protagonisten Thomas und Charlie versucht man immer mehr über den Rauch und seine Beschaffenheit zu erfahren. Die Details bezüglich des Rauches oder auch der politischen Intrigen werden geschickt mit der Geschichte verwoben, sodass der Lesefluss nicht unterbrochen wird.
Insgesamt erschafft der Autor einen atmosphärischen Roman mit einer beklemmenden und düsteren Stimmung. Trotz der gelungenen Atmosphäre gelingt es dem Autor jedoch leider nicht die Spannung konstant zu halten. Vor allem zum Ende hin werden viele Situationen einfach zu stark ausgeschmückt und beschrieben. Das Ende ist für mich jedoch leider dennoch zu abrupt. Es bleiben einfach zu viele Fragen offen. Ich hätte mir einfach gewünscht, dass ich noch mehr über den Rauch und dessen Beschaffenheit erfahre.

Jede Figur hat sympathische und unsympathische Charakterzüge, sodass es keinen richtigen Sympathieträger gab, dies hat mich jedoch keines falls gestört, da es einfach zu der Thematik passt. Fröhliche und nette Figuren hätten zu der düsteren und auch kritischen Geschichte einfach nicht gepasst.

Auch, wenn ich vor allem Probleme mit dem Ende des Romans hatte konnte mich der Rest positiv überraschen. Der Roman ist absolut atmosphärisch und kreativ.

Dank dem Rauch!

Von: Isa Datum : 21.04.2017

www.nerd-aber-herzlich.de/

Fazit:

Zuerst einmal finde ich das Cover wunderschön und ich liebe London :D, das wollte ich nur mal gesagt haben. Der Klappentext weckte bei mir schon vorab großes Interesse an diesem Buch und ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte ist genauso außergewöhnlich wie der wunderbare Schreibstil des Autors und ich war sofort von in einer rauen, grauen, trostlosen Welt voller Mysterien rund um den „Rauch“ gefangen.

Der Schreibstil wird vermutlich nicht jedem gefallen, denn alles wird sehr genau und detailliert beschrieben und manches auch metaphorisch, dieses könnte einigen Lesern zu viel werden. Aber wenn man kein Problem hat mit ausufernden Beschreibungen, sich ändernden Perspektiven und schwierigen Überlegungen, dann ist man hier genau richtig. Der Autor spielt mit Moralvorstellungen und diverse Ausführungen im Buch, über „richtig“ und „falsch“, brachten mich oft zum nachdenken. Er erschafft dabei auch eine düstere, schwere Atmosphäre, fast schon so, als ob die beschriebenen Rauchwolken, direkt über einem hängen. Ich finde, das ist wirklich etwas besonderes und das schafft wirklich nicht jeder Autor.
Es kann sehr viel in die Geschichte hineininterpretiert werden und oftmals hat man das Gefühl, dass auch vieles zu unsere aktuelle Zeit und Gesellschaft passt.
Vermutlich hat, dieser besondere Stil und der Tiefgang der Geschichte, aber auch dazu beigetragen, dass ich sehr lange für das Buch gebraucht habe, was dem Lesevergnügen allerdings keinen Abbruch getan hat.
Die Mischung aus Fantasy, Thriller, Mystery und Historienroman hat mich begeistert und beeindruckt. Ein sehr gelungener Genremix mit einer innovativen, durchdachten Geschichte, welche stark zum nachdenken anregt und einen viele Gefühle durchleben lässt, welche auch von den Protagonisten durchlebt werden. Auch das Ende der Geschichte lies mich mit einer Gänsehaut zurück und ich bin mir sicher, dass die Geschichte noch lange in mir nachhallen wird.

Eine klare Empfehlung von mir. Eines der ungewöhnlichsten Bücher, die ich jemals gelesen habe – im positivem Sinne. Am besten vorher eine Leseprobe lesen, da der Schreibstil auch etwas außergewöhnlich ist.

Genremix, der mal ganz anders daherkommt

Von: Janine Amberger Datum : 21.04.2017

https://poesielos.blog/

Eine Woche habe ich zwischen den Seiten von Dan Vyletas Smoke verbracht, aber es ist ein Buch, über das ich sicherlich noch längere Zeit nachdenken werde. Zugrunde liegt dem Buch eine einfache Überlegung: Was wäre, wenn jede böse Tat, ja, sogar jeder böse Gedanke für jeden um einen herum sichtbar ist?

EINE ALTERNATIVE WELT

Smoke entführt den Leser in ein alternatives England im 19. Jahrhundert, indem genau das Realität ist: Jede kleinste Verfehlung wird durch Rauch, der aus dem Körper tritt, für die Umwelt sichtbar. Der Rauch und Ruß, den er hinterlässt, sind gesellschaftlich verpönt und für Gentlemen durch Tugend und Disziplin auf das wenigste zu reduzieren. Als Leser lernen wir gleich zu Beginn die Freunde Thomas und Charlie kennen, die gemeinsam ein Internat für Söhne der Oberschicht besuchen. Gerade Thomas kämpft dabei sehr mit dem Rauch und eckt immer wieder an. Konträr dazu sieht es in den Städten -allen voran London- aus, in denen sich die arme Bevölkerung tummelt und fast unkontrolliert vor sich hin raucht.

Inspiriert zu diesem Roman wurde Dan Vyleta durch einen kurzen Abschnitt aus Dombey und Sohn von Charles Dickens, was ich allein schon sehr faszinierend finde. Neben diesen Abschnitt, der das auch Buch einleitet, finden sich immer wieder zwischendurch Zitate, die (bis auf eine Ausnahme) aus Texten des realen 19. Jahrhunderts stammen und sehr gut die Handlung ergänzen. Der Schreibstil wirkte auf mich auch weitestgehend an die Zeit angepasst, sodass man als Leser nie durch unpassende Wörter oder ähnlichem herausgerissen wird.

REISE MIT FOLGEN

Über die Weihnachtsfeiertage besuchen die Jungen eine Verwandte von Thomas, durch die bald alles bereits bekannte in Frage gestellt wird. Denn nicht für jeden scheinen die gleichen Regeln im Zusammenhang mit dem Rauch zu gelten und auch die Geschichte, die die beiden Jungen bisher gelehrt bekommen haben, bekommt Risse. Bei diesem Aufenthalt stößt auch die dritte im Bunde dazu: Livia. Gemeinsam mit ihr suchen Thomas und Charlie bald nach der Wahrheit hinter einem Gewirr aus Lügen, die sie gefühlt durch halb England und unglaublich viele menschliche Abgründe führen wird.

„Denn was ist der Rauch letzten Endes? Sehnen. Mut. Wut. Die Sorte Angst, die sich zur Faust ballt. Trotz. Triumph. Hoffnung. Das Tier in uns, das jeden Gehorsam verweigert.“ – S. 588

GEDANKENEXPERIMENT

Obwohl die Handlung von Smoke im 19. Jahrhundert angesiedelt ist, lassen sich immer wieder Bezüge zur Gegenwart finden und vieles gibt Stoff zum Nachdenken. Allein der Rauch bietet schon sehr viele Ansatzmöglichkeiten für eine Geschichte – umso spannender fand ich beim Lesen, wie viele verschiedene Themen Vyleta während der Reise des Trios tatsächlich anschneidet. Um nur einige zu nennen:

- Gesellschaftskritik
- Klassenkampf
- Abschottung und Ausgrenzung
- Wissenschaft vs. Religion
- Kriminalität – vererbbar oder nicht?
- Verschwörungstheorien à la Phantomzeit

An mancher Stelle holt Vyleta dabei sehr weit aus und nicht alles wird komplett aufgedröselt, was vielleicht frustrieren kann. Mir hat es eigentlich gut gefallen, weil ich so das Gefühl hatte, dass die Welt von Smoke auch außerhalb der beschriebenen Handlung durchdacht und eben keine reine Pappkulisse für die Geschehnisse um Thomas, Charlie und Livia ist.

GUT UND BÖSE

Eine der wichtigsten Fragen, die immer wieder in Smoke aufgeworfen wird, ist die von Gut und Böse. Der Rauch soll die Sünden des Menschen wiederspiegeln und es ist ein erklärtes Ziel für die Jungen zu Beginn möglichst sündenfrei zu werden. Jeder der Protagonisten wird im Laufe der Handlung mit seinem Rauch konfrontiert und es gibt verschiedene Reaktionen dazu. Denn inwieweit schließen sich Gut und Böse aus? Oder braucht es einfach nur die richtige Gewichtung?

Die Entwicklungen innerhalb des Trios haben mich dabei allesamt überzeugt und ich konnte mich in jedem der drei etwas wiederfinden. Ein Problem dagegen hatte ich mit den Gegenspielern: Diese wurden schon fast zu Karikaturen und waren nur böse ohne Nuancen. Gerade Julius hat mir in der Hinsicht Schwierigkeiten bereitet, weil seine Entwicklung gefühlt aus dem Nichts kam.

POTPOURRI DER GENRES

Man kann Smoke schwer einem einzelnen Genre zuordnen. Es ist gleichzeitig irgendwie historische Fantasy, Bildungsroman, Jugendbuch, Thriller, Gesellschaftsroman… ach, fast von allem ist irgendwie was dabei. Dass dieses Buch auf die unterschiedlichen Genres zurückgreift, war erfrischend anders, und ich war trotz der teilweise sehr umfangreichen Beschreibungen und Dialoge während der über 600 Seiten nie gelangweilt. Abstriche mache ich wirklich nur wegen der platten Widersacher und der Tatsache, dass die Hintergründe zum Rauch selber etwas im Sande verlaufen – ich hätte gerne mehr von Lady Naylor dazu gehört.

Neben der spannenden Reise von Thomas, Charlie und Livia werden dem Leser einfach noch so viele Impulse gegeben ohne je belehrend zu werden – das zusammen mit einer tollen Grundidee und gut konstruierten Welt hat einfach nur Spaß gemacht zu lesen! Im Vorfeld zu Smoke hatte ich noch nie etwas von Dan Vyleta gehört, aber nach diesem Buch habe ich definitiv Lust auf noch mehr von diesem Autor.

Smoke

Von: Lilly Sjöberg Datum : 19.04.2017

lillysjoeberg.blogspot.de/

Inhalt:
Das Buch spielt Ende des 19. Jahrhunderts in London. In dieser Welt ist nichts so, wie wir es kennen und in der Analogie ist gleichzeitig alles so, wie wir es kennen.

Jeder schlechte Gedanke, jedes negative Gefühl wird als dunkler Rauch sichtbar, der dem Körper unkontrolliert entweicht.
Die Kinder lernen von klein auf, das der Rauch böse und schlecht ist und werden so erzogen, dass sie lernen, ihre Gedanken und Gefühle zu kontrollieren. Bis 11 Jahren sieht man ihnen den Rauch nach. Adelige und reiche Schüler kommen auf Internate, wo auch mit Strafe alles dran gesetzt wird, sie zu nicht-rauchenden Menschen zu machen.

Die zwei Jugendlichen und Freunde Thomas und Charlie fangen an, die Gesetze des Rauchs und die der Erwachsenen zu hinterfragen. Sie stoßen dabei auf Geheimnisse und Intrigen und bald auch in Lebensgefahr.

Wer das Geld hat, hat die Macht. Das ist hier nicht anders. Es gibt Möglichkeiten zu verhindern, dass man raucht, aber dazu muss man die Mittel haben.

Meine Meinung:
Am Anfang fiel es mir etwas schwer, mich auf diese Welt einzulassen, in der doch so vieles anders ist. Zu verstehen, was das mit dem Rauch auf sich hat.
Doch nachdem ich mich mal darauf eingelassen hatte und es als Tatsache akzeptiert habe, auch wenn zu dem Zeitpunkt noch nicht klar war, woher der Rauch nun kommt, hat das Buch mich gefesselt und blieb spannend bis zur letzten Seite.

Ich hatte erst erwartet, dass man nun viele böse Gedanken zu sehen bekommt. Und war schon sehr gespannt darauf. ;) Doch das Böse ist oft subtil und zudem relativ.
Wie oft ärgert man sich über jemanden, was schnell wieder vergessen ist. Doch der Rauch hinterlässt Spuren auf der Kleidung und man ist gebrandmarkt.

Ich fand das Buch spannend und temporeich erzählt. Daneben hat es mich aber auch sehr nachdenklich gemacht. Wie schnell verurteilen wir andere? Welche Gefühle kategorisieren wir in gut und böse? Welcher Zweck heiligt die Mittel?

Mit der Auflösung, dem Ende bin ich nicht so 100% zufrieden. Dennoch hat mir das Buch so viel an Überlegungen und Gedanken mitgegeben, dass ich es nicht schlechter als 4,5 Sternen bewerten will.

Leider eine große Enttäuschung

Von: ThePassionOfBooks Datum : 19.04.2017

the-passion-of-books.blogspot.de

Als ich zum ersten Mal den Klappentext von "Smoke" gelesen habe war ich sofort von der Grundidee angetan. Man muss sich das einmal vorstellen, wenn jeder um einen herum und man selbst raucht, sobald man negative Gedanken entwickelt. Nichts ist mehr geheim und jeder weiß über dein innerstes Bescheid. Ich war fasziniert von der Idee und habe mich gefragt wie so eine Welt wohl aussehen würde. Wäre immer alles voller Rauch? Könnte man überhaupt noch etwas sehen?
Der Einstieg war total spannend und ich wurde direkt in diese Welt hinein gezogen, bei der Rauch eine elementare Rolle im Alltag spielt. Er ist allgegenwärtig. Zunächst wird man in das Internatsleben eingeführt und lernt Thomas und Charlie näher kennen, dann gewinnt die Geschichte an Tempo und man gerät immer tiefer in einen Strudel aus Lügen, Rauch und dem ein oder anderen Komplott.
Leider haben die Figuren ihre anfängliche Sympathie mehr und mehr verloren, je war nur noch für sich selbst verantwortlich und alle anderen mussten selber schauen wie sie klar kamen. Stand man zu Beginn facettenreichen Charakteren gegenüber, so wurden diese leider im weiteren Verlauf mehr und mehr in die Rolle von Stereotypen gedrängt. Auch eine sich entwickelnde Dreiecksbeziehung hat mich leider nicht überzeugt. Sie wirkte erzwungen und kaum nachvollziehbar, zudem hab ich das Gefühl, dass heutzutage fast jedes Buch so etwas enthält und bin von der Thematik langsam genervt. Die Dreiecksbeziehung hatte zudem absolut keinen Einfluss auf die Handlung und war schlichtweg deplatziert und überflüssig.
Je weiter die Geschichte voran schreitet umso mehr Längen scheinen sich zu bilden. Jede noch so kleine Begebenheit wird bis ins kleinste Detail vom Autor beschrieben und erklärt und ich hatte bei so mancher Seite Mühe damit während dem lesen nicht einzuschlafen.
Die düstere Atmosphäre hält bis zum Schluss an und man wird das Gefühl nicht los, dass der Autor um jeden Preis eine schlechte Welt erschaffen wollte, in der Gutes nicht mehr zu finden ist. Der Schluss der Geschichte hat meiner Ansicht nach den Vogel abgeschossen. Ich bin nicht nur enttäuscht, sondern schlichtweg wütend und finde das Ende ganz furchtbar.

Schonungslos genial

Von: Martina Suhr Datum : 18.04.2017

derbuecherkessel.blogspot.de/

Gesamteindruck:
Dieser Roman hat mich wirklich neugierig gemacht, denn sowohl der Klappentext als auch das geheimnisvolle Cover versprachen ein wahres Buch-Highlight.
Der angenehme (aber dennoch anspruchsvolle) Schreibstil hat mich direkt abgeholt und in eine längst vergangene Zeit entführt. Die Geschichte ist gut durchdacht und super umgesetzt. Der Rauch als Sinnbild der Sünde. Ein wirklich toller Einfall. Man sieht jedem direkt an, wenn er sündigt und dennoch scheint es Schlupfwinkel zu geben. Gesellschaftskritik vom Feinsten. Man erlebt das prüde viktorianische Zeitalter beinahe hautnah. Verfolgt zwei Freunde auf ihrer Suche nach der Wahrheit. Man lernt ihre Widersacher und deren Beweggründe kennen, und man fragt sich dauernd, sind die Menschen wirklich so? Ich würde noch so gerne mehr dazu sagen, doch ich möchte wirklich niemandem zu viel vorwegnehmen. Die Spoilergefahr ist leider sehr hoch. Die Handlung des Romans wurde von Dan Vyleta sehr gut herausgearbeitet. Seine Liebe zu kleinen Details lassen die Story sehr authentisch und lebendig wirken. Das Buch ist genial, bitte versteht mich nicht falsch. Ethik, Gesellschaftskritik, historische Grundlagen, all das wurde so grandios miteinander verwoben, ja beinahe komponiert, sodass der Leser mitgenommen wird, auf eine Reise in die Vergangenheit und irgendwie auch zu sich selbst. Was ist ein Mensch und was bedeutet menschlich. Sind wir verschieden, sind wir gleich oder sind manche gar gleicher? Was bedeutet Geld und Einfluss? Ich wurde mit so vielen Fragen und Eindrücken konfrontiert, dass ich dieses Werk nur Häppchenweise genießen konnte.
Und genau hier kommt meine Kritik ins Spiel. Manche Szenen sind dermaßen realistisch, dass ich kurz davor war, das Buch abzubrechen. Das liegt aber nicht an der Qualität der Lektüre, sondern einzig und allein daran, dass mich gewisse Wahrheiten, Personen und Aktionen so geschockt haben, dass ich tatsächlich am Guten in jedem Menschen gezweifelt habe. Dan Vyleta ist teilweise so schonungslos ehrlich, dass es schmerzt und ich oft und lange über das, was ich gelesen habe, nachdenken musste. Es ist ein Roman, der definitiv zum Nachdenken und Hinterfragen anregt.

Mein Fazit:
Selten hat ein Buch mit mir so gerungen wie dieses. Nicht, weil es schlecht war, sondern so gut und schonungslos direkt, dass ich meine Probleme damit hatte. Der Autor hat meinen Verstand in manchen Momenten zur Verzweiflung getrieben, denn ich neige dazu, vor den Abgründen der menschlichen Psyche die Augen zu verschließen, wenn die Dinge zu brutal werden. Auf dem Buchrücken wird es wie folgt beschrieben:
„Smoke ist ein sprachmächtiger, überbordend einfallsreicher Roman und zugleich eine kluge Parabel, die facettenreich die existenziellen Fragen nach Macht und Moral, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse beleuchtet.“
Und das trifft es wirklich gut. Ein Buch, das ich jedem empfehlen kann, der gerne Bücher liest, die in die Tiefe gehen und unbequeme Dinge ansprechen und hinterfragen.

Abgründe

Von: Dreamlein Datum : 17.04.2017

https://www.facebook.com/pages/B%C3%BCcherliebe/1464879453798387

��---REZENSION---��

Es ist ein düstere erdrückende Atmosphäre die der Autor hier erschaffen hat .
Eine Welt, die von Grund auf moralisch verwerflich ist , mit einem Menschenbild so offensichtlich fehlerhaft und zur Buße verdammt .
Der Protagonist Thomas und sein bester Freund Charlie sind Schüler eines Internats für moralische Erziehung , abgeschottet von dem Sündenpfuhl Londons und unter ständiger emotionaler und physischer Beobachtung . Ein Leben mit den eigenen Gefühlen ist nur möglich solange sie "Gut" sind . Doch wer bestimmt dieses "Gut" , wer das sichtbargemachte "böse" ???

Thomas faszinierte mich von Anfang an , er ist wie Thomas aus der Maze Runner Reihe, an den er mich erinnert , ein Charakter mit dem man sich identifizieren kann, den man schnell mag trotz seiner "Fehler" oder gerade deshalb.

Immer mehr Informationen , gesellschaftliche, sowie auch geschichtliche werden nach und nach offenbart . Das Buch hat schon eine gewisse Langatmigkeit von der ich gerade zur Mitte des Buches nicht wusste, ob ich es uneingeschränkt gut finde oder dieses Buch einfach davon lebt und somit diese erdrückende kriechende Atmosphäre schafft oder ob ich mir stellenweise mehr erhofft hätte .
Und dann kommt ein Punkt nach der Hälfte des Buches , da ist man in diesem Sog drin, dem Gefühl des Londons,dem man sich nicht entziehen kann wie zu Zeiten von Dickens , Doyle und Wilde. Und nach Abenden an denen ich Stunden des Lesens von Smoke verbracht hatte, nistete sich dieser Grundgedanke des Buches in meinem Kopf ein und ich ertappte mich am Morgen des nächsten Tages dabei mich an wirre und düstere Träume erinnern zu können .

Ein Buch, dass mich von den Empfindungen her und dem sehr bildlichen und exzellenten Schreibstil nur schwer losgelassen hat . Die Ereignisse spitzen sich zu und ziehen immer dunklere Bahnen durch die Geschichte. Treibt den Leser an, seinen Puls, meine Gedanken.
Nach dem Lesen der einzelnen Seiten ob es 10 war oder 100 blieb immer ein komisch düsteres Gefühl zurück. Ein Gefühl dass ich schon mehrmals beim Lesen von Büchern gefühlt habe in den letzten Jahren , diese drückende Vorahnung , aber ich konnte es nicht greifen - nicht zuordnen, bis mich die Erkenntnis traf an welche Bücher mich "Smoke" erinnerte . Die Gefühle die es wachruft waren fast identisch mit denen vom "Parfüm" von Patrick Süßkind. Eine perfide krankhafte Faszination für die bösen Ereignisse die man erahnen kann , für den menschlichen Frevel, den Ekel aber auch die Liebe zum Leben und den Menschen. Genauso erschafft Dan Vyleta ein London, wie zu Zeiten von Oscar Wilde und Charles Dickens. Das Buch hält was das wunderbar ansprechende Cover verspricht.
Ich bin trotz der Dicke und der Komplexität dieses Werkes vollauf begeistert und die Geschichte wird mich wohl noch lange begleiten .

carl's books Verlag

Der Rauch hat mich gepackt!

Von: Buchstabensalat Datum : 17.04.2017

https://www.facebook.com/Buchstabensalat1/?ref=bookmarks

Dan Vyleta
SMOKE
#carlsbooks

Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre? Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan ...

612 Seiten.
Ich habe ein paar Tage überlegt, ob ich mich da ran traue, es könnte ja auch nicht gefallen und dann durch 612 Seiten quälen?
Gott sei Dank habe ich mich getraut.
Hier haben wir, mal wieder, einen Pageturner.
Ich habe es in ein paar Tagen durch gehabt und war traurig, das es zu Ende war.
Ein Buch, das Bilder im Kopf erzeugt, als wäre man im Kino. Genau so müssen gute Bücher sein.
Das Thema eine sehr gute Idee, neu, nicht abgedroschen, mitreißend.

Ich gebe fünf von fünf Sternen und bedanke mich für das Rezensionsexemplar.

Fragen über Fragen, aber keine Antwort in Sicht

Von: Tallianna Datum : 17.04.2017

ta-und-ta.blogspot.de/

England, Ende des 19. Jahrhunderts. Eine Welt, in der ein besonderes Phänomen um sich greift: Jede Bosheit, Unaufrichtigkeit oder Lüge manifestiert sich als Rauch, der unkontrollierbar dem Körper entweicht. Nur Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, wagen es, die Gesetze des Rauchs zu hinterfragen. Sie stoßen auf ein düsteres Komplott aus Willkür, Macht und Unterdrückung und müssen schon bald um ihr Leben fürchten … (Klappentext)

Mir scheint, ich sollte wieder Abstand von Büchern nehmen, die in irgendeiner Form stärker beworben oder in den Himmel gelobt werden. Denn die Realität sieht doch so aus: Die meisten davon sind schlecht. Genau wie „Smoke“.

Wo fange ich am Besten an? Dieses Buch hat keinen roten Faden, die Motivation der Charaktere wird nicht ersichtlich, die wichtigsten Fragen werden nicht beantwortet (wo kommt der Rauch her?) und die Liebesstory wirkt erzwungen und aufgesetzt. Dem Buch wäre es besser ergangen, wenn diese gar nicht erst eingeflochten worden wäre.

Aber von Anfang an. Auch nach dem Beenden des Buches ist mir nicht klar, was die Charaktere angetrieben hat. Angefangen von Charlie und Thomas über Livia bis hin zu Lady Naylor. Auch ihre Erklärung dazu hat es mich nicht wirklich klarer sehen lassen. Außerdem zieht sich die ganze Handlung dermaßen, dass ich schon nach 20 0 von den 600-irgendwas Seiten bereit für das Ende war. Es fehlt ein spürbarer Spannungsbogen.

Auch konnte mir keiner der Charaktere näher kommen, sie bleiben nicht greifbar und ihre Motivation unklar. Selbst der „Bösewicht“ präsentiert sich blass und sein Antrieb unverständlich. Sein ganzes Selbst wirkt gekünstelt und als Mittel zum Zweck.

Absolut überflüssig ist diese Dreiecksbeziehung zwischen Thomas, Charlie und Livia. Sie dient keinem ersichtlichen Zweck, bringt die Handlung nicht voran und wirkt völlig deplatziert. Auch ist die Wandlung in Livias Verhalten nicht nachvollziehbar.

Die meisten spannenden Fragen bleiben am Ende offen, wie zum Beispiel wo der Rauch wirklich herkommt, wenn es eine Zeit davor gab. Das ist doch die Frage, die einen umtreibt, denn wenn man wüsste, was den Rauch erzeugt hat, könnte man ihn entfernen.

Mein Fazit: 600 Seiten verschwendete Lesezeit. Dreiviertel des Buches waren ein reiner Kampf gegen den Schlaf und die Langeweile. Zurück bleiben Fragezeichen und eine unbestimmte Verwirrung, um was es in diesem Buch überhaupt gehen sollte.

Solide Arbeit

Von: Katharina P. Datum : 16.04.2017

svenjasbookchallenge.blogspot.de/

Geködert man mich - abgesehen von dem Cover und dem Klappentext - die Aussage, es würde sich um eine Mschung aus Charles Dickens und J.K. Rowling handeln, die ich irgendwo gelesen habe (leider weiß ich nicht mehr wo). Da ich beide Autoren unglaublich gerne lese, schien der Roman also wie gemacht für mich zu sein. Tatsächlich hat mich Vyletas Schreibe öfter an den ausschweifenden, detaillierten Stil von Charles Dickens erinnert, was auch sehr gut zum Setting und der Epoche gepasst hat. Eine Parallele zu Rowling konnte ich jedoch nicht ziehen. Höchstens die Tatsache, dass die Protagonisten Schüler eines Internats in England sind und die Handlung recht düster und mit Fantasy-Elementen geschmückt ist, erinnert an Rowling, aber rechtfertigt einen solchen Vergleich in meinen Augen nicht wirklich. Darüber konnte ich jedoch nach einer Weile hinwegsehen.
Das Konzept an sich war ausgesprochen interessant und klang unglaublich spannend. Gesellschaftlich-moralische Verurteilungen, Verschwörungen, Intrigen, Korruption, rebellische Charaktere und Antagonisten, eine Prise Liebeswirrwarr - es war im Prinzip alles vorhanden. Demnach hätte der Roman nur großartig werden können... und doch hat er mich nicht recht gepackt. Durch den Anfang habe ich mich regelrecht gekämpft, weil ich erstmal ein wenig desorientiert war. Ich wusste zwar, wo ich mich befand, aber nicht so recht, wie ich das Geschehen oder die Leute einordnen sollte. Es ist definitiv kein Werk, bei dem man sofort eine emotionale Bindung zu den Akteuren hat, und auch im Verlauf der Handlung habe ich in der Beziehung kaum eine Verbesserung gespürt. Ich konnte mich mit keinem der Charaktere identifizieren. Ich mochte zwar Thomas' Art, die Dinge zu hinterfragen, aber manchmal ging er mir auf die Nerven. Charlie erschien mir meistens etwas naiv bzw. kam ich nicht damit zurecht, dass er manchmal bewusst die Augen vor der Wahrheit verschlossen hat. Solche Charakterzüge mag ich einfach nicht. Livia fand ich anfangs unausstehlich mit ihrer Moralapostel-Attitüde. Ich konnte sie erst besser leiden, als sie ihr unschuldiges Gehabe allmählich abgelegt hat. Dennoch hatte ich bei keinem der drei das Gefühl, in ihr Innerstes vordringen zu können, sodass mir ihre dramatischen Erlebnisse nicht sonderlich nahe gegangen sind. Auch der ständige Erzählerwechsel hat bei mir hin und wieder (trotz der einleitenden Überschriften) Verwirrung gestiftet, denn Vyleta springt nicht nur zwischen den Protagonisten, sondern auch zwischen den Nebenfiguren hin und her.
Zum Storyverlauf lässt sich sagen, dass es durchaus viele bestürzende, brisante Momente gab, aber letztlich haben sie mich nicht umgehauen oder dauerhaft fesseln können. Ehe es einigermaßen rasant wird, ist man fast bei der Hälfte des Buches angelangt (das sind immerhin schon 300 Seiten). Wie gesagt, gefiel mir der Ansatz sehr gut, aber man hätte hier durchaus noch etwas an der Ausarbeitung feilen können. Mir kam es eher wie der Auftakt zu einer größeren, komplexeren Geschichte vor, denn gerade, als es einigermaßen interessant wurde, riss die Handlung ab.

Fazit

Cover und Klappentext waren äußerst vielversprechend, aber im Endeffekt war der Plot nicht ganz so bahnbrechend wie erhofft. Weder war ich emotional involviert, noch konnte mich der Roman in atemlose Spannung versetzen, auch wenn ich Vyletas Stil mit jeder Seite mehr mochte.

nicht so mein Fall.....

Von: Lesezauber Datum : 16.04.2017

steffis-und-heikes-lesezauber.blogspot.de

Kurzbeschreibung
Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre? Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan ...


Meinung
Aufmerksam auf dieses Buch wurde ich durch verschiedene Blogbeiträge, die mich sehr neugierig auf dieses Buch gemacht haben. Das Cover sprach mich auch sehr an und der Klappentext hörte sich interessant an. Leider kam dann alles anders als erwartete…..ich hatte mir etwas anderes darunter vorgestellt.

Der Einstieg gelang mir ganz gut, die Figuren wurden mir vorgestellt und die Idee des Autors faszinierte mich noch immer. Nach einigen Seiten merkte ich allerdings, dass sich immer mehr Fragezeichen in meinem Kopf bildeten und ich dieses Werk einfach nicht ganz verstand, wie es wahrscheinlich sein sollte.

Keine Frage, Spannung war gegeben, ebenso wie eine mystische und düstere Atmosphäre. Dennoch fühlte ich mich beim Weiterlesen nicht so wohl. Mir fehlte das Faszinierende, was teilweise auch daran lag, dass mittendrin einige Längen waren, die sich zogen. Vielleicht hätte man ein paar Seiten weniger nehmen können (über 600 sind schon sehr viel) und dafür mehr Erklärungen einflechten.

Die Handlung selbst erfolgte im Erzählstil. Wobei die Perspektiven immer im Er/Sie und Ich-Modus wechselten. Das war für mich jetzt nicht so schlimm, es passte sehr gut zur doch sehr verwobenen Geschichte. Viele historische Einwürfe gab es auch und auch einige unerwartete Ereignisse und Wendungen. Das Ende hatte ich mir etwas anders vorgestellt und gefiel mir auch nicht wirklich.

Wie gesagt, die Charaktere konnten mich nicht wirklich überzeugen. Erstens fand ich die Dreiecksgeschichte überhaupt nicht passend und zweitens fehlte mir die Kommunikation zwischen den einzelnen Personen. Sie waren schon gut ausgearbeitet, aber es wäre auf jeden Fall noch mehr gegangen. Ich fand zum Beispiel auch den Unterschied zwischen Gut und Böse nicht so toll. Die meiste Zeit über wusste ich nicht, wer was war und somit fehlte mir eindeutig dann doch das Logische an der Geschichte.

Der Schreibstil des Autors war für mich leicht gewöhnungsbedürftig. Schon einfach zu lesen, dennoch manchmal unnötig ausschweifend und in die Länge gezogen. Gut, ein Kopfkino konnte schon entstehen, was an den ausgezeichneten Umgebungsbeschreibungen lag. London des 19. Jahrhunderts, ein Traum mit viel Vorstellungsvermögen.

Fazit
Trotz vieler positiver Meinungen über „Smoke“ konnte es mich nicht so überzeugen. Ich hatte mir viel mehr davon versprochen und auch etwas anderes erwartet. Es war ok, aber es gäbe noch viel mehr Luft nach oben. Somit kann ich leider nur gutgemeinte 3 von 5 Sternen vergeben und eine Leseempfehlung lasse ich diesmal dahingestellt.

Rezension zu "Smoke"

Von: Zsadista Datum : 15.04.2017

zsadista.blogspot.de

London Ende des 19. Jahrhunderts. Es tritt ein seltsames Phänomen auf, jede Sünde wird sichtbar. Egal ob Lügen, Mord oder eine sonstige böse Tat oder böses Gefühl, es wird durch Rauch sichtbar. Der Rauch dringt aus jeder Pore des Körpers und jeder kann sehen, dass mit dir etwas nicht stimmt.

Thomas und Charlie sind zwei Schüler eines Elite-Internats. Auch sie dampfen öfters den Rauch aus, wenn sie gegen die strengen Gesetze des Internats verstoßen. Doch dann entdecken sie, dass nicht jeder böse Mensch auch mit Rauch bedeckt ist. Warum macht man Unterschiede wer raucht und wer nicht? Und wie kann das sein, dass es überhaupt Unterschiede gibt?

Durch ihre Nachforschungen werden sehr mächtige Feinde auf sie aufmerksam. Und bald finden sich die beiden in düstere Intrigen versponnen.

„Smoke“ ist ein fantastischer Roman aus der Feder des Autors Dan Vyleta.

Das Zeitalter und der Rauch haben mich etwas an einen Steampunk Roman erinnert. Der Roman spielt aber nicht in der Steampunk Zeit. Ich fand das Grundprinzip trotzdem sehr interessant.

Die Idee, mit dem Rauch, wenn man Lügt oder sonst eine üble Tat vorhat, fand ich richtig gut. Wobei die Welt dann wohl auch total verqualmt wäre. Würde man dann überhaupt noch seine Hand vor Augen sehen?

Gut, die Grundidee fand ich also richtig interessant. Der Roman war leider nicht gerade spannend geschrieben. Vielmehr zogen sich die Seiten nur so dahin. Der Autor fand Gefallen daran, selbst Kleinigkeiten ewig lang zu erklären. Das führte manchmal zu dem Phänomen, dass ich im Fernsehen oft habe. Da sind die Pausen oft so lange und häufig, dass ich fast vergessen habe, dass ich einen Film angesehen hatte.

Wenn man die Story von über 600 Seiten vielleicht auf 400 gekürzt hätte, wäre das Buch wohl spannender geworden.

Mit den Protagonisten kam ich auch nicht gerade zurecht. Zumal sich dann auch noch durch die komplette Geschichte eine Dreiecksbeziehung zog, die in einem Schluss endete, den ich gar nicht mochte.

Auch die Egoschiene, die fast alle fuhren verstand ich nicht so. Egal ob es rauchte oder nicht, jeder war sich selbst der nächste und keiner fand Anstoß daran.

Ich kam mit der Geschichte nicht wirklich klar. Auch fehlten mir am Ende einige Erklärungen für das Ganze. Ich fand den Roman nicht ganz ausgereift. Zwar eine gute Grundidee, jedoch nicht richtig ausgearbeitet. Die Story hätte noch einiges aus sich machen können, hat sie aber nicht.

Das Buch hat sich wirklich ganz schön gezogen. Teilweise hab ich es auch einfach mal zur Seite gelegt und eine Pause gemacht. Wirklich empfehlen kann ich das Buch leider nicht. Es sollte sich jedoch keiner abhalten lassen, sich selbst eine Meinung zu bilden.

Rezension | "Smoke" von Dan Vyleta

Von: Julia | Archive of Longings Datum : 15.04.2017

www.archive-of-longings.blogspot.de

"Smoke" hat mich schon direkt nach dem Lesen des Klappentextes begeistern können – was wäre schließlich eine Welt, in der jede Sünde durch Rauch erkennbar ist? Eine Stadt, die in Ruß und Rauch versinkt? Sünde, die auf den ersten Blick sichtbar für jeden ist? Eine Geschichte in dieser Form habe ich bisher noch nicht gelesen, weswegen ich mich sehr darauf gefreut habe, zu erfahren, wie Dan Vyleta seine Idee umsetzen wird.

Was mir an dieser Geschichte wahnsinnig gut gefallen hat, war die Kreativtität des Autors, die sich nicht nur im Setting widerspiegelt, sondern auch bei der umfangreichen und komplexen Ausarbeitung des Hauptplots (natürlich auch der Nebenplots). In dieser Geschichte geht es um viel mehr als nur um Rauch und Sünde, um zwei Freunde, die auf ein Elite-Internat gehen und mit den alltäglichen Verfehlungen zurecht kommen müssen, es geht um mehr als um die Liebe zwischen drei jungen Menschen, die nicht so recht wissen, wie sie in diese Welt passen. Es geht um eine Vision, um Missionen, um Herzblut für eine ganz bestimmte Sache, ein Lebenswerk, um den Kampf, die Welt zu verändern, sie in ihren Grundfesten zu erschüttern und eine Revolution zu beginnen – und damit etwas neues zu erschaffen. Die Art und Weise, wie "Smoke" all das erzählt, fand ich einfach nur atemberaubend und einfallsreich. Ebenso vermittelt das Buch von vorne bis hinten eine durchgehende, unglaubliche Stimmung; ein düsteres, unheimliches und beklemmendes Gefühl, was mich so schnell auch nicht wieder losgelassen hat. Das alles gibt der Handlung und der Umsetzung natürlich einen ganz besonderen und individuellen Touch, was mich wirklich begeistern konnte.

Auch die Charaktere waren sehr gut und interessant ausgearbeitet. Mich hat dabei ein wenig gestört, dass die Sichtweisen öfter mal gewechselt haben. Einerseits hat es sehr zu diesem umfangreichen und vielschichtigen Buch gepasst, aber andererseits hätte es mir persönlich – bei zwei solch starken Hauptprotagonisten – besser gefallen, wenn man sich dabei für eine Perspektive entschieden hätte. Gerade in Situationen, in denen Charlie und Thomas nicht einer Meinung sind (und gerade in der doch sehr komplizierten, ansatzweise erzählten Liebesgeschichte!), fiel es mir dann doch schwer, mich auf beide Charaktere zu konzentrieren – vor allem weil sie beide so unterschiedlich sind. Es ist mir wenig bis gar nicht gelungen für eine Seite Partei zu ergreifen, weil ich mich durch die wechselnden Sichtweisen auch nicht für einen Haupt- oder für einen Lieblingscharakter entscheiden konnte, mit dem ich mich hätte identifizieren können. Und gerade das ist mir bei komplexen Plots meist sehr wichtig.

Trotzdem empfand ich sowohl Thomas, als auch Charlie von ihrer Person, ihrer Denkens- und Handlungsweise sowie von ihren Charaktereigenschaften toll und sympathisch. Sie sind beide sehr unterschiedlich, sie reagieren sehr verschieden und fühlen auch anders. In den meisten Situationen konnte ich aber beide gut verstehen und ich habe auch mit beiden ordentlich mitgelitten – sei es eine Szenen mit Thomas als sehr direkte und impulsive Figur oder sei es Charlie in einer höflichen und zurückhaltenden Situation.

Mein Hauptkritikpunkt bei Smoke sind die leider teilweise auftretenden Längen. Ich mag Bücher mit einer Seitenlänge um die 400 Seiten, weil dort meist langatmige Passagen vermieden werden können. Natürlich ist mir klar, dass eine weitschweifende und komplizierte Geschichte mit vielschichtigen Figuren und einer starken Botschaft viel Raum braucht, um sich zu entfalten und entwickeln zu können, allerdings hätte mir ein 400 Seiten-Buch hier wohl auch besser gefallen. Gerade ab der Mitte des Buches bis circa 150 Seiten vor Ende hätte man einiges zusammenraffen können (für alle, die das Buch schon gelesen haben: ich meine die Stelle, als Thomas und Livia im Boot erwischt werden bis circa zur Entführung des Kindes – alle anderen: ihr könnt damit ja sowieso nichts anfangen :D). Im Gegenzug hätte ich manchmal einfach gerne mehr Einblick in die Gefühle der Jungs gehabt, gerade was die Beziehung zu Livia und ihre Rivalität angeht. Dan Vyleta beschränkt sich bei "Smoke" doch meist auf die eigentliche Handlung, die Umgebung, leichte Ausschmückungen und das Jonglieren mit Worten. An der ein oder anderen Stelle hätte ich einen Einblick in das Seelenleben von Thomas oder Charlie doch besser gefunden, weil beide doch oft sehr fremd und distanziert auf mich wirkten.

Um eine gewisse Grundstimmung – siehe oben – von dem Buch auf den Leser zu übertragen, muss der Autor schon einiges auf dem Kasten haben, was man bei Dan Vyleta auch zusätzlich am Schreibstil gemerkt hat. Er hat nicht nur spannend erzählt und eine bewundernswerte Stimmung übertragen; er kann auch mit Wörtern umgehen, sehr detailreich schreiben und den Leser mühelos in ein anderes Land und auch in ein anderes Jahrhundert transportieren.

Fazit
Auch wenn "Smoke" mich zwischendurch wegen der Längen nicht hundertprozentig überzeugen konnte, ist es doch ein sehr gelungenes und einmaliges Werk: nicht nur im Bezug auf das Setting oder das Gefühl, das beim Lesen übertragen wird, sondern auch aufgrund der Plotidee und der sehr empfehlenswerten Umsetzung.

Atmosphärisch dicht und gut umgesetzt

Von: Cori Leseratten-Buchgefluester Datum : 12.04.2017

leseratten-buchgefluester.blogspot.de

Stell dir eine Welt vor, in der jede Sünde sichtbar sein wird... Im London Ende des 19. Jahrhunderts ist es der Rauch, der aus jeder Pore deines Körpers dringt und jeden deine Spänen verrät. Egal ob kleine Lüge, Unaufrichtigkeit oder gar das richtig Böse und Mord. Je stärker das Vergehen, desto stärker der Rauch.
Thomas und Charlie gehen zusammen auf eine private Jungenschule, sie sind beste Freunde, die eines Tages versuchen hinter ein großes Geheimnis z kommen, dass hinter all dem Rauch steht.... Dabei geraten sie in grosse Gefahr, aber verändern sich auch selber...

Ein wahnsinnig interessante Idee, die der Auto hier aufgreift.
Das Setting im London des 19. Jahrhunderts ist passend. Die Straßen sind voll vom mysteriösen Rauch, die Menschen alle in irgendeiner weise Sünder.
Nur wer rein ist raucht nicht, Kinder werden schon früh darauf gedrillt und geschult.
Es ist eine mysteriöse, leicht beklemmende, aber zugleich faszinierende Atmosphäre. Die Idee hat mir sehr gut gefallen, auch die Umsetzung ist gelungen.
Man stelle sich vor, in solch einer Welt zu leben,... Beim lesen der Seite ist man regelrecht drin, man meint fast den Rauch zu spüren.

Die Geschichte ist spannend, hat an einigen kleinen stellen vielleicht vereinzelte Längen, die aber schnell wieder durch die Atmosphöre wett gemacht werden.
Der Erzählstil ist dadurch auch etwas langsamer und tiefgründiger, zieht einen dadurch aber auch ins Geschehen hinein. Man fühlt sich bei der Schreibweise sogar ins 19. Jahrhundert zurückversetzt, ohne dabei altbacken zu wirken.

Die Charaktere sind sympathisch, man kann sich in sie hineinführen. Mal wird aus verschiedenen Perspektiven von Personen geschrieben, dann ändert auch mal die Perspektive vom Er/Sie- zum Ich-Erzähler. Sehr interessante Herangehensweise, die zur Geschichte passt.
Die Geschichte hat im Großen und ganzen meine Erwartungen erfüllt. Vorallem hinsichtlich des Rauchs und seiner Atmosphäre und Auswirkung auf die gesamte Geschichte. Das ist was ich mir erhofft hatte.
Der Verlauf der Geschichte war interessant und spannend, an einigen Stellen nicht das was ich erwartet hatte, was zum Teil positiv aber auch negativ war... vorallem hinsichtlich des Endes, was mir für die Charaktere irgendwie inkonsequent vorkam und mich verwunderte, dass der Autor die Geschichte hat so enden lassen... Daher auch mein Punktabzug, ich habe einfach nur an dieser Stelle etwas anderes erwartet und bin mit dem Ende nicht ganz zufrieden gewesen.

Ein atmosphärisch dichter Roman, spannend und mysteriös und etwas ganz Neues. Er hat vielleicht ein paar kleine Schwächen, aber ist sehr zu empfehlen, darüber hinaus bin ich auf die nächsten Werke des Autors gespannt, die hoffentlich noch folgen werden. Ein Autor und Buch, das man sich definitiv merkt.