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Leserstimmen (78)

Dan Vyleta: Smoke

Smoke Blick ins Buch

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€ 17,50 [A] | CHF 22,90*
(* empf. VK-Preis)

Paperback, Klappenbroschur ISBN: 978-3-570-58568-9

Erschienen: 13.03.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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"Smoke" soll nicht das Herz zum flattern bringen, sondern den Geist - und das hat Dan Vyleta allemal geschafft.

Von: Soleil Datum : 26.06.2017

verlorene-werke.blogspot.de/

Dan Vyleta hat einen von diesen besonderen Page Turnern geschrieben, die zwar auch manchmal ihre Längen haben, insgesamt aber so stark überzeugen können, dass es am Ende schlicht keine Rolle mehr spielt. Er hat allerdings auch keinen sehr einfachen Roman geschrieben, hier wird der Leser mannigfaltig gefordert und sollte sich das vor dem Lesen auch klarmachen.
Natürlich geht es nicht um Rauch, auch wenn dieser von der ersten Seite an die Geschichte durchdringt. Der Rauch ist nur Mittel zum Zweck für diese Erzählung und nichtsdestotrotz ihr Mittelpunkt. Es geht hier nicht um Zeigefinger, um etwas, das "hinter einer Maske" liegt oder Dergleichen. Hier geht es tief und doch wieder nicht - es schadet nicht, eine gewisse Reife für das Buch mitzubringen.
Es ist nicht leicht zu beschreiben, was genau geschieht, denn hinter allem steckt mehr, als es zunächst den Anschein hat. Dabei ist das keine bloße "Reise ins Selbst" der Figuren, die ihre Geschichte gern einmal in der Ich-Form erzählen. Am Ende haben nicht alle gefunden, was sie gesucht haben, sind aber defintiv nicht mehr die gleichen. Thomas und Charlie gehören zwar beide der Oberschicht an, starten ihr eigenes leben jedoch bereits sehr unterschiedlich, was nicht zuletzt an ihrer Familiengeschichte liegt. Besonders Thomas, generell ein leidenschaftlicher Charakter, hadert mit der seinen, denn immer steht die Tat seines Vaters neben ihm und er weiß nicht, ob es seine eigenen Sünden sind, die ihn rußen lassen. Charlie dagegen ist von Natur aus eher ruhig und bedacht, eine gelungene Kombination der beiden Figuren, die zurecht gute Freunde werden. Jene, die besonders engelsgleich leben und daher nicht rauchen, kommen nicht umhin sich zu fragen, was genau ihr Leben zu einem solchen macht. Andere denken weiter, vielleicht ist der Rauch gar nichts Schlechtes und wird nur künstlich dazu stilisiert - aber wenn es etwas ist, das eben alle tun, ob sie wollen oder nicht, was unterscheidet uns dann noch?
In "Smoke" geht es also auch sehr philosophisch zu und es verstecken sich mannigfaltig Metaphern zwischen den einzelnen Sätzen. Wer nicht gelernt hat, zwischen den Zeilen zu lesen, ist hoffnungslos verloren bei einem solchen Werk. Obwohl sich unbestreitbar auch ein paar Längen im Lesefluss ergeben, arbeitet der Autor strikt auf das Ziel, die große Auflösung am Ende hin. Im letzten Drittel zieht er dabei so stark an, dass es fast unmöglich ist, das Buch zur Seite zu legen.
Neben den beiden Jungen gibt es natürlich auch eine weibliche Hauptrolle, die gleichaltrige Livia und einen Bösewicht, ihren Mitschüler Julius. Zusammen ergeben alle ein rundes Bild, welches sich erst nach zahlreichen Seiten zusammenfügt. Dabei reagieren sie aber meist mehr, als dass sie agieren, was jedoch vermutlich vom Autor gewollt wurde. "Smoke" soll nicht das Herz zum flattern bringen, sondern den Geist - und das hat Dan Vyleta allemal geschafft.

Smoke - Jede Sünde ist in Rauch getaucht ...

Von: Bücherhexen - Hexe Anja Datum : 25.06.2017

https://buecherhexenwelt.blogspot.de

Cover
Ich bin ehrlich. Ich habe Smoke alleine wegen des Covers lesen wollen. Es ist düster, geheimnisvoll und irgendwie packend. Als ich das Cover gesehen habe, wusste ich irgendwie sofort dass das Buch spannend sein muss. Und ich hatte recht.

Schreibstil
Dans Schreibstil ist ... anders. Ich will nicht schlecht sagen, weil es das nicht ist. Der Stil ist interessant, aber auf andere Weise. Ich habe länger für das Buch gebraucht, als geplant, weil es anspruchsvoller geschrieben ist, als zuerst vermutet. Es ist aus mehreren Sichten geschrieben, sowohl aus der Erzählersicht, als auch der Ich-Perspektive. Dadurch hat man viel mehr von der Hintergrundhandlung erfahren, ein wenig störend war es dennoch. Nicht immer, konnte man sich sofort in die jeweilige Person hineinversetzen. Trotzdem war es ein Erlebnis dieses Buch zu lesen und es wird einen Ehrenplatz in meinem Regal haben.

Charaktere
Viel kann ich zu den Charakteren nicht sagen. Es waren viele, im Vordergrund jedoch standen natürlich Thomas, Charlie und Livia. Am liebsten mochte ich Thomas, mit seiner wilden, unberechenbaren Art. Aus anderer Sicht war Charlie ebenfalls interessant, er war mir am Anfang jedoch zu brav. Bei Livia war es sogar noch schwerer. Am Anfang mochte ich sie überhaupt nicht und auch jetzt habe ich eher gemischte Gefühle wenn es um sie geht.

Inhalt
Der Inhalt.
Das ist wirklich schwierig zu beschreiben. Neben dem ungewöhnlichen Schreibstil war auch der Inhalt sehr anspruchsvoll. Man hat sofort bemerkt, dass Dan Vyleta sich wirklich viel Mühe mit allem gemacht hat. Die liebe zum Detail und all die Charaktere die auf ihre Weise eine Rolle gespielt haben. Manchmal war ich ein wenig verwirrt und musste den Absatz nochmal lesen, doch es war trotzdem interessant, die Entwicklung der Geschichte zu lesen. Und auch zu lesen, was es mit dem Rauch und ihren Ursprung zu erfahren.
Denn neben dem Cover hat mich auch die Idee hinter dem "Rauch und den Sünden" fasziniert und ich wollte wissen, wie das Buch sich entwickelt. Und auch wenn es nicht zu 100% meins ist ... ist es dennoch richtig gut geworden.

Fazit
Mein Fazi zu diesem Buch?
Ich kann es euch empfehlen. Es ist anspruchsvoll geschrieben und vielleicht auch ein wenig schwer sich dadurch zu kämpfen, aber hinter den komplizierten Sätzen und den detaillierten Abschnitten steckt eine unglaubliche Geschichte. Und diese Geschichte verdient 4 Fledermäuse!

Im Rauch der Gedanken

Von: frischgelesen.de Datum : 21.06.2017

frischgelesen.de

„Stell dir vor, deine dunklen Gedanken könnten sichtbar werden…“

Denn genau darum geht es im Roman „Smoke“ von Dan Vyleta. Am Ende des 19. Jahrhunderts wird England vom Rauch beherrscht. Alle Sünden, Lügen, jede Form von dunklen Gedanken und sämtliche Gewalt schlägt sich in Rauch nieder. Selbst die bösen Träume der Menschen werden dadurch sichtbar. Nichts entgeht dem Rauch.

Die Idee des Autors Dan Vyleta die englische Gesellschaft in düsteren Rauch zu hüllen, fand ich sehr spannend. Beim anfänglichen Lesen hatte ich dann etwas Schwierigkeiten in die Geschichte einzusteigen, denn „Smoke“ von Dan Vyleta ist nicht einfach nur ein Fantasy Roman. Es ist keine leichte Kost, man muss sich darauf einlassen. Es ist eine politische Geschichte, die sich mit der immer wiederkehrenden Frage nach Gut und Böse beschäftigt.

Die Vergangenheit könnte hier ebenso gut unsere Gegenwart sein, oder unsere Zukunft – „Smoke“ von Dan Vyleta

Der Autor Dan Vyleta ist Sohn tschechischer Einwanderer und wurde 1974 in Gelsenkirchen geboren. Er studierte Geschichte in Österreich und England, promovierte am King’s College in Cambridge und hat bereits einige Bücher veröffentlicht. Er sagt in seiner Danksagung, die Idee zu „Smoke“ kam ihm durch ein Zitat von Charles Dickens, dass ihr auch am Anfang des Buches findet. Dan Vyleta ist der Meinung, dass die Geschichte eher zu ihm gekommen ist, als umgekehrt.

Vielleicht ist dies auch der Grund, warum am Ende doch einige Fragen offen bleiben.

Die jungen Adligen eines Elite Internats in Oxford wollen nach einem Ausflug in das vom Rauch beherrschte London, den Dingen auf den Grund gehen. Charlie und Thomas wollen die Ursprünge des Rauches finden und verstricken sich dabei immer mehr in gefährliche Machenschaften der oberen Gesellschaft.
Herrschaft und Macht sind der Antrieb für eine Reihe von unerklärlichen Dingen in „Smoke“ von Dan Vyleta. Durch die beeindruckende Schreibweise des Autors, entstehen beim Leser sehr deutlich die düsteren Bilder der Handlung.

„Smoke“ von Dan Vyleta – Ein gefährlicher Kampf zwischen Liebe, Freundschaft und Hoffnung, der eigentlich auch in die heutige Zeit passt. Der Rauch dient hier als Metapher für die Frage nach Recht und Unrecht.

Das Buch „Smoke“ von Dan Vyleta ist bei carl’s book erscheinen und wie ihr auf den Fotos sehen könnt, ist die Cover Gestaltung schon sehr passend. Das Buch wirkt ein bisschen, als wäre es dem Rauch gerade so entkommen. Mir gefällt das sehr. Auch die Zitate, die am Anfang einiger Kapitel eingefügt sind, haben mir gefallen. Einige stammen von Dickens, aber auch Friedlich Engels kommt zum Thema Arbeiterklasse zu Wort.

Ich denke für manche Textpassagen bin ich vielleicht noch zu jung, um sie richtig zu verstehen und darum werde ich „Smoke“ vielleicht in ein paar Jahren noch einmal lesen. Wenn ihr euch reif genug fühlt und die düsteren Gedanken nicht scheut, dann solltet ihr „Smoke“ von Dan Vyleta lesen.

Ein Buch, das zum Nachdenken einlädt.

Von: Kamami Datum : 20.06.2017

www.kamami.de

Zum Buch:

Zuerst würde ich mich gerne bei Carls Books Bedanken, da sie mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Das Cover war es, dass mich auf diese Buch aufmerksam gemacht hat. Ich bin mit London schnell zu begeistern. Der Klappentext war dazu auch noch sehr interessant und ich habe mein Glück versucht und lieberweise auch das Exemplar bekommen.

Im Buch selbst geht es um Thomas und Charlie, zwei Schüler, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Charlie ein sanft und geduldig ist, scheint Thomas Zukunft als Mörder sicher. Immerhin war sein Vater ein Mörder und die Sünde wird weitervererbt. Sein Rauch ist schwer unter Kontrolle zu bekommen. Ein Schulausflug in London ändert alles. Sie werden nicht nur Zeuge, wie der Rauch die Menschen in der Stadt verändert, sondern auch von einer Hinrichtung. Von der Ansteckungsgefahr, die vom Rauch ausgeht und von dem Unmöglichen.

Gerade diese klare Abgrenzung zwischen den Beiden, der eine als Gute der andere regelrecht als Böser zeigt sehr schön das Schubladendenken einer derartigen Welt.

Im Laufe des Buches erfahren sie einiges über den Rauch und auch über sich selbst. Verbündete werden zu Feinden. Feinde zu Vertrauten und über allem liegt die Kritik an der Politik dieser Zeit, die der in unseren gar nicht so unähnlich ist.

Zum Schluss müssen unsere jungen Protagonisten sich entscheiden. Stimmen sie für eine ungewisse Revolution oder sorgen sie dafür, dass alles bleibt wie es war?

So, mehr kann ich euch leider nicht verraten, aber mal unter uns. Das Buch lohnt sich durchaus.

Fazit:

Sprachmächtig. So wird das Buch beschrieben und ich würde das unterschreiben. Leichte Kost ist anders, denn man merkt, dass der Autor so viel mehr ausdrücken möchte, als die Geschichte im ersten Moment zeigt. Er hat die Atmosphäre in London gut eingefangen, die niederen Klassen, die von den Adeligen regelrecht im Dreck gehalten werden. Die verzweifelte Angst der Jugendlichen vor dem Rauch. Der Wahnsinn der nicht  nur durch den Rauch, sondern auch aus der Angst vor ihm entsteht. Wie weit der Mensch zu gehen bereit ist um als Rein und Unschuldig zu gelten. Mehr als viele andere Bücher regt es zum Nachdenken an, ist aber kein Buch um es zwischendurch einfach „wegzulesen“.

Ich bin froh, dass es seinen Weg zu mir gefunden hat und kann es mit gutem Gewissen weiter empfehlen, für alle, die eben nicht nur oberflächliche Unterhaltung suchen.

Spannende Idee, leider viele Längen

Von: Jashrin Datum : 14.06.2017

nichtohnebuch.blogspot.de/

Charlie und Thomas besuchen im ausgehenden 19. Jahrhundert ein Elite-Internat in England. Hier sollen sie lernen rauchfrei durchs Leben zu gehen, denn durch jede Lüge, jede Verfehlung entweicht dem Körper für alle gut sichtbar Rauch: mal kaum wahrnehmbar, mal unübersehbar, aber immer da. Nur die Oberschicht scheint es geschafft zu haben ein völlig rauchfreies und damit offenbar sündenloses Leben zu führen.

Eher zufällig stoßen Charlie und Thomas darauf, dass die Gesetze und Regeln des Rauchs augenscheinlich doch nicht für alle gelten. Ein großes Netz aus Lügen, Intrigen und Macht zeichnet sich ab und mittendrin stehen die beiden Jungen, die schon bald um ihr Leben fürchten müssen.

Während ich die Beschreibung des Buches noch sehr spannend fand und nach wie vor die Grundidee mag, so hatte ich doch meine Schwierigkeiten mit dem Buch. Dies lag zum einen daran, dass das Buch
im Präsens geschrieben ist und ich immer eine Weile brauche, bis ich mich daran gewöhnt habe. Gut, bei über 600 Seiten ist der Punkt irgendwann erreicht, dennoch liegt es mir einfach nicht so gut. Darüber hinaus gab es für mich viele Längen. Der Autor bedient sich vieler Metaphern, führt Sachverhalte bis ins kleinste i-Tüpfelchen aus und immer wieder gibt es ausführliche Überlegungen zum Verhalten der Menschen im Allgemeinen und Besonderen. Dabei werden natürlich vor allem Werte wie Gut und Böse hinterfragt und welche Auswirkungen diese haben.

Des Weiteren gab es eine Fülle von Charakteren und Namen, die nicht immer ganz so leicht auseinanderzuhalten waren, auch wenn ich eigentlich mit vielen Namen keinerlei Schwierigkeiten habe. Passend zu den Charakteren wechselte auch immer mal die Perspektive, wobei nicht nur die Person wechselte, der Autor springt auch zwischen der dritten Person und der Ich-Perspektive hin und her.

Die Charaktere an sich sind unterschiedlich stark ausgearbeitet, aber besonders die Hauptfiguren Thomas, Charlie und auch Livia waren sehr vielschichtig und mit großer Sorgfalt entwickelt. Doch ebenso wie der Rauch waren sie dennoch nicht wirklich greifbar für mich, geschweige denn, dass ich mich in jemanden hätte hineinversetzen können.

All das führte dazu, dass ich sehr langsam vorankam und trotz der teils durchaus spannenden Fragen und Entwicklungen keine Probleme hatte, das Buch aus der Hand zu legen.

Sehr gelungen hingegen finde ich die Atmosphäre, die der Autor in seinem Buch erzeugt. Düster, ein wenig bedrohlich und voll starker Emotionen. Diese geheimnisvolle Atmosphäre hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich doch immer wieder weitergelesen habe.

Mein Fazit: „Smoke“ ist ein Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte. Es spürt der Frage nach Gut und Böse nach und regt zum Nachdenken an. Leider ist es stellenweise sehr langatmig und den Überblick zu behalten fällt nicht immer leicht. Wen das Buch vom Klappentext her ebenso reizt wie mich, der sollte im Blick behalten, dass es weniger um Fantasy geht, als vielmehr um Gesellschaftskritik und existenzielle Fragen. Wen das nicht schreckt, der sollte mal genauer in das Buch reinblättern, denn trotz meiner vielen Kritik finde ich das Buch dennoch lesenswert.

Tolle Idee - mäßige Umsetzung

Von: BuboBubo Datum : 13.06.2017

bubobuboslesewelt.blogspot.de/

In einem Eliteinternat wachsen Thomas und Charlie Ende des 19. Jahrhunderts in der Nähe von London auf. Dort sollen sie und weitere gut betuchte Jungen lernen, ihre Gefühle und somit dem Rauch zu kontrollieren. Der Rauch offenbart schlechte Gedanken und Sünden und strömt für alle sichtbar aus dem Körper. Im Internat sollen sie lernen besser zu sein als der Rest der Menschen, die gar nicht mehr aufhören können zu rauchen.
Per Zufall entdecken die beiden Freunde, dass es Menschen gibt die keinen Rauch verströmen und wollen dem Mysterium auf den Grund gehen….

Das Cover ist mir direkt ins Auge gesprungen und hat mich neugierig gemacht. Es passt perfekt zu der Thematik und des düsteren viktorianischen Zeitalters. Eine Zeit, der ich als Schauplatz literarisch verfallen bin. Die Geschichte um den Rauch und die Frage was dahinter steckt hat mich gereizt und ich habe zu diesem Buch gegriffen.
Die Handlung plätschert vor sich hin und es ist leider nie wirklich Spannung aufgekommen. Die Ortswechsel kamen mir nicht wie in einer zusammenhängenden sich flüssig lesenden Geschichte vor, sondern wie einzelne Etappen, die der Geschichte Struktur verleiht.
Durch die häufigen Perspektivwechsel habe ich oft nicht gewusst aus wessen Sicht ich lese, da die Überschriften nicht immer eindeutig gezeigt haben, aus welcher Sicht die Geschichte geschildert wird. Ich hätte mir einheitliche Überschiften gewünscht oder hätte die Kapitel unbenannt bevorzugt und nur den Namen des jeweilig erzählenden Charakters gewünscht.
Die beiden Hauptcharaktere Charlie und Thomas sind mir zu Beginn der Geschichte leider etwas zu blass vorgekommen und ich konnte sie nicht eindeutig unterscheiden. Im Laufe der Handlung hat sich dies allerdings gebessert.
Das Tempo der Geschichte war in Ordnung, leider hat das letzte Drittel mich nicht überzeugen können, da es doch sehr schnell zu einem Ende kam und einfach zu viel auf einmal passiert ist, so dass ich einzelne Abschnitte zweimal lesen musste um der Handlung vollständig folgen zu können.
Die Frage, woher der Rauch kommt und was der Autor mir mitteilen möchte blieb für mich offen.
Die Grundidee war gut. Leider hat die Umsetzung mich nicht überzeugen können. 600 Seiten hätten mehr Potential gehabt um eine solche Idee umzusetzen. Dies ist dem Autor meiner Meinung nach nur mäßig gelungen.

Geniale Idee und großes Potenzial, das leider ungenutzt bleibt

Von: Sabrina (sweetlybutton) Datum : 07.06.2017

https://sweetlybutton.wordpress.com/

Beim Durchstöbern des Bloggerportals hat mich vor allem erstmal das Cover von Smoke angesprochen. Alles, das so deutlich mit London verbunden ist, erweckt meine Neugierde und dazu kamen noch die Farben, die Big Ben etwas Mystisches verleihen. Die Zusammenfassung klang neu und originell. Nicht ganz Fantasy, aber mit dem Rauch ein eindeutig mystisches Element, das das Potenzial zu einer starken Metapher hat.

Die ersten Kapitel habe ich schnell in mich aufgesogen. Dan Vyleta hat einen sehr plastischen und lebendigen Schreibstil, den ich auf Anhieb mochte. Die Kapitel wechseln zwischen Er-Perspektive und Ich-Perspektive verschiedenster Charaktere. Auch Randfiguren, die mir als Leser sonst niemals im Gedächtnis geblieben wären, kommen so zu Wort und erweitern die Handlung um neue Ansichten und verleihen damit sonst bedeutungslosen Szenen eine neue Dimension. Ein wenig schade ist dabei nur, dass die verschiedenen Ich-Erzähler keine ganz eigene Stimme, keinen eigenen Erzählstil haben, sondern sich alles gleich liest. Dennoch wurde mir durch diese Episoden in der Ich-Perspektive das Gefühl vermittelt, in den Charakter dieser oder jener Person einen besseren Einblick bekommen zu haben. Außerdem liefert jede Figur ein neues Puzzleteil, um das Rätsel um den Rauch zu lösen. Als Leser war ich so den Protagonisten immer einen Schritt voraus – eine perfekte Illusion von Wissensvorsprung, denn eigentlich war ich keinen Schritt näher daran, das Gesamtbild zu verstehen.

Dies hielt ich zunächst für einen genialen Schachzug, die Spannung des Lesers aufrechtzuerhalten. Nach und nach beschlich mich jedoch das Gefühl, dass es überhaupt kein Gesamtbild zu offenbaren gibt. Es gehört wohl zum Witz und zur Kernaussage des Romans, dass der Rauch, auf dem sämtliche Gesetze und gesellschaftlichen Normen beruhen, eigentlich von niemandem richtig verstanden wird. So weit so gut. Doch leider hatte ich immer mehr das Gefühl, dass Vyleta selbst nicht so ganz wusste, was für eine Welt er sich da ausgedacht hat. Die Offenbarung entscheidender Aspekte des Rauchs bleiben ohne Folgen: so zum Beispiel die Erkenntnis, dass es den Rauch nicht schon immer gab, Bibeln etc. jedoch umgeschrieben wurden, um genau dies zu suggerieren. Vieles, was die von Vyleta entworfene Gesellschaft ausmacht, steht in keinem Zusammenhang zu den Gesetzen des Rauchs und macht daher überhaupt keinen Sinn. Beispielsweise gibt es keinerlei Erklärung dafür, warum die englische Regierung alles Moderne ablehnt und daher unter anderem Elektrizität verbietet.

Ebenso wenig nachvollziehbar waren für mich die Hauptfiguren. Zunächst gefiel mir, wie die Protagonisten Thomas und Charlie angelegt sind. Vor allem Thomas, mit seiner Hintergrundgeschichte und seinen eigenen Ängsten, hätte das Zeug zu einem komplexen und interessanten Charakter. Doch durch die ständig wechselnde Perspektive liegt der Fokus insgesamt vielleicht zu selten auf den Protagonisten, um ihnen die nötige Tiefe durch den gesamten Roman hinweg zu verleihen. Ihre Entwicklung geht in dem ganzen Chaos teilweise etwas unter und wirkte auf mich daher an manchen Stellen etwas abrupt und war nur schwer nachvollziehbar. Vor allem jedoch die Entwicklung ihres Mitschülers und Widersachers Julius nimmt sehr groteske Züge an, die bereits an Übertreibung grenzen. Als wirklich störend während des Lesens habe ich jedoch die unnötigen amourösen Verwicklungen empfunden. Während ich mich sonst immer freue, wenn eine schöne Liebesgeschichte eingeflochten wird, wirkte sie hier einfach nur erzwungen. Zu keinem Zeitpunkt setzen sich die Figuren wirklich mit ihren Gefühlen auseinander, weshalb ich ihren Beziehungen zueinander am Ende nur noch skeptisch gegenüber stand.

Meine Empfehlung:
Die Idee hinter Smoke ist genial und hätte großes Potenzial gehabt, das leider jedoch zum größten Teil ungenutzt bleibt. Überzeugen konnte mich dennoch der Erzählstil, besonders die plastische Sprache und die wechselnde Perspektive. Mir persönlich haben eine aussagekräftige Moral der Handlung und die Logik auf der Metaebene gefehlt. Doch wer einfach nur spannende Unterhaltung mit dem mystischen Element des Rauchs erwartet, könnte an Smoke durchaus seine Freude haben. Aber auch für mich war Smoke keine reine Zeitverschwendung. Als jemand, der sich beim Lesen nicht nur für das Lesevergnügen an sich interessiert, sondern immer auch dafür, wie erzählt wird, welche Idee hinter einem Roman steckt und welche Stoffe verarbeitet werden, habe ich von Dan Vyleta im Negativen, aber auch im Positiven, ein paar Dinge gelernt.

Tolles Fantasybuch, welches zum Nachdenken anregt

Von: Myrcella Datum : 07.06.2017

kaiserinvivien.blogspot.de/

Meine persönliche Meinung


Das Cover:
Die Buchgestaltung ist sehr passend und macht schon anhand des geheimnisvollen Covers auf die Handlung sehr neugierig. Der Rauch der sich durch das Cover zieht wirkt mysteriös und etwas schauerlich, was zu der Thematik des Buches sehr gut gewählt ist.


Die Handlung:
Man befindet sich als Leser im viktorianischen London und erlebt die beiden Jungen Charlie und Thomas in ihrem Internatsleben. Beide bemühen sich, so wenig düstere Gedanken wie nur möglich zu haben und damit wenig Rauch zu produzieren.
Mit dem durchaus sehr spannenden Setting stellte ich mir gleichzeitig die Frage, wie es überhaupt dazu kam, dass Menschen Rauch produzieren, sobald sie einen düsteren Gedanken haben. In der heutigen Zeit, die geprägt ist durch Neid und Egoismus wäre das nahezu unvorstellbar und schrecklich. Leider wird der Leser bis zum Ende hin im Dunkeln gelassen und die Frage wird unbeantwortet bleiben, was für mich persönlich schon eine große Enttäuschung war.

Die Kulisse des düsteren Londons zur viktorianischen Zeit wurde hier von dem bisher mir noch unbekannten Autor sehr authentisch und bilderreich beschrieben. Da ich für diese Zeitepoche sowieso ein großes Faible hege, trat ich dem Buch zunächst auch sehr kritisch entgegen, wurde jedoch durch den tollen Schreibstil und die spannende Handlung vollauf überzeugt.

Manchmal wirkt die Handlung etwas verwirrend, jedoch denke ich, dass dies vom Autor gewollt ist. Man soll sich als Leser schon seine Gedanken machen und die Thematik auf unsere heutige Zeit projizieren. Daher hatte das Buch auch einen ganz speziellen Nachklang bei mir, als ich es beendete.

Die Charaktere sind allesamt recht unterschiedlich, wirken jedoch alle auf ihre Art sehr realistisch und auch sympathisch. Das Buch an sich ist nicht so leicht zu verdauen und regte im Nachhinein zum Nachdenken an. Ich fühlte mich während des Lesens bestens unterhalten und es wurde zu keiner Zeit langweilig.

Da meine Hauptfrage wie schon erwähnt leider unbeantwortet blieb, war das Ende des Buches für mich leider nicht ganz so zufrieden stellend und es blieb ein großes Fragezeichen zurück.

Mein Fazit:
Das Buch bot mir ein großes Potential an Unterhaltung und war für mich definitiv mal etwas Neues im Genre „Fantasy“. Das Ideenreichtum des Autors hat mich hier angenehm überrascht, so dass ich hierfür und für den tollen Schreibstil 4 von 5 möglichen Büchersternchen vergebe.

Viel Rauch um nichts - leider enttäuschend

Von: gefluesterfeuer Datum : 06.06.2017

gefluesterfeuer.blogspot.de/

Allgemeines:
Titel: Smoke
Autor: Dan Vyleta
Verlag: carl's books
ISBN: 978-3-570-58568-9
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 611
Preis: 16,99€ (broschiert)

Inhalt:
England, 19. Jahrhundert. Eine Welt, in der Lügen, schlechte und unangemessene Gedanken, jede Sünde durch aufsteigenden Rauch aus den Poren der Menschen sichtbar wird. Die Gesellschaft ist klar gegliedert: während die Oberschicht ein weitesgehend rauchfreies Leben führt, ist die Unterschicht schwarz vor Ruß. Thomas und Charlie, Schüler eines Eliteinternates, welches die Schüler auf ein rauchfreies Leben vorbereitet, sind skeptisch. Auf einem Schulausflug nach London geraten sie in einen verzwickten, geheimnisvollen Komplott, dessen Ausmaß ihnen noch nicht ganz klar ist. Nun stellt sich ihnen die Frage: Woher kommt der Rauch wirklich?

Meine Meinung:
Diese Rezension zu schreiben, fällt mir ziemlich schwer. Das Buch wartete nicht nur mit einer Dicke von 600 Seiten auf mich, sondern mit einem ebenso langatmigen Schreibstil und Verlauf.
Ich hatte mit einem Fantasy-Roman gerechnet, aber das Buch wurde dem nicht ganz gerecht. Der mysteriöse Rauch war das einzige "Fantasy"-Element, ansonsten war das Buch meiner Meinung nach eher ein gesellschaftskritischer Roman, worin die Metapher im besagten Rauch liegt.
Demzufolge wird auf vielen Seiten die politische Lage beschrieben, gemischt mit Brutalität, Verschwörungen und Freundschaft.
Grundsätzlich gefällt mir die Idee des Buches sehr gut. Jede deiner Sünden sollte als Ruß an deiner Kleidung und deinem Körper hängen bleiben? Das klang sehr spannend und natürlich wollte ich unbedingt wissen, was es damit auf sich hat.
Der Anfang war ganz interessant. Wir befanden uns in einem Eliteinternat, abwechselnd aus der Sicht von Charlie und Thomas, zwei Schülern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Es wurde beschrieben, mit welcher Brutalität der Rauch teilweise bezwungen wurde und welche fatalen Ausmaße es hatte, wenn man rauchte. Die ersten 200/300 Seiten waren ganz interessant und es passierten auch einige verwunderliche Dinge. Doch der Höhepunkt, auf den man wartete, blieb aus.
Das Buch begann mich immer mehr zu langweilen.
Vielleicht lag es auch daran, dass die Protagonisten, Charlie, Thomas und Livia, noch ziemlich jung waren und die ganzen Geschehnisse selbst noch gar nicht richtig greifen und verstehen konnten. Das hat sich schon in irgendeiner Form auf den Leser übertragen: Stellenweise hab ich überhaupt nicht mehr durchgesehen.
Der Schreibstil war, wie ich finde, ziemlich anstrengend: sehr langatmig, lange und mitunter verschachtelte Sätze, (zu) detailreich und ausschweifend. Viele Sätze musste ich mehrfach lesen, um alles zu erfassen, was in ihm ausgesagt wurde.
Somit plätscherte die zweite Hälfte des Buches förmlich so vor sich hin und man wartete regelrecht darauf, was denn nun am Ende passiert. Aber auch da wurde ich enttäuscht; auch das Ende konnte mich so gar nicht aus den Socken hauen. Schade.

Alles in allem hatte ich mir von dem Buch mehr erhofft. Der Anfang war nicht schlecht, doch die Spannung baute immer weiter ab. Ich hatte leider keinen Spaß an dem Buch und musste mich ab ungefähr der Hälfte regelrecht zwingen, weiterzulesen. Schade, denn die Idee an sich hat echt Potenzial, doch dieses kam hier leider nicht zum Zug.

Interessante Idee, die mich aber leider nicht fesseln konnte

Von: ZeilenMalerei Datum : 03.06.2017

www.zeilenmalerei.de

Cover:
Nicht nur weil ich London liebe, fiel mir dieses Cover in den Blick. Es wirkt düster und geheimnisvoll und das verspricht auch der Klappentext. Nebulöse Geschehnisse und Geheimnisse, die der Rauch verdecken soll und die hoffentlich mit einer spannende Geschichte einhergehen werden. Ich bin gespannt!

Meine Meinung:
Die Geschehnisse starten Ende des 19. Jahrhunderts und man wird direkt in das damalige Leben eines heranwachsenden Mannes geworfen. Man erhält tiefe Einblicke, wie es damals war und wie man sich als "Mann" zu verhalten hatte. Für mich als Frau aus dem 21. Jahrhundert wirkt dies zunächst natürlich etwas befremdlich. Zudem lese ich nicht oft Bücher die in der Vergangenheit spielen. Dieses hier startet, nicht nur aufgrund des Schreibstils, sehr interessant und man möchte wissen, was in der Welt von "Smoke" geschieht.

Die Idee, die Verfehlungen von Menschen mithilfe des Rauchs sichtbar werden zu lassen, fand ich sehr interessant und war gespannt darauf, was es denn genau mit dem Rauch auf sich hat. Wo kommt er her? Wer ist für ihn vielleicht verantwortlich? Denn schnell kommen einem Theorien in den Kopf, wer einen Vorteil von dieser Art und Weise mit Menschen umzugehen hat.

Trotzdem, oder vielleicht auch wegen der Zeit, in der das Buch spielt und aufgrund des angepassten Schreibstils, wurde die Geschichte für mich ungefähr ab der Hälfte sehr langatmig und konnte mich nicht mehr so fesseln, dass ich es zu Ende lesen konnte.

Fazit:
Eine tolle Idee, ein schöner Schreibstil und doch konnte es mich nicht fesseln. Vielleicht gebe ich ihm später noch einmal eine Chance.

Alles Schall und Rauch ...

Von: Diane Jordan Datum : 31.05.2017

https://booksofloveblog.wordpress.com/

.... und irgendwie auch nicht.... Worte, Antiraucher-Kampagnen, Illusionen und Manipulation des Einzelnen. Ihr wisst nicht wovon ich rede? Meine neue Lektüre „Smoke“ von Dan Vyleta. Nach den ersten Kapiteln raucht mir schon der Schädel von der ungewohnten Lesekost. Der ungetrübte sonstige Lesespass und -fluss will sich nicht wirklich einstellen. Das Buch erinnert mich ein wenig an meine erste Zigarette zu Jugendzeiten. Ich musste damals fürchterlich husten, der Qualm brannte in den Augen und in der Lunge und speiübel war mir danach auch. Tja und nun hat mir das Buch ein wenig das Gehirn vernebelt. Und ich versuche, das Gelesene zu verdauen. Das Cover empfinde ich als sehr ansprechend, ähnlich wie den Klappentext. Da hätte man etwas draus „zaubern“ können, da bin ich mir sicher. Trotzdem hat mich das Buch nicht überzeugt. Die Protagonisten farblos, wie ich nach meiner „ersten Fluppe“, der Plot langatmig. Ebenso fehlte mir ein Spannungsbogen und der logische Aufbau der Handlung. Jetzt könnte ich, wie früher das HB-Männchen, „vor Wut in die Luft gehen“, denn ich bin anderes gewohnt. Und habe viel mehr erwartet, als ein Häufchen Asche und falsche Tugendwächter. Das stinkt zum Himmel, wie das England zu Zeiten der Industrialisierung. Zur Beruhigung suche ich mir jetzt eine „rauchfreie“ Zone und genieße einen eiskalten Eiskaffee. Vielleicht habt ihr mehr Spass an „Smoke“.


Inhalt:
Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre? Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan ...


Smoke ist ein sprachmächtiger, überbordend einfallsreicher Roman und zugleich eine kluge Parabel, die facettenreich die existenziellen Fragen nach Macht und Moral, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse beleuchtet.

Autor:
Dan Vyleta wurde 1974 als Sohn tschechischer Einwanderer in Gelsenkirchen geboren. Nach dem Abitur studierte er in England und Wien Geschichte und promovierte am King’s College in Cambridge. Für seine Romane hat er bereits mehrere Literaturpreise erhalten. Smoke begeisterte in den USA und in Großbritannien Kritiker und Leser gleichermaßen und erscheint demnächst in 15 Ländern. Nach vielen Jahren in Kanada lebt Dan Vyleta zur Zeit wieder in England.


Fazit: 3 Sterne*** denn die geschriebenen Worte sind in diesem broschierten Taschenbuch wie „Schall und Rauch“ und haben mich leider nicht richtig erreicht. Grins ;-) für diesen Gedanken hätte ich zur damaligen Zeit wahrscheinlich eine riesige Rauch-Attacke ertragen müssen, zum Glück lebe ich im „Hier und Jetzt“!
„Smoke“ ist bei carl´s books erschienen. Der Roman hat 624 Seiten und kostet 16,99 Euro.


Gute Idee, leider nicht ganz so gut umgesetzt

Von: Raffi's Library Datum : 31.05.2017

https://www.youtube.com/channel/UCWY4X49i3Ym5ldoYTLFRk1A

Am Anfang fand ich das Buch wirklich spannend. Leider ließ diese Spannung spätestens nach ca 1/3 des Buches nach. Es war sehr langatmig und man hätte viel von dem was passiert ist gar nicht für die Geschichte gebraucht. Auch der Schreibstil war sehr ausschweifend und der Autor befasste sich mit vielen unwichtigen Details. Hätte man das alles weggelassen, wäre das Buch sicher fast um die Hälfte kürzer, aber dafür besser zu lesen gewesen. Auch das Ende war für mich eher unbefriedigend - ich hätte mir etwas anderes erwartet. Die Grundidee war wirklich gut, aber die Umsetzung ließ zu wünschen übrig, bzw. man hätte viel mehr daraus machen können.
Deswegen leider nur 2,5 Sterne von mir

Düster und verworren

Von: Bianka Datum : 27.05.2017

biankasbuecherblogseite.blogspot.de/

Titel: Smoke
Autor: Dan Vyleta
Verlag: carl´s books
Seiten: 611
Preis: 16,99 [D] (Broschiert)
17,50 [A]
ISBN: 978-3-570-58568-9

Protagonisten:
Thomas ist einer der Hauptfiguren und für mich schwer einschätzbar. Er ist durch seine Vergangenheit, vor allem durch die Taten seines Vater und die darauffolgenden Vorhersagen ihn betreffend, geprägt. Diese Last trägt er das ganze Buch über mit sich herum, wird von Befürchtungen, Ängsten und Selbstzweifeln gequält und glaubt fast bis zum Ende an das "böse" Erbe, das er in sich tragen soll. Teilweise bricht diese Seite aus ihm heraus, entlädt sich in Wutausbrüchen und Gewalt.

Charlie ist im Grunde sein komplettes Gegenteil. Mit seiner ruhigen, sanften und vernünftigen Art versucht er auf Thomas einzugehen, hört ihm zu und hält zu ihm, egal was passiert. Er ist aus einer einflussreichen Familie und besucht genau wie Thomas eine Elite-Schule in Oxford. Dort werden sie getrimmt, "rein" zu sein, nicht zu rauchen, sündenfrei zu werden. Charlie raucht kaum, im Gegensatz zu Thomas, dessen unterschwellige Wut ihn öfters eine Grenze überschreiten lässt.

Livia Naylor ist die Tochter von Lady Catherine Naylor, einer angesehenen Aristokratin und mir anfangs sehr unsympathisch. Sie verhält sich Thomas und Charlie gegenüber kalt und abweisend, verbietet sich zwanghaft jede noch so winzige Sünde und scheint auch zu ihrer Mutter kein gutes Verhältnis zu haben. Im Laufe der Geschichte verändert sie sich, weil sie keine andere Wahl hat. Sie lernt dazu, entwickelt Gefühle für Charlie und verworrener Weise auch für Thomas, was zwischen den dreien aber kaum Gespräch findet.

Lady Catherine Naylor ist eine Adlige wie aus dem Bilderbuch. Zumindest was das Aussehen und ihre Art an der Oberfläche betrifft. Sie ist hochgewachsen, schön, höflich und raucht nie, doch lernt man sie besser kennen, so erkennt man, dass auch sie eine Bürde mit sich trägt. Eine Bürde, die sie befeuert, die Welt zu verändern, die Menschen zu verändern. Skrupellos und doch mit Eleganz geht sie ihrem Traum nach und lässt sich von niemanden abhalten. Ihr Charakter hat mich fasziniert und nachdenklich werden lassen, denn hauptsächlich von ihr erfährt man sehr viel über den Rauch, seine Bedeutung und sein Wirken.

Meine Meinung:
Dieses Buch zu bewerten ist keine leichte Aufgabe. Es konnte mich durchaus in seinen Bann ziehen, fesseln und ich war die gesamte Zeit über fasziniert von der Idee des Rauches als Zeichen von Sünde. Unbedingt wollte ich wissen, was es damit auf sich hat, was dahinter steckt und wie sich alles am Ende auflöst, doch andererseits war es schwierig, sich in die Geschichte einzulesen, zu verstehen, um wen und was es geht, die Vielzahl an Personen zu unterscheiden, ihnen einen Platz in der Handlung zuzuweisen und auch ihre Bedeutung zu erfassen.
Grund daran ist zum Teil Dan Vyletas Schreibstil. Er schreibt mit einer umfassenden Ausführlichkeit, dass es manchmal zu viel wird, nutzt lange Vergleiche, Metaphern und fast schon philosophische Beschreibungen. Interpretationen über Sünde, die Manifestation des Rauches und das Verhalten der Menschen gibt es zu genüge. Im Endeffekt bin ich mir nicht so sicher, alles richtig verstanden zu haben und auch der Gedanke an eine so schmutzige Welt, das Leben darin, ist für mich nicht wirklich greifbar.
Trotzdem schafft Vyleta es durch diesen Stil durchgehend eine Atmosphäre von Düsternis, Geheimnissen und unterdrückten Gefühlen zu schaffen, die mich sehr einnehmen konnte.
Dann ist da noch die Sache mit den wechselnden Perspektiven. Mal liest man die Geschichte aus der Ich-Perspektive einer Person und muss darauf achten, aus wessen Sicht erzählt wird, dann gibt es Kapitel, in denen in der dritten Person berichtet wird und manchmal hat man das Gefühl, alles zu überblicken und doch nichts zu erfahren. Wichtig ist meiner Ansicht nach, dass man sich für dieses Buch viel Zeit nehmen sollte. Manche Sätze lieber zweimal liest und die Gedanken dahinter erfasst. So kommt man besser und tiefer in die Geschichte hinein.
Ich hatte bis zum Ende des Buches keine Ahnung, worauf es hinauslaufen würde, da Informationen dem Leser nur häppchenweise dargelegt werden und der große Zusammenhang bis zum Schluss aufgehoben wurde. Doch selbst dann musste ich mich anstrengen, es zu verstehen.
Alles in allem ist das Buch kein Buch für Zwischendurch und teilweise erfordert es wirklich Kraft, weiterzulesen, doch wenn man sich auf die Geschichte und den Stil einlässt, lässt es einen nicht mehr los.

Düster, geheimnisvoll aber auch sehr verwirrend

Von: Zantalia Datum : 23.05.2017

zantalias-buechertraum.blogspot.de/

Meine Meinung:

Stell dir vor Rauch dringt aus jeder Pore deines Körpers, sogar im Mundraum kannst du ihn schmecken und das nur weil du deinem Gegenüber nicht ehrlich genug warst. Für mich persönlich eine grauenvolle Vorstellung. Überall am Körper schwarz vom Russ zu sein, den Rauch zu schmecken und zu riechen. Da schüttelt es mich regelrecht. Aber genau das war der Grund, warum ich dieses Buch lesen wollte. Ich war neugierig was Dan Vyleta sich hier einfallen hat lassen.
Zunächst war ich sehr begeistert. Die Geschichte beginnt spannend in einem Elite-Internat in dem Schüler leben, die dazu erzogen werden "rein" zu bleiben. Auch die Folgenden Ereignisse gefielen mir. Aber dann wurde es sehr verwirrend und ich blickte einfach nicht mehr durch. Auch empfand ich nach einiger Zeit den "Rauch" als sehr abstoßend, sowie die Konsequenzen, die die Kinder dadurch erhielten. Die Geschichte entwickelte sich in eine Richtung, die mir weniger gefiel.
Thomas, einer der Protagonisten aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, ist ein sehr eigener Charakter. Er ist schwer einzuschätzen. In seiner Vergangenheit hatte Thomas einiges miterleben müssen, was ihn sehr geprägt hat. Dementsprechend verhält er sich auch sehr eigen. Persönlich mochte ich Thomas nicht, er war mir einen Tick zu besonders und zu durchtrieben von Ängsten bzw. Befürchtungen.
Charlie, der zweite Protagonist aus dessen Sicht durch Wechsel der Perspektive die Geschichte erzählt wird, war mir anfangs sehr sympathisch. Es verhielt sich wie ein "normaler" Jugendlicher. Dies gefiel mir. Doch dieser Charakter entwickelte sich in eine Richtung, die mir nach einiger Zeit nicht mehr zusagte. Er entfremdete sich von seinen eigenen Charakterzügen, die er anfangs zeigte.
Der Schreibstil des Autors ist anspruchsvoll. Bei diesem Buch handelt es sich nicht um eine leichte Lektüre für zwischendurch. Wenn man dieses Werk lesen möchte, sollte man sich Zeit dafür nehmen und am besten nebenbei Notizen für sich selbst schreiben. Dadurch, dass der Schreibstil anspruchsvoller ist entsteht ein gewisser Flair, der einen in die dunkle Welt des Smokes zieht und dem Jahrhundert, in dem die Geschichte spielt, gerecht ist.
Das Cover des Buches ist schlicht gehalten, was zur damaligen Zeit sehr gut passt. Der Titel ist klar erkennbar und in einer schönen Schriftart geschrieben.

Fazit:

Das Buch beginnt düster, geheimnisvoll und durchaus sehr spannend. Die ersten Kapitel haben mir sehr gefallen, aber dann änderte sich der Verlauf der Geschichte in eine Richtung, die mir weniger zusagte. Mit den beiden Protagonisten Thomas und Charlie konnte ich wenig anfangen, wobei mir Charlie am Anfang durchaus sympathisch war. Der Schreibstil des Autors ist anspruchsvoll und passt zur Geschichte, vor allem zu dem Jahrhundert, in dem die Story spielt. Zusammen gefasst kann ich schreiben, dass ich persönlich eine etwas andere Geschichte erwartet hatte. Auch am Ende des Buches stehe ich noch vor vielen unbeantworteten Fragen, die mich zusätzlich verwirrten. Meiner Information nach soll es eine Fortsetzung der Geschichte geben, diese werde ich jedoch nicht mehr lesen.

Wenn Sünde sichtbar wird...

Von: Plimaus.buechetraume Datum : 20.05.2017

bookishdreamland.blogspot.de/

Der Plot ist zwar ein wenig schockierend, weil er dem Leser die Bosheit der Menschen vor Augen führt, ist aber gleichzeitig erfrischend anders. Mehrer Plottwist halten sowohl die Geschichte, als auch die Spannung am Leben. Der Schreibstil ist großartig. Dadurch, dass das Buch im Präsens geschrieben ist und meist auf einen allwissenden Erzähler zurückgreift, vermittelt es den Eindruck, dass man direkt neben Thomas und Charlie steht. Perspektivenwechsel erleichtern es, die Charaktere zu verstehen, auch wenn sie am Anfang ein wenig verwirrend sind.

Die `Charaktere sind sehr sympathisch, auch wenn Thomas mit seinen "Das-Mörder-sein-liegt-mir-im-Blut-Gejammer" schon ein kleines bisschen nervt. Den Rest der Zeit ist er allerdings ein stiller, etwas aufbrausender Junge, der zwar viel raucht, aber für seine Freunde durchs Feuer gehen würde.

Charlie ist sein komplettes Gegenteil. Er ist ruhig und sanft, hält aber genau wie Thomas zu seinen Freunden, steht trotz dessen Fehlern zu Thomas und beruhigt ihn, soweit er kann.

Livia ist in der ersten Hälfte des Buches alles andere als sympathisch. Sie ist kalt und abweisend, verbietet sich selbst jede noch so kleine Sünde und behandelt Thomas und Charlie wie Parasiten. Im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich allerdings zu einem freundlichen, offenen Mädchen.

Die Geschichte spielt in London gegen Ende des 19. Jahrhunderts, also zur Zeit der Industrialisierung. Dieses Zeitalter ist geschickt gewählt, es steht schließlich für den Fortschritt der Wissenschaften, die sich in Smoke auch mit dem Rauch und seiner Entstehung beschäftigen.

Düstere Stimmung

Von: Zeilenspringerin Datum : 18.05.2017

zeilen-springerin.blogspot.de/

Der Einstieg in die Geschichte ist mir nicht so leicht gefallen. Die Welt des Rauches ist sehr komplex und nur nach und nach erfährt der Leser in kleinen Häppchen, wie der Rauch funktioniert. So tappte ich lange im Dunkeln, was es mit dem Rauch auf sich hat.
Der Schreibstil ist flüssig, aber teilweise auch sehr ausufernd. Dan Vyleta verliert sich manchmal etwas zu sehr in Beschreibungen und hemmt so den Lesefluss. Allerdings wird eine sehr düstere, authentische Stimmung geschaffen, die mir gut gefallen hat. Schnell wird klar, dass die Welt des Rauches nicht gerade rosig ist und die Menschen es dort sehr schwer haben.
Erzählt wird größtenteils aus der Sicht von Thomas und Charlie, doch es gibt auch vereinzelt Szenen aus der Sicht von z.B. Dozenten am Internat der Jungs, die weitere Sichtweisen vermitteln und so noch bestehende Verständnislücken schließen.
Die Protagonisten der Geschichte sind sehr unterschiedlich, was eine interessante Dynamik erzeugt. Jeder Charakter hat seine Eigenarten und handelt aufgrund unterschiedlicher Beweggründe. Dies fand ich sehr spannend, da man die Handlungen der Personen nur schwer vorausahnen konnte und man so regelmäßig überrascht wurde.
Doch auch die anderen Charaktere im buch fand ich spannend, da sie sehr vielseitig, aber authentisch sind. Da allerdings sehr viele Figuren vorkommen, muss man sich definitiv beim Lesen konzentrieren, um nicht der Überblick zu verlieren.
Leider hat die Geschichte in meinen Augen zu lange gebraucht um richtig Fahrt aufzunehmen, so dass ich erst etwas nach 200 Seiten gefesselt von der Geschichte war. Ab dann fand ich es aber sehr spannend und wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht und welche Geheimnisse hinter dem Rauch und seiner Entstehung stecken.
Das Ende hat mich nicht vollkommen zufrieden gestellt. Irgendwie hatte ich den Eindruck, es würde noch etwas entscheidendes fehlen, doch ich vermute, dass dies genau so vom Autor gewollt ist, da man sich weitere Gedanken über die essentiellen Themen von "Smoke" machen soll.
Fazit:
Auch wenn ich die Grundthematik von "Smoke" sehr interessant fand, konnte mich das Buch nicht vollkommen überzeugen. Die Atmosphäre und die Charaktere sind facettenreich und spannend, allerdings plätschert die Geschichte lange Zeit nur so dahin, was den Lesefluss einschränkt.

starker Anfang, verliert jedoch den roten Faden ab der Hälfte

Von: Buchfeeteam Datum : 14.05.2017

www.buchfeeteam.blogspot.de

Inhalt
In der Nähe von London. Abgeschnitten vom Rest der Welt, ist der ideologische und technologische Fortschritt im späten 18. Jahrhundert verpönt. Die Menschen leben dort noch wie vor 100 Jahren – ohne Telefon, ohne elektrisches Licht.
In dieser Welt gehen Thomas, der Sohn eines verurteilten Mörders, und Charlie, Sohn eines reichen Industriemagnaten, zusammen auf ein Jungeninternat.
Dort bringt man Ihnen bei, Gentlemen zu sein – und Gentlemen rauchen nicht. Hier ist allerdings der Rauch gemeint, der allen Menschen entströmt, sobald sie eine Sünde begehen, etwas Schlechtes auch nur denken – und desto schlechter die Gedanken und Taten, desto widerlicher der Rauch.
Man übt sich also darin, möglichst wenig zu rauchen. Doch als Charlie und Thomas in den Ferien die Familie eines Jungen besuchen, erfahren sie eine unglaubliche Wahrheit, die ihre Welt und ihr Weltbild auf den Kopf stellt.
Fortan ist der Rauch für sie nicht mehr gottgegeben – denn sie treffen eine Gruppe von Menschen, die den Rauch erforschen und der Meinung sind, das man ihn beherrschen kann.
Unversehens werden sie in eine Verschwörung verstrickt, die sie nicht überschauen können, und bringen sich damit in tödliche Gefahr.

Beurteilung
Ich habe sehr kontroverse Meinungen zu diesem Buch gehört und war deshalb sehr gespannt, da mich persönlich der Klappentext des Buchs sehr angesprochen hat.
Eine faszinierende Idee. Zuerst fragt man sich, wie das rein physiologisch möglich sein soll – Sünde soll durch Rauch, der aus dem Körper kommt, in verschiedenen Konsistenzen und Farben, angezeigt werden. Obwohl es erst einmal wie eine hanebüchene Idee erscheint – was haben die Mediziner noch vor wenigen 100 Jahren über die Vorgänge im menschlichen Körper gedacht?
Aus einer Sicht von vor fast 200 Jahren betrachtet, erscheint das Rauchen durchaus möglich zu sein.Mit diesem Blickwinkel sollte man auch an dieses Buch herangehen.
Der Schreibstil ist nicht ganz einfach zu lesen – die Ausdrucksweise ist etwas altmodisch und gestelzt, passt aber absolut zur Geschichte und gibt die Atmosphäre der steifen englischen Gesellschaft perfekt wieder. Es ist trotzdem sehr gut geschrieben und gut zu lesen, doch man fliegt nicht so leicht darüber hinweg wie in manch anderem Roman und muss sich schon konzentrieren beim Lesen.
Für mich schwierig waren auch teilweise die Wechsel der Blickwinkel zwischen den handelnden Personen – manchmal wurde ein kürzeres Zwischenkapitel aus der Sicht einer Nebenfigur geschrieben, um Lücken in der Handlung, die die Protagonisten nicht selbst erlebt haben, auszufüllen. Nicht immer wird sofort deutlich, wer jetzt gerade erzählt – es wird aber immer beim bewussten Lesen klar, wer spricht.
Zu den Personen: Die Jungen Thomas und Charlie und die junge Olivia Naylor sind die 3 Hauptprotagonisten in der Handlung. Sie sind sehr gut beschrieben, allerdings finde ich alle drei ein wenig naiv und beschränkt in ihrer Weltanschauung, jeden auf seine Weise. Vor allem Livia ist unglaublich anstrengend, auch wenn sie im Laufe der Geschichte die deutlichste Wandlung durchmacht.
Wie oben schon beschrieben geht es in dem Buch darum, dass das Thema Rauch in Frage gestellt wird. Leider muss ich sagen, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, das der Autor irgendwo bei der Hälfte nicht mehr so recht wusste, wie es eigentlich weitergehen soll.
Nachdem ich, trotz der ungewöhnlichen Ausdrucksweise des Autors, die erste Hälfte des Buchs total fesselnd und spannend fand, hat mich die zweite Hälfte ziemlich angestrengt.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich die Gründe und Ziele der oben genannten „Verschwörer“, man könnte auch Wissenschaftler oder Rebellen sagen, nicht mehr wirklich nachvollziehen konnte und auch den physikalischen Erklärungen des Phänomens Rauch nicht mehr folgen konnte. Irgendwie fand ich das alles nicht mehr zusammenhängend und schlüssig dargestellt und hatte auch keine Lust mehr alles 4 mal zu lesen oder rauszuschreiben in der Hoffung, da doch noch den Durchblick zu behalten.
Zum Schluss hatte ich zwar den Sinn und Zweck im Kern verstanden – glaube ich – aber der Weg und die Mittel dorthin haben sich mir trotzdem nicht erschlossen.
Dadurch fällt meine Bewertung für das Buch, das so vielversprechend angefangen hat, deutlich schlechter aus als anfangs gedacht.
Mein Fazit: Sehr interessante und ungewöhnliche Idee die dennoch fesselnd umgesetzt wurde, jedoch verlor sich der rote Faden ungefähr bei der Hälfte der ca. 600 Seiten und es wurde etwas konfus und schwer nachzuvollziehen. Daher kann ich Smoke leider nur 3 von 5 Sternen geben.

Interessantes Konzept!

Von: RainReads Datum : 12.05.2017

https://rainreads.wordpress.com/

Das Konzept des Rauchs und der Gesellschaftsordnung die dahinter steht, finde ich sehr interessant. Auch dass Dan Vyleta durch Charles Dickens auf die Idee gebracht wurde, diese Geschichte zu erzählen, finde ich super. Dem Buch ist ein Zitat aus Dickens‘ Dombey & Sohn vorangestellt, aus dem sich die Idee herauskristallisiert. So richtig habe ich das Zitat allerdings erst, als ich das Buch zu Ende gelesen hatte.

Eigentlich hatte ich gerade vor, „die Geschichte an sich ist nichts wirklich Neues“ zu schreiben, aber dann musste ich mich selbst korrigieren: Ja, der Rahmen (zwei Jungs kämpfen um das gleiche Mädchen, versuchen die Welt zu retten, in der sie leben und decken allerhand Geheimnisse auf) ist bekannt. Das Setting macht es allerdings noch einmal zu etwas ganz anderem.
Nicht ganz Steampunk (Elektrizität ist nicht bekannt und raffinierte Gerätschaften finden sich auch nicht), trotzdem ließ mich die Atmosphäre an dieses Genre denken. Alles ist irgendwie düster und mysteriös, geheime Machenschaften und einzigartige Charaktere treten auf den Plan.

Bis zum Schluss weiß man nicht so recht, wohin die Geschichte eigentlich führen soll. Ja, zwischendrin hatte die Handlung mal einen Hänger und die Handlung schien ein wenig wie ein Hin und Her, aber gegen Ende hat sie sich dann wieder gefangen.
Zu den Hauptcharakteren hätte ich mir ein wenig mehr Bindung gewünscht, aber trotz allem gewinnt man sie doch lieb und hofft das Beste für sie.

Rauch zu Ruß

Von: Chelly the Glubsch Datum : 11.05.2017

https://chelly-the-glubsch.blogspot.de/

Das Cover gefällt mir sehr gut. Abgebildet ist London, eingehüllt in Rauch - was einen direkt auf die Geschichte einstimmt und eine etwas düstere Atmosphäre schafft.

Im Buch geht es um Thomas und Charlie, die die Sommerferien bei Lady Naylor verbringen. Während Charlie sich mit Livia, der Tochter von Lady Naylor, anfreundet wird Thomas von Lady Naylor über den Rauch unterricht. Dadurch erfahren beide Details über den Rauch, die sie an den Lehren ihrer Schule zweifeln lassen. Doch plötzlich hat es jemand auf sie abgesehn und sie müssen sich entscheiden auf welcher Seite sie stehen wollen und wie sie zum Rauch stehen.

>Ist der Rauch das Böse? Oder der Mensch hinter dem Rauch?<

Mein Lieblingscharakter war Livia. Ich finde sie macht im Verlauf der Geschichte die größte Entwicklung und wächst mehr als einmal über ihre Grenzen hinaus.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und ist gelungen umgesetzt. Die Idee, dass ein Mensch bei einer Lüge oder bei boshaften Gedanken anfängt zu Rauchen finde ich sehr spannend und regt zum Nachdenken an. Je tiefer man in die Geschichte eintaucht, je mehr erfährt man über den Rauch. Denn woher kommt der Rauch? Gab es ihn schon immer? So viele Fragen die es herrauszufinden gibt.
Als sich am Schluss die Ereignisse überschlagen kam ich leider nicht mehr ganz mit. Etwas überrascht war ich davon, wie es zwischen Thomas, Charlie und Livia weitergeht - zwar nicht unbedingt schlecht aber doch unerwartet.

Eine wundervolle Idee, spannend umgesetzt.

Spannender Auftakt, leider verliert es sich gegen Ende

Von: Sarah Rawrpunx Datum : 11.05.2017

rawrpunx.blogspot.co.at

Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre?







Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan ...


Die Inhaltsangabe klang spannend und versprach eine interessante Geschichte mit einem vielversprechenden Hintergrund. Teilweise stimmt das auch, aber völlig überzeugen konnte mich Smoke dann doch nicht.

Die Geschichte fängt einem zu Beginn sofort ein. Thomas ist Schüler an einem Elite Internat, genau wie sein bester Freund Charlie, gemeinsam wollen sie herausfinden was genau es mit dem Rauch auf sich hat.

Der Rauch ist schon immer eine Begleiterscheinung des Bösen gewesen. Von Geburt an ist man schuldig und muss sich quasi von seinen Sünden reinwaschen. Schlechte Gedanken, Eigenschaften, Taten - einfach alles, löst den Rauch aus. Dieser unterscheidet sich von Farbe und Dauer. Aber sichtbar ist er immer.

Allerdings fällt Thomas auf, dass nicht alle bösen Menschen zu Rauchen beginnen und er fängt erstmals an Dinge zu hinterfragen.

Da sich die Geschichte im viktorianischen England abspielt, ist die Ausdrucksweise natürlich an diese Zeit angepasst. Der Autor schreibt allerdings so bildlich, dass man ohne Probleme sofort in die Geschichte eintaucht und richtig das atmosphärisch düstere London vor Augen hat. Der Autor wechselt auch die Perspektiven, was eindeutig das Facettenreiche nochmal hervorhebt.

Die große Frage, woher der Rauch kommt, ist allgegenwärtig und hat mich auch fasziniert. Aber leider wurde genau dieses Rätsel dann eher durch Halbwissen gelöst. Generell war ich vom Ende sehr enttäuscht und es blieben wichtige Fragen offen. Das Ende wurde ja bewusst vom Autor so geschrieben, dass man sich Gedanken darüber machen sollte. Die Botschaft bzw die Moral von der Geschichte war eindeutig. Versteh ich, aber mir fehlte dieses Abschließende einfach. Als Leser wird man in der Luft hängen gelassen, was bei diesem tollen Auftakt sehr schade ist. Daher wurde ich auch nicht restlos überzeugt, leider.

Definitiv schwere Kost

Von: Mietze's Bücherecke Datum : 10.05.2017

cat-buecher-welt.blogspot.de/

Stell dir vor du lebst in einer Welt in der du deine geheimsten Sehnsüchte, Laster und schlechten Gedanken nicht verbergen kannst. Eine Welt, in der sich alles Negative in Ruß und Rauch niederschlägt der deinem Körper entweicht, deine Kleidung und die Umgebung besudelt und jeden sofort erkennen lässt wie es um deine Gedankenwelt bestellt ist, welche Sünden du begehst. In dieser Welt, in der Rauch ein Zeichen für die Sünden der Menschen ist, leben Thomas und Charlie in einem Internat für Gentlemen. Als Mitglieder des Adels sollen sie dort lernen ihre Gefühle unter Kontrolle zu bekommen, nicht zu sündigen und damit auch nicht zu rauchen. Charlie ist ziemlich gut darin, er ist fast schon perfekt und immer nett und höflich. In Thomas dagegen verbirgt sich eine unterschwellige Wut die ihn oft einmal zu viel rauchen lässt. Das ungleiche Gespann entdeckt eines Tages jedoch das nicht alle die eine Sünde begehen auch rauchen und das hinter dem Rauch so viel mehr steckt als gedacht. Die beiden begeben sich auf eine gefährliche Spurensuche in den Tiefen des lasterhaften und verrauchten Londons...

Das Buch zu bewerten ist für mich eine ziemlich schwierige Angelegenheit. Zum einen konnte es mich durchaus fesseln, ich wollte wissen was es mit dem Rauch auf sich hat und wie das Rätsel gelöst wird, was hinter all dem steckt. Zum anderen war es ein richtiger Kampf, ich musste mich durch das Buch winden, wie sich die Protagonisten durch den zähen Rauch und den Ruß Londons quälen müssen.
Das lag vor allem am Schreibstil von Dan Vyleta. Der Autor schreibt unheimlich ausführlich und ausschweifend. Es gibt ellenlange Vergleiche, viele Metaphern und philosophische Stellen. Es wird viel interpretiert und nachgedacht, viel über Sünde und die Manifestation des Rauches diskutiert. Auch der Rauch selbst blieb für mich die ganze Zeit über sehr abstrakt, ich konnte mir die Welt wirklich nicht so genau vorstellen, es war für mich einfach nicht greifbar. Noch dazu war ich doch auch irgendwie abgestoßen von dem Gedanken an eine derart schmutzige Welt, das Leben darin und den Umgang damit, ich konnte mich nicht damit identifizieren. Es gab auch einige Stellen im Buch die für meinen Geschmack dermaßen wirr waren und an der einige Charaktere praktisch im Delirium zu Wort gekommen sind. Ich mag normalerweise ein wenig abgedrehte Bücher, aber hier habe ich ab und an gar keinen Durchblick bekommen. Auch bin ich mir nach wie vor nicht sicher ob ich überhaupt nur die Hälfte der im Buch verarbeiteten Aussagen richtig verstanden habe.
Schwierig war auch der Wechsel der Perspektiven im Buch. Diese finden oftmals ohne Ankündigung statt und ich musste mich zunächst immer erst mal wieder zurechtfinden.
Die Charaktere im Buch fand ich persönlich dafür sehr gut gelungen. Sie waren sehr unterschiedlich, jeder mit einer anderen Geschichte, einer anderen Motivation und einem anderen Verhältnis zum Rauch und der Sünde. Man konnte meist deren Handlungen und Gedankengänge gut nachvollziehen - von ein paar seltsamen Charakteren mal abgesehen. Die grundsätzliche Idee des Buches und die Suche nach dem Geheimnis des Rauches haben mir wirklich gut gefallen. Leider muss ich jedoch sagen dass ich mit der Auflösung nicht zufrieden bin. Es wird nie wirklich klar wie der Rauch denn nun die Welt überzogen hat und es wird nur kurz erklärt wie er überhaupt entsteht - eine ziemliche Enttäuschung. Auch vom Ende der Geschichte und worauf die Jagd durch die Straßen Londons nun hinausläuft hat mich nicht ganz überzeugt. Ich kann auch überhaupt nicht sagen in welches Genre ich das Buch einordnen sollte. Urban Fantasy? All Age Fantasy? Thriller? Keine Ahnung.
Auf jeden Fall ein Buch mit einem interessanten Ansatz und schwieriger Umsetzung.

Definitiv schwere Kost und nichts für Zwischendurch. Der Autor hat eine recht anstrengende und drückende Art zu schreiben, man muss sich Zeit nehmen um den Gedankengängen folgen zu können. Die Charaktere sind gut gestaltet und waren für mich abgesehen von der Grundidee das Highlight am Buch. Sie waren spannend charakterisiert und hatten Ecken und Kanten. Die Auflösung und das Geheimnis um den Rauch sind für mich am Ende definitiv zu kurz gekommen. Letztendlich ist Smoke ein Buch durch das man sich kämpfen muss und ich persönlich nicht finde das sich der Kampf unbedingt lohnt, auch wenn der Weg dorthin stellenweise durchaus spannend war.

Rauchiges England im 19. Jahrhundert

Von: Vanessa P. Datum : 08.05.2017

https://irgendwasmitbuechern.blogspot.de/

Wir finden uns in einem alternativen England gegen Ende des 19 Jahrhunderts wieder. Menschen rauchen. Nicht im Sinne von Zigaretten, Pfeifen und Zigarren, sondern ihr Körper raucht, wenn sie zu starke Emotionen fühlen. Reiche Menschen halten den Rauch für eine Sünde und vermeiden daher so weit wie möglich, zu rauchen. Sie schicke ihre Kinder in Eliteschulen, wo ihnen die Sünde ausgetrieben werden soll. Die Hauptcharaktere Thomas und Charlie treffen sich in einer dieser Schulen.

Thomas ist ein charismatischer Junge mit einer beinahe tragischen Vergangenheit; Charlie hingegen das komplette Gegenteil, ruhig, ausgeglichen und aus einer einflussreichen Familie. Beide rauchen ab und zu, wie es Jungs nun einmal tun. Bei einem Trip nach London, der rußigen Hauptstadt der Sünde, fällt ihnen auf, dass es Menschen gibt, die nicht rauchen. Wie kann das sein?



Bereits das Cover hat mich in seinen Bann gezogen, mit dem verrauchten Bild des Big-Ben-Turms.

Die Charaktere sind ausgeprägt dargestellt und ihre Motive werden (wenn auch nicht sofort) deutlich. Super und etwas ungewöhnlich fand ich, dass die Kapitel mal aus der Ich-Perspektive und dann wieder aus der dritte-Person-Perspektive geschrieben waren.

Der Inhalt hat sich meiner Meinung nach leider etwas zu sehr hingezogen und am Ende waren noch einige Fragen offen, was ich sehr schade finde.

Die Metaphern in der Story, allen voran der Rauch, liebe ich. Allerdings habe ich etwas gebraucht, um die Bedeutung des Rauches zu verstehen. Er symbolisiert sozusagen den Wunsch, die Obsession des Menschen, sündenlos zu sein. Keiner möchte akzeptieren, dass er nicht perfekt ist und durch den Rauch wird die Unvollkommenheit allseits bekannt gemacht. Der Wunsch danach, perfekt zu sein, treibt Menschen zu ungeahnten Taten und das wird super in dem Buch aufgezeigt.

Alles in allem ist das Buch gut und weiterempfehlenswert.

interessantes Setting in einem alternativen England des 19. Jahrhunderts!

Von: Fireheart Books Datum : 06.05.2017

fireheartbooks.blogspot.de

Grundlegend geht es um ein alternatives England im 19. Jahrhundert, in der jeder dunkle Gedanke Rauch verursacht – für alle anderen Menschen sichtbar. Je böser oder „sündhafter“ die Gedanken oder die Taten, desto dunkler der Rauch. Dieser zeigt auch oft den gesellschaftlichen Stand einer Person an – Adelige und Reiche beispielsweise halten es nicht für angebracht zu rauchen (weil sie ja etwas „besseres“ sind) und schicken deshalb ihre Kinder in Eliteschulen, wo sie lernen sollen den Rauch bzw. ihre Gefühle zu kontrollieren. Auf so einer Schule freunden sich auch die Protagonisten Thomas und Charlie an, die beide nicht unterschiedlicher sein könnten. Wo Charlie ruhig und wohlerzogen ist, ist Thomas wild und sehr rebellisch. Beide setzen sich im Laufe der Geschichte mit der Frage auseinander, wo der Rauch seine Ursachen hat und ob man ihn heilen kann bzw. überhaupt heilen sollte. Doch mit dieser Frage sind sie nicht allein…

Die Geschichte wird sowohl in der Ich-Perspektive als auch in der Erzählform dargestellt. Solche wechselnden Erzählstile sind eigentlich nicht ungewöhnlich – normal wird die Perspektive der Protagonisten in der Ich-Form erzählt und die der Nebencharaktere in der Erzählform; hier ist es jedoch genau anders rum, was das Buch zwar einzigartig macht, für mich aber leider anfangs sehr verwirrend war. Irgendwann fand ich heraus, dass die Kapitelüberschriften Auskunft über den Erzählstil liefern: Steht ein Name oder Beruf in der Überschrift, folgt ein Kapitel zu der jeweiligen Person in Ich-Form. Steht ein Ort oder z.B. ein Begriff wie „Rauch“ in der Überschrift, handelt es sich um Kapitel über die Protagonisten in Erzählform.
Das sprachliche Niveau, welches der Autor angeschlagen hat, ist sehr anspruchsvoll und zeitgemäß (man könnte nicht meinen, dass das Buch erst vor kurzem erschienen ist!). Auch der Inhalt ist alles andere als „leichte Kost“; man muss wirklich konzentriert lesen, um nicht den Faden zu verlieren. Es hat zwar somit einige Tage gedauert, bis ich es beendet habe, aber das Lesen hat mir wirklich Spaß gemacht.
Was mir auch sehr gut gefallen hat, war die Darstellung des Rauches als optische Gefühlswahrnehmung. Das hat mich stark an meine Kindheit mit Comics erinnert; wütende Charaktere wurden dort immer mit stark rauchenden Ohren gekennzeichnet.


Fazit

„Smoke“ ist eine gesellschaftskritische Geschichte, die ein interessantes Setting in einem alternativen England des 19. Jahrhunderts hat. Das Buch ist sehr Politik-/Gesellschaftsorientiert und normal meide ich solche Bücher, da sie mir einfach zu langweilig sind. Dass „Smoke“ langweilig ist, kann ich allerdings nicht behaupten. Obwohl zwischendurch etwas Spannung fehlte und zum Ende einige offene Fragen ungeklärt blieben, war die Geschichte doch sehr interessant und hat mir gut gefallen. Da der Inhalt und der Schreibstil sehr komplex sind, würde ich das Buch eher erwachsenen Lesern empfehlen und bewerte es mit „Geschmackssache“.

Ein ungewöhnliches Buch

Von: Mandys Bücherecke Datum : 04.05.2017

glutton-for-books.blogspot.de/

Inhalt
Thomas und Charlie sind in einer Welt aufgewachsen, in der jede Sünde als Rauch sichtbar wird und aus dem Körper des Sünders tritt. Es gibt verschiedene Formen des Rauches, aber jeder kann sehen, wenn man eine Sünde begangen hat. Sie sind Schüler eines Eliteinternats und haben sich an Regeln und Gesetze zu halten. Doch eines Tages finden sie heraus, dass mehr hinter dem Rauch steckt und das was sie seit jeher eingetrichtert bekommen nicht alles ist. Auf der Suche nach der Wahrheit geraten sie in eine Welt voller Intrigen und Gefahren.

Meine Meinung
"Smoke" konnte vor allem durch sein ansprechendes Cover meine Neugierde wecken. Außerdem liebe ich Bücher, die im viktorianischen London spielen, was hier der Fall ist. Die Idee des Rauches finde ich grandios. Dadurch zählen Babys und Kinder automatisch als Sünder, da sie zu der Zeit Rauch ausstoßen und es erst im Laufe des Lebens lernen den Rauch zu kontrollieren.
Das birgt einigen Stoff zum Nachdenken und so befasst sich das ganze Buch ganz nebenbei mit Ethik und Moral, Gut und Böse und ist gesellschaftskritisch und facettenreich. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist riesig. Das Setting finde ich somit sehr gelungen, auch wenn es sehr düster und bedrückend ist.

In dieser Welt leben Thomas und Charlie, zwei Freunde die zusammenhalten und schließlich dem Rauch auf die Spur kommen wollen. Ich mochte beide sehr, auch wenn sie etwas distanziert dargestellt wurden. Sie sind überraschend tiefgründig und facettenreich und ich mochte ihre Art zu denken und sich in der Welt zurechtzufinden. Auch die anderen Figuren des Buches fand ich gut dargestellt.

Der Plot wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, wobei mal die Ich-Perspektive und mal die personale Erzählperspektive gewählt wurde. Das fand ich zwar manchmal verwirrend, aber alles in allem sehr passend.
Unterstützt wird das Ganze durch einen detaillierten Schreibstil, der sich leider manchmal etwas in die Länge zieht. Der Schreibstil passt wunderbar ins Setting und konnte mich alles in allem überzeugen.

Das Buch wirft fragen zur Menschlichkeit auf und was ist richtig und was falsch, was lebenswert? So regt es wirklich zum Nachdenken an. Zwar hat das Buch wie schon erwähnt seine Längen und ist eher ruhiger, aber der Plot an sich konnte mich mitreißen und überzeugen. Es ist ein ungewöhnliches Buch, das garantiert nicht jedem gefallen wird, aber ich mochte es.
Das Ende konnte mich zwar nicht ganz überzeugen, aber dennoch kann ich das Buch empfehlen.

Fazit
"Smoke" ist ein Buch das nicht für jeden etwas sein dürfte, denn es ist ungewöhnlich und hat seine Längen. Ich mochte es gerade, wegen dem Setting und der Idee sehr und kann es insgesamt empfehlen.

Viel Rauch um nichts

Von: Savian_lesefuchs Datum : 04.05.2017

https://instagram.com/savian_lesefuchs/

Meine Rezension zu Smoke
Inhalt:

Im England des 19. Jahrhunderts materialisiert sich jeder  böse Gedanke, jede Lüge und jede finstere Absicht als Rauch, welcher aus den Körpern der Menschen entströmt.

Charlie und Thomas, sind Schüler an einem Internat, in welchem sie zu vollendeten Gentleman erzogen werden sollen. Bei einem Schulausflug nach London jedoch, entdecken die beiden, dass es Menschen gibt, aus denen kein Rauch aussteigt. Bald beginnen sie das System und die Gesetze des Rauchs zu hinterfragen.
Meine Meinung:

Die Idee hinter Smoke, fand ich unglaublich spannend und auch das Cover konnte mich durchaus begeistern.

Leider gelang es Dan Vyleda jedoch nicht mich darüber hinaus von seinem Werk zu überzeugen. Der Schreibstil ist zwar durchgängig bildhaft und durchaus gelungen, jedoch schweift die Erzählung immer wieder in meines Erachtens unnötige Handlungsstränge ab. Auch der Wechsel zwischen der ersten und dritten Person trug seinen Teil dazu bei, dass es mir zu keinem Zeitpunkt gelingen wollte mich vollkommen in der Geschichte zu verlieren. Zudem waren viele Kapitel aus den Sichten einiger Charaktere (Wie die des Hausmeisters) für mich einfach vollkommen unnötig.

Die Protagonisten bleiben durchweg blass und viele ihrer Handlungen und Beweggründe, vor allem gegen Ende des Buches einfach nicht nachvollziehbar.

Besonders schade fand ich, dass man nicht erfährt, woher der Rauch wirklich stammte.

Leider viel Rauch um nichts und so gebe ich Smoke leider nur

2 von 5 ⭐

Großartig!

Von: Bücherklee Datum : 03.05.2017

buecherklee.wordpress.com

Endlich wieder mal ein Buch, dass mich komplett überzeugt hat! Die Schreibweise, die Charaktere und die Story haben mir wirklich gut gefallen. Vorallem die Idee, dass nichts geheim bleibt (was heutzutage ja nicht sooo abwägig ist) und die Kluft zwischen den Reichen und der Arbeiterschicht, wie beide mit dem Rauch umgehen und diesen wahrnehmen, großartig.

Mal was anderes

Von: Flidra Datum : 01.05.2017

flidra.blogspot.com

Vorab: Ich habe das Buch als Rezensionexemplar von Carl's Books bekommen im Austausch für eine offene und ehrlich Meinung zum Buch.

Smoke ist so gar nicht mein Genre. Von daher ist es für mich sehr schwer es mit anderen zu vergleichen oder gar zu sagen es ist schlecht oder gut für das Genre. Deshalb orientiere ich mich einfach mal an meinem Gefühl, wie ich es gelesen habe.

Zu Anfang muss ich aber erst einmal das super tolle Cover loben ! Es ist ein Eyecatcher schlechthin und gibt eigentlich sehr gut wieder, welche Stimmung das Buch beherrscht. Der Big Ben wurde fantastisch in Szene gesetzt.

Der Erzählstil wechselt. Mal ist es eine Person, mal ein Erzähler - es ist teilweise etwas, woran man sich sehr gewöhnen muss. Manchmal musste ich zurückschlagen, um zu begreifen, wer da gerade etwas erzählt. Die Charaktere sind sehr feingliedrig und man erkennt dann auch schnell beim zurückschlagen, welcher Charakter da nun was erzählt.

Nun, die Themen sind vielseitig und ich hatte das Gefühle eher eine Gesellschaftskritik zu lesen, als einen Krimi, Thriller oder Sci -Fi Roman. Es ist sehr philosophisch teils poetisch, weshalb ich mir auch etwas länger Zeit nehmen musste und es ist durchaus nicht einfach zu lesen, da es sprachlich wie auch inhaltlich recht komplex ist. Angesprochen hat mich vor allem - schon von der Beschreibung her - dass das Buch sich mit der Frage beschäftigt "Was ist gut- was ist böse?". Die Protagonisten sind zwar komplex, aber mich haben sie leider nicht immer erreichen können bis auf Charlie. Charlie ist mein Lieblingscharakter in diesem Buch.
Den Rauch als Indikator für böses Denken oder Fühlen zu nehmen, empfinde ich als die beste Idee in diesem Buch! Wenn ich mir Comics angucke, in denen eine Figur wütend wird, dann schießt oftmals auch Rauch aus den Ohren oder der Kopf raucht. Ich finde die Symbolik sehr gelungen, zumal Rauch nicht nur das Schlechte in einem verkörpert, sondern zusätzlich recht düster wirkt.
Diese ganze Idee dann in den Kontext des 19.Jh. in England einzubauen, fand ich sehr gewagt, weil der Aspekt alleine, schon recht viele Denkansätze gibt.

Das Buch ist mit knapp über 600 Seiten recht langatmig. An manchen Stellen hätte ich es mir durchaus kürzer gewünscht, wobei dann wahrscheinlich das sprachliche Niveau gesunken wäre. Das muss man dem Autor lassen: Auf der sprachlichen Ebene waren diese 600 Seiten plus wirklich auf sehr hohem Niveau und sehr anspruchsvoll, was mich durchaus das ein oder andere mal begeistert hat!

Ich muss dazu sagen, ich habe es in einem längeren Zeitraum gelesen, weil ich nicht jeden Tag einen Kopf für diesen Sachverhalt hatte. Ab und an verliert sich meiner Ansicht nach der Faden und fängt sich ab und an später wider auf. Um dieses ganze Buch also zu begreifen und am Ende zu sagen, dass man es verstanden habe, muss man wirklich mit einem klaren Kopf lesen.

Insgesamt muss ich sagen, auch wenn dies ein sehr untypisches Buch für mich ist, dass es mir auf eine Art und Weise gefallen hat. Das Buch hat durch die Komplexität Schwächen: den Faden zu Ende zu spinnen und der Charakterwechsel lässt einen ab und an schwanken. Die Idee ist sehr gut, wäre aber mit mehr Fokus auf eine gerade Linie in der Geschichte ansprechender.

Wem würde ich es empfehlen ?:

Oftmals wird angegeben, dass es für Jugendliche sei. Dem würde ich nicht zustimmen. Auch wenn die Protagonisten nicht alt sind, würde ich dieses Buch nicht jedem unter zwanzig empfehlen. Jedem der Gesellschaftskritische Themen mag und es mag sich damit auseinanderzusetzen, der ist hier wirklich gut aufgehoben. Jeder der eine leichte Lektüre wünscht, sollte die Finger davon lassen. Hier ist nämlich Aufmerksamkeit und Verständnis von komplexen Sachverhalten erforderlich.

Wenn Sünden sichtbar werden

Von: Denise Datum : 01.05.2017

www.tapsisbuchblog.blogspot.de

London, in längst vergangenen Tagen: auf einem Internat für hochwohlgeborene Jugendliche begegnen sich Charlie und Thomas. Während Charlie grundehrlich und herzensgut ist, schwillt in Thomas Wut, Angst und Aggression. Und das wird auch sichtbar. Denn jeder sündige Gedanke wird als dunkler Rauch sichtbar. Doch nur das niedere Volk raucht, der Adel muss rein bleiben. Und das soll ihnen auf dem Internat beigebracht werden. Aber was ist an dem Rauch so verdorben, so schlecht, das selbst Folter erlaubt ist?

"Smoke" war mein erster Roman von Dan Vyleta und hat mich umgehauen. Der Autor spielt mit der Angst der Menschen, dass ihre sündigen Gedanken sichtbar werden und sie sich nicht mehr hinter einer Maske verstecken können. Und er entwirft eine Spirale aus Hass, Hochmut, Vermeidung und Revolution. Großartig!

Die Geschichte wird kapitelweise von einem auktorialen Erzähler und aus der Perspektive einer handelnden Person berichtet. Während der auktoriale Erzähler alles im Blick behält, haben mich vor allem die persönlichen Schilderungen in den Bann gezogen. Denn diese beschränken sich nicht nur auf den Adel. Es kommen auch einfache, stark rauchende Menschen zu Wort und zeigen so, dass der Rauch nicht DAS Übel ist, wie er gern dargestellt wird. Diese Mischung hat mir super gefallen und ich konnte nur schwer die Finger von dem Roman lassen.

Zu Beginn dachte ich, es läuft auf einen Abenteuerroman von 2 Internatsbuben hinaus. Spannend, aber doch eher einfach. Schon nach ein paar Kapiteln belehrte mich Dan Vyleta eines besseren. Der Autor offenbart, dass der Rauch in allen Menschen schlechtes hervorbringt, ob sie nun rauchen oder nicht. Denn es gibt in der Londoner Gesellschaft die Radikalen, die Frommen, die Revolutionäre und die Hungernden. Es gibt Vermeidungsstrategien, die Suche nach dem ultimativen Rauch-Kick und dann gibt es noch Thomas und Charlie. Die beiden Jugendlichen wollen dem Rauch auf den Grund gehen, wollen wissen, warum er so verteufelt wird und werden dadurch in eine Verschwörung gerissen, der sie nicht mehr entkommen.

Die Figuren sind mannigfaltig und tiefgründig. Der Autor beschränkt sich nicht auf simple Schwarz/Weiß-Malerei, sondern gibt jedem Charakter eine Geschichte, einen Beweggrund und vor allem Persönlichkeit. So konnte ich jedes Handeln nachvollziehen, auch wenn ich bei manchen am liebsten laut losgeschrien hätte ob der Ungerechtigkeit. Genau sowas muss ein Roman in mir auslösen!

"Smoke" ist kein Roman für zwischendurch, kein Buch, welches man mal eben bei einer 5-minütigen Busfahrt rausholt. Dafür hat Dan Vyleta zu groß und umfassend angelegt. Aber jede Zeit, die man sich nimmt, wird belohnt.

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist bildhaft, stellenweise philosophisch, aber nie langweilig.

Fazit: Der Rauch enttarnt jeden. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen.

enttäuscht

Von: bumblebeesworld Datum : 30.04.2017

bumblebees-world.blogspot.de/


Zum Inhalt:

Smoke spielt Ende des 19. Jahrhunderts in London und Umgebung. Dabei geht es darum, dass alle Menschen, wenn sie lügen oder auf irgendeine Weise von ihren Gefühlen überwältigt werden, anfangen zu rauchen und so ihre Gefühle für alle zeigen. Es gibt viele verschiedene Arten von Rauch, die sozusagen für die unterschiedlichen Emotionen der Personen stehen. Alle Menschen rauchen von Geburt an, geduldet wird das aber nur bei Kindern bis 11 Jahren oder bei Menschen mit einem niedrigeren Stand in der Gesellschaft. Adelige Kinder werden ab 11 Jahren auf spezielle Schulen geschickt, auf denen sie lernen sollen, nicht mehr zu rauchen. Dazu kommt, dass dieser Rauch ansteckend ist, wenn also jemand von bösen Gefühlen überwältigt wird, überträgt sich das auf die Menschen in seiner Umgebung, die diesen Rauch eingeatmet haben. So kann es zu richtigen Menschenmassen kommen, die außer Kontrolle geraten.
In diesem Buch geht es um ein Jungeninternat, im Speziellen dort um Thomas und Charlie, aus deren Sicht der größte Teil der Geschichte erzählt wird. Die Schüler und Lehrer tragen alle weiße Kleidung, um zu zeigen, dass sie nicht mehr rauchen müssen und ihre Gefühle unter Kontrolle haben, sozusagen eine reine Seele haben. Zusätzlich wird so schon der kleinste Verstoß sichtbar und dementsprechend bestraft.
Über Weihnachten reisen Thomas und Charlie zu der Familie von Thomas und stoßen dort auf viele Geheimnisse und merkwürdige Geschehnisse, die sie im Laufe des Buches versuchen zu lösen.



Meine Meinung:

Ich muss leider sagen, dass mich dieses Buch einfach nicht überzeugen konnte. Ich bin nie wirklich in die Hnadlung der Geschichte eingedrungen, sondern habe mich zu vielen Zeitpunkten nur als Beobachter gefühlt. Ein wirklich gutes Buch muss mich komplett in seinen Bann ziehen, so dass ich mich so fühle, als wenn ich selbst ein Teil der Geschichte werde. Das kann an dem für mich zwischenzeitlich sehr merkwürdigen Schreibstil gelegen haben. Die Sätze waren manchmal sehr lang mit vielen kurzen und fast schon unzusammenhängenden Sätzen, die es schwer gemacht haben, der Handlung zu folgen.
Dazu beigetragen haben eben auch die verschiedenen Perspektiven, zusätzlich zu den Sichtweisen von Thomas und Charlie kamen noch Teile von anderen handelnden Personen, bei denen die Kapitel oft nur wenige Seiten gingen und gleichzeitig nicht klar war, aus wessen Sicht gerade erzählt wird. Diese Perspektivwechsel haben auch dafür gesorgt, dass ich mir von den Charakteren kein richtiges Bild machen konnte und so nicht wusste, auch welche Weise sie handeln und was für sie eine realistische und echte Reaktion sein könnte.
Ich musste mich wirklich zwingen jedes neue Kapitel anzufangen, wodurch es sich für mich sehr gezogen hat, da es auch kein wirklich kurzes Buch ist. Die einzelnen Kapitel sind dann auch immer noch in kleiner Abschnitte unterteilt, die manchmal nur eine halbe Seite gingen und so wiederum für Unterbrechungen um Lesefluss gesorgt haben. Über das komplette Buch hinweg kam es für mich zu vielen Längen, in denen einfach nichts überzeugendes passiert ist, obwohl man sich durch wirklich viel Text kämpfen muss.
Obwohl es natürlich ein fiktives Fantasybuch ist, war es für mich wirklich unrealistisch und nicht nachvollziehbar, was ich schade finde, da für mich die Idee des Rauchs eigentlich wirklich großes Potential hat.
Insgesamt gebe ich also nur 2 von 5 Sternen und würde keine Leseempfehlung aussprechen.

Subtile Gesellschaftskritik statt leichtem Mystery-Thriller

Von: wortmagieblog Datum : 28.04.2017

https://wortmagieblog.wordpress.com/

Dan Vyleta ist ein Kind des Potts. Ja, ihr habt richtig gelesen! Sein Weg führte ihn zwar über England in die USA und bis nach Kanada, aber er wurde 1974 als Sohn tschechischer Einwanderer im Ruhrgebiet geboren. Ich frage mich, wie viel Pott noch in ihm steckt. Seinen aktuellen Roman „Smoke“ verfasste er jedenfalls nicht in Deutsch, sondern in Englisch. Unseren Markt erreichte das Buch durch die Random House Gruppe, die es mir als Rezensionsexemplar anbot. Ich nahm das Angebot an, da der Klappentext wirklich interessant klang. Meine Neugier war geweckt.

Thomas und Charlie sind privilegiert. Als Schüler eines elitären Internats werden sie auf ihr späteres Leben an der Spitze der Gesellschaft vorbereitet. Sie sind normale Jungen – doch ihre Gedanken sind unrein. Jeder weiß es, denn der Rauch zerrt all ihre Verfehlungen ans Tageslicht. Der Rauch brandmarkt die Menschen als Sünder, er dringt aus Poren und Körperöffnungen und hinterlässt schmierigen Ruß, der an der Haut klebt, Kleidung befleckt und Gebäude in einen schwarzen Schleier hüllt. Jede Lüge, jede Gehässigkeit, jede Missetat wird unweigerlich offengelegt. Der Rauch ist der sichtbare Graben zwischen Oberschicht und Pöbel. Niemals wäre es Thomas und Charlie eingefallen, seine Gesetze zu hinterfragen, bis ein verstörender Schulausflug nach London die Freunde ratlos zurücklässt. Wieso würde jemand den Ruß von Mördern sammeln? Wie ist es möglich, dass ein Mensch kein einziges Fädchen Rauch absondert? Aufgewühlt begeben sich Thomas und Charlie auf die Suche nach den Ursprüngen des Rauchs und stoßen auf eine Verschwörung nationalen Ausmaßes, die sie vor eine haarsträubende Entscheidung stellt: ist ihre Welt es wert, gerettet zu werden?

Uff. Nach der Lektüre von „Smoke“ musste ich mich erst einmal zurücklehnen, tief durchatmen und darüber nachdenken, was ich da eigentlich gerade gelesen hatte. Dieser Roman ist weit bedeutungsvoller und philosophischer, als ich erwartet hatte. Es ist definitiv kein leichter Mystery-Thriller, sondern eine erstaunliche komplexe Gesellschaftskritik. Dan Vyleta entführt seine Leser_innen in das 19. Jahrhundert, zeigt England auf dem Höhepunkt der industriellen Revolution und konfrontiert sie mit einer alternativen Realität, die sich vor allem in einem offensichtlichen Punkt von der unseren unterscheidet: die Menschen rauchen. Starke Gefühle wie Zorn, Neid, Lust, aber auch Freude und Glück lösen eine biochemische Reaktion im Körper aus, deren Resultat der Rauch ist, der aus allen Körperöffnungen dringt. Folglich ist der Rauch die visuelle Manifestation des menschlichen Wesens. Er ist weder gut noch böse, er ist einfach nur. Nichtsdestotrotz wird er in Vyletas Version des Vereinigten Königreichs als göttliches Zeichen und sichtbarer Beweis für das Böse in einem Menschen aufgefasst. Der Rauch wird instrumentalisiert; er dient als Legitimation, die Bevölkerung zu kontrollieren und die Klassenunterschiede stetig zu verschärfen. Die beiden jugendlichen Protagonisten Thomas und Charlie werden bereits im Internat indoktriniert. Als Elite des Landes müsse die Oberschicht mit gutem, sauberen Beispiel vorangehen, um das gemeine Volk führen zu können. Wer aus dem Adel stammt, sollte idealerweise niemals rauchen. Selbstkontrolle als Religion. Natürlich können weder Thomas noch Charlie dieses Ideal erfüllen, obwohl Charlie ihm deutlich näherkommt als sein Freund. Thomas ist ein reizbarer, leidenschaftlicher junger Mann, dessen Gefühle schnell überkochen. Dementsprechend raucht er stark und viel, während Charlies gutmütige, ehrliche und offene Persönlichkeit eher selten kleine Rauchfähnchen produziert. Sie verkörpern vollkommen verschiedene Formen von Rauchern. Betrachtet man die beiden als die Endpunkte einer Skala, kann man getrost behaupten, dass ihnen auf ihrer Suche nach Antworten die Myriaden Zwischenstufen dieser Skala begegnen. Sie lernen unterschiedliche Lebensweisen mit und Herangehensweisen an den Rauch kennen, was ich als sehr spannend empfand. Ich denke, Dan Vyleta konstruierte für „Smoke“ absichtlich eine sich selbst treibende Handlung, die seitens der Figuren wenig Initiative bedurfte. Thomas und Charlie lenken die Geschichte nicht, sie werden von ihr gelenkt, wodurch sich zahlreiche Situationen ergeben, die ihren Horizont erweitern. Sie erleben Unrecht und Grausamkeit, Güte und Großzügigkeit und entwickeln anhand dieser Erlebnisse eine eigene Weltanschauung. Meiner Ansicht nach ist „Smoke“ daher eine ungewöhnliche, aber überzeugende Coming-of-Age-Geschichte, die den Konflikt zwischen Individuum und System erfrischend originell und tiefgründig interpretiert.

„Smoke“ ist eines dieser Bücher, die weniger gefallen als faszinieren. Dan Vyleta versucht meines Erachtens nach nicht, sich bei seinen Leser_innen anzubiedern, sondern präsentiert eine subtile, feinsinnige Gesellschaftskritik, die zum Nachdenken anregt. Dafür nimmt er eine gewisse Trägheit der Geschichte in Kauf, weil diese intellektuell statt emotional mitreißen soll. Für mich hat dieses Konzept funktioniert, obwohl ich der Meinung bin, dass Vyleta haarscharf an der Grenze zur gesellschaftsphilosophischen Überladung vorbeischlitterte. Beinahe hätte er zu viel von mir verlangt. Glücklicherweise zügelte er sich, sodass ich den immensen gedanklichen Spielraum und das stimulierende Potential des Buches sehr zu schätzen wusste.
Meiner Meinung nach ist „Smoke“ äußerst lesenswert, es setzt allerdings ein hohes Maß an eigenständiger, geistiger Beweglichkeit voraus. Es ist keine locker-flockige Lektüre für Zwischendurch. Stellt euch zum Warmwerden vor dem Lesen eine Frage: was bedeutete es für die Gesellschaft, wäre jede starke Emotion jedes Menschen nicht länger verborgen, sondern sichtbar?

Vielen Dank an Random House und carl’s books für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars im Austausch für eine ehrliche Rezension!

Düster

Von: Buchspinat Datum : 28.04.2017

https://buchspinat.wordpress.com/

Zum Inhalt: England 19. Jahrhundert. Die Welt wird von Rauch bestimmt. Rauch ist die Manifestation der Sünde. Jeder Mensch, der sündhafte Gedanken oder Gefühle in sich hat, verliert Rauch. Schwarzen Rauch, mal heller mal dunkler. Kein böser Gedanke bleibt so unentdeckt. Nur wer rein ist und keinen Rauch verliert, ist ein guter Mensch. Doch ist das wirklich so?
Charlie und Thomas – zwei Internatsschüler entdecken auf einem Ausflug ins verrauchte London, dass der Rauch eben doch nicht nur das ist, was er zu sein scheint und machen sich auf, das Geheimnis des Rauches zu lüften…
Meine Meinung:
Hm, schwierig…fange ich mal mit dem Cover an:
Das Cover finde ich definitiv gelungen: düster, dem Zeitalter und dem Ort der Geschichte – das sündhafte und verrauchte London – absolut angemessen. Für das Cover gibt es auf jeden Fall volle Punktzahl.
Mit der Geschichte ist es für mich nicht ganz so einfach. Sprachlich ist das Buch auf jeden Fall super. Die Art von Dan Vyleta Orte und Menschen ausdrucksstark und detailliert zum Leben zu erwecken, ist wirklich lesenswert. Ich mag seine Art, mit Wörtern umzugehen.
Und nun zum großen Aber:
Die Geschichte ist in viele, viele Kapitel unterteilt, die aus der Sicht von vielen verschiedenen Personen erzählt wird. Ein Teil dieser Personen taucht im Rest der Geschichte überhaupt nicht noch einmal auf. Und manchmal erschien mir die Person auch nicht wirklich relevant für den Fortgang der Geschichte. Das fand ich beim Lesen teilweise sehr verwirrend, ich muss gestehen, dass ich ab und an der Handlung der Geschichte nicht wirklich folgen konnte. Ich habe die ganze Zeit beim Lesen darauf gewartet, dass die Geschichte endlich richtig losgeht. Doch irgendwie ist das nicht passiert (für mich zumindest). Das hat mir einen großen Teil des Lesevergnügens genommen.
Schade, denn die Geschichte hatte definitiv Potenzial, doch für mich war es definitiv nicht das richtige Buch.

Gute Idee, die aber zu viele Fragen offen lässt

Von: Tintenwelten Datum : 28.04.2017

https://www.youtube.com/channel/UCERCU4YR7gqHqKaA29335sw

England im 19. Jahrhundert. Es gibt das Phänomen, dass sich jeder böse Gedanke, jede Lüge, jede Sünde in Rauch manifestiert, der von der betreffenden Person abgesondert wird. Besonders in der oberen Gesellschaftsschicht ist das sogenannte "rauchen" verpönt. Deshalb werden Jugendliche auf spezielle Schulen geschickt, in denen ihnen ein gesellschaftsfähiges Denken und Handeln und somit die Kontrolle über den Rauch gelehrt wird. Thomas und Charlie sind Schüler eines solchen Internats. Sie werden streng überwacht, jedes rauchen zieht eine Strafe nach sich. Als sie die Ferien zusammen bei Verwandten verbringen, erfahren sie einige Dinge über den Rauch und die Gesellschaft, die sie ihr bisheriges Weltbild hinterfragen lässt.

Doch die beiden sind nicht die einzigen Charaktere, die man im Buch kennen lernt. Es gibt eine Vielzahl an Personen, über die ein allwissender Erzähler berichtet. Dies erlaubt einen spannenden Rundumblick. Es gibt in diesem Buch auch eine weibliche Protagonistin. Ebenso wie natürlich auch eine Liebesgeschichte vorhanden ist. Zwei junge Männer, ein Mädchen - wie könnte es da keine Dreiecksbeziehung geben? Leider war diese für mich nicht wirklich authentisch. Auch das Ende in Bezug auf diesen Teil der Geschichte fand ich nicht zufriedenstellend.

Generell wirft das Ende mehr Fragen auf, als es beantwortet. Das Phänomen wird in keinster Weise aufgeklärt. Auch nach über 600 Seiten, erfährt man weder was der Rauch ist, was es damit auf sich hat, woher er kommt, seit wann es ihn gibt. Am Ende treffen die Protagonisten eine große und folgenschwere Entscheidung, die ich erstens überhaupt nicht nach vollziehen kann und zweitens fehlen mir dort einfach die Auswirkungen, die diese Aktion schlussendlich hatte. Deshalb hoffe ich sehr, dass es eine Fortsetzung geben wird.

Die Idee und das Szenario waren sehr interessant. Es war erschreckend, was der Rauch mit den Menschen macht. Wo es auf dem Land noch recht einfach ist, den Rauch zu unterdrücken, kann man sich in Großstädten wie London überhaupt nicht vor dessen Einfluss schützen. Die Stadt verschwindet förmlich im Rauch. Das Böse und die Zwietracht nehmen hier Gestalt an. Man merkt, wie der Rauch einen verändert. Er sät dunkle Gedanken, macht nervös und aggressiv und reduziert die Hemmschwelle.

Der Autor schreibt sehr ausschweifend und detailreich, was leider auch zu einigen Längen führt. Dies kommt auch daher, dass es derart viele Charaktere gibt, die aber nicht alle unbedingt für den Verlauf der Handlung wichtig wären.

Das Buch birgt zwar einige Fantasy-Elemente, es ist aber auch eine Art Metapher, die existenzielle Fragen nach Macht und Moral, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse thematisiert.

Smoke - Eine geniale Idee, mit ein paar kleinen Schwächen

Von: jasminsbooks Datum : 26.04.2017

https://www.instagram.com/jasminsbooks/

Titel: Smoke
Autor: Dan Vyleta
Verlag: carl's books
Seitenzahl: 618
Inhalt/Klappentext:

England, Ende des 19. Jahrhunderts. Eine Welt, in der ein besonderes Phänomen um sich greift: Jede Bösheit, Unaufrichtigkeit oder Lüge manifestiert sich als Rauch, der unkontrollierbar dem Körper entweicht. Nur Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, wagen es, die Gesetze des Rauchs zu hinterfragen. Sie stoßen auf ein düsteres Komplott aus Willkür, Macht und Unterdrückung und müssen bald um ihr Leben fürchten...

Mein Fazit:

Dieses Buch war wirklich eine kleine Herausforderung. Auf über 600 Seiten hat der Autor Dan Vyleta einen Roman geschaffen für den man sich wirklich Zeit nehmen sollte. Wer hier ein Buch erwartet, dass sich in 2 Tagen weg lesen lässt, täuscht sich. Die Geschichte um Thomas und Charlie ist sehr anspruchsvoll und stellt die Abgründe der menschlichen Psyche dar. Die Handlung beschäftigt sich mit den Schwächen eines Menschen. Kann ein Mensch der nur gutes im Sinn hat überhaupt existieren? Ist es normal keine Schwächen zu haben? Die Idee, dass man böse Gedanken, Wut oder Lügen anhand eines aufsteigenden Rauches bei einem Menschen sichtbar macht, hat mir sehr gut gefallen.
Der Schreibstil passt perfekt zur Atmosphäre des Buches und dem 19. Jahrhundert. Man könnte annehmen, wirklich ein Buch aus dieser Zeit zu lesen. In dieser Hinsicht hat sich der Autor selbst übertroffen.
Teilweise war das Buch jedoch leider etwas langatmig und manche Fragen blieben bis zum Ende hin unbeantwortet.

Ich fand das Buch auf jeden Fall sehr lesenswert und kann es jedem empfehlen, der tiefgründigere Geschichten mag. Smoke ist ein geheimnisvolles aber auch komplexes Buch, dass mit einer faszinierenden und düsteren Atmosphäre überzeugt.

Von mir gibt es für dieses Buch 4 von 5 Sternen!

Ziemlich gruselig, aber tiefsinnig

Von: Stephi Datum : 24.04.2017

www.stephienchen.de

Der Klappentext des Buches hat mich sofort neugierig gemacht und er hält wirklich was er verspricht. Schon nach weniger Seiten war ich gefesselt von der Geschichte – schon lange nicht mehr habe ich so viele Seiten an einem Stück gelesen. Und Thomas ist mir dabei sofort ans herz gewachsen außerdem wollte ich auch unbedingt wissen, was hinter dem Rauch steckt. Doch das Buch ist auch sehr düster – womit ich es wahrscheinlich auch hätte rechnen müssen, bei einem Buch, in dem „Das Böse“ was auch immer das genau ist eine zentrale Rolle spielt. Mir persönlich war es dann zwischenzeitlich einfach zu düster und ich habe mich beim Lesen zu sehr gegruselt. Außerdem ist das Buch wirklich sehr gesellschaftskritisch und macht sehr nachdenklich. Das hatte ich so nicht erwartet. Wer aber mit diesen beiden Punkten kein Problem hat, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Es ist wirklich genial geschrieben!

Facetten des Rauches - des Lebens

Von: Isa aus Uelzen Datum : 24.04.2017

www.nerd-aber-herzlich.de

Zuerst einmal finde ich das Cover wunderschön und ich liebe London :D, das wollte ich nur mal gesagt haben. Der Klappentext weckte bei mir schon vorab großes Interesse an diesem Buch und ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte ist genauso außergewöhnlich wie der wunderbare Schreibstil des Autors und ich war sofort in einer rauen, grauen, trostlosen Welt voller Mysterien rund um den „Rauch“ gefangen.

Der Schreibstil wird vermutlich nicht jedem gefallen, denn alles wird sehr genau und detailliert beschrieben und manches auch metaphorisch, dieses könnte einigen Lesern zu viel werden. Aber wenn man kein Problem hat mit ausufernden Beschreibungen, sich ändernden Perspektiven und schwierigen Überlegungen, dann ist man hier genau richtig. Der Autor spielt mit Moralvorstellungen und diverse Ausführungen im Buch, über „richtig“ und „falsch“, brachten mich oft zum nachdenken. Er erschafft dabei auch eine düstere, schwere Atmosphäre, fast schon so, als ob die beschriebenen Rauchwolken, direkt über einem hängen. Ich finde, das ist wirklich etwas besonderes und das schafft wirklich nicht jeder Autor.
Es kann sehr viel in die Geschichte hineininterpretiert werden und oftmals hat man das Gefühl, dass auch vieles zu unsere aktuelle Zeit und Gesellschaft passt.
Vermutlich hat dieser besondere Stil und der Tiefgang der Geschichte, aber auch dazu beigetragen, dass ich sehr lange für das Buch gebraucht habe, was dem Lesevergnügen allerdings keinen Abbruch getan hat.
Die Mischung aus Fantasy, Thriller, Mystery und Historienroman hat mich begeistert und beeindruckt. Ein sehr gelungener Genremix mit einer innovativen, durchdachten Geschichte, welche stark zum nachdenken anregt und einen viele Gefühle durchleben lässt, welche auch von den Protagonisten durchlebt werden. Das Ende der Geschichte lies mich mit einer Gänsehaut zurück und ich bin mir sicher, dass die Geschichte noch lange in mir nachhallen wird.

Eine klare Empfehlung von mir. Eines der ungewöhnlichsten Bücher, die ich jemals gelesen habe – im positivem Sinne. Am besten vorher eine Leseprobe lesen, da der Schreibstil auch etwas außergewöhnlich ist.

Kreative Idee

Von: thebookpassion Datum : 22.04.2017

thebookpassion.blogspot.de/

Jede Lüge oder boshafter Gedanke werden durch Rauch, der dem Körper entweicht, sichtbar. Und so versucht die Elite der Gesellschaft ihr Kinder streng und möglichst sündenfrei zu erziehen. Die beiden Freunde Thomas und Charlie besuchen daher ein Eliteinernat. Im Internat herrschen harte und vor allem strenge Regeln. Doch was ist, wenn es Menschen gibt, denn es gelungen ist, die Regeln des Rauches außer Kraft zusetzten? Auf eben diese Fragen stoßen die beiden Freunde und machen sich auf, um Antworten zu finden. Dabei stoßen sie auf Intrigen, überraschende Freunde und auch auf Feinde.


Der Roman scheint momentan in aller Munde zu sein und die Meinungen gehen weit auseinander vom Jahreshighlight bis zum absoluten Flop ist alles dabei. Ich war daher recht gespannt, ob „Smoke“ mich überzeugen kann oder ich eher zu den Kritikerinnen zähle.
Der Roman setzt sich vor allem mit der Frage auseinander, ob Menschen ohne Schwächen wirklich noch menschlich sind und menschlich handeln könne oder eine gewisse Dunkelheit benötigt wird um Licht und Güte in die Welt zu bringen.
Von Anfang an hat mir die Idee gefallen, dass Sünden, Lügen oder auch Wut in Form von Rauch auftreten und so für jeden sichtbar wird. Die Idee ist einfach absolut kreativ und interessant und alles andere als 0-8-15. Dabei erhält man gerade zu Anfang nur recht wenig Informationen über den Rauch und zusammen mit den beiden Protagonisten Thomas und Charlie versucht man immer mehr über den Rauch und seine Beschaffenheit zu erfahren. Die Details bezüglich des Rauches oder auch der politischen Intrigen werden geschickt mit der Geschichte verwoben, sodass der Lesefluss nicht unterbrochen wird.
Insgesamt erschafft der Autor einen atmosphärischen Roman mit einer beklemmenden und düsteren Stimmung. Trotz der gelungenen Atmosphäre gelingt es dem Autor jedoch leider nicht die Spannung konstant zu halten. Vor allem zum Ende hin werden viele Situationen einfach zu stark ausgeschmückt und beschrieben. Das Ende ist für mich jedoch leider dennoch zu abrupt. Es bleiben einfach zu viele Fragen offen. Ich hätte mir einfach gewünscht, dass ich noch mehr über den Rauch und dessen Beschaffenheit erfahre.

Jede Figur hat sympathische und unsympathische Charakterzüge, sodass es keinen richtigen Sympathieträger gab, dies hat mich jedoch keines falls gestört, da es einfach zu der Thematik passt. Fröhliche und nette Figuren hätten zu der düsteren und auch kritischen Geschichte einfach nicht gepasst.

Auch, wenn ich vor allem Probleme mit dem Ende des Romans hatte konnte mich der Rest positiv überraschen. Der Roman ist absolut atmosphärisch und kreativ.