VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü
  • facebook
  • google+
  • whatsapp
  • twitter
  • add this

Leserstimmen (13)

Stephan R. Meier: NOW Du bestimmst, wer überlebt.

NOW Du bestimmst, wer überlebt. Blick ins Buch

Bestellen Sie mit einem Klick

oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler.

€ 13,00 [D] inkl. MwSt.
€ 13,40 [A] | CHF 17,90*
(* empf. VK-Preis)

Paperback, Klappenbroschur ISBN: 978-3-328-10049-2

Erschienen: 09.01.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: eBook (epub)

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Anmeldung

Kundenrezensionen

5 Sterne
(4)
4 Sterne
(3)
3 Sterne
(3)
2 Sterne
(3)
1 Stern
(0)

Ihre Bewertung

Leserstimme abgeben

Voransicht

[Rezension] NOW

Von: applepiebooks Datum : 20.08.2017

applepiebooks.blogspot.com

Ersteinmal muss ich sagen, dass ich mich wirklich auf den Thriller gefreut habe. Der Klappentext und auch das Cover sahen für mich wirklich passend aus für einen Thriller. Ich habe allerdings festgestellt, dass der Klappentext etwas anderes verspricht, als das Buch letztendlich gehalten hat. Ich dachte, die Flucht von Spark stehe im Fokus, wobei man dadurch dann einen Eindruck der Welt, in der die Protagonisten leben, bekommt. Die Flucht Sparks beginnt aber erst ca. 40 Seiten vor Ende des Buches. Vorher wird vor allem die Entstehung der NOW-gesteuerten Welt thematisiert, was ich aber auch ganz spannend finde. Ich bin nur etwas enttäuscht, dass die Flucht nur am Rande erwähnt wird und zudem ist das Ende für meinen Geschmack viel zu abrupt.
Ich bin aber der Meinung, dass die Thematik eine durchaus wichtige Rolle-auch in unserer Zeit- spielt. Durch die Digitalisierung könnte es durchaus Realität werden, dass wir schon bald von einem Algorithmus gesteuert werden. Der Thriller regt uns zum Überdenken unseres Daseins an und auch jetzt noch denke ich darüber nach. Was würde passieren, wenn wir zu den aussortierten 99% gehören würden, die keine Zukunft mehr haben?
Ein weiterer Kritikpunkt aus meiner Sicht ist der Schreibstil. Ich habe einfach nicht den richtigen Zugang zu Spark finden können, weshalb die Handlung mich nicht mitreißen konnte. Sunway war mir dagegen sofort sympathisch, was auch an ihrer Ablehnung gegenüber von NOW liegen kann.
Abschließend muss ich also sagen, dass ich den Thriller ganz okay finde, er mich aber leider nicht mitreißen konnte. Die Thematik ist jedoch sehr aktuell und interessant.
Deshalb vergebe ich 3 von 5 Sternen.

Potential leider nicht genutzt

Von: Christian Datum : 28.04.2017

bieberbruda.blogspot.de/

Was geschieht, wenn man die Geschicke der Menschheit durch einen Computeralgorithmus steuern lässt? "Now - Du bestimmst, wer überlebt" spinnt ein düsteres Zukunftsszenario, in dem alles vernetzt ist und durch fremde Hand gesteuert wird...

Inhalt:
NOW sollte die Welt retten: Indem man die Welt durch einen intelligenten Algorithmus steuern lässt, sollen viele Probleme behoben werden: Beispielsweise keine Kriege mehr zwischen den Staaten oder die Reduzierung der Umweltverschmutzung ein Minimum. Doch die Sache hat einen Haken, denn die schöne neue Welt spaltet die Bevölkerung in zwei völlig konträre Klassen: Die von NOW profitierende Elite und der Rest, der versteckt vor NOW täglich ums nackte Überleben kämpfen muss. Spark, der Sohn des Miterfinders von NOW, gehörte zur Elite und lebt ein sorgenfreies Leben - bis seine Frau verstoßen wird! Sein Glaube an das neue System beginnt immer weiter zu bröckeln...aber wie kann man gegen eine alles sehende und immer intelligenter werdende Macht ankämpfen?

Meine Meinung:
Die Geschichte bietet wirklich sehr viel Potential und der Autor macht auch einiges richtig - hier spiele ich vor allem auf die konträren Aussagen der beiden Gesellschaftsklassen an. Denn die gegensätzlichen Aussagen werden meiner Meinung nach gut gegenüber gestellt, sodass man sich in beide Klassen hineinversetzen kann. Durch Rückblicke in die Vergangenheit lernt man über den Ursprung des neuen Systems und der Entwicklung der Welt seit dem "Go Live" von NOW. Insbesondere bei den Blicken in die Vergangenheit erkennt man viele (erschreckende) Parallelen zu heute. So viel zu den positiven Aspekten, denn leider überwiegt die Kritik:
Durch die vielen Sprünge und unterschiedliche Erzählstränge kann man schnell den Überblick verlieren und hat teilweise Schwierigkeiten der Story zu folgen - bei der Aneinanderreihung fehlt der rote Faden, der den Leser durch das Buch führt. Zusätzlich hält sich der Autor zu oft mit Kleinigkeiten/Nebensächlichkeiten auf, die die Geschichte nicht voran bringen und die Spannung rauben. Und selbst Spark (der Hauptprotagonist) bleibt praktisch durchgehend blass, sodass man sich nicht mit ihm identifizieren kann und seiner Geschichte eher gleichgültig folgt.
Sehr schade, dass der Autor das Potential nicht nutzen konnte und sich zu sehr verzettelt hat, denn "Now" hätte wirklich ein großartiger Sci-Fi-Roman werden können (bitte nicht von der Kategorie "Thriller" blenden lassen).

Fazit:
Eine faszinierende und hochaktuelle Idee, die leider sehr schwach umgesetzt wurde. Ich wollte das Buch wirklich mögen und muss dennoch 2,5 Sterne vergeben.

Rezension: Stephan R. Meier - ‘NOW - Du bestimmst, wer überlebt’

Von: miss_mandrake Datum : 23.03.2017

www.live-breath-words.de

Der Mensch kann jedoch nicht ohne die Natur leben - die Natur aber ohne den Menschen.

Die Menschen haben es endlich geschafft: Eine Singularität zu programmieren, die das Leben auf der Erde besser machen soll. Das System NOW.
Krankheiten gibt es nicht mehr, die Menschen leben in einer großen Familie, alles ist umsonst.
Das neue System hat jedoch einen Haken: Nur ca. 1% der gesamten Menschheit auf der Erde können Teil dieser neuen Welt sein. Der Rest wird in die Steinzeit katapultiert und sich selbst überlassen.
Das Buch beginnt mit einem Prolog in dem wir auf Sparks, einer der Hauptcharaktere, treffen. Er versteckt sich aus Angst vor dem System im Wald und lebt dort als eine Art Wilderer, auf der Suche nach seiner großen Liebe Sunway.
Im Verlauf der Geschichte erfahren wir jedoch, dass Sparks eigentlich zu den 1% gehört, der obersten Liga, da er der Sohn eines Mitgründers ist, die NOW entwickelt haben.
Warum also lebt er im Wald, anstelle mit Sunway sein Leben in vollen Zügen zu genießen?

Meine Meinung:
Ich habe den Klappentext gelesen und war von der Idee des Buches sofort begeistert.
Ich liebe Romane mit düsteren Zukunftsvisionen, vor allem wenn Sie so in der Art wirklich auf uns zu kommen könnten.
Die Schilderung wie es zu NOW kam und das System selbst sind sehr schlüssig und gut durchdacht beschrieben.
Leider konnte ich keinen richtigen Bezug zu den Protagonisten aufbauen. Der Autor beschäftigt sich so sehr mit der Entstehung und Erklärung der zukünftigen Welt, dass die Gefühlsebene auf der Strecke blieb.
Die vielen Ausführungen machten es mir sehr schwer wirklich konzentriert bei der Geschichte zu bleiben.
Ich konnte mit den Figuren nie richtig mitfiebern und auch Spark und sein Schicksal waren mir leider bis zum Ende relativ gleichgültig.
Auch die Zeit- und Ortssprünge nach jedem Kapitel waren für mich eher verwirrend und machten das Lesen sehr anstrengend.

Fazit:
‘NOW - Du bestimmst wer überlebt’ hat eine super Grundidee und eine Welt, die fasziniert, gerade weil sie so nah an unserem jetzigen Leben angelehnt ist.
Während des Lesens habe ich mir oft Gedanken gemacht wie ich zu diesem neuen Leben stehen würde und ob so ein System tatsächlich möglich wäre.
Die Story lies mich allerdings größtenteils kalt. Keine wirkliche Spannung, keine Protagonisten die mich emotional berührt haben.
Wirklich weiterempfehlen kann ich diesen Thriller, der eigentlich gar kein Thriller ist, leider nur bedingt.

Die Zukunft ist NOW

Von: Denise Datum : 16.03.2017

www.tapsisbuchblog.blogspot.de

Die USA in nicht allzu ferner Zukunft: die Menschheit hat sich fast selbst zerstört. Durch Kriege, Umweltverschmutzung und Hass hat sie sich an den Rand der Vernichtung manövriert. Doch auf einem kleinen Landstrich, genannt Eden, leben die verbliebenen Menschen in Frieden und Ruhe. Möglich macht dies die künstliche Intelligenz NOW, die das gesamte Leben beherrscht. Doch wie gut ist, sich vollkommen einer Technik zu ergeben?

"NOW" von Stephan R. Meier hat mich aufgrund seiner Thematik und seines Klappentextes neugierig gemacht. Eine Zukunft ohne Regierungen, dafür aber mit einem allwissenden Computerwesen. Das versprach Spannung. Doch leider wurde dieses Versprechen nicht eingehalten.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei vollzieht man kapitelweise Zeit- und Figurensprünge. So erlebt man nicht nur die aktuelle Gesellschaft mit NOW, sondern ist auch hautnah bei der Entstehung der künstlichen Intelligenz dabei. Diese Mischung fand ich gut, auch wenn ich mir weniger hektische Zeitsprünge gewünscht hätte. Dennoch ist die Idee, auf zwei Zeitebenen die Geschehnisse in der Welt zu schildern, hervorragend.

Leider kam bei der gesamten Lektüre keine Spannung auf. Die Figuren, die der Autor erschaffen hat, blieben mir fremd und unnahbar. Weder zu Spark, der quasi ein Prinz in Eden ist, noch zu den Menschen außerhalb von NOW konnte ich eine Beziehung aufbauen. Sie blieben blass, flach und für mich ohne Belang. Stephan R. Meier legte sein Hauptaugenmerk auf die technischen Entwicklungen, die in seinem Roman stattfanden. Das mag anziehend sein, für mich war die Aneinanderreihung irgendwann langweilig und sinnfrei. Denn ohne Sympathieträger interessiert mich auch die Entwicklung der besten künstlichen Intelligenz nicht.

Und so kam es, dass ich das Buch nach der Hälfte zur Seite legte. Ja, es gab durchaus mitreißende Momente. Diese verflogen aber so schnell, dass ich alsbald das Interesse an dem gesamten Werk verloren habe. Ich hätte mir mehr Menschlichkeit und weniger Technik gewünscht.

Der Stil von Stephan R. Meier ist gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise wird akademisch, überfordert den Leser aber nicht.

Fazit: Meine Zukunft muss ohne NOW auskommen. Schade.

Vielversprechend, aber nur unzureichende Umsetzung

Von: Lenny Datum : 13.03.2017

listen-to-lenny.blogspot.de/

Ich las den Klappentext und es war um mich geschehen: Ich musste die Geschichte einfach lesen, erinnerte sie mich doch sehr an Bücher, die ich bereits in der Vergangenheit gelesen habe und mir gut bis sehr gut gefallen haben. So folgte also "NOW" in deren Fußstapfen und ich war gespannt, was für eine Welt mich darin erwartete. Doch es kam anders als gedacht.

Doch kommen wir zunächst zum Inhalt: Wie bereits im Klappentext ausgeführt geht es vornehmlich um Spark, der noch im Prolog in den Wäldern als Wilder lebt und jeden Tag gegen die Angst kämpft. Die Angst vor genau dem System, in dem er noch vor wenigen Wochen glücklich lebte und alles hatte, was man sich nur wünscht. Zusätzlich gibt es aber auch Erzählstränge, die andere Figuren in den Mittelpunkt rücken: So erfährt der Leser mehr über die Entwickler des Systems und deren Bosse, die die wissenschaftliche Errungenschaft von NOW im Auge haben und nur dessen Vorteile betonen. Gleichzeitig gibt es aber auch Schilderungen von Personen, die aufgrund des alten Systems leiden, aber der neuen Situation ebenfalls nicht gewachsen sind. So entsteht ein komplexe Ansicht auf die vorzufindenden Umstände - vor und nach der Einführung von NOW.

Prinzipiell gefiel mir diese Beschreibung wirklich gut: Man merkt recht schnell, wie nah diese skizzierte Zukunft tatsächlich schon ist, denn die Geschichte könnte so wirklich in zehn Jahren eintreten. Der Autor schafft es sehr gut, technische Entwicklungen ab den frühen 2000ern so aufzuzeigen, dass sie nah an aktuellen Trends liegen und dadurch eindringlich deutlich zu machen, wie wahrscheinlich das System tatsächlich ist. Ein Beispiel dafür wäre das Leben mit Apps, die es ja wirklich gibt und von vielen Menschen tagtäglich benutzt werden. In der Zukunft von NOW wurden diese Apps weiterentwickelt und zeigen sich in einem sehr interessanten und gleichzeitig erschreckenden Gewand. Dabei wird auch beschrieben, wie dieses System entstanden ist, welche Gedanken dahintersteckten und was damit erreicht werden wollte.

Dennoch fehlte mir bei den ganzen Ausführungen der persönliche Bezug zu den Figuren. Der Autor war so beschäftigt, diese zukünftige Welt zu zeichnen, dass er die Gefühlsebene scheinbar total ausgeblendet hat, was dazu führt, dass die Geschichte langatmig wird. Bis zum Schluss wurden Abläufe beschrieben, mathematische Formeln erklärt und geografische Entwicklungen ausgeführt. Dies führte dazu, dass ich stellenweise die Erklärungen nur überflog, denn wirklich Lust auf die Geschichte machten mir diese Beschreibungen nicht.

Durch die fehlenden Gefühle konnte ich auch nicht wirklich mit den Figuren mitfiebern. Spark war mir bis zum Schluss eigentlich relativ gleichgültig, denn ich hatte nicht das Gefühl, dass er zu irgendeinem Zeitpunkt nicht wusste, was er zu tun hatte. Ja, er ist ein Wilder, aber er weiß, was seine Aufgabe ist und wie er diese erfüllen kann. Zwar macht das nicht wirklich Sinn, schließlich kannte er zuvor nichts außer seine Welt mit NOW, aber gut, dieser Aspekt störte mich dann am Ende auch nicht mehr sonderlich, schließlich hatte ich mich bereits vorher schon von dem Thriller distanziert. Alle anderen Figuren waren, zumindest so mein Eindruck, nur dazu da, entweder die Entwicklung von NOW zu beschreiben oder ihre schrecklich-ärmliche Situation vor dem System aufzuzeigen, damit man versteht, warum die Entwickler taten, was sie letztendlich taten.

Mein Fazit:
"Now Du bestimmst, wer überlebt" hat eine großartige Grundidee und eine Welt, die fasziniert, eben weil sie so realistisch und nah an unserem echten Leben dran ist. Während des Lesens dachte ich ständig darüber nach, wie man wohl diese Welt am besten auf die Kinoleinwand bringen könnte, denn sie bietet wirklich viele Möglichkeiten und könnte bestimmt total toll realisiert werden. Doch trotz dieser sehr genauen Beschreibung und der visuellen Umsetzungsmöglichkeiten, ließ mich die Story einfach kalt. Keine spannenden Handlungen, keine Figuren, die den Leser emotional in die Geschichte reinziehen und leider keine überraschenden Wendungen - lediglich das Ende war für mich schön schlüssig und so, dass ich dann doch noch schmunzeln musste.

Ich habe mit mir gerungen, wie viele Sterne ich vergebe, aber leider kann auch das schöne Ende, welches literarisch bestimmt ganz großartig ist, meinen Eindruck nicht wirklich verändern: Für mich hat dieser Thriller, der gar kein Thriller ist, einfach nur 2 von 5 Sternen verdient. Denn auch wenn die Idee super ist: Wirklich weiter empfehlen kann ich das Buch leider nicht. Deshalb auch die niedrige Bewertung.

NOW

Von: Manuela Hahn Datum : 01.03.2017

lesenswertesausdembuecherhaus.blogspot.de/

Inhalt: Nach langem Wettlauf gegen eine andere Computerfirma hat EUKARION mit Hilfe der amerikanischen Präsidentin gewonnen, ihr Computerprogramm NOW übernimmt das komplette Leben der Menschheit und NOW sortiert aus, emotionslos wie die Natur, wer leben darf und wessen Leben nichts wert ist. Evolution 4.0. Die wenigen Auserwählten leben frei von Sorgen in begrenzten Gebieten, sie sind die NOW. Die letzten Überlebenden nach der Übernahme des Lebens von NOW nennt man LOW, sie versinken immer mehr in archaische Zustände und sterben aus, einige wenige werden von NOW auserwählt zum Vergnügen der NOW oder um es hart auszudrücken zur Zucht, denn der Genpool der NOW ist noch nicht vielfältig genug. Als Spark der Sohn eines der Mitbegründer EUKARIONS, sich in eine LOW namens Sunway verliebt und dem Geheimnis um den Tod seines Vaters auf die Spur kommt, ändert sich sein Leben radikal, er wird zum LOW.

Meine Meinung: Wenn ich meine Inhaltsangabe lese, bekomme ich fast wieder Lust das Buch nochmals zu lesen. Leider hält die Story nicht das was der Klappentext verspricht. Teilweise war ich wirklich versucht Seiten zu überblättern, wenn es um die Entstehung von NOW ging, da hätten es einige Seiten weniger sein dürfen, die Passagen waren doch recht zäh. Spannend wurde es nur wenn vom Leben Sunways erzählt wird, die noch ein Baby war als NOW die Macht übernahm und deren Mutter mit ihr und ihrem Bruder aus Los Angeles floh. Nur leider leider waren die Passagen viel zu kurz auch wurde das Leben der NOW für meinen Geschmack zu wenig beschrieben. Zwar habe ich erfahren wie Strom erzeugt wird, das Autos selbständig fahren, Kleidung aus Bambusfasern hergestellt wird und es für alles Drohnen und Macrobots gibt, die von der Aussentemperatur bis zum Kohlensdioxidgehalt in der ausgeatmeten Luft alles messen und danach die Nahrungsergänzungsmittel und Hautcreme zusammenstellen, sogar kleinere Gendefekt können ausgeschaltet werden ( da wäre wieder eine Passage gewesen die mich interessierte, der kleine Sohn einer Nichte von Spark, hatte so einen Gendefekt nichts dramatisches aber trotzdem hätte er nicht sein dürfen, hat NOW versagt? Nur wurde auch dieser Erzählstrang nicht weiter erzählt, sehr frustrierend) Das zog sich leider durch das gesamte Buch ,kaum wurde es spannend wechselte der Autor wieder das Thema. Nicht einmal die Suche Sparks nach Sunway, wird ausführlich beschrieben, obwohl man das nach dem Lesen des Klappentextes erwarten könnte.
Das Thema ist hochspanndend, sind wir doch nicht mehr all zuweit vom gläsernen Menschen entfernt, jeder von uns der sich im Internet bewegt muss sich bewusst sein, das seine Daten gesammelt und ausgewertet werden, momentan vielleicht *nur* um gezielte Werbung zu erhalten, eines Tages vielleicht um zu entscheiden wer lebt und wer stirbt.

Von: Hoffmann aus Berlin Datum : 01.03.2017

Buchhandlung: Thalia Buchhandlung Berlin GmbH & Co. KG

Wo Circle aufhört, macht NOW weiter. Viel, viel weiter. Eine beängstigende Zukunftsvision, in der Algorithmen das Wohl und Wehe der Menschheit steuern. Lesenswert!

Horror-Szenario...

Von: buch-leben Datum : 25.02.2017

buch-leben.blogspot.de

Zugegeben: Auf den ersten 100 Seiten habe ich mir mit diesem Buch richtig schwer getan. Ich kam irgendwie nicht so richtig rein. Das lag daran, dass nicht nur die Perspektiven, sondern auch die Zeit (vor oder nach NOW) gewechselt wird. Da fiel es mir sehr schwer, einen roten Faden zu erkennen. Außerdem gab es doch einige technische Details, die ich relativ kompliziert fand bzw. wurden diese genau erläutert - das hätte ich gar nicht gebraucht.

Dann aber nimmt das Buch Fahrt auf und ich konnte es kaum noch aus der Hand legen. Dieses Horror-Szenario, das aufgebaut wurde, ist einfach zu realistisch. Das liegt auch daran, dass es eben nicht so weit weg ist, wie man es von Dystopien kennt. Denn der Start von NOW liegt gerade mal 10 Jahre in der Zukunft. Außerdem wird vieles angesprochen, was heute schon möglich ist - und umso realistischer ist das Buch.

Der Schreibstil ist alles in allem sehr angenehm zu lesen - bis auf einige Passagen, die wirklich für meinen Geschmack zu technisch waren. Hier habe ich dann einfach mal ein bisschen überflogen :D

Spannung kommt auch durch die verschiedenen Perspektiven auf. Man lernt verschiedene Figuren lieben und hassen - und fiebert natürlich dementsprechend mit. Wer nach einer Liebesgeschichte, wie man sie auf den Jugenddystopien kennt, sucht, ist hier aber an der falschen Adresse. Romantik wird nicht unbedingt großgeschrieben.

Etwas enttäuscht war ich allerdings vom Ende: Das kam nämlich mehr als plötzlich. Wenn ich ehrlich bin, habe ich bis 20 Seiten vor Schluss noch mit einer Fortsetzung gerechnet. Aber dann geht alles Schlag auf Schlag und dabei kommen mir einige offene Fragen definitiv zu kurz.

Insgesamt konnte mich das Buch - aber vor allem auch die Idee dahinter - überzeugen. Deswegen gibt es von mir 4 Sterne!

NOW ..... schon greifbar nahe?

Von: Brigitta Datum : 17.02.2017

wunderbaregeschichten.blogspot.de/

Zusammenfassung:
Spark kämpft im Wald um sein Überleben. Er ist ein Ausgestoßener auf der Flucht, ausgestoßen aus NOW, der Gesellschaft, die er mitentwickelte, die sein Vater schuf.
Nach und nach bekam Spark jedoch Zweifel an NOW und je mehr er sich aus seinem bequemen Leben herauswagte, desto mehr durchschaute er NOW und den Plan NOWs und damit blieb ihm nichts anderes als die Flucht aus NOW.
Nun teilt er das Leben mit 99 % der Erdbevölkerung, die nicht zu NOWs Auserwählten gehörten.
Von diesen sind nicht mehr viele am Leben, aber genug um Sparks Leben gefährlich zu machen. Nicht nur die Überlebenden sind eine Gefahr für Spark, auch vor den Drohnen NOWs, die die Wälder nach "Wilden" durchstreifen muss Spark sich verstecken.
Doch Spark kämpft nicht nur um sein Überleben, er sucht auch Sunway, seine große Liebe, die auch nicht zu dem ursprünglichen 1 % der Auserwählten gehört.

Fazit:
Eigentlich bin ich ja kein großer Fan von Dystopien, denn diese erdachten Gesellschaftsformen sind mir meist zu konstruiert und neigen dazu in "Fantasy" abzugleiten.
NOW hingegen habe ich sofort geliebt und verschlungen. Vielleicht auch, weil Züge der Gesellschaft auch bei uns zu finden sind und wenn ich die technologische Entwicklung weiterdenke, könnte ich wirklich fast in NOW landen.
Die Geschichte ist eine logische Weiterführung unseres Ist-Zustandes und deshalb für mich sehr glaubwürdig.
Allerdings heißt, dass ich das Buch verschlungen habe, nicht, dass ich es ratzfatz gelesen habe.
Nein, eigentlich habe ich viel Zeit zum Lesen gebraucht, weil manche Kapitel voll mit geballter Information war, die ich regelmäßig erst einmal überdenken musste.
Das bedeutet aber auch, dass mich das Buch total gepackt hatte, so dass ich es nicht nur als Zeitvertreib genossen habe, sondern es hat auch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema stattgefunden.
Besonders interessant fand ich das einige Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wurden. So erlebt man einen Abend im Leben von Taylors Mutter in Los Angeles. Diese alleinerziehende Mutter lebt in bitterer Armut und ein Weg aus dieser Armut ist nicht zu erkennen. Sie schaut eine 10 Jahre alte Wiederholung einer Diskussionsrunde im Fernsehen, in der es um neue Technologien geht und wie diese in eine gesellschaftliche Neuordnung münden könnten.
Gleichzeitig schaut auch Mitch diese Wiederholung. Nur ist Mitchs Position eine ganz andere, denn als Mitentwickler von NOW kennt er schon den logischen Schluss und er weiß was bald passieren wird.
Während Mitchs Sohn Spark und einer wohlbehüteten Welt aufwachsen wird, werden Taylor und seine Schwester in eine Welt ohne Infrastruktur, Chaos und Auflösung gestürzt.
An diesen verschiedenen Sichtweisen und Erlebniswelten wird die Ungerechtigkeit NOWs ganz plastisch und begreifbar, während die Menschen in NOW, sowie die Entwickler und Hüter von NOW die neue Welt als voller Gerechtigkeit und beinahe paradiesisch empfinden, ist der größte Teil der Menschheit, die außerhalb von NOW lebt, gejagt und auf sich allein gestellt.
NOW wird nicht linear erzählt, vielmehr wird zwischen Zeiten und Orten gesprungen. Dies ist zwar etwas schwierig nachzuverfolgen und als Ganzes zu erleben, aber trotzdem wird gerade aus dieser Erzählweise ein komplettes Bild geschaffen.
Hintergründe, Entstehungsgeschichte und Gegenwart werden so komprimiert und in sich stimmig.
Trotzdem hätte ich mir noch ein paar hundert Seiten mehr gewünscht, denn die Geschichte hatte mich wirklich gepackt.

Es wird Realität - schneller, als uns lieb ist

Von: Belana Hermine Datum : 07.02.2017

belanahermine.wordpress.com

Inhalt

Auf den ersten Seiten begegnet uns Spark, die Hauptfigur des Buches, auf der Flucht. Dabei hat er sich als offensichtlich nahezu überzivilisierter Mensch nun mit der rauhen, unbearbeiteten Natur auseinanderzusetzen, was ihn ziemlich in Existenznöte führt.

Die Gründe, die Auslöser und auch das Ziel seiner Flucht erfahren wir dann im eigentlichen Buch.

Im Versuch, die Fehler der Menschheit auszubügeln, neue Fehler zu vermeiden und der Menschheit ein sicheres, langfristiges Überleben zu garantieren, wird eine Elite-Zivilisation errichtet, die durch eine künstliche Intelligenz gesteuert wird. Der Aufbau dieser Zivilisation fordert Milliarden Opfer, von denen die Auserwählten aber eigentlich nichts mitbekommen.

Die „schöne Idylle“ gerät ins Wanken, als die künstliche Intelligenz zu menschliche Züge annimmt.

Subjektive Eindrücke

Es war gut, dass die Einleitung mit der Schilderung von Sparks Flucht so kurz (11 Seiten) ausgefallen ist. Das ist so überhaupt nichts, was ich gern lese. Dafür bin ich aber im kompletten Rest des Buches für das Durchhalten belohnt worden.

Hier wird der ernsthafte und am Anfang durchaus gut gemeinte Versuch beschrieben, eine lebenswerte Umwelt für die Menschheit zu schaffen. Es wird sehr plastisch beschrieben, wie das möglich sein kann. Es wird aber ebenso eindringlich gezeigt, welche Gefahren dieser Versuch birgt.

Die Figuren sind lebendig gezeichnet. Sie agieren glaubhaft und logisch nachvollziehbar. Ein wenig Probleme hatte ich mit einigen schnellen Szenenwechseln, das sie zum Teil auch mit Zeitwechseln verbunden waren. Nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, konnte ich auch damit gut umgehen. An zwei oder drei Stellen war mir nicht ganz klar, wie Spark gerade auf diese Schlussfolgerung gekommen ist. Da man aber die eigentlichen Fakten schon aus der Beschreibung aus einer anderer Perspektive heraus kannte, störte das nicht wirklich beim Lesen.

Es hat viel Freude gemacht, das Buch zu lesen. Ich wollte unbedingt wissen, wie es ausgeht. Aber ich musste nicht hinten nachschauen. Also ein für mich optimales Spannungsniveau.

Fazit

Recht schnell wird klar, dass wir – technisch gesehen – nicht wirklich weit entfernt von solch einer Zukunftsvorstellung sind. Nein, ich glaube sogar, dass wir schon eher dabei sind, sie umzusetzen. Lest das Buch und entscheidet selbst, wie erstrebenswert Euch diese Vision erscheint.

Ich danke dem Verlag sehr herzlich für dieses äußerst tolle Rezensionsexemplar.

Gute Dystopie - KI, Rettung oder Untergang?

Von: Buchfeeteam Datum : 06.02.2017

www.buchfeeteam.blogspot.de

Inhalt

Es ist soweit - die Menschen haben es geschafft und eine Singularität, eine KI, programmiert, die tatsächlich so weit entwickelt ist, dass sie für die Menschen alles besser macht und sämtliche aktuellen Probleme der Zeit löst.

Es gibt nur einen kleinen Haken: Nur ca. 1% der Menschheit auf der Erde können Teil der schönen neuen Welt sein - der Rest muss leider draußen bleiben.

Spark gehört zu den 1% - als Sohn des Mitgründers der Firma Eukaryon, die Now entwickelt hat, gehört er zur ganz oberen Liga. Eines Tages trifft er Sunway - eine "Wilde", die jedoch die richtigen Gene hat und nach Absolvierung eines Ausbildungslagers in die Welt von Now eintreten darf.

Doch dann entwickeln sich die Dinge anders als erhofft und Spark findet sich auf der falschen Seite wieder.

Beurteilung

Als Fan von Dystopien hat mich Now natürlich sofort neugierig gemacht. Sehr faszinierend finde ich schon immer die Vorstellung einer weiterentwickelten KI, als wir sie heute kennen, denn meiner Meinung nach gehört es zu den wahrscheinlicheren Szenarien für die Zukunft, dass wir mehr und mehr die Dinge den Computern überlassen - wobei man eine KI ja nicht mehr wirklich Computer nennen kann.

Das Buch beschreibt in einem etwas verwirrenden Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit, wie sich aus der aufstrebenden IT-Firma Eukaryon die Singularität Now entwickelt und die Steuerung übernommen hat.

Alle Protagonisten - Bill und Mitch, die beiden Gründer von Eukaryon, sowie auch Mitchs Sohn Spark - sind interessante, aber nicht unbedingt zu 100% sympathische Charaktere. Um realistisch zu bleiben, muss man aber auch sagen, dass sie wohl die Sorte Mensch sind, die auch schon heute größtenteils das Sagen haben unter den oberen 10.000- dort gibt es eben nicht die typischen Romansuperhelden und Prinzessinnen, die uns die Autoren gerne vorsetzen.

Ein spektakulärer Blick darauf, wie die Welt mit Hilfe der modernen Technik verbessert werden könnte - und wie schnell diese Technik in falschen Händen am Ziel vorbeigehen und viel Schaden anrichten kann.

Ein tolles Thema, noch dazu lässt sich das Buch auch ohne allzuviel Wissen sehr gut lesen - die Spannung ist von Anfang bis Ende voll da und die Handlung ist nicht berechenbar, man weiß einfach wirklich erst zum Schluss wie es ausgeht.

Dennoch kann ich diesem Buch nur 4 von 5 Sternen geben - zum einen, weil es wirklich anstrengend ist, den Zeit- und Ortssprüngen des Autors immer zu folgen, zum anderen, weil doch teilweise die Beschreibungen von Gerätschaften und Schauplätzen etwas arg von der Handlung abschweift.

Aber das sind nur kleine Minuspunkte - für Leser, die es lieber etwas düsterer haben und die nicht zu viel Kitsch und Romance in ihren Dystopien haben wollen, ist dieses Buch absolut empfehlenswert - es sei noch gesagt, dass ich das Buch wirklich ganz klar in die Dystopie einsortiere und nicht in das Thriller-Genre.

Also, es gibt verdiente 4 von 5 Sternchen für Now!

NOW Du bestimmst, wer überlebt.

Von: Nicole Plath Datum : 29.01.2017

www.nicole-plath.de

In der nahen Zukunft regelt der intelligente Algorithmus NOW das Leben der Menschen. Ein Mensch muss sich keine Gedanken mehr um Kleidung, Nahrung oder Gesundheit machen. Darum kümmert sich NOW mit seinen Robotern und Drohnen in allen Größen und für alle Lebenslagen. Alles ist untereinander vernetzt. Umweltverschmutzung gibt es nicht mehr, die Natur hat sich erholt. Es geht allen gut. Niemand muss arbeiten, jeder kann seinen Neigungen entsprechend sein Leben leben. Klingt nach einem Paradies? Für ein Prozent der Weltbevölkerung ist es das auch.

Die restlichen Menschen müssen jeden Tag um ihr Überleben kämpfen. Ihre Welt versinkt im Chaos. Alles, was vor NOW durch Computer geregelt wurde, funktioniert nicht mehr. Ein Reset in ein Leben hunderte Jahre zurück. Was diese Veränderung aus einem Menschen machen kann, zeigt die Geschichte.

Die Geschichte wird nicht linear erzählt. Es gibt Zeitsprünge in die Zeiten vor und nach NOW, sowie verschiedene Handlungsstränge. Spark, der Sohn des Miterfinders von NOW, Mitch, wächst nach dessen Tod bei Onkel Bill auf. Bill ist der Partner von Mitch und führt nun das Unternehmen alleine weiter. Natürlich gehören sie zu den Personen, die in Eden leben dürfen. Im Gegensatz zu einer Mutter, die mit ihren zwei Kindern weder vor noch nach NOW ein angenehmes Leben führen kann.

Es ist ein spannender Roman, der viel zu schnell vorbei ist. Die Zeitsprünge verraten nicht mehr, als unbedingt notwendig ist, was die Spannung straff hält. Einzig das Ende ging dann doch Schlag auf Schlag und plötzlich gab es keine Seiten mehr. Ein paar Fragen bleiben offen, aber auch das passt wieder zur Geschichte.

Stephan R. Meier hat eine sehr gut recherchierte Geschichte geschrieben. Der heutige Stand der Technik – mit all ihren Vor- und Nachteilen – ist im Roman schon Vergangenheit. In der Gegenwart sind die Menschen (zumindest die „Auserwählten“) ein Teil von NOW – einem Programm. Aber wie viel bleibt von einem Menschen, wenn NOW alles regelt? Dank NOW gibt es zwar keine Kriege und Nöte mehr, aber zu welchem Preis – auch für den Rest der Menschheit?

Auch die Gefahren, welche von NOW selbst ausgehen, bleiben nicht unerwähnt. Es ist ein Programm, welches selbstständig lernt und sowohl sich selbst als auch das Leben der Menschen optimieren möchte. Der Autor zeigt in seinem Roman auf, wie genau es dazu kommen konnte. Es ist die Geschichte eines Computerprogramms, seiner Entwickler und den Menschen, die entweder von ihm profitieren oder aus dem Raster fallen.

Möglich, dass der ein oder andere Leser denkt „was für ein Blödsinn, das wird es doch nie geben“. Doch, wie der Autor richtig schreibt, wir stecken schon mittendrin. Das wird eindrucksvoll im Buch geschrieben. Wer weiß schon, wer alles Zugriff auf unsere Daten hat und was er damit macht? Das Buch lässt den Leser mit einigen Fragen zurück. Diese wird nur die Zukunft beantworten können. Warten wir es ab.

Zwei Kritikpunkte gibt es dann aber noch. Das Wort „Du“ im Titel bezieht sich auf NOW, was nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Der Text auf der Rückseite weckte bei mir eine andere Erwartung an den Inhalt. Es ist keine Geschichte über einen Mann, der in der Wildnis um seine große Liebe und die Zukunft der Welt kämpft. Wer mit dieser Erwartung an das Buch geht, könnte enttäuscht werden. Ich selbst fand das Buch genial, da es zeigt, wohin die Zukunft gehen könnte.

Grauenvoll realistisches Zukunftsszenario

Von: Gwees Bücherwelt Datum : 22.01.2017

gweesbuecherwelt.blogspot.de

NOW – Du bestimmst, wer überlebt. ist einer der Romane aus dem ersten Programm des Penguin Verlag. Optisch ist das Buch sehr schlicht gehalten und gibt nur dezente Hinweise auf den Inhalt. Der Klappentext klingt spannend und vielversprechend, ist allerdings im Sinne der Rahmenhandlung etwas unglücklich gewählt, da er einen falschen Handlungsschwerpunkt setzt. Im hinteren Teil des Buches gibt es ein Glossar, das einige wichtige Begriffe genauer erklärt. Außerdem wird vom Autor noch Fachliteratur zur Thematik empfohlen, falls man sich darin etwas vertiefen möchte.

Der Einstieg in die Geschichte ist sehr atmosphärisch gehalten. Dies setzt sich auch bis zum Ende hin fort. Der Leser erlebt hier nicht die Geschichte von Spark, sondern eigentlich eher die Geschichte der künstlichen Intelligenz NOW, von der frühesten Entstehung an. Dabei wird sehr viel mit Zeitsprüngen gespielt. Zunächst erfährt der Leser etwas über die Hauptfigur der Geschichte und lernt gleichzeitig NOW ein bisschen kennen. Schon nach ca. 60 Seiten kommt dann der erste Zeitsprung in die Vergangenheit. Zu Anfang wird immer wieder hin und her gewechselt zwischen den verschiedenen Zeiten, später wird es chronologischer erzählt bis wir gegen Ende wieder in die Zeit dreißig Jahre nach Einführung von NOW versetzt werden. Dies ist vermutlich auch mein größter Kritikpunkt. Die Handlung im Roman an sich ist spannend und der Autor schafft es auch, den Leser bei der Stange zu halten, auch wenn es zwischendrin über fast 100 Seiten hinweg etwas zäh und fast trocken wurde, da man hier durch eine Talk-Show mit Informationen zur Politik, Gesellschaft und Wissenschaft überhäuft wird. Aber das Hauptproblem des Romans ist eigentlich die Rahmenhandlung, die sich um alles spannt. Bis zum Ende hin hatte ich nicht das Gefühl, dass Spark eine tragende Rolle in der Geschichte spielt. Tatsächlich hat das Ende mir dies sogar eher bestätigt. Dieses ist leider sehr unspektakulär und man bekommt schnell den Eindruck, dass die Charaktere hier viel zu leichtes Spiel haben. Letztlich könnte man fast sagen, dass der Konflikt der Geschichte nur mithilfe des Deus ex Machina gelöst werden kann. Man hat fast das Gefühl, dass der Autor nicht genug Platz hatte, um seine Geschichte schreiben zu können und das Ende darunter leiden musste. Auf Handlungsebene ist der Roman daher leider eher misslungen, aber dennoch konnte er mich bewegen. Die Thematik um die künstliche Intelligenz ist sehr spannend und gibt einem das Gefühl, dass dies quasi schon jetzt möglich sein könnte – was durch die späteren genauen Jahresangaben noch einmal bekräftigt wird. Die Entstehung von NOW ist sehr anschaulich. Man lernt nicht nur diejenigen kennen, die für den Algorithmus verantwortlich sind, sondern auch die Schicht, die durch das Raster fällt und nicht für NOW infrage kommt, denn laut NOW kann nur 1% der Menschheit gerettet werden, nachdem diese die Erde so zerstört hat. Die restliche Welt wird völlig ausgeschaltet und sich selbst überlassen. Deutschland gibt es so zum Beispiel gar nicht mehr. Meier schafft es hier, eine beängstigend realistische Zukunftsvision zu zeichnen.

Der augenscheinliche Protagonist der Geschichte ist Spark, den der Leser sowohl als kleiner Junge als auch als erwachsener Mann kennenlernt. Leider bleibt Spark als Charakter sehr blass. Dies gilt eigentlich auch für die meisten anderen Charaktere, die mehr durch ihre Aufgabe für die Geschichte charakterisiert werden als dass sie diese durch ihre Eigenschaften beeinflussen. Eine auffällige Ausnahme bildet dabei Rupert, der einen sehr zwanghaften, introvertierten Charakter aufweist. Aber obwohl die Charaktere nicht sehr stark gezeichnet werden, wirken sie trotzdem im Rahmen der Handlung und der Möglichkeit sie herauszustellen authentisch. Allerdings gehen auch die Beziehungen zwischen den Charakteren dadurch etwas unter und wirken teilweise unnatürlich.

Am meisten konnte mich Meiers Schreibstil beeindrucken. Dieser liest sich sehr ausgereift und lässt sofort Bilder im Kopf entstehen, obwohl er gerne mal etwas ausschweifender beschreibt. Die Einbindung der wissenschaftlichen Informationen gelingt ihm dabei hauptsächlich auch gut. Leider kommt es trotzdem zu ein paar Kapiteln, bei denen man mit Informationen überschüttet wird, weswegen es schwer war, dabei konzentriert zu bleiben.

Insgesamt fand ich NOW – Du bestimmst, wer überlebt. durchaus fesselnd, allerdings nicht auf klassische Art. Handlung und Charaktere konnten mich nicht ganz überzeugen, die Geschichte von NOW und die Hintergründe der Entstehung des Algorithmus aber schon und genau genommen ist dies ja auch der Schwerpunkt des Romans. Meier ist es gelungen, eine gleichzeitige grausame und faszinierende Zukunft zu erschaffen. Es bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass die Erde nicht wirklich so sein wird wie er es für ca. 2026 prognostiziert.

Fazit:
NOW – Du bestimmst, wer überlebt. ist kein Roman für Leute, die wegen spannender Handlung oder tiefgründiger Charaktere lesen, aber dafür umso interessanter, was die Thematik der künstlichen Intelligenz in der Zukunft angeht.

Gesamt: 4/5

Inhalt: 4/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 4/5
Schreibstil: 4/5