Leserstimmen zu
Vernichtung

David Lagercrantz

Millennium (6)

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Der sechste Band der Romanreihe um Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander ist gut zu lesen und bindet den Leser in zwei unterschiedliche Handlungsstränge ein. Inhaltlich muss man sich ein wenig öffnen, denn der Reporter macht sich auf die Suche nach einer Art Supergen, das bei einem toten Obdachlosen im Rahmen der Obduktion festgestellt wurde. Die Spur führt Blomkvist nach Nepal, um dort nicht zuletzt auch die Frage zu klären. warum sich seine Telefonnummer auf einem Zettel in der Hosentasche des toten Obdachlosen befand. Lisbeth Salander ist ihrerseits auf dem Weg nach Russland, um sich an ihrer Schwester Camilia zu rächen und einen Anschlag auf diese vorzubereiten. David Lagercrantz hat anfänglich die Serie um die beiden unterschiedlichen und sehr gegensätzlichen Charaktere ordentlich weitergeführt. Er hat die Gedanken von Stieg Larsson gut adaptiert und so auch mit den Bänden vier und fünf sich gut eingliedernde Romane verfasst. Der neue Roman "Vernichtung" fordert dem Leser mehr gedankliche Flexibilität ab. Er ist zwar gut und spannend geschrieben, schießt aber inhaltlich und in punkto der Zusammenhänge etwas über das Ziel hinaus. Das führt dazu, dass der Charme, der diese Krimiserie immer ausgemacht hat, ein wenig verloren geht. Dennoch ist "Vernichtung" ein guter Roman, der kurzweilig und gut zu lesen ist. Aber so nachhaltig wie die ersten und auch die vorherigen Bände bleibt er nicht im Gedächtnis.

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„Vernichtung“ ist der 6. und wohl auch letzte Teil der Millenium-Reihe, die seinerzeit von Stieg Larsson begonnen und nach dessen Tod von David Lagercrantz fortgeführt wurde. In einem Videogruß des Autors an seine deutschen Leser teilt Lagercrantz mit, dass es der letzte Band der Reihe und die „finale Schlacht“ zwischen Lisbeth und ihrer bösen Zwillingsschwester Camilla ist. Damit ist auch schon klar, worauf Lisbeth Salanders Hauptaugenmerk in diesem Band liegt. Lisbeth jagt Camilla, die sich in Russland aufhält und dort ihr Syndikat gebildet hat. Aber Camilla will sich nicht jagen lassen und startet den Gegenangriff gegen Lisbeth. Mikael Blomkvist ermittelt im Todesfall des Obdachlosen, in dessen Jacke seine Telefonnummer gefunden wurde. Die Recherchen sind umfangreich und schwierig, denn zunächst muss er herausfinden, wer der Obdachlose war und wieso er offenbar Kontakt zu ihm aufnehmen wollte. Mikael bittet Lisbeth um Hilfe, die sie ihm aus der Ferne auch gerne leistet. Sie findet heraus, dass das Gen, dass in der DNA des Toten gefunden wurde, darauf hinweist, dass er ein Sherpa war, der an mehreren Expeditionen auf den Mount Everest teilgenommen hat. Eine dieser Expeditionen verlief dramatisch und es gab Tote zu beklagen. Blomkvist gräbt tiefer und entdeckt Verbindungen zur Politik. Da wird die ganze Sache sehr brisant. Vermisst habe ich in diesem Buch die sonst so enge und brilliante Zusammenarbeit zwischen Mikael und Lisbeth. Sie haben diesmal nur wenig Kontakt und gehen eigentlich jeder ihren eigenen Angelegenheiten nach. Dennoch besteht nach wie vor zwischen den beiden eine enge Verbindung und sie sind füreinander da. Das wird schon deutlich. Aber manchmal hatte ich auch den Eindruck, dass irgendwie nur ihre Geschichten zu Ende geführt werden sollten. Beide Handlungsstränge, Lisbeths Jagd nach Camilla und Mikaels Recherchen, gestalten sich spannend und konnten mich auch fesseln. Lagercrantz verarbeitet hier auch Themen wie DNA- und Genanalysen und russische Geheimdienste, die Einfluss auf öffentliche Meinungen nehmen oder gar Wahlen beeinflussen. Der Spannungsbogen steigert sich und gegen Ende kommt es dann noch zu einem großen Showdown, bei dem auch Lisbeth und Mikael noch einmal aufeinander treffen. Das war dann ein spektakulärer Abschluss, wie man ihn auch aus früheren Bänden kennt. Insgesamt war es wieder ein packender Fall oder eher zwei und Lisbeth und Mikael sind noch einmal zur Hochform aufgelaufen! Der Abschluss der Millenium-Reihe ist gelungen, der Reihe würdig und auf jeden Fall lesenswert! Fazit: 4 von 5 Sternen

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Inhalt: Ein Obdachloser wird tot auf dem Stockholmer Mariatorget gefunden. In seiner Jackentasche findet sich die Telefonnummer von Mikael Blomkvist. Als eine DNA-Analyse ergibt, dass der Obdachlose ein sogenanntes Super-Gen besaß, das nur in einer bestimmten Ethnie in Nepal vorkommt, wird Blomkvist hellhörig und nimmt die Recherche auf. Lisbeth Salander hält sich unterdessen in Moskau auf, wo sie einen Anschlag auf ihre verhasste Schwester Camilla plant. Blomkvist bittet Salander um Unterstützung, und sie findet heraus, dass der Obdachlose ein Sherpa war, der an einer dramatischen Mount-Everest-Expedition mit tödlichem Ausgang teilgenommen hatte. Blomkvist kontaktiert einen der Überlebenden der Expedition und verschwindet plötzlich spurlos. Salander macht sich sofort auf die Suche nach ihm. Sie spürt, dass Blomkvist in großer Gefahr schwebt. Meine Meinung: Die Millennium-Serie umfasst drei Bücher von Stieg Larsson und drei Bücher von David Lagercantz. Der letzte Band liegt nun hinter mir und ich versuche meine Eindrücke zu sammeln. Meiner Meinung zwei sehr unterschiedliche Autoren, darin einig sich der Serie um Milleniums Michael Blomkvist und der sehr eigenen Lisbeth Salander verschrieben zu haben. Stieg Larssons Millennium hat sich vor allem mit den menschlichen Abgründen befasst. Während Lagercrantz zunehmen aktuelle Geschehnisse mit einfließen lies. Vernichtung spielt in einem sehr echten Heute, geprägt von Fake News und Online-Verleumdungskampagnen. Verstrickungen bis in die höchsten Gesellschaftskreise gepaart mit der Brutalität des organisierten Verbrechens enden in einem furiosen Finale. Das Ende wurde so offen gehalten, dass es mir Hoffnung lässt. Hoffnung für eine Zukunft zwischen Blomqvist und Salander und Hoffnung auf eine Fortsetzung.

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Neuanfang

Von: wal.li

15.09.2019

Von Lisbeth hat Mikael Blomkvist schon länger nichts gehört und er muss feststellen, dass ihre Wohnung jemand anderem gehört. Fast eine willkommene Ablenkung ist da ein Anruf aus der Gerichtsmedizin. Ein Obdachloser wurde tot aufgefunden, der im Besitz von Mikaels Telefonnummer war. Nach einigen Überlegungen kann sich Blomkvist sogar an den Mann erinnern, der offensichtlich verwirrt war, allem Anschein nach aber doch eine Art Mission hatte. Lisbeth Salander hält sich recht weit entfernt von Schweden auf, mal wieder ist sie auf der Jagd nach den losen Enden ihrer eigenen Vergangenheit. Wie kommt ein obdachloser Mensch, der nach ersten Untersuchungen aus Asien zu stammen scheint, in eine Fußgängerzone in Stockholm. Offensichtlich war der Mann in körperlich und auch psychisch sehr schlechtem Zustand. Doch wie die Gerichtsmedizinerin feststellt, ist der bedauernswerte Kranke nicht einfach so gestorben. Es bleiben nur zwei Möglichkeiten, entweder der Mann hat sich selbst getötet oder jemand hat nachgeholfen. Und so ist es die Rechtsmedizinerin Fredrika Nyman, die Mikael Blomkvist kontaktiert. Schnell stellt sich heraus, dass der Tote ein Geheimnis in sich trug und dass es Leute gibt, denen nicht daran gelegen ist, dieses an die Öffentlichkeit zu bringen. Sehr spannend ist das Geschehen um den unbekannten Toten. Wie und weshalb kam er nach Stockholm? Nicht zu viel soll verraten werden, es macht einfach Spaß gewisse Sachen beim Lesen selbst zu entdecken. Vor diesem packenden Teil der Handlung wirkt Lisbeths Part fast etwas nebensächlich. Zwar sind sie und Mikael freundschaftlich verbunden, aber doch sehr entfernt. Kaum einmal kommt es zu einer Zusammenarbeit. Lisbeth macht ihren Weg, wenn auch unter Schwierigkeiten, die es in sich haben und in die letztlich auch Mikael hineingezogen wird. Dieser Roman um Mikael Blomkvist und ein wenig Lisbeth Salander ist nie langweilig, wobei besonders die Aufklärung der Hintergründe um den toten Obdachlosen hervorgehoben werden können. Diese Geschichte rockt. Und wenn Lisbeth Salander neu anfangen will, dann sei ihr alles Gute beschieden.

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Inhalt: In Stockholm kommt ein Bettler zu Tode. In seiner Tasche findet man Mikael Blomkvists Telefonnummer. Der investigative Journalist lässt sich auf weitere Recherchen ein, nicht wissend, in welches Wespennest er da sticht. Lisbeth Salander plant in Moskau einen Anschlag auf ihre verhasste Schwester Camilla - und wird bald selbst von dieser gejagt. Meine Meinung: Sicher kann man dieses Buch notfalls auch ohne Vorkenntnisse lesen. Mehr Sinn macht es aber, wenn man die vorherigen Bände der Millenium-Reihe kennt, um die Handlungsweisen der Protagonisten annähernd nachvollziehen zu können. Wie gewohnt stehen Mikael und Lisbeth im Mittelpunkt der Handlung. Allerdings fehlt beiden einiges an Biss im Vergleich zu den ersten Bänden der Reihe. Die Handlung ist in verschiedene Stränge aufgeteilt, die teilweise in die Vergangenheit führen, schließlich aber an einem Punkt zusammenlaufen. Das wirkt ein klein wenig konstruiert und unrealistisch, hat mein Lesevergnügen aber nicht geschmälert. Auch wenn es anfangs etwas gemächlicher zugeht, konnte David Lagercrantz mich mit seinem fesselnden Schreibstil von Anfang an packen. Gebannt habe ich die Ereignisse verfolgt, mich über neue technische und wissenschaftliche Erkenntnisse gefreut und mit den Protagonisten mitgefiebert. Die Spannung steigt von Seite zu Seite und gipfelt letztendlich in einem furiosen Show down. Nach all dem Hass und den Grausamkeiten, die in dieser Reihe immer wieder thematisiert werden, wirkt der Ausklang recht versöhnlich. Die Reihe: 1. Verblendung 2. Verdammnis 3. Vergebung 4. Verschwörung 5. Verfolgung 6. Vernichtung

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Inhalt: Eigentlich ist ein toter Obdachloser für Mikael Blomkvist nicht besonders interessant, aber der Tote hatte Blomkvists Telefonnummer bei sich, schien also Kontakt aufnehmen zu wollen. Deswegen hakt Mikael hier ein bißchen nach und schnell kommt heraus, das der Obdachlose eine fesselnde Geschichte in sich trägt. Er hatte ein sogenanntes Super-Gen in sich und war in eine tragische Mount Everest Expedition verwickelt, dessen genaues Geschehen nie ganz aufgeklärt wurde. Blomkvist wittert einen neuen Fall und bittet Lisbeth Salander bei der Recherche zu helfen. Lisbeth allerding befindet sich in Russland um mit ihrer Schwester abzuschließen. Allerdings sucht sie nicht die Versöhnung, sondern möchte ihre Schwester töten. So kann Salander nur aus der Ferne helfen und Blomkvist macht sich alleine auf die Spuren der Mount Everest Expedition. Irgendwo auf seinem Weg findet er aber die richtige Spur und sticht damit in ein Wespennest ... Fazit: Ich mag die Romane um Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander sehr gerne. Zum Einen, weil sich die Inhalte immer mit brisanten Themen aus dem Zeitgeschehen beschäftigen und zum Anderen weil ich die Charaktere einfach gut finde. Auch wenn die letzten Romane nicht aus der Feder von Stieg Larsson stammen, hat sich für mich nicht viel verändert. Sicherlich, Lagercrantz hat einen etwas anderen Schreibstil. aber die Figuren sind die Gleichen geblieben und um die geht es mir in erster Linie. Beide, Mikael und Lisbeth, haben ihre Einsamkeit behalten, sind weiterhin eigentlich nicht in der Lage eine verbindliche Beziehung einzugehen und können sich aber trotz, oder vielleicht durch ihre Schwächen eine große Nähe geben. Hier, in diesem Buch, spielen Geheimdienste, Agenten und die Jagd nach der ultimativen Information oder dem ultimativen Vorsprung vor der anderen Nation eine große Rolle. Hier ist die Geschichte etwas internationaler als in den Vorgängerbänden und das Feindbild konzentriert sich auch nicht nur auf Personen der schwedischen Geschichte oder der schwedischen Gesellschaft. Lagercrantz bewegt sich etwas weg, von der typisch skandinavischen alten Schuld in den eigenen Reihen, hin zu internationalen Verwicklungen. So hat die Geschichte etwas von einem Agentenroman bekommen, und hat dementsprechende Actionszenen im Gepäck. David Lagercrantz hat die Millenium-Trilogie, für mich, auf gelungene Art und Weise erweitert und mir so Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander noch eine Zeit lang erhalten. Traurig zwar, dass ich die Beiden nun gehen lassen muss, schön aber, dass ich noch einen 6. Band genießen durfte.

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Schon seit Tagen war der obdachlose Alkoholiker in Stockholm negativ aufgefallen und nun ist er tot. Seine Identität ist unbekannt, Papiere konnten nicht bei ihm gefunden werden und offenkundig war er auch eher südostasiatischer denn skandinavischer Herkunft. Einzig eine Telefonnummer hat er bei sich und die führt die untersuchende Gerichtsmedizinerin zu Mikael Blomkvist. Dessen Neugier ist geweckt, vor allem als das genetische Profil des Mannes noch interessanter zu sein scheint als gedacht. Genau das richtige Betätigungsfeld auch für Lisbeth Salander, wo auch immer sie sich aufhält und was sie sonst beschäftigt. Tatsächlich weckt dieser Fall ihre Neugier, aber zu sehr ist sie damit beschäftigt dieses Mal final Rache an ihrer Schwester Camilla zu nehmen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, es ist nur noch eine Frage von Tagen, bis die Schwestern sich gegenüberstehen werden. Lagercrantz ist nicht Larsson und Salander/Blomkvist gehören dem verstorbenen Journalisten - lange hielten sich die kritischen Stimmen gegenüber der Fortsetzung der Millennium Reihe. Ja, Lagercrantz ist nicht Larsson, aber bei dem nun dritten Band aus seiner Feder muss diese Diskussion nicht mehr geführt werden. Die Figuren leben weiter, der Stil ist ein anderer, aber mich begeistern Lagercrantz‘ Romane genauso wie Larsson das konnte. Er hat für mich nicht ganz den nervenaufreibenden Thrill, den die Trilogie hatte, aber dafür ist die Handlung in „Vernichtung“ komplex, der Spannungsbogen perfekt orchestriert und die bekannten Wesenszüge der Figuren werden glaubwürdig fortgeführt. Wieder einmal verlaufen zwei Handlungsstränge parallel. Lisbeth ist auf einsamer Rachemission gegen Camilla, um sich endlich von den Kindheitsdämonen zu befreien. Nur am Rande wird sie in Mikael Blomkvists Recherchen um den Sherpa und den mit ihm verwickelten schwedischen Außenminister eingebunden. Die Geschichte um die unglücklich verlaufende Everest Expedition zehn Jahre zuvor und die Machenschaften der Geheimdienste und ihrer Doppelagenten wird häppchenweise und wohldosiert präsentiert und bleibt so durchgängig spannend. Der große Showdown am Ende passend, wenn ich persönlich auch nicht so viel Action bräuchte. Gelungen sind die Integration von wissenschaftlichen Erkenntnisse um Genanalysen und den Informationen, die die kryptischen Buchstaben- und Zahlenkombinationen verraten, ebenso wie die in vielen westlichen Ländern befürchtete Unterwanderung von Medien und Verwaltungsapparat durch russische Hacker oder den Geheimdienst. Auch in der sechsten Auflage beste Unterhaltung durch die beiden ungleichen Protagonisten. Ein starker Krimi, der einem sofort packt. Bleibt die Frage, welches Potenzial die Charaktere für weitere Bände haben. David Lagercrantz konnte mich als Autor fraglos überzeugen, doch dürfte es nicht einfach werden, die Geschichte weiterzuspinnen.

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Als ein Obdachloser tot unter einem Baum im Stockholmer Tantolunden aufgefunden wird, nimmt die Rechtmedizinerin Fredrika Nyman Kontakt zum prominenten Journalisten Mikael Blomkvist auf, denn in der Jackentasche des Toten befand sich ein Zettel mit der Telefonnummer des „Millennium“-Autors. Interessanter als diese Tatsache erscheint Nyman allerdings die DNA-Analyse, der zufolge der Verstorbene ein sogenanntes Super-Gen besaß, das in einer bestimmten Ethnie in Nepal vorkommt. Und tatsächlich weisen das Fehlen mehrerer Finger und Zehen und andere Zeichen von Erfrierungen und arg strapazierter Muskelfasern darauf hin, dass der Tote als Sherpa Expeditionen zum Mount Everest begleitet hat. Um an weitere Informationen zu kommen, muss Blomkvist wieder auf die ganz speziellen Fähigkeiten der hochintelligenten Hackerin Lisbeth Salander zurückgreifen. Die hat gerade erst ihre Stockholmer Wohnung verkauft und ist nun in Moskau nicht nur Waldimir Kusnezow auf der Spur, der als Eigentümer mehrerer Trollfabriken, die Fake-News mit oft antisemitischem Unterton verbreiten und Wahlen beeinflussen, sondern auch ihrer verhassten Schwester Camille, mit der sie eine dunkle Vergangenheit teilt und die nun in russischen Gangsterkreisen verkehrt. Eigentlich hatte Blomkvist vor, etwas Urlaub zu machen, doch als Nyman ihm von der Menge an schmerzstillenden Stoffen im Körper des Toten erzählt, ist sein Interesse geweckt, zumal der Obdachlose offensichtlich kurz vor seinem Tod Kontakt zur erfolgreichen Kolumnistin Catrin Lindås gehabt hat. Von ihr erfährt Blomkvist, dass der Tote den Namen des schwedischen Verteidigungsministers Johannes Forsell erwähnt hat. Der hatte im Mai 2008 an einer Everest-Expedition teilgenommen, bei der Klara Engelman, die glamouröse Frau des legendären Industriemagnaten Stan Engelman, tödlich verunglückt ist. Mit Lisbeths Hilfe nimmt Blomkvist Kontakt zu einem mutmaßlichen Verwandten des Sherpas in den USA auf und kommt allmählich einem komplizierten Drama auf die Spur … „War dort oben vielleicht irgendetwas geschehen, was hatte vertuscht werden müssen? Möglich. Es mochte aber auch ganz anders gewesen sein. Dennoch spürte er, wie seine Lebensgeister zurückkehrten. Sein Urlaub war definitiv vorbei, und er würde der Geschichte auf den Grund gehen müssen. Doch zuerst schickte er eine SMS an Lisbeth: Warum musst du immer so verdammt clever sein??“ (S. 237f.) Der schwedische Autor und Journalist Stieg Larsson schuf mit der auch mehrfach erfolgreich verfilmten „Millennium“-Trilogie moderne Klassiker der skandinavischen Kriminalliteratur, ehe er 2004 unerwartet einem Herzinfarkt erlag. Stieg Larssons schwedischer Verlag und seine Familie traten schließlich 2013 an David Lagercrantz („Allein auf dem Everest“) heran, der die Reihe um die charismatischen wie unterschiedlichen Ermittler Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander fortsetzen sollte. Nach „Verschwörung“ und „Verfolgung“ legt Lagercrantz mit „Vernichtung“ nun seinen dritten und den insgesamt sechsten und wohl auch letzten Band der „Millennium“-Reihe vor. Allerdings gibt er sich wenig Mühe, der Auflösung des offensichtlichen Mordes an dem exotischen Obdachlosen die psychologische Tiefe zu erreichen, mit der Stieg Larsson das Duo Blomkvist und Salander zu so faszinierenden Figuren hat werden lassen. Stattdessen wird die Beziehung zwischen den beiden auch aufgrund der meist räumlichen Trennung zwischen ihnen nicht weiter vertieft. Blomkvist lässt sich etwas überraschend auf eine Affäre mit Catrin Lindås ein und verfolgt mehr oder weniger zielstrebig seine Nachforschungen, während Salander sich ihre gemeinsame Vergangenheit mit Camilla in Erinnerung ruft. Durch die stückweise Enthüllung der Ereignisse während der dramatischen Everest-Expedition wird zwar die Spannung aufrechterhalten, doch wirkt der Plot allzu schablonenhaft konstruiert, um wirklich packen zu können. Vor allem das unglaubwürdig zugespitzte actionreiche Finale hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack einer so famos von Stieg Larsson initiierten Krimi-Reihe, die sein Kollege David Lagercrantz nicht auf diesem hohen Niveau fortsetzen konnte. Im Gegensatz zu seinem berühmten Kollegen vermag Lagercrantz seinen Figuren leider nicht die emotionale Tiefe zu verleihen und handelt gesellschaftspolitische Themen wie hier die wachsende Zahl von Obdachlosen oder die Produktion und Verbreitung von Fake-News nur nebenbei ab.

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