Leserstimmen zu
Mit aller Gewalt

Tom Clancy, Mark Greaney

JACK RYAN (17)

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Im Oktober 2013 verstarb der Bestsellerautor Tom Clancy. Berühmt geworden ist er mit seiner berühmten Politthriller Reihe um den CIA Analysten Jack Ryan, der auch als Außenagent und später als Präsident der USA agierte. Tom Clancy war ein Experte für Militärtechnik, er verfasst auch etliche Sachbücher über dieses Thema und verwendete natürlich einiges Wissen in seinen belletristischen Titeln. Die Basis seiner Romane waren aktuelle, politische Themen, die Sonnen- und Schattenseiten der Geheimdienste, sowie auch die neueste Militärtechnik. Wer seine Romane über die letzten 20 Jahre verfolgt hat, musste leider feststellen, dass die Storys des Autors nahezu prophetisch waren. Verdammt realistisch und meisterhaft gut recherchiert – wurden einige seiner auf Papier gebrachten Szenarien grausame Wirklichkeit. Nach 9/11 wurde Clancy als externe Berater der Regierung berufen. Inzwischen ist das Universum seiner Protagonisten mächtig gewachsen. Jack Ryans Sohn ist ebenfalls Analyst geworden, zieht es allerdings vor mit der Waffe in der Hand die westliche Welt zu retten. Das Besondere an den Romanen Clancys und seinen Co.-Autoren ist die Aktualität. Der Kalte Krieg wurde genau wie der Krieg gegen den organisierten Drogenhandel in Südamerika thematisiert. Aber auch Terroranschläge durch islamische Gruppen und die Bedrohung durch ein erstarktes Russland wurden als Storyline aufgegriffen. Auch nach seinem Tod wird es weitere Romane um Jack Ryan und Sohn geben. Der amerikanische Autor Mark Greaney, der internationale Beziehungen und Politikwissenschaften studiert hat, ist einer seiner Erben. Im Heyne Verlag wurde nun der Titel: „Mit aller Gewalt“ veröffentlicht. Thema des vorliegenden Bandes ist die Bedrohung durch eine neue Atommacht – Nordkorea. Und schon haben wir wieder ein aktuelles Thema in der Hand. Dieser internationaler Konflikt bedroht nicht nur die Nachbarstaaten, sondern in erster Linie natürlich auch direkt die USA. Mark Greaney schreibt brillant, und vor allem sehr, sehr realistisch die politische und geheimdienstliche Perspektive. Plakativ und konzentriert wird die Story aus der individuellen Sicht von vielen verschiedenen Protagonisten erzählt. Vom einfachen Feldagenten, über Nordkoreanischen Politiker, von privaten Sicherheitsagenten, die mit Krisen das große Geld wittern, bis zum Präsidenten selbst, erhält hier jeder das Wort. Das alleine ist mit der Grundstein für eine allgegenwärtige Spannung. Weitere wichtige Steine ist die angespannte Innenpolitische Situation und die Einschüchterung des einfachen Nordkoreanischen Volkes, sowie die Schattenwelten der Geheimdienste – insbesondere wenn private Sicherheitsfirmen sind in internationale Konflikte aktiv einmischen. Es gibt genug sehr actionreiche Momentaufnahmen, die mit Diplomatie allzu wenig zu tun haben und die aggressiv und sehr endlich ausfallen. Mark Greaney erzählerischer Stil ist atmosphärisch hochklassig. Es gibt überhaupt keine Kapitel, die in das Konstrukt nicht passgenau eingefügt wurden. Das der Autor die Story aus vielen Erzählungsebenen wiedergibt halten und fördern die Spannung sehr aufbauend. Großartige ebenfalls, dass der Autor die Figuren Clancys weiterentwickelt. Die charakterliche Ausprägung mit all seinen menschlichen Facetten finden genauso viel Beachtung, wie die Analyse und Interpretation von internationalen Beziehungen. Man muss die anderen Bücher des Jack Ryans Universum nicht unbedingt gelesen haben, aber es ist in jedem Fall sehr förderlich, da Mark Greaney immer mal wieder Bezug nimmt auf Ereignisse und Entwicklungen, die in früheren Romanen eine wesentliche Rolle gespielt haben. Auf den letzten Seiten hat der Verlag sich lobenswert mit der vollständigen Chronologie der Titel befasst und präsentiert diese in Reihenfolge. Kritik – es gibt kaum welche. Persönlich würde ich es gut finden und empfehlen, dass der Part um Präsident Ryan deutlich ausgebaut wird. Fazit „Mit aller Gewalt“ ist ein aggressiver Roman. Nicht leise – sondern unschlagbar laut und einer effektvollen Stil. Spannung allgegenwärtig. Es gibt wenig Autoren, die einen politisch geprägten Roman so spannend inszenieren können. Das Erbe Tom Clancys ist in guten Händen. Michael Sterzik

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Buchinfo: In Ho-Chi-Minh-Stadt wird ein CIA-Offizier ermordet, dabei verschwindet ein Paket mit gefälschten Pässen. Pässen für Wissenschaftler, die in Korea illegal arbeiten sollen. Gleichzeitig setzt der noch sehr junge koreanische Diktator darauf an ein großes Nuklearprogram umzusetzen. Bisher fehlten dem Land zwar die finanziellen Mitteln, doch irgendwie scheinen die Mittel jetzt beschafft worden zu sein. Ein Wettrennen mit der Zeit beginnt, um das Aufkeimen der neuen Atommacht zu verhindern. Hintergrundinfo: Als Tom Mc. Clancy im Oktober 2013 verstarb, setzte sein Coautor Mark Greaney sein Werk und die Reihe um Jack-Rayn fort. Dies ist inzwischen der achtzehnte Band aus der Reihe. Meinung: Der Autor bietet seinen Lesern ein gutes Konstrukt aus Politik und internationalen Konflikten, dabei geht er sehr in die Tiefe. Für meine Geschmack etwas zu tief, da dadurch die Handlung geschwächt wird und sich stellenweise zu sehr in die Länge zieht. An Spannung hätte der Thriller noch etwas vertragen können, liest sich insgesamt aber gut. Handlung: Die Handlung kommt mal gemächlich und mal actionreich daher, ist aber nicht unbedingt als Spannungsgeladen zu betrachten. Sehr gut hat der Autor es verstanden die internationalen, politischen Konflikte und den „Wahnsinn“ der Nuklearaufrüstung in einem sehr realistischen und erschreckenden Bild darzustellen. Charaktere: Da hier die Handlung im Vordergrund steht, rücken die Protagonisten mehr in den Hintergrund, insgesamt fehlt es ihnen an Persönlichkeit. Hervorragend wurde allerdings der Koreanische Diktator und sein „Hunger“ nach Macht, Anerkennung und sein Wunsch nach noch mehr Aufrüstung im Nuklearraketenbereich dargestellt. Es war schon erschreckend realistisch, wie wahnsinnig ein einzelner Mann doch sein kann. Insgesamt: Insgesamt betrachtet ist dieser Thriller natürlich ein Muss für Fans des Autors und der Jack-Ray Folgen. Mich selber hat das Konstrukt des Autors sehr gut gefallen, dennoch fehlt ihm der Spannungsfaktor.

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Nicht erst seit dem Tod Tom Clanceys und der teilweise wenig bewegenden „Verwertung“ des „Clancy-Kosmos“ durch andere Schriftsteller schien doch ein wenig die Luft heraus zu sein aus dem althergebrachten, „ewigen“ Ost-West Konflikt, den Clancy lange Jahre immer wieder und immer noch in den Mittelpunkt gerückt hatte. Trotz allen Endes des kalten Krieges. Da erscheint dieser neue Thriller aus der Feder von Mark Greaney wie eine Frischzellenkur. Zum einen bietet Greaney eine sehr flüssige Erzählweise, folgt dabei durchaus noch den Vorgaben Clancys, was dessen teilweise penible Beschreibung von technischen Details und Waffen angeht, nimmt hier jedoch ein stückweit die Ausführlichkeit in der Beschreibung zurück, was sich umgehend auf das Erzähltempo positiv niederschlägt. Greaney nutzt zudem vielfach Action Elemente (Stiche von hinten in die Lunge, Verfolgungsjagten auf Motorrädern) und bietet damit durchaus spannende Sequenzen und Szenen, die man gerne liest. Und zum anderen bietet Nordkorea in diesem klassisch angelegten Agenten- und Spionagethriller eine durchaus realistische Blaupause für eine zunehmende, auch atomare Bedrohung. Denn was wäre wenn eintreten würde, was der Roman suggeriert, dass dieses isolierte, mit harter Hand (auch im Buch) geführte Land zu wirklichem Reichtum gelangen würde? Und das nordkoreanische Agenten mit aller Härte vorgehen und bis ins Innerste überzeugt von ihrer „Mission“ sind, das klingt plausibel und kommt im Buch gut immer wieder auf den Punkt. Gepaart mit vertrauten Figuren um Präsident Jack Ryan, seinen Sohn Jack Ryan Junior und die Agenten vom „Campus“ setzt der Thriller zudem mit frischen Dialogen und einem hohen Wiedererkennungswert an alten, erfolgreichen Zeiten an und wechselt immer wieder die Perspektiven der Erzählung, so dass der Leser von allen Seiten her mitten drin im Geschehen ist. In dem eine ernste Bedrohung heraufzieht durch eben jene möglichen Erträge aus einem besonderen Rohstoff, den die Führung Nordkoreas schnell und effizient auf den Weg bringen will. Um endlich die eigenen Träume von echter Macht und offensivem Vorgehen gegen den „Feind“ an allen Orten voranzutreiben. Wobei schon der Beginn der Ereignisse, angesiedelt in Saigon, klarstellt, dass mit aller Härte von allen Seiten vorgegangen wird, und eine ganze Reihe ehemaliger „Profis“ aus den Geheimdiensten verschiedener Länder sich nun „privat“ verdingen, aber nichts von ihrer Ausbildung verlernt haben. Sicher gilt, wie immer bei Clancy Thrillern, dass der Leser das klare Freund-Feind Bild und die ebenso klare Unterscheidung in „Gut und Böse“ vorauszusetzen hat, um gut unterhalten zu werden (auch wenn ebenfalls schon zu Beginn zumindest einen der Beteiligten das Gewissen drückt. Mit drastischen Folgen). Alles in allem ein solider, klarer Thriller, der im Stil nahe an die alten Bestseller heranreicht und für eine durchaus anregende Unterhaltung sorgt.

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