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Leserstimmen (18)

Cilla Börjlind, Rolf Börjlind: Schlaflied (Die Rönning/Stilton-Serie) (4)

Schlaflied Blick ins Buch

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Paperback, Klappenbroschur ISBN: 978-3-442-75716-9

Erschienen: 20.02.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Die Spannung lässt nicht nach

Von: Caro Kruse Datum : 26.06.2017

www.krimikiste.com

Auch im vierten Band ihrer Reihe schaffen es Cilla und Rolf Börjlind, die Spannung aufrecht zu erhalten und zudem neue Aspekte in die Geschichten der Protagonisten einzubringen. Ich hoffe und warte auf einen fünften Teil, den es einfach geben muss!

Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Cilla und Rolf Börjlind „Schlaflied“ – höchste Spannung vor aktuellem Hintergrund

Von: Simon Sperl Datum : 12.04.2017

zeichentonbild.wordpress.com

Anders als der Titel „Schlaflied“ des mittlerweile vierten Falls des schwedischen Ermittlerduos Olivia Rönning und Tom Stilton vermuten lassen könnte, ist der Band alles andere als einschläfernd. Diesmal begeben sich die beiden auf die Suche nach einem brutalen Kindermörder.
Tote Flüchlingskinder und rumänische Verbrecher

Verscharrt in einem Wald irgendwo in der schwedischen Provinz Smaland wird die Leiche eines ermordeten Jungen entdeckt. Unweit vom Fundort entdeckt die Spurensicherung einen Dolch, dessen Inschrift auf eine rumänische Verbrecherorganisation hinweist. Doch ebenfalls in der Nähe wohnt ein vom Dienst suspendierter Lehrer, der im Verdacht des Missbrauchs seiner Schüler stand und einem Pädophilennetzwerk angehört. Daher folgen Olivia Rönning und Tom Stilton, der nach seinem Burnout wieder bei der Mordkommission Fuß fasst, beiden Spuren.

Doch schnell erkaltet die Fährte zum potentiellen Kinderschänder. So fliegen Rönning und Stilton im Auftrag ihrer Vorgesetzten Mette nach Bukarest, um vor Ort in der rumänischen Verbrecherwelt zu ermitteln. Wortwörtlich müssen sie in die Unterwelt hinabsteigen: In der Kanalisation Bukarests zwischen drogensüchtigen, obdachlosen Kindern und Jugendlichen suchen sie nach Hinweisen, die sie zur Identität des Jungen führen könnten. In der Tat entdecken sie, dass der ermordete Junge aus einer Romafamilie stammt. Gleichwohl die Recherchen zielführend sind, stellen sie sich jedoch auch als gefährlich heraus: Denn Olivia und Tom kommen einem Oberhaupt einer überaus brutalen Verbrecherbande zu nahe.

Zurück in Schweden tauchen in einer Baugrube zwei weitere Leichen auf, wiederum Jugendliche. Diesmal ein farbiger Jungen und ein Flüchtlingsmädchen aus Afghanistan. Hier entdeckt der Pathologe Entsetzliches: Beiden wurde vor ihrem Tod die Nieren entfernt – und wie sich herausstellt auch dem Romajungen. Ein Handel mit den Organen von Flüchlingskindern?
Ausnutzen der Krise

Wie schon die drei vorherigen Bände überzeugt auch „Schlaflied“ aus vielerlei Gründen: Zum einen werden die vorhandenen Charaktere weitergeführt und weiterentwickelt. Je länger die Reihe andauert, um so besser lernt man die einzelnen Akteure kennen. Ganz gleich ob das Tom Stilton, Olivia Rönning oder Mette ist. Sie alle haben Stärken, Schwächen und Sehnsüchte, handeln aber ebenfalls durchaus impulsiv. Die immer wieder auftauchenden Figuren und ihre Eigenheiten werden durch die horizontale Erzählhaltung der beiden Autoren betont. Und dennoch lassen sie die (altbekannten) Personen leiden und Schaden nehmen, so dass hier zusätzliche Spannung entsteht.

Überhaupt ist der neue Fall überaus spannend, weil er mit der Flüchlingskrise ein aktuelles Thema nutzt. Schutzsuchende und noch dazu Kinder werden hier von raffgierigen Verbrechern ausgenutzt, ohne Anstand und Moral. Menschliche Abgründe tun sich auf, zeigen allerdings auch, woher diese Gier kommt. Sie erwächst oder erwuchs aus der Armut anderer „Notleidenden“, die sich dann wiederum am Elend bereichern und versuchen der Armut zu entkommen. Allerdings auf höchst kriminelle Art und Weise. Dies schildern die beiden Autoren sehr eindringlich und sehr realistisch. Das trifft auch auf die Darstellung der vollkommen überlasteten Polizisten in Rumänien zu, die bis an die Grenzen ihrer psychischen und physischen Belastung gelangen.

Man merkt der Schreibweise von Cilla und Rolf Börjlind ihre jahrelange Erfahrung als Drehbuchautoren an: Viele Momente und Beschreibungen wirken so szenisch, dass man sie sich perfekt verfilmt vorstellen kann. Insofern wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich ein Fernsehsender die Rechte an der Reihe sichern wird.

Anders als es bei vielen anderen Reihen der Fall ist, kann „Schlaflied“ das Niveau der vorangegangenen Bände nicht nur halten, sondern für meinen Geschmack sogar noch toppen. Die knapp 600 Seiten merkt man nur am Gewicht, aber nicht an der Lesedauer. Überraschend war für mich das Ende – und mein persönliches Highlight. Wieso, das kann hier nicht verraten werden …

„Schlaflied“ macht das Quartett komplett – und mich wieder vollkommen glücklich

Von: AUSGEbuchT - Petra Molitor Datum : 09.04.2017

https://www.facebook.com/ausgebucht

Rein optisch passt sich „Schlaflied“ wunderbar seinen Vorgängern an. Die Gestaltung des Covers ist sehr gelungen, die Farbgebung ist für mich schlicht und ausdrucksstark zugleich. Ein wirklich tolles Design, das nicht nur sehr ansprechend ist, sondern sich auch toll im Bücherregal macht. Kompliment an den Verlag, der mir immer wieder auch durch seine ausgefallenen und qualitativ hochwertigen Buchgestaltungen auffällt.

„Schlaflied“ spielt in Schweden, in Stockholm und Smaland, und in Rumänien, Bukarest und Umgebung. Olivia Rönning und Tom Stilton, die beide durchaus unkonventionelle Ansichten von Polizeiarbeit an den Tag legen, haben schon viel miteinander erlebt und durchgemacht. Jetzt wartet ihr neuster Fall auf sie: Der grausame Tod eines kleinen Jungen in den schwedischen Wäldern und die davon scheinbar unabhängigen Ereignisse um Stiltons alte Bekannte Muriel fördern unfassbare Geschehnisse und Verknüpfungen zutage, die die beiden Ermittler und ihr Team an ihre Grenzen bringen.

Wie die ersten drei Bände hat mich auch dieses Buch von Cilla und Rolf Börjlind restlos begeistert und überzeugt. Ich habe bisher unzählige Krimis und Thriller gelesen, aber die Geschichten um Olivia, Tom, Mette und Abbas sind für mich etwas Besonderes. Die Autoren verstehen es großartig, eine immense Spannung aufzubauen, durchgängig zu halten und mit aktuellen Themen zu verknüpfen. Mehr als ein, zwei Tage habe ich bisher nie für ein Buch von ihnen gebraucht. Und das auch nur, weil ich neben dem Lesen leider auch noch andere Dinge zu erledigen habe.

Die Atmosphäre in den Romanen ist immer großartig konstruiert, absolut stimmig, düster und mitreißend. Bei den Beschreibungen beispielsweise der Zustände in der Kanalisation von Bukarest, habe ich selbst oft den Atem angehalten und mich gefragt, ob und wie ich sie ertragen könnte. Auch das Finale und die plötzliche Verbindung zum zuerst nicht schlüssigen Prolog sind für mich einfach ganz große Schreib- und Erzählkunst. Drei Sätze ganz am Ende des Buches haben mich absolut überrascht und geflasht, besser kann man einen Plot nicht beenden.

Leider kann ich nur 5 Sterne vergeben, vielleicht war „Schlaflied“ für mich bis jetzt sogar der eindringlichste und beeindruckendste Fall. Eine absolute Empfehlung von mir.

Ich bin ein riesiger Fan der Reihe, mit jeder Neuerscheinung noch ein wenig mehr – wenn das überhaupt möglich ist. Eine gewisse Traurigkeit ist nach dem Lesen stets vorhanden, die Aufregung, wenn eine Fortsetzung angekündigt wird, umso größer. Schon oft habe ich darüber nachgedacht, wie prädestiniert diese Stoffe für Fernsehen und Kino wären, umso toller finde ich jetzt die Nachricht, dass die Verfilmungen 2017 im deutschen Fernsehen laufen werden. Ich bin auf jeden Fall dabei.

„Schlaflied“, der vierte Band aus der Rönning-Stilton-Reihe des schwedischen Autoren-Ehepaars Cilla und Ralf Börjlind, ist im Februar 2017 im btb-Verlag, der zur Verlagsgruppe Random House gehört, erschienen. Das Paperback hat 576 Seiten und kostet 15 Euro. Die E-Book-Ausgabe ist für 11,99 Euro zu haben. Viele Infos zum Buch (inklusive Leseprobe) und zum Verlag finden sich unter https://www.randomhouse.de/Verlag/btb/2000.rhd.

Ein unterhaltsamer, komplexer Krimi.

Von: Nomas Literaturblog Datum : 14.03.2017

nomasliteraturblog.wordpress.com/

Auf den ersten 100 Seiten hätte ich das Buch gerne abgebrochen, ganz einfach, weil ich die Modethemen Flucht und *Flüchtlinge* einfach satt habe. Ich bin froh, dass ich durchgehalten habe, denn das Buch widmet sich einem doch recht wichtigen Thema: Der Schutzlosigkeit unregestrierter Schutzsuchender.

Und das macht diesen Krimi so besonders. Denn er zeigt auf: Wer nirgendwo registriert wird, wer offiziell gar nicht existiert, der wird schnell recht- und schutzlos.

Die Handlung ist komplex und umfasst mehrere Themen, welche ich aus Spannungsgründen nicht erwähnen möchte. Aber es wird fies – richtig fies. Und ich las bis teilweise spät in die Nacht, weil es so spannend war.

Obwohl es der vierte Teil der Serie ist, lässt er sich auch ohne Vorkenntnisse gut lesen.

Fazit

Ein unterhaltsamer, komplexer Krimi.

Totale Überzeugung

Von: HexeLilli aus Heemsen Datum : 10.03.2017

Dies war das erste Buch von dem Autorenpaar das ich gelesen habe. Deshalb brauchte ich wohl auch eine gewisse Zeit um mit den vielen verschiedenen Personen warm zu werden. Durch die einzelnen Geschichten fiel es teilweise
schwer, die Übersicht zu behalten.
Es geht um drei tote Teenager, denen die Nieren entnommen wurden. Die Spur
führt die beiden Ermittler Tom Stilton und Olivia Rönning nach Rumänien. Hier
treten sie einer Organisation auf die Füße, die jugendliche Flüchtlinge entführt,
die keiner vermisst. Zur gleichen Zeit nimmt sich die Obdachlose Muriel eines
jungen Mädchens aus Nigeria an. Diese ist auf der Suche nach ihrem Bruder.

Was etwas verwirrend begann, passt nachher wunderbar zusammen. Ein super
konstruierter Thriller der manchmal hart an der Grenze des Erträglichen geht.
Auch die Charaktere der einzelnen Personen werden sehr gut rübergebracht.
Dieses Buch hat mich bestens überzeugt, so dass ich auf jeden Fall auch die
Vorgänger noch lesen möchte.

Aktueller, sehr spannender Schwedenkrimi mit einem eigenwilligen Ermittlungsteam

Von: Biggi Friedrichs Datum : 10.03.2017

vergessenebuecher.blogspot.de/

"Schlaflied" ist der 4. Band der Reihe um Olivia Rönning und Tom Stilton. Zur Story an sich möchte ich nichts verraten, hier reicht die Verlagsinfo.

Die Spannung wird von den beiden Autoren von der ersten Seite an über verschiedene Erzählperspektiven, die sich abwechseln, und oft mit einem Cliffhanger enden, aufgebaut. Die Themen, um die sich dieser Krimi dreht, sind harter Stoff, es geht um Flüchtlinge, Menschen- und Organhandel, Pädophilie, Obdachlose, und um Gangster, die die Flüchtlinge ausnutzen. Die Ermittlungen gehen von Schweden bis nach Rumänien zu den "Kanalmenschen". Wie immer in dieser Reihe, ist viel Action geboten, man fierbert mit einzelnen Protagonisten und wünscht den Bösewichten, dass sie geschnappt werden. Das Ermittlerteam um Mette habe ich mittlerweile total lieb gewonnen. Alle Charaktere sind ganz eigene Figuren.

Der Krimi lässt sich unabhängig von den vorherigen Bänden lesen. Ich würde euch raten, die Vorgänger dieser Reihe auch zu lesen. Sie lohnen sich!

Auch der 4. Fall von Olivia Rönning und Tom Stilton hat mich vollkommen überzeugt

Mehr davon....

Von: Ritja Datum : 09.03.2017

buchstabenfestival.blogspot.de/

Endlich ein weiterer Fall für Tom Stilton und Olivia Rönning.
Das Autorenpaar beherrscht den schwedischen Krimistil wie kein anderer Autor.

Spannend, fesselnd, undurchsichtig und düster zeigen sie, was in einer scheinbar toleranten Gesellschaft alles geschehen kann. Sie öffnen die Augen für das Versteckte, das Böse und die Gier im Menschen. Dabei bleiben sie beängstigend realistisch und sorgen für Nachdenklichkeit und Gänsehaut.

Die "alten" Charaktere dürfen sich weiterentwickeln und binden dadurch den Leser immer mehr an sich. Man möchte wissen, wie es ihnen geht, was sie erleben und wie sie das Erlebte verarbeiten und verkraften. Es tauchen neue Figuren auf, die genauso realistisch sind wie die Hauptfiguren. Das Autorenpaar lässt wieder verschiedene Handlungsstränge parallel laufen, die vielleicht anfangs verwirrend und undurchsichtig wirken, aber es lohnt sich bis zum Ende den Handlungen zu folgen, denn der Kreis wird sich schließen und so manche Verknüpfung sorgt für einen Aha-Effekt.

Das Buch kann man "solo" lesen, aber man sollte dies nicht tun. Die vielen kleinen Verbindungen, die gemeinsamen Erlebnisse und der ganz eigene Humor sind das Besondere an den Figuren und deren gemeinsamer Geschichte. Wer die Zusammenhänge nicht kennt, wird so manche Verbindung, Situation und Kommentar nicht verstehen, was schade wäre.

Ein rundum gelungener Fall mit allem, was man sich unter einem sehr guten Schwedenkrimi vorstellt.

Extraklasse

Von: Michael Lehmann-Pape Datum : 09.03.2017

www.rezensions-seite.de

Im neuesten Fall von Tom Stilton, ehemaliger Kommissar, ehemaliger Obdachloser, Lebensgefährte von Luna, lebend auf einem Hausboot und nun mit Lärm und Enge konfontiert, da Luna in der angespannten Lage des Jahres 2015 ernst macht mit „Refugees Welcome“ und 11 Flüchtlinge auf dem Boot aufgenommen hat, setzen die beiden Bestsellerautoren ein intensives, spannendes und in die tiefsten Dunkelheit der menschlichen Seele führenden Thriller in den Raum, der in allen Elementen hervorragend zu lesen ist.

Die Verbindung von Pädophilie, dem Mord an einem kleinen Jungen, den Lebensumständen der Roma, den Flüchtlingen, die in Massen in Schweden ankommen, von Fremdenhass und Menschenliebe einerseits und von differenzierten Charakteren, die allesamt von den Autoren (mal präzise, knapp auf den Punkt, bei den Hauptfiguren ausführlich, aber immer in den Ablauf der Ermittlungen integriert) bestens entfaltet werden, ergibt Seite für Seite eine düstere, dichte und packende Atmosphäre.

Wenn Lisa der „neuen Kollegin“ Olivia (die mit Stilton mal ein Paar war) in einem einfachen Hotelzimmer am Rande der Zivilisation das Träume ihrer Vergangenheit offenbart. Wenn zugleich in diesem Zimmer anonyme Anrufe stattfinden, bei denen nur Raben-Gekrächze zu hören ist, dann wird es drückend und spannend.

Wenn dann noch auf einer Fensterbank Fingerknochen liegen, eine übel zugerichtete Jungenleiche im Wald gefunden wird (zuerst von einem Eber, nichts für schwache Nerven) und sich Tom Stilton auf den „Weg zurück“ begibt, dann entfaltet der Thriller eine Breite, die nicht auf Kosten des Tempos und der Spannung geht, den Leser aber umfassend mit hineinnimmt in diese „Schattenseite des Lebens“.

Mal kurz und filigran, wie nebenbei, die Lebensordnung der Roma vor Augen geführt (vor einem Supermarkt) und umgehend die Reibung zwischen (vielleicht auch berechtigen) Vorurteilen und dem Versuch, allen gegenüber offen zu bleiben (auf Ermittlerseite) in den Raum gesetzt, um dann ausführlich bei einer zerstörten Frau zu verweilen, der ein Kind zuläuft du die darin die Kraft findet, ihrer Sucht zu widerstehen. Um dann wieder, ebenfalls kurz und wie nebenbei, einem „Gutmenschen“ wirklich nahe zu kommen, der ein offenes Herz für jeden Gestrandeten des Lebens hat und selber doch einen tiefen See der Trauer in sich trägt.

Das alles (und noch viel mehr) zusammengehalten durch den roten Faden der Ermittlungen, den rumänischen Dolch, der gefunden wurde, den (wirklich miesen) Pädophilen, bei dem die Autoren dem Leser ein- um das andere Mal einen tiefen und verstörenden Blick in dessen innere Empfindungen zumuten, ergibt eine Melange von Spannung, Mitleid, Trauer und Abscheu, die den Leser durchgehend bei der Lektüre begleiten werden.

Dabei setzten die Autoren auf realistische Figuren, auch wenn das ein oder andere Verhalten, das ein oder andere Träume überspitz wirken. Aber hinter fast allen Fassaden der Mitmenschen werden eben auch solche dunklen Seiten und belastenden „Lebensereignisse“ zu finden sein, das ist nicht übertrieben.

Alles in allem düster, packend, voller Einzelteile und inneren Entwicklungen und Entfaltungen mit einer Atmosphäre hintergründiger, ständig drohender Gefahr eine intensive und hervorragende Lektüre.

Sensationelles Buch mit realem Bezug

Von: Jules Barrois Datum : 09.03.2017

https://julesbarrois.wordpress.com

Herbst in Stockholm. Hauptbahnhof. Immer mehr Asylbewerber kommen an. Darunter befinden sich viele unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge. Für alle diejenigen eine leichte Beute, die die schwache Position von Menschen ausnutzen wollen. Olivia Rönning arbeitet zusätzlich ehrenamtlich in der Betreuung am Bahnhof. Dann wird ein kleiner Junge in Småland mit durchschnittener Kehle im Wald gefunden.
Tom Stilton und Olivia Rönning übernehmen den Fall. Bald erkennen sie, dass der Junge nur ein Teil eines Geschäftes ist, in dem Menschen als Ware behandelt und gehandelt werden.
So widmet sich das Autorenduo einem Stück Zeitgeschichte. Eine nachdenkliche und realistische Geschichte. Dass viele unbegleitete Flüchtlingskinder ohne eine Spur in Schweden verschwinden ist Fakt. Aber was passiert mit ihnen? Im Buch erfahren wir die schrecklichste aller vorstellbaren Versionen. Es ist makaber, es ist heftig, aber nicht unwahrscheinlich. Im Gegenteil.
Der Kriminalroman ist geschickt konstruiert und hat eine gehörige Portion Nervenkitzel. Zusätzlich hat es Dimensionen, die über reine Unterhaltung weit hinausgehen und zum Nachdenken zwingen. „Schlaflied“ hat meiner Meinung nach eine sehr hohe Glaubwürdigkeit, vielleicht noch höher als die anderen Bücher aus dieser Reihe. Alles was in dem Buch passiert, könnte auch in der Wirklichkeit sehr gut passieren, und das macht das Buch viel erschreckender und spannender, als es sonst der Fall war.
Cilla & Rolf Börjlind bauen weiter auf ihre starken und sehr vielschichtigen Charaktere und lassen sie sich weiterentwickeln. Mit ihren Schwächen und Stärken wirken diese sehr glaubwürdig. Neben ihrer überzeugenden Sprache verstehen es die beiden Autoren, die vielen losen Enden in einer professionellen Art und Weise bis an das Ende des Buches zusammenzufügen, und der erste Mord wird erklärt, aber ohne, dass die Geschichte an Schwung verliert oder das Ende gekünstelt erscheint. Die beiden verstehen ihr Handwerk.
Dies ist das vierte Buch in der Reihe über Tom Stilton, Olivia Rönning und ihren Freunden und Kollegen. Dieses Buch ist meiner Meinung nach bisher das beste in der Serie. Spannend, menschlich, tragisch, direkt und sehr anschaulich. Diese ausgesprochen komplexe Geschichte ist für alle Thrillerfans ein absolutes Muss.

Wieder ein spannender Teil der Reihe

Von: lenisvea Datum : 07.03.2017

lenisvea.blogspot.de

€ 15,00 [D] inkl. MwSt.
€ 15,50 [A] | CHF 20,50*
(* empf. VK-Preis)
Paperback, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-442-75716-9
NEU
Erschienen: 20.02.2017

Zum Buch: https://www.randomhouse.de/Paperback/Schlaflied/Cilla-Boerjlind/btb-Hardcover/e509799.rhd

Der neue Fall des schwedischen Ermittlerteams Olivia Rönning und Tom Stilton

Am Stockholmer Hauptbahnhof herrscht Chaos. Ein Mädchen im Strom der Asylsuchenden schlägt sich ganz alleine durch. Aus Angst vor den Behörden lebt sie mehr schlecht als recht auf den Straßen Stockholms – bis sie auf die Obdachlose Muriel trifft, die sich ihrer annimmt. Gemeinsam suchen sie Zuflucht in einer einsamen Hütte auf dem Land. Aber ist es in den Wäldern Smalands wirklich sicherer als auf den Straßen von Stockholm? Zur selben Zeit versucht der frühere Kriminalkommissar – und frühere Obdachlose – Tom Stilton seinen Polizeikollegen zu beweisen, dass er wieder ganz auf der Höhe ist. Er soll dabei helfen, den grausamen Tod eines Jungen aufzuklären, der vergraben im Wald gefunden wurde. Wenig später bittet ihn Muriel um Hilfe, weil sie ihren Schützling in Gefahr glaubt. Haben die Fälle etwa miteinander zu tun? Tom Stilton und Olivia Rönning kommen der Wahrheit nur langsam auf die Spur ...
Meine Meinung:
Ich habe im letzten Jahr Die Strömung des Autorenduos gelesen und war begeistert. Daher war ich auch sehr gespannt auf den neuesten Teil dieser Reihe um Olivia Rönning und Tom Stilton.
Der Einstieg in das Buch ist mir sehr gut gelungen, der Schreibstil war wieder sehr flüssig.
Im Prolog wird eine Situation beschrieben, die mir während der weiteren Lektüre immer im Kopf geblieben ist und ganz zum Schluss gibt es die Auflösung dazu, die ich wirklich nicht vermutet hatte und die für mich die ganze Geschichte perfekt abgerundet hat.
Dieses Buch hatte für mich aber auch einige Längen, so dass es für mich nicht durchgehend spannend war. Einige Seiten weniger wären hier mehr gewesen.
Die Handlungsweisen mit den Flüchtigen war schon sehr dramatisch und bedrückend, aber schon sehr glaubhaft beschrieben.
Alles in allem haben die Autoren hier wieder einen tollen Kriminalroman hingelegt, der für mich aber mit weniger Seiten ausgekommen wäre. Ich kann dennoch eine klare Kauf- und Leseempfehlung geben für alle, die gerne Schwedenkrimis lesen. Allein das Ende war die Lektüre wert. Von mir bekommt das Buch gute 4 Sterne.

Eine komplexe, hochpolitische und aktuell-brisante Story

Von: Silke Schröder, hallo-buch.de Datum : 05.03.2017

www.hallo-buch.de

„Schlaflied“, der neue Fall des schwedischen Autorenpaares Cilla und Rolf Börjlind, ist ein fesselnder, hoch aktueller Krimi. Die Autoren wechseln geschickt die Perspektive zwischen ihren Protagonisten und treiben eine Story voran, in der es darum geht, wie man mit dem Leid anderer miese, aber lukrative Geschäfte macht. Organraub, Pädophilie, Menschenhandel – im Wirbel der Flüchtlingsströme gibt es stets auch Möglichkeiten für jene, die skrupellos sind. Und mittendrin Kriminalkommissarin Mette Olsäter und ihr Team. Die Kollegen Olivia und Tom kommen durch eine Spur, die sie tief unter die Straßen Bukarests führt, den Drahtziehern der perfiden Verbrechen immer näher. Tatsächlich gibt es in Rumäniens Hauptstadt seit Jahren viele Kinder und Jugendliche, die illegal in der Kanalisation der Metropole leben. Die Fotodokumentation „Inside Outside: Under Bucharest“ über diese “Kanalkinder” von Massimo Branca gewann auf dem hannoverschen Lumix-Fotojournalismus-Festival den HAZ-Publikumspreis. So ist „Schlaflied“ ein packender schwedischer Krimi mit einer komplexen, hochpolitischen und aktuell-brisanten Story über menschliche Abgründe.

Sensationell! Für mich der beste Teil aus der Reihe...

Von: Ayda aus Hannover Datum : 04.03.2017

Lesehighlight 2017!!!
Inhalt:
Das Buch startet auf den Puerto Galera (Phillipinen) und endet nach 27 Seiten mit einem krassen Schocker! Dann gehen wir vier Monate zurück...
Als zahlreiche geflüchtete Menschen am Bahnhof von Stockholm ankommen, treffen in dem Menschenstrom das Mädchen Folami aus Nigeria und die Wohnungslose Muriel aufeinander. Sie nimmt das Mädchen in ihre Obhut und sie finden Obdach in einer Hütte im Wald...Der zweite Strang: Ein kleiner Junge wird tot im Wald gefunden,er wurde mit einem Dolch ermordet! Olivia und Tom nehmen die Ermittlungen auf und diese führen bis in die Unterwelt von Bukarest...

Meine Meinung:
Also ich bin so begeistert von diesem Autorenpaar,die sind der Hammer! Schon nach 27 Seiten wusste ich,dieses Buch wird sensationell und so war es auch. Dieser Fall ist der 4. Band,kann aber eigenständig gelesen werden. Der Schreibstil ist wie auch die Bände zuvor,sehr schön zu lesen und hier möchte ich auch der Übersetzung ein großes Lob aussprechen. Ein weiterer Grund warum mir die Bücher von Cilla & Ralf Börjlind gefallen, ist die Mischung aus Aktualität,Gesellschaftsdrama/kritik,Krimi und Thriller! Diese verzahnen die beiden sehr gut und lassen den Leser mit eindrucksvollen,grausamen und nachdenklichen Szenen zurück,dafür danke ich Ihnen... Auch die Protagonisten sind sehr authentisch,Kommisare mit Ecken und Kanten sowie starken Charakteren. Auch wenn ich manchmal mit den Personen wieder durcheinander kam,das passiert mir immer wieder:) war dieses Buch große klasse,von mir eine Leseempfehlung mit 5 Sternen!

Ein Pageturner

Von: anyways aus Greifswald Datum : 01.03.2017

Die Flüchtlingswelle in Schweden will einfach nicht abreißen. Tag für Tag stranden am Stockholmer Hauptbahnhof Hunderte Geflohene. Luna, die Lebensgefährtin von Tom Stilton und Olivia seine Arbeitskollegin und Freundin, sind fast täglich da um zu helfen. Wie viele andere auch. Zunehmend, bemerken beide Frauen unabhängig voneinander, ist die Zahl der allein flüchtenden Kinder und Jugendlichen. Währenddessen bekommt Tom Stilton , ein früher hervorragender Ermittler bei der Mordkommission ,eine neue berufliche Chance. Nach Jahren der Abstürze, bis hin zur Obdachlosigkeit, ist er jetzt einigermaßen stabil, so dass ihm seine Freundin Mette Olsäter einen Beraterjob in ihrem Team beim Landeskriminalamt vorschlägt. Den er auch annimmt. Denn der neue Fall den Lisa, Olivia und Bosse unter der Leitung von Mette bearbeiten ist nicht nur grauenvoll sondern auch äußerst verzwickt, denn die Ermittlungen gehen weit über die Landesgrenzen von Schweden hinaus. In einem Wald in der Nähe der Hauptstadt wird durch Zufall die Leiche eines Jungen gefunden. Wer ist dieses Kind und welchem Täter ist er zum Opfer gefallen? Bekommt Mettes Team es mit einem Pädophilen zu tun? In dieser Gegend sind gleich mehrere Personen auffällig geworden. Oder geht die Aufklärung in eine ganz andere Richtung?

Ein neuer Fall vom Autorenteam Cilla und Rolf Börjlind. Abermals ist es den Beiden gelungen mich mit einem sehr komplexen, durch seine Aktualität bestechend realistischen Krimi regelrecht zu fesseln. Viele Erzählstränge, gerade zum Beginn eines Buches führen bei mir oft dazu, mich zu verwirren. Auch die Börjlinds bedienen sich dieser Erzählweise, jedoch laufen alle ihre Erzählstränge verständlich zu einem komplexen und vielschichtigem Plot zusammen.
Das Autorenduo greift in seinem neuesten Fall sehr brisante Themen auf, die enormen Anstrengungen die mit dem immensen Zustrom von Flüchtlingen einhergeht, Ausländerfreundlichkeit, Ausländerfeindlichkeit, Menschenhandel und Pädophilie. Aus all diesen schaffen sie es, gepaart mit einer packenden Story, akribischer Recherche und ausgefeilten Charakteren einen wirklich packenden Kriminalroman zu konzipieren.
Da dies jetzt mein zweites Buch um die Ermittlungstruppe „Olsäter“ ist, kam ich sehr viel besser mit den Geschichten um die Protagonisten zurecht. Alle Beteiligten sind sehr gut gezeichnet und ihre Lebensweise und ihr Lebensalltag nimmt fast ebenso viel Raum ein wie der aufwühlende Fall. Dies ist aber keine Kritik, das macht diese Geschichte so komplex und spannend, so dass ich das Buch, trotz seiner über 500 Seiten nicht aus der Hand legen wollte und konnte.

Leichte Beute

Von: Elke Heid-Paulus Datum : 27.02.2017

www.lovelybooks.de/mitglied/Havers/rezensionen/

Europa versucht des Ansturms der Flüchtlinge Herr zu werden, und Schweden macht hier keine Ausnahme. Die Behörden sind überfordert, aber glücklicherweise gibt es auch engagierte Privatpersonen, die den Sozialarbeitern unterstützend zur Seite stehen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten dort helfen, wo Not am Mann ist. Aber nicht alle tun dies uneigennützig und aus reiner Nächstenliebe.

Diese Erfahrung muss auch das Team von Mette Olstätter machen, das den Tod eines Jungen untersucht, dessen Leiche im Wald vergraben wurde. Das Ergebnis der Obduktion offenbart sein schreckliches Schicksal. Und dieser Leichenfund soll kein Einzelfall bleiben. Obwohl alle mit Hochdruck ermitteln, sind die Ergebnisse spärlich. Die einzige Gemeinsamkeit der Opfer ist die Tatsache, dass es sich bei allen um Flüchtlingskinder ohne Erwachsenenbegleitung handelt.

Tom Stilton bietet seine Hilfe an und aktiviert alte Kontakte, die ihn mit Informationen versorgen. Die Spur führt nach Rumänien, und so macht sich Tom gemeinsam mit seiner Kollegin Olivia Rönning auf den Weg. Was sie dort erleben, bringt sie in Lebensgefahr und lässt nicht nur ihnen, sondern auch dem Leser den Atem stocken. Die Autoren Cilla und Rolf Börjlind schildern das Leben der rumänischen Straßenkinder ungeschönt und deshalb für den Leser umso schwerer zu ertragen (in ihrem Nachwort nennen sie die entsprechenden Quellen).

Parallel dazu behandelt ein weiterer Handlungsstrang die Suche eines nigerianischen Flüchtlingsmädchens nach ihrem Bruder. Muriel, eine ehemalige Bekannte aus Toms Obdachlosenumfeld, kümmert sich rührend um sie…zumindest solange, bis das Mädchen eines Tages spurlos verschwindet. Muriel bittet Tom um Hilfe, und gemeinsam mit dem Team macht er sich auf die Suche nach der Verschwundenen.

„Schlaflied“ der vierte Band der Rönning/Stilton-Reihe unterscheidet sich von den Vorgängern. Zwar gibt es hier auch wieder einiges an privaten Verwicklungen, aber im Kern ist dies ein hochpolitisches, aber dennoch sehr spannendes Buch, das sich mit verschiedenen Aspekten der Flüchtlingsfrage beschäftigt. Da sind zum einen die latent vorhandenen Vorurteile, die in den unbedachten Äußerungen von Olivias Kollege Bosse deutlich werden, zum anderen aber auch die Frage, wer die alleinreisenden Kinder vor skrupellosen Elementen schützt, die in ihnen eine leicht Beute sehen. Aber natürlich stellt sich auch die Frage aus der Sicht der Ermittler, wieviel Leid man im Laufe eines Berufslebens ertragen kann, bevor man völlig ausgelaugt das Handtuch wirft.

Menschliche Abgründe

Von: eine Leserin aus Beselich Datum : 27.02.2017

Am Stockholmer Bahnhof spuckt ein Zug nach dem anderen ankommende Flüchtlinge aus, provisorische Zeltunterkünfte sind aufgebaut und am Limit agierende freiwillige Helfer versuchen in der Not zu helfen. Unter ihnen auch Olivia Rönning, die eigentlich Polizistin ist. Mitten im Chaos schlägt sich ein kleines Mädchen ganz allein durch und lebt, immer in Angst vor den Behörden, auf der Straße, bis sie auf Muriel trifft, eine obdachlose junge Frau, die nach Kräften versucht, von der Nadel wegzukommen. Gemeinsam verstecken sie sich in den Wäldern. Aber ist es hier sicherer als in Stockholm?
Inzwischen ruht aber das Verbrechen nicht und man findet im Wald einen grausam zugerichteten toten Jungen. Der erste Verdacht fällt in Richtung Pädophile, was erst die Spitze des Eisbergs sein wird. Das erkennt Tom Stilton, ehemaliger Kommissar und Obdachloser- sehr bald, als er von seinen früheren Kollegen zu Hilfe gerufen wird. Seine Ermittlungen führen ihn weit hinaus über schwedische Grenzen und so findet es sich mit seiner Kollegin Olivia Rönning bald in den Katakomben der rumänischen Hauptstadt wieder. Zurück in Schweden bittet ihn Muriel, die er noch aus seiner eigenen Zeit auf der Straße kennt, um Hilfe, da sie glaubt ihr kleiner Schützling sei in Gefahr.
Wie beide Fälle zusammen hängen, erfährt der Leser im spannenden vierten Teil der Reihe um das Ermittlerteam Rönning/ Stilton. Wieder einmal zeichnen die beiden Autoren starke Charaktere: Stilton, der sich über die Jahre sprichwörtlich am eigenen Zopf aus dem Sumpf gezogen hat und nun beweist, dass er wieder auf ganzer Höhe ist, auch wenn er seiner Vorgesetzten durch manchen Alleingang die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Olivia Rönning, die sich über die vorherigen Bände von der Polizeischülerin zu einer guten Ermittlerin entwickelt hat und nun eine wichtige persönliche Entscheidung zu treffen hat. Und Mette, die als Chefin gerade in diesem Fall merkt, dass sie gern die ihr noch verbleibende Zeit mit ihrem Mann und der Familie verbringen möchte.
Die Autoren greifen gegenwärtige Themen auf: Flüchtlingskrise, Drogenhandel, Menschenraub, Pädophilie, Organhandel, Erpressung - alles, womit skrupellose Gangster Geld machen können und die Not anderer ausnutzen.
Dass sich am Schluss die Verbindung zum äußerst rasanten Prolog ziehen lässt, ist ein kluger dramaturgischer Schachzug der Autoren, an dem man einmal mehr erkennt, dass sie als Drehbuchautoren für Verfilmungen der Martin-Beck und Arne-Dahl-Reihen verantwortlich zeichnen. Ihr Handwerk, den Leser zu fesseln, verstehen sie.

Erschütternd realitätsnah

Von: leseratte1310 aus Mönchengladbach Datum : 24.02.2017

Mit dem großen Strom der Flüchtlinge sind die Behörden in Stockholm überfordert. Darunter befinden sich auch viele unbegleitete Kinder. Das Mädchen Folami aus Nigeria schlägt sich mehr schlecht als recht durch, bis sie auf die Obdachlose Muriel trifft. In einer einsamen Hütte in den Wäldern finden sie Zuflucht. Aber sind sie dort sicher?
Die Polizei ist erschüttert über den Fund eines toten Jungen, dessen Leiche im Wald vergraben wurde. War er Opfer eines Pädophilen?
Dann wendet sich Muriel an Tom Stilton, denn sie ist sich sicher, dass ihr Schützling in Gefahr ist.
Dieses Buch war mein erstes aus der Reihe um das Ermittlerteam Olivia Rönning und Tom Stilton, aber bestimmt nicht mein letztes. Obwohl das Buch sicherlich auch alleine zu lesen ist, hätte ich gerne mehr über die Entwicklung der Protagonisten erfahren.
Die Perspektiven wechseln immer wieder und die Geschichte ist dadurch von Anfang an sehr spannend, allerdings auch ziemlich brutal. Es ist kein einfacher Fall für die Ermittler Olivia Rönning und Tom Stilton, denn es geht nicht wirklich voran. Aber dann tauchen weitere tote Kinder auf und alle waren Flüchtlingskinder. Das kann kein Zufall sein. Nach und nach fallen die Puzzleteile zusammen und ergeben am Ende ein vollständiges Bild. Die Täter sind skrupellos und agieren nicht nur in Schweden. Es ist erschreckend zu sehen, wie wenig ein Menschenleben wert ist.
Die Charaktere sind sehr individuell und vielschichtig dargestellt. Das Leben hat es nicht besonders gut gemeint mit Tom Stilton, so dass er selber eine Zeitlang obdachlos war. Ich finde, er und Olivia harmonieren sehr gut. Aber auch Luna, die sich sehr für die Flüchtlinge einsetzt, hat mir gut gefallen.
Es ist ein spannender Fall mit dem Olivia und Tom hier befasst sind und das Thema ist sehr aktuell. Aber es gibt auch Szenen, die so grausam und erschütternd sind, dass es schon starke Nerven braucht.
Ein empfehlenswerter Krimi.

Akute Suchtgefahr!

Von: Angi aus Ansbach Datum : 20.02.2017

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Gleich nach dem Zuklappen dieses Buches haben die Entzugserscheinungen wieder eingesetzt: ich liebe diese Truppe rund um Tom, Olivia und Mette einfach total. Am liebsten würde ich gleich weiterlesen.
Umso mehr hat es mich gefreut, dass die Reihe inzwischen sogar teilweise verfilmt wurde und demnächst auch in Deutschland ausgestrahlt wird. Juhuuu!
Aber nun mal zum Buch: man merkt einfach sofort, dass die Autoren geübte Drehbuchschreiber sind. Man ist immer direkt mitten im Geschehen, kann sich alles bestens vorstellen und miterleben.
Die Charaktere sind sehr vielschichtig und wirken authentisch, wenngleich sie nicht gerade „normale“ Lebensgeschichten haben. Tom Stilton beispielsweise ist Ex-Polizist, der durch einen schweren Schicksalsschlag sogar eine Zeitlang auf der Straße lebte. Inzwischen hat er aber wieder eine Partnerin und unterstützt Olivia und ihre Kollegen bei der Aufklärung des aktuellen, sehr brisanten Kriminalfalls.
Es geht um Flüchtlinge, genauer um unbegleitete Jugendliche, die plötzlich spurlos verschwinden. Schreckliche Mordfälle, Pädophile und sogar das organisierte Verbrechen weit entfernter Länder spielt eine Rolle. Absolut spannend und manchmal auch nicht so wirklich für Zartbesaitete geeignet. Es geht blutig, tragisch und auch sehr actionreich zur Sache, aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Eine absolut gelungene Mischung, die ich jedem Thrillerfan einfach nur wärmstens empfehlen kann!

Fazit:
Spannende Fälle, sympathische Charaktere, viel Action und akute Suchtgefahr! Diese Reihe ist einfach grandios … bitte unbedingt mit Band 1 beginnen, denn die Figuren erleben auch privat sehr viel und entwickeln sich ständig weiter.