Leserstimmen zu
Schlaflied

Cilla Börjlind, Rolf Börjlind

Die Rönning/Stilton-Serie (4)

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Kurze Zusammenfassung: Stockholm wird von geflüchteten Menschen förmlich überrannt und die Stadt wird der Lage nicht mehr wirklich Herr. Auf der einen Seite gründen sich nationale Bewegungen, die eindeutig Position gegen die Geflüchteten beziehen, auf der anderen Seite sind die vielen freiwilligen Helfer, die die Situation mit aller Kraft zu meistern versuchen. Dazwischen stehen die Geflüchteten und viele, die sich an diesem Menschenpool förmlich bedienen wie in einem Selbsbedienungsladen. In Smaland wird die Leiche eines Jungen gefunden, mit durchschnittener Kehle und eindeutig mißbraucht. Olivia Rönning, die auch selbst ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe arbeitet wird mit dem Fall betraut, doch ihrer Chefin Mette ist klar, dass hier Verstärkung gebraucht wird. Mette entscheidet sich Tom Stilton wieder zurück zu holen. Tom scheint seine Krise überwunden zu haben, hat wieder einen festen Wohnsitz und will auch arbeiten. Olivia und Tom ermitteln nun gemeinsam in diesem Fall. Die Spur des Jungen führt sie nach Rumänien und dort in die schlimmsten Slums Europas und zu den gefürchtetsten Mafiabossen des Kontinents. Aber auch in Schweden wird die Spur klarer, nämlich dann, als sich Muriel an Tom wendet. Muriel hat ein geflüchtetes Mädchen in Obhut genommen und schwebt nun in Gefahr. Tom und Olivia wissen nun, dass geflüchtete Kinder in Schweden nicht unbedingt sicher sind ...... Fazit: Ich liebe ja nordische Krimis und dieser Krimi hat alle meine Erwartungen absolut erfüllt. Es gibt verschiedenen Handlungsstränge, die sich nach und nach zu einer Geschichte verweben. Der Ermittler ist ausreichend geschädigt um als original nordischer Ermittler zählen zu können und die Abgründe, die sich auftun sind, typisch nordisch, sehr tief. Die Erzählweise ist sehr eingängig und das Buch liest sich sehr rasant. Also so, dass ich abends nur ein Stündchen lesen will und auf einmal sind zwei Stunden vorbei. Mit diesem Ermittler-Duo gibt es schon andere Bände, in diesem Buch wird auch immer mal wieder auf alte Fälle Bezug genommen, doch das ist nicht weiter störend. Ich habe bisher noch kein Buch von Cilla & Rolf Börjlind gelesen und hatte so keine Informationen über die vorangegangenen Fälle. Ich habe trotzdem alles verstanden, mir fehlten keine wichtigen Infos und das was erwähnt wird spoilert auch nicht. Also kann ich auch gut die Vorgänger lesen und muss keine Reihenfolge einhalten. Dies ist nun schon das vierte Buch, dessen Geschichte sich rund um die Flüchtlingskrise rankt, dass mir in die Hände fällt. Ich finde gut das dieses Thema nun auch Einzug in die Belletristik nimmt und den Fokus auf einen anderen Blickwinkel lenkt, als wir in den sozialen Medien und im TV erhalten. Hier geht es weg von den nackten Fakten und werden eher auf die menschliche Seite gelenkt. Die Botschaft ist, wir sind alles Menschen und das auch in unserer Gesellschaft eine Entmenschlichung in großem Stile passieren kann. Für Menschenhandel und Sklaverei gibt es auch in Europa einen Markt und auch hier, in unserer zivilisierten Gesellschaft gibt es Menschen, die ihre Artgenossen wie Gegenstände behandeln, benutzen und wegwerfen. Aber trotzdem dem schweren Hintergrundthema ist dies ein toller Krimi, der richtig spannend ist.

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Auch im vierten Band ihrer Reihe schaffen es Cilla und Rolf Börjlind, die Spannung aufrecht zu erhalten und zudem neue Aspekte in die Geschichten der Protagonisten einzubringen. Ich hoffe und warte auf einen fünften Teil, den es einfach geben muss!

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Anders als der Titel „Schlaflied“ des mittlerweile vierten Falls des schwedischen Ermittlerduos Olivia Rönning und Tom Stilton vermuten lassen könnte, ist der Band alles andere als einschläfernd. Diesmal begeben sich die beiden auf die Suche nach einem brutalen Kindermörder. Tote Flüchlingskinder und rumänische Verbrecher Verscharrt in einem Wald irgendwo in der schwedischen Provinz Smaland wird die Leiche eines ermordeten Jungen entdeckt. Unweit vom Fundort entdeckt die Spurensicherung einen Dolch, dessen Inschrift auf eine rumänische Verbrecherorganisation hinweist. Doch ebenfalls in der Nähe wohnt ein vom Dienst suspendierter Lehrer, der im Verdacht des Missbrauchs seiner Schüler stand und einem Pädophilennetzwerk angehört. Daher folgen Olivia Rönning und Tom Stilton, der nach seinem Burnout wieder bei der Mordkommission Fuß fasst, beiden Spuren. Doch schnell erkaltet die Fährte zum potentiellen Kinderschänder. So fliegen Rönning und Stilton im Auftrag ihrer Vorgesetzten Mette nach Bukarest, um vor Ort in der rumänischen Verbrecherwelt zu ermitteln. Wortwörtlich müssen sie in die Unterwelt hinabsteigen: In der Kanalisation Bukarests zwischen drogensüchtigen, obdachlosen Kindern und Jugendlichen suchen sie nach Hinweisen, die sie zur Identität des Jungen führen könnten. In der Tat entdecken sie, dass der ermordete Junge aus einer Romafamilie stammt. Gleichwohl die Recherchen zielführend sind, stellen sie sich jedoch auch als gefährlich heraus: Denn Olivia und Tom kommen einem Oberhaupt einer überaus brutalen Verbrecherbande zu nahe. Zurück in Schweden tauchen in einer Baugrube zwei weitere Leichen auf, wiederum Jugendliche. Diesmal ein farbiger Jungen und ein Flüchtlingsmädchen aus Afghanistan. Hier entdeckt der Pathologe Entsetzliches: Beiden wurde vor ihrem Tod die Nieren entfernt – und wie sich herausstellt auch dem Romajungen. Ein Handel mit den Organen von Flüchlingskindern? Ausnutzen der Krise Wie schon die drei vorherigen Bände überzeugt auch „Schlaflied“ aus vielerlei Gründen: Zum einen werden die vorhandenen Charaktere weitergeführt und weiterentwickelt. Je länger die Reihe andauert, um so besser lernt man die einzelnen Akteure kennen. Ganz gleich ob das Tom Stilton, Olivia Rönning oder Mette ist. Sie alle haben Stärken, Schwächen und Sehnsüchte, handeln aber ebenfalls durchaus impulsiv. Die immer wieder auftauchenden Figuren und ihre Eigenheiten werden durch die horizontale Erzählhaltung der beiden Autoren betont. Und dennoch lassen sie die (altbekannten) Personen leiden und Schaden nehmen, so dass hier zusätzliche Spannung entsteht. Überhaupt ist der neue Fall überaus spannend, weil er mit der Flüchlingskrise ein aktuelles Thema nutzt. Schutzsuchende und noch dazu Kinder werden hier von raffgierigen Verbrechern ausgenutzt, ohne Anstand und Moral. Menschliche Abgründe tun sich auf, zeigen allerdings auch, woher diese Gier kommt. Sie erwächst oder erwuchs aus der Armut anderer „Notleidenden“, die sich dann wiederum am Elend bereichern und versuchen der Armut zu entkommen. Allerdings auf höchst kriminelle Art und Weise. Dies schildern die beiden Autoren sehr eindringlich und sehr realistisch. Das trifft auch auf die Darstellung der vollkommen überlasteten Polizisten in Rumänien zu, die bis an die Grenzen ihrer psychischen und physischen Belastung gelangen. Man merkt der Schreibweise von Cilla und Rolf Börjlind ihre jahrelange Erfahrung als Drehbuchautoren an: Viele Momente und Beschreibungen wirken so szenisch, dass man sie sich perfekt verfilmt vorstellen kann. Insofern wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich ein Fernsehsender die Rechte an der Reihe sichern wird. Anders als es bei vielen anderen Reihen der Fall ist, kann „Schlaflied“ das Niveau der vorangegangenen Bände nicht nur halten, sondern für meinen Geschmack sogar noch toppen. Die knapp 600 Seiten merkt man nur am Gewicht, aber nicht an der Lesedauer. Überraschend war für mich das Ende – und mein persönliches Highlight. Wieso, das kann hier nicht verraten werden …

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Rein optisch passt sich „Schlaflied“ wunderbar seinen Vorgängern an. Die Gestaltung des Covers ist sehr gelungen, die Farbgebung ist für mich schlicht und ausdrucksstark zugleich. Ein wirklich tolles Design, das nicht nur sehr ansprechend ist, sondern sich auch toll im Bücherregal macht. Kompliment an den Verlag, der mir immer wieder auch durch seine ausgefallenen und qualitativ hochwertigen Buchgestaltungen auffällt. „Schlaflied“ spielt in Schweden, in Stockholm und Smaland, und in Rumänien, Bukarest und Umgebung. Olivia Rönning und Tom Stilton, die beide durchaus unkonventionelle Ansichten von Polizeiarbeit an den Tag legen, haben schon viel miteinander erlebt und durchgemacht. Jetzt wartet ihr neuster Fall auf sie: Der grausame Tod eines kleinen Jungen in den schwedischen Wäldern und die davon scheinbar unabhängigen Ereignisse um Stiltons alte Bekannte Muriel fördern unfassbare Geschehnisse und Verknüpfungen zutage, die die beiden Ermittler und ihr Team an ihre Grenzen bringen. Wie die ersten drei Bände hat mich auch dieses Buch von Cilla und Rolf Börjlind restlos begeistert und überzeugt. Ich habe bisher unzählige Krimis und Thriller gelesen, aber die Geschichten um Olivia, Tom, Mette und Abbas sind für mich etwas Besonderes. Die Autoren verstehen es großartig, eine immense Spannung aufzubauen, durchgängig zu halten und mit aktuellen Themen zu verknüpfen. Mehr als ein, zwei Tage habe ich bisher nie für ein Buch von ihnen gebraucht. Und das auch nur, weil ich neben dem Lesen leider auch noch andere Dinge zu erledigen habe. Die Atmosphäre in den Romanen ist immer großartig konstruiert, absolut stimmig, düster und mitreißend. Bei den Beschreibungen beispielsweise der Zustände in der Kanalisation von Bukarest, habe ich selbst oft den Atem angehalten und mich gefragt, ob und wie ich sie ertragen könnte. Auch das Finale und die plötzliche Verbindung zum zuerst nicht schlüssigen Prolog sind für mich einfach ganz große Schreib- und Erzählkunst. Drei Sätze ganz am Ende des Buches haben mich absolut überrascht und geflasht, besser kann man einen Plot nicht beenden. Leider kann ich nur 5 Sterne vergeben, vielleicht war „Schlaflied“ für mich bis jetzt sogar der eindringlichste und beeindruckendste Fall. Eine absolute Empfehlung von mir. Ich bin ein riesiger Fan der Reihe, mit jeder Neuerscheinung noch ein wenig mehr – wenn das überhaupt möglich ist. Eine gewisse Traurigkeit ist nach dem Lesen stets vorhanden, die Aufregung, wenn eine Fortsetzung angekündigt wird, umso größer. Schon oft habe ich darüber nachgedacht, wie prädestiniert diese Stoffe für Fernsehen und Kino wären, umso toller finde ich jetzt die Nachricht, dass die Verfilmungen 2017 im deutschen Fernsehen laufen werden. Ich bin auf jeden Fall dabei. „Schlaflied“, der vierte Band aus der Rönning-Stilton-Reihe des schwedischen Autoren-Ehepaars Cilla und Ralf Börjlind, ist im Februar 2017 im btb-Verlag, der zur Verlagsgruppe Random House gehört, erschienen. Das Paperback hat 576 Seiten und kostet 15 Euro. Die E-Book-Ausgabe ist für 11,99 Euro zu haben. Viele Infos zum Buch (inklusive Leseprobe) und zum Verlag finden sich unter https://www.randomhouse.de/Verlag/btb/2000.rhd.

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Auf den ersten 100 Seiten hätte ich das Buch gerne abgebrochen, ganz einfach, weil ich die Modethemen Flucht und *Flüchtlinge* einfach satt habe. Ich bin froh, dass ich durchgehalten habe, denn das Buch widmet sich einem doch recht wichtigen Thema: Der Schutzlosigkeit unregestrierter Schutzsuchender. Und das macht diesen Krimi so besonders. Denn er zeigt auf: Wer nirgendwo registriert wird, wer offiziell gar nicht existiert, der wird schnell recht- und schutzlos. Die Handlung ist komplex und umfasst mehrere Themen, welche ich aus Spannungsgründen nicht erwähnen möchte. Aber es wird fies – richtig fies. Und ich las bis teilweise spät in die Nacht, weil es so spannend war. Obwohl es der vierte Teil der Serie ist, lässt er sich auch ohne Vorkenntnisse gut lesen. Fazit Ein unterhaltsamer, komplexer Krimi.

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Totale Überzeugung

Von: HexeLilli aus Heemsen

10.03.2017

Dies war das erste Buch von dem Autorenpaar das ich gelesen habe. Deshalb brauchte ich wohl auch eine gewisse Zeit um mit den vielen verschiedenen Personen warm zu werden. Durch die einzelnen Geschichten fiel es teilweise schwer, die Übersicht zu behalten. Es geht um drei tote Teenager, denen die Nieren entnommen wurden. Die Spur führt die beiden Ermittler Tom Stilton und Olivia Rönning nach Rumänien. Hier treten sie einer Organisation auf die Füße, die jugendliche Flüchtlinge entführt, die keiner vermisst. Zur gleichen Zeit nimmt sich die Obdachlose Muriel eines jungen Mädchens aus Nigeria an. Diese ist auf der Suche nach ihrem Bruder. Was etwas verwirrend begann, passt nachher wunderbar zusammen. Ein super konstruierter Thriller der manchmal hart an der Grenze des Erträglichen geht. Auch die Charaktere der einzelnen Personen werden sehr gut rübergebracht. Dieses Buch hat mich bestens überzeugt, so dass ich auf jeden Fall auch die Vorgänger noch lesen möchte.

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"Schlaflied" ist der 4. Band der Reihe um Olivia Rönning und Tom Stilton. Zur Story an sich möchte ich nichts verraten, hier reicht die Verlagsinfo. Die Spannung wird von den beiden Autoren von der ersten Seite an über verschiedene Erzählperspektiven, die sich abwechseln, und oft mit einem Cliffhanger enden, aufgebaut. Die Themen, um die sich dieser Krimi dreht, sind harter Stoff, es geht um Flüchtlinge, Menschen- und Organhandel, Pädophilie, Obdachlose, und um Gangster, die die Flüchtlinge ausnutzen. Die Ermittlungen gehen von Schweden bis nach Rumänien zu den "Kanalmenschen". Wie immer in dieser Reihe, ist viel Action geboten, man fierbert mit einzelnen Protagonisten und wünscht den Bösewichten, dass sie geschnappt werden. Das Ermittlerteam um Mette habe ich mittlerweile total lieb gewonnen. Alle Charaktere sind ganz eigene Figuren. Der Krimi lässt sich unabhängig von den vorherigen Bänden lesen. Ich würde euch raten, die Vorgänger dieser Reihe auch zu lesen. Sie lohnen sich! Auch der 4. Fall von Olivia Rönning und Tom Stilton hat mich vollkommen überzeugt

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Mehr davon....

Von: Ritja

09.03.2017

Endlich ein weiterer Fall für Tom Stilton und Olivia Rönning. Das Autorenpaar beherrscht den schwedischen Krimistil wie kein anderer Autor. Spannend, fesselnd, undurchsichtig und düster zeigen sie, was in einer scheinbar toleranten Gesellschaft alles geschehen kann. Sie öffnen die Augen für das Versteckte, das Böse und die Gier im Menschen. Dabei bleiben sie beängstigend realistisch und sorgen für Nachdenklichkeit und Gänsehaut. Die "alten" Charaktere dürfen sich weiterentwickeln und binden dadurch den Leser immer mehr an sich. Man möchte wissen, wie es ihnen geht, was sie erleben und wie sie das Erlebte verarbeiten und verkraften. Es tauchen neue Figuren auf, die genauso realistisch sind wie die Hauptfiguren. Das Autorenpaar lässt wieder verschiedene Handlungsstränge parallel laufen, die vielleicht anfangs verwirrend und undurchsichtig wirken, aber es lohnt sich bis zum Ende den Handlungen zu folgen, denn der Kreis wird sich schließen und so manche Verknüpfung sorgt für einen Aha-Effekt. Das Buch kann man "solo" lesen, aber man sollte dies nicht tun. Die vielen kleinen Verbindungen, die gemeinsamen Erlebnisse und der ganz eigene Humor sind das Besondere an den Figuren und deren gemeinsamer Geschichte. Wer die Zusammenhänge nicht kennt, wird so manche Verbindung, Situation und Kommentar nicht verstehen, was schade wäre. Ein rundum gelungener Fall mit allem, was man sich unter einem sehr guten Schwedenkrimi vorstellt.

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