Leserstimmen zu
ANYBODY OUT THERE?

Ben Miller

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Sind wir allein im Universum? In Anbetracht der Unendlichkeit des Alls erscheint diese Vorstellung absurd. Aber warum haben wir dann noch keine Aliens getroffen? Wie groß ist überhaupt die Wahrscheinlichkeit, dass es auf anderen Planeten intelligentes Leben gibt? Was tut man, um es zu entdecken? Wie würden die Aliens aussehen und wie könnten wir uns mit ihnen verständigen? All diesen Fragen geht der britische Komiker Ben Miller in seinem Buch Anybody Out There? auf den Grund. Dabei kommt es ihm vermutlich ganz gelegen, dass er selbst einen Universitätsabschluss im Fach Physik vorweisen kann (auch wenn er der Universität Cambrigde die Abgabe seiner Doktorarbeit bis heute schuldig bleibt). Denn wer in einem Buch, dessen Thema die Suche nach außerirdischem Leben ist, bizarre Augenzeugenberichte von Alien- und UFO-Sichtungen erwartet, ist falsch gewickelt. Ben Miller stützt sich lieber auf die Erkenntnisse der Wissenschaft, als auf Interviews mit Alu-Hut-Trägern. Er gewährt uns hier einen Einblick in die, ich würde sagen… seriöse Suche nach außerirdischem Leben. Miller berichtet von riesigen Radio-Teleskopen, der Arbeit des Instituts SETI (Search for Extraterrestrial Intelligence) und von Raumsonden, die Grüße vom Planeten Erde enthalten und nur darauf warten, von Außerirdischen in den Weiten des Alls eingesammelt zu werden. Dabei erläutert er einige Annahmen und Theorien, von denen wir mindesten schon mal in der Serie The Big Bang Theory gehört haben. Das Fermi-Paradoxon und die Drake-Gleichung gehören ebenso dazu, wie die Hauptsätze der Thermodynamik und eine Auffrischung in Sachen Big Bang. Dennoch spielt sich ein überraschend großer Part des Buches auf unserem eigenen Planeten ab. Denn um Fragen über außerirdisches Leben zu beantworten, ist es ratsam, erst einmal zu verstehen, wie sich Leben auf unserem eigenen Planeten entwickeln konnte – und damit befasst sich Ben Miller sehr detailliert. Das mag für einige ein zu großer Bogen sein, beinhaltet aber bestimmt trotzdem die eine oder andere Überraschung. Zugegeben, bei Menschen, die wie ich, Chemie nicht unbedingt zu ihren Lieblingswissenschaften zählen, könnten die Gedanken streckenweise kurz abdriften. Aber sie werden sicherlich wieder auf den rechten Weg zurück geholt. Biologie, Physik, Philosophie und Linguistik – hier findet sicherlich jeder etwas, das ihm gefällt. Dass Ben Miller nicht nur fundiertes Wissen im Fach Physik vorweisen kann, sondern hauptberuflich Komiker ist (er ist eine Hälfte des Comedy-Duos Armstrong und Miller, welches ich euch dringend empfehlen würde, wenn ihr britischen Humor mögt), kommt dem Buch dabei sehr zugute. Es gelingt ihm mühelos, komplizierte Konzepte so zu erklären, dass man nicht „Aha!“ sagt, sondern dabei auch schmunzeln muss – was für mich persönlich die schönste Art ist, etwas zu lernen. Allerdings muss man sagen, dass an diesem Buch schnell der Zahn der Zeit nagt. Die Forschung im Bereich der Astrophysik fördert momentan quasi wöchentlich neue Entdeckungen zutage. Daher sind schon jetzt einige Angaben nicht mehr auf dem neuesten Stand der Erkenntnis. So wurde zum Beispiel für das berühmte Wow!-Signal, dem bei der Suche nach außerirdischem Leben ein großer Stellenwert beigemessen wurde, 2017 eine Erklärung gefunden. Das konnte Ben Miller 2016, als er das Buch verfasst hatte, freilich noch nicht wissen. Trotzdem ist das Buch ein wunderbarer Einstieg für alle, die sich für die Suche nach intelligentem Leben abseits unseres Planeten interessieren. Und alle, die erstmal verstehen wollen, wie sich das Leben auf der Erde überhaupt entwickeln konnte, sind hier erst recht an der richtigen Adresse. Diese kohlenstoffbasierte Lebensform bewertet Anybody Out There? mit 4 von 5 fliegenden Untertassen (und dankt dem Penguin Verlag und dem Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars).

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Der britische Schauspieler Ben Miller forscht über Außerirdische, naja, nicht wirklich. Er beschreibt in diesem Buch auf sehr amüsante Weise die bisherigen Erkenntnisse, die die Wissenschaft bei der Suche nach Außerirdischen gewonnen hat. „Vergesst Science-Fiction, ihr erlebt gerade eine der unglaublichsten Revolutionen in der Geschichte der Wissenschaft: Immer mehr Physiker, Biologen und Chemiker glauben mittlerweile, dass wir nicht allein sind.“ So nimmt er uns Leser mit auf die spannende Reise ins Weltall und wieder zurück, führt uns zugleich die Schönheiten der Erde vor Augen. Von der Mikrobe bis zu Signalen der Aliens. Das ist witzig, oft verblüffend absurd. Inklusive UFO-Sichtungen. So manche galaktische Spurensuche liest sich wie ein Krimi und bietet viel Stoff zum Nachdenken. Am erstaunlichsten findet Ben Miller, wie lange es gedauert hat, bis sich so manche Erkenntnis durchsetzte. „Wenn es um die Wirklichkeit geht, sind wir Menschen nicht unbedingt die verlässlichsten Kreaturen. Wir sehen nicht nur Dinge, die es gar nicht gibt, sondern wir ignorieren auch solche, die tatsächlich vorhanden sind...“ Ein großer Lesespaß für Abgehobene und Bodenständige zugleich.

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Zu Beginn nimmt uns der Autor mit auf eine persönliche Reise in die Vergangenheit. Als Jahrgang 1966 hat er selbst einige Raumfahrtereignisse miterlebt. So kommen viele bahnbrechende Ereignisse wie die Mondlandung, Personen wie Armstrong, Carl Sargan und auch Science Fiction Filme wie Contact zur Sprache. Das Ganze erzählt Ben Miller sehr unterhaltsam und mit viel Humor. Wissenschaftliche Fakten verstrickt er so geschickt in seine Geschichte, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass ich dabei sogar noch etwas lerne. "In den 1950ern hatten wir von wütend kämpfenden Marsmännchen geträumt und davon, in einem tropischen Paradies von blonden Venusbewohnerinnen verführt zu werden. Ende der 1980er war uns schmerzlich bewusst, dass wir nach der Party allein nach Hause gehen würden." (S. 25) Im Buch begegneten mir viele Personen aus Wissenschaft und Forschung. Ein paar der Namen kannte ich bereits, doch viele andere waren mir vollkommen neu. Der hohe Stellenwert der Mikrobiologie war mir vorher gar nicht bewusst. Denn neben UFO-Sichtungen an bekannten Orten wie Roswell, sind es vor allem die Kleinst-Lebewesen, die einen wirklich zum Staunen bringen. Wenn wir an außerirdisches Leben denken, dann fallen uns, naja zumindest mir, kleine grüne Männchen ein oder die Biester aus Independence Day, Contact oder Falling Skies. Was das angeht, hat mir der Autor die Augen geöffnet. Die kleinsten Bakterien auf einem anderen Planeten bedeuten außerirdisches Leben. So klein, dass man sie mit bloßem Auge gar nicht sieht. "Wenn man einfach einen Mikrobiologen für einen Tag zum Mars schicken könnte, würde der uns schnell sagen, ob es dort Leben gibt oder nicht." (S. 173) Fazit: Um Spaß an diesem Buch zu haben, müsst ihr drei Dinge mitbringen: Interesse am Universum, der Wissenschaft und jede Menge Vorstellungskraft. Wenn ihr euch darauf einlasst, führt euch der Autor auf eine unglaubliche Reise. Ben Miller zeigt echtes Herzblut für sein Thema und obwohl das Buch einen großen Unterhaltungswert hat, fiel es mir manchmal nicht ganz leicht seinen Gedankengängen zu folgen. Seine Schilderungen sind wissenschaftlich sehr kompakt. Wahrscheinlich habe ich deshalb auch ein bisschen länger für das Buch gebraucht. Wem es die Mühe wert ist, der wird nicht enttäuscht werden!

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Woran denkt ihr denn, wenn ihr das Wort "Alien" hört? Vermutlich an grüne Männchen, zweifelhafte UFO-Sichtungen oder Verschwörungstheoretiker. Vielleicht aber auch an gut aussehende Gestalten aus Licht, falls ihr "Obsidian" von Jennifer L. Armentrout gelesen habt. ;) Woran beim Thema Außerirdische aber kaum einer denkt, ist wissenschaftliche Arbeit. Von der handelt nämlich dieses Sachbuch und genau das hat mein Interesse geweckt. ******** Meine Meinung: Cover und Titel: Den Titel der deutschen Ausgabe finde ich wirklich passend, auch wenn ich nicht verstehe, warum man den englischen Originaltitel durch einen anderen englischen Titel ersetzt hat. Das Cover mit der "Zeichenoptik" und dem knalligen Orange lässt das Buch meiner Meinung nach etwas mehr wie ein Sachbuch für Kinder, als ein wissenschaftliches Buch für Erwachsene wirken. Inhalt: Zuerst einmal muss man sich im Klaren darüber sein, dass es sich bei dem Buch nicht um eines dieser "Nachschlagewerke" handelt, bei dem man sich nur die Teile herauspicken kann, die einen gerade interessieren. Um Ben Millers Schlussfolgerungen zu verstehen, sollte man dieses Sachbuch von der ersten bis zur letzten Seite lesen. Das Buch befasst sich mit vielen Facetten des Themas "Außerirdische". Es geht sowohl um die bisherige Suche der Menschen nach Aliens und das Entschlüsseln potentieller außerirdischer Nachrichten, als auch um die Entstehung des Universums und UFO-Sichtungen. Letzteres geht der Autor aber von der wissenschaftlichen Perspektive, also eher skeptisch an. Beim Lesen erfährt man aber auch etwas über die Entstehung von Leben auf der Erde und die Schlüsse, die wir aus diesen Erkenntnissen über die Wahrscheinlichkeit von außerirdischem Leben ziehen können. Dadurch, dass sich "Anybody out there?" dermaßen ausführlich mit dem Thema auseinander setzt, sind allerdings einige Teile dabei gewesen, die mich persönlich eher gelangweilt haben. Deshalb musste ich das Buch zwischendurch auch öfter mal weglegen. :/ Und auch wenn Ben Miller wirklich gut erklären kann: an einigen Stellen war das Buch definitiv nicht für den durchschnittlichen Teenager geeignet. (Auch wenn das Pressezitat von "The Guardian" auf Seite 2 des Buches das anders sieht.) Grundkenntnisse der Biologie, Chemie, Physik und Mathematik sollte man auf alle Fälle mitbringen, wenn man an diesem Buch Freude haben will. Natürlich reicht es dafür, in der Schule Interesse an diesen Fächern gehabt zu haben, denn Ben Miller erklärt zum Beispiel die relativ komplizierte Drake-Gleichung anhand eines Rockkonzerts aus den 80ern. Was mir sehr gut gefallen hat, war der übersichtliche Aufbau des Buches: zu Beginn eine kurze Einführung und ein Ausblick auf den Inhalt des Buches, 8 große Kapitel für jedes Themengebiet mit relativ kurzen Unterkapiteln und am Ende ein Fazit, das das wichtigste noch einmal aufgreift. Dadurch habe ich mich trotz der Fülle an unterschiedlichen Informationen beim Lesen nie verloren gefühlt. Ich wusste immer, wo die Reise noch hingeht. :) Schreibstil: Dass Ben Miller Komiker ist, merkt man immer wieder, weil er oft witzige und zugleich sehr anschauliche Vergleiche benutzt. An anderen Stellen hatte ich dann aber das Gefühl, dass mehr der promovierte Physiker in ihm durchschlug. Dann hat sich das Buch nämlich eher wie meine trockenen Schulbücher gelesen. ******** Fazit: Ein interessantes Sachbuch, wenn man ein wenig naturwissenschaftliches Vorwissen mitbringt. Mir persönlich war es allerdings etwas zu ausführlich. (3/5 Sterne)

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