Leserstimmen zu
Der Gutshof im Alten Land

Micaela Jary

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eBook
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Historische Romane mit Familien-Saga sind genau der Stoff, aus dem meine Bücherträume gemacht sind. Deswegen musste ich Der Gutshof im Alten Land einfach beim Randomhouse Bloggerportal anfragen. Schon als mir Der Gutshof im Alten Land im Bloggerportal als passender Titel vorgeschlagen wurde, war mir klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Zum einen hat mich das Cover direkt verzaubert, zum anderen konnte mich der geheimnisvolle Text auf dem Buchrücken absolut überzeugen, sodass ich mein Glück versuchen und das Buch anfragen musste. Zum Glück habe ich das Buch erhalten und konnte mich so auf die Suche nach der schicksalshaften Lüge machen, die die Familiengeschichte der Vogts ausmacht. Ein Highlight ist die super umgesetzte Plotidee Beim Lesen wurde ich von der spannenden Hintergrundidee, die auf dem Buchumschlag nur angeteasert wird, zum Glück nicht enttäuscht. Dies lag vor allem daran, dass das Setting sehr realistisch und anschaulich getroffen wurde. Zusätzlich spielte die angekündigte Lüge nicht in der Vergangenheit, sondern in der Gegenwart wodurch man als Leser von Beginn an dabei war und die Entwicklungen miterleben konnte. Ich möchte euch an dieser Stelle nicht zu viel verraten oder spoilern, da die Lüge Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist. Zwar ist die Plotidee an sich nicht neu und man kennt als Leser das Geheimnis direkt zu Beginn der Handlung, dennoch hat es mich gefesselt, herauszufinden, wie die Geschichte weitergeht und endet. Zudem hat Der Gutshof im Alten Land neben interessanten Wendungen auch ein ansprechendes Figurenpersonal und ein authentisches Setting zu bieten. Das Setting war ebenfalls sehr ansprechend. Micaela Jary entführt uns in einen Gutshof im Norden Deutschlands nur wenige Jahre nach dem ersten Weltkrieg. Was für mich immer wieder ein Highlight war, waren die Beschreibungen der Landschaft und Umgebung sowie des Gutshofs – die Zeit um 1900 in Kombination mit einer Familiensaga auf einem Gutshof ist bei mir in letzter Zeit ohnehin ein Garant für tolle Lesestunden.

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Herzlichen Dank an den Randomhouse/Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar. Die Autorin entführt uns in die Anfänge des 20. Jahrhunderts auf einen Gutshof im Alten Land. Insgesamt hat man das Gefühl in jeglicher Hinsicht (historische Ereignisse, zeitlicher und regionaler Sprachgebrauch, klassengesellschaftliche Unterschiede, etc.) ein ein sehr gut recherchiertes Buch in der Hand zu haben. Ein Hauptaugenmerk scheint mir auch auf der für diese Zeit so typischen Entwicklung der Frauenrolle zu liegen. Dieser Roman ist ansonsten mal ein wenig anders als üblich. Es gibt zunächst keinen einzelnen Protagonisten, sondern gleich mehrere Hauptpersonen. Damit muss man sich erstmal etwas auseinandersetzen – schlußendlich dreht sich dann doch (für mich erst so richtig im Nachhinein) eigentlich fast alles um eine Persönlichkeit. Aber an dieser Stelle möchte ich nicht ins Detail gehen, um nichts zu verraten. Ehrlich gesagt hatte ich stellenweise auch mal kurze Hänger, da hätte ich mir etwas mehr Aktion, als Beschreibungen der jeweiligen Szene gewünscht. Dafür würde ich dann auch einen kleinen Abzug vornehmen. Zum Schluß kommen jedoch ein paar fesselnde „Kapitel“, die diese kleinen Durststrecken wieder wettmachen. Ansonsten ist der Schreibstil angenehm und sehr flüssig zu lesen. Mir hat auch der eingangs bereits erwähnte Lokalkolorit sehr gut gefallen, da es zur Stimmung des Buches passt. Alles in allem ist es ein gelungener historischer Roman, der auch ohne Kenntnis der Vorgeschichte sehr gut zu lesen ist.

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Finja von Voss steht kurz vor der Heirat mit dem ungeliebten Neffen der Familie. Nachdem ihre Brüder im ersten Weltkrieg verschollen sind und ihr Vater im Sterben liegt, scheint es nur diesen Ausweg zu geben, um der Mutter und ihr ein Wohnrecht auf dem Gutshof zu ermöglichen. Da bietet sich plötzlich ein Ausweg an: Clemens, ein Kriegskamerad ihres Bruders, taucht auf. Mit seiner Ähnlichkeit wird er zunächst mit Lennart verwechselt. Finjas Mutter ergreift kurzentschlossen die Gelegenheit, um ihn als zurückgekehrten Erben in die Arme zu schließen. Doch so einfach ist die Lösung aller Probleme nicht... Die Geschichte ist interessant und ermöglicht gute zeitgenössische Einblicke. Micaela Jary versteht es dabei, Lokalkolorit einzustreuen, ohne lächerlich zu wirken. Bei ihr tragen die Anspielungen gut zur Atmosphäre bei. Besonders gelungen finde ich ihre Frauenfiguren. Selten habe ich so viele unterschiedliche Charaktere in einem Buch vereint gesehen, die jedoch alle, bis hin zu den Nebenfiguren, exzellent gezeichnet sind. Ihre weiblichen Protagonisten sind sehr vielschichtig, niemals einfach zu durchschauen und agieren wirklich überraschend. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Frauen in dieser Zeit versuchen, unabhängig zu werden, eigene Ausbildungen zu machen und nicht lediglich nur nach Heirat und Versorgung streben. Dadurch wurde die Handlung noch zusätzlich bereichert. Der Handlungsverlauf ist ebenfalls überraschend und so manches Geheimnis kommt erst langsam zum Vorschein. Für Fans gibt es die Vorgeschichte der Familie von Voss als Ebook only zu kaufen. Sicher auch sehr lesenswert. Fazit: Hier zeigt sich wieder einmal, dass es lohnenswert ist, sich auch abseits bekannter Pfade zu bewegen. Micaela Jary hat mich mit ihrem historischen Roman auf positive Art und Weise von diesem Genre überzeugt. Lesetipp!

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Im Jahr 1919 kämpft die Familie von Voss um das Überleben ihres Gutshofs. Das Familienoberhaupt liegt im Sterben, der jüngere Sohn und Erbe Lennart wird als Soldat in Frankreich vermisst und der ältere Sohn Gerrit ist nach Amerika ausgewandert, um dort Journalist zu werden. Nun führen zwei Frauen den Hof, die Gutsherrin und Tochter Finja. Diese soll nun mit ihrem habgierigen Cousin Roland verheiratet werden, damit der Hof gerettet werden kann. Da taucht Clemens Curtius auf und überbringt der Familie den Militärpass und die Marke von Lennart. Clemens sieht Lennart verblüffend ähnlich und die Gutsherrin beschließt, Clemens als Lennart auszugeben und so den Hof zu sichern bis evtl. Lennart aus dem Krieg zurückkehrt. Wird die Scharade gelingen? Micaela Jary erzählt in einem fesselnden Schreibstil die Geschichte der Familie von Voss. Es war interessant dabei auch einiges über das Leben vor rund 100 Jahren zu erfahren. Schnell war ich in die Geschichte eingetaucht und sah das alte Land mit seiner schönen Landschaft bildlich vor mir. Gut gefallen hat mir, wie auch durch die Handlung die Veränderungen deutlich gemacht werden, die nach Kriegsende begonnen haben. Standesunterschiede sollen verschwinden und vor allem die Frauen werden selbstbewusster. Sie haben während des Krieges das Leben ohne die Männer meistern müssen und streben jetzt nach mehr als nur Hausfrau und Mutter zu sein. Am Beispiel der Tochter Finja wird das besonders deutlich. Spannend war auch zu beobachten, ob die Scharade gelingt, Clemens Curtius als Lennart auszugeben. Clemens leidet noch unter einer Verwundung und braucht opiumhaltige Schmerzmittel. Auch fehlen ihm ja wichtige Vorkenntnisse über die Familie, so dass der Schwindel jederzeit auffliegen könnte. Ich war gespannt, wie die Autorin dies am Ende auflösen wird. Es gilt auch noch das Schicksal weiterer Figuren aufzuklären, wie es Gerrit in Amerika ergangen ist und vor allem auch der Verbleib von Lennart. Dadurch bleibt es bis zum Ende spannend, allerdings werden nicht alle Fragen beantwortet. Deshalb hoffe ich, dass diese lebendig erzählte Familiensaga mit historischem Hintergrund eine Fortsetzung erhalten wird, denn es war ein unterhaltsames Lesevergnügen mit Wendungen und Überraschungen! Fazit: 4 von 5 Sternen

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Wenn ich höre oder lese, dass wieder ein neuer Roman von Micaela Jary erscheint, dann muss ich dieses Buch sofort haben und lesen. Micaela Jary versteht es einfach, uns Leser zu unterhalten. So auch mit diesem Roman. Während die Gutsherrin Caroline sich um ihren todkranken Mann Edzard kümmert, träumt die einzige Tochter Finja davon, Tiermedizin studieren zu dürfen, was ihr natürlich zu Zeiten direkt nach dem Krieg verwehrt bleibt. Anstatt eines Studiums, steht ihr höchstwahrscheinlich die Heirat mit einem ungeliebten Cousin bevor. Der kranke Vater ruft immer wieder nach seinem Sohn Lennart, doch dieser ist verschollen. Ob im Krieg gefallen oder noch in einem Gefangenenlager, man weiß es nicht. Der andere Sohn Gerrit, ein Journalist, ist nach Amerika ausgewandert, doch nach diesem verlangt der Vater nicht ein einziges Mal. Eines Tages erscheint Clemens Curtius auf dem Hof. Er war mit Lennart zusammen im Schützengraben und fühlt sich der Familie gegenüber schuldig, ihnen von Lennart zu berichten. Da er fast genauso aussieht wie der im Krieg verschollene Lennart, hat Caroline die Idee, Clemens als ihren Sohn auszugeben. Sie gibt sich der großen Hoffnung hin, dass auch ihr Mann Dank der großen Ähnlichkeit daran glauben mag und so wieder gesund wird. Clemens lässt sich auf das Spiel ein, ist er doch vom Krieg müde und ausgezehrt und möchte sich einfach nur erholen und endlich in Frieden leben. Er sieht zwar aus wie der verschollene Sohn, aber vom Wesen her ist er das völlige Gegenteil, was den Rollentausch nicht gerade leicht macht. Doch woher kommt diese frappierende Ähnlichkeit? Und wird es Clemens wirklich gelingen, Familie, Freunde und Personal davon zu überzeugen, dass er der Kriegsrückkehrer ist? Micaela Jary hat es wieder einmal geschafft, mit ihrem neuen Roman zu fesseln und zu begeistern. So unterhaltsam diese Geschichte ist, so spannend und geheimnisvoll ist sie auch. Eine Geschichte, die einen mal wieder die Stunden vergessen lässt, aber auch eine Geschichte, die Fragen aufwirft und die große Hoffnung im Leser hegt, dass es eine Fortsetzung geben wird. "Der Gutshof im Alten Land" - eine Geschichte, die man sich nicht entgehen lassen sollte!

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1919. Der Große Krieg ist zu Ende. Viele Familien beklagen mindestens einen Toten. Auch am Gutshof der Familie von Voss kehren beide Söhne nicht zurück. Gerrit, der Ältere, ist bereits vor dem Krieg nach einem Streit in die USA ausgewandert; Lennart, der Jüngere wird in Frankreich vermisst. Tochter Finja versucht so gut wie möglich das Gut zu leiten, denn Gutsherr, Edzard von Voss, liegt seit einem Schlaganfall im Sterben. Immer wieder fragt er nach seinem jüngsten Sohn Lennart. Sein skrupelloser und geldgieriger Neffe Roland, der Tochter Finja, heiraten soll, möchte am liebsten sofort die Domäne übernehmen. Als einziger männlicher Nachkomme der Familie ist er erbberechtigt. Da taucht plötzlich ein Fremder auf, der Lennart täuschend ähnlich sieht. Dieser junge Mann, Clemens Curtius, war ein Kriegskamerad des Gutsherrensohnes und bringt den Eltern seine Papiere. Gutsherrin Caroline nutzt jedoch die Gunst der Stunde und gibt ihn bei ihrem Mann als Lennart aus. Doch die Lüge verbreitet sich schneller als erwünscht und bald wird im ganzen Ort über die Rückkehr von Lennart gesprochen, der charakterlich so ganz anders erscheint, als vor Kriegsbeginn. Aber auch Finja hofft der Hochzeit mit Roland entgehen zu können. Doch wie lange wird Clemens Curtius diese Scharade mitspielen? Und wie wird seine Zukunft nach dem Tod des Gutsherren aussehen? Nachdem ich jetzt den Klappentext gelesen habe, (ich vermeide es schon länger die Inhaltsangabe zu lesen, bevor ich das Buch aufschlage!) fällt mir gerade auf, dass dieser gar nicht zu 100% stimmt. Genau das ist einer der Gründe, warum ich nur mehr bei der Buchvorstellung die Kurzbeschreibung lese und danach nicht mehr. Aber zurück zur Geschichte, die von der ersten Seite an fesseln kann. Micaela Jary bietet in ihrer Familiensaga "Der Gutshof im Alten Land" einiges an Liebe, Hoffnung und schlimmen Intrigen. Während Clemens im Zwiespalt steckt, wie er aus dieser Sache wieder herauskommt, sehnt er sich aber gleichzeitig nach Familienanschluss, nachdem er keine eigene mehr hat. Dieser Gefühlswirrwarr des jungen Mannes wird hervorragend wiedergegeben. Aber auch von anderer Seite droht ihm Gefahr. Dienstmädchen Käthe, die ein Auge auf Roland geworfen hat, vermutet ein Geheimnis und gibt Informationen über Clemens weiter. So weiß Roland bald, dass Lennert/Clemens wegen seiner Kriegsverletzung starke Schmerzen hat und sich aus Hamburg Opiate holt. Diese Nachricht weiß er zu seinen Gunsten zu nutzen... Die Charaktere sind authentisch und facettenreich. Besonders die Darstellung der Arzttochter Christine fand ich äußerst gelungen. Christine ist eine junge Frau, die vor Lebendigkeit sprüht und nicht auf den Mund gefallen. Sie ist hilfsbereit und überfürsorglich. Dies bringt Clemens desöfteren in Bedrängnis, denn die junge Dame hat ein Auge auf ihn geworfen - fest in der Annahme Lennart vor sich zu haben. Aber auch Ariana, die Tochter eines Reeders und die ehemalige Verlobte von Gerrit, ist überrascht vom positiven Charakterwechsel ihres zukünftigen Ex-Schwagers. Sie verfällt ebenfalls seinem Charme. Finja ist eine starke Frau, die versucht den Hof vor Schaden zu bewahren, obwohl sie weiß, dass sie ihn nicht erben kann. Ihren Wunsch Tierärztin zu werden musste sie während des Krieges bereits ad acta legen. Gefühle und Stimmungen sind wunderbar beschrieben und nehmen den Leser gefangen. Die starken Frauenfiguren, allen voran Finja und Christine, überzeugen auch in einer Zeit, in der Frauen erst vor kurzem das Wahlrecht erhalten haben. Man merkt den Umschwung in der Gesellschaft, auch wenn es langsam voran geht. Einziger Störfaktor der Geschichte war für mich die Glaubwürdigkeit des Verwirrspieles rund um Clemens/Lennart. Dass Roland seinen Vetter Lennart früher nie zu Gesicht bekommen hat, fand ich nicht hundertprozentig glaubwürdig. Auch dass die Dienstboten das gebotene Schau- und Verwirrspiel nicht durchschauen, kam mir etwas blauäugig vor. Ansonsten eine gelungen Familiensaga, die einige Überraschungen bereit hält. Zum Roman gibt es eine 100 Seiten lange Vorgeschichte, die man nur als eBook lesen kann. Schreibstil: Der angenehme und bildhafte Schreibstil lässt einem nur so durch die Seiten fliegen. Der Roman besteht aus zwei Teilen, wobei der zweite Teil au den letzten hundert Seiten des Romans bestehen. Micaela Jary erzählt abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven, wobei Finja und Clemens den Hauptpart übernehmen. Die Gegend rund um das Alte Land wurde sehr lebendig und mit viel Liebe zum Detail dargestellt. Hier spürt man auch die Verbundenheit der Autorin zur Gegend rund um Hamburg. Micaela Jary hat das Leben der Menschen zu dieser Zeit hervorragend recherchiert und dargestellt. Plattdeutsche Sätze, die sie in die Geschichte eingestreut hat, vermitteln Lokalkolorit. Sie waren zu 90% auch für mich als Österreicherin verständlich ;) Fazit: Eine gelungene Familiensaga, die wunderbar unterhält. Die Atmosphäre und Stimmung der Zeit und der Gegend hat die Autorin hervorragend transportiert. Hier wäre ich einem weiteren Band nicht abgeneigt! Potenzial wäre auf jeden Fall da!

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Der Erste Weltkrieg ist gerade zu Ende. Viele Familien haben ihre Söhne und Väter verloren. So auch derer von Voss. Beide Söhne werden vermisst. Das Familienoberhaupt liegt im Sterben. Die Tochter Finja kümmert sich um den Hof, während ihre Mutter am Krankenbett sitzt. Finja fühlt sich in der Lage, den Hof zu führen, wenn da nicht ihr Cousin Roland wäre, der als männlicher Nachkomme im Familienstamm den Hof erben soll. Das gefällt allerdings keinem, nicht der von-Voss-Familie, und nicht deren Angestellten, denn Roland wird als Windhund gesehen. Da taucht plötzlich jemand auf und wirbelt die sich nach dem Krieg langsam wieder einspielenden Verhältnisse mächtig durcheinander. Micaela Jary nimmt uns in diesem Roman mit auf eine Zeitreise an einem wunderschönen Ort. Sie hat ein Figurenensemble geschaffen, bei dem jede Figur auf Interesse beim Leser trifft. Vielen von ihnen begegnet man mit Sympathie, aber nicht nur. Das Zusammenspiel von alteingesessenen Menschen und Fremden im Alten Land weist auch auf die momentanen Verhältnisse in der Gesellschaft hin. Mit viel Liebe zum Detail beschreibt sie dieses diesen Landstrich in Norddeutschland und lässt uns darin heimisch werden. Gelungen fand ich die Verwendung des plattdeutschen Dialektes, der so smart vorgenommen wurde, dass er selbst für einen Bayer verständlich sein sollte. So wäre der Satz „Die jungen Lüüd heutzutage nun wieder." In seiner vollen Version „De jungen Lüud hüttodag nu wedder." Wäre er für so manchen Leser nicht ganz so verständlich gewesen. Ich fand den sanften Einsatz des Dialektes sehr passend. Ein überraschendes und versöhnendes Ende sorgt schließlich dafür, dass man das Buch mit einem zufriedenen Lächeln aus der Hand legt. Eine Familiensaga, der man ruhigen Gewissens die beste Note geben kann. © Detlef Knut, Düsseldorf 2018

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m Alten Land, vor den Toren Hamburgs, lebt die Familie von Voss auf einem Landgut. Doch im Frühjahr 1920, kurz nach dem Großen Krieg, steht ihr Überleben auf wackligen Füßen. Der Hausherr ist seit einem Schlaganfall ein Pflegefall und nicht ansprechbar, die beiden Söhne sind verschollen. Nur die Tochter, Finja, lebt mit ihrer Mutter noch auf dem Gut. Sollte Edzard von Voss versterben, wäre allerdings nicht Finja die Erbin, sondern ihr Cousin Roland, ein unangenehmer und aufdringlicher Zeitgenosse. Als Clemens Curtius, der Finjas Bruder Lennart im Krieg kennen gelernt hat, da sie sich äußerlich gleichen wie Zwillingsbrüder, nach seiner Freilassung aus der Kriegsgefangenschaft im Alten Land eintrifft, um der Familie von Lennart zu berichten, trifft er zufällig als erstes Finja. Da Clemens ihrem Bruder wie aus dem Gesicht geschnitten ist, und jeder ihn für den vermissten Lennart halten könnte, gerade nach über sechs Jahren des erstens Wiedersehens, reift in Finja und ihrer Mutter Caroline ein Plan, der ihr Überleben auf der Domäne retten könnte..... Zu dem Roman gibt es eine etwas über 100 Seiten lange ebook-Vorgeschichte, die man auf allen Portalen für 1,99€ erwerben kann. Um die ganze Geschichte schon von Anfang an verfolgen zu können, empfehle ich diese vorweg zu lesen. Es geht zwar auch ohne, denn die hauptsächlichen Beweggründe und Vorfälle werden natürlich auch ohne diese Geschichte verständlich, aber es ist ein sehr guter Einstieg für diesen Roman und man lernt die Protagonisten so besser oder besser gesagt schneller kennen. Micaela Jary hat einen fesselnden Schreibstil. Sie berichtet abwechselnd aus verschiedenen Sichtweisen. Aus Sicht der Hauptprotagonisten Finja und Clemens wird erzählt, aber auch die anderen Protagonisten bekommen ihren Part. Daher hat der Leser einen sehr guten Überblick über die verschiedenen Handlungsstränge, aber auch deren verschiedene Denk- und Handlungsweise, sowie das jeweilige Lebensumfeld. Mich hat diese besonder die Scharade, diese Familiengeschichte sehr fasziniert, ich habe beim Lesen mitüberlegt, wie lange das unentdeckt bleiben wird, was dahinter steckt, wie sich das Ganze auflösen könnte. Aber auch die verschiedenen Lebensweisen in einer Zeit vor fast 100 Jahren hat mich interessiert, die verschiedenen Berufe, Lebensumstände, Nöte und Sorgen, Möglichkeiten und Lebensweisen. Es ist eine spannende, verwickelte, aber auch eine romantische Geschichte, die mich wirklich fesseln konnte. Schon nach der Lektüre des ebooks war mir klar, ich muss wissen, wie es weiter geht. Einzige Kritik, dass ich mir manch eine Szene etwas ausgeschmückter oder länger gewünscht hätte und bei manch einen kleinen Zeitsprung empfand ich manchmal etwas holprig. Aber das sind wirklich nur Kleinigkeiten, denn das ganze drumherum, die Figuren, die Geschichte, die Verwicklungen, die waren toll erdacht und beschrieben. Am Ende habe ich die kleine Hoffnung, dass die Geschichte noch nicht zu Ende ist, dass es da noch mehr zu erzählen gibt und dass es mit den Figuren vielleicht einen weiteren Roman geben könnte. Potential für eine Forstsetzung ist auf alle Fälle vorhanden !! Fazit: Eine tolle, fesselnde, verwickelte Geschichte !

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