Leserstimmen zu
Das Beste, was Izzy Poole passieren konnte

Kevin Wilson

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Wenn John Irving ein Buch empfiehlt gibt es für mich kein Halten mehr. Über dieses meinte er, es wäre eine gut erzählte Geschichte, die man lesen müsse, weil man unbedingt erfahren möchte wie sie ausgeht und damit hat er recht. „Das Beste, was Izzy Pole passieren konnte“ ist eine außergewöhnliche Erzählung, die quasi aus der scheußlichen Kindheit des Sohnes eines Psychologen – Ehepaars entstand, das ihn als Testobjekt für seine Erziehungstheorie zur Resilienz missbrauchte. Allein dieser Part ist herzzerreißend. Hauptperson der Story ist aber die junge Isabelle Pole. Hochintelligent, versucht sie, nach Abschluss der Highschool aus ihrem bis dahin deprimierenden Leben etwas zu machen. Freude, Liebe zu (er)leben. Bisher kann sie bei Tests gut abschneiden, hervorragendes Barbecue herstellen und hat einen Freund, ihren ältereren Kunstlehrer, der jedoch seine eigenen Probleme hat. Es ist eine leichtfüßig und sehr gut verknüpfte Geschichte über Resilienz, Mut Lust zu und am Leben und besonders über Familie(n). Leben bedeutet Entscheidungen zu treffen, permanent, mehr oder weniger wichtige oder weichenstellende. Wilson beschreibt diese Entsdchedungen und wie sie getroffen wurden. Er beleuchtet Hintergründe, stellt Ratio und Bauchgefühl einander gegenüber, lässt an der Entstehung der Überlegungen der Protagonisten teilhaben und so bleibt es nicht aus, dass die Leserinnen (Männer mitgemeint, thanks Alex *G*) urteilen, den Kopf schütteln, ins Grübeln kommen. Es stimmt, man möchte unbedingt wissen, wie Izzys Leben sich entwickelt. Wie sie sich ihrem Leben stellt und wie das soziale Experiment des unglücklichen Professors ausgeht. Stilistisch und besonders sprachlich ist, verglichen mit John Irving, natürlich noch Luft nach oben. Aber „Das Beste, was Izzy Pole passieren konnte“ lässt die Leserinnen (Männer: s. o. ) nicht los. Es ist ein kluger, spannender, kontrovers zu lesender Roman über Menschen und die beste Art sie auf ein erfülltes Leben vorzubereiten. Wilson arbeitet deutlich heraus, worauf es wirklich ankommt, um glücklich zu leben. Das ist nicht neu, aber immer wieder wichtig zu erinnern. Von Kevin Wilsons gleichnamigem Buch „Die gesammelten Peinlichkeiten unserer Eltern in der Reihenfolge ihrer Erstaufführung“ gibt es eine Verfilmung. Nett, ab und an witzig, eigentlich tieftraurig, sicher kein Mainstream, aber ebenfalls eine gute, solide erzählte Geschichte zum Thema Familienleben. Kann man gut sehen. Das Coming of Age der Isabelle Pole ist nicht nur tiefgründig, skurril, und charmant beobachtet, es ist auch ein großes, spannendes Experiment zum mitfiebern und, was ich besonders schätze, es hebt sich wohltuend aus der oft gleichförmigen Masse anderer Geschichten vom Erwachsenwerden heraus. Leseempfehlung.

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