Leserstimmen zu
Die Frauen der Familie Marquardt

Nora Elias

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Köln 1908: Caspar Marquardt ist Eigentümer eines großen Kaufhauses, für das er einen fernen Verwandten als männlichen Erben einsetzen will, da er selber nur drei Töchter hat. Tochter Louisa sah sich schon als Erbin und ist erzürnt darüber, dass ihr Vater an dem aus ihrer Sicht überholten Bild der gesellschaftlichen Stellung von Mann und Frau festhält. Tochter Sophie schwelgt im Reichtum ihres Vaters und spielt gern mit den Gefühlen der Männer, bis es einmal andersherum kommt. Mathilda, die dritte und uneheliche Tochter, will Karriere machen, doch bekommt sie in einer von Männern beherrschten Welt dazu Gelegenheit? Die Schwestern sind sich mal einig und unterstützen einander, mal sind sie sich spinnefeind. Sie haben es alle nicht einfach im Leben, denn die Erwartungen an sie und ihre eigenen Wünsche, wie sie ihr Leben gestalten wollen, kollidieren häufig miteinander. Das hohe Ansehen der Familie Marquardt mag ihnen Möglichkeiten eröffnen, die anderen verwehrt bleiben, gleichzeitig stehen sie aber genau deswegen immer im Auge der Öffentlichkeit. Die Entwicklungen und Verwicklungen wissen zwar selten zu überraschen, fügen sich aber wunderbar zusammen. Der Personenkreis ist sehr gering gewählt, was man einer Auflistung vor der eigentlichen Geschichte entnehmen kann und für eine dichte Erzählung sorgt. Die Autorin springt zwischen verschiedenen Perspektivfiguren hin und her (nicht nur zwischen den Schwestern), dafür nutzt sie auch immer einen passenden Moment, doch findet der Wechsel häufig ohne eine einleitende Markierung statt. Von einer Zeile zur anderen geht es auf einmal mit einer anderen Person weiter. Das hätte man leserfreundlicher gestalten können. Es wurden von ihr ein paar altbackene Wörter mit eingestreut, um die Zeit besser abzubilden. Viel Herzblut steckt in den Beschreibungen des Kaufhauses, die es vor den Augen zum Leben erwecken in all seinem Prunk und mit den vielen unterschiedlichen Abteilungen. Wer Köln kennt und liebt, dem reicht wahrscheinlich schon die Erwähnung von Orten wie der Hohe Straße und der Schildergasse, um sich für das Buch zu erwärmen. Tiefer gehend entwickelt sich aber keine genaue Vorstellung davon, wie es dort tatsächlich aussah. Es wird fast kein Kölsch gesprochen und zur Historie fällt kaum mal ein Wort. Hier beschränkt sich die Autorin auf die Darstellung der Frauenrolle zu der Zeit. Vergleicht man die inhaltliche Wiedergabe mit dem Buchcover, fällt auf, dass es sich eigentlich um drei Schwestern handelt, aber nur zwei Frauen auf dem Bild besonders hervorgehoben werden. Auf den ersten Blick macht es den Eindruck, dass es nicht passt, auf den zweiten kann es aber vor, während und nach dem Lesen nachdenklich machen. Für mich habe ich eine schlüssige Erklärung gefunden, mit der das Cover stimmig den Inhalt wiedergibt. Bin gespannt, wie es euch damit geht.

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Die Frauen der Familie Marquardt Ein schön nostalgisches Buchcover mit eleganten Damen in hübschen Kleidern mit Reifröcken flanierend vor dem Hintergrund des Kölner Doms. Es spielt in Köln in einer Zeit in der es um das Patriarchat geht und der Stellung der Frauen in dieser Zeit des 19. Jahrhunderts, es ist immer wieder das aufbegehren und der Drang nach Freiheit das einem in solchen Büchern entgegenschlägt, weil sie fehlt und die Liebe zumeist nicht dem Herzen folgen darf, sondern in dieser Zeit zumeist arrangiert wurde und dem Stande geschuldet war. Und immer wieder sind es die Frauen die den hohen Preis für die Freiheit und der Liebe mit meistens schlimmen Konsequenzen ertragen müssen. Ab der ersten Seite fühlte ich mich in diesem Buch wohl, tauchte ganz tief hinein und vergaß fast alles um mich herum, ich hörte sogar das knattern des Automobils, sah die Blicke der promenierenden Leuten, das Getuschel in den Straßen, konnte es kaum aus der Hand legen und habe es zügig ausgelesen. Das Schicksal eines Jahres rund um die drei Töchter des Hauses Marquardts , einer Stiefmütter, deren Leben, Lieben und streben nach Anerkennung und Freiheit hat mich sofort gefesselt. Die jungen Frauen, besonders Louisa die älteste Tochter und vermeintliche Erbin des Kaufhauses Marquadt nahm mich ganz für sich ein und ermöglichte es mir ganz intensiv in ihr Leben einzutauchen. Sie hat ihr ganzes Herzblut in dieses Kaufhaus gesteckt, sie ist mit Leib und Seele in diesem Haus unterwegs. Und träumt davon in Zukunft das Kaufhaus als Erbin zu leiten. Als ihr Vater ihr eines Tages einen weit entfernten Cousin als seinen Nachfolger und somit Erbe des Kaufhauses vor ihre hübsche Nase setzt, und sie vor vollendete Tatsachen der quasi Enterbung stellt, bricht für Louisa eine Welt zusammen. Sie die sich täglich um das Wohl des Hauses, der Mitarbeiter und besonders der Kunden mit vollem Einsatz widmet soll ihr Erbe an diesem Unbekannten verlieren, und das nur weil sie eine Frau ist, sie versucht sich damit zu arrangieren und ihrem Vater zu beweisen das sie dieser Leitung ebenfalls bestens gewachsen ist. Louisa gerät mit diesem Cousin schnell aneinander und es entwickelt sich eine Art Hassliebe und der Kampf um die Gunst ihres Vaters und ihm von ihrem Können zu überzeugen, stachelt sie besonders an. Sie ist für mich die Hauptperson in diesem Buch. Ganz anders ihre eine aufsässige Schwester Sophie die sich nur um sich und ihrem Aussehen kümmert und einkaufen im Kaufhauses ihres Vater der liebste Zeitvertreib ist . Bis sie sich in den niederländischen Konkurrenten ihres Vaters verliebt , der plant ein Kaufhaus ausgerechnet direkt gegenüber ihrem Hause zu eröffnen. Was ihren Vater fast zur Weißglut treibt. Und ihre Halbschwester Mathilda , die aus einer Beziehung ihres Vaters mit seiner Geliebten hervorgegangen ist und die er so liebt und als seine Tochter anerkannt hat. Mathilda leitet als erste Verkäuferin die Damenabteilung und strebt mit ihren guten Ideen nach mehr, sie träumt davon Chefdekorateurin zu werden, das Gespür und die guten Ideen hat sie dazu aber eine Frau in solch einer Leitung ist absolut tabu. Das macht sie wütend und als sie eine greift sie zu….. Dann noch Olga die Freundin des Vaters, die sich nichts mehr wünscht als von ihm geehelicht zu werden und ihm einen Sohn als Erben schenken zu können, dafür tut sie alles und erträgt auch die ständigen Erniedrigungen der Töchter, die sie vehement ablehnen. Nicht nur das die Frauen einen großen Platz in diesem Buch haben, ebenso gewährt sie uns einen tiefen Blick in die Männerwelt, Ihre Macht über die Frauen und Kinder und deren Drang nichts daran zu ändern zu wollen. „Nora Elias“ hat mit diesem Buch mir viele nette Stunden beschert und ich gebe diesem Buch die volle Punktzahl Ich Danke dem Bloggerportal für dieses Buch.

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Dieses Buch bescherte mir interessante und faszinierende Einblicke in ein Stück deutscher Geschichte und deren Gesellschaftsstruktur Anfang des 20. Jhdts. Das Buch hat mich von Anfang an fesseln können – und das ohne Abenteuer, Geheimnisse oder ähnliches. 5 Sterne kriegen Bücher von mir eigentlich nur, wenn ich sie (u.a.) nicht mehr aus der Hand legen konnte/wollte. Das Glück hatte ich mit diesem Roman mal wieder. Der verwitwete Caspar Marquardt hat neben seinem Kaufhaus noch 3 Töchter. Louisa und Mathilde arbeiten im Kaufhaus, Sophie gibt dort lieber ihr Geld aus. Eigentlich läuft alles seinen Gang, bis Caspar eines Tages verkündet, dass ein entfernter Verwandter ihn zukünftig beerben soll – denn eine Frau in einer Führungsrolle ist damals nahezu undenkbar. Für die älteste Tochter Louisa ist das ein echter Schlag in die Magengrube – dieser Schachzug war zwar irgendwann zu befürchten, aber sie hatte dennoch gehofft das Erbe antreten zu können. So sehen wir Louisa, die das Kaufhaus wie ihre Westentasche kennt, schon bald mit Max konfrontiert. Zu allem Überfluß plant ein Handelsmogul aus den Niederlanden direkt gegenüber ein weiteres Kaufhaus zu öffnen. Hinzu kommt, dass die Töchter befürchten ihr Vater werde eine neue Bindung eingehen. Es war wirklich toll die drei so unterschiedlichen jungen Frauen zu beobachten, wie sie teilweise versuchen gegen die ihnen schon in die Wiege gelegte Zukunft anzukämpfen und ihr Schicksal selbst zu bestimmen. Allerdings haben wir es hier nicht mit feministischen Bewegungen (Suffragetten in England und den USA) zu tun, das hätte mir auch nicht so gut gefallen. Die Rolle der Frau und ihre Rechte wird in diesem Buch auf eine unheimlich interessante Art beleuchtet. Mir war vieles gar nicht bewußt. Das Ende hat mir zum Glück (ich hatte ein wenig Sorge) auch hervorragend gefallen, es ist stimmig zum Rest und ließ mich das Buch mit einem guten Gefühl beenden. Ohne zu spoilern – eine extremere Variante (in welche Richtung auch immer) wäre aus meiner Sicht unglaubwürdig gewesen. Last but not least – sprachlich gibt es eigentlich nichts zu sagen – es liest sich einfach angenehm. Die bildhaften Beschreibungen haben mich häufig mit ins Kaufhaus genommen. Das war toll, zumal ich als kleines Kind noch ein „echtes“ Warenhaus kennen lernen durfte. Natürlich war es schon anders, aber so einige Überschneidungen konnte ich schon feststellen. Ein kleines „aber“ habe ich, häufig hat man – ohne formale Kennzeichnung – einen Szenenwechsel. Da ist dazwischen nicht mehr als eine Leerzeile. Meistens weiß man direkt Bescheid, einige Male musste ich jedoch kurz zurück. Das tut dem Buch aber absolut keinen Abbruch, ich hätte nur einen kleinen optischen Hinweis ganz geschickt gefunden. Immer wieder angenehm aufgefallen ist mir die damals übliche Schreibweise „Bureau“ anstatt „Büro“, eine Kleinigkeit – machte aber einfach ein rundes Bild. Dieser Roman ist rundum gelungen und nimmt den Leser mit auf eine interessante Reise in die Vergangenheit.

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Handlung: Köln 1908 Louisa Marquardt ist empört. Jahrelang arbeitet sie tagtäglich mit im Kaufhaus ihres Vaters. Ist sich sicher, dass sie eines Tages das Geschäft führen wird. Doch ihr Vater setzt einen entfernten Verwandten als seinen Erben ein, da Caspar Marquardt selbst keine Söhne, sondern nur drei Töchter hat. Auch um seine anderen beiden Töchter macht sich Caspar so seine Gedanken. Während Sophie sich ausgerechnet in den Konkurrenten verliebt hat, der das Kaufhaus gegenüber erworben hat, ist Mathilda unzufrieden über ihren Stand in der Gesellschaft. Sie hat große berufliche Pläne, die Caspar in einige Konflikte führt. Es herrscht also einiges an Konfliktpotenzial im Hause Marquardt, nur in einer Sache sind sich die Schwestern einig: Sie wollen nicht, dass ihr Vater noch einmal heiratet... Meinung: Die Gestaltung des Covers gefällt mir gut. Es ist zurückhaltend und nostalgisch. Mir gefallen die verwaschenen Farben und die grauen Details sehr gut. Sie erinnern stark an Fotografien aus der damaligen Zeit, besonders, da die Damen auch passende Kleidung tragen. Im Roman enthalten ist eine Aufstellung von den handelnden Personen. Ein nettes Detail, auch wenn ich dies nicht dringend gebraucht hätte, da eine für mich leicht überschaubare Anzahl an Protagonisten auftritt. Der Roman wurde unterteilt in drei Teile, diese dann jeweils noch in Kapitel. Am Anfang eines jeden neuen Kapitels gibt es eine Angabe, in welchem Monat und Jahr die Handlung gerade stattfindet. Mir hat das sehr geholfen, weil ich doch öfters mal das Gefühl hatte, dass die Zeit nur so verflogen ist und ich mich nicht recht in der Zeit orientieren konnte. Von der ersten Seite an fand ich die Schreibweise äußerst angenehm. Sie war einfach und leicht verständlich, hat sich dadurch ausgezeichnet, dass immer mal Worte verwoben wurden, die heute leider nur noch selten genutzt werden und aus der Alltagssprache so gut wie verbannt wurden. Die Handlung war für mich sehr spannend und ich habe es wirklich genossen, in die Welt des Kaufhauses einzutauchen. Mir fiel es wirklich nicht leicht, den Roman wegzulegen und ihn nicht innerhalb von kürzester Zeit auszulesen. Besonders spannend fand ich das Setting. Bevorzugt fand die Handlung in dem Kaufhaus von Caspar Marquardt statt, was wirklich traumhaft beschrieben war. Schon als das erste Mal die Rede von bestimmten Details war, entstand vor meinen Augen direkt ein Bild und dies hat sich über den gesamten Roman immer weiter ausgedehnt. Dagegen kommt die Villa der Familie Marquardt fast etwas zu kurz, diese hat nicht so viele ausführlichen Beschreibungen erhalten. Dadurch wurde deutlich, dass ein besonderes Augenmerkt auf dem Kaufhaus liegt und ich finde die Idee wirklich gut. Es ist ein Unterschied zu den anderen Romanen, die ich in letzter Zeit gelesen habe und macht den Roman besonders. Die Protagonisten waren nett und gut beschrieben, mir fiel es aber durchweg schwer, mit ihnen zu sympathisieren. Ich kann mir selbst nicht erklären, woran dies gelegen haben mag. Alle Charaktere waren lebendig beschrieben, sie hatten Pfiff und Besonderheiten, eigene Wesenszüge und keiner glich dem anderen. Ich fand es sehr interessant, dass die Rolle der Frau zum Anfang des 20. Jahrhunderts so eine wichtige und große Rolle in dem Roman spielt. Diese Sorgen wurden anhand von angenehmen gezeigt, die stellvertretend für die gesamte Gesellschaft der Frauen steht. Mir hat es gut gefallen, dass die Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht zu aufdringlich aufgezeigt wurden, sondern passend in den Roman eingebunden wurden. Fazit: Sehr schnell habe ich gemerkt, dass der Roman für mich ein Hit werden könnte und am Ende wurde ich darin bestärkt. Jeder Aspekt des Romans hat mir gefallen, ich habe keinen Kritikpunkt und es war für mich ein reiner Genuß, das Buch zu lesen.

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Wir starten direkt mitten im Geschehen in die Geschichte, während Caspar Marquardt, der Besitzer eines großen Kaufhauses in Köln im Jahr 1908 seiner Tochter eröffnet, dass er sein Kaufhaus nach seinem Tod einem entfernten Verwandten vererben will. Seine Tochter Louisa, die sich immer für die Belange des Kaufhauses interessierte und davon ausging, dass sie es einmal leiten solle, wird übergangen, da sie eine Frau ist und es zur damaligen Zeit nicht Gang und Gäbe war, dass eine Frau eine so hohe Position bekleiden sollte. Nun reist noch am selben Tage Max von Frankfurt nach Köln, der in die Geschäfte des Kaufhauses eingeführt werden soll, um so auf die spätere Leitung vorbereitet zu werden. Louisa und er streiten sich durch diese Umstände ständig, da sie die Entscheidung ihres Vaters nicht akzeptieren kann und sich selbst für die Position geeigneter hält als jemanden, der das Kaufhaus nicht so gut kennt wie sie selbst. Aber auch ein neuer Konkurrent für die Familie Marquardt und ihr Kaufhaus tritt auf: Arjen Verhoeven, der Sohn eines erfolgreichen niederländischen Unternehmers, will auf der gegenüberliegenden Straßenseite sein eigenes Kaufhaus eröffnen. Sophie und er nähern sich, zum Unmut von Caspar Marquardt, einander an. Was Mathilda mit den Konflikten zu tun hat, müsst ihr natürlich selbst lesen. Mir hat die Geschichte ganz gut gefallen, auch wenn die erste Hälfte des Buches ein wenig schleppend war, weil die Konflikte sich noch nicht stark abzeichneten und es größtenteils um das Kaufhaus ging. Alles wurde sehr genau beschrieben, was einerseits sehr gut war, da man sich das Kaufhaus so sehr gut vorstellen konnte, es aber teilweise auch einfach etwas zu viel des Guten war und es sich somit sehr in die Länge zog. Als dann endlich ersichtlich wurde, was geschehen wird, ging es dann etwas rasanter zu, auch wenn ich die Konflikte schon vorausgeahnt habe. In Louisas Handlungsstrang hätte ich mir noch ein wenig mehr Drama durch ihren Vater oder die Schwestern gewünscht, war aber dennoch zufrieden mit dem Ausgang der Geschichte. Sophie wurde mir leider nicht sympathisch, was sich auch bis zur letzten Seite nicht geändert hat. Die Geschichte um Mathilda war ein wenig unabgeschlossen, aber genau das macht den Reiz hinter der Figur aus. Auch der Figur der Olga konnte ich recht viel abgewinnen, da sie ein interessanter Charakter mit einer Vergangenheit ist, zu ihren Träumen steht und alles daransetzt, diese auch in Erfüllung gehen zu lassen, auch wenn sie dabei den ein oder anderen Fehler macht. Schlussendlich sieht man aber, dass sie ein guter Charakter ist, der kaum jemanden schaden will und ihr eigenes Glück dem von anderen unterordnen kann. Der Schreibstil war sehr flüssig, auch wenn er eher an die Sprache des frühen 20. Jahrhunderts erinnert hat. Dennoch ließ sich das Buch sehr schnell lesen und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Besonders gefallen haben mir die kölschen Sätze der Arbeiterschicht auf der Straße. Da ich selbst in der Nähe von Köln wohne und mein Vater und meine Mutter viel kölsch zuhause sprechen, fand ich diesen Aspekt wirklich großartig, auch wenn er ein wenig zu kurz kam und der kölsche Dialekt gerne noch öfter hätte verwendet werden können. Besonders interessant fand ich in dem Buch auch die sich wandelnde Rolle der Frau zu der Zeit, während das patriarchale Machtgefüge noch sehr stark in der Gesellschaft verankert war, die Frauen sich jedoch schon langsam zu wehren wussten und ihre Träume nicht aufgeben wollten. Man kann es fast schon als Wende hin zu mehr Frauenrechten ansehen. Dieser Aspekt in der Geschichte hat mir besonders gut gefallen und allein deshalb ist es das Buch schon wert, gelesen zu werden. Alles in allem fand ich das Buch gut, auch wenn es keine herausragende oder brillante Geschichte war. Dennoch konnte sie mich gut unterhalten und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Wer in das Genre der historischen Romane einsteigen möchte, sich aber noch nicht ganz traut, für den wird dieses Buch genau das richtige sein.

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Zum Cover: Das Cover finde ich sehr passend. Man sieht im Hintergrund Köln und im Vordergrund zwei Damen die farblich Hervorgehoben sind, sie tragen auffällige und schicke Kleider, die man bestimmt in einem Kaufhaus, wie in dem der Marquardts, kaufen konnte. Zum Schreibstil: Man fällt direkt in die Geschichte hinein und wird ganz saft mitgezogen. Es ist angenehm und leicht zu folgen. Zum Inhalt: Erst habe ich gedacht, solche historischen Familienromane habe ich ja schon so oft gelesen und alle sind irgendwie gleich. Doch dieser hat mich, obwohl er ähnlich wie viele andere ist, total überzeugt. Es geht um eine kleine Familie. 3 Schwester, ihren Vater und die Stiefmutter. Louisa ist die Älteste und hofft auf das Erbe ihres Vaters, der hat jedoch andere Gedanken diesbezüglich, denn er möchte sein Erbe jemand Männlichem geben und da er selbst keinen Jungen hat, fällt ihm Max, den Sohn seiner Cousine ein. Zuerst ist Louisa sehr verärgert und arbeitet gegen Max, aber schon bald wenden sich ihre Gefühle. Sophie ist das Erbe ziemlich egal, sie kleidet sich am liebsten im Kaufhaus ein und lebt ein sorgenfreies und entspanntes Leben, bis der Hauptkonkurrent Arjen auftaucht. Leider teilt er nicht ihr Interesse, sondern umwirbt ihre Halbschwester Mathilda, die das ganze als Freundschaft ansieht und sich mehr auf ihre Arbeit konzentriert. Leider wird sie von ihrem Vater nicht entsprechend gewürdigt. Der Roman zeigt deutlich, den damaligen Standpunkt der Frau und hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Auch das Frauen sobald sie verheiratet waren, nicht mehr arbeiten, ist heute schwer nachzuvollziehen. Fazit Ein toller historischer Roman, der einen in die Zeit von 1908 nach Köln führt und einem ein entspanntes Lesevergnügen bereitet.

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Köln um die Jahrhundertwende: schillernd, aufstrebende Geschäfte,die ersten Autos fahren bereits so schnell mit 30 km/h und mittendrin eine Kaufmannsfamilie mit drei Töchtern. So unterschiedlich die drei Damen sind, so vorhersehbar ist ihr Verhalten. Andernorts fingen Suffragetten an die gesellschaftliche Ordnung anzustupsen, in dieser Familie wird die Erbin quasi enterbt, indem ihr Vater ihr einen entfernten Verwandten als Alleinerben der Firma vor die Nase setzt. Das führt zu Konflikten, Zickereien und vor allem zu einem gut recherchierten Gesellschaftsbild. Viele unterschiedliche Typen spielen mit, man kann sie gut auseinanderhalten. Allerdings ist das Schema des Romans schnell zu erkennen und es spielt vor allem mit Klischees. Die Männer, in die sie sich zwei Töchter verlieben, sind schon sehr stereotyp, und die beiden Frauen verwandeln sich auf einmal in dankbare Hausfrauen mit Personal. Sehr verwandelt im Unterschied zu vorher als ihre Intelligenz als nicht ganz so hoch wie die der Herren angenommen wurde und stets durch ihr Handeln das Gegenteil bewiesen wurde. Elias spielt gut mit den Typen, schreibt kurzweilig und locker. Die Spannungsbögen sind passend gesetzt. Dennoch eher eine Art Bettlektüre: nicht aufregend, aber gut zu lesen. Anmerkung: Beim Lesen hatte ich ein deutliches Déja-vu-Gefühl. Sowohl von der Geschichte als auch von den Namen der Figuren und etlichen ihrer Erlebnisse her. Es scheint aber keine Neuauflage zu sein oder bereits unter einem anderen Pseudonym der Autorin erschienen zu sein.

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Caspar Marquardt ist erfolgreicher Kaufhausbesitzer und Vater dreier Töchter, die jede auf ihre Weise starke Persönlichkeiten sind. Doch es ist das Jahr 1908 und Frauen wird allgemein noch wenig zugetraut. Seine älteste Tochter Luisa arbeitet seit Jahren im Kaufhaus mit und sieht sich als Erbin des väterlichen Unternehmens. Doch sollte sie einmal heiraten, fällt alles automatisch an ihren Ehemann. Das ist Vater Caspar zu riskant und so nimmt er Kontakt zu seinem engsten männlichen Verwandten, Max Dornberg auf. Er soll das Kaufhaus erben, Luisa nur eine finanzielle Entschädigung erhalten. Das sorgt für reichlich Unruhe in der Familie Marquardt, und auch Matilde und Sophie, die anderen beiden Töchter, wollen sich nicht recht in die Rollen der braven Frauen fügen. „Die Frauen der Familie Marquardt“ ist ein wunderbar geschriebener historischer Roman mit sehr starken Frauenfiguren. Anders als in anderen Romanen, in denen selbst die stärksten emanzipierten Frauen am Ende doch immer in die Arme eines rettenden Mannes sinken, lässt die Autorin Nora Elias ihre Protagonistinnen wirklich einen eigenen Weg finden. Das hat mir an diesem flüssig geschriebenen Roman, der einen in die wunderbare Welt der frühen Kaufhäuser entführt, besonders gut gefallen. Auch Vater Caspar ist sehr sympathisch und keineswegs ein reaktionärer Tyrann, aber die Geschichte lebt eindeutig von den Frauenfiguren. Das verspricht schon der Titel und das hält Elias auch problemlos durch. Dass Luise, Sophie und Matilde dabei völlig unterschiedlich sind und auch andere Ziele im Leben verfolgen, macht die Geschichte so beispielhaft für ihre Zeit und die Probleme, denen sich Frauen gegenüber standen. Und das geht noch weiter über die drei Schwestern hinaus, mit Caspars Freundin Olga, seiner Geliebten Elaine und Luises Freundin Dorothea sind auch die Nebenrollen mit vielen unterschiedlichen Charakteren besetzt, die alle auf ihre Art einen Platz im Leben suchen. Nora Elias hat mit „Die Frauen der Familie Marquardt“ einen großartigen historischen Roman geschrieben, der sich in seiner Konsequenz in den Frauenfiguren wunderbar von klischeehaften historischen Liebesromanen abhebt. Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen, die Figuren sind mir ans Herz gewachsen und ihre Geschichten haben mich von Anfang bis Ende bewegt und mitgenommen.

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