Leserstimmen zu
Drei Meter unter Null

Marina Heib

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Allgemeines Titel: Drei Meter unter Null Autorin: Marina Heib Verlag: Heyne Encore Genre: Thriller ISBN: 978-3-453-27111-1 Seiten: 249 Preis: 19,99€ Buch kaufen Klappentext "Ich will nicht mehr normal sein. Ich habe es viel zu lange versucht. Jetzt schlage ich zurück. Ich werde ihnen wehtun. Sie müssen bestraft werden. Für das, was sie getan haben. Für all das, was ich nicht mehr empfinden kann. Für das Leben, das sie mir gestohlen haben. Dafür werde ich ihnen das ihre nehmen. Ich suche. Ich finde. Ich töte." Cover Das Cover ist wirklich schön. Dunkel und auf den Stufen sind kleine Lichtreflexionen. Düster und passend für einen Thriller. Es hat auch ganz ziemlich angenehmen Material und lässt sich toll anfassen. Wirklich ansprechend gestaltet. Schreibstil Mit dem Schreibstil bin ich nicht gut klar gekommen. Es war teilweise viel zu langweilig und langatmig geschrieben. An manchen Stellen gab es so unnötige Erzählungen und Aufzählungen, dass es viel zu einfach war, mit den Gedanken abzuschweifen. Immerwieder wurden irgendwelche Fremdwörter benutzt, mit denen ich nichts anfangen konnte. Ich möchte bei einem Buch keinen Duden daneben liegen haben, um es verstehen zu können. Das hat mir wirklich das Interesse genommen, dass Buch weiter zu lesen. Charaktere Die namenlose Portagonistin war mir den Großteil des Buch hinweg unsympathisch. Ihre Träume und Wünsche als Kind waren ja noch ganz süß. Aber als Erwachsene Frau schien sie mir aber so stur und unvernünftig. Natürlich, sie hatte eine schreckliche Kindheit, wuchs dann aber in einer liebevollen Umgebung auf, wurde verwöhnt. Zum Glück hat sich gegen Ende dieses Verhalten erklärt. Die Charaktere hatten allgemein wenig Tiefe. Niemand wurde einem wirklich näher gebracht. Sie wurden nur ins Geschehen geworfen, aber um eine stärkere Bindung aufbauen zu können und sie weniger unsympathisch wirken zu lassen, hätten sie mehr Charakter gebraucht. Meine Meinung (Spoilerwarnung) Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen. Da ich einiges Gutes darüber gehört hatte, waren die Erwartung natürlich hoch, aber sie konnten nicht erfüllt werden. Die Idee ansich ist wirklich interessant und gut. Auch dass man aus dem Blickwinkel der Mörderin alles gesehen hat, war faszinierend und hat gute Einblicke in die Gedankenwelt gegeben. Die Kapitel waren mir eindeutig zu lang und oft zu weit ausgeschmückt. Es wirkte oft erzwungen und nicht interessant oder relevant für die Story. Die Kapitel sprangen immer zwischen ihrer Kindheit und dem Jetzt hin und her. Gerade manche Sachen aus der Kindheit hätten wirklich rausgelassen werden können, doch gerade diese Stellen wurden weitläufig ausgeschmückt. Gegen Ende erfährt man auch, warum so viel Wert auf die Kindheit gelegt wurde und warum sie immer zwischen diesem glücklichen, verträumten und einem gewaltätigen Kind schwankt. Am Ende konnte ich ihre Handlungen nachvollziehen und sie verstehen. Die Schilderungen, wie es damals zu ihrer Geburt kam, die Umstände haben mich dann wirklich mitgenommen. An dieser Stelle war der Tiefgang wirklich nötig und auch angebracht. Man hat mehr erfahren und es wurde schlüssiger. Ich war froh zu erfahren, warum sie gerade diese Männer ausgewählt hatte. Es wirkte erst so zufällig ausgegriffen und lies sie wie eine Psychopathin wirken, doch am Ende war es wirklich schlüssig. Das Ende hat mich überrascht. Dass der Vater ein Teil dieser Gruppe war, die ihre Mutter entführt und vergewaltigt hat, hätte ich gar nicht erwartet. Ihre Handlung danach fand ich jedoch wieder etwas merkwürdig. Sie hat es erfahren, tötet ihren Vater aber nicht. Sie geht einfach, hat ihre Dämonen besiegt und lebt nun ganz normal weiter vor sich hin, fast als wäre nichts gewesen. Wenigstens wurde Bezug zum Titel hergestellt. Man erfährt, dass das Verließ, wo die Mutter gefangen wurde, drei Meter unter Null lag. Ein sinnvoller und schlüssiger Titel, der seine Erklärung im Buch findet. Leider fehlt mit in diesem Buch an vielen Stellen die Spannung. Szenen die etwas mehr Tiefgang benötigt hätte, haben diesen nicht bekommen. Andere Stellen wurden zu weit ausgeschmückt. Der Schreibstil war allgemein ziemlich langweilig, nur gegen Ende wurde es wirklich spannender. Die Idee hinter dem Buch ist wirklich gut und auch, dass es aus der Ich-Perspektive der Mörderin erzählt wurde, hat dem ganzen einen anderen Blickwinkel gegeben. Der Klappentext klang wirklich gut, jedoch wirkt er etwas zu dramatisch für die inhaltliche Umsetzung. Generell fehlt etwas, was dem Buch mehr Spannung gegeben hätte.

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Was für ein Buch! Selten wurde mir besser vor Augen geführt, wie dünn die Haut von Moral und Zivilisation ist. Ein sehr schlüssig erstellter Exkurs in Rache, Selbstjustiz, Gewalt und Mord. Eine junge Frau erfährt, dass sie durch eine Vergewaltigung gezeugt wurde und ihre Mutter jahrelang missbraucht wurde. Dies und die langsame Aufklärung der Familienumstände, in denen sie aufwächst werden so exzellent miteinander verwoben, dass selbst mir als Leser die Logik des Tötens vollkommen klar ist. Dabei entsteht jedoch kein Blutrausch, sondern ein klarer und ruhiger Fluss, welcher unglaublich mitreissend wird. Spannend, erschreckend realistisch und mit brillantem Stil geschrieben. Ich habe lange kein so gutes Buch gelesen und freue mich auf weitere Werke der Autorin!

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Die Mörderin erzählt aus der Ich-Perspektive ihre Geschichte, wie sie war und wie sie wurde wie sie jetzt ist. Der Einstieg in die Geschichte mit dem Prolog beginnt unspektakulär, ja fast langweilig. Die namenlose Protagonistin erzählt aus ihrer Kindheit. Wie jedes Kind hat auch sie Zukunftsträume und –wünsche. Doch diese sind bei ihr sehr fantasievoll und entsprechen nicht der Norm. Sie ist eben doch nicht wie alle anderen Kinder, hat keine Freunde und wird für ihre Fantastereien gemieden. Verständnis für ihre rege Fantasie findet sie nur bei ihren Eltern. Besonders der Vater unterstützt sie dabei. Richtet liebevolle Zufluchtsorte in ihrem Kinderzimmer her. Dort kann sie, ganz sie sein und ihre Träume ausleben. Nach dem Prolog schlägt die Stimmung um. Der Ton wird härter, voller Wut, mit viel Hass. Ich wusste gar nicht was da auf mich zukam. Wusste nicht, was ich von “ihr” halten soll. Wieso diese Verbitterung, wieso diese Wandlung? Etwas ist passiert, zwei Jahre vorher”. Dieses Erlebnis hat “sie” zu der Person gemacht, die sie ab nun verkörpert. Sie wird zur Mörderin. Schildert in Rückblicken, wie es dazu kam. Peu à peu erfährt man als Leser den Grund, warum “sie” zu dem wurde, was sie ist. Die Rückblicke wechseln sich mit den Geschehnissen in der Gegenwart ab. Sie ist auf der Jagd. Sie ist ein Raubtier. Sie will töten, sie muss töten. Denn sie will Vergeltung. Der Auslöser für diese Taten sind schockierend und man kann den Hass und die Wut dann auch verstehen. Die Geschichte selber ist mit 250 Seiten recht kurz, überzeugt aber durch die unterschiedlichen Handlungsstränge und vor allem durch die drakonischen Wendungen. Zwar hat man als Leser immer einen entsprechenden Hintergedanken, die Wahrheit selber ist aber noch um einiges grausamer. Das Cover und der Titel lassen schon vermuten, dass e.s düster wird in diesem Thriller. Was sich hinter den “Drei Meter und Null” verbirgt ist schrecklich und abartig, entspricht aber leider auch so manches Mal der Realität. Marina Heib war mir bisher als Autorin unbekannt. Mit diesem Roman hat sie mich aber zu Hundertprozent überzeugen können, es wird bestimmt nicht das letzte Buch von ihr für mich gewesen sein! Mein Fazit: Ein durch und durch gelungener Thriller. Düster und spannend, gern mehr davon!

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Sie beobachtet ihre Opfer. Sie plant ihre Morde. Nichts will sie dem Zufall überlassen. Sie schlägt den Weg der Gewalt jedoch nicht ohne Grund ein. Ihr Leben lang bemühte sie sich um ein normales Leben. Doch die Hülle der Normalität umschloss eine tiefe Verzweiflung, die sie zu verbergen wusste. Bis zu einem nebligen Donnerstag im November. Dem Tag, an dem sie beschließt, eine Mörderin zu werden. Sie will die Dämonen vernichten. Sie will Rache. Sie empfindet kein Mitleid. Sie sollen leiden. Genau wie sie. Das ist mal wieder ein Thriller der Güteklasse A. Ein echter Pageturner. Harmlos klingender Titel, der sich erst im Laufe des Lesens erklärt, schluckt einen das Buch von Anfang an. Geradezu poetisch wird hier das Leben einer jungen Frau beschrieben, die normal zu sein versucht, aber doch ganz anders ist. Oder doch nicht? Am meisten beeindruckt hat mich hier tatsächlich die Art des Schreibens. Ich habe noch nie einen so poetischen Thriller gelesen. Ein bisschen wie "oh sieh nur, diese Schönheit, diese Blumen, diese Schmetterlinge, diese verstümmelte Leiche, dieses Einhorn.... Wunderschön bunt und mit Zuckerwatte..." Ihr versteht was ich meine? Hier gibt es auf jeden Fall fünf von fünf Sternen!

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Bücher aus der Täterperspektive gibt es nicht gerade wie Sand am Meer, von fast 400 Büchern, die ich gelesen habe, waren genau drei davon dabei. Das erste war Paul Cleaves Debütroman Der siebte Tod, an das zweiten kann ich mich nur schemenhaft erinnern – es war nicht sonderlich gut – und das dritte ist Drei Meter unter null – und ist mit Abstand das beste. Ich kannte Marina Heib vorher nicht, wusste auch nicht mehr, was mich bei Drei Meter unter null erwartet, obwohl ich Wochen zuvor eine Rezension dazu gelesen habe. Doch bereits auf den ersten Seiten wird klar, was einem hier begegnet – oder auch nicht. Denn die erste Hälfte ist komplett anders als die zweite. In der ersten Hälfte begegnet man einer Frau, die Mitte 30 und erfolgreich in ihrem Beruf ist, eine Eigentumswohnung in Berlin-Mitte hat, sich eine Jacht kaufen will und Leute ermordet. Das tut sie scheinbar willkürlich, egal, ob das der wohlhabende Hermann oder der versoffene Penner Henryk ist. Man kennt auch ihr Motiv nicht, denn weder hatte sie eine schreckliche Kindheit, noch legte sie die klassische Bettnässer-Tierquäler-Feuerleger-Karriere hin, die man als Serienkiller ja offenbar absolviert haben muss. Würde die Geschichte nur aus der ersten Hälfte bestehen, Psychologen würden sich die Zähne an dem Fall ausbeißen. Doch ab dem Moment, ab dem der Buchtitel in der Geschichte zum ersten Mal fällt, beginnt man zu verstehen – die Geschichte, die Hintergründe, das Motiv, die Person. Ab dann wird alles klar, man kann die Motive nachvollziehen, man versteht, wieso die Mörderin im Kindergarten grundlos andere Kinder verprügelt hat, man versteht, wieso sie Alpträume hatte, man versteht alles, und man kann so gut nachvollziehen, warum sie heute tut was sie tut. Die zweite Hälfte ist so emotional wie die erste es nicht ist. Die erste ist eine kühl geschilderte Geschichte einer Frau, aus der Sicht dieser Frau, eine Geschichte über Hinz und Kunz, über Krethi und Plethi; Namen sind Schall und Rauch in dem Buch, die Protagonistin hat selber keinen, zumindest keinen, zu dem sie steht. Die zweite Hälfte ist das emotionalste, das ich jemals gelesen habe und sorgt für eine Menge Gänsehaut und mehr. Das Buch ist ein innerer Monolog mit relativ wenigen Dialogen, das einen sprachlichen Spagat zwischen gebildet und roh vollzieht. Der Showdown kommt ohne Pistolenschüsse, Verfolgungsjagden oder Explosionen aus, sondern ist ruhig, gefühlsbetont und ergreifend – eben, weil die Geschichte kein x-beliebiger Thriller ist. Drei Meter unter null beginnt mit prächtigstem Sonnenschein und endet in dunkelster Finsternis. Fazit: Ich habe davor nie etwas von Marina Heib gehört, geschweige denn gelesen, aber dieses Buch hat sich mir ins Hirn gebrannt und ich werde vermutlich zum Serientäter werden – schuldig im Sinne der Anklage.

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Mit der Hörbuchumsetzung zu "Drei Meter unter Null" von der talentierten und routinierten Autorin spannender und fesselnder Romane, Marina Heib, gelesen von der überaus impulsiven und facettenreichen Stimme von Schauspielerin Anna Thalbach ist mir ein wahrer Glücksgriff gelungen. Gerade in der Spannungsliteratur im Genre Krimi und vor allem im Genre Thriller und Psychothriller im Besonderen, ist es schwer mich gänzlich zu überzeugen. Was bei humorvoller Unterhaltungsliteratur beim Hörbuch spielerisch gelingt, wird bei Thrillern und Krimis, die gelesen werden, schon schwieriger. Umso begeisterter bin ich hier, denn auf diesen 5 CDs packendem Nervenkitzels habe ich rein gar nichts auszusetzen und bin vollkommen überzeugt und absolut positiv überrascht… Weit mehr noch als das! Drei Meter unter Null und tief unter die Haut… Stoff für das Nervenkostüm. Stoff aus dem das Grauen und die Verblüffung geformt sind. WOW… Eigentlich wollte ich nur kurz reinhören, aber da blieb mir gar keine andere Wahl, die ersten beiden CDs sofort ganz zu hören und mich in die spannungsgeladenen Ereignisse rund um die Frage nach „Was will ich einmal werden?“ der zuvor noch unbedarften Protagonistin und Grundschülerin hier in der Lesung aus der Ich-Perspektive zu stellen und sie bis ins Erwachsenenalter zu begleiten. … Ein Gedankenkarussell, psychologischer Nervenkitzel, Eindringlichkeit und ein Spiel um Wissen, Normalität und Identitätsfindung. Erschienen im randomhouse audio Verlag Zum Inhalt: "Sie beobachtet ihre Opfer. Sie plant ihre Morde. Nichts will sie dem Zufall überlassen. Der Weg der Gewalt ist nicht grundlos. Ihr Leben lang bemühte sie sich um ein normales Leben. Doch die Hülle umschloss eine tiefe Verzweiflung, die sie zu verbergen wusste. Bis zu einem nebligen Donnerstag im November. Der Tag, an dem sie eine Mörderin wird. Sie will die Dämonen vernichten. Sie will Rache. Sie empfindet kein Mitleid. Sie sollen leiden. Genau wie sie. Sprecherin Anna Thalbach blickt in die Abgründe der menschlichen Seele." Dauer: 6 Stunden & 27 spannende Minuten auf 5 CDs in einer Multibox Art: ungekürzte Lesung des gleichnamigen Buches im Verlag Heyne Encore Genre: (Psycho-) Thriller/Spannung Das passiert / das erwartet den gebannten und gespannten Hörer: Erzählt wird der Thriller aus der Ich-Perspektive. Ein junges Mädchen im Grundschulalter. Die Protagonistin wächst in den letzten Jahren der DDR in Leipzig auf. Bei liebevollen und verständnisvollen Eltern, die die blühende Fantasie ihrer geliebten Tochter gemeinsam genießen und ihre kindlichen Träume mit ihr zusammen leben. Bis andere Kinder in ihrem Alter dieser kindlichen Fantasie schon entwachsen scheinen und sich unsere Protagonistin immer noch wünscht später einmal Pippi Langstrumpf zu werden, sich in ihrem Indianer Tipi versteckt oder sich von Lianen aus dem Fenster schwingt. Und fällt. Ein Aufprall mit bösem Erwachen. Bei ihren Eltern. Die dann doch mal einen klaren Appell an ihre Tochter richten, sie solle endlich „normal“ werden!!!! Doch was ist so falsch daran, sich in den mystischen Wäldern des Spreewald zu verlieren, von magischen Wesen zu träumen, stark sein zu wollen wie die Kinderbuchheldin Pippi Langstrumpf und in einem Indianerzelt zu wohnen? Warum normal sein? Doch weil sie ihren Eltern gefallen will, beschließt sie halt normal zu werden. Unsere Ich-Erzählerin ist ein besonderes Kind, und eine besondere erwachsene Frau. Immer wieder fällt sie durch gewalttätige Übergriffe auf, sie kann sich nicht in das Sozialgefüge einer Gruppe anschließen und lebt in ihrer eigenen Welt. Was ihr als Erwachsene jedoch weit besser zu gelingen scheint, ist auch nur eine Fassade um eisige Pläne zu schmieden. Auf ihrem Lebensweg zu einer jungen Frau versucht sie immer wieder verzweifelt normal zu sein und doch bricht dieses Unverständnis immer wieder aus ihr heraus. Mit 34 Jahren hat sie es fast geschafft, sich soweit anzupassen und normal zu sein, dass sie ein geregeltes und sogar erfolgreiches Leben und Berufsleben als Reisejournalistin und IT-Coach führen kann. Sie ist groß, blond, gutaussehend, gebildet, hat eine adrette Wohnung und eine gute Karriere. Dennoch wirft sie alles hin und beschließt Mörderin zu werden. Der Auslöser war ein Donnerstag im November des Vorjahres… sie beschließt sich den Dämonen zu stellen, die ihr den Schlaf rauben und sie immer wieder antreiben gewalttätig zu werden. Planvoll, intelligent, vorausschauend und systematisch widmet sie sich der Vorbereitung ihres Rachefeldzuges. In ihr lauert eine Wölfin, die sich nicht mehr bändigen lässt… Neben dieser packenden Handlung und dem wirklich facettenreich gelesenen Plot von Sprecherin Anna Thalbach, die unglaublich eindringlich , von Wut zerfressen, von Impulsivität und einer leicht rotzigen Natur erzählt, was in der verkorksten Protagonistin trotz vorbildlicher Kindheit und einem liebevollen Elternhaus schief gelaufen ist und was sich in der komplizierten Psyche dieser Ich-Erzählerin alles vor sich geht und vor allem Warum?! erleben wir einen wirklich nervenaufreibenden und spannenden Einblick in die Denkstrukturen und Anpassungsschwierigkeiten, die weit über eine Identitätsfindung hinausreichen, und bekommen vor Augen geführt warum jemand so wird wie er wird… . Nach und nach legt Anna Thalbach die vielschichtige Gefühlswelt der Ich-Erzählerin frei und entblättert für uns Hörer ein nagendes Panorama nach dem Sein oder Nicht-Sein. Cover / Umsetzung: Das Cover ist eine sehr gute und stimmige Wahl, denn es zeigt sich im gleichen Gewand wie das gleichnamige Hardcoverexemplar des Thriller der Autorin Marina Heib aus dem Verlags-Hause Heyne Encore. Sehr schlicht eigentlich, aber durch seine Unaufgeregtheit schon wieder sehr ansprechend. Schwarz, düster, eine Gasse, eine Gosse, ein Gulli? Es lädt zu Assoziationen ein und fordert einen zweiten Blick. Die Kapitellängen und die Strukturierung finde ich sehr gut gelungen. Leider zeigt mein herkömmlicher CD-Player keine Tracks an, sondern lediglich die Hörminuten innerhalb eines Tracks. Das ist etwas ungeschickt, da man bei einer Hörpause wirklich nicht erkennen kann, bei welchem Skip man gerade angelangt war und später erstmal einen Suchdurchlauf starten muss, um die entsprechende Stelle mit der Minuten abzugleichen und den Faden wieder aufnehmen kann. Die Multibox für die 5 CDs bietet die ideale Aufbewahrung. Stabil, handlich und kompakt mit Infos zum Hörbuch im Boklet. Zum Schreibstil und Lesestil: Der Schreibstil der erfolgreichen deutschen Autorin Marina Heib ist sehr überraschend eindringlich und intensiv, wirklich nicht ohne, dass was sich in ihren Gedanken und Ideen abspielt, projiziert sie gekonnt auf ihr Werk und überträgt es durch die wechselnden Zeitebenen auf eine junge Grundschülerin mit ihrer kindlichen Fantasie und später auf eine von Rache getriebene 34 jährige erfolgreiche Frau. Der Ich-Erzählerin. Aus ihrer Sicht erzählt fällt der Blick auf gnadenlos und beklemmend skizzierte Charaktere, die dadurch eine ganz besondere Intensität gewinnen. Die Autorin M. Heib nimmt kein Blatt vor dem Mund, ohne große Reden zu schwingen, sie wirkt trotzdem psychologisch sehr eindringlich, gar beängstigend und nagend. Kurz, knapp, auf den Punkt gebracht. Ein ganz besonderes und andersartiges Hören oder Lesen diese Story wird es, wenn sich die Protagonistin in ihre Gedankenwelt verliert und sie all die Träume, Fantasien und Facetten erdenklicher Geschichten und Wesen mit der Realität vermengt und Wahn und Wirklichkeit verschwimmen… Hier ist man als Leser oder Hörer dazu versucht, sich die Fingernägel abzukauen oder ganz voller Spannung alles andere um sich herum auslöschen und bei einem leisen Geräusch ganz gepackt und schockiert hochschrecken… Ja, so soll Thrill und Nervenkitzel sein. Dieses Stilmittel beherrscht die Autorin Marina Heib in ihrem brandaktuellen und polarisierenden Psychothriller perfekt. Die Autorin Heib scheut sich auch nicht, bis in die letzten Windungen des Gehirns und des Bösen und Perfiden vorzudringen. Sie nimmt die Leser und Hörer von „Drei Meter unter Null“ mit, sie bietet ein Schauspiel, welches packt, fesselt, schockiert, provoziert und dessen Wendung und Ziel den Atem stocken lässt. Die Dinge entwickeln sich mit einem Automatismus und die Protagonisten entwickeln eine unaufhaltsame Eigendynamik aus Verstrickung, Geheimnis und Schweigen, wo der Leser oder Hörer kein Halten mehr findet und in einem Sog aus Plänen und Verkettungen und Faszination mitgerissen wird. Anna Thalbach ist eine junge Schauspielerin und Tochter meiner Lieblingssprecherin Katharina Thalbach. Dieses Hörbuch ist mein erstes Hörerlebnis, was ich gesprochen und gelesen von Anna Thalbach erlebe. Und ich muss feststellen, dass das Talent der Hörbuchumsetzung und stimmliche Verkörperung scheinbar in der Familie liegt. Anna Thalbach rollt das „R“ so wunderbar und hat allein dadurch Wiedererkennungswert. Die Erzählweise springt durch die Zeit des Reifens und Erwachsenwerdens der Protagonistin, deren Namen wir nicht erfahren. Stück für Stück wird ein bisschen ihrer zerstörten Seele frei gelegt. Doch was hat sie so zerstört, warum ist sie so verstört? Was ist schon normal? Sprecherin Anna Thalbach bringt genau das an die Hörer, was die Autorin beim Lesen ihres Werkes an die Leser übermitteln will. Gekonnt und eindringlich lässt die Sprecherin A. Thalbach den Zuhörer nicht mit den Gedanken abschweifen, sie schaffte es, das Gehör und den Verstand ab dem ersten Satz an ihre Lesung zu binden und gefangen zu nehmen, den Hörer zu fesseln und zu provozieren. Auch wenn zu Beginn nicht wirklich viel passiert, ist man sofort gebannt. Man spürt, dass man in eine außergewöhnliche Seele blicken kann, ein Blick der erschreckend, abstoßend und doch faszinierend ist, da diese dunkle Seele der Protagonistin einfach intelligent ist. Wie kann ein Mensch solche Züge besitzen wie diese junge Frau? Was sich schon in ihrer Kindheit abzeichnet? Darin liegt die Spannung dieses Psychothrillers, und Anna Thalbach versteht es diese Spannung durch facettenreiche Bewegungen in ihrer Stimme an die Hörer zu bringen. Sie geht regelrecht auf in der Wut der Erzählerin, sie schweift gern in Gedanken ab, trägt die Ironie und den Sarkasmus bis ans Äußerste und pflegt gekonnten Zynismus in der Stimme. Sie wird zum Raubtier, das seinesgleichen jagt. Doch je mehr sie zum Wolf wird, desto einsamer wird sie in ihrem Revier, in ihrem Wald. Der 1. Mord wird sie verändern, das hat ihr ihr Trainer und Mentor Jannis bereits prophezeit. Mit eiskaltem und analytischem Verstand beobachtet sie von ihrem jeweiligen Posten aus ihre Umwelt und ihre gezielten Opfer. Diese kaltblütige Art wird in Anna Thalbachs Stimme zu einem Eisblock, der den Leser erzittern lässt, vor Kälte und vor Spannung. Doch die Gedanken von der Erzählerin im Buch sind nicht durchweg böse, sie besitzt auch einen witzigen Zynismus und eine misanthropische Ader, die die Sprecherin hier einfach herrlich übermitteln kann, sodass man zwischen den Morden sich einige Lacher und Schmunzler (vor allem auf dem klischeehaften Campingplatz oder der traurigen Ehe zwischen Hermann und Stefanie…) erlauben darf, ehe es wieder ernst und perfide wird. Trotzdem sind diese Beschreibungen herrlich und lassen auch zwischen all diesen Morden lächeln. Meinung / Eindrücke zum Hörevent: In diesem Hörbuch geht wirklich gar nichts von dieser Einzigartigkeit verloren, die das Buch als Roman zu besitzen scheint. Gerade bei spannenden Titeln und Storys wurde ich bisher selten von einer Hörbuchumsetzung positiv überrascht. Oft war es einfach langweilig oder monoton oder ganz schlimm wie aufs Geratewohl gelesen. Doch in der Hörbuchfassung „Drei Meter unter Null“ stimmt einfach alles. Perfekt. Eine glatte Empfehlung und ein gelungener Lauschangriff mit Nervenkitzel-Garantie. Marina Heib erzeugt durch ihre nagende und gekonnte Wortwahl und dem Sinn des absoluten Nervenkitzels Bilder und lässt ihre Story lebendig werden, die Sprecherin schafft es zudem genau diese Merkmale einzufangen und ihre Lesung sogar ungekürzt ohne Monotonie und Eintönigkeit in der Hörbuchversion zum Ganzen zu geben. Der bizarre und schockierende, aber auch unheimlich spannende Schreibstil der Autorin hat mich in ihrem brandneuen Werk überzeugt, von dieser Autorin würde ich jederzeit wieder einen Titel lesen oder hören wollen. Dieser Psychothriller wird zu einem wahren Sinnes- und Gefühlsrausch und im Hörbuch durch die Wahl der Sprecherin Anna Thalbach und der grandiosen Umsetzung bestens untermalt. Thalbach vertont das Gelesene mit einem unglaublich fesselnden und eingehenden Singsang und sie versteht es, die einzelnen Passagen mit unterschiedlichen Emotionen und Tonlagen hervorzuheben oder die Spannung heraufzubeschwören. Katharina Thalbach, Anna Thalbachs Mutter, ist zu eine meiner liebsten Hörbuchstimmen geworden, seit ich die Kinderbücher „Die Borger“ von ihr als Hörbuch umgesetzt erlebt habe. Anna Thalbach steht ihrer Mutter im Nichts nach. Selten ging mir die Stimme der Erzählerin so nahe, sie nimmt ihre Rolle und ihren Part so ernst, dass zum gebannten Hörer eine eiserne Verbindung entsteht. Der Hörer fühlt sich angesprochen und tritt beinahe in einem Dialog mit der alles andere als normalen Protagonistin und ist gewillt ihr Leben und Denken zu verstehen. Anna Thalbach ist sich wirklich nicht zu schade, sich auf die kranken Ebenen der Protagonisten aus der jeweiligen Sicht zu begeben und auch die verzweifelte Lage der Hauptprotagonistin zu verkörpern. Die Salamischeibentaktik, mit der das ganze Panorama abgebildet wird, gefällt mir. Nach und nach zeichnet sich ein Bild ab, was man nicht verstehen wird. Aber so akzeptiert wie es ist. Die Autorin: "Marina Heib wurde in St. Ingbert im Saarland geboren. Nach ihrem Studium der Orientalistik und Philosophie ging sie 1988 nach Hamburg, wo sie als Journalistin für mehrere Publikumszeitschriften tätig war. Seit 1998 arbeitet sie als Drehbuchautorin fürs Fernsehen. Von Marina Heib sind bislang fünf Kriminalromane, ein Thriller sowie diverse Kurzgeschichten erschienen." Die Stimme / die Erzählerin: "Anna Thalbach, geboren 1973, lebt und arbeitet in Berlin. 2008 erhielt sie den Deutschen Hörbuchpreis als „Beste Interpretin” und gehört zu den gefragtesten Hörbuchsprecherinnen Deutschlands." Fazit: Eine grandiose Lesung mit einer ausgezeichneten Sprecherin, die diese ungekürzte Lesung zu einem nagenden und spannenden Hörevent werden lässt. Psychothrill von seiner allerbesten Hörbuch-Seite. Ob das Buch genauso eindringlich erscheinen kann, wie diese Hörbuchlesung? 5 Sterne Plus!

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Der bislang beste Thriller meines Lesejahres 2017: In "Drei Meter unter Null" schildert eine Mörderin, wie sie wurde, was sie ist. Die Story: Ich suche. Ich finde. Ich töte. Sie beobachtet ihre Opfer, plant ihre Morde akribisch und schlägt kaltblütig und unbarmherzig zu. Ein nebliger Tag im November ändert alles für eine junge Frau, die sich vergeblich um ein Leben der Normalität bemüht hatte. Nun beschließt sie Rache zu nehmen, damit ihre Opfer ebenso leiden wie sie... Die Autorin: Marina Heib, Jahrgang 1960, studierte Orientalistik und Philosophie in Tübingen und Saarbrücken und absolvierte anschließend ein Volotariat bei "cinema" in Hamburg. Nach Stationen in weiteren Redaktionen landete sie 10 Jahre später beim Fernsehen und verfasst seitdem Drehbücher und entwickelt Konzepte für Serien. Als Gegengewicht zur heilen TV-Welt begann sie mit dem Schreiben von Kriminalromanen. 2006 wurde "Weißes Licht" veröffentlicht, weitere Krimis um die SoKo von Kommissar Beyer und die Psychologin Anna Maybach folgten. Mein Leseerlebnis: Es kommt selten vor, dass mich die Story eines Thrillers nicht nur fesselt, sondern tatsächlich persönlich berührt. Marina Heib ist das mit "Drei Meter unter Null" mühelos gelungen. Schnörkellos und anfänglich beinahe analytisch beschreibt die Mörderin Vorbereitung und Ausführung ihrer kaltblütigen Taten. Atemlos verfolgt man das Geschehen und verschlingt die Seiten mit der Frage nach dem Motiv, das eine junge Frau dazu führt, von einem Moment zum nächsten ihre Karriere und Beziehung zu beenden und sich der Jagd nach vier Männern zu verschreiben. Doch übt sie tatsächlich Vergeltung an den Richtigen und lassen sich die Dämonen durch die Morde wirklich ein für allemal vernichten? Mehr wird hier nicht verraten, denn "Drei Meter unter Null" ist ein echter 5-Sterne-Thriller, den man unbedingt selbst "erleben" muss!

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Cover Fasziniert euch ein dunkles Cover eines Thrillers genauso wie mich? Nahezu komplett schwarz ist dieser Schutzumschlag, nur ein paar hellere „Lichtreflexe“ deuten Stufen an, die nach oben führen und auf denen der Buchtitel zu lesen ist. Zurückgehalten und sehr atmosphärisch wirkt diese Illustration und schafft damit eine tolle Grundstimmung um sich in Thrillerlaune zu bringen. Meinung Als ich dieses Buch in den Händen hielt, wollte ich direkt loslegen es zu lesen. Der Klappentext baute schon eine so große Neugier auf, das ich kaum warten konnte. Und dennoch habe ich etwas anderes gefunden, als ich erwartet habe. Aus der Sicht der Protagonistin, deren Name nicht erwähnt wird, wird dieser Thriller in der Ich-Perspektive erzählt. Die junge Frau wird nach jahrelangen Versuchen ein normales Leben zu führen von ihren Rachegelüsten übermannt und begibt sich auf die Jagd. Dabei geht sie taktisch und durchdacht vor. Die Menschen, die ihr Leid angetan haben, sollen selber leiden. Das macht sie unmissverständlich klar. Anfangs habe ich gedacht, die Hauptperson ist eine ziemlich kranke und abgebrühte Mörderin, sie wirkte unnahbar, kaum greifbar und war immer ein wenig wie ein Schatten. Das ihr Name nicht gefallen ist, hat dieses Gefühl für mich noch verstärkt. Eine Wendung, die ich so überhaupt nicht erwartet habe, brachte dann aber ein wenig Licht ins Dunkel. So viel Licht, das ich sie nicht mehr als die Psychopathin gesehen habe, die ich meinte kennengelernt zu haben sondern sogar Verständnis aufbrachte. Heib´s Schreibstil unterstützt dabei sehr gut die zwei Welten, in denen sich die Protagonistin bewegt. Szenen aus ihrer Kindheit werden ausschweifend und wunderbar erzählt. Man empfindet diesen Wohlfühl-Charakter mit, die nostalgische Gedanken in einem auslösen. In der Gegenwart, der Zeit der Jägerin mit düsterer Seele werden die Sätze komprimierter. Fast schon abgehackt und recht emotionslos. Anfangs hat mich dieses hin und her ziemlich verwirrt, und auch die Längen, die sich besonders zu Beginn eingeschlichen haben, haben in mir manchmal das Gefühl aufkeimen lassen, „Drei Meter unter Null“ doch wieder zur Seite zu legen doch im Laufe des Buches habe ich gemerkt, wie diese Wechsel auf mich gewirkt haben und mich schnell in eine gewisse Lesestimmung und somit auch in jeweils wechselnde Lesetempi gebracht haben. Dann konnte ich das Buch auch nicht mehr zur Seite legen und wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht. Fazit Heib hat einen großen Thriller geschrieben, der durchhaltende Leser mit einer ungeahnten Wendung und enorm viel Spannung belohnt. Nie war mir eine Protagonistin so fremd und hat mich doch so mitgezogen.

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