Leserstimmen zu
Rücksichtslos

Ronald T. Miscavige

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Ronald T. Miscavige ist wohl einer der bekanntesten Scientology-Aussteiger und zudem auch der Vater des aktuellen Scientology-Chefs David Miscavige. Scientology, eine Sekte, die sich als Kirche bezeichnet und vor allem Schlagzeilen durch den internen Machtapparat, diverse prominente Mitglieder und auch wegen möglicher Unterwanderung unterschiedlicher Staatsebenen macht(e). Nur wenige interne Berichte gelangen an die Öffentlichkeit, doch die Informationen, die es bis „nach draußen“ schaffen beschreiben mafiöse, skrupellose und beherrschende Strukturen innerhalb der Sekte. Scientology, was verbirgt sich wirklich hinter den Mauern der unzähligen Zentralen, den Häusern, in denen mysteriöse Treffen, Anhörungen / und Seminare („Auditings“) stattfinden? Hiervon berichtet Ronald T. Miscavige als langjähriges ehemaliges Mitglied sehr eindrucksvoll und – nach seinem Ausstieg und unter Berücksichtigung seines persönlichen Kontextes versteht sich – sehr kritisch. Er erlaubt in seinem Buch „Rücksichtslos“ einen tiefen Blick hinter die Kulissen des angeblich heilvollen Apparates und zeigt insbesondere auf, wie unnachgiebig sein Sohn die Sekte führt. Ich fand die Schilderungen manches Mal beängstigend und auch bedrückend, kann man sich die Vorgehensweise und die oftmals erfolgreiche Indoktrinierung, bzw. Selbstaufgabe vermeintlich selbständig denkender Menschen doch nur schwerlich vorstellen. Miscavige Senior beschreibt die Praktiken, die auch durch seinen Sohn David maßgeblich vorangetrieben wurden, bzw. werden und gibt auch viele Details zur Person des Sekten-Chefs preis. Nicht ohne Grund wurde offensichtlich nach dem Ausstieg des Vaters versucht, diesen zu beschatten und auszuschalten. Auch von diesen Erlebnissen erzählt der Ex-Scientologe ausgiebig. Meiner Meinung nach ist dieses Buch ein absolut empfehlens- und lesenswerter Blick in ungeahnte Machtstrukturen und die Techniken einer Sekte unter der Führung eines getriebenen und offenbar kaltblütigen Mannes. Ich fand es jedenfalls hochspannend, informativ und auch sehr eingängig, weshalb ich „Rücksichtslos“ von Ronald T. Miscavige jedem Interessierten ans Herz legen würde. Gute 5 Sterne.

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Ron T. Miscavige kam in seinen 30erJahren als Familienvater mit Hubberds Lehren in Kontakt, belegte, später auch mit seiner ganzen Familie, verschiedene Kurse und hatte 27 Jahre lang unterschiedliche Posten bei Scientologen inne. Er schildert in diesem Buch, wie er überhaupt zu dieser Gemeinschaft kam, die zunächst ohne besondere finanzielle Interessen zu vertreten, glaubten, die Welt besser machen und der Menschheit helfen zu können. Ausführlich schildert er, wie er samt seiner Familie immer stärker in dieser Glaubensgemeinschaft lebte, besonders nachdem sein Sohn als Sechzehnjähriger auszog um sich in einem Stützpunkt der Scientologen ausbilden zu lassen. Von dieser Karriere berichtet der Autor, von den Veränderungen, die im Laufe der Jahre in dieser Kirche / Sekte stattgefunden haben, von dem Wandel der nach seiner Meinung ursprünglich gut gemeinten Sache, über Bootscamps, Erziehungslager und anderer Methoden, hin zu einem menschenverachtenden Macht- und Finanzkonstrukt, das in seiner Wahl der Mittel an u.a. Stasi-Methoden erinnert. Durch finanzielle Abhängigkeit, Verstrickungen im System und der Ausweglosigkeit, wagen viele gar nicht den Versuch, dem zu entkommen. Der Autor hat dieses Buch nach der gemeinsamen Flucht mit seiner Frau geschrieben, in dem er von anschließender Überwachung, ausgeübtem Druck auf Familienangehörige berichtet, die auf Anordnung den Kontakt zu ihm abbrachen. Sehr interessant fand ich auch die Darstellung der Strukturen von Scientology, samt ihrer verschiedenen Bases, Org, Einheiten, Abteilungen, Stützpunkte, der Lebensbedingungen der hart und nie zufriedenstellenden Masse an Arbeits“material“, im Gegensatz zum Chef sowie dem Umgang mit- und untereinander. Gerade die Schilderungen der persönlichen Wege, sowohl des Autors als auch seines Sohnes David, werden detailliert aufgezeigt, so dass man beim Lesen die Veränderungen im Laufe der Jahre nachempfinden kann. Für mich war es sehr aufschlußreich, zu erfahren, wie Mitglieder diese Gemeinschaft erleben, was sie bewegt, dort zu sein und schließlich auch, warum manche enttäuscht daraus ausbrechen. Schon lange habe ich in den Medien keine Berichte mehr über Scientology wahrgenommen; mir war überhaupt nicht bewußt, dass anfangs wohl andere als finanzielle Ansprüche im Mittelpunkt standen. Darüber zu lesen, wie sich diese Maxime, der Ton, die Methoden und Bestrafungen sich innerhalb der „Church“ verändert haben, auch auf Blick des Scientology-Chefes und seiner selbstgenommenen Macht, wurde sehr informativ dargestellt. Besonders hat mich auch beeindruckt, wie ruhig und nahezu sachlich der Autor trotz aller persönlichen Betroffenheit seine Erlebnisse und Erfahrungen bespricht; zu einigen Punkten habe ich online nach weiteren Informationen gesucht und von der Gegenseite nur haßerfüllte Tiraden finden können, was für mich den Inhalt sowie die Glaubwürdigkeit dieses Buches nochmals unterstreicht.

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In den letzten Jahren ist es, öffentlich, ruhiger geworden um Scientology, sieht man von durchgeplanten „Events“ vor allem mit Prominenten und an deren Spitze Tom Cruise ab. Wobei gerade im Fall von Cruise und der Trennung von seiner Frau all die unschönen Vorwürfe gesammelt noch einmal zu Tage traten. Dieses „wer nicht für uns, ist gegen uns“ samt Versuch, das gemeinsame Kind bei Scientology um fast jeden Preis zu belassen. Sei es der Abbruch aller Beziehungen vor allem zu jenen, die „aussteigen“. So, wie David Miscavige, Chairman der vermeintlichen „Kirche“ und direkter Nachfolger des verstorbenen Ron L. Hubbard, des Gründers, seine eigene Frau dann irgendwo in einem der Stützpunkte „entsorgt“ hat. Nun greift der Vater des Scientology-Leiters zur Feder und schildert biographisch und aus dem Inneren der Vereinigung selber heraus (auch er war Teil von Scientology), wie die Vereinigung „von Innen“ her funktioniert, welchen Stil genau sein eigener Sohn dabei entfaltet und geprägt hat und, lebensgeschichtlich, warum vielleicht David Miscavige sich in dieser Richtung entwickelt hat. Und es ist ein erschreckendes Dokument, soviel kann vorweggesagt werden. Auch wenn Ron Miscavige doch hier und da ins plaudern über sich selbst kommt und dringend noch einmal richtigstellen muss, dass an gewichtigen Vorwürfen gegen ihn wirklich „nichts dran war“, insgesamt gelingt es dem Autor doch, sich auf sein Objekt, den eigenen Sohn, zu konzentrieren. Der von seiner Seite aus, getraue den Scientology Maximen, völlig mit dem Vater gebrochen hat. Und der, das vor allem, ein Mensch zu sein scheint, den Macht tatsächlich einerseits hochgradig anzieht (er will das Sagen haben), der aber andererseits durch Macht ebenfalls hochgradig „ korrumpiert“ wird und der „seinen Laden“ mit unerbittlicher Hand, häufigen Wutausbrüchen, kühlen „Abkanzelungen anderer“ vor versammelter Mannschaft (und ja, auch sein Vater blieb da nicht außen vor und musste auch in breiter Öffentlichkeit eine gute Stunde Tiraden über sich und seine nichtswürdige Person ergehen lassen). Wobei „das Loch“, ein Bürogebäude auf einem Gelände von Scientology, dem dann die Krone aufsetzt. Vergitterte Fenster, bewachter Zugang, „Reinigungsort“ für alle, die in den Augen des Chefs Versager sind, Psychoterror täglich und auch handgreifliche, demütigende Handlungen bis hin zum Anspucken jener, die David Miscavige „zum Abschuss“ freigegeben hat. Gut im Blick hat Ron Miscavage bei all dem Persönlichen über und um seinen Sohn herum auch den Blick für die innere Struktur der „Weltveränderer“ und deren Veränderung im Lauf der Jahre, je mehr sich Hubbard selbst (auf See im Rahmen der „Seaorg“, jahrelang in einem Wohnmobil oder in seinem, nicht vielen bekannten, Appartment) aus der aktiven Leitung zurückzog und je mehr es David Miscavige gelang (vertraut man seinem Vater), strategisch mit aller Macht sämtliche möglichen Konkurrenten um den direkten Zugang zum „Meister“ oder was seine Nachfolge angeht, auszuschalten (bis hin zu Bedrohung, Einbruch, Zerstörung von Münztelefonen etc,). „Letztlich passte Davids (immer schon stark vorhanden) „Lust am Siegen“ (selbst bei harmlosen Gesellschaftsspielen) genau zu dem, was in der Folge geschah“. So verbleibt am Ende ein Erschrecken über das, was Menschen bereit sind, mit sich machen zu lassen und eine klare Erkenntnis, das hinter dem Deckmantel einer „Kirche“ (wohl nur so organsiert, um Steuern zu sparen) dem Machtbewusstsein und unbedingten Machtwillen eines körperlich zu klein geratenen Mannes von Jugend an eine Möglichkeit in den Schoß warf. Die dieser nach allen Seiten hin egozentrisch, egoman und für alle anderen destruktiv ausnutzt.

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Über 40 Jahre war Ron Miscavige Mitglied bei Scientology, und hat während dieser Zeit den Aufstieg seines Sohnes David zum Chef der Organisation miterlebt. 2012 entschlossen er und seine zweite Frau sich, Scientology zu verlassen, nichts ahnend, wie weit die Sekte gehen würde um ihn zum Schweigen zu bringen. Ron Miscavige erzählt in diesem Buch von seinem Leben, wie er zu Scientology kam, und was geschehen musste, um ihm die Augen zu öffnen. Ich habe Ron Miscavige bereits bei einem Interview gesehen, in der TV-Show von Leah Remini. Die Schauspielerin hat es sich nach ihrem eigenen Austieg zur Aufgabe gemacht, der Öffentlichkeit zu zeigen, was mit Menschen geschieht, die die Sekte verlassen möchten, oder diesen Schritt bereits gegangen sind. Auch wenn Scientology immer wieder alles als Lügen bezeichnet, so denke ich mir, es ist unmöglich, daß all diese Menschen nicht die Wahrheit sagen. Ich habe mich also bereits mit dem Thema beschäftigt und wollte unbedingt die ganze Geschichte von Ron Miscavige lesen. Ich wusste bereits, daß 2015 zwei Privatdetektive verhaftet wurden, die ihn ausspioniert haben, und die auf ihn hätten sterben lassen sollen, als es den Verdacht gab, daß Ron Miscavige einen Herzinfarkt hat. Was muss passiert sein, daß ein Sohn solch einen Befehl an seine Angestellten gibt? Ron Miscavige wuchs in einer Arbeiterfamilie auf, und sah Scientology, wie so viele andere auch, als Chance auf ein besseres Leben. Es dauerte Jahre, bis ihm bewusst wurde, daß die Menschen dort in Wirklichkeit wenig wert sind, und es nur darum geht, der Chefetage zu noch mehr Geld und Macht zu verhelfen. Und da es den Mitgliedern verboten ist in Zeitschriften und im Internet Berichte über Scientology nachzulesen, haben viele keinen objektiven Blick auf diese "Kirche", der sie angehören. Mitglieder werden nach ihrem Ausstieg eingeschüchtert und öffentlich bloßgestellt, meist sogar von der eigenen Familie. Ron Miscavige ist nicht der einzige aus seiner Familie, der die Sekte verlassen hat, doch der Großteil ist noch dort. Den Kontakt haben seine Töchter abgebrochen, er kennt einige seiner Enkel nicht, und wird sie vielleicht nie kennen lernen. Wie ihm geht es vielen ehemaligen Scientologen, und ich hoffe, daß noch viele mehr ihre Stimme erheben und öffentlich ihre Geschichten erzählen. Ron Miscavige hat hier offen über sein Leben gesprochen, seine Fehler, und seine Familie. Ich hoffe er kann mit diesem negativen Thema irgendwann abschließen. Meine Bewertung: 5 von 5 Sterne!!!

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