Leserstimmen zu
Die entspannte Familie

Simone Kriebs

(2)
(2)
(0)
(0)
(0)
€ 17,99 [D] inkl. MwSt. | € 18,50 [A] | CHF 25,50* (* empf. VK-Preis)

Kinder als gleichwürdige Mitmenschen zu betrachten, ihnen mit Respekt zu begegnen und darauf zu vertrauen, dass sie sich ihren Fähigkeiten gemäß entwickeln, wenn der richtige Zeitpunkt da ist, sind die drei Grundpfeiler, die für ein entspannteres Miteinander sorgen. Das bedingt, dass sich die Eltern sich zuerst mit sich selbst beschäftigen, statt den Blick auf die Probleme beim Kind zu richten. Denn oft reagieren wir mit eingefahrenen Verhaltensmustern, statt in Ruhe eine Lösung für die aktuelle Situation zu finden. Sich mit den eigenen Reaktionen, Erfahrungen und Gefühlen auseinanderzusetzen ist deshalb oft zielführender, als am Kind herumzuzerren. Sich auch um die eigenen Bedürfnisse zu kümmern, trägt ebenso viel dazu bei, dass sich Eltern wohl fühlen und gelassener reagieren können. Zudem zeigt Simone Kriebs, dass das Familienleben für alle einfacher und entspannter sein könnte, wenn sich die Eltern mehr zurücknehmen und ihre Kinder öfters einfach machen lassen. Damit ist kein laissez-faire gemeint, sondern nur mehr Zurückhaltung bei alltäglichen Dingen. Wir müssen unseren Kindern nicht zeigen, wie das Puzzle "richtig" funktioniert, auch wenn es uns in den Fingern juckt. Es mag seltsam aussehen, wenn das Kind den Pullover verkehrt herum trägt, aber auch so hält er warm. Und auch wenn das Kind im Winter Sandalen tragen will: besser die warmen Schuhe und Socken mitnehmen, statt sich auf einen größeren Machtkampf einzulassen, Kinder müssen Fehler machen und erfahren dürfen, auch wenn wir Erwachsenen das schon besser wissen. Etwas gestört haben mich die vielen Verallgemeinerungen. Ich weiß, dass Gene vs. Umgebung ein riesiges Thema ist, wenn es darum geht, wie sich Kinder entwickeln. Aber fast NUR auf die Umgebung (sprich die Eltern) zu setzen finde ich ziemlich eigenartig. So hängt es eben beispielsweise durchaus auch vom Charakter des Kindes ab, wie es Gefühle äußert, nicht nur vom Vorbild der Eltern. Solche Beispiele finden sich häufig im Buch. Daran stört mich vor allem, dass damit indirekt alle Verantwortung den Eltern aufgebürdet wird. Es gibt leider auch bei aller Gelassenheit, Zurückhaltung und Selbstreflektion der Eltern kein Patentrezept, das ein entspanntes Familienleben wirklich garantiert.

Lesen Sie weiter

Ich erwarte zurzeit mein erstes Kind und möchte natürlich für die Tücken der Erziehung gewappnet sein, so gut es eben geht. Daher kam diese Lektüre grade recht. Ich bin ein entspannter, eigentlich nie gestresster Mensch und hoffe sehr, etwas von dieser Gelassenheit auf mein Kind übertragen zu können. Aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass mir das nicht immer gelingen wird und daher war ich auf der Suche nach Tipps. Und diese Tipps habe ich in diesem Buch gefunden. Das Buch ist in 4 große Kapitel unterteilt: 1. Was unsere Kinder brauchen 2. Was man über das Gehirn zum Thema Erziehung wissen muss 3. Stolpersteine in Familien 4. Anregungen für eine entspannte Familie Die Autorin berichtet aus ihrem Erziehungs- sowie ihrem Praxisalltag. Sie führt Beispiele auf, wie man mit bestimmten Situationen souverän umgeht. Alles in allem verfolgt sie gute Ansätze, da sie Kinder als individuelle Persönlichkeiten mit eigenen Bedürfnissen wahrnimmt und auch so behandelt. Kinder sind soziale Wesen, die auf ihr Umfeld reagieren, so beschreibt es die Autorin. Gängige Erziehungsmodelle, die ihren Fokus auf eine autoritäre Hand legen, werden hier ausgehobelt. Es geht um ein respektvolles Miteinander und nicht um ein Gegeneinander oder gar Führung "von oben herab"! Warum sollten Kinder nicht die gleichen Bedürfnisse haben, wie die Eltern, und diese auch mal ausleben dürfen? Selbstständigkeit, ein gewisses Maß an Selbstbestimmung sowie Selbstbewusstsein sind dabei die Schlagwörter. Fehler machen zu dürfen und sich Fehler auch eingestehen, auch und vor allem als Eltern. Was geht in einem Kind vor, wenn es eine schlechte Note nach Hause bringt? Wenn es ständig von den Eltern herumkommandiert wird? Hier wird die Sicht des Kindes respektiert. Das Buch verfolgt gute Ansätze und wird dem ein oder anderen sicherlich helfen, das Kind als mündiges und eigenständiges Individuum zu betrachten, was es gilt, sanft anzuleiten und nicht mit harter Hand in eine Form zu pressen, in der man es gerne hätte. Denn das funktioniert nicht. Wertschätzung, Liebe....auch, wenn es mal nicht so "läuft"! Jedoch kann ich nicht alles so unterschreiben, was hier an Lösungsvorschlägen gemacht wird. Da ich schlichtweg glaube, dass das Kind im späteren Leben an seine Grenzen stößt, wenn die Eltern ihre Führungsrolle zu sehr lockern. Grade in unserer Leistungsgesellschaft kann man sich manche Dinge einfach nicht erlauben und das sollte man als Kind schon lernen. Sonst bleibt man auf der Strecke, schlimm genug eigentlich. Aber trotzdem rate ich jedem (auch zukünftigen) Elternteil, dieses Buch zu lesen. Die Kernaussage könnte man auch so formulieren: "Einfach mal Fünfe gerade sein lassen!"

Lesen Sie weiter