Leserstimmen zu
Am Abgrund

Michael Grumley

Breakthrough-Serie (3)

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Sprechende Delphine und ein Gerät (ISIS), das als Dolmetscher zwischen Delphinen und Menschen seinen Dienst einigermaßen verrichtet. Stephen Caesare auf harter Mission direkt zu Beginn des neuen Abenteuers der Gruppe von Ermittlern und Wissenschaftlern der „Breakthru-Reihe“, deren dritter Band hier vorliegt. Die Mafia mischt mit, Super-Reiche sind auf dem Weg, eine besondere Affenart zu finden, von der man sich ein zumindest stark verlängertes Leben verspricht. Chinesische Kriegsschiffe in der Nähe des Ortes, an dem man eine Population dieser Affenart vermutet. Ein versenktes Forschungsschiff, dass diesem Ort zur falschen Zeit wohl zu nahekam. Und neben diesen Action-Sequenzen, gefolterten Opfern und grübelnden Offizieren dann auch Szenen wie jene mit dem überaus kranken Mädchen, dass engen Kontakt zu den beiden Delphinen erhält. Und ein gut versteckter und gesicherter Raum übervoll mit Samenkapseln, die für längere Zeit zunächst nur Rätsel aufgeben und wohl nicht von „dieser Welt“ sind (oder doch?). Durchaus abwechslungsreich gestaltete Crumley seinen neuen Science-Thriller, in dem einerseits vieles über Evolution und Gentechnik, über Neurowissenschaften und einem tieferen Verständnis der Tierwelt neben Action und Spannung. Wobei der temporeiche Zug, den der Anfang des Thrillers vermittelt, sich nicht durch die gesamte Lektüre zieht. Breiten Raum räumt Crumwell sowohl der vertiefenden Charakterisierung seiner Protagonisten ein (obwohl diese aus den Vorgängerbänden bereits durchaus auch differenziert bekannt sein dürften) und bietet ebenso teils zu lange Passagen, um das Tempo hochzuhalten, über die wissenschaftlichen Hintergründe. So wirkt insgesamt die Handlung dieses dritten Teils der Reihe doch auch breit ausgezogen, Was am Ende aufgrund der realistischen Schilderungen und einiger überraschender Wendungen dennoch eine sprachlich gut erzählte, anregende Unterhaltung bietet.

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Mitten im Arktischen Ozean wird auf einer einsamen Insel eine geheimnisvolle Kammer entdeckt, in der sich mysteriöse Samenkapseln befinden. Genauere Untersuchungen ergeben, dass es sich dabei um etwas Außerirdisches handeln muss. Ermittler John Clay und die Meeresbiologin Alison Shaw wollen zusammen mit Freunden, Helfern und natürlich den Delphinen Sally und Dirk das Geheimnis enträtseln. Und sie stoßen dabei auf unglaubliche Erkenntnisse, die sie an der gängigen Theorie der Evolution zweifeln lassen … . Es geht also weiter mit Alison Shaw und den sprechenden Delphinen Sally und Dirk. Nach „Breakthrough“ und „In der Tiefe“ liegt nun der dritte Teil der Serie vor, der wissenschaftliche Aspekte und spannende Abenteuer geschickt vermischt. Die Handlung schließt nahtlos an das Ende des zweiten Teils an, so dass man nicht lange braucht, um wieder mitten im Geschehen zu sein. Michael Grumley widmet sich in diesem Band leider wieder mehr politischen Geschehnissen und richtet sein Augenmerk auf Spionage und dergleichen. Mir fehlten da schlichtweg die weitaus besseren Szenen, in denen es um die „sprechenden“ Tiere und die wissenschaftlichen Belange ging. Denn dann las sich das Buch wieder, wie schon bei den vorherigen Teilen, wie ein Abenteuer aus der Feder eines Michael Crichton. Die Agentenstory hingegen zog sich, zumindest aus meiner Sicht, immer etwas in die Länge, so dass ich es kaum erwarten konnte, wieder zurück zu Alison Shaw und ihren Delphinen zurückkehren zu können. „Am Abgrund“ kann, wie bereits Band 2, das Niveau und den Spannungsbogen des ersten Teils nicht halten, was aber nicht bedeutet, dass das Buch schlecht ist. Grumley musste die Handlung mehr ausdehnen, um auch noch Folgebücher füllen zu können, denn er hat bereits die Teile 4 und 5 veröffentlicht. Insgesamt ergibt sich dennoch nach Abschluss des dritten Bandes ein rundes Gesamtbild, das den Leser zufriedenstellt. Ich war allerdings etwas irritiert, als am Ende des vorliegenden Bandes plötzlich von einer Person namens Palin die Rede, die die ganze Zeit nie erwähnt wurde. Ganz schwach klingelte es bei mir, als ich den Namen las und ich konnte mich dann auch glücklicherweise wieder erinnern, um wen es sich dabei handelte. Da hätte Grumley bereits auf den ersten Seiten des dritten Bandes den Faden bezüglich dieser Person wieder aufnehmen sollen, um den Handlungsstrang verständlicher zu machen. Denn man hatte tatsächlich vergessen, dass es Palin gab. 😉 Wie schon in den ersten beiden Bänden konnten die Beschreibungen und Szenen bei mir absolut punkten, in denen es um die Kommunikation mit Tieren ging. Diese Stellen waren sehr stimmungsvoll und verschafften mir immer wieder aufs Neue eine heimelige Atmosphäre, in der ich mich sehr wohl fühlte. Da hätte ich mir einfach mehr davon gewünscht, um den wissenschaftlichen Abenteuercharakter des Plots mehr herauszuheben. Aber Grumley hat sich wohl für den actionreicheren Weg entschieden, der zwar auch nicht schlecht ist, aber auf mich nicht innovativ genug wirkte. Da hätte der Gesamthandlung und -stimmung mit Sicherheit eine etwas ruhigere Gangart gut getan. Aber da sind die Geschmäcker wohl einfach zu verschieden und Grumley wollte sich wahrscheinlich auf die sichere Seite begeben und dem Publikum auch Action bieten. „Am Abgrund“ bietet auf jeden Fall solide und spannende Unterhaltung in bester Pageturner-Manier, denn man kann das Buch einfach schlecht aus der Hand legen. Das liegt zum einen am wirklich sehr flüssigen Schreibstil und zum anderen an den relativ kurz gehaltenen Kapiteln, so dass man sich immer wieder dabei erwischt, „nur noch ein weiteres Kapitel“ zu lesen. 🙂 Ich hoffe wirklich sehr, dass Heyne die Breakthrough – Reihe weiter fortsetzt, denn die Protagonisten, die Delphine und die Gorilla-Dame Dulce sind mir im Laufe der drei Bücher sehr ans Herz gewachsen. . Fazit: Spannender dritter Teil der Breakthrough-Reihe, der eindeutig mehr auf Action setzt als die Vorgänger-Bände. © 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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