Leserstimmen zu
Acht Berge

Paolo Cognetti

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Italien, 1984: Der 11 jährige Pietro und seine Eltern fliehen über die Sommermonate vor der Tristesse der grauen, hektischen Großstadt Mailand in ein kleines Bergdorf namens Grana am Fuße des Monte-Rosa-Massivs. Für die Eltern ist es eine Rückkehr zu alten Erinnerungen an die Liebe zur Natur und ihre Ehe. Während Pietro Vater ruhiger und entspannter wird und der ganze Stress von ihm abzufallen scheint, blüht seine Mutter auf und beginnt Bekanntschaften im Dorf zu knüpfen. Pietro findet in dem gleichaltrigen Bruno zum ersten Mal einen richtigen Freund erkundet mit ihm die Welt um sich herum, während sein Vater jeden Morgen in der Früh in die Berge zum Wandern aufbricht. Ein Ritual, dem sich Pietro und später auch Bruno anschließen und das die Drei über Jahre hinweg begleitet und verbindet, auch als sich ihre Wege trennen und Pietro in die Welt hinauszieht, während Bruno in Grana bleibt.  Als Pietro als Erwachsener nach dem Tod seines Vaters wieder nach Grana zurückkehrt, erfährt er, dass Bruno und sein Vater immer noch dem alten Wanderritual gefolgt sind und nie den Kontakt verloren haben.  Pietro erkennt, dass sich in dem Dorf seiner Kindheit wenig verändert hat und dass auch die Freundschaft mit Bruno nie wirklich erloschen ist. „Acht Berge“ ist ein autobiographisch inspirierter Roman über Freundschaft und das Leben. Paolo Cognetti hat mit seinem dritten Werk einen bewegenden Roman über das Erwachsenwerden, die Bedeutung von Freundschaft und das Finden des eigenen Glücks geschaffen. Die detaillierten Beschreibungen der Natur und der Berge und was sie in den Menschen auslösen, geben dem ganzen Roman eine entspannte, ruhige Atmosphäre, die den Leser in den Bann zieht.  Ein berührendes Werk, das den Wert von Freundschaft und der Suche nach Heimat und Glück mit der Faszination, die die Berge umgibt, verbindet. Während des Lesens fühlt man mit den Charakteren, spürt ihre Ängste und Verzweiflungen, ihre Hoffnungen und folgt ihnen, wie sie ein Zuhause in den Bergen und Ruhe in der Natur finden.  Cognettis Schreibstil mag am Anfang etwas ungewohnt erscheinen, hat allerdings in Verbindung mit den detaillierten Beschreibungen und Einsichten eine unglaublich beruhigende Wirkung, die den Leser in die Natur und die Berge zu versetzen scheinen. Eines der schönsten und zugleich traurigsten Bücher, das ich je gelesen habe, obgleich es sehr schwer in Worte zu fassen ist, was dieser Roman empfindet lässt.

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Ein Hoch auf die Fiktion. Sie vermag ist nicht nur, den Lesern über die Grenzen seiner kleinen Welt hinaus zu heben, sondern auch den Autor. Acht Berge von Paolo Cognetti behandelt genau die gleichen Themen, wie auch der von mir nicht gut aufgenommene Reisebericht Gehen, ohne je den Gipfel zu besteigen. Besonders den Antagonismus von Bergsteigen als Eroberung und in-den-Bergen-Sein als Lebenserfahrung. Während aber in Gehen, ohne je den Gipfel zu besteigen das eine dem anderen als westlich gegen östlich gegenübergestellt wird, womit vor allem kolonialer Kitsch reproduziert wird, gibt es hier zahlreiche Spielarten dieser Verhältnisse zum Gebirge, die auf ein größeres Ensemble an Charakteren ausgeteilt werden. Pietro ist der Sohn eines passionierten Bergsteigers, seine Kindheit verbringt er zwischen Mailand und Sommern in einem kleinen Bergdorf, wo er Bruno kennenlernt, der gänzlich dort oben lebt. Die väterliche Aufstiegs-Geilheit lernt er hassen, mit Bruno, der mit Ach und Krach die Hauptschule abschließt, verbindet den späteren Dokumentarfilmer eine lebenslange Freundschaft. Sie verlieren sich aus den Augen, dann erbt Pietro vom Vater eine heruntergekommene Hütte, die die beiden von Grund auf neu aufbauen. Und Pietro, der den Vater praktisch aus seinem Leben ausgeschlossen hat und damit unwissend reproduzierte, was dessen Vater mit seinem Sohn getan hat, erfährt dabei, dass dieser Vater in den vergangenen Jahren stattdessen Bruno eine sehr hilfreiche Vaterfigur war. Alles, was Gehen, ohne je den Gipfel zu besteigen so kitschig machte, wird hier als Figurenperspektive plausibel, psychologisch, und damit auch gleichzeitig fragwürdig. Gipfel erobern zu wollen ist eben keine westliche Eigenschaft, sondern die des Vaters. Bruno, dem die Alpen Lebensraum sind, kann damit genauso wenig anfangen wie Pietro, dessen Hinwendung zu einem anderen Verhältnis zu den Bergen aber gleichzeitig auch als Abwehr des Vaters verstanden werden kann. Und ein noch einmal anderes Verhältnis zum Gebirge, auch wenn das eher eine Nebenrolle spielt, zeigen die Mütter der beiden Protagonisten. Acht Berge ist ein lesenswertes Buch, das untersucht, was man „Heimat“ nennen könnte, wie sich das Verhältnis dazu entwickelt, und das interessante Konflikte durchweg durch Handlung aufbereitet. Dazu beschreibt es die Welt der Alpen zwischen den frühen 80ern und heute in mitreißender Schönheit und macht die Wandlungen deutlich, die diese Region u.a. durch den Tourismus erfahren hat. Nur der letzte Teil spielt dann ein bisschen zu sehr ins Biografische, wenn Cognetti etwas bemüht versucht, alle Handlungsstränge zu einem befriedigenden Abschluss zu bringen. Dennoch. Acht Berge ist ein Lektüre, mit der man wenig falsch machen kann.

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Schon nach den ersten Seiten war ich von diesem Buch begeistert. Es ist einfach wunderschön und schlicht geschrieben aber zugleich endlich mal wieder ein kleines literarisches Meisterwerk. Man taucht sofort in diese Geschichte ein. Man wird ruhig und ehrfürchtig. Jeder Satz aufgesaugt, denn man liest so etwas einzigartiges nicht sehr oft. Ich hab es geliebt Pietro und Bruno als Kinder zu begleiten. Zwei Einzelgänger die eine wunderbare Freundschaft entwickeln. Eine tiefe Freundschaft die Zeit und Entfernung überdauert. Der eine ruhelos, der andere zu Hause. Beide voller Träume und Hoffnungen. Beide gezeichnet vom Leben. Eine Geschichte über Freundschaft, Familie, Einsamkeit und die Faszination der Berge. Ganz klar, dieses Buch ist nicht für jedermann. Wer Unterhaltung sucht sollte einen Bogen um das Buch machen. Wer aber mal wieder etwas tiefsinniges lesen möchte, dem kann ich Acht Berge nur ans Herz legen.

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etwas zäh

Von: tuelpchen1987 aus Rheinland-Pfalz

01.02.2019

Mir ist es schwer gefallen das Buch zu Lesen. Auch wenn es sehr interessant und tiefgründig ist, war es meist doch nur Fad und zäh. Das Buch ist in der ich Perspektive aus Pietros Sicht geschrieben. Es geht um Pietro und Bruno und das Leben. Oft muss man sich im Leben für einen Weg entscheiden und diesen muss jeder für sich wählen. Im Leben von Bruno und Pietro geht es darum den für sich besten Weg auszusuchen, der auch glücklich macht. Es geht viel um die Berge, Wälder, Schnee und die Natur. Es ist ganz bezaubernd erklärt und man fühlt sich in die Umgebung hineinversetzt. Für mich hat das Buch dennoch zu wenig Wendungen und es passiert einfach nichts. Auch wenn es wunderbar geschrieben ist, ist es mir schwer gefallen es zu Ende zu lesen da es mir zu eintönig war.

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"Vermutlich war schon damals klar, dass ich ihm überallhin folgen würde." (Seite 31) Im Juli 1984 kommt der 11-jährige Pietro zum ersten Mal nach Grana, einem kleinen Dorf in den Alpen, wo nur noch 14 Personen leben. Er bleibt den Sommer über mit seiner Mutter auf einem kleinen Hof und freundet sich mit Bruno an, der täglich die Kühe hütet und mit dem er bald die Umgebung auskundschaftet. Bruno ist das einzige Kind in Grana, und auch für Pietro ist die Tatsache, dass er einen Freund hat, neu und ungewohnt. Der gemeinsam verbrachte Sommer in Grana sowie das Wandern und Bergsteigen mit Pietros Vater werden bald zu einer festen Größe im Leben der beiden Freunde. Nach ihrer Jugend entfernen sich Bruno und Pietro voneinander, und erst nach dem Tod von Pietros Vater lebt der Kontakt zwischen den beiden Freunden wieder auf, denn Pietros Vater hat seinem Sohn ein Grundstück in Grana vererbt und ein Haus entworfen, das Bruno, der als Maurer arbeitet, und Pietro schließlich gemeinsam bauen. Ich empfand den Einstieg in den Roman als recht bildgewaltig, und vor allem, wenn man die Alpen bereits bereist hat, kann man sich die Schauplätze perfekt vorstellen. Paolo Cognetti erzählt zudem auf eingängige und eindringliche Weise von der Freundschaft zwischen Pietro und Bruno sowie von der Beziehung zwischen Pietro und seinem Vater. Ich hatte beim Lesen oft den Eindruck, das Buch ist ein Art männlicher Gegenentwurf zu Elena Ferrantes Neapolitanischer Saga, die ich sehr mag, und wie bei Ferrante blieb für mich auch bei ‚Acht Berge‘ lange unnachvollziehbar, was die beiden Jungen verbindet, was ihre Freundschaft ausmacht. Mir haben einzelne Passagen des Buches sehr gut gefallen, und der Roman bietet spannende Impulse über Freundschaft, Heimat, Glück und Verlust, aber wirklich gefesselt hat mich ‚Acht Berge‘, das sich schnell und flüssig liest, nicht, und das Buch hat es nicht geschafft, mich emotional mitzureißen oder mich aufzuwühlen. So kann ich zwar sagen, dass ich den Roman nicht ungern gelesen habe, dass ich mir aber durchaus mehr von der Lektüre versprochen hatte. Paolo Cognetti: Acht Berge. Aus dem Italienischen von Christiane Burkhardt. Penguin Verlag, 2018, 272 Seiten; 10 Euro.

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Acht Berge ist eine bewegende Geschichte über eine unerschütterliche Freundschaft, einen Aufbruch ins Ungewisse und die Sehnsucht nach Heimat. Ich bin mir sicher, dass dieses Buch für jeden Leser etwas sein könnte, der gerne Romane liest, denn Paolo Cognetti schreibt sehr bewegend und sehr fesselnd. Ich konnte mich der Geschichte nicht entziehen und habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Die Liebe zur Natur spielt eine große Rolle, ebenso die große Welt der Gefühle. Was mir besonders gut gefallen hat, war, dass die Freundschaft von Bruno und Pietro und auch die Beziehung von Pietro zu seinem Vater haben auf mich sehr echt und glaubwürdig gewirkt. Das mag auch daran gelegen haben, dass sich die Figuren generell sehr authentisch benehmen. Hier wirkt nichts aufgesetzt oder erfunden und schon gar nicht konstruiert. Solche Beziehungen wünsche ich mir in unserer doch sehr schnelllebigen Zeit viel öfter. In diesem Zusammenhang fand ich es besonders erfrischend, dass in der Geschichte keine modernen Techniken auftauchen, die auf der einen Seite vieles einfacher machen, aber uns auch ständig erreichbar sein lassen. "Acht Berge" bietet daher eine willkommene Abwechslung und eine herrliche Flucht aus unserem Alltag. Die Geschichte regt zum Nachdenken an und lässt den Wunsch aufkommen, sich selbst auf eine einsame Berghütte zurückziehen zu wollen. Fazit: Eine leise Geschichte, die ganz laut ruft.

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Inhalt: Pietro zieht mit seinen Eltern in ein Dorf in die Berge und findet dort seinen wahren Freund. In der Kindheit erlebt er sehr viel mit ihm aber auf dem Weg zum Erwachsen werden trennen sich ihre Wege. Doch Pietro kehrt immer wieder in das kleine Bergdorf zurück, kann so eine Freundschaft bestehen bleiben ? Autor: P. Cognetti wurde 1978 in Mailand geboren. Er hat Mathematik studiert und machte noch einen Abschluß an der Filmhochschule. Drehte einige Dokumentarfilme und jetzt widmet er sich voll und ganz dem Schreiben. Seine Sommer verbringt er am liebste in Aostatal in 2000m Höhe. Rezension: Als erstes muß ich sagen, meine Aufmerksamkeit bekam dieses Buch durch dieses wunderschöne Cover. So idyllisch und beruhigend das man es ständig anschauen möchte. Der Inhalt konnte mich dann aber nicht so sehr überzeugen. Pietro erlebt mit Bruno einige Abenteuer und geht oft mit seinem Vater in den Bergen wandern. Er merkt aber um so älter er wird, das ihn das Leben im Dorf und nur auf Wanderschaft gehen nicht komplett erfüllt und will in der Welt seine Abenteuer suchen. Ich weiß nicht ob es an der Wortwahl, den kurzen und knappen Dialogen oder der allgemein etwas unspektakulären Handlung gelegen hat, ich bin nicht warm geworden mit diesem Buch. Es war die Rede von großen Emotionen und Metaphern, aber ich hab davon leider nichts gespürt. Vor allem bei dieser doch so großen intensiven Freundschaft hatte ich den Eindruck das sie nicht wirklich etwas voneinander wissen. Die Schilderung der Landschaft hat alles noch ein wenig herausreißen können. Ich finde es immer traurig, wenn ein Buch so gehypet wird und dann entspricht es nicht meinen Erwartungen. Für mich sollte ein Buch auch immer ein klitzekleines bisschen zum Nachdenken anregen. Dieses hat es leider nicht getan. Jemand anders wird genau das Gegenteil darin sehen. Und das ist gut so, denn Geschmäcker sind verschieden. Wer also auf der Suche nach einem sehr, sehr ruhigem Buch, mit wenig Dialogen ist liegt hiermit nicht falsch.

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Acht Berge

Von: Feyza (FOEZ)

22.09.2018

Heute melde ich mich wieder einmal mit einem tollen Buchtipp zurück. Acht Berge von Paolo Cognetti hat mich mit seiner stillen Atmosphäre in den Bann gezogen, zu einer Zeit in der ich diese Ruhe gebraucht habe.. Es geht hauptsächlich um die Freunde Pietro und Bruno die sich seit Kindestagen kennen und viel Zeit miteinander in den Bergen verbracht haben. Doch es kommt die Zeit in der Pietro in die Stadt zieht und die Berge, seine Heimat verlässt. Die beiden Freunde treffen zwar im Laufe ihres Lebens immer wieder aufeinander, doch erst als Pietros Vater stirbt begegnen sie sich für diesen Roman erneut.. Ich fing an zu lesen und war sofort hin und weg, ich war versunken in diese Geschichte, in die Zeit und in diesen Ort. Auch ich hatte trotz dass ich ein Stadtkind war, eine naturverbundene Kindheit. Meine Eltern kommen aus der Türkei, aus der Nähe von Kappadokien, wo es die Feenberge gibt und auch sonst sehr steinige Berge, auf die ich als Kind mit Freunden immer wieder geklettert bin um uns oben Legenden und Geschichten zu erzählen oder Picknicks zu machen. Ich fand es so faszinierend, wie Cognetti detailliert die Bergwelt beschreibt, sodass man das Gefühl kriegt dabei zu sein, es selber gerade zu sehen und zu erleben.Man riecht das Gras und die Wälder, die Erde, den Gebirgsbach, man spürt die Kälte und friert, man fühlt sich einfach lebendig.. und an diesem wunderbaren Ort wird von einer Männerfreundschaft.. oder einfach nur „Freundschaft“ erzählt, die man nicht so leicht vergessen wird. Doch neben dieser Freundschaft wird uns auch ein sehr realistisches Vater-Sohn Verhältnis offengelegt, die wirklich interessant ist. Sehr bewegend, schon fast melancholisch erzählt uns Cognetti was im Leben wirklich zählt und lässt einen nachdenken.. Wir haben hier keine technischen Geräte wie Smartphones und Laptops etc, die dort (wie auch hier) eigentlich keiner zum echten Leben braucht. Zumindest in „Acht Berge“ wird das Leben so gelebt, wie wir es wohl nirgends mehr haben werden.. es ist ein wunderbarer Roman der in einer ruhigen, heilen Welt spielt. Ich möchte hier gar nicht viel verraten, es war ein schönes Buch, einfach ein schönes Buch und nein es ist nicht immer alles ohne Probleme, es geht um das wahre Leben und es tut gut davon auch mal zu lesen. Liebe Grüße Feyza

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