Leserstimmen zu
Der Wasserdieb

Claire Hajaj

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Claire Hajajs Roman "Der Wasserdieb" erschien bereits 2017 im Blanvalet Verlag. Der Ingenieur Nick zieht nach dem Tod seines Vaters von England nach Afrika, um dort ein Kinderkrankenhaus zu bauen. Seine Verlobte Kate lässt er in London zurück. Er beginnt eine Affaire, erkennt wie die Bevölkerung unter der Korruption durch den Gouverneur zu leiden hat und baut als gutgemeinte Tat einen Brunnen, was ihm schwerwiegende Probleme einbringt. Nachdem ich "Ismaels Orangen" gern gelesen habe, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen. Die Inhaltsangabe ist vielversprechend und die Thematik mit Brunnenbau in Afrika hat mich interessiert. Doch bei diesem Roman habe ich lange gebraucht und musste mich regelrecht zum Weiterlesen zwingen. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven beleuchtet, was für einen tiefen Einblick sorgen könnte. Einmal erzählt der Engländer Nick, dann wieder Jojo, der Sohn der Gastfamilie. Seine Sichtweise ist mir ziemlich fremd geblieben und es war auch nicht immer deutlich, wer gerade den Erzählton angibt. Nick ist ein junger Mann, der von Schuldgefühlen geplagt wird, doch kaum in Afrika angekommen, stürzt er sich in eine Affaire, was weitere Gewissensbisse nach sich zieht. Außerdem glaubt er, die Korruption mit eigenem Handeln unterbinden zu können, doch das ist eine naive Einstellung und eine falsche Entscheidung. Sein eher unüberlegtes Handeln bringt ihm Schwierigkeiten, für die ich nur wenig Verständnis habe und deshalb konnte ich auch nicht mit ihm mitfühlen. Die eigentliche Handlung ist in diesem Roman schwer zu verfolgen, denn viele überflüssige Szenen sorgen für eine Ablenkung von den wesentlichen und wichtigen Dingen im Plot. Dabei hätte die Idee, die hinter dieser Story steckt, durchaus hochbrisantes Material für einen packenden Roman bereitgehalten. Wasserknappheit und Brunnenbau, ein neues Krankenhaus für afrikanische Kinder, hier glaubt man, von Hilfsprojekten zu erfahren, was aber nur unwesentlich stattfindet. Ich habe nicht einmal herausgefunden, in welchem Land Afrikas wir uns befinden und damit fehlt mir auch jede Orientierung für die Charaktere und Vorgänge. Wie schwer es die Afrikaner in ihren Ländern haben, gegen die Korruption anzugehen, weiß man und liest es auch in diesem Buch. Die Probleme afrikanischer Länder im Bereich Wasserversorgung, Unterversorgung von Krankenhäusern und unzureichendem Gesundheitswesen beschreibt die Autorin realistisch. Und dennoch gab es viele langatmige und unverständliche Vorgänge, die mich abgelenkt haben und mit den Protagonisten konnte ich ebenfalls nicht viel anfangen. Bei der Beschreibung von Religion zeigt sich deutlich die tiefe Verwurzelung der Afrikaner in ihren Geisterkult. Trotz der interessanten und aktuellen Probleme, die den afrikanischen Kontinent betreffen, konnte mich die Umsetzung dieses Buches nicht überzeugen und mitnehmen. Einige Längen und unverständliche Szenen haben es mir sehr schwer gemacht, am Ball zu bleiben und das Buch ohne große Pausen zu lesen.

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Der Wasserdieb erzählt die Geschichte des englischen Ingenieurs Nick, der vom afrikanischen Govaneur den Auftrag erhält, in Afrika ein Kinderkrankenhaus zu erbauen. Schon nach kurzer Zeit in Afrika gerät er zwischen alle Fronten! Zum einen verliebt sich Nick in die Frau des Govaneurs und er beginnt mit Magarethe eine Affäre die schnell droht aufzufliegen und auch die Kinder von Magarethe in Gefahr bringt. Zudem durchschaut Nick seinen korrupten Arbeitgeber und beschließt den Machenschaften seines Chefs nicht länger tatenlos zuzusehen. Den der lässt die Bevölkerung nicht das vorhandene Trinkwasser nutzen sondern bindet die Bevölkerung an teuer angelifrte Trinkwasserrationen aus einer anderen Region. Nick beschließt nun auf eigene Faust neben des Baus des Kinderkrankenhauses auch einen Trinkwassernrunnen zu bauen damit die Bevölkerung kostenlos mit Trinkwasser versorgt werden kann..... Meine Meinung zum Buch: Diese Geschichte lässt einen tiefen Einblick in die politische Situation in Afrika gewähren und auch die revolutionäre Stimmung in der Bevölkerung spüren. Beim lesen fühlt man sich als Leser hautnah in die Geschichte integriert am Ort des Geschehens und kann die Stimmung der Bevölkerung und derer Gefühle spüren. Für mich zählen die Bücher von Claire Hahaha zur anspruchsvollen Literatur unserer Zeit, die einem das deutliche Zeichen zukommen lässt das sich in diesem Land in der politischen Einstellung dringend etwas ändern muss und zeitgemäßer werden muss!

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Nicks Vater wollte immer, dass sein Sohn Arzt wird und somit in seine Fußstapfen tritt und den Menschen in seiner Umgebung hilft und Gutes für sie tut. Doch Nick sträubte sich gegen das Schicksal seines Vaters und wurde schließlich Ingenieur, was zu keinem guten Verhältnis zwischen ihm und seinem Vater führte. Als sein Vater schließlich stirbt, beschließt Nick, ein Jahr nach Afrika zu gehen und den Menschen dort zu helfen und Gutes zu tun, genau wie sein Vater das immer wollte. Doch als er in Afrika ankommt, muss er schnell merken, dass die Welt dort ganz anders aussieht. Korruption, Verrat und Hoffnungslosigkeit bestimmen dort den Alltag. Auch die Kinder lernen dort schnell, nach diesem System zu leben und sich daran anzupassen. Als Nick herausfindet, dass die Menschen dort vor allem daran leiden, dass sie auf teure Wasserlieferungen angewiesen sind und zwar viel Geld in die Regierung fließt, aber dabei für die Bevölkerung nichts übrig bleibt, greift sich Nick ein Teil des Geldes und will selbst einen Brunnen für die Menschen bauen. Doch dabei bedenkt er nicht die Folgen, die diese Tat für ihn und für all die Menschen, die ihm in Afrika ans Herz gewachsen sind, haben könnte… Nick war ein Charakter, der sich mir nicht ganz erschließen konnte. Für mich war er ein sehr komplizierter Mann, der ein wenig zu Übertreibung neigt, beispielsweise hätte er ja auch einfach in London sich als ehrenamtlicher Helfer bei einigen Organisationen melden können, statt seine Verlobte für ein Jahr sitzen zu lassen und auf einen anderen Kontinent zu fliegen. Ich konnte nie wirklich eine Verbindung oder Sympathie zu ihm Aufbauen, was meiner Meinung nach sehr schade ist, da mir das Buch eigentlich schon im Großen und Ganzen gefallen hat. Der Schreibstil war fließend und hat dem Leser gut geholfen, durch die Geschichte zu kommen. Allerdings gab es teilweise stellen, die wirklich zu detailliert beschrieben waren, was mir auch ein wenig den Wind aus den Segeln beim Lesen genommen hat. Ich empfehle „Der Wasserdieb“ von Claire Hajaj jedem, der gerne Bücher über Afrika ließt und der nach einer Geschichte sucht, die mit großer Wahrscheinlichkeit auch noch in ein paar Jahren im Gedächtnis bleiben wird. Meine Bewertung: 3/5

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Erzählt wird dieser Roman in zwei Handlungssträngen: dem eines einheimischen Kindes und dem eines erwachsenen Entwicklungshelfers, der kurz vor seinem dreißigsten Geburtstag steht als er ankommt. Wenn jemand noch unbedarft ist und nur Gutes tun will in einer Region, die es allem Anschein nach nötig hat; Und dabei entdeckt, dass vor Ort einige Menschen korrupt sind, er selbst sich in jemanden verliebt und das Leben diesbezüglich zu locker nimmt - eben, wie zuhause -. Wenn dazu noch ein Kind kommt, dass diese Welt selbst zu verstehen und seinen Platz in der Gesellschaft sucht plus zu dem Fremden aufschaut. Dann hat man eigentlich schon einen Plot, der sich für einen Roman eignet. Claire Hajaj geht noch zwei Schritte weiter. Sie baut Katastrophen, ausgelöst durch die Affäre und das Gutmenschentum des Weißen mit ein. Beide sind für den Leser verständlich, sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite. Und sie bedrücken gewaltig. Man muss beim Lesen selbst etwas mitdenken, nicht alles offenbart sich auf den ersten Blick. Ich fand das Buch nicht einfach zu lesen und es ist kein Schmöker, der zum Hineinversinken einlädt. Aber es lohnt sich bis zum Ende dran zu bleiben, auch wenn das erste Viertel etwas zäh ist.

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