Leserstimmen zu
Zwingli und Luther

Walther Köhler

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„Zwingli und Luther – Ihr Streit über das Abendmahl nach seinen politischen und religiösen Beziehungen“ Band I und II, Walther Köhler. Es sind die großen Gedenkjahre der Reformation, die auch den Beginn des 21.Jahrhunderts kennzeichnen. 2017, die Thesenveröffentlichung von Martin Luther in Wittenberg gilt als Initialzündung der weitreichenden reformatorischen Prozesse in Theologie, Kirche, Politik und Gesellschaft. 2019 ist nun das Gedenkjahr an Ulrich Zwingli und sein umfangreiches reformatorisches Wirken. Am 1.Januar 1519 trat der aus einfachen Verhältnissen stammende und in der Schweiz 1484 geborene Priester, der eine gute theologische wie humanistische Ausbildung (Studien in Wien, Basel) besaß sein Amt am Großmünsterstift in Zürich an. Der ambitionierte Priester verfügte auch über eine umfangreiche Privatbibliothek und war der griechischen Sprache mächtig, die ihn seine Predigtschwerpunkte des Neuen Testamentes tiefgehend vorbereiten ließ. Im Zuge der folgenden Jahre kam es zu grundlegenden Veränderungen des religiösen wie gesellschaftlichen Leben in Zürich, an denen Zwingli wesentlichen Anteil hatte. Kirche, Bildung und Stadt bekamen ganz neue Formen, die noch heute die reformierte Tradition (benannt nach Ulrich Zwingli und Johannes Calvin) der evangelischen Kirche prägen. Zum reformatorischen Anspruch Martin Luthers gibt es nun Parallelen (etwa die Bedeutung und Maßgabe der Schrift/Bibel wie die Ablehnung des Zölibates und das geschlechtsoffene Predigtamt) aber auch wesentliche Unterschiede, etwa im Verständnis des Kirchenraumes (strenges Bilderverbot in der reformierten Tradition) oder im Sakramentsverständnis das Abendmahl betreffend. Letzteres kann als theologische Mitte wie Grenze der Begegnung und Zusammenarbeit der beiden Reformatoren Zwingli und Luther gesehen werden über die sie nicht hinaus konnten und die auch in Gesprächen nicht überwunden werden konnte. Hier trafen wesentlich die Theologen in einem sakramentalen Streitpunkt aufeinander, dessen Hintergründe aber weitreichender gewesen sein dürften, die in diesem Thema aber fokussierten. Der evangelische Theologe Walther Köhler (geb.1870 in Elberfeld/Wuppertal -1946, Heidelberg) war einer der bedeutendsten Kirchenhistoriker des 20.Jahrhunderts. Sein Forschungsschwerpunkt war insbesondere die Reformationsgeschichte und dabei auch die theologischen Besonderheiten der evangelischen Konfessionen. 1924 (Band II 1943) erscheint sein bahnbrechendes wie umfangreiches Werk zum Abendmahlsverständnis Zwingli und Luthers, welches nun in einer zweibändigen Neuauflage des Gütersloher Verlagshauses 2017 als Reprint erschienen ist. Im Vorwort weist der Autor auf sein Ansinnen hin, einen Beitrag zum guten Miteinander zwischen den evangelischen Konfessionen leisten zu können – „…so wäre sein höchster Zweck erfüllt.“ Köhler legt seine Studie in zwei großen Schwerpunkten an, welche auch die Inhalte der zwei Bände markieren. Der Autor thematisiert zunächst im Rückgriff auf umfangreiches Quellenstudium (Briefe, Traktate) die Genese und theologischen Prämissen des Abendmahlverständnisses von Ulrich Zwinglis wie es sich im Religionsgespräch von Marburg 1929 schließlich manifestierte. Ausführlich werden theologische Standpunkte und Ereignisse der Zeit dargestellt und erläutert. Beeindruckend dabei die umfassende Quellenbearbeitung und kontextuelle Aufbereitung. Besonders bemerkenswert ist auch die Analyse des theologischen wie gesellschaftspolitischen Umfeldes der beiden Reformatoren und ihrer Einflüsse und Spannungsfelder. Im Band II werden schließlich die unmittelbaren Argumente der Reformatoren beim Marburger Religionsgespräch 1529 dargelegt, die schließlich im Verständnis von Symbolik (Zwingli) und Realpräsenz Christi (Luther) zu unüberbrückbaren Trennlinien wurden. Köhler setzt auch hier einen umfassenden theologischen wie kirchengeschichtlichen Rahmen und stellt damit das theologische Gespräch in einen umfassenden Kontext der Folgeereignisse. Hervorzuheben ist zusammenfassend neben der fundierten theologisch-kirchengeschichtlichen Darstellung und Erläuterung eines der wesentlichen Kristallisationspunkte der Reformation die kontextuelle Vermittlung und narrative Kraft des Autors, welche ein anspruchsvolles theologisches Thema gut lesbar wie spannend aufbereitet. „Ein wesentliches Stück Reformations-, Theologie- und Weltgeschichte in kompakter wie spannender Form aufbereitet und erzählt.“ Walter Pobaschnig, Wien 5_2019 https://literaturoutdoors.com

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