Leserstimmen zu
Sex und Lügen

Leïla Slimani

(12)
(3)
(0)
(0)
(0)
Paperback
€ 12,00 [D] inkl. MwSt. | € 12,40 [A] | CHF 17,90* (* empf. VK-Preis)

Dieses Buch ist nicht nur eine Sammlung von Erzählungen. Es sind Erzählungen von sehr mutigen Frauen. Darüberhinaus öffnet es dem Leser die Augen über die marokkanische Kultur.
Unterschiedliche Frauen reden offen über ihre Gefühle, ihre Wünsche und Ängste.
Es ist dadurch entstanden, dass Menschen sich gewundert haben , dass Leïla Slimani, die in Marokko aufgewachsen ist,von einer Sex besessenen Frau erzählt in ihrem ersten Roman. Die Autorin hat dafür eine ganz einfache Erklärung:
"Für jeden, der in einer Gesellschaft lebt oder aufgewachsen ist, in der es keinerlei Freiheit gibt, seine Gefühle auszuleben, wird Sex unweigerlich zur Obsession, zur permanenten Zwangsvorstellung." (S.9)
 Meine Meinung:
 Mir war vorher bewusst, dass die marokkanischen Frauen unterdrückt werden und es nicht leicht haben. Nach diesem Buch jedoch habe ich das Gefühl, dass ich sehr blauäugig war und es in Wirklichkeit noch viel schlimmer ist.
 Ich finde es bemerkenswert , wie nüchtern der Schreibstil ist von Leïla Slimani. Mir würde es schwer fallen bei solch einem Thema nicht emotional zu werden. Doch genau das finde ich gut , denn es bleibt dem Leser überlassen zu entscheiden wie er zu dem Thema steht und fühlt. Man wird keineswegs beeinflusst. Jede Geschichte ist auf ihre eigene Weise ergreifend und berührend. Jede Erzählung hat mich berührt und sehr zum Nachdenken angeregt. Ich finde es traurig , dass im 21.Jahrhundert es noch Frauen gibt, die Angst haben ihre Meinung zu äußern, weil sie Angst haben dafür verurteilt zu werden. Ganz zu schweigen davon , dass eine alleinstehende Frau Schwierigkeiten hat eine Wohnung zu finden und zwar nicht weil sie schlecht verdient ( ganz im Gegenteil), sondern weil sie eine alleinstehende Frau ist.
Ich bewundere Leïla Slimani seit diesem Buch noch mehr und freue mich schon auf neue Bücher von ihr!

Lesen Sie weiter

Die meisten kennen Leïla Slimani durch ihren erfolgreichen Roman: "Dann schlaf auch du".
Nun möchte ich euch ein anderes Buch von ihr vorstellen. Es ist eine Art Sammlung von Erzählungen. Marokkanische Frauen erzählen über ihr Leben ohne Verschönerungen und sind dabei sehr ehrlich.

Inhalt:
Dieses Buch ist nicht nur eine Sammlung von Erzählungen. Es sind Erzählungen von sehr mutigen Frauen. Darüberhinaus öffnet es dem Leser die Augen über die marokkanische Kultur.
Unterschiedliche Frauen reden offen über ihre Gefühle, ihre Wünsche und Ängste.
Es ist dadurch entstanden, dass Menschen sich gewundert haben , dass Leïla Slimani, die in Marokko aufgewachsen ist,von einer Sex besessenen Frau erzählt in ihrem ersten Roman. Die Autorin hat dafür eine ganz einfache Erklärung:
"Für jeden, der in einer Gesellschaft lebt oder aufgewachsen ist, in der es keinerlei Freiheit gibt, seine Gefühle auszuleben, wird Sex unweigerlich zur Obsession, zur permanenten Zwangsvorstellung." (S.9)
Meine Meinung:
Mir war vorher bewusst, dass die marokkanischen Frauen unterdrückt werden und es nicht leicht haben. Nach diesem Buch jedoch habe ich das Gefühl, dass ich sehr blauäugig war und es in Wirklichkeit noch viel schlimmer ist.
Ich finde es bemerkenswert , wie nüchtern der Schreibstil ist von Leïla Slimani. Mir würde es schwer fallen bei solch einem Thema nicht emotional zu werden. Doch genau das finde ich gut , denn es bleibt dem Leser überlassen zu entscheiden wie er zu dem Thema steht und fühlt. Man wird keineswegs beeinflusst. Jede Geschichte ist auf ihre eigene Weise ergreifend und berührend. Jede Erzählung hat mich berührt und sehr zum Nachdenken angeregt. Ich finde es traurig , dass im 21.Jahrhundert es noch Frauen gibt, die Angst haben ihre Meinung zu äußern, weil sie Angst haben dafür verurteilt zu werden. Ganz zu schweigen davon , dass eine alleinstehende Frau Schwierigkeiten hat eine Wohnung zu finden und zwar nicht weil sie schlecht verdient ( ganz im Gegenteil), sondern weil sie eine alleinstehende Frau ist.
Ich bewundere Leïla Slimani seit diesem Buch noch mehr und freue mich schon auf neue Bücher von ihr! Am 13.5 erscheinen zwei neue Bücher von ihr 😊.

Lesen Sie weiter

Sex und Lügen – Gespräche mit Frauen aus der islamischen Welt ist ein Sachbuch aus dem Jahr 2018, geschrieben von Leïla Slimani. Veröffentlicht wurde das Buch im btb-Verlag im Hause Randomhouse. Die gebürtige Marokkanerin beschäftigt sich mit einem der größten Tabuthemen der islamischen Gesellschaft, Sexualität, und deckt auf, welch unterschiedliche Rechte Männer und Frauen auch heute noch haben. Slimani gibt Frauen aus der islamischen Welt eine Stimme. Selbst aus Marokko stammend weiß sie genau, wie schwer es Frauen in dem Land ihrer Eltern haben, wenn es darum geht, offen zu ihrer Sexualität zu stehen. Wer sich als Frau allein auf die Sraße wagt, offen zu seinen Gefühlen steht und seine Partner frei wählt, bringt damit Schande über seine Familie. Die Gesetzeslage geht sogar so weit, das Homosexualität und Ehebruch mit Gefängnis betraft werden. Obwohl Religion in islamischen Ländern eine wichtige Rolle spielt und auch Frauen diese achten, gibt es eine große Zahl unter ihnen, die ein Doppelleben führen, um ihre Sexualität ausleben zu können. Die Autorin nimmt sich Zeit, um marokkanische Frauen unterschiedlichen Alters und ganz verschiedenen Sozialisationen, gänzlich ungefiltert und vorurteilsfrei Raum zu geben, ihre Erfahrungen mit Sexualität zu schildern. Die Erzählerinnen sind verschieden und haben doch eines gemeinsam: sie spüren eine tiefe Zerrissenheit gegenüber ihrem Land. Da ist zum Einen die Religion und Tradition und zum Anderen der drängende Wunsch nach Selbstbestimmung. Slimani gewährt wichtige Einblicke in die Regeln und Traditionen ihres Heimatlandes und prangert immer wieder die schizophrene gesellschaftliche Denkweise an. Marokko rangiert auf Platz fünf der Länder weltweit, die Pornografie konsumieren. Viele Männer im Land besuchen regelmäßig Prostituierte um ihre sexuelle Lust zu stillen, während Frauen das Recht auf freie Sexualität verwehrt bleibt. Diese Tatsache allein ist bezeichnend für die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Ein Umdenken muss stattfinden, damit es auch Frauen ermöglicht wird, sich frei zu fühlen, ihren ganz natürlichen, menschlichen Bedürfnissen nachzugehen. Insgesamt sind es sechzehn Geschichten von Frauen, die Slimani nieder geschrieben hat, die alle auf ihre eigene Weise wachrütteln und nahe gehen. Leïla Slimani beeindruckt durch ihre klaren Aussagen, ihre wichtige Botschaft und ihren unerschöpflichen Mut. Absolut ein Buch, das man gelesen haben sollte.

Lesen Sie weiter

Sex und Lügen ist eine Sammlung an persönlichen Gesprächen und Geschichten, sowohl von Frauen die konform mit der Gesellschaft, Religion und Kultur aus Marokko leben, als auch die sich von all dem befreit haben, nie streng erzogen wurden und schon von klein auf gelernt haben, dass eine Frau nicht weniger Wert ist als ein Mann. Frauen die in Vorsicht erzogen wurden und auch so weiterleben. Leïla Slimani bringt uns gleich in Ihrem Vorwort die gesellschaftliche und kulturelle Situation in Marokko näher und führt den Leser in die Problematik dieser Gesellschaft ein. Die Sexualität, der Körper und alles was eine Frau ausmacht wird von der marokkanischen Gesellschaft, der Religion und Politik - durch Gesetze - tagtäglich beeinflusst und eingeschränkt. Der leichte, lockere Schreibstil macht es dem Leser nur noch einfacher sich auf den Inhalt der Geschichte zu konzentrieren. Leïla Slimani gibt in ihrem Buch marokkanischen Frauen eine Stimme und bringt uns diese Kultur näher. Wir lernen von den familiären Strukturen und Erwartungen die an eine Frau gestellt werden. Von dem inneren Kampf darüber, diesen Erwartungen nachzugehen und dies zu erfüllen oder ein eigenes, selbständiges Leben zu führen. Es wird von arrangierten Ehen, häuslicher Gewalt, Unterdrückung, Hass, Angst und Schmerz berichtet. Die Erzählungen der Frauen sind sich alle sehr ähneln und dennoch nicht, denn jeder hat auf ihre eigene Art und Weise die Unterdrückung und Gewalt der Gesellschaft gespürt. Die Anzahl an Erzählungen und die Tatsache das Frauen aus den unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und Altersklassen betroffene sind, ist das schockierende an diesem Buch. Das verdeutlicht einmal mehr die Problematik auf die Leïla Slimani in ihren Buch aufmerksam zu machen versucht. Sex und Lügen ist eine berührende Sammlung an Geschichten, die man einfach gelesen haben muss. Erschreckend, leidvoll, tragisch und dennoch Realität für unzählige Frauen. Auch wenn man sich für die marokkanischen Frauen eine baldige Veränderung wünscht, scheint es als würde es keine Lösung geben. Sie selbst halten an ihren altbewährten Traditionen fest und vermitteln sie an die kommende Generationen, was einen Wandel und Veränderung nur noch schwerer macht.

Lesen Sie weiter

August 2016, Casablanca: der verheiratete siebenfache Familienvater Omar Benhamad und die verwitwete sechsfache Mutter Fatima Najjar werden von einer Polizeistreife in einem am Strand geparkten Auto in flagranti beim Ehebruch erwischt. Und das in einem Land, in dem „jede verheiratete Person, die des Ehebruchs überführt wird“ zwei Jahre Gefängnis riskiert. Das wirklich Delikate daran: der Professor für religiöse Studien und die Predigerin gelten als religiöse und moralische Instanzen in Marokko. Beide vertreten ultrakonservative Auffassungen – so erklärte Benhamad den Austausch von Liebesbekundungen auf Facebook zur Sünde, Najjar setzte schon das Lächeln einer Frau auf offener Straße mit "dem Geschlechtsakt" gleich. In „Sex und Lügen – Gespräche mit Frauen aus der islamischen Welt“ sammelte die in Frankreich lebende Autorin Leila Slimani Erfahrungsberichte unterschiedlichster Frauen aus ihrem Heimatland Marokko mit dem Ziel „die Realität dieses Landes zu zeigen, die so viel komplexer und schmerzlicher ist, als man uns glauben machen will.“. „Die Spannung zwischen dem Wunsch nach Modernität und dem – aufgesetzten oder einem echten Bedürfnis entspringenden – Festhalten an traditionellen Werten zerreißt die marokkanische Gesellschaft“. Bei einer mehrtätigen Autofahrt von Marrakech durch das Atlasgebirge bis in die Nähe des algerischen Grenze in der Sahara fiel mir Eines immer wieder auf: Insbesondere in den kleinen, abgelegenen Dörfern, aber auch in den größeren Städten und Orten sah man nicht viele Frauen auf den Straßen. Und fast nie sah man eine Frau allein. Auch schien es keine Durchmischung der Geschlechter im öffentlichen Raum zu geben, von körperlicher Nähe und Zärtlichkeit ganz zu schweigen. Durch die Lektüre von „Sex und Lügen“ erschlossen sich mir etliche Hintergründe dieser Wahrnehmung. Slimani beschreibt das Erwachsenwerden der Frau als einen „mit Demütigungen gepflasterten Weg“. So wird bspw. ein intaktes Jungfernhäutchen als Zwangsinstrument eingesetzt, um die Frauen ans Haus zu binden und zu überwachen. Eine intime Privatangelegenheit wird zum Gegenstand kollektiver Besorgnis. Im marokkanischen Strafgesetzbuch finden sich ganze Kapitel über Sittlichkeit und in allen geht es um das vorgeschriebene Verhalten der Frau. „Sie ist Garant der Familienehre und, schlimmer noch, der nationalen Ehre.“ „Sex und Lügen“ ist ein wichtiges Buch, das durch das Zeugnis einiger mutiger Frauen Einblicke bietet in eine Gesellschaft im Umbruch. Eine Gesellschaft, die durch eine schizophrene Doppelmoral zwischen Gesetzen und Regeln und einer Realität, die mitnichten diesen entspricht, viel Angriffsfläche bietet für extremistische Tendenzen. Slimani erhebt dabei nicht den Anspruch eine soziologische Studie über die Sexualität in Marokko zu verfassen. Sie will vielmehr die oft erschütternden Aussagen der Frauen ungefiltert wiedergeben und ihnen damit Gehör verschaffen. Das ist ihr auf jeden Fall gelungen! Einzig ein Glossar im Anhang wäre noch wünschenswert gewesen.

Lesen Sie weiter

Autsch, Augen öffnen, genau hinsehen/hören und ciao! Mich hat schon lang kein Buch im Alltag so sehr beschäftigt wie dieses! In dem Buch ‚Sex und Lügen‘ welches im @btb_verlag erschienen ist, schreibt Leïla Slimani die berührenden Geschichten und Bekenntnisse von 16 Frauen aus Marroko ungefiltert nieder. Geschichten über absurde Gesetze von Liebe und Sex. Ein Beispiel: Artikel 490 des Strafgesetzbuchs sieht vor, dass Personen unterschiedlichen Geschlechts, die nicht miteinander verheiratet sind und miteinander Geschlechtsverkehr haben, mit einer Freiheitsstrafe zwischen einem Monat und einem Jahr zu bestrafen sind. Sie erzählen von familären Strukturen und Erwartungen, der Zerrissenheit darüber, diese Erwartungen zu erfüllen oder lieber ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Unterdrückung der Frau und die Tabuisierung der Sexualität. Sätze wie „Und wenn jemand etwas gegen mich hat, findet er jederzeit einen Grund, um mich verhaften zu lassen. Unser Lebenswandel ist illegal. Daher können wir in unserem Kampf nicht bis zum Äußersten gehen. Weil wir Angst haben.“ (Radiomoderatorin Faty Badi) machen einen klar wie persönlich und gefährlich der feministische Kampf ist. Auch interessant die Aussage der libanesischen Dichterin und Journalistin Joumana Haddad zur Kölner Silvesternacht 2015. “Mütter, es tut mir leid, euch das zu sagen: Wenn eure Söhne zu Schlägern, Vergewaltigern, verwöhnten Ehemännern werden, wenn sie also Machos sind, dann hat das nicht nur mit Gesellschaft und Kultur zu tun. Es liegt auch an euch, ihren Müttern. […] Anstatt eurer Tochter zu erzählen, dass sie Beute ist, versucht eurem Sohn zu sagen, dass er kein Jäger ist. Anstatt eure Tochter zu lehren, den Mund zu halten, versucht eurem Sohn beizubringen zuzuhören. Anstatt eurer Tochter zu verbieten, dieses T-Shirt zu tragen, macht eurem Sohn klar, dass dieses T-Shirt keine offene Einladung zum Sex ist. Anstatt eure Tochter zu zwingen, sich zu verhüllen, erklärt eurem Sohn, dass eine Frau mehr ist als ihr Körper.“(Zeit.de) 201 Seiten! Berührend. Aufrüttelnd und sein eigenes Leben wertschätzend.

Lesen Sie weiter

In "Sex und Lügen" sind Gespräche versammelt, die Leïla Slimani mit marokkanischen Frauen geführt hat. Sie spricht mit den Frauen über sexuelle Freiheit, freie Entfaltung, Frauenrechte, Moral, Alltag und Familie. Die Frauen kommen aus den unterschiedlichsten Umfeldern, habe die verschiedensten Hintergründe und kommen aus verschiedenen Altersgruppen - und doch erzählen sie alle im Grunde das Gleiche: Dass sie unter der Doppelmoral, der Scheinheiligkeit und den gesellschaftlichen und religiösen Vorschriften leiden. Sex vor der Ehe ist absolut verboten, trotzdem halten sich die wenigsten daran. Man muss ständig Angst haben, erwischt und bestraft zu werden. Männer werden dazu erzogen, vor der Hochzeit sexuelle Erfahrungen zu machen aber in jedem Fall eine Jungfrau zu heiraten. Frauen werden dazu erzogen, jungfräulich in die Ehe zu gehen und dann für ihren Mann und die Familie da zu sein. Die Gespräche mit den Frauen sind erschütternd, inspirierend, aufrüttelnd. Manchmal schreibt die Autorin nur, wo sie die jeweilige Frau kennengelernt hat und lässt dann das von ihr Gesagte für sich sprechen, manchmal ist es ein Dialog, manchmal schreibt die Autorin selbst den Großteil des Kapitels und informiert uns über Hintergründe, Gesetze oder gesellschaftliche Normen. Sie plädiert für eine offenere, tolerantere marokkanische Gesellschaft, in der Frauen selbstbestimmt leben können und mehr Rechte bekommen. Ein lesenswertes Buch, das den Horizont über die westliche Sicht der Dinge hinaus erweitert, zum Nachdenken anregt und zeigt, was noch alles zu tun ist, um Frauen endlich gleichzustellen.  On Top gibt es am Ende eine Literaturliste, von der ich mir direkt einige Titel gemerkt habe.

Lesen Sie weiter

Leila Slimani hat in ihrem neuen Buch mit sechzehn islamischen Frauen aus Marokko über ihre persönlichen Erfahrungen zum Thema Sex gesprochen. Obwohl die Emanzipation der Frau auch in Deutschland noch nicht gänzlich abgeschlossen ist, halten wir viele Dinge für ganz selbstverständlich. So zum Beispiel die Entscheidung darüber, wann wir mit wem intim werden und wie weit wir dabei gehen. Leila Slimani zeigt, dass so ein Verhalten in Marokko aktuell absolut undenkbar ist. Von klein auf werden Mädchen in islamischen Ländern dazu erzogen, keine Schande über die Familie zu bringen. Ehebruch, Prostitution, Homosexualität werden bis heute noch in Marokko mit Gefängnis bestraft. Die Frauen befinden sich in einer inneren Zerissenheit, zwischen Hoffnung und Aufbegehren. Ein selbstbestimmtes Leben zu führen, heißt gleichzeitig, den Ruf der Familie zu ruinieren, sich komplett abzuwenden von der Familie und anschließend Angst zu haben, nicht nur vor dem Gesetz und dem Gefängnis, sondern vor der eigenen Familie. Ich finde es erschreckend, dass in unserer heutigen Zeit so ein Verhalten immer noch so weit verbreitet ist: Frauen aller Schichten erzählen hier ihre Geschichte. Das schlimme daran ist, dass heute der Spiegel des westlichen Lebens diesen Frauen vorgehalten wird. Ich hoffe sehr, dass das dazu beiträgt, dass sich ihre Situation schnellstmöglich verbessert. Wie das genau passieren kann, weiß ich nicht. Ihre mitreißenden und eindringlichen Worte zu veröffentlichen, die mich erschüttert und bewegt, mich wütend gemacht und empört haben, ist ein erster Schritt.

Lesen Sie weiter