Leserstimmen zu
Die vergessene Burg

Susanne Goga

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Die junge Paula Cooper lebt als Gesellschafterin bei einer kränklichen Verwandten. So recht zufrieden ist sie nicht mit ihrem Schicksal, denn sie hat den Eindruck, dass es Cousine Harriet immer dann plötzlich schlecht geht, wenn sich für Paula gerade mal ein wenig Abwechslung bieten würde. Sie vereinnahmt Paula völlig, aus welchen Gründen auch immer. Auf mich machte Cousine Harriet von Anfang an einen selbstsüchtigen Eindruck. Das Arrangement, dass Paula bei der Cousine leben soll, wurde von ihrer Mutter getroffen. Als ein Brief aus Bonn für Paula eintrifft, erfährt die junge Frau das nur durch einen Zufall. Ihr schwer kranker Onkel Rudy, von dessen Existenz sie keine Ahnung hatte, schreibt ihr und bittet sie, zu ihm zu kommen. Die Enttäuschung über ihre Mutter und Cousine Harriet, die anscheinend unter einer Decke stecken und ihr etwas verheimlichen, lässt in Paula schnell den Entschluss reifen, die Einladung des Onkels anzunehmen. Paula hofft, von ihm etwas mehr über ihren verstorbenen Vater zu erfahren. Allein reist die junge Frau an den Rhein und wird von ihrem Onkel sehr herzlich aufgenommen. Auch er möchte die Wahrheit über die Umstände erfahren, die damals zum frühen Tod seines Bruders geführt haben. Paula war noch ein Kleinkind, als sie ihren Vater verlor, und im Lauf der Zeit erfährt sie seltsame Dinge rund um dessen Tod. Bei ihrem Onkel Rudy findet sie endlich so etwas wie familiäre Zuneigung. Bonn und die Landschaft am Rhein fasziniert Paula, und nur zu gerne hilft sie ihrem Onkel in seinem Geschäft mit Touristenbedarf. Bei einem Ausflug, um Land und Leute besser kennen zu lernen, begegnet Paula dem Fotografen Benjamin Trevor. Der erste gegenseitige Eindruck ist nicht gerade gut, denn Benjamin benimmt sich ihr und ihrer Begleiterin gegenüber sehr unhöflich, und Paula reagiert äußerst ungehalten. Wenig später findet unter einem völlig anderen Aspekt eine weitere zufällige Begegnung statt, die alles verändert und eine freundschaftliche Verbundenheit zwischen den jungen Leuten entstehen lässt, so dass Benjamin Paula hilft, Antworten auf die vielen offenen Fragen um die Vergangenheit zu finden. Inmitten einer wundervoll beschriebenen Kulisse am Rhein stellt sich Paula den Rätseln der Vergangenheit. Auch ihr Onkel Rudy hat ein Geheimnis, wenn dieses auch sehr persönlich ist und nicht im Zusammenhang mit dem Tod von Paulas Vater steht. Der Klappentext war für mich in dieser Hinsicht ein wenig irritierend. Die Darstellungen der verschiedenen Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Paula und ihr Onkel waren mir auf Anhieb sympathisch, während Benjamin erst auf den zweiten Blick punkten konnte. Wundervoll sind die Landschaftsbeschreibungen und die Schilderungen diverser Sehenswürdigkeiten in Bonn und Umgebung. Der Schreibstil des Romans ist fesselnd und kurzweilig. Je weiter ich las, umso neugieriger wurde ich auf die Zusammenhänge und die Lösung, denn alles lässt sich ziemlich geheimnisvoll an, und lange weiß man nicht, in welche Richtung die Geschichte führt. Bei der „vergessenen Burg“ handelt es sich um die Ruine Ehrenfels bei Rüdesheim. Was Paula mit dieser alten Burg verbindet, ist ein Geheimnis, das es zu lösen gilt. Das Ende der Geschichte war dann doch ziemlich schaurig und für mich nicht völlig glaubwürdig. Aber das tat dem Lesevergnügen keinen Abbruch, und ich habe trotzdem jede Seite des Romans genossen.

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Die vergessene Burg von Susann Goga Inhalt: 1868. Paula Cooper führt ein zurückgezogenes Leben, bis sie einen unerwarteten Brief erhält. Ihr schwer kranker Onkel Rudy bittet eindringlich um ihren Besuch – im fernen Bonn. Voller Neugier reist Paula von England an den Rhein. Fasziniert von der malerischen Landschaft entdeckt sie eine fremde Welt und lernt den Fotografen Benjamin Trevor kennen. Aber sie ahnt, dass ihr Onkel etwas verheimlicht, und auch die Widersprüche um das Schicksal ihres verstorbenen Vaters mehren sich. Welcher dunklen Wahrheit über ihre Familie muss sich Paula stellen? Meine Meinung: Die historischen Romane von Susann Goga konnten mich bisher alle einfach nur begeistern. Auch mit diesem Buch schaffte sie es mir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Der Leser wird an den Mittelrhein gebracht, rund um Bonn und Rüdesheim. Er lernt Paula kennen und ihren wirklich bezaubernden Onkel, den ich als Protagonist sehr mochte und seine Art sehr schätze. Ich war wirklich traurig als er im Verlauf der Handlung starb. Paula ist ebenfalls eine starke, kluge und spannend dargestellte Frau, die in diesem Zeitalter ihren Weg erstaunlich geradlinig geht. Sie geht von England nach Bonn um nach über 30 Jahren dem Geheimnis ihrer Familie auf die Spur zu kommen. Das Buch liest sich klasse, angepasste Sprache an die Zeit im 19. Jahrhundert, Brief- und Perspektivwechsel lockern das Ganze unheimlich gut auf und lassen einen ganzheitlichen Blick auf die Dinge entstehen. Vor allem das Ende ist unheimlich spannend und bewegend. Ich habe mit einem anderen Ende gerechnet und war überrascht und zeitgleich irgendwie zufrieden. Das Buch packt und fesselt, entführt in das 19. Jahrhundert und zeigt den Weg einer starken Frau, der nicht immer einfach ist. Einfach grandios.

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Das Cover Das Cover passt sehr gut zu den Inhalten des Buches. Zu sehen ist der Rhein, eine Burg und eine junge Frau in der Kleidung rund um 1868.Der Klappentext ist aussagekräftig. Die Buchpräsentation ist daher in sich stimmig und lädt dazu ein, das Buch lesen zu wollen. Die Geschichte (Achtung Spoiler!) Paula ist seit Jahren als Gesellschafterin bei ihrer kränkelnden Verwandten Harriet Farley beschäftigt. Diese gönnt ihr fast nichts außerhalb ihres Hauses. Und so ist Paula mittlerweile sehr isoliert und eine junge Frau, die mit Anfang Dreißig kaum eine Chance hat, diesem eintönigen Leben zu entrinnen. Durch Zufall erfährt sie von einem Postboten, dass zuvor ein Brief für sie angekommen ist. Harriet hatte ihr diesen nicht gegeben und so ahnte sie bis zu diesem Zeitpunkt nicht, dass in Bonn ein Bruder ihres Vaters lebt, dieser ernsthaft erkrankt ist und sie eingeladen hat, an den Rhein zu kommen. Endlich löst sie sich von ihrer Familie und tritt mutig die Reise nach Bonn an. Dort bestaunt sie fasziniert die wunderschöne Landschaft, wirkt geradezu befreit und findet einen aufgeschlossenen Onkel vor, der zwar sehr krank ist, sie aber in all ihren Dingen unterstützt. Und dennoch gibt es Familiengeheimnisse und einige Informationen über ihren Vater, den sie nie gesehen hat. Der Wunsch mehr zu erfahren wird immer größer. Und so macht sich Paula auf die Suche nach der Vergangenheit und den dunklen Wahrheiten. Meine Meinung Ich habe mich sehr gefreut, als ich das neue Buch von Susanne Goga gesehen habe, war ich doch von ihrem Buch „Das Haus in der Nebelgasse“ total begeistert. Die Autorin schreibt in flüssiger, leicht verständlicher Sprache. Die Zeitgeschichte ist sehr feinfühlig in die Geschichte eingefügt und vor allen Dingen ist sie sehr gut recherchiert. Der Spannungsbogen ist bei diesem Buch nicht ganz so hoch, wie bei der Nebelgasse, weil diese Geschichte über ein Drittel des Buches anfänglich etwas langsamer voranschreitet. Es tat aber der guten Unterhaltung keinen Abbruch, wurde ich doch im Detail am Rhein entlanggeführt, mit all seinen Sehenswürdigkeiten, Burgen, Schlössern und Sagen, die heute noch genauso starke Anziehungskraft ausüben wie 1868 bei den englischen Reisenden. Die Protagonisten sind wieder wunderbar ausgearbeitet, ihre Charaktere sind authentisch und glaubhaft. Die Sprache und ihre Dialoge sind der damaligen Zeit angepasst. Paula mochte ich sehr, sie war in dieser Zeit sehr mutig. Auch hatte sie viele Hürden zu bewältigen. Insgesamt ein sehr schönes Buch der Zeitgeschichte, das mich eintauchen ließ in das Leben von Paula, die sich immer weiter entwickelt hat und in ihre Geschichte im Jahr 1868. Das Buch bekommt eine Leseempfehlung. friedericke von "friederickes bücherblog"

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Ich bin schon lange Fan von Susanne Gogas Büchern. Als ich dann las, dass das neue Buch größtenteils in Bonn spielen würde, in der Stadt, in der ich vier Jahr studiert habe, stand für mich fest, dieses Buch ist ein Muss-Buch. Susanne Goga hat mich nicht enttäuscht und meine Erwartungen voll und ganz erfüllt. Das Cover ist sehnsuchtsvoll, eine Frau blick auf einen breiten Strom, eine Burgruine ist zu erkennen. Dies passt perfekt zum Setting des Buches. Die Hauptfigur, Paula Cooper, begibt sich auf eine Reise den Rhein entlang, um die Wahrheit über ihren Vater herauszubekommen. Der Klappentext verrät genau dies und fasst andere wichtige Dinge zusammen, ohne zu viel zu verraten. Besonders gut hat mir die Detektiv-Geschichte gepaart, mit dem Familiengeheimnis gefallen. Es geht um Liebe, Freundschaft, Vergessen, aber auch um Verantwortung und das Recht zur eigenen Gestaltung des Lebens. Paula ist die zentrale Figur des Romans, ihr männlicher Gegenpart ist Benjamin Trevor, ein Fotograf der sie zunächst verärgert, aber dann doch ihr Herz gewinnt. Als wichtige Nebenfiguren treten Paulas Mutter und ihr Onkel Rudy, ein Bruder ihres verstorbenen Vaters auf. Sie bilden die Pole zwischen denen Paula steht, ihre Mutter will unbedingt die Vergangenheit ruhen lassen, ihr Onkel möchte endlich die Wahrheit erfahren und Paula muss selber entscheiden, was sie will. Die Spannung zieht der Roman aus den Nachforschungen von Paula und Benjamin, Stück für Stück setzt sich immer mehr ein Bild zusammen, aber es gibt auch Widersprüche und Schwierigkeiten, die die beiden gemeinsam überwinden müssen, um die Wahrheit ans Licht bringen zu können. Meiner Meinung nach ist der Roman in sich logisch und lüftet gekonnt das Geheimnis um Paulas Vater. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl der Autorin und ihrer Geschichte nicht folgen zu können. Stilistisch wartet der Roman neben der Haupterzählung auch mit Briefen und Rückblenden auf. Auch bedient sich die Autorin des Elements der Zeitraffung bzw. Zeitsprüngen, um so die Spannung des Romans hoch zu halten. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und hat mir sehr viel Freude bereitet, sodass ich innerhalb weniger Tage dieses Buch ausgelesen hatte. Zielgruppe dieses Romans sind in erster Linie Frauen, da Paula eine starke Identifikationsfigur ist. Aber sicherlich können auch Männer an diesem Roman gefallen finden, da die Landschaftsbeschreibungen der historischen Städte ebenfalls ihren Reiz haben, sowie Benjamin Trevor im Laufe des Romans immer mehr an Bedeutung gewinnt. Dennoch sollte man nicht außer Acht lassen, dass der Roman aus der Sicht von Paula erzählt wird. Ein guter Roman über das historische Bonn und seine Umgebung sowie den Rhein mit seinen Mythen und Sagen. Eine klare Lese- und Kaufempfehlung für Fans historischer Familienromane. Ich bedanke mich beim Diana Verlag und der Verlagsgruppe Random House für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.

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Dies war mein erster Roman der Autorin. Ich hatte schon viel von ihr gehört und war super gespannt, was mich hier erwartet. Wir begleiten die junge Paula Cooper im 19. Jahrhundert als Gesellschafterin bei ihrer Großcousine. Jedoch ist es nicht das Leben, was sie glücklich macht. Als eines Tages ein Brief ihres Onkels auftaucht, von dem sie noch nie gehört hat, beginnt für Paula ein komplett neues Leben. Sie begibt sich auf eine Reise an den Rhein nach Deutschland. Schon bald erfährt sie mehr und mehr über ihre Vergangenheit und ist kurz davor, ein lang gehütetes Familiengeheimnis aufzudecken.... Irgendwie hatte ich aber mehr erwartet. Teilweise gab es Stellen, vor allem auf den ersten 150 Seiten, wo ich nicht mehr weiterlesen wollte. Es zog sich alles in die Länge, kein Stück Spannung war zu spüren. Erst ab ungefähr der Mitte des Buches, war man so im Geschehen drin, das man dann doch noch das Ende erfahren wollte. Die Puzzle-Teilchen fügten sich nach und nach zusammen.. Der Schreibstil war super, da die Autorin hier ganz auf die Sprache des 19. Jahrhunderts zurückgegriffen hat, so war man richtig in der Zeit. Mir hat an sich die Story gut gefallen, aber als dann die letzten 5 Kapitel anbrachen, wurde ich schon stutzig. Wie will man das ganze Geschehen, die Emotionen in den paar übrigen Seiten rüberbringen? Für mich ging alles viel zu schnell. "Fall gelöst" - Schlussworte - Ende. Da fehlte mir doch irgendwie das "drumherum". Was die Autorin am Anfang des Buches weit ausgeholt hat - fehlt am Ende. Auch das Gespräch mit der Mutter war, der Situation entsprechend richtig, aber mich hätte interessiert, ob sie weiterhin den Kontakt aufrecht erhalten will... Für mich war es eine gute Story, bei dem aber das gewisse etwas gefehlt hat. Davon abgesehen, findet man aber im Buch interessante, detailreiche Beschreibungen der schönen Kulisse des Rheins. Das hat mir am besten gefallen. Fazit: Ein historischer Roman für alle, die das 19. Jahrhundert und dunkle Familiengeheimnisse lieben.

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1868. Paula Cooper führt ein zurückgezogenes Leben, bis sie einen unerwarteten Brief erhält. Ihr schwer kranker Onkel Rudy bittet eindringlich um ihren Besuch – im fernen Bonn. Voller Neugier reist Paula von England an den Rhein. Fasziniert von der malerischen Landschaft entdeckt sie eine fremde Welt und lernt den Fotografen Benjamin Trevor kennen. Aber sie ahnt, dass ihr Onkel etwas verheimlicht, und auch die Widersprüche um das Schicksal ihres verstorbenen Vaters mehren sich. Welcher dunklen Wahrheit über ihre Familie muss sich Paula stellen? Da ich vor etwa zwei Jahren Susanne Gogas Erstlingswerk gelesen und durchaus genossen hatte, war ich ziemlich gespannt, als ich mich für ein weiteres Buch von ihr als Rezensionsexemplar gemeldet habe. In den letzten Tagen habe ich diesen historischen Familiengeheimnisromam dann gelesen und bin ehrlich gesagt ein wenig enttäuscht. Mit gutem Willen habe ich ein oder zwei recht nette Dinge darin entdeckt. Zum einen gefiel mir das historische Setting der Briten am Rhein, das wirklich neu war und überraschend interessant für mich. Zum anderen gefiel es mir, dass am Ende des Buchs tatsächlich einige Farbfotos die im Buch auftauchenden Schauplätze illustrieren. Auch das im Nachwort erwähnte youtube-Video mit einem Drohnenflug durch eine der Burgruinen ist wirklich schick und rückt die Geschichte nahe an den Leser heran. Insgesamt sind die Landschaftsbeschreibungen so eindrücklich, dass ich das spontane Bedürfnis entwickelt habe, eine Rheinkreuzfahrt zu unternehmen, um das alles selbst zu sehen. Aber ach, leider ist der Rest des Buchs nicht so versprechend. Da sind zum einen die Figuren, die alle durch die Bank weg völlig blass sind. Paula hat mir als potentielle Identifikationsfigur nichts zu bieten, ihr Onkel war für mich bereits in der ersten Szene "enttarnt", der gute Benjamin ist als love interest die wohl uninteressanteste Gestalt, der ich in einem solchen Umfeld begegnet bin. Die Geschichte rund um das Verschwinden von Paulas Vater wäre wirklich vielversprechend, würde ich sie direkt miterleben, statt sie immer nur indirekt erzählt zu bekommen. Mensch, nur ein einziges Mal diesen Romantiker erleben, das wäre so ein toller Moment - stattdessen bleibt es streckenweise einfach nur langatmig, bleiben mir die Motive der Personen seltsam unerklärlich. Vor allem die Auflösung wirkt dann dementsprechend sehr schnell und irgendwie unglaubwürdig, auch da wäre ich gerne sehr viel länger in den Köpfen des Täters gewesen als mit nur ein paar wenigen Sätzen. Alles in allem war das ein Buch, das halt okay war. Eine nette Werbemaßnahme für den Rhein auf jeden Fall, angenehm schnell zu lesen, aber ohne großen Gedächtniswert.

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Kings Langley, Herfordshire, England 1867: Paula Cooper, 32, ist intelligent, kultiviert, sympathisch und durchaus ansehnlich. Aber man hat ihr von klein auf eingebläut, dass sie vom Leben nichts erwarten darf. Als mittellose Halbwaise wird sie es nämlich nicht bekommen. Keinen Mann, keine Kinder, keine Reisen, keinen erfüllenden Beruf. Sie ist dazu bestimmt – oder soll ich sagen: verdammt? — , ein Leben als devote Hausangestellte zu fristen, der nicht einmal so harmlose Vergnügungen zustehen wie ein Besuch von Wohltätigkeitsveranstaltungen der Kirchengemeinde. Seit zwölf Jahren pflegt Paula jetzt Harriet, eine Cousine ihrer Mutter. Die ist allerdings eher hypochondrisch als wirklich krank. Ein kleiner Schwächeanfall zur rechten Zeit, und Harriet steht im Mittelpunkt allen Interesses. Paula Cooper ist aber nicht das sanfte Lämmchen, das man sie darzustellen zwingt. Sie hat eigene Vorstellungen vom Leben. Das zurückgezogene Dasein in Kings Langley langweilt sie. Sie sitzt tagein, tagaus in verdunkelten Räumen am Krankenbett der Tante und verpasst den ganzen Spaß. Unbemerkt von ihrem Umfeld fallen die Tropfen, die das Fass zum Überlaufen bringen werden: Endgültig Schluss mit lustig ist, als Paula mitkriegt, dass Harriet und ihre Mutter einen Brief an sie unterschlagen haben. Sie besteht auf sofortige Herausgabe. Schließlich ist sie eine erwachsene Frau und niemand hat das Recht, ihre Post zu kontrollieren. Der Brief kommt aus Bonn von Rudolph Cooper, dem Bruder ihres Vaters, der seit Jahrzehnten dort lebt. Er schreibt, er sei gesundheitlich stark angeschlagen und wolle Paula noch einmal sehen. Was meint er mit „noch einmal“? Paula hat nie zuvor von Onkel Rudy gehört. Was verschweigt ihre Familie ihr sonst noch? Vielleicht weiß der Onkel ja etwas über den Verbleib ihres Vaters. Paula schmeißt Mutter und Tante den Krempel vor die Füße, wohl wissend, dass es kein Zurück mehr für sie geben kann, und reist allein nach Deutschland. Ihr Wagemut und die Entschlossenheit, mit der sie alle Brücken hinter sich abbricht, überraschen sie selbst. Aber es fühlt sich gut an. Onkel Rudy, ein freundlicher, etwas exaltierter älterer Herr, der in Bonn einen Andenkenladen betreibt, heißt sie herzlich willkommen. Alles, was er über das Schicksal seines Bruders sagen kann, ist jedoch, dass ihm zu spät Zweifel an dessen freiwilligem Verschwinden gekommen sind. Da war es für Nachforschungen seiner Meinung nach bereits zu spät. „Alle Fragen, die mich quälen, sind miteinander verbunden, und darum muss ich unbedingt herausfinden, was damals mit meinem Vater geschehen ist – für dich, für mich und für ihn“, sagt Paula zu ihrem Onkel. „Mein Vorhaben mag verrückt und aussichtslos erscheinen, aber ich werde keine Ruhe finden, ehe ich es weiß. Und wenn ich selbst auf Reisen gehen und seinen Spuren folgen muss, werde ich es tun.“ (Seite 277) Und genau das tut sie. Dieser Mix aus historischem Reisebericht, Familiendrama und Krimi ist natürlich ein besonderes Erlebnis, wenn man die Region kennt. Aber Ortskenntnis ist keine zwingende Voraussetzung. Auf ihrer Reise zu den Geheimnissen ihrer Familie legt Paula nach und nach die Einstellungen und Verhaltensweisen ab, die man ihr aufgezwungen hat und wird zu der selbstbestimmten und zielstrebigen Frau, die man sie nie hat sein lassen. Der Schluss ist überraschend und böse. Mit allem hätte ich gerechnet, aber damit nicht! Auch wenn die Protagonistin hier Detektivarbeit leistet: Wilde Action sollte man nicht erwarten. Paulas Reise durchs Rheinland, durch die Vergangenheit und zu sich selbst fließt im gemächlichen Tempo der damaligen Zeit. Diese Geschichte braucht keine moderne Hektik. Genau wie Paula will man als LeserIn unbedingt wissen, was aus William Cooper geworden ist.

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Mit diesem Buch habe ich endlich wieder einmal einen historischen Roman gelesen. Lange habe ich es mir vorgenommen und nie das richtige Buch gefunden. Umso glücklicher bin ich, dass ich dieses entdeckt habe denn es konnte mich wirklich begeistern. Der Schreibstil ist wunderbar angenehm, es gibt einen Spannungsbogen, der tatsächlich auch recht straff gespannt ist. Ich war die gesamte Lesezeit über von dem Gedanken getrieben, unbedingt wissen zu wollen, was es mit dem Verschwinden von Paulas Vater auf sich hat. Lebt er noch? Warum hat er seine kleine Familie damals im Stich gelassen? Hatte er vielleicht eine heimliche Affäre? Dieses Buch wartet mit einer authentischen Familiengeschichte auf, die so oder ähnlich tatsächlich hätte passiert sein können. Die Autorin erzählt wunderbar bildhaft, man kann sich sowohl Handlungsorte als auch Charaktere direkt vorstellen. Die Liebesgeschichte, die sich über die Seiten hinweg entspinnt empfand ich als sehr glaubwürdig. Daran ist nichts kitschiges oder aufgesetztes. Insgesamt ein wirklich empfehlenswertes Buch für zwischendurch, welches durchaus zu unterhalten weiß. Stellenweise gibt es leider einige Längen, die meinen Lesefluss ein klitzekleines bisschen gestört haben, jedoch habe ich das Buch wirklich gern gelesen. Und ich habe definitiv eine Autorin für mich entdeckt, von der ich gerne mehr lesen möchte.

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