Leserstimmen zu
Im Visier des Mörders

Sharon Bolton

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eBook
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Jessica Lane hat ihrer Schwester Isabel, die seit 20 Jahren als Nonne im Kloster lebt, zum 40. Geburtstag einen Flug im Heißluftballon geschenkt. Zusammen mit dem Ballonführer und 10 weiteren Teilnehmern starten sie am frühen Morgen des 20. September nahe der schottischen Grenze. Alle genießen die fantastische Aussicht auf die Landschaft des Northumberland National Park, als sie plötzlich sehen, wie am Boden ein Mädchen von einem Mann erschlagen wird. Als der Täter nach oben schaut und die ihn beobachtenden Menschen sieht, ist deren Schicksal besiegelt: Mit einem Gewehrschuss trifft er den Ballonführer tödlich und verfolgt den aufsteigenden Ballon mit seinem Quad. Auf sich allein gestellt und ohne Handy-Empfang, kämpfen die Passagiere ums Überleben. Doch vergeblich - am Ende kommt nur Jessica mit dem Leben davon. Allerdings ist dem Mann nicht verborgen geblieben, dass sie ihn bei seiner Tat fotografiert hat ... und auch er kennt ihr Gesicht. Fortan ist sie auf der Flucht, dabei aber ständig "im Visier des Mörders" (Titel des Buches), der ihren nächsten Schritt immer zu kennen scheint. Doch warum meldet sie sich nicht bei der Polizei, obwohl sie mehr als einmal die Gelegenheit dazu hätte und weiß, dass sie gesucht wird? Resümee: Die Dramatik dieses Buches resultiert zum Großteil aus seinem Aufbau: Die aktuelle Handlung umfasst nur die drei Tage vom 20.9. bis zum 22.9. (mit Ausnahme einer kurzen Passage gegen Ende, die auf den 25.10. datiert ist). Eine zweite Zeitebene besteht jedoch aus Rückblenden, die zum Teil 28 Jahre zurückliegen, der Gegenwart aber immer näher kommen, bis sie in das Geschehen am 20. September münden. Diese vergangenen Ereignisse drehen sich primär um Isabels, vor allem aber Jessicas Leben und sind interessanterweise nicht chronologisch angeordnet. Durch diese Technik entsteht das Bild einer Schlinge, die sich unaufhaltsam enger zusammenzieht. Dadurch, dass der Leser immer mehr Hintergrund-Informationen erhält, steigt die Spannung im Laufe der Handlung stetig an, die Ereignisse gewinnen zunehmend an Dramatik. Es geht schon bald nicht mehr ausschließlich um Jessicas Überleben auf der Flucht vor dem Mörder, sondern um viel, viel mehr. Rätselhaft ist in diesem Zusammenhang z.B., warum Jessica ihr Leben riskiert, statt sich - auch mit ihrem Wissen über den begangenen Mord - an die Polizei zu wenden, zumal sie mitbekommt, dass sie als Überlebende des Ballon-Unglücks gesucht wird. Und warum scheint die Klostervorsteherin die weltliche, im realen Leben stehende Jessica viel mehr zu mögen als deren Schwester Isabel, die - das wird immer deutlicher - nicht aus religiöser Überzeugung dort zu leben scheint? Der Schluss hält einige heftige Überraschungen bereit, die zwar von Anfang an angelegt sind, auf die ich aber dennoch nie gekommen wäre. Im Grunde müsste man mit diesem Wissen das Buch gleich noch ein zweites Mal lesen. Fazit: Nach einem relativ moderaten Anfang entwickelt sich das Buch zu einem wahren Pageturner!

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