Leserstimmen zu
Abenteuer Diagnose

Volker Arend, Anke Christians, Volker Präkelt

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Rätselhaften Krankheiten auf die Spur zu kommen kann so packend sein wie ein Krimi: Erst wird dem Patienten/Opfer nicht geglaubt, dann treten die üblichen Verdächtigen auf den Plan, es gibt falsche Fährten, versteckte Hinweise, mit etwas Glück einen hilfreichen Informanten und dann: ein jäher Geistesblitz! Am Schluss wird der wahre Übeltäter entlarvt und unschädlich gemacht. Der Patient gesundet und alle sind glücklich. Was ich nicht wusste, war, dass die Sendereihe ABENTEUER DIAGNOSE, die im Rahmen des NDR-Magazins VISITE ausgestrahlt wird, tatsächlich von der US-Fernsehserie DR. HOUSE inspiriert wurde. Das habe ich erst in diesem Band erfahren. Die TV-Redakteure haben recherchiert und wahre Krankengeschichten zusammengetragen, die so dramatisch, ausgefallen und bizarr waren, dass sie sie kaum glauben konnten. Für das Magazin VISITE wurden nur solche Fälle filmisch umgesetzt, die auch gut ausgegangen sind. Tragische Ereignisse ohne Happy End wollte man den Zuschauern nicht zumuten. 12 der spannendsten Beiträge aus dem Fernsehmagazin hat man nun in diesem Buch nacherzählt. Spannend sind die niedergeschriebenen Fälle alle, aber Rückblicke wie in der TV-Version funktionieren bei diesen kurzen Geschichten nur bedingt. Im Fall TOHUWABOHU (Seite 76) hat man’s versucht und die Erzählweise ist dadurch ein bisschen chaotisch geworden. Ich habe den Beitrag mehrfach lesen müssen, um die zeitliche Reihenfolge zu verstehen. Der Titel der Geschichte bezieht sich allerdings nicht DARAUF, sondern auf die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen einer Bankerin. Ist sie ein Fall für die Psychiatrie oder gibt’s für ihre Probleme eine „handfeste“ Ursache? Unheimlich sind die körperlichen Veränderungen, die der sportliche junge Münsteraner Frank auf einmal durchmacht. Die Fachärzte, zu denen er geht, spulen ihr Standardprogramm ab und können ihm nicht helfen. Er fühlt sich so krank, dass er schon sein Testament aufsetzt. Sein Hausarzt ist es schließlich, der die rettende Idee hat ... Total neben der Spur ist Teenager Isabel. Sie versagt in der Schule, wird aggressiv und ist zeitweise desorientiert. Nein, sie ist nicht psychotisch. Und nein, sie nimmt auch keine Drogen. Nach einer Ärzte- und Therapie-Odyssee kommt ihr Fall in die Hände der Esslinger Neuropädiaterin Marlies Gruber. Auf den MRT-Aufnahmen von Isabels Gehirn fällt Frau Dr. Gruber etwas auf, das sie auf die richtige Lösung bringt. Bei manchen Fällen kann es einen gruseln. Wie z.B. bei dem von Lagerarbeiter Maik, der nach einem Arbeitsunfall immer wieder wegen Gasbrand behandelt wird und sogar in Verdacht der Selbstverstümmelung und des Versicherungsbetrugs gerät. Dabei hat nur noch niemand das eigentliche Problem erkannt ... ABENTEUER DIAGNOSE ist für Medizin-Nerds und Doku-Junkies eine spannende Lektüre, vor allem, wenn sie auch noch eine Affinität zu Krimis haben. Statt fiktiver Mörder jagt man hier reale Krankheitsauslöser. (Und man muss sich dabei nicht mit den „Problemen“ erfundener Serienfiguren herumschlagen. Hier gibt’s Medizin pur!) Im Buch versteht man die Zusammenhänge besser als im Fernsehen. Die Informationen, die auf der Mattscheibe flink an einem vorbeihuschen, kann man hier nochmal nachlesen. Im Fall der kleinen Ann-Kristin – DIE AUFGABE (Seite 123 ff) – werden Problem und Lösungsweg besonders anschaulich dargestellt. Emotional berührender, ganz einfach, weil man die Betroffenen selbst sieht und reden hört, sind für mich aber die TV-Beiträge.

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