Leserstimmen zu
Die Freundin

Heidi Perks

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Ganz grosses Kino!

Von: Igela

07.03.2020

Charlotte und Harriet sind befreundet, die Kinder sind fast gleich alt. Als Charlotte auf die vierjährige Alice, die Tochter von Harriet aufpasst, kommt es zum Drama. Denn Alice verschwindet auf dem Schulfest, das Charlotte mit den Kindern besucht, spurlos. Die Polizei nimmt sofort die Ermittlungen auf. Doch Alice bleibt verschwunden. Was für alle Beteiligten eine Katastrophe ist. Denn nicht nur Harriet und Brian müssen mit dem Verlust fertig werden. Charlotte muss nicht nur mit ihren Schuldgefühlen kämpfen, sondern sie und ihre Kinder werden auch sozial geächtet. Die Geschichte beginnt mit den Auswirkungen des Entführungsfalles, das heisst 13 Tage nach dem Schulfest, auf dem Alice verschwindet. Und so ist man sehr rasch mitten drin in der Geschichte, die einerseits einen unheimlichen Sog entwickelt und andererseits völlig überraschend anders verläuft als gedacht. Normalerweise verfolgen Storys von Entführungsfällen ein gewisses Schema. Tat - Ermittlungen - Auflösung! In " Die Freundin " geht es nicht in erster Linie um Ermittlungen, die nach einem Entführungsfalles eines Kindes an der Tagesordnung stehen, sondern es geht zentral um Beziehungen, Zwischenmenschliches und die Auswirkung des Ereignisses auf alle Beteiligten. Sehr subtil hat die Autorin gerade die Seite der Schuld, das heisst Schuldzuweisungen und Schuldgefühle, ausgearbeitet. Man spürt förmlich den Hass, den die Eltern von Alice auf Charlotte haben. Und dann ist da natürlich Charlotte, die fast an der Schuld erstickt und deren Bekannte und Freundinnen diese noch zusätzlich schüren. Zeitweise konnte ich mir gar nicht vorstellen, wessen Position schlimmer war. Die der Eltern, die ein Kind verloren haben oder die der Betroffenen, bei der das Kind verschwunden ist? Nach und nach kristallisiert sich heraus, dass die Beziehung zwischen Harriet und Brian ... sagen wir mal speziell war. Aber auch die Beziehung zwischen Harriet und Charlotte von nicht Ausgesprochenem geprägt war. Langsam kriecht das Grauen, Gedanken wie " was wäre wenn " , in die Glieder der Leser. Mich hat dieses Gefühl praktisch das ganze Buch über nicht los gelassen. Und gleichzeitig spürt man, auch das hat die Autorin hervorragend gearbeitet, dass der grosse Knall noch auf einen wartet. Tatsächlich haben die verschiedensten falsche Fährten mich so eingelullt, dass der Twist etwa 100 Seiten vor Schluss mehr als überraschend ist. Die Geschichte nimmt eine Wendung, die ich weder geahnt habe, noch mir vorzustellen konnte. Und hier liefert Heidi Perus ganz grosses Kino ab! Mich hat der Plot begeistert, die Ausführung gefesselt und so gebe ich gerne eine Leseempfehlung ab!

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Der Klappentext klang schonmal enorm vielversprechend und ich habe mich voller Vorfreude in diesen Psychothriller gestürzt. Harriet klingelt bei ihrer besten Freundin Charlotte. Diese soll zum ersten mal auf Harriets kleine Tochter Alice aufpassen.Alice wurde noch nie von anderen Leuten betreut, bisher immer nur von ihren Eltern. Charlotte gegt mit den Kids auf ein Schulfest und die Ereignisse nehmen ihren Lauf.... Schnell folgt das übliche Prozedere, Polizei, Suchaktion und das Befragen der verschiedenen Personen. Ich hatte immer mal wieder eine andere Idee im Kopf was passiert sein könnte und wie alles zusammenhängen könnte, aber was dann irgendwann kam hätte ich nie für möglich gehalten. Plötzlich kam mitten aus dem nichts eine Wendung, die mich völlig umgehauen und nochmehr schockiert hat. Denn plötzlich steht alles in einem ganz anderen Licht und die Gefahr ist praktisch greifbar gewesen. Protagonisten gab es nicht zuviele in diesem Thriller, dafür sind die wenigen aber umso interessanter gezeichnet worden. Ich mochte vor allem Charlotte, aber jeder hatte seine ganz eigene Persönlichkeit. Allerdings hatte auch jeder so seine kleinen Geheimnisse. Ein Aspekt kam in diesem Buch ganz besonders rüber. Ich würde jetzt zu gern schreiben, was mir hier besonders gut gefallen hat, aber dann wüsstet ihr, was genau passiert ist. Also lasst euch überraschen, lest das Buch und seid am besten genauso begeistert wie ich!

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Harriet Hodder lässt zum ersten Mal in ihrem Leben ihre vierjährige Tochter Alice von jemand als ihr und ihrem Mann beaufsichtigen. Ihre beste und einzige Freundin Charlotte Reynolds soll während eines Schulfestes auf Alice aufpassen. Diese lässt sie nur einen Moment aus den Augen und bleibt nur mit ihren drei eigenen Kindern zurück. Alice ist spurlos verschwunden. Ein Entführer meldet sich trotz Aufrufe in den Medien nicht, es gibt keinen Hinweis auf das kleine Mädchen. Harriet ist verzweifelt und zieht sich noch weiter zurück. Sie bricht den Kontakt zu Charlotte ab, die sich schwere Vorwürfe macht, von Freunden und Nachbarn geschnitten und von der Presse massiv bedrängt wird. Der Thriller erzählt zunächst "Charlottes Geschichte" und anschließend "Harriets Geschichte", wobei in jeweils beiden Versionen die Perspektiven beider Frauen berücksichtigt werden. Der erste Teil handelt von Verschwinden Alices und den zwölf Tagen danach, der zweite Teil setzt danach an. Schon früh ist klar, wer in dem Roman der Böse ist und dass etwas in der Ehe zwischen Harriet und Brian nicht stimmt. Brian ist sehr besitzergreifend und kontrollierend, während man bei Harriet nicht sicher sein kann, ob sie unter Depressionen und psychischen Problemen leidet oder ob das nur von Brian suggeriert wird. Aufgrund der offensichtlichen Einteilung in Gut und Böse fand ich den Thriller nur mäßig spannend. Dass es keinerlei Forderung eines Entführers gibt und die Polizei den Fokus ausschließlich auf die beiden Familien Reynolds und Hodder legt und auch nur die beiden Frauen zu verhören scheint, trägt auch nicht zu einer Erhöhung der Spannung bei. "Die Freundin" ist ein unblutiger Psychothriller, der die Geschichte eines verschwundenen Kindes erzählt, wie man sie in ähnlicher Art und Weise schon zuhauf gelesen hat. Bei mir sorgte er für keinerlei Nervenkitzel, war jedoch zumindest schlüssig und nachvollziehbar erzählt.

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Eine echte Überraschung – „Die Freundin“ entpuppte sich beim Lesen als hochspannender und extrem gut konzipierter Psychothriller, nachdem das Szenario auf den ersten Blick gar nicht so besonders wirkte. Nach und nach schält sich auf verschiedenen Erzähl- und Zeitebenen die Wahrheit darüber heraus, was passiert ist. Denn Charlotte passte auf Alice, die Tochter ihrer Freundin Harriet auf, und als Alice in genau dieser Zeit verschwindet, geben die Freundinnen jeweils sich selbst und die Allgemeinheit Charlotte die Schuld. Aber was ist wirklich mit Alice passiert? Hinter ihrem Verschwinden steckt sehr viel mehr, als es zunächst scheint…

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Vielschichtig

Von: Lavender

31.08.2019

4,5 Sterne Dieses Buch hat sich völlig anders entwickelt, als ich erwartet hatte. Nachdem ich mich schon fragte, warum ich noch ein weiteres Buch über ein verschwundenes Kind lesen wollte (denn langsam verursacht es mir Alpträume), wurde ich im Verlauf des Lesens mit einer ganz anderen Geschichte überrascht. Harriet ist etwas verhuscht. Ihr ein und alles ist ihre 4jährige Tochter Alice. Noch nie war sie getrennt von ihr. Aber ausgerechnet am Tag eines Schulfestes vertraut sie Alice ihrer Freundin Charlotte an. Charlotte ist selber Mutter von drei Kindern, geht aber mit dieser Situation völlig anders um als Harriet. Und dann geschieht das Undenkbare: Charlotte schaut einen Moment auf ihr Handy und Alice ist verschwunden. Charlotte fühlt sich unendlich schuldig, auch wenn sie im Grunde nichts falsch gemacht hat. Aber langsam verändern sich die Menschen um sie herum, sehen sie mit anderen Augen und geben ihr tatsächlich die Schuld, halten sie für eine schlechte Mutter. Schon während dieser Handlungsverlauf erzählt wird, merkt man, dass bei Harriet und ihrem Mann Brian etwas nicht stimmt. Das Buch wird in zwei Teilen erzählt; Abwechselnd aus Charlottes und Harriets Sicht. Was zuerst wie eine Geschichte über eine Kindesentführung wirkt, entwickelt sich langsam zu einer völlig anderen Story. Langsam und schleichend bekommt man als Leser eine Ahnung, was eigentlich los ist. Ich hatte mit meiner Idee allerdings falsch gelegen. Die Auflösung ist weit komplexer. Dabei durchleuchtet die Autorin die Hintergründe der beiden Frauen sehr anschaulich. Mir hat vor allem gefallen, dass nach dem (etwas seltsamen Showdown) die Geschichte nicht in Friede, Freude, Eierkuchen endet, sondern auch die tiefgreifenden persönlichen Nachwirkungen, die gewisse Handlungen nach sich ziehen, beleuchtet werden. Ich habe irgendwie nicht so ein komplexes und tiefgründiges Buch erwartet. Deswegen bin ich angenehm überrascht. Der Schreibstil ist flüssig und obwohl es sich nicht um einen Pageturner handelt, entwickelt sich eine gewisse Spannung und ich wollte unbedingt wissen, was denn nun passiert war. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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