Leserstimmen zu
Love to share – Liebe ist die halbe Miete

Beth O'Leary

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Ich lese nicht mehr oft Chick-Lit, weil mir die Geschichten oft zu seicht geworden sind. Hin und wieder kommt es aber dennoch vor, dass ich Lust auf eine kurzweilige, leichte Lektüre habe. Genau das hat dazu geführt, dass ich "Love to share" gehört habe. Ich bin auf das Buch aufmerksam geworden, weil es von zahlreichen Leser*innen auf meinem Goodreads Newsfeed gepostet wurde. Irgendwie hat mich das Cover und die Grundidee angesprochen und ich dachte, dass die Geschichte sehr amüsant und unterhaltsam klingt. Die beiden Protagonisten Tiffy und Leon werden jeweils von einer weiblichen und einem männlichen Sprecher gesprochen, was mir das Zuhören unglaublich erleichtert hat. So weiss man sofort, aus welcher Perspektive die Story gerade erzählt wird. Das Buch beginnt damit, dass Tiffy gerade erst eine Trennung hinter sich hat und sich deshalb auf Wohnungssuche begibt. Zu ihrem Glück wird sie schnell fündig, denn Leon ist auf der Suchen nach einer Person, die mit ihm seine Wohnung teilen will. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine Wohngemeinschaft im klassischen Sinn, sondern er will seine kleine Wohnung abwechselnd mit einem*einer Mitbewohner*in teilen. Das funktioniert deshalb, weil er als Pfleger in einem Krankenhaus arbeitet und durch seine Nachtschichten nur tagsüber in der Wohnung ist. Tiffy, die einen klassischen 9-to-5 Job hat, darf sich dann jeweils nach Feierabend bis zum nächsten Morgen in der Wohnung aufhalten. So kommt es, dass sich Tiffy und Leon zunächst gar nicht persönlich begegnen, denn selbst die Wohnungsübergabe findet durch Leons Freundin statt, da er selbst arbeiten muss. Als Kommunikationsmittel entdecken die beiden Mitbewohner sehr bald Post-Its, die sie überall in der Wohnung verteilen. Und obwohl Tiffy sich sehr rasch in der Wohnung breit macht, was Leon anfangs ein Dorn im Auge ist, merkt er bald, dass dieses Wohnungsarrangement auch seine Vorteile hat. Durch die Post-Its beginnen die beiden sich allmählich näherzukommen, bis es eines Tages natürlich so kommt, wie es kommen muss: Beide befinden sich plötzlich zum selben Zeitpunkt in der Wohnung und stehen sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber... An dieser Stelle möchte ich nicht mehr verraten, denn der Klappentext verrät bereits, in welche Richtung sich die Story weiterentwickelt. Und selbst wenn er das nicht täte, müsste man kein Sherlock Holmes sein, um zu wissen, was sich zwischen den beiden Protagonisten entwickelt. Und genau da fängt meine Kritik an: Der Plot ist total vorhersehbar. Mir war schon nach den ersten Kapiteln klar, wie die Geschichte ausgehen wird, und genau so war es dann auch. Dadurch wirkt der Plot leider sehr konstruiert. Hinzu kommt, dass das Buch eigentlich sehr wenig Handlung beinhaltet. Die erste Hälfte befasst sich vor allem mit dem Alltag der Protagonisten (der ehrlich gesagt nicht sonderlich fesselnd war) und der Kommunikation zwischen Tiffy und Leon via Post-Its. Letzteres klingt im ersten Moment vielleicht ausgefallen und man hat beim Lesen das Gefühl, dass die beiden Charaktere direkt miteinander kommunizieren und sich so besser kennenlernen, aber wenn man länger darüber nachdenkt, dann haben sich diese Ein-Satz-Konversationen über Wochen hinweggezogen, weil beide jeweils nur einen Post-It pro Tag schreiben konnten. Das macht das Ganze irgendwie überhaupt nicht romantisch, sondern nur langwierig und irgendwie lächerlich. Ausserdem waren die Themen, die die beiden auf den Post-Its besprochen hatten, meistens sehr oberflächlich. Die Autorin versucht den Plot durch Nebenhandlungen aufzupeppen. Zum einen geht es um Leons Bruder, der sich (scheinbar zu Unrecht) im Gefängnis befindet. Dieser ganze Nebenplot fand ich total unglaubwürdig und hat sich nicht wirklich gut in die restliche Handlung eingefügt. Es war mir so, als hätte die Autorin versucht, einen Thriller-artigen Aspekt in das Buch miteinfliessen zu lassen, aber letztendlich war diese Nebenstory einfach nur langweilig (und genauso vorhersehbar wie der Hauptplot). Das Gleiche gilt für den zweiten Nebenplot, der sich um Tiffys Exfreund dreht. Am Ende des Buches überschlagen sich die Ereignisse, scheinbar schockierende Enthüllungen werden offenbart, die bei mir aber nur ein müdes Gähnen entlocken konnten, denn dieser Schlussteil hat sich einmal mehr so gar nicht in die restliche Geschichte eingefügt. Das wirkte alles wie wild zusammengewürfelt und nicht richtig durchdacht - wahrscheinlich ist das dem Umstand geschuldet, dass das Buch nicht wirklich einen roten Faden verfolgt und die Autorin die Leser*innen irgendwie bei der Stange halten musste. Was den Erzählstil angeht, so ist er eher simpel gehalten. Ich hatte erwartet, dass das Buch humorvoll sein würde - allein weil die Grundidee mit der geteilten Wohnung schon irgendwie amüsant klingt. Leider sucht man aber vergeblich nach dem Humor in der Geschichte und alles wird sehr trocken erzählt. Anna Carlsson als Sprecherin für Tiffy hat mir gut gefallen und sie hat in meinen Augen sehr gut zur Art der Protagonstin gepasst. Oliver Wnuk hat mir eher weniger gefallen, seine Stimme war mir irgendwie unsympathisch. Aber das ist einfach Geschmackssache. Ich habe gelesen, dass Leons Kapitel im Buch sehr merkwürdig geschrieben sein sollen, fernab von den Grammatikregeln, die wir kennen. Aus diesem Grund bin ich froh, dass ich das Hörbuch gehört habe, denn so konnte man Leons Erzählungen gut folgen und mir wäre gar nicht aufgefallen, dass seine Erzählung ganz anders, als die von Tiffy ist. Fazit: "Love to Share" ist eine typische Chick-Lit, die vor allem Fans des Genres zu empfehlen ist. Mir war die Story zu platt und zu vorhersehbar. Die Idee mit der geteilten Wohnung fand ich sehr originell, aber leider ist es die Geschichte, die daraus entstanden, leider gar nicht. Man kann sich das Hörbuch für zwischendurch anhören, aber ein zweites Mal würde ich das sicher nicht tun. Dafür war mir die Story zu langweilig. Von mir gibt es deshalb nur 2.5 Sterne für das Buch.

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Die Geschichte klingt süß: Tiffy und Leon werden zu Mitbewohnern, ohne sich vorher je gesehen zu haben. Und auch sonst klappt das mit dem persönlichen Kennenlernen nicht, da beide sehr unterschiedliche Arbeitszeiten haben. Kann sich durch das Hinterlassen von Post-It-Nachrichten eine Freundschaft oder sogar Liebe entwickeln? Leider konnte mich das Buch nicht zu 100% überzeugen. - Tiffy ist durch ihre quirlige und verrückte Art zwar sympathisch, es wird aber auch schnell mal zu viel. Ihre ganzen selbst gebastelten Klamotten, ihre unglaublich ausschweifenden Erklärungen und einige kindische Verhaltensweisen machen sie leider auch etwas nervig. - Leon hingegen denkt dafür sehr kurz und wenig. Er ist sehr verschlossen und ehrlich gesagt konnte er das Eis zwischen mir und sich nicht brechen - er ist mir bis zum Ende des Buches relativ unsympathisch geblieben. Am schlimmsten waren jedoch seine halben Sätze ohne Pronomen bzw. einfach der gesamte Schreibtstil von Leons Teil. Die abgehackten Sätze haben das Lesen und vor allem das Verstehen vom Inhalt sehr erschwert, sodass das leider keinen Spaß gemacht hat. - Auch einige Handlungen haben mir überhaupt nicht gefallen, z.B. als Tiffy auf dem Schiff ihrem Ex begegnet und er ihr einen "Sex-Blick" zuwirft (sie betont sehr oft, dass sie sich ganz sicher ist, dass es genau so ein Blick war). Anschließend muss sie es natürlich einfach jedem in ihrem Umfeld erzählen und ausdiskutieren, ob es denn wirklich ein Sex-Blick oder doch vielleicht ein anderer Blick war. Fazit: Die Geschichte hatte sehr viel Potenzial, was leider aber nicht umgesetzt wurde. Eine nette leichte Lektüre für den Urlaub, aber auch da findet man wohl bessere Geschichten.

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Buchhandlung Baeuchle

Von: Inge Baeuchle aus Hinterzarten

14.12.2018

Ja, nett halt und das Buch versucht dann doch tiefschichtiger zu sein, als der Titel zu versprechen droht, von daher nett halt.

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