Leserstimmen zu
Der Bücherdrache

Walter Moers

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Das mittlerweile nicht mehr ganz so neue Buch „Der Bücherdrache“ von Hildegunst von Mythenmetz aka Walter Moers hat kurz nach Veröffentlichung am 25. März 2019 die Bestsellerliste gestürmt. In der typischen mythenmetzischen Art dreht sich die Geschichte ums Träumen, Fantasieren, Lesen und die Kunst des Schreibens. Für mich mischt sich in die Lektüre auch ein wenig Enttäuschung. Seit mittlerweile zwanzig Jahren gibt es den Fantasiekontinent „Zamonien“. Angefangen, diese fabelhafte Welt zu entwickeln, hat Walter Moers in „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ und seither hat er diesen Kontinent in weiteren neuen Romanen erweitert. Auch „Der Bücherdrache“ spielt in „Zamonien“, genauer gesagt in und unter den Katakomben von „Buchhain“. Immer wieder geht es dem Autor ums Träumen und Fantasieren, ums Schreiben und Lesen und um Bücher. In „Zamonien“ haben einige Bücher allerdings ein gefährliches Eigenleben, manche haben sogar gefährliche Zähne und können den geneigten Leser jagen. Die „Gefährlichen Bücher“ leben an Orten wie dem „Labyrinth der träumenden Bücher“. Der „Ormsumpf“ ist genau so ein Ort und dort spielt auch der neue Roman. Soweit nichts Neues. Abenteuer im Ormsumpf „Hildegunst von Mythenmetz“(01) schreibt wieder von seinen Erlebnissen. Mit dabei im „Bücherdrachen“ ist sein Buchling: Hildegunst 2. Die kleinen, schmächtigen, zyklopischen Wesen haben eigentlich nur einen Lebenszweck. Sie lernen das Gesamtwerk eines Autors auswendig, Wort für Wort, Abenteuer für Abenteuer. Der kleine Hildegunst lernt folglich seines Namens, die Werke von „Hildegunst von Mythenmetz“ auswendig. In der Erzählung aber erlebt der kleine Buchling selbst ein Abenteuer: tief im Ormsumpf trifft er auf den Bücherdrachen. Wie gewohnt hat Moers das Buch selbst illustriert, mit aufwändigen Zeichnungen, die sich durch den Text schlängeln. Das ist wie immer wirklich toll. Dass „Der Bücherdrache“ gleich die Bestsellerliste stürmt, ist nicht verwunderlich. Wer, wie ich, vor 20 Jahren den 700-Seiten-Wälzer über „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ verschlungen hat, der kauft heute wahrscheinlich jedes neue Buch über das geliebte „Zamonien“. Dies auch ohne viel von der Handlung vorher zu wissen, denn der eigentliche Star ist sowieso der Kontinent und seine interessanten Bewohner. Wieder ein dünnes Buch statt dicker Schmöker Ich habe „Der Bücherdrachen“ gerne gelesen: eine spannende Geschichte voller typischer Details, liebevoll ausgeschmückt und geschrieben. Trotzdem schleicht sich bei mir in letzter Zeit Enttäuschung in die Lektüre, so auch schon bei Werken wie „Weihnachten auf der Lindwurmfeste“. Zwar liefert Moers eben immer mehr von dem, was wir lieben – aber vieles von dem ist einfach nicht mehr neu. Aber früher gab es pralle, dicke Schmöker mit mehr Tiefe und Komplexität der Geschichten. Die letzten Bücher sind deutlich dünner und meiner Meinung nach auch dürftiger. „Der Bücherdrache“ ist wieder kein typisch verwinkelter Zamonien-Roman, sondern eine sehr linear erzählte Kurzgeschichte. Schön erzählt, unterhaltsam zwar, aber in einem der früheren Moers-Romane wäre das ganze Buch nur ein Nebenschauplatz gewesen. Wer also endlich wieder tief in Zamonien versinken will, dürfte, wie ich, enttäuscht sein. Wer dagegen einfach nur einen kurzen Ausflug nach Zamonien machen will, kann sich auf ein paar schöne Stunden mit dem Bücherdrachen und Hildegunst 2 freuen. (01) hochbegabte Schriftsteller-Echse von der Lindwurmfeste

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In Buchhaim erzählt man sich die Geschichte über den Drachen Nathaviel, der angeblich aus lauter Büchern besteht. Er hätte auf jede Frage eine Antwort sagt man sich, da die Bücher von der mysteriösen Kraft des Orm durchströmt sind. So macht sich der Buchling Hildegunst Zwei auf den Weg in den Ormsumpf und begibt sich in die größte Gefahr überhaupt… Von Walter Moers hatte ich bereits die Geschichte rund ums Hamoulimepp (Weihnachten auf der Lindwurmfeste) gelesen, ein Buch, das mir sehr gut gefallen hat. Insofern war ich sehr gespannt auf den Bücherdrachen, ein Roman aus Zamonien von Hyldegunst von Mythenmetz – den er aus dem Zamonischen übertragen und auch illustriert hat. Die Geschichte ist verständlich geschrieben, aber durchaus sehr umfangreich und intensiv beschrieben. Meiner Ansicht nach keine so leichte Kost, die man einfach mal eben so liest. Ein Buch, für das man sich wirklich die Zeit nehmen sollte, ist es doch dank der wunderbaren Illustrationen auch einfach ein Genuss für die Augen. Die Geschichte hat mich diesmal nicht ganz so sehr fasziniert wie die über Hamoulimepp. Vielleicht war es mir einfach eine Spur zu phantastisch, zu abgedreht? Und ich bevorzuge mehr die „bodenständigen“ Bücher? Generell ist die Geschichte sehr überlegt geschrieben, absolut durchdacht alles. Hier merkt man schon, dass alles „Hand und Fuß“ hat, wie man so schön sagt. Man baut auf vorherige Werke auf, so zumindest habe ich das empfunden, wenn im Buch auf andere Bücher von Walter Moers hingewiesen wird. (findet man als „A.d.Ü.-Fußnoten im laufenden Text immer mal wieder). Die Illustrationen haben mir richtig gut gefallen. Man kann sich gar nicht satt sehen, wenngleich mir hier Farbe noch besser gefallen hat als „nur“ schwarz-weiße Bilder. Wie filigran diese jedoch sind, das ist einfach genial! Allein für die Illustrationen lohnt sich das Durchblättern des Buches. Auch diese phantastischen Wesen sind sehr überlegt gezeichnet – und auch genau so beschrieben im Text. Die Geschichte rund um den Bücherdrachen war wieder ein sehr phantasievolles Werk von Walter Moers. Die Geschichte ist spannend und unterhaltsam, durchaus auch lustig. Mir war das aber diesmal einfach ein bisschen zuviel des Guten, zu abgedreht. Und bei den Illustrationen hat mir ein bisschen die Farbe gefehlt, wenngleich die Illustrationen absolut genial sind. Von mir gibt es hier 3 von 5 Sternen und eine Empfehlung für die Fans von Walter Moers.

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Das Cover fand ich zwar eigenartig aber dennoch interessant & es war was neues für mich. Der Klappentext war jetzt auch nicht abschreckend, er machte mich eher neugierig, da es nun mal um einen Drachen ging. Allerdings viel mir es echt schwer dieses Buch zu lesen. Ich konnte nicht mal Motivation aufbauen. Nach 3-4 Seiten hatte ich schon keine Lust mehr zu lesen. Ich weiß nicht ob es an mir lag, doch ich fand den Schreibstil echt schwer. Deshalb ringte ich ständig mit mir, ob ich es weiterlesen sollte oder nicht. Eine gute Fee gab mir dann das Hörbuch. Natürlich habe ich es dann auch von Anfang an gehört & das war die beste Entscheidung die ich treffen konnte. Es war so viel angenehmer & ich konnte dem Erzähler viel besser folgen, als mir selber beim Lesen. Leider bekam ich erst am Ende richtig Lust auf diese Geschichte, aber auch nur kurz. Denn die Buchlinge versuchten vor dem Bücherdrache zu fliehen. Erst da ging es etwas interessant zu. Dadurch, dass ich mir das Hörbuch angehört habe, vergebe ich dem Buch keine 2 Sterne sondern ⭐⭐⭐

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Halleluja, ich hab ja nach den doch leider nur so mittelguten letzten zwei Büchern nicht mehr unbedingt dran geglaubt, aber glücklicherweise kann der Herr Moers ja doch noch schreiben. Zwar reicht "der Bücherdrache" immer noch nicht im Entferntesten an die Meisterwerke "Käptn Blaubär" oder gar an "Die Stadt der träumenden Bücher" heran, aber es hat für eine nette, kurzweilige Lektüre gereicht. Der zweite Halleluja-Moment: Das Buch ist wieder vom Meister selbst illustriert. Nichts gegen Lydia Rode, aber die Illustrationen von Moers sind halt einfach ein ganz anderes Level. Ich fand den kleinen Comic am Anfang nett, aber der Verdacht, dass einfach ein paar Seiten geschindet werden sollten liegt nahe, genauso die Leseprobe am Schluss, sollen wohl darüber hinwegtäuschen, dass die Geschichte selber ziemlich schmal bemessen ist. Zu schmal, wenn ihr mich fragt, mir ging das alles viel zu schnell. Die Story hätte absolut Potential für mehr gehabt, von daher umso mehr schade drum. Überhaupt - ich hab ein bisschen das Gefühl, dass "Weihnachten auf der Lindwurmfeste" und genauso jetzt auch "der Bücherdrache" ein bisschen lieblos hingeklatscht wurden, einfach um irgendwas zu veröffentlichen. Da hätte ich es doch lieber, dass sie uns mal ein bisschen den Lindner machen, verehrter Herr Moers. Lieber nichts veröffentlichen, als Schmarrn veröffentlichen. Lassen Sie sich gerne Zeit mit dem Schloss der träumenden Bücher, ich verspreche, auch wenn es noch ein paar Jahre dauern sollte - ich werde da sein und ich werde es kaufen und lesen. Aber diese halbgaren Sachen brauchts echt nicht. Jetzt hab ich zwar ein bisschen gemeckert, aber wie ich auch schon in der Einleitung gesagt habe - trotz diverser Unzulänglichkeiten, zu kurz - zu einfach - vorhergehenden Büchern zu ähnlich - war es doch nett und auf jeden Fall besser als "Weihnachten auf der Lindwurmfeste". Die Idee mit dem Bücherdrachen war kreativ und schön beschrieben und ich würde wirklich gerne auch noch mehr vom Bund der Ormlinge lesen (was für eine witzige Idee) und die Illustrationen waren zauberhaft. Trotzdem - unausgegoren, Geldmacherei (20€ für etwas über 110 Seiten Fließtext, da komm ich mir schon leicht ausgenommen vor) und leicht uninspiriert. Schade.

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Grundsätzlich sind alle Zamonien-Romane voneinander unabhängige Werke, auch wenn sie über Schauplätze, Figuren oder sogar Handlungen verknüpft sind. Betrachte ich Der Bücherdrache als ein für sich stehendes Werk, dann halte ich den Roman zumindest in Teilen für gelungen, sogar sehr. Mir gefällt beispielsweise die Idee, die Erzählung mit einem Comic zu beginnen und zu beenden. Und überhaupt sind die Illustrationen mal wieder einfach nur fantastisch – schon allein deshalb lohnt sich das Buch. Grundsätzlich finde ich auch den Versuch gut, Mythenmetz statt zum Erzähler zum Zuhörer zu machen. Auch inhaltlich gefällt mir Der Bücherdrache wirklich gut: Ein Fabelwesen, dass im Vorgängerroman beiläufig in einem Nebensatz erwähnt wird, bekommt eine eigene (und wirklich gute) Geschichte – typisch Moers! Die Umsetzung hingegen löst bei mir keine Begeisterungsstürme aus. Das Zusammenspiel der verschiedenen Dialogebenen ist insgesamt recht unbefriedigend und die Figur des Mythenmetz (leider) vollkommen überflüssig. Eine klassische Erzählform rund um die Abenteuer des kleinen Buchlings Hildegunst Zwei wäre sicherlich spannungserzeugender gewesen und hätte die Möglichkeiten geboten, der Geschichte mehr Plastizität zu verleihen. Schwierig wird es, wenn ich Der Bücherdrache im Kontext des Zamonien-Zyklus‘ betrachte. Ich werden den Verdacht nicht los, dass Mythenmetz hier als Mittel zum Zweck herhalten musste: Wo Mythenmetz draufsteht, werden die Leute schon zugreifen. Leider aber trägt er zur Geschichte nullkommagarnix bei und würde man ihn streichen, funktionierte der Roman immer noch – außer, dass Hildegunst Zwei logischerweise keinen Gesprächspartner hätte, wobei Mythenmetz ja ohnehin fast nichts sagt und schon gar nichts von Belang. Ein Moers-Fan wird sich den Roman bestimmt nicht entgehen lassen und wer neu in Zamonien ist, wird wahrscheinlich auch Gefallen an Moers‘ neustem Werk finden – denn ungewöhnlich sind seine Bücher ausnahmslos und allein davon geht eine unbestreitbare Faszination aus.

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