Leserstimmen zu
Achtsam morden

Karsten Dusse

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Inneres Kind von Dusse hat noch offene Wunden

Von: Anna aus Essen

10.08.2020

Abgesehen davon das Schreibstil, Handlung und Humor eher durchschnittlich sind konnte ich immer wieder nur darüber staunen wie reflektiert Herr Dusse mit der Thematik des inneren Kindes umgeht während er es schafft das ganze Buch hindurch völlig unreflektiert auf anderen Menschen rumzuhacken, von denen er sich offenbar auf die ein oder andere Weise bedroht fühlt. Da wären zu erst einmal Frauen. Die kommen leider nur als Randfiguren vor oder aber als potentielle oder ehemalige Sexualpartnerin. Klar, was sollten Frauen denn auch sonst tun? Sie werden vom Haupcharakter, mit dem Herr Dusse sich wohl stark identifiziert, meist nicht ernst genommen (Kindergartenmuttis), sind dumm und eine Bedrohung (Katharina) oder müssen alles genau so sehen wie die Hauptfigur und unbedingt mit ihr Sex haben wollen (Laura). Zugegeben am Ende kommt es zu einer Art Klärung mit Katharina, aber nur weil die ihre bisherige Position, aus meiner Sicht etwas unlogischerweise, komplett aufgibt und einsieht, dass ihr Ex-Partner die ganze Zeit über Recht hatte, der sich unterdessen nie kritisch mit seinem Fehlverhalten auseinandersetzt (warum auch, er hat ja sein inneres Kind entdeckt). Die zweite große Gruppe von der Herr Dusse sich offensichtlich bedroht fühlt sind Menschen die auf Umweltmisstände und Klimaproblematik aufmerksam machen. Die treten immer als dumme, nicht ernst zu nehmende, heuchlerische, manchmal sogar böse Charaktere auf, die von den "Guten" ganz einfach überlistet werden können. Besonders dämlich finde ich persönlich das Beispiel einer Kindergartenpraktikantin, deren Argumentation gegen Plastik hauptsächlich damit entwertet wird, dass sie fett ist (sowas geht, aber auch wirklich nicht, vor allem bei Frauen oder Herr Dusse?). Es scheint in Herr Dusses Welt sowie in der Romanwelt die Möglichkeit nicht zu existieren, dass es durchaus Menschen gibt die sich ernsthaft für Klimathemen einsetzen, die sich durchaus bewusst sind, dass das keine einfache Angelegenheit ist und es vielerlei Widersprüche aufzulösen gibt. Dies geht aber am besten, wenn alle produktiv mitarbeiten und nicht seine Schuldgefühle ob der eigenen Untätigkeit auf fiktive Charaktere projiziert, die auf Grund ihrer Unzulänglichkeit gar kein Gehör für ihre Anliegen verdienen. Alles in allem hat mir die Thematik mit dem inneren Kind gefallen, der Rest des Inhalts war eher mittelmaß und im schlimmsten Fall nur traurig zu belächeln.

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Nicht mein Geschmack

Von: Mcrini

04.08.2020

Die Idee für das Buch finde ich sehr interessant und wenn man sich durchgelesen hat war es insgesamt auch sehr witzig geschrieben. Es trifft jedoch nicht ganz meinen Geschmack, zum Glück sind Geschmäcker jedoch verschieden und den ein oder anderen wird es daher bestimmt begeistern!

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Ist das denn so gut?

Von: Felix Janke aus Solingen

24.07.2020

Welcher Lektor hat dieses Buch durchgehen lassen? Lang, langweilig, an den Haaren herangezogen. Die einzigen guten Passagen sind aus "das innere Kind'

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Was haben Achtsamkeit und Mord miteinander zu tun? Nun, auf den ersten Blick nicht viel. Doch: Ein Strafverteidiger entdeckt die Vorteile des achtsamen Lebens im Augenblick. Wer hätte gedacht, dass ihm dies eines Tages dabei behilflich sein könnte, ein Mafiakartell zu leiten? "Achtsam morden" ist beste Unterhaltung - man ist sich nie ganz sicher, ob man hier Satire oder einen Krimi liest. Spannung verbindet sich mit einer hervorragenden Persiflage auf bestimmte Aspekte des modernen Lebens.

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„Natürlich können Sie am Gras ziehen, damit es schneller wächst. Sie können aber auch Ihren Kopf auf das Gras legen, während es wächst. Nichts davon wird das Wachstum des Grases beeinflussen. Aber nur bei einer der Alternativen sind Sie ausgeruht, wenn es darum geht, das Gras später zu mähen“ (S. 261). Dies ist nur einer von vielen Ratschlägen des Achtsamkeits-Coach Joschka Breitner. Der Strafverteidiger Björn Diemel ist in einer Kanzlei als „Bäh-Anwalt“ tätig, d.h. er betreut zwielichtige Mandanten, die dem Ansehen der Kanzlei schaden könnten. Seine bereits mit Scheidung drohende Frau zwingt ihn zu einem Achtsamkeits-Coaching, damit er endlich wieder seinen Beruf und Zeit mit der Familie in einen Einklang bringt. Die Achtsamkeitsübungen von Joschka Breitner tragen schnell Früchte und Björn Diemel pendelt zwischen der Welt eines Familienvaters und der Unterwelt von verschiedensten Mafiabossen, die sich gegenseitig und auch ihn über die Klinge springen lassen wollen. Der Schreibstil sowie die Story sind einfach unterhaltsam und genial. Mit der interessanten Mischung aus schwarzem Humor, Tiefgründigkeit und Achtsamkeit zieht Karsten Dusse den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann. Einfach ein Mordsvergnügen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung! 5/5 ⭐

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Zunächst einmal Bravo für diese Crimestory, weil sie völlig anders ist, als alles, was man kennt! Humor ist Geschmacksache – gerade hier scheiden die Geister. Meinen Humor hat Karsten Dusse voll getroffen, ich habe mich mit dieser Satire königlich amüsiert. Björn Diemel ist ein geschmeidiger, narzisstischer Anwalt, eine ziemliche Drecksau der feinen, freundlichen Art, der die Geschäfte eines Clans vertritt, bzw. dessen Oberhaupt. Und weil er für den Klienten Dragan springen muss, wann immer der das für nötig hält, bleibt dabei nicht viel Zeit für die Familie übrig. So stellt seine Frau ein Ultimatum: Diemel muss ein Achtsamkeitsseminar besuchen, um seine Work-Life-Balance in den Griff zu bekommen. So lernt er etwas über Zeitinseln, digitales Fasten oder Single Tasking, was sich auf seine Tätigkeit auswirkt: Diemel lässt sich fortan nichts mehr vom Klienten diktieren … Weiter zur Rezension: https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/achtsam-morden-von-karsten-dusse.html

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Achtsam Morden

Von: Tanja Schmidt

14.05.2020

Ich finde es ist ein rundum gelungenes Buch. Es ist witzig und unterhaltsam geschrieben, man möchte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichte handelt von einem Anwalt der seiner Frau zuliebe einen Achtsamkeitskurs belegt. Er erhofft sich von dem Kurs, das er mehr Zeit für die Familie hat und er bei seiner stressigen Arbeit etwas Gelassenheit findet. Allerdings hat er einen Klienten, der krumme Geschäfte tätigt und dem er ihn immer mal wieder den Kopf retten muß. Als sich seine Frau vorläufig von ihm getrennt hat und er ein Wochenende mit seiner kleinen Tochter verbringen will, kommt ihm sein Klient dazwischen. Er soll ihm wieder mal den Kopf aus der Schlinge holen und löst, durch ein paar unglückliche Zustände, das Problem auf seine Weise. Nun hat er das Problem, das er sich mit Polizei, Kanzlei, Ganoven und Ehefrau auseinander setzen muß. Er entwickelt mit Hilfe seines Achtsamkeitskurses eine Strategie und zieht diese auch durch. Ich fand die Geschichte sehr kurzweilig geschrieben und man wird irgendwie in die Geschichte mit hineingezogen, ich kann das Buch nur empfehlen.

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Seit Literaturexpertin Ulrike Wolz im vergangenen November dieses Buch empfohlen hatte, stand es bei mir auf der Wunschliste, nun bin ich endlich dazu gekommen, es zu lesen – gottseidank, denn es hat mir wahrhaft vergnügliche Lesestunden beschert! Björn Diemel ist von Beruf Strafverteidiger und in einer renommierten Kanzlei zuständig für die sogenannten Bäh-Fälle, das heißt, seine Aufgabe ist es, hochkriminelle Verbrecher vor Gericht zu vertreten und rauszupauken. Sein Hauptmandant ist Dragan Sergowicz, Chef eines Mafia-Clans, der zuverlässig dafür sorgt, dass Björn die Arbeit nie ausgeht. Dafür wird Björn mit Firmenwagen und gutem Gehalt bestens entlohnt, doch das Ganze hat seinen Preis: Für seine Frau Katharina und seine kleine Tochter Emily hat er so gut wie gar keine Zeit mehr und der Stress sorgt für Magenschmerzen und Nackenverspannungen. Irgendwann setzt seine Frau ihm sprichwörtlich die Pistole auf die Brust: Entweder Björn absolviert ein Achtsamkeitstraining oder sie lässt sich scheiden und Björn sieht seine Tochter nie wieder. Also begibt sich Björn in die Praxis von Joschka Breitner, Achtsamkeitscoach und Autor des Werkes „Entschleunigt auf der Überholspur – Achtsamkeit für Führungskräfte.“ Trotz anfänglicher Skepsis merkt Björn schon bald, dass ihm die Übungen gut tun. Er schafft sich selbst Zeitinseln, in denen er sich ganz bewusst Zeit für seine geliebte kleine Emily nimmt und die Arbeit Arbeit sein lässt. Das klappt so lange, bis er mit Emily ein Wochenende in einem Haus am See plant. Katharina hat Bedenken und droht erneut, ihm Emily zu entziehen, sollte bei diesem Vater-Tochter-Wochenende etwas schiefgehen. Und dann droht tatsächlich alles aus dem Ruder zu laufen: Dragan tappt in eine Falle, es kommt zu zwei spektakulären Morden inklusive Handgranatenexplosion. Dumm nur, dass ein ganzer Bus voller Schulkinder unfreiwillig Zeuge dieser Gewalttaten wird, folglich existieren jede Menge Handyvideos davon, die sich in Nullkommanichts verbreiten. Ganz klar: Dragan muss untertauchen, sofort, und Björn soll ihm dabei helfen, sonst ist er ein toter Mann und auch Emily würde das nicht überleben. Was bleibt Björn also übrig, als Dragan zu helfen? Fürs Erste versteckt er ihn im Kofferraum und fährt dann wie geplant mit Emily an den See. Was folgt, ist so abstrus wie amüsant. Denn der erste Mord – ganz achtsam und entschleunigt begangen – zieht jede Menge Vertuschungsmanöver und auch fast ein halbes Dutzend weiterer Morde nach sich. Ehe Björn sich versieht, wird er an Dragans Stelle zum Clan-Chef und muss einen drohenden Bandenkrieg mit Dragans Widersacher ebenso abwehren wie die Ermittlungen der Polizei. Was der Kindergarten „Wie ein Fisch im Wasser“, McDonalds und ein geplantes Edelbordell damit zu tun haben, das lest Ihr am besten selbst. So makaber es klingt: Trotz einiger sehr brutaler Szenen habe ich mich beim Lesen wirklich bestens amüsiert. Es ist einfach herrlich zu lesen, wie Björn die Empfehlungen seines Achtsamkeits-Ratgebers umsetzt und darin tatsächlich ganz wunderbare Ratschläge für sein weiteres kriminelles Vorgehen findet. Doch auch wer nicht vorhat, einen Mord zu begehen oder einen Mafia-Clan zu führen, kann hier einiges lernen. Denn jedem Kapitel ist ein Aspekt aus dem Achtsamkeits-Ratgeber vorangestellt. Es geht dabei um Basiswissen über Achtsamkeit, um bewusstes Atmen, digitales Fasten, um wertungsfreie Wahrnehmung, den Umgang mit Zeitdruck oder Panik, um Kommunikation oder das In-sich-hinein-Lächeln. Vor allem letzteres habe ich beim Lesen immer wieder praktiziert. Fazit: Eine skurrile Geschichte voll schwarzen Humors, die sich sehr vergnüglich liest und Lust auf mehr macht. Soeben ist der Nachfolgeband „Das Kind in mir will achtsam morden“ erschienen, den ich nun unbedingt auch noch lesen muss – ganz entschleunigt natürlich.

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