Leserstimmen zu
Meine Suche nach dem Nichts

Lena Schnabl

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Das Schöne an Büchern ist, dass man Dinge 'erleben' kann, die einem im realen Leben zu gefährlich, zu verrückt oder zu strapaziös sind. Letzteres trifft sicher auf diesen Erfahrungsbericht zu. Die Journalistin und Japanologin Lena Schnabl schildert darin ihren über tausend Kilometer langen Marsch auf dem japanischen Pilgerweg rund um die Insel Shikoku. Auslöser war eine längere Krankheit, die sie zu Beginn sehr ausführlich schildert, so dass ich schon ein wenig ungeduldig wurde, wann die Pilgerreise endlich beginnt. Eine Strecke, die an 88 Tempeln vorbeiführt, stellte ich mir sehr idyllisch und naturnah vor, doch schnell wurde ich eines Besseren belehrt. Ein Großteil der Strecke ist asphaltiert und führt mitunter durch stickige Tunnel, wo die Pilgerin vorbeirauschenden LKWs ausweichen muss. Auch die Begegnungen mit Einheimischen und anderen Pilgern ist nicht immer angenehm, besonders wenn man in eine Unterkunft gerät, die es auf alleinreisende Frauen abgesehen hat. Von romantischer Verklärung also keine Spur, dafür lässt uns Lena Schnabl den Marsch durch verlassene Gegenden bei sengender Hitze, den mühsamen Auf- und Abstieg von Bergen, die entspannenden Momente in einem Onsen oder den Genuss verschiedenster Snacks aus den Convenience Stores, den Combinis, hautnah miterleben. Sie gibt auch Einblick in typisch japanische Eigenschaften wie die Koketterie, erläutert sprachliche Eigenheiten und verschiedenen Legenden wie die über Winkekatzen, so dass nicht nur Pilger-, sondern auch Japaninteressierte auf ihre Kosten kommen. Spannend fand ich nicht nur ihre Eindrücke und Erlebnisse während der einzelnen Etappen, die sie auch fotografisch festgehalten hat, sondern auch ihre philosophischen Gedanken über das Leben und über sich selbst und ihre Veränderung. Die permanenten körperlichen Schmerzen und Erschöpfungszustände zwingen sie, ihren Körper neu kennenzulernen und ihre Grenzen auszuloten. Eine wertvolle Erkenntnis, die ich aus diesem Buch gewonnen habe, lautet: Es gibt kein Erreichen. Es liegt wohl in der Natur des Menschen, dass man ständig Dinge, ob Routineaufgaben oder große Projekte, zum Abschluss bringen möchte, und allmählich begreift, dass man sich in einem ewigen Kreislauf befindet, in dem nur der gegenwärtige Moment von Bedeutung ist – ähnlich wie dieser Pilgerweg, der in Tokushima von neuem beginnt.

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»Und wenn die Zehen lila werden, gehen Sie bitte wieder ins Krankenhaus. Okay?« Die Autorin Lena Schnabl ist Journalistin, hat Japanologie studiert und war zig mal in Japan. Nach einer schweren Krankheit beschließt sie zu pilgern. Rund um die Insel Shikoku führt ein 1.300 km langer Pilgerweg. 88 Tempel liegen auf der Hauptstrecke. »And can I have a spoon?«, bestellt der Typ auch noch Löffel für die Suppe. Die trinkt man doch. Aber gut, Hochmut ist sicher keine buddhistische Tugend. Das Tempelessen ist vegetarisch, wird in verschiedensten Schälchen serviert und schmeckt ziemlich lecker. Shojin ryori heißt es, was so viel bedeutet wie »Küche der religiösen Hingabe«. Lena Schnabel kennt sich mit den Besonderheiten der japanischen Sprache, Kultur und den aktuellen Entwicklungen in der Gesellschaft aus. Perfekt, um uns Nicht-Japanern die Eigenarten dieses Landes zu erklären. Warum sagt man in Japan »die Ampel ist blau«, obwohl sie grün leuchtet? Was bedeutet es, wenn jemand sagt, sie wandere "chokochoko"? Sie erzählt von den Mythen des Meister Kobo, von Trail Magic und anderen Pilgern. Sie schildert die Gebräuche in den heißen Bädern, die Rituale im Tempel und die abwechslungsreiche Landschaft. In den Beschreibungen ihres Tages erfährt man Hilfreiches über die praktische Seite des Pilgerns: Wo übernachte ich? Wie ernähre ich mich? Wie schütze ich mich vor der Sonne und Blasen? Die Japaner, im Alltag sehr zurückhaltend mit Hilfe, sind den Pilgern gegenüber ungeheuer freundlich und großzügig. Tage der Erschöpfung weichen Tagen der Wut; dem Wunsch, allein zu sein; aber auch dem Glück und der Euphorie auf dem »Weg, der das Herz wäscht und poliert«. Fazit: Ein wunderschönes Buch. Leseempfehlung für Japan-Fans, Pilger und Reiselustige.

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alternativer Japanführer

Von: JakobderWanderer aus Brensbach

24.07.2019

Abgesehen von dem flüssigen Schreibstil, bietet Lena Schnabl viele Informationen über Japan: die Sitten, typische Redewendungen usw. Auch wer nicht unbedingt pilgern möchte oder gar Pilger ist, sollte dieses Buch lesen, es bringt Japan näher.

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Jeder ist irgendwann auf der Suche, nach dem Nichts, oder dem Sinn des Lebens. Die Autorin Lena hat sich hierfür den japanischen Jakobsweg ausgesucht und beschreibt eindrucksvoll ihre Etappen und Lehrmeister. Bis zu diesem Buch war mir dieser Jakobsweg nicht bekannt und ich habe mich komplett fallen gelassen und eine eigene Reise ins Nichts erlebt. Herrlich Bilder, eindrucksvolle Erlebnisse und sehr viel Mut. Ich werde über eine Reise nach Japan nachdenken.

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