Leserstimmen zu
Vardo – Nach dem Sturm

Kiran Millwood Hargrave

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Düster. Bedrückend. Berührend. So lautet mein Fazit zu „Vardø“ von Kiran Millwood Hargrave, das ich vor ein paar Tagen beendet habe. Dass das Leben auf der kleinen Insel an der Nordostküste Norwegens hart und entbehrungsreich ist, wird schon zu Beginn des Romans durch Hargraves bildhafte und ungeschönte Erzählweise deutlich. Der Tod der Fischer bei dem Sturm ist zuallererst eine Tragödie für die Frauen der Siedlung. In dem Versuch, sich selbstständig ein Überleben zu sichern, ergeben sich außerdem neue Dynamiken und Spannungen unter den Frauen, was aus der Sicht der jungen Maren eindringlich und spannend beschrieben wird. Noch grauenhafter als die Folgen der Naturgewalt ist jedoch der Schrecken, den ein einziger Mann über die Insel bringt: Der Kommissar und Hexenverfolger Absalom Cornet. Zu Beginn brauchte ich ein wenig, um mich in den ungewöhnlichen Schreibstil hineinzufinden. Die Geschichte entwickelt sich zunächst langsam mit dem Fokus auf zwischenmenschlichen Beziehungen, einerseits unter den Frauen in Vardø, anderseits zwischen Cornet und seiner jungen Gattin Ursa. Die Mischung aus Angst, Leid, Hass, Verrat und Lügen, die wie eine dunkle Wolke über der Insel schwebt und sich zum Ende hin in einen schrecklichen Sturm verwandelt, konnte ich bei der Lektüre ununterbrochen nachempfinden. Dieser von wahren Begebenheiten inspirierte Roman ist für mich ein bedrückendes Buch mit wichtigen Aussagen zu den Themen Machtmissbrauch, Hetze und Selbstbestimmung, die auch heute noch höchstaktuell sind. Klare Leseempfehlung!

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Inhalt : Vardø, Norwegen am Weihnachtsabend 1617. Maren sieht einen plötzlichen, heftigen Sturm über dem Meer aufziehen. Vierzig Fischer, darunter ihr Vater und Bruder, zerschellen an den Felsen. Alle Männer der Insel sind ausgelöscht – und die Frauen von Vardø bleiben allein zurück. Drei Jahre später setzt ein unheilvoller Mann seinen Fuß auf die abgelegene Insel. In Schottland hat Absalom Cornet Hexen verbrannt, jetzt soll er auf Vardø für Ordnung sorgen. Ihn begleitet seine junge norwegische Ehefrau. Ursa findet die Autorität ihres Mannes aufregend und hat zugleich Angst davor. Auf Vardø begegnet sie Maren und erkennt in ihr etwas, das sie noch nie zuvor erlebt hat: eine unabhängige Frau. Doch für Absalom ist Vardø nur eins - eine Insel, die von Gott verlassen wurde und die er von teuflischer Sünde befreien muss. Vita : Kiran Millwood Hargrave wurde 1990 in Surrey geboren. In ihrem ersten Jahr an der Universität begann sie Lyrik zu verfassen und veröffentlichte drei Gedichtbände und ein Theaterstück. Ihre Kinderbücher wurden in England sofort zu Bestsellern, sie gewann den Waterstones Children's Book Prize und den British Book Awards für das Children's Book of the Year. »Vardø. Nach dem Sturm« ist ihr erster Roman für Erwachsene. Mit ihrem Mann Tom und der Katze Luna lebt die Autorin in Oxford direkt am Fluss. Buchbesprechung : Die Autorin Kira Millwood Hargrave greift in ihrem neuen Roman eine wahre Begebenheit auf. Am Weihnachtsabend im Jahre 1617  gab es in Norwegen das schlimmste Unwetter aller Zeiten. Besonders betroffen war die östlich gelegene Insel Vardo. Alle Männer kommen ums Leben, die Frauen bleiben zurück. Von diesem unglück zutiefst erschüttert, müssen die Frauen versuchen, in dieser kargen Gegend fast ohne männliche Hilfe zurechtzukommen. Unsere Protagonistin Maren hat durch den verheerenden Sturm Vater, Bruder und den Verlobten verloren und muss nun mit ihrer Mutter und der schwangeren Schwägerin Diinna zurechtkommen. Zur gleichen Zeit kam es in Nordnorwegen zu einer Welle von Hexenverfolgungen. Diese macht auch vor der Insel Vardo nicht halt. Drei Jahre nach dem Unglück soll Absalom Cornet, der schon in Schottland Hexen verbrannt hat, auf Vardo für Ordnung sorgen. Mit dabei ist auch seine junge Frau Ursa. Die beiden haben erst vor kurzem geheiratet und Ursa ist in allem noch völlig unerfahren, vor allem im Führen eines Haushaltes. Ursa wird von den Inselbewohnerinnen argwöhnisch beäugt, aber nach und nach entwickelt sich so etwas wie eine zarte Freundschaft zwischen ihr und Maren, da sie sich Mren anvertrauen kann und diese ihr auch in alltäglichen Sachen Ratschläge gibt und ihr hilft, sich zurechtzufinden. Das Tun des Hexenverfolgers Absalom Cornet ist grausam und schwer zu ertragen, vor allem, da es auf historischen Tatsachen beruht. Die Autorin hat einen ganz einzigartigen und behutsamen Schreibstil, der das Buch für mich zu etwas ganz besonderem gemacht hat. Die Charaktere wurden von der Autorin sehr gut herausgearbeitet und auch die verschiedenen Glaubensrichtungen wurden anschaulich dargestellt. Insbesondere die Macht der Liebe, die alle Schwierigkeiten überwinden kann und sich immer einen Weg bahnt, hat die Schriftstellerin toll beschrieben, was mir sehr gut gefallen hat. Die Hexenverfolgung in Nordnorwegen war mir bis dato völlig unbekannt und ich werde mich in diese Thematik mit Sicherheit noch mehr vertiefen. Für mich war dieses Buch eine absolutes Lebens-Lese-Highlight. Ich vergebe hier die Höchstbewertung von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung. Einen ganz, ganz lieben Dank an die Verlagsgruppe Random House GmbH und das Bloggerportal für die kostenlose Zusendung des Rezensionsexemplares.

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Das Buch hat ein bisschen gebraucht um seine Faszination auf mich auszuüben, die ersten ca. 100 Seiten zogen sich, die leider recht oberflächlich beschriebene Maren die mir dazu noch total unsympathisch ist, erschwerte mir den Einstieg. Dann wurde das Buch zunehmend fesselnder und der beeindruckend intensive Schreibstil hat mich dann vollends ins Buch gezogen. Die Handlung ist nicht wirklich spektakulär oder spannend, allerdings sind die Charaktere sehr authentisch und mir ans Herz gewachsen. Toll war es die historischen Hintergründe die mir sehr gefallen haben, zu lesen, und wie sich dann am Ende alles zusammengefügt hat. Ein faszinierend, eindringlicher Roman, der mir sehr gut gefallen hat.

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Spannendes Buch mit tollem Setting

Von: JennyPenny

27.08.2020

Mitreisender fiktiver Roman der mit vielen Gut recherchierten historischen Details zum Leben erweckt wird. Kiran Millwood Hargrave erzählt im Roman „Vardo – Nach dem Sturm“ berührend und eindringlich über das reale Schicksal der Frauen in der titelgebenden Gemeinde Norwegens im Jahr 1617, die sich schon bald nach dem Unwetter und dem Verlust ihrer Männer der Macht der von der Regierung entsendeten Hexenverfolger gegenüber sehen, die die Gesetze erbarmungslos durchsetzen. Gleichzeitig schreibt die Autorin zart und behutsam über Liebe, die nicht zerstört werden kann und sich ihre eigenen Wege sucht. Ein Roman mit einem ganz eigenen Klang, der in Erinnerung bleibt. Leseempfehlung!

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stellt euch vor: ihr müsst mit ansehen wie euer vater und andere männer auf offener see ertrinken...ihre leichen werden wenig später angespült...übrig bleiben nur noch kinder oder alte männer...in einer zeit zu der die frauenrechte noch in weiter ferne lagen, passiert dies bei einem sturm in norwegen...für viele ist klar - dies ist das werk von hexen... das buch handelt von einer wahren begebenheit und macht es für mich noch greifbarer als es sowieso schon ist...ich hatte das buch eigentlich in 4 abschnitte unterteilt...tja, planung ist immer gut...von einem nachmittag zum nächsten war das buch dann aber doch schon ausgelesen...ich konnte mich nicht los reißen...wollte es auch nicht... dieses buch hat etwas in mir bewegt...mein herz schlug schneller und ich litt...als wäre ich teil dieser frauen...frauen, die ihren weg finden müssen...doch nicht jeder ist mit diesem weg einverstanden und so entstehen missgunst und gerüchte... die geschichte ist packend, traurig und herzergreifend...diese frauen durchleben liebe und hass...ein teil von ihnen kämpft für ihre freiheit...sie bringen den mut auf sich aufzulehnen...doch zu einer zeit von hexen und zauberer gleicht dies fast einem kampf gegen windmühlen... ich bin hin und weg von der autorin...der schreibstil einfühlsam und intensiv...das ende lässt spielraum für die zukunft...ich kann einfach nicht anders als deutlich zu sagen, dass ich dieses buch liebe... dem ein oder anderen wird es vielleicht zu langweilig sein...es ist ein ruhiger roman...zwischen den zeilen steht aber so viel...lasst euch darauf ein und vergesst niemals - kämpft für eure ziele...

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Vardo

Von: Kochmicha

24.07.2020

Ein sehr gutes Buch,habe es sehr schnell durch gehabt. Ich kann es nur weiterempfehlen

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Am 24. Dezember 1617 wird die nordnorwegische Insel Vardø von einem Sturm heimgesucht. Die Männer sind aufs Meer hinausgefahren, um zu fischen und kommen alle ums Leben. Die Frauen von Vardø bleiben allein zurück, bis sie einen Kommissar vor die Nase gesetzt bekommen... . Fazit: Ich Depp hab erst geglaubt, die Geschichte wär ausgedacht... bis ich das Nachwort gelesen hab 🙈 ein unglaublich interessantes historisches Event, eine unglaublich tolle Grundlage! Die Autorin hat das Setting und die Charaktere sehr gut rübergebracht, Vardø ist diese triste Insel, auf der es im Winter immer dunkel ist und das ganze Jahr saukalt. Die Stimmung ist sehr bedrückend und authentisch. Ich hab leider sehr lang gebraucht, um in das Buch reinzukommen. Die erste Hälfte spielt sich zu großen Teilen in den Köpfen der Protagonistinnen ab, sehr bedrückend und wenig Handlung... ich bin eine Leserin, die sehr viel Spannung braucht, deswegen wars schwierig. Die zweite Hälfte gibt dann aber ordentlich Gas und hat mich total bei der Stange gehalten. Was ich vermisst hab, waren mehr Infos über eine reine Frauengemeinschaft im 17. Jahrhundert. Das war eigentlich die Prämisse, die mich am meisten interessiert hat. Unterm Strich ein guter historischer Roman, der noch mehr Potenzial hätte: 3,5/5🌟

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Zum Inhalt: Als Weihnachten 1617 ein verheerender Sturm auf die norwegische Insel Vardo zu zieht, sind die Männer gerade beim Fischfang. Gegen das Unwetter haben sie keine Chance. Die Frauen der Insel haben ihre Männer, Väter, Brüder verloren und versinken in gemeinschaftlicher Trauer. Doch das Leben muss weitergehen ... Dann wird ein Kommissar auf die Insel geschickt, der sich in Schottland mit Hexenprozessen einen Namen gemacht hat. Er wird begleitet von seiner jungen, ihm frisch angetrauten Ehefrau ... Meine Meinung: Das Buch hätte ich mir von selbst nie gekauft, da der Klappentext nicht meinen Lesevorlieben entspricht. Auch das Cover hätte mich nicht dazu animiert, mich näher damit zu befassen. Da ist es doch gut, wenn man mal ein Überraschungsbuch erhält. Ich habe etwas mehr als 100 Seiten gebraucht, bis ich in der Geschichte „angekommen“ bin. Und es ist auch keine „leichte“ Lektüre, aber es lohnt sich „dranzubleiben“. Die ausführlichen Schilderungen des Lebens in der damaligen Zeit fand ich sehr beeindruckend. Die Unterschiede zwischen Stadt und Dorf sowie zwischen besser situierten und einfachen Leuten waren schon seinerzeit sehr deutlich. Rückblickend aus heutiger Sicht wirkte jedoch alles recht bedrückend auf mich. Sehr detailliert wird auch auf die Rolle der Frauen eingegangen, die so gut wie keinerlei Rechte und Ansprüche hatten. Und wenn sich doch eine Frau traute, aufzubegehren, lief sie Gefahr als Hexe verurteilt zu werden. Das Leben war für sie somit ständig eine Gratwanderung. Explizit verarbeitet die Story auch die große Palette von menschlichen Verhaltensweisen – sowohl in positiver Hinsicht, als auch in schlechter. Es wird aufgezeigt, wie sich aus Nichtigkeiten und kleinen Eifersüchteleien im Rahmen einer Gruppe Tendenzen ausbreiten können, die im Endeffekt eine Eigendynamik entwickeln und schwer zu stoppen sind. Fazit: eine kraftvolle Geschichte mit viel Dramatik

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