Leserstimmen zu
Wie wir Menschen wurden

Prof. Dr. Madelaine Böhme, Rüdiger Braun, Florian Breier

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Von „Udo“, dem Danuvius guggenmosi, mit seinem Spitznamen nach dem Rockmusiker Udo Lindenberg, der 2016 seinen 70. Geburtstag feierte, fand Prof. Dr. Madelaine Böhme, Geowissenschaftlerin und Paläontologin acht Knoche und Fragmente im Allgäu. Doch dieser Fund war unter anderem nicht nur der Anlass, mit zwei weiteren Autoren dieses spannende, popularwissenschaftliche Sachbuch zu schreiben, er könnte auch die Herkunft und Entwicklungsgeschichte des Menschen aus den gängigen Theorien heraus hebeln. Weltweit wird vermutet, die Wiege der Menschheit liege in Afrika. Gegen diese Theorie sprechen zahlreiche paläontologische Funde in Europa und Asien. Etwas schwierig ist es mit den vielen lateinischen Namen der Vormenschen und Menschenarten beim Lesen zurechtzukommen. Da helfen viele gut gestaltete Grafiken und bieten dem Leser eine Orientierung. Regelrecht mit fiebern kann man bei den verschiedenen Ausgrabungsgeschichten, die die kriminalistische Spuren-suche nach den Ursprüngen der Menschheit immer wieder zu einem Puzzle werden lässt, das sich immer stärker zu einem Bild verdichtet. Welche Vorteile der aufrechte Gang bietet, wie der Mensch eventuell das Feuer für sich entdeckt hat, wie er erste Werkzeuge geschaffen hat wird zwar spekulativ aber sehr logisch erzählt. Und selbst auf so etwas Selbstverständliches wie seine eigene Hand blickt man nach der Lektüre dieses Buches mit ganz neuem Verständnis. Wer mehr über seine Herkunft, über die jahrmillionenalte Geschichte der Menschheit erfahren möchte, über die Ausbreitung des Menschen über die Welt, über seine Entdeckerlust, über Klimaveränderungen, über prähistorische Landschaften sollte sich diesen Wissenschaftskrimi nicht entgehen lassen. Ein 19-seitiges Glossar bietet dem Interessierten genug Literaturhinweise, um sich tiefer in die Materie einzulesen.

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Prof. Dr. Madelaine Böhme, Geowissenschaftlerin und Paläontologin, ist seit Ende 2009 Professorin für terrestrische Paläoklimatologie an der Universität Tübingen und Gründungsdirektorin des Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP Tübingen). Sie zählt zu den profiliertesten Paläo-Klimatologen und Paläo-Umweltforschern und betrachtet die menschliche Evolution auch im Hinblick auf die Veränderungen des Klimas und der Umwelt. 2017 untersuchte Böhme zusammen mit einem Forscherteam einen in Griechenland gefundenen Unterkiefer und einen Zahn aus Bulgarien, die dem Vormenschen Graecopithecus freybergi zugeschrieben werden. Ihre (und die anderer) Erfahrungen, Beobachtungen und Schlussfolgerungen beschreibt sie auf spannende und informative Weise in Wie wir Menschen wurden. Professor Böhme und ihre (journalistischen Co-Autoren) unternehmen mit dem Leser eine Reise durch Zeit und Raum. Dabei erfährt man neben fundierten, auf Ausgrabungen basierenden Fakten auch ungeklärte Kriminalfälle der Paläontologie. Auch wenn der wissenschaftliche Apekt nie vernachlässigt wird und man mit Bezeichnungen wie Graecopithecus, Sahelanthropus, Dryopithecus schon fast erschlagen wird, findet auch der Laie Zugang zu dieser interessanten Forschungsbereich. Eine Antwort auf die Frage wie wir Menschen wurden bekommen wir nicht, aber zumindest werden einem die potentiellen Vorfahren der eigenen Art näher gebracht. Eine kriminalistische Spurensuche nach den Ursprüngen der Menschheit ist tatsächlich spannend. Und beendet ist die Frage unseres Ursprungs immer noch nicht. Und durch neue Funde erfahren wir zum einen mehr, aber neue Fragen warten ebenfalls auf eine Antort. Ist Afrika wirklich die Wiege der Menschheit? Und welche Verwandten des Homo sapiens warten noch auf ihre Entdeckung? Wer mehr über die Herkunft der Menschen wissen will wird mit diesem Buch seine Freude haben.

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