Leserstimmen zu
Ich umarme den Tod mit meinem Leben

Marianne Sägebrecht

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Buchinfo Die Schauspielerin Marianne Sägebrecht liebt das Leben in all seinen Facetten, begeistert sich leidenschaftlich für andere Menschen, für Geschichten und die großen und kleinen Fragen des Lebens. Eigenwillig, unbestechlich und bodenständig schildert sie in ihrem neuen Buch ihre eigene Sicht auf die Dinge. Mit ihren feinsinnigen Beschreibungen kommt sie den Leserinnen und Lesern ganz nah und verzaubert sie durch ihre besondere Wahrnehmung in einer eigenen Sprache voller poetischer Farben. Es ist ihr persönlichstes und wichtigstes Buch, erwachsen aus den Erfahrungen in der Sterbebegleitung als junges Mädchen und ihrem langjährigen Engagement in der Hospizbewegung. Unerschütterlich vertritt sie ihren Glauben an Gott, an die Unsterblichkeit der Seelen, an das Gute im Menschen und an die Kraft der Liebe. Und ermutigt, das Sterben wieder ins Leben zu holen. (Quelle: Verlag) Positiv Der erste positive Punkt, der mir auffiel als ich das Buch aufschlug, war die Gestaltung. Blumenranken, Skizzen am Kapitelanfang, asiatische Schriftzeichern, unterschiedliche Schriftarten, eingeschobene Zitate als eigenständige Absätze - das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Dadurch lockert das Buch optisch auf und man wird als Leser nicht von einem Fließtext erschlagen. Hat man sich mal an den (stellenweise) recht eigenwilligen Schreibstil von Frau Sägebrecht gewöhnt, lässt sich das Buch zügig und flüssig lesen. Wobei es - in meinen Augen - kein Buch ist, was man mal so eben nebenbei wegliest. Negativ Ich weiß nicht, ob ich mir einfach etwas anderes unter dem Buch vorgestellt habe, oder ob mir das Buch etwas versprach, was es im Endeffekt nicht halten konnte. Vorgestellt hatte ich mir eigentlich verschiedene (erlebte) Geschichten über Sterbebegleitung und den Tod. Diese Geschichten kommen vor, das steht völlig außer Frage, doch leider anders, als ich es mir gewünscht hätte. Marianne Sägebrecht beginnt das Buch mit ihrer Geburt und schreibt auch über die Zeit davor, als ihre Mutter sie noch unterm Herzen trug. Das ist prinzipiell auch kein Problem, immerhin bekommt man von den Eltern und der Familie einiges aus dieser Zeit erzählt, aber hier wurde geschrieben, als wenn Frau Sägebrecht sich noch aktiv daran erinnern könnte. Das ist einfach nicht mein Fall, da ich das doch recht verwirrend finde. Mir ist natürlich bewusst, dass das fiktive Überlegungen sind, aber ich finde es eben doch etwas befremdlich. Am Anfang dachte ich noch, dass Rückblicke und gegenwärtige Erzählungen optisch durch die Schriftart und Randgestaltung der Seiten voneinander getrennt seien. Leider musste ich feststellen, dass dies nicht komplett durchgezogen wird. Das verwirrte mich unnötig und hinderte meinen Lesefluss an manchen Stellen. Ein weiterer Punkt, der mir nicht gefallen hat, ist die ewige Erwähnung von Gott. Marianne Sägebrecht ist Katholikin, ich selbst Heide und der nordischen Mhytologie zugetan - dass das nicht gänzlich passt ist klar. Ich habe überhaupt kein Problem mit anderen Religionen oder Glaubensrichtungen, ganz im Gegenteil. Ich finde das ziemlich interessant und habe auch einiges an Wissen darüber angehäuft, aber ich bin nicht gerade ein Fan davon, wenn es damit (für mein Gefühl) übertrieben wird. Und in diesem Buch war es mir leider zu viel des Guten. Ständig wird Gott bei allem erwähnt, seitenweise über einen bestimmten Kaplan geschrieben, andauernd gebetet,... Für viele Menschen spielt der Glaube eine große Rolle, besonders in Zeiten, in denen es ihnen schlecht geht. Ich finde es auch wirklich toll, wenn Menschen in Gebeten neue Kraft oder Mut schöpfen können - aber da ich das in der Form nicht kann und nicht so empfinde, war das nichts für mich. Schreibstil Eigenwillig und anders. Ich denke so kann man den Schreibstil recht gut beschreiben. Erzählungen aus ihrem Leben wechseln sich ab mit der direkten Ansprache: "Liebe Leserinnen und Leser", die einen in das Buch ziehen und integrieren soll. Das ist zwischendurch ganz nett, aber mir irgendwann doch ein bisschen auf den Keks gegangen. Hat man sich in den Schreibstil eingelesen, dann liest sich das Buch wirklich flüssig und zügig. Durch die kurzen Kapitel und die eingeschobenen Abschnitte mit Zitaten anderer Schriftsteller wird das ganze etwas aufgelockert und man hat die Möglichkeit immer mal wieder Pausen einzulegen und doch schnell wieder in die Geschichte zu finden. Fazit Als ich mitbekommen hatte, dass ausgerechnet Marianne Sägebrecht - die ich als Schauspielerin wirklich großartig finde - ein Buch über Sterbebegleitung und Tod geschrieben hat, war mir sofort klar, dass ich dieses Buch haben muss! Leider war es so ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Gerechnet hatte ich eher weniger mit der Lebensgeschichte und mehr mit Sterbebegleitung und dem Thema Tod an sich. Auch das Thema Gott und die ganze spirituelle Sache war mir einfach etwas zu viel. Wer aber selbst christlich gläubig ist und daraus Kraft und Mut schöpfen kann, ist hier sicherlich genau richtig.

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Eigenwillig und anders

Von: Natascha

09.07.2019

Ich habe mich wirklich sehr auf dieses Buch gefreut, da ich ein großer Fan der Schauspielerin Marianne Sägebrecht bin. Leider muss ich sagen, dass mich dieses Buch enttäuscht hat und ich mir irgendwie mehr von ihm und der Autorin erwartet hätte. Für die Gestaltung des Einbands und die Optik vergebe ich gerne 5 von 5 Sternen. Die Skizzen, Blumen, Schriftzeichen und abgesetzten Zitate lockern den Text gekonnt auf und lockern das doch recht ersten Thema etwas auf. Dafür gebe ich gerne die volle Punktzahl. Ich finde es auch gut, wenn man hin und wieder mal ein paar Worte oder vielleicht sogar einen ganzen Absatz in Kursivschrift einfügt. Das hier allerdings ganze Kapitel in Kursivschrift gedruckt wurden, fand ich auf Dauer beim Lesen doch recht anstrengend. Nun zum Inhalt (Vorsicht, kann Spoiler enthalten!): Der Inhalt wechselt mit jedem neuen Kapitel munter hin und her, mal geht es um die Zeit vor Sägebrechts Geburt, dann sind wir im hier und jetzt und dann begleiten wir die Autorin als Jugendliche. Genau wie beim Schriftbild fand ich es als Leserin mitunter schwer und anstrengend, eine klare Linie zu erkennen, der ich folgen kann. Der Sprach- bzw. Schreibstil ist recht eigen, was ich jedoch als positiv bewerte, da hier eine persönliche Note mitschwingt, die ich gerade bei so einem delikaten Thema gut fand. Teilweise fand ich gerade die Passagen am Anfang (Schwangerschaft der Mutter, Geburt von Sägebrecht) irgendwie unpassend. Mir ist der Sinn dahinter durchaus bewusst (von der Geburt bis zum Sterben), jedoch weiß ich nicht, wie die (fiktive) Erinnerung an die eigene Geburt und die Zeit danach hier einordnen soll. Ein gutes Beispiel hierfür wäre der Satz auf S. 12 "Von zwei kräftigen Händen, die wohl wissen, was sie tun, finde ich mich immer noch nackt, wie Gott mich schuf, und immer noch schlotternd mit einer verlorengegangenen Nabelschnur - "Aua, da tat was weh an meinem jungen Bäuchelein" - in Richtung der schummrigen Deckenleuchte emporgehoben. Im Großen und Ganzen lässt sich das Buch ansonsten recht flüssig lesen, sobald man sich an den Stil gewöhnt hat. Es lässt sich nicht abstreiten, dass der Tod Teil unseres Lebens ist und immer noch ein Thema ist, das wir gerne verdrängen und/oder ausblenden. Sterbebegleitung ist ein wichtiges Thema, das Aufmerksamkeit braucht und dem wir uns vielleicht auch mit einer gewissen Leichtigkeit nähern müssen. Um so mehr habe ich mich gefreut, als ich hörte, dass ausgerechnet Marianne Sägebrecht dieses "Tabuthema" anspricht. Leider hat mich die Umsetzung nicht überzeugen können.

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