Leserstimmen zu
Das Mädchen Jannie

Petra Hammesfahr

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Jannie taucht plötzlich auf dem alten Hof von Dieter auf, wo er seine Mutter pflegt und Kaninchen züchtet, um das Fleisch zu verkaufen. Das Mädchen spricht kaum Deutsch und ist eindeutig auf der Flucht vor der Bettlerbande, die immer wieder im Dorf auftaucht. Dann werden Leichen entdeckt und Dieter ist vielleicht doch nicht der liebevolle Retter, für den er sich ausgibt... Gibt man bettelnden Kindern Geld oder etwas zu essen - oder ruft man sofort die Polizei und das Jugendamt an? Diese Frage stellt sich immer wieder aufs Neue in dem aktuellen Roman von Petra Hammesfahr. Mitleid mit den Kindern, die bei Kälte, Regen und glühender Hitze von Tür zu Tür gehen oder vor dem Supermarkt stehen und betteln müssen, haben viele. Manche schicken sie weg, andere geben ein paar Cent. Jannie ist eines dieser Mädchen und kennt keine Liebe, Zuneigung, ein Sättigungsgefühl oder gar Sicherheit. Sie wächst in ständiger Angst auf, ist immer auf der Hut und flieht schließlich in Panik vor Miro, für den sie betteln gehen muss. Auf dem Hof von Dieter geht es ihr gut. Schnell findet sie Zugang zur bettlägrigen, stummen Mutter, die das Mädchen in ihr Herz schließt und lernt eifrig Lesen und Schreiben. Der Leser hat immer ein Gefühl der Beklemmung, das bis zum Schluss anhält. Die Ungewissheit, in der sich Jannie befindet, überträgt sich rasch bei der Lektüre. Die Schauplätze springen zwischen dem Hof, den Ermittlungen vom bekannten Kommissar Klinkhammer und dessen Kollegen sowie einiger Leichenfundorte hin und her. Hängt alles zusammen oder sind es unabhängige Fälle, die gar nichts miteinander zu tun haben und nur zufällig gerade entdeckt werden? Es bleibt spannend bis zur letzten Seite. Im aktuellen Roman greift Hammesfahr ein Problem auf, das in vielen Städten täglich begegnet: Bettlerbanden, organisierte Kriminalität und Prostitution. Kinder, die verkauft werden und in Deutschland zur Prostitution und zum Betteln gezwungen werden, die aufwachsen in einer Umgebung von Gewalt, Hunger, Schmerz und ständiger Angst. Hammesfahr gibt keine Lösung und urteilt nicht, wenn sie ihre Charaktere die Frage stellen lässt, was man tun soll: Geld geben, damit der Boss zufrieden ist, die Polizei holen, damit die Kinder kurzzeitig in Heime kommen, aus denen ein dubioser Verwandter kurz darauf das entlaufene Kind abholt, um es zu bestrafen und wieder auf die Straße zu schicken? Oder gibt man Obst oder Kleidung, damit die Kinder wenigstens nicht frieren und weniger hungern? Wie so oft steckt Gesellschaftskritik im aktuellen Werk und lässt den Leser sein eigenes Handeln und seine Moralvorstellungen überdenken. Ein klasse Roman, der bis zur letzten Seite spannend bleibt.

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Jannie, die in ihrem Leben nie etwas anderes kennengelernt hat als das entbehrungsreiche Leben in einer organisierten Bettlerbande, gerät durch das Hilfsangebot einer ihr unbekannten Frau in totale Panik. Aus Angst vor der Polizei flüchtet sie sich auf einen abgelegenen Bauernhof, der sich für sie zunächst als das wahre Paradies erweist. Nicht ahnend, dass sie dort in höchster Gefahr schwebt, fasst sie zunehmend Vertrauen zu dem Hofeigentümer Dieter, einem abgedrehten Psychopathen, der sich immer mehr in seine paranoiden Ideen und Projekte verrennt. Von seinen zunehmenden Wahnvorstellungen getrieben, setzt er ein gefährliches Spiel in Gang, das immer größere Kreise zieht, so dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis es zur finalen Katastrophe kommt. FAZIT Ein düsterer und vielschichtiger Roman, in dem zu viele parallele Handlungsstränge die eigentliche Geschichte unnötig verwässern und ihr damit viel von ihrer Spannung nehmen.

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Jannie ist 11 als ihr auf einer Betteltour, der kleine Jakob abgenommen wird, aus Angst vor dem brutalen Bandenchef Miro, läuft das Mädchen davon und landet auf dem abgelegen Hof Dieter Leukens, nicht ahnend welche Gefahr dort auf sie lauert. Leuken will die Todesangst in ihr fühlen, die er in einem Thriller verarbeiten will. Die ersten zwei Romane des Psychopathen wurden von der einflussreichen Rezensentin Gina, der Bücherwürmin, gnadenlos verrissen. Jannie erkennt die Gefahr nicht in der sie schwebt, einzig Leukens Mutter versucht sie zu warnen, doch, diese kann sich aber nur durch Blinzeln äußern und das versteht Jannie nicht. Zeitgleich stößt Kommissar Klinkhammer auf die Machenschaften eines Menschenhändlerrings zu dem wohl auch Miro gehört. Vorsicht Spoiler Uff, 511 Seiten umfasst der neue Roman von Petra Hammesfahr und die Handlung hätte locker für 2 Thriller gereicht, denn um das handelt es sich bei diesem Buch, für einen Roman, wie ich es verstehe ist die Story bei weitem zu brutal. Die Warnung das dieses Buch nichts für schwache Nerven ist, ist hier sicherlich angebracht. Dreh und Angelpunkt der Story sind die Geschehnisse auf dem Hof, hier lebt Leuken mit seiner verhassten Mutter die nach einem Schlaganfall pflegebedürftig ist. Hier beschreibt die Autorin etwas, das mir nicht ganz schlüssig ist. Mama, wie sie von Dieter Leuken und auch von Jannie genannt wird, war in ihren gesunden Tagen, ein sadistisches Biest, die ihren Sohn zwang Katzenbabys zu ertränken und die Schweine ohne Betäubung schlachtete, diese Beschreibung soll wohl erklären warum sich Leuken zu dem Irren entwickelte der er ist. Auf der anderen Seite schien sie die kleine Jannie in ihr Herz geschlossen zu haben und will sie um jeden Preis warnen, diese zwei Seiten der Frau, passen meiner Meinung nach nicht wirklich zusammen. Passender ist da schon die Beschreibung Leukens selbst, er mag Jannie, das ist oft deutlich zu spüren, hin und her gerissen zwischen der Zuneigung zu dem Kind und dem Willen einen Thriller zu schreiben, in dem die Leser auch die Angst der Opfer spüren manövriert er sich immer tiefer in eine ausweglose Situation. Jannie, die kleine Hauptprotagonstin dieser Geschichte, sie ist intelligent und warmherzig, hingebungsvoll kümmert sie sich um Mama und schreckt auch vor den unangehnemsten Aufgaben nicht zurück, sie ist allerdings auch durch ihre Kindheit, die bisher geprägt war von Gewalt und Hunger, abgestumpft, sie kann nicht wirklich erkennen was hinter Leukens Freundlichkeit wirklich steckt. Kommissar Klinkhammer hat es derweil mit mehreren Leichenfunden, Zwangsprostitution und sadistischem Kinderhandel zu tun, ich schrieb schon das dieses Buch nichts für schwache Nerven ist, das was die Autorin nicht beschreibt, spielt sich unweigerlich in den Köpfen der Leser ab, ich glaube kaum das irgendjemand dies Bilder abschalten kann. Ich habe schon lange kein Buch von Petra Hammesfahr mehr gelesen und so fehlen mir sicherlich einige Informationen über Arno Klinkhammer, der wohl ein brillanter Fallanalytiker ist, das merkt man aber als Leser schnell, er erkennt Zusammenhänge die anderen verborgen bleiben und geht auch schon mal unkonventionelle Wege. Und dann haben wir noch Gina die Bücherwürmin, deren Charakter mich so manches Mal schmunzeln ließ, nicht weil ihre Rolle so amüsant gewesen wäre, sondern weil ich mich fragte was die Autorin gegen Buchblogger hat. Gina ist von der ersten Erwähnung an so unsympathisch, biestig und egoistisch und dabei so einflussreich, sie kann nur eine Kombination aus Rezensenten sein mit denen Petra Hammesfahr die eine oder andere schlechte Erfahrung gemacht hat. Die Handlung sollte ich natürlich auch noch erwähnen, manches hätte für meinen persönlichen Geschmack etwas abgekürzt werden können, im Großen und Ganzen aber ist die Geschichte spannend und die verschiedenen Handlungsstränge gut miteinander verknüpft. Und doch bleibt für mich am Ende die Erkenntnis. Das Mädchen Jannie, ist kein Roman wie es auf dem Cover steht , es ist ein gnadenlos harter Thriller.

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Petra Hammesfahr: Das Mädchen Jannie 9. September 2019 / Leselust Team Petra Hammesfahr ist seit langem bekannt für ihre spannenden und brisanten Kriminalromane, die sich immer wieder mit hochaktuellen und oft verstörenden Themen beschäftigen. So auch in diesem Fall: Die 10-jährige Jannie flüchtet vor der Brutalität des Anführers der Bettlerbande, an die sie im Alter von vier Jahren von ihrem eigenen Großvater verkauft worden war. Sie landet auf dem abgelegenen Bauernhof von Dieter Leuken, einem Psychopathen, der, um möglichst authentische Thriller schreiben zu können, die Taten, die er in seinem Büchern beschreiben möchte, vorher selbst ausübt. Doch Jannie beginnt, Dieter zu vertrauen, der ihr zu essen gibt, sie einkleidet und ihr Lesen und Schreiben beibringt. Und sie hat Freude daran, seine Mutter, die nach einem Schlaganfall gelähmt und stumm im Bett liegt, zu versorgen. Dass die Frau mit Augenblinzeln versucht, Jannie zu warnen vor dem, was Dieter mit ihr vorhat, erkennt sie nicht. Parallel ermittelt Kommissar Klinkhammer im Fall einer rumänischen Kinderhandelbande und findet relativ bald heraus, dass zwischen dieser und der Bettlergruppe ein Zusammenhang besteht. Die Autorin hat ganz offensichtlich hervorragend recherchiert, die Hintergründe zu den Verbrechen der Kinderhändler und Zuhälter sind detailliert geschildert. Auch die Polizeiarbeit wird in allen Einzelheiten und Schritten beschrieben. Diese Informationen sind zweifellos interessant und lesen sich flüssig. Allerdings leidet aus meiner Sicht darunter die Spannung. Die Handlung schreitet extrem langsam voran, in vielen Szenen eigentlich gar nicht, so dass man sich fragt, wofür sie im Roman enthalten sind. Auch ist das Personaltableau sehr umfangreich, allein die vielen verschiedenen Polizeidienststellen, -behörden und –mitarbeiter verwirren. Man erfährt über fast jede auch noch so nebensächliche Person sehr viel, leider aber über die Interessanten, nämlich die Mitglieder der Bettlerbande, bei der Jannie so viele Jahre so elendig lebte, relativ wenig. Sehr gut gelungen ist aber auf jeden Fall das Psychogramm des Protagonisten (oder eher Antagonisten, aus Sicht von Jannie) Dieter Leuken. Wie er versucht gegen seine Wut anzugehen, wie er um das Vertrauen von Jannie kämpft, wie er unter den Verrissen seiner Thriller leidet und vom Tod der Rezensentin träumt, das geht unter die Haut. Das ist die Hohe Kunst des Schreibens. Einige Kürzungen hätten dem Roman noch mehr Biss gegeben, grundsätzlich aber ein spannender, aufgrund des Themas erschütternder Krimi. Petra Hammesfahr: Das Mädchen Jannie. Diana, August 2019. 512 Seiten, Gebundene Ausgabe, 20,00 Euro. Diese Rezension wurde verfasst von Renate Müller.

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(Inhalt, übernommen) Vom Großvater an Miro verkauft, zieht die elternlose Jannie mit einigen Frauen bettelnd über Land. Sie weiß nicht, ob sie zehn oder schon elf Jahre alt ist, aber sie weiß von Kindern, die in feinen Häusern arbeiten müssen, weil sie für den Straßenstrich zu jung sind. Während Kommissar Klinkhammer sich bemüht, Licht ins Dunkel um sieben verscharrte Kinderleichen zu bringen, gelingt Jannie die Flucht. Sie wird von Dieter auf seinem einsamen Hof aufgenommen und kümmert sich liebevoll um dessen Mutter. Die alte Frau liegt gelähmt und stumm im Bett, mit Augenzwinkern versucht sie Jannie begreiflich zu machen, in welcher Gefahr sie schwebt. Doch Jannie kennt keine Morsezeichen … Zur Autorin: Petra Hammesfahr, geboren am 10. Mai 1951 in Titz, Kreis Düren ist eine der erfolgreichsten deutsche Krimi- und Drehbuch-Autorinnen. 1991 erscheint Hammesfahrs erster Thriller-Roman. Seither gehört sie zu den erfolgreichsten deutschen Krimi-Autoren und hat an die 34 Bücher verfasst. Mitte der Neunziger beginnt sie auch Drehbücher für das Fernsehen zu verfassen. Sie schreibt zwei Episoden für die Kriminalserie „Der Fahnder“, das Drehbuch zur Verfilmung ihres eigenen Romans „Der stille Herr Genardy“ und den Film- und Buchstoff zu „Heiss und kalt“. Ihr Roman „Die Sünderin“ wurde unter dem Titel „The Sinner“ mit Jessica Biel in der Hauptrolle als erfolgreiche US-Fernsehserie produziert und läuft weltweit auf Netflix. Gesamteindruck/Schreibstil/Fazit: Die Autorin Petra Hammesfahr hat einen interessanten Krimi über das aktuelle Thema Menschenhandel geschrieben. Die Beschreibung des Kommissars Dieter Klinkhammer ist ihr gut gelungen. Dem Leser wurden dessen Gedanken und die kranke Seele nahe gebracht. Auch die Gefühle und das Seelenleben von Jannie und den anderen Protagonisten wurde tiefgründig zu den entsprechenden Ereignissen und Szenen geschildert. Warum können Menschen so grausam sein? Diese Frage stellt sich der Leser des öfteren beim Lesen. Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar. Die vielen Erlebnisse gestalten den Krimi authentisch. Alles in allem ein guter Plot, zwar traurig und beklemmend, aber die Hoffnung stirbt nicht zum Schluss... Ich vergebe gerne 4*. Danke an den Diana-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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Spannend und tiefgründig

Von: GoBaRe aus St. Wendel

04.09.2019

Ich bin seit vielen Jahren ein Fan von Petra Hammesfahr. Sie ist für mich eine der wenigen deutschsprachigen Schriftstellerinnen, die das "Thriller-Genre" verstehen. Manch ein angebranntes Essen und vernachlässigte Hausarbeiten verdanke ich ihren Werken. Das Buch "Das Mädchen Jannie" übertraf alle meine Erwartungen. Super geschrieben, mit einer einzigartigen, atmosphärischen Dichte....gelungene Spannungsbögen.....einfach atemberaubend. Danke Petra.

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Das Mädchen Jannie, von Petra Hammersfahr Cover: Das Mädchen auf der Flucht, wird zur Schlüsselperson. Inhalt: Jannie zieht mit einer Gruppe Bettler durchs Land, bis sie eines Tage flüchtet. Sie wird von Dieter Leuken aufgenommen und kümmert sich dann auf dessen abgelegenem Hof liebevoll um dessen kranke Mutter. Jannie erkennt nicht in welcher Gefahr sie schwebt. Meine Meinung: Dies ist für mich kein Roman sondern eher ein Thriller. Also das Buch ist wirklich nichts für schwache Nerven, denn es geht absolut brutal und teilweise unmenschlich zur Sache. Es geht um einen Psychopathen, der als Schriftsteller Thriller schreiben möchte, und für diese will er, das was er schreibt, vorher selber durchführen. Dabei geht er äußerst perfide vor. Ich lese gerne Thriller, allerdings eher auf der psychologischen Schiene. Dieses Buch hier geht nun wirklich in die blutige Schiene, in der Gewalt in Ihren schlimmsten Exzessen und bis ins Detail beschrieben wird, wo nicht einmal vor Kindern, ja sogar Säuglingen halt gemacht wird. Gewalt in seiner abartigsten, perversen und unwahrscheinlich menschenverachtenden Weise wird geschildert. Abscheu und Fassungslosigkeit wechseln sich beim Lesen regelmäßig ab. Ich muss mich fragen wie kann ich so ein Buch lesen? Aber hier sind die Neugierde und die Spannung (durch den Schreibstil) so unglaublich hoch. Wird das Mädchen Jannie das Ganze überleben? Kann sie es überhaupt schaffen? Deshalb muss man dem Buch für die Schreibweise und die Spannung Respekt zollen. Wie alles durchdacht und aufgebaut ist, der Kreis, der sich erst immer weiter zieht, das Netz immer größer und verflochtener wird und zum Schluss sich alles logisch fügt. Aber für die hässliche, grenzenlose, abartige Gewalt, mag und kann ich keine 5 Sterne geben. Für die expliziten Grausamkeiten werde ich einen Stern abziehen. Für mich war es oft ekelerregend und pervers, aber leider so realistisch. Das wirklich abschreckende dabei, und was mir so an die Nerven geht, dass alles so realistisch geschildert ist, in einem Milieu in dem ein Menschenleben aber auch schon gar nichts wert ist. Ich denke leider, das kann jederzeit passieren. Mein Fazit: Für mich kein Roman sondern ein Thriller mit unglaublich grausamen Gewaltexzessen und Passagen (auch über Kinder), die ich kaum aushalten konnte. Aber brillant durchdacht und geschrieben, in seiner perfiden Art. Für die spannende Schreibweise 5 Sterne, aber für diese abartigen, für mich ekelerregenden Grausamkeiten, ziehe ich einen Stern ab.

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Bisher hat Jannie noch nicht viel Gutes in ihrem jungen Leben kennengelernt, denn sie muss ich als Kinderbettlerin verdingen. Vom eigenen Großvater an einen Zuhälter verkauft, bekommt sie mit, was es heißt, niedere Dienste ausführen zu müssen. Während auf dem Straßenstrich eine Prostituierte ihr Leben lassen muss, gelingt Jannie die Flucht und sie kommt bei Dieter auf seinem abgelegenen Hof unter. Doch ist Dieter wirklich der nette Mann, für den er sich ausgibt ? Kaum hat man die Buchdeckel geöffnet und beginnt die Geschichte zu lesen, schon kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen, denn Grauen und Faszination üben einen Sog aus, dem ich nicht widerstehen kann. Hammesfahr zeichnet eine ländlich unschuldige Atmosphäre, die nach und nach von der verzerrten Fratze des personifizierten Bösen aufgerissen und besudelt wird. Die Figur des überehrgeizigen Möchtegernschriftstellers Dieter ist ihr dabei vortrefflich gelungen und sie lässt den Leser in die Gedanken- und Gefühlswelt dieser kranken Seele vollkommen eintauchen. Fast könnte man Mitleid mit dieser gespaltenen Kreatur haben, weil er nichts auf die Reihe bringt, aber seine grausamen Taten und Ideen sind einfach nur heftig und lassen meine Zorn auf ihn stetig wachsen. Der Roman ist aus vier verschiedenen Blickwinkeln geschrieben, beleuchtet sowohl die Gedanken und Gefühle von Jannie, Dieter, Klinkhammer und anderen Beteiligten und wird so zu einem ganz großen Kriminalroman der Extraklasse. Düster und doch sehr tiefgründig werden die Ereignisse geschildert und man kann sich den Szenen einfach nicht entziehen. Es ist wie bei einem Unfall - man will ja nicht hinschauen, dreht aber unweigerlich den Kopf der Szenerie zu. Die Autorin hat wahnsinnig faszinierende Figuren erschaffen, die mit individuellen Charakterzügen ausgestattet sind. Jeder Einzelne für sich ist schon interessant, aber erst im genialen Zusammenspiel werden sie zu einem eindrucksvollen Pageturner, der mich mit jeder Seite mitreißt und regelrecht an die Seiten fesselt. Ich habe selten einen so atmosphärisch dichten und gut durchdachten Krimi gelesen - für mich ein absolutes Highlight für den jetzt startenden Krimiherbst. !

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