Leserstimmen zu
Das Problem sind wir

Dirk Neubauer

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Er ist nicht der klassische Bürgermeister, kam nicht aus der Politik. Dirk Neubauer, geboren 1971 in Halle/Saale, erlebte die 1990er Jahre als Journalist, war später Geschäftsführer eines lokalen Fernsehsenders. Ein paar Jahre Erfahrungen im Marketing sammeln und dann der Sprung in die Politik. Seit Oktober 2013 ist Neubauer Bürgermeister der Stadt Augustusburg – 20 Kilometer östlich von Chemnitz. Parteilos gestartet, wurde er 2017 SPD-Mitglied. Eine bewegte Geschichte, die in Zeiten von Politikverdrossenheit wachrütteln soll. Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen im Herbst 2019 erschien das Buch von Dirk Neubauer „Das Problem sind wir“ mit dem Untertitel „Ein Bürgermeister in Sachsen kämpft für die Demokratie“ bei DVA. In Zeiten, in denen viele Bürgermeister bzw. allgemein Politiker es scheuen aktiv zu sein, weil sie Anfeindungen jeglicher Art fürchten, steht der Autor noch immer zu seinem Job als Bürgermeister. Neubauer geht auf verschiedene Aspekte ein. Zum einen die Bürger selbst. Mehr Bürgerbeteiligung auf Landesebene ist für ihn als Bürgermeister unerlässlich. Aber aus der eigenen Erfahrung in den Jahren nach dem Fall der Mauer, ist für ihn klar, dass die „untote DDR“ und das „noch immer geteiltem Land“ unser gesellschaftliches Miteinander bestimmt. Nur von innen heraus lässt sich das gegenwärtige politische System verändern. Der Einzelne ist gefragt, Eigenverantwortung statt mit laufen und den Staat machen lassen. In seiner Stadt Augustusburg setzt er mit verschiedenen Projekten auf Bürgerbeteiligung. Die ersten Erfolge zeigen, auch wenn es schwer ist, die Bürger zu erreichen, es ist möglich. Ein großes Projekt ist #Wir machen Zukunft selbst! Die Zukunftswerkstätten in Augustusburg. Bürger & Stadt denken 2050“. Hier ist jeder aktiv gefordert. Regelmäßige treffen sich die Vertreter der Stadtverwaltung mit den Bürgern und tauschen sich aus. Klimawandel, Energiewende, Mobilität, Demographie und Digitalisierung sind dabei die großen Themen. Auf der anderen Seite erlebt Dirk Neubauer in seiner täglichen Arbeit als Bürgermeister immer wieder eine „gelähmte Gesellschaft“, wie er es nennt. Der einfache Bürger kennt diese Probleme kaum. Insbesondere, wenn es um Anträge auf Fördermittel geht, gibt es immer wieder Hürden, die z.B. Investitionen erschweren. Der Autor greift auf seine Erfahrungen zurück und erzählt aus der Praxis. Kritik ist hierbei zwar wichtig, aber der Bürgermeister versucht aber auch die Gründe zu hinterfragen und Lösungen für eine Optimierung der Verwaltung zu finden. Ein Buch, dass jeden fordert, die Bürger, die Politik und die Gesellschaft. Ein Bürgermeister, der zeigt, dass es sich lohnt, um die Demokratie zu kämpfen und diese mitzugestalten.

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