Leserstimmen zu
Du bist anders, du bist gut

Nora Imlau

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Von drei Kindern habe auch ich eines, dass "hochsensibel" und "gefühlsstark" ist und das fordert mir und meiner Familie schon einiges ab - in Ausnahmesituationen wird es dann besonders schlimm und ich durfte mir schon mal Sätze anhören, wie "Ist das Kind, wegen seiner Auffälligkeit denn in Behandlung?". Von Leuten, die meinen Sohn das erste Mal gesehen haben... Eltern oder generell Menschen, die damit noch nichts zu tun hatten, könnten wirklich schnell überfordert sein und das Kind bekommt sehr schnell einen Stempel aufgedrückt - wir probieren ihn aufzufangen und ihm Selbstbewusstsein und Zuversicht zu schenken und natürlich Wärme und Liebe. Wie auch "So viel Freude, so viel Wut" ist Nora Imlaus Buch absolut bindungsorientiert, man ist der Hafen, der Halt gibt und versucht zu helfen und dem Kind den Druck und die Last zu nehmen bzw. den Umgang damit zu erleichtern. Der Aufbau des Buches ist sehr strukturiert und übersichtlich, so dass man direkt das Thema findet, was man sucht - auch toll finde ich wieder den kleinen Test, mit den Eigenschaften von Gefühlsstarken Kindern - ich finde meinen Sohn hier absolut wieder. Wieder ein tolles Buch, einer engagierten und mitfühlenden Mutter, die uns mit Ratschlägen auf dem weiteren Lebensweg unseres Gefühlsstarken Kindes begleitet!

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Im Sommer des letzten Jahres begeisterte uns schon Nora Imlaus Buch „ So viel Freude, so viel Wut“, bei dem ich das Gefühl hatte, dass sie genau mein Kind beschreibt und genau um die Hürden weiß, die manchmal im Alltag auch bei uns auftauchen. Seitdem ist der Begriff „gefühlsstarke Kinder“ in aller Munde. Es wächst ein bisschen die Hoffnung, dass die starken Gefühlsregungen, welche diese Menschen empfinden, nicht mehr abgetan und mit einem „stell dich nicht so an“ weggewischt werden. Im Herbst ist jetzt mit „Du bist anders, du bist gut“ der zweite Band erschienen, bei dem der Hauptfokus nicht mehr auf dem Baby- und Kleinkindalter liegt, sondern gefühlsstarke Kinder beim Größerwerden begleitet werden. ----- Nora Imlau stellt zunächst fest, dass viele Eltern bei kleineren Kindern vielleicht noch ein Auge zudrücken würden, wenn es an Fähigkeiten zur Selbstregulation fehlt. Spätestens ab dem Grundschulalter komme dann aber doch der Punkt, an dem das Kind doch funktionieren solle und anderes nicht mehr akzeptiert werde. Hier ist dann wieder, wie schon beim ersten Buch, ihre Botschaft: auch diese Kinder sind normal. Man muss begreifen, was in ihnen vor sich geht und wie wir sie begleitend unterstützen können. Was aber sind überhaupt gefühlstarke Kinder? Hier stellt sie acht typische Eigenschaften vor, die immer wieder zu finden sind und berichtet auch darüber, wie unterschiedlich die Fähigkeiten zur Selbstkontrolle sowie die Anpassungsfähigkeiten sind. Natürlich wird es im Laufe der Jahre für Kinder wie Eltern anders, aber nicht unbedingt leichter. Aus dem Auf- den- Boden- Werfen wird irgendwann ein großes Bedürfnis, alles lang und ausgiebig auszudiskutieren. Der große Bewegungsdrang bleibt und dem muss Raum gegeben werden. Große Fragen unserer Umwelt werden von gefühlsstarken Kindern sehr häufig intensiv überdacht, so dass sie zum Teil selbst darunter leiden. Was passiert beim Größerwerden? Das menschliche Gehirn ist niemals fertig ausgebildet, ständig unterliegt es Veränderungen. Doch nie so sehr wie in der späten Kindheit und in der frühen Jugend. Und auch hier zeigen sich wieder die besonderen Vorgänge im Gehirn gefühlsstarker Kinder, die alle vor einige Herausforderungen stellen, aber auch große Chancen bieten. Extrem wichtig sind für die Kinder hier die Bezugspersonen und sichere Bindungserfahrungen. Mit einem liebevollen Erziehungsstil ohne viel Druck und Strafen können die besonderen Eigenschaften dieser Kinder später zu einem großen Vorteil heranreifen. Andererseits sind laut einer US- Studie bei gefühlsstarken Kindern, die eben diese liebevolle Begleitung nicht genießen konnten, die Chancen für Probleme (Drogen und andere Gefahren), etwas erhöht. Auch wenn man mittlerweile sehr viel über das Gefühlsleben dieser Kinder weiß, so ist das Wissen doch im Alltag und bei der Allgemeinheit nicht weit verbreitet. Eltern schlägt oft eine Welle von Vorwürfen gegenüber, warum ihrer Kinder so sind, wie sind sind. Viele haben wohl schon einmal gesagt bekommen, was denn da falsch gelaufen sei und warum denn die Eltern da nicht mal endlich durchgreifen, das könne ja nicht so weiter gehen. Wie kann man unterstützen? Ist das Gefühlsspektrum bei Babys noch sehr überschaubar, kommen ab dem Schulalter immer mehr neue Gefühle hinzu, mit denen alle Kinder umzugehen lernen müssen. Einerseits möchten sie Nähe, andererseits Freiheit und dazwischen kann eine Menge Reibung entstehen. Mit zu viel Druck und Vorwürfen von außen können sie oft noch schwieriger umgehen als andere Kinder. Nora Imlau sieht hier eine große Chance, diesem mit aktivem Zuhören zu begegnen, so dass die Kinder sich verstanden und gehört fühlen. Unter Anderem durch gutes Vorleben, klare Routinen, Bestärkung, Vertrauen und Geduld können die Bezugspersonen es schaffen, Kinder in ihrer Fähigkeit zur Selbstregulation zu bestärken. Natürlich ist es ebenfalls wichtig, dass bei dem Ganzen sich selbst nicht aus dem Blick zu verlieren. Dies klingt aber wahrscheinlich leichter als es ist. Es folgen noch viele Anregungen Imlaus, wie man die täglichen Dramen, die sich in vielen Familien gefühlsstarker Kinder abspielen, vielleicht etwas abmildern kann. Seien es Probleme mit der Kleiderwahl, der Lautstärke oder dem Schlafen – versteht man die Hintergründe, lässt sich manches vielleicht besser regeln. Die Themen Umgang mit Geschwisterkindern, Stress in der Schule und auch Regelung des Medienkonsums werden in den letzten Kapitel ausführlich beleuchtet. Fazit Ebenso wie der Vorgänger, hat mir „Du bist anders, du bist gut“ enorm gut geholfen, mich in die Gefühlswelt der betroffenen Kinder hineinzuversetzen. An vielen Stellen hatte ich wieder das Gefühl, dass die Autorin mein Kind genau zu kennen scheint und mich bzw. unserer Familie persönlich ansprechen möchte. Immer wieder hatte ich dieses „ja, genau so ist es bei uns!“- Gefühl. Und immer wieder habe ich mich in meinen Sorgen aber auch bei meiner Hochachtung vor meinem Kind verstanden gefühlt. Das Buch kann eine große Stütze für Familien mit gefühlsstarken Kindern sein und zwar in vielerlei Hinsicht. Zum einen weiß man nach der Lektüre, dass man nicht alleine ist und dass andere Familien ebenfalls vor diesen Problemen stehen. Und man hat Antworten parat auf die vielen, oft übergriffigen, Bemerkungen, die doch oft vom Fremden oder aus der Familie kommen. Man lernt auch, dass es nichts Negatives ist, gefühlsstark zu sein und dass dieses Verhalten auf keinen Fall auf ’schlechte Erziehung‘ oder eine Krankheit zurückzuführen ist und auch nicht eine schlechte Charaktereigenschaft dieser Person ist. Danke dafür! Die vielen Hürden des Alltags, die zur Sprache kommen, werden vielen Familien sicherlich sehr bekannt vorkommen und haben sie schon das eine oder andere Mal hilflos und erschöpft resignieren lassen. Viele Tipps zur für alle Beteiligten einfacheren Gestaltung des Alltags lassen leicht umsetzen und werden bestimmt gerne angenommen werden. Nicht zuletzt das Kapitel über die Selbstfürsorge (der Eltern!) kann dabei helfen, gefühlsstarke Kinder mit neuer Kraft beim Großwerden zu unterstützen.

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