Leserstimmen zu
Ruhet in Friedberg

Rudolf Ruschel

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Kurzbeschreibung zu Ruhet in Friedberg Ein kleines verschlafenes Nest in Österreich und seltsame Vorkommnisse. Wie das zusammenpasst? Hervorragend! Denn in Friedberg ist nichts normal. Andi und Fipsi lieben es ihren Feierabend bei einem alkoholischen Getränk oder zwei, oder auch drei zu beenden und sind gerne beim Rebhansel Wirt in der Bier- Allee zu Gast. Nach einem Besäufnis am Vorabend wird Andi unter Schrecken bewusst, dass heute eine Beerdigung ansteht. Mit Brummschädel und noch einer Menge Restalkohol rasen er und Fipsi, sein Saufkumpan zum Friedhof. Dabei müssen sie erst einmal das Grab finden und als wenn das nicht schon schräg genug wäre besteht Andi darauf das der Sarg viel zu schwer sei. Nur weshalb denkt er das? Laut Andi kann da was nicht stimmen und er nimmt seine Arbeitskollegen ins Visier. Nur was passiert, wenn man einem Täter zu nahe kommt? Wenn man Gück hat nichts, wenn man Pech hat, dann bekommt man noch mehr Leichen, und zwar schneller als einem lieb ist. . Mein erster Eindruck Eine Story die mich mehr als einmal zum lachen gebracht hat. . Meine Meinung zu Ruhet in Friedberg Was tun wenn in einer kleinen Gemeinde in Österreich etwas ungewöhnliches passiert? Nun, es kommt darauf an was. Das hier jeder jeden kennt steht außer Frage, aber wie gut kennt man die Leute wirklich. Hier gefällt mir die Art mit der angeblichen Sicherheit und dann geht es los. Ein Fund der Misstrauen, Neugier und vieles mehr auslöst und die Frage nach dem Warum. Dazu Protagonisten, sei es vom Rebhansel Wirt der zu gut ist mit seinen Ansichten und seinem Wirtshaus der Bier-Allee oder die Schnapsbestände die von Andi und Fipsi regelmässig bei einem Besäufnis überprüft werden. Muss ja alles seine Ordnung haben. Dabei sind die beiden klasse und als Aushilfen eine interessante Besetzung vom Autor. Dann seltsame Vorkomnisse und man ist mitten drin in diesem Kriminalroman.

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In einem österreichischen Provinznest namens Friedberg leben Ende der 90er Jahre der Andi und der Fipsi. Die beiden sind beste Freunde und verdienen ihr Geld als Aushilfsbestatter. Ein ruhiger Job, ohne Stress, bis eines Tages ein Bekannter zu Grabe getragen wird und dem Andi der Sarg so schwer vorkommt wie nie. Was ist da los? Will da etwa einer der Kollegen etwas – oder vielleicht jemanden – heimlich entsorgen? Der Andi geht der Sache auf den Grund und ahnt nicht, in welches unglaubliche Wespennest er da sticht. Schon bald häufen sich in Friedberg die Leichen und die Bestatter kommen mit der Arbeit nicht mehr hinterher… Meine Meinung: Ich weiß nicht mehr genau, wo und wie ich auf das Buch aufmerksam geworden bin. Fakt ist jedoch, dass sich jede Zeile dieses außergewöhnlichen und rabenschwarzen Krimis zu lesen gelohnt hat. „Ruhet in Friedberg“ von Rudolf Ruschel ist definitiv anders. Humor, schwarz und klebrig wie Teer, fließt zäh über die Seiten, der Schreibstil ist umgangssprachlich und derb, die Charaktere skurril und verschroben. Kurz gesagt, ich habe es fast von der ersten bis zur letzten Seite geliebt und mich - ja ich muss es ehrlich sagen - bestens unterhalten und amüsiert. Doch zu allererst war ich skeptisch. Der ungewöhnliche Schreibstil und die unkonventionelle Sprache haben erstmal für einen holprigen Start gesorgt. Außerdem war ich etwas verwirrt, warum gleich zu Beginn eine Kurzbeschreibung aller in der Story vorkommenden Personen zu finden ist. Das Buch hat keine 400 Seiten. Unglaublich jedoch ist die Flut an unterschiedlichen Figuren, zusätzlich zu den Hauptprotagonisten. Da ist so ein kurzer Überblick hin und wieder tatsächlich hilfreich. Aber nicht nur bei den Figuren ist Ruschel großzügig, auch von Handlungssträngen und Schauplätzen kann er irgendwie nicht genug bekommen. Das heißt, man muss aufmerksam lesen, damit man auch nichts verpasst. Neben der abwechslungsreichen Handlung ist der wirklich, also wirklich! pechschwarze, absolut kohlrabenschwarze Humor das Tüpfelchen auf dem i! Manchmal habe ich Sätze zweimal gelesen. Ernsthaft! Man liest mit immer größer werdenden Augen und einem ungläubigen Lachen nur um dann festzustellen, dass das wirklich so geschrieben steht. Stellenweise ist es sehr brutal, rustikal derb und nur Millimeter entfernt von der berühmt berüchtigten Gürtellinie. Für mich! Bei manch anderen Leser*innen ist die Schmerzgrenze sicherlich weit niedriger. Wenn man sich nicht darauf einlassen kann, muss man das Buch sofort zur Seite legen, sonst wird aus dem Lesevergnügen wohl eher Frust. Fipsi und Andi sind die beiden Hauptprotagonisten und von klein auf beste Freunde. Der Fipsi ist ein echter Klugscheißer, was in manchen Szenen richtig gut und sehr witzig zur Geltung kommt. Der Andi ist ein rechthaberischer Draufgänger und obwohl die beiden Freunde eher ein ungleiches Paar mit unterschiedlichen Eigenarten sind, ergänzen sie sich doch irgendwie. Aber es gibt auch noch viele andere, eigentümliche und dubiose Gestalten und man merkt schnell, die in Friedberg haben alle auf die eine oder andere Weise nicht alle Latten am Zaun. Mein Fazit: „Ruhet in Friedberg“ ist, so krank es vielleicht klingt, schon jetzt ein Lesehighlight 2020. Ungewöhnlich, schwarzhumorig, bitterböse und absolut unterhaltsam. Rudolf Ruschel, ich feiere Dich!

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Fazit: Nachdem wir uns nun alle kollektiv langweilen sollen, ist es umso wichtiger, eine ausreichende Zahl an Büchern im Haus zu haben. Und wenn draußen schon die Zeichen auf Apokalypse stehen, ist es vielleicht auch angeraten, sich literarisch mal mit etwas eher Heiterem zu beschäftigen. Nun führen heitere Bücher und ich ja eher so etwas wie eine friedliche Koexistenz, weil ich mich oftmals in meinem Vorurteil bestätigt sehe, dass humorvolle Bücher bei mir einfach nicht zünden. Warum bei „Ruhet in Friedberg“ aber alles ein bisschen anders ist, und auch wieder nicht, das versuche ich im Folgenden mal zu erläutern. Was naturgemäß ziemlich zu Beginn auffällt, und mutmaßlich die Geister am meisten an der Lektüre von Ruschels Krimidebüt scheiden dürfte, ist der Erzählstil. Denn „Ruhet in Friedberg“ ist eher wie ein gut 300 Seiten langer Monolog gehalten. Es wirkt im Ton sehr ungangssprachlich und reißt durch das mehrfache, direkte Ansprechen des Lesers häufiger die vierte Wand ein. Diese Vorgehensweise wird erst sehr spät im Buch erklärt, ergibt dann auch Sinn, aber ich vermute, dass bis zu diesem Punkt schon der eine oder andere Leser aufgegeben haben wird. Zwar erwartete ich auch nichts, was erzählerisch eher Richtung eines elaborierten Vortrags auf einem Philologen-Kongress geht, aber mir persönlich war der Erzählstil in Summe dann doch schon zu salopp. Die Charaktere bereiten da deutlich mehr Vergnügen. Auch wenn es mir schwerfällt, im Detail überhaupt Nennenswertes über sie zu schreiben. Ihnen allen ist gemein, dass sie skurril, teils deutlich überzeichnet – was vor dem Hintergrund, dass das sicherlich absolut so gewollt ist, nicht als Kritik missverstanden werden soll – und viele davon haben ihr Päckchen zu tragen. Und trotz dieses Päckchen gelingt es Ruschel, dass man seine Charaktere nicht wirklich mögen kann, nicht wirklich mögen will. Warum, darüber sei an dieser Stelle der Mantel des Schweigens ausbreitet, weil es zu viel vorweg nehmen würde. Belassen wir es also bei: Die Figuren machen durchaus Spaß. Das gilt auch und gerade für die Handlung. Die ist ähnlich skurril wie die handelnden Personen, man könnte sie auch mit Fug und Recht absurd nennen, was beispielhaft nur daran verdeutlicht werden soll, dass die Geschehnisse dadurch so richtig ins Rollen kommen, dass einer der Protagonisten einer ganz harmlosen „Red-Shirt“-Nebenfigur durch eine fatale Feuerzeug-Schusswaffe-Verwechslung das Hirn extrahiert, um es ungewollt auf den Lederbezügen einer Limousine zu verteilen. Und dann geht irgendwie alles ganz schnell. Und das ist durchaus wörtlich zu verstehen, denn „Ruhet in Friedberg“ hat ein ziemlich hohes Erzähtempo. Gefühlt im Minutentakt folgt Leiche auf Leiche und man wähnt sich mitten in einem Shakespearschen Drama. Darauf muss man sich einlassen, und wenn man das kann, dann verbringt man mit „Ruhet in Friedberg“ wohl durchaus eine vergnügliche Zeit. Und auch für mich, der ja nun mit humorvollen Büchern eher weniger anfangen kann, waren doch so einige Lacher dabei. Wer auf schwarzhumorige Krimis steht, der kann Ruschels Krimidebürt bedenkenlose eine Chance geben.

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Eigentlich haben Andi und Fipsi ein gutes Leben: beide schieben als Aushilfen beim Bestatter des kleinen Provinznestes eine ruhige Kugel. Andi studiert nebenher in Wien und träumt davon, ein großer Autor zu werden, während Fipsi Kriminalromane schreibt, aber nicht veröffentlicht. Doch als eines Tages ein Sarg mehr wiegt als er eigentlich sollte, hat Andi einen schrecklichen Verdacht: Will da einer der Kollegen heimlich jemanden verschwinden lassen? Und plötzlich stapeln sich die Leichen in der Leichenhalle von Friedberg…   „Ruhet in Friedberg“, der Debutroman Rudolf Ruschels ist eine schwarzhumorige, oftmals sehr makabre Kriminalgeschichte, die in ihren besten Phasen an die Brenner-Romane von Wolf Haas und die Fernsehserien David Schalkos („Braunschlag“, „Altes Geld“) erinnert. Denn Ruschels Friedberg wird von einigen ziemlich skurrilen Gestalten bevölkert. Neben Andi und Fipsi, den unfreiwilligen Helden der Geschichte, treffen wir Geri, den bemüht jugendlichen katholischen Dorfpfarrer, der seiner Jugendlichkeit mit dem Handy-Klingelton „I like to move it“ Ausdruck verleihen will und seltsamerweise ständig obszöne SMS-Nachrichten bekommt, den ersten Bestatter Macho, seinen Stellvertreter Gustl, den herzensguten, aber ziemlich dummen Hubsi und einige serbische Mafiosi.   Stilistisch ist „Ruhet in  Friedberg“ durchaus herausfordernd, denn ähnlich wie bei Wolf Haas, bei dem sich der Erzähler auch einmal direkt an den Leser wendet, erzählt hier der Erzähler seine Geschichte einem unbekannten Zuhörer (und damit auch seinen Leser*innen). Und dabei nutzt der Autor eben die Sprache des Volkes und nicht die Schriftsprache. Das führt zu Szenen wie dieser:   Wie der Gustl in das Zimmer seiner Mutter ist, hat er sie sofort gesehen. Ganz zusammengefallen, leblos und tot war sie. Früher oder später musste das ja passieren. „Du hast vergessen, die Orchidee zu gießen“, hat er gemault, aber nur in seinem Kopf. Wirklich gesagt hat er zu seiner Mutter nie etwas. Warum auch, zurück kam eh immer nur die selbe Leier.   Das ist ungewöhnlich, ich musste mich zumindest erst daran gewöhnen. Außerdem springt der Erzähler, dessen Identität erst ganz am Ende des Buches aufgedeckt wird, in der Geschichte immer wieder hin und her, was  gerade anfangs etwas Probleme bereiten kann. Aber schnell fügen sich die einzelnen Szenen wie Mosaiksteinchen zu einem klaren Bild zusammen.  Und so entspinnt sich eine schwarzhumorige, oft bitterböse Kriminalfarce, wie ich schon lange keine mehr gelesen habe.  Dabei geht es oft auch durchaus blutig zu, allerdings schildert Ruschel diese Gewaltexzesse nicht in allen Details, so dass das Buch nicht übermäßig brutal ist.   Es gibt immer wieder einmal Bücher, die aus dem Rahmen fallen, die anders sind und die Leserschaft überraschen. „Ruhet in Friedberg“ gehört für mich unbedingt in diese Kategorie. Ein Buch, auf das man sich einlassen muss, das einen dann aber auch wirklich sehr gut unterhält. Wer schwarzhumorige Geschichten mag, der kann hier unbesorgt zugreifen.

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Der Schreibstil ist ungewöhnlich und es hat etwas gedauert, bis ich mich eingelesen habe. Nicht weil sprachlich hochgestochen sondern eher aufgrund von unkonventionellem Satzbau und österreichischen Redewendungen. Die beiden Freunde Andi und Fipsi sind ein ungleiches Paar: Während Fipsi als liebenswerter Schussel die treibende Kraft der Freundschaft ist, ist Andi auffallend oft mit sich und seiner heimlichen Beziehung zu Vali (für die auch Fipsi schwärmt) beschäftigt bzw. immer auf seinen Vorteil bedacht. Fipsi unnützes aber interessantes Wissen (Woher stammt die Redensart "im Dreieck springen"?) ist sehr unterhaltsam. Die Spurensuche, die den Leser teilweise aus dem Provinznest heraus nach Wien und ins Milieu der Mafia führt, ist bis auf einige Längen interessant und spannend gestaltet. Insbesondere die Nebenhandlungen nehmen überraschende Wendungen und irgendwann wird klar: ganz normal sind die Bewohner von Friedberg alle nicht. Von Frieden ganz zu schweigen. Die Morde häufen sich und es fällt nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Jeder ist verdächtig und jeder misstraut jedem. Stellenweise sind Passagen - nicht nur die Morde - jedoch erschreckend brutal, derb und zu sehr unter der Gürtellinie. Das überraschende Ende und der Epilog haben das Ruder abschließend noch einmal herumreißen können und die Story zu einem unkonventionellen und genialen Abschluss gebracht. Fazit: Ein unkonventioneller und ungewöhnlicher Krimi mit schwarzem Humor. Sehr unterhaltsam und voller Überraschungen! Aber: teilweise brutal und derb.

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Wer teilt sich mit wem ein Holzkasterl? Wessen Horizont ist kleiner als der einer Oblate? Andi und Fips sind Aushilfsträger beim Bestatter. Bis dahin, soweit normal und unverdächtig; doch was die kommenden Seiten flutet, sprengt meine Vorstellungskraft und beschert mir mächtig Bauchmuskelkater. Durch diesen österreichischen Krimi führt mich ein unkonventioneller Erzähler, der mich beim Lesen immer wieder direkt anspricht und so in die Geschehnisse mit einbindet. Seine umangestrengte Gelassenheit springt sofort auf mich über. Der Schreibstil ist flüssig und die Handlung temporeich. Ich sause durchs Buch, wie eine Kugel durch den Gewehrlauf. Der Humor in den Seiten ist gnadenlos schwarz, rabenschwarz und herrlich scharfzüngig. Ich habe keine Ahnung, ob ich bei einem Krimi schon so viele Tränen gelacht habe. Hilfe, dieses Buch gehört unbedingt verfilmt! Alleine die Namen der Figuren sind so absurd, dass ich zu keiner Sekunde ein Problem habe, sie auseinanderzuhalten. Am Buchanfang befinden sich winzige Steckbriefe mit den wichtigsten Darstellern, was sehr hilfreich ist. Ein einmaliges Lesen reicht aus und ich habe sie mir allesamt eingeprägt. Die Figuren sind fantastisch ausgearbeitet und ich sehe jeden deutlich vor mir. Das Lesen startet ein Kino Feuerwerk in meinem Kopf. Das Ende hat mich total überrascht und ich wusste bis zum Schluss nicht, wer dieses Desaster überleben wird. Normalerweise mag ich den passiven Erzählstil überhaupt nicht, doch hier stört er mich zu keiner Sekunde, weil er mich bestens unterhält. Verrückte Welt, ich weiß, aber so ist es. So andersartig dieser Krimi ist, ist es diesmal auch meine Rezension. Ich lehne mich zufrieden zurück, mit einem Zwinkern im Auge und noch immer zuckenden Mundwinkeln. Wer sich dieses krimihumorige Meisterwerk nicht gönnt, dem ist nicht mehr zu helfen. Ruhet in Friedberg, wird von mir mit 5 humorvollen Sternen von 5 und einer absoluten und unbedingten Leseempfehlung ausgezeichnet.

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Zugegeben: Liebe auf den ersten Blick war es nicht. Vielmehr habe ich mich in die 90er Jahre zurückversetzt gefühlt, als ich - noch völlig grün hinter den Ohren - plötzlich einen Typen aus der Parallelklasse interessant fand, der mir vorher mächtig auf die Nerven ging. Aber weil ich ihn immer öfter auf dem Schulgelände sah, ich mich an seine Sprüche und seine Art gewöhnte, mochte ich ihn dann doch eines Tages. Aufgrund des ungewöhnlichen Schreibstils brauchte ich eine Weile, um in die Story abtauchen zu können. Ungewöhnlich heißt aber nicht gleich schlecht. Sondern einfach: ungewohnt, untypisch, anders eben. "Scheiße, hat sich der Andi gedacht, und gesagt hat er es auch [...] aber als dann der glasige Blick vom Andi den glasigen Blick vom Rebhansel Wirt getroffen hat, da ist es ihm wieder eingefallen: die Beerdigung, scheiße!" Weiß man aber irgendwann, wie herum der Fuchs den Hasen jagt - also, wie dieser Stil funktioniert -, kommt man viel besser mit diesem zurecht. Was man in diesem Krimi neben allerlei Leichen ebenfalls findet, ist schwarzer Humor. Einige Passagen habe ich mehrmals gelesen, weil ich sie echt witzig fand, wie zum Beispiel diese zwei hier: "Weil in einem Puff zu einer Hure Hure sagen, ist eigentlich wie am Bauernhof Schwein zum Schwein sagen [...] Normalerweise, wenn einer so ein Benehmen an den Tag legt, dann Securitys zack-zack und die Zahnbürste fährt am nächsten Tag ins Leere." (Pos. 2007) "Dann sagt der Chef so etwas wie: Mahagonisarg mit Messingbeschlägen, und Sie sagen: Fichte reicht. Und der Chef sagt wieder: Trauermusik vom Streicherquartett, und Sie sagen: Bocelli vom Band reicht. Am Ende sagt dann der Chef: 45.000 Schilling, und Sie sagen nix mehr. So eine Bestattung ist halt arg kostspielig." (Pos. 133) Die Protagonisten sind mir durchweg sympathisch. Jeder hat so seine Ecken und Kanten, keiner ist wie der andere. Und das ist auch gut so. In Friedberg hausen nicht nur die Serben und Mafiosi, sondern ganz "normale" Leute wie du und ich. Ein bisschen gaga hier, ein bisschen gaga dort. Jeder hat seine eigenen Probleme, mit denen er klarkommen muss, und bei dem einen klappt's, bei dem anderen eben nicht. Letzteres wohl eher häufiger, denn mit den Problemen kommen die Toten und mit den Toten neue Probleme. Ein Teufelskreislauf, bei dem der Autor keine Mühen gescheut hat, um den Leser damit bei Laune zu halten. Auf jedes gedankliche "Ach, du Scheiße!" folgte direkt ein "Oh, nein, bitte nicht!" Und jetzt muss ich etwas beichten, was mich selbst total überrascht hat: Mir fehlte das Lokalkolorit! Kein Witz! Normalerweise mag ich das überhaupt nicht in Krimis, aber ich hätte gern mehr von Friedberg gehabt. Zwar konnte ich mir anhand dessen, was der Autor mir quasi nebenbei mitgegeben hat, ein ungefähres Bild von den Örtlichkeiten machen, aber es war stets etwas Luft nach oben. Bitte mehr Provinz-Feeling beim nächsten Mal! Das Ende hat absolut alles, was ich bis dahin gelesen hab, in einen Sarg gepackt und drei Meter tief in der Erde verbuddelt. Es ist ein Ende in einem Ende in einem möglichen Ende. Irgendwie so. Man weiß plötzlich nicht, wo hinten und vorne ist und was eigentlich los ist. ABER - bitte nicht zu voreilig urteilen! - es passt nämlich zu dem, was der Plot hergab. Das macht jetzt vermutlich keinen Sinn, daher empfehle ich - nicht nur deswegen, auch sowieso - dieses Buch zu lesen. Persönliches Fazit: Wer gern einmal mit schwarzhumoriger Leichtfüßigkeit durch eine österreichische Provinz spazieren und erleben möchte, wie vom Schicksal gezeichnete Weggefährten in ihren rappelvollen Erdmöbeln eindrucksvoll abdanken, der möge Friedberg unbedingt einen Besuch abstatten. Dazu empfehle ich ein pfeifendes: "Always look on the bright side of life".

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