Leserstimmen zu
Barbarotti und der schwermütige Busfahrer

Håkan Nesser

Gunnar Barbarotti (6)

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Dies ist der sechste Band der Reihe um Inspektor Barbarotti. Leider habe ich die ersten fünf Bände nicht gelesen, kann also keinen Vergleich anstellen und mich also nur auf dieses Buch beziehen. Kurz zum Inhalt und Aufbau: Inspektor Gunnar Barbarotti und seine Polizeikollegin und Lebenspartnerin Eva Backman entschließen sich nach einem Vorfall, für einige Wochen eine Pause von der Arbeit zu machen. Als Barbarotti dann eines Tages meint, den totgeglaubten Busfahrer Albin Runge gesehen zu haben, packen er und Backman noch einmal die alten Akten heraus und versuchen, das Rätsel um das mysteriöse Verschwinden des Busfahrers zu lösen. Das Buch ist im Großen und ganzen in zwei Zeitstränge aufgeteilt. Einmal die Ermittlungen im Fall Albin Runge und dann die Zeit auf Gotland. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht von Barbarotti und Backman und Albin Runge geschrieben, der in einer Art Tagebuch seine Gedanken festhält. Vor einigen Jahren gab es nämlich ein schweres Busunglück mit einigen Toten, als Runge am Steuer saß. Ein paar Jahre später erhält Runge mehrere Drohbriefe von jemandem der sich Nemesis nennt. Schließlich vertraut sich Runge Inspektor Barbarotti und Eva Backman an. Doch auch die Polizei kommt mit ihren Ermittlungen nicht wirklich weiter und als Runge dann plötzlich verschwindet, wird Runge schon bald für tot erklärt, obwohl seine Leiche nie aufgetaucht ist. Nun meine Meinung: Was mir sehr gefallen ist der schlichte und gut lesbare Schreibstil und die idyllischen Beschreibungen der gotländischen Landschaft an den häufig verregneten Tagen. Die typisch schwedischen Fahrradtouren des Ermittlerduos stelle ich mir wirklich schön vor. Mit den beiden Ermittlern konnte ich mich von Anfang an anfreunden. Sie sind ein gutes Team und auch ein gutes Paar. Doch mit Albin Runge hatte ich Schwierigkeiten, da er überhaupt nicht nachvollziehbar handelt und wirklich halbtot wirkt, wie es auch im Buch mehrmals von anderen Personen erwähnt wird. Durch die Zeitsprünge und gelegentlichen Andeutungen bleibt immer ein gewisser Grad an Spannung da, doch spätestens in den letzten 60 Seiten wird das Ende offensichtlich. Der Ausgang des Buches und das Fehlen eines Überraschungsmoments haben mich wirklich sehr enttäuscht. Da für mich ein spannender Einstieg mindestens genauso wichtig ist wie ein spannendes Ende wird ein Stern abgezogen. Außerdem ziehen sich die Ermittlungsarbeiten an manchen Stelle in die Länge, da dieselben Motive und Szenarien immer wieder von neuen durchgekaut werden. Ich hätte mir hier noch etwas mehr überraschende Wendungen gewünscht. Aus diesem Grund noch einmal Punktabzug. Fazit: Wer sich einen hochspannenden Krimi mit vielen Überraschungsmomenten und Wendungen wünscht, sollte lieber zu einem anderen Buch greifen. "Barbarotti und der schwermütige Busfahrer" ist eher ein Roman für einen gemütlichen Leseabend an einem verregneten Herbsttag.

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Das Schicksal des Busfahrers wird etwas langatmig und mit teilweise philosophischen Betrachtungen erzählt. Die von einem Kriminalroman erwartete Spannung kommt erst ab Mitte des Buches auf. Gewöhnungsbedürftig sind die Zeitsprünge und die zwischendurch in der Ichform eingestreuten Tagebucheinträge des Busfahrers. Dialoge sind teilweise wie bei Shakespeare in Form eines Drehbuchs geschrieben. Letztendlich hilft ein glücklicher Zufall bei der Aufarbeitung des Falles. Der Bezug des Prologs zur Geschichte erschließt sich dem Leser erst auf den letzten Seiten des Buches.

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Kriminalroman der besonderen Sorte

Von: Blackie 177

23.10.2020

Inspektor Barbarotti ermittelt auf Gotland, nachdem seine neue Lebensgefährtin, Eva Backman, im Dienst einen Mann getötet hatte. Man nutz die Einsamkeit und Zeit und rollt einen 5 Jahre alten Fall neu auf, den man damals nicht lösen konnte. So beginnt dieser klassische Kriminalroman. Klassisch für mich, weil die Polizeiarbeit so beschrieben wurde, wie man sich diese vorstellt. Es war mein erstes Buch vom Autor und ich hatte wechselnde Ansichten. Manchmal empfand ich das Buch spannend und dann wieder zu langatmig. An einigen Stellen fühlt man sich in einen schwedischen Reiseführer versetzt. Die Zeitenwechsel von der Detektivarbeit der Gegenwart zur Polizeiarbeit der Vergangenheit tragen dabei zur Spannung bei und stören nicht. Auch wenn ich dem Buch nur 3 Sterne gegeben habe, kann ich es weiterempfehlen. Es hat sich flüssig gelesen und man hat Zeit, seine eigenen Schlussfolgerungen zum / zu den Tätern zu ziehen. Das Ende bezeichne ich als doof, warum wird hier aber nicht verraten.

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Es muss nicht immer ein Psychothriller sein

Von: Lena Wörl

14.10.2020

Mit Barbarotti in den Lesetag zu starten war nicht schlecht. Generell ist zu sagen, dass sich der schwedische Krimi prima für regnerische Herbsttage eignet. Was mir gut gefallen hat waren die Sprünge zwischen heute und Vergangenheit. Dadurch kommt eine gewisse Abwechslung in den Roman. Leider komme ich mit Barbarottis Kollegen als Ermittler besser klar, als mit ihm selbst. Doch das ist Geschmacksache.

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