Leserstimmen zu
Barbarotti und der schwermütige Busfahrer

Håkan Nesser

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Kleckse und Späne

Von: Ele

29.10.2020

Barbarotti und der schwermütige Busfahrer, Krimi von Hakan Nesser, 416 Seiten, erschienen im btb Verlag. Der sechste Band der Gunnar Barbarotti Reihe. Gunnar Barbarottis langjährige Kollegin und inzwischen Lebensgefährtin Eva Backmann, musste bei einem Einsatz zur Schusswaffe greifen, was für einen Beteiligten mit dem Tod endete. Nun wird gegen sie ermittelt. Um Abstand zu gewinnen, beschließen die beiden Kommissare, sich in die herbstliche Abgeschiedenheit auf der Insel Gotland zurückzuziehen. Als Barbarotti dort aber in einem Radfahrer jenen rätselhaften Busfahrer Albin Runge zu erkennen glaubt, der vor sechs Jahren Opfer eines Verbrechens geworden war, dessen Leiche aber nie entdeckt wurde, ist es mit der besinnlichen Zurückgezogenheit leider vorbei. Damals wie heute werden die beiden Kommissare von den mysteriösen Umständen des Falls in ihren Bann gezogen und die Ermittlungen beginnen von neuem. 50 Kapitel in angenehmer Schriftgröße gedruckt, sind allesamt mit dem Datum zu Teilen zusammengefasst und somit deutlich gekennzeichnet. Dies ist in diesem Buch sehr wichtig, denn die Handlung geschieht in drei Zeitebenen. Zum einen, Rückblicke in die Zeit vor und nach dem unsäglichen Busunfall, der 17 Jugendlichen und einer Erwachsenen, das Leben gekostet hat. Die nächste Zeitebene beschreibt die Zeit in der der schwermütige Unfallverursacher, die Drohbriefe erhält, die mit seinem mysteriösen Verschwinden in Zusammenhang stehen. Dazu kommt das Geschehen in der Gegenwart, das das Ermittlerduo nach Gotland führt und beinhaltet die damit verbundenen Nachforschungen. Dazwischen immer wieder in Ichform die Gedanken niedergeschrieben unter dem Titel „Kleckse und Späne“ aus der Sicht Runges. Die Drohbriefe, Bibelzitate und englische Phrasen erscheinen kursiv und sind somit deutlich im Text zu erkennen. Am Anfang hatte ich durch die diversen Zeitebenen und Handlungsstränge Mühe in Lesefluss zu kommen, was sich jedoch bald geklärt hat und ich mich mühelos im Plot zurechtgefunden habe. Alle Handlungen und das Geschehen sind nachvollziehbar. Das Buch und dieser Fall sind nicht nervenzerreißend spannend aber im Lauf der Geschichte entwickelte sich eine Sogwirkung die es mir dennoch schwermachte, das Buch überhaupt aus der Hand zu legen. Mehrere Lösungsmöglichkeiten habe ich in Betracht gezogen. Ich habe mir sehr viele Gedanken gemacht, was es mit dem Verschwinden Runges auf sich haben könnte und schon lange vor den Ermittlern, den Fall auf dieselbe Weise geklärt. Doch weit gefehlt, erst auf den letzten Seiten zeichnet es sich ab, wie es wirklich war und ich muss gestehen ich war total über die Auflösung verblüfft. Genial! Der Schreibstil Nessers verblüfft mich wieder einmal total. Ein fast philosophisches Werk in schöner Sprache. Mit Kommissar Gunnar Barbarotti ist Hakan Nesser ein ganz großer Wurf gelungen, die Harmonie in der Beziehung zu Eva Backmann machte mir viel Freude, ein Kommissar ohne Ecken und Kanten, einfach angenehm. Obwohl er schon ein klein wenig skurril ist, er spricht nämlich mit Gott, was weiter nicht verwunderlich wäre, aber Gott antwortet ihm auch! Wunderbar zu lesen wie seine Lebensgefährtin damit umgeht. Das Nesser auch humorvoll kann, hat er auch an einigen Stellen im Buch beweisen z.B., auf Seite 123 …der Irre im Weißen Haus, oder der Ausdruck: „genauso abwegig wie eine Schweinswurst in einer Moschee“ oder auf S. 313: „Albin Runge ist wirklich einer der naivsten Vögel gewesen, der jemals in einem Paar Schuhe herumgelaufen ist“. Solche Sätze haben mich zum Schmunzeln gebracht. Alles in allem war es ein Genuss, dieses Buch zu lesen. Ich kann es nicht nur den Fans von Hakan Nesser empfehlen. Es ist möglich dieses Buch als Einzelband zu genießen, Vorkenntnisse sind keine notwendig. Von mir deshalb eine uneingeschränkte Leseempfehlung und volle 5 Sterne.

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Wahnsinnig spannend und besonders

Von: Eisteepfirsich

28.10.2020

Dies ist das neueste Buch aus der Krimireihe rund um Inspektor Barbarotti und seiner Partnerin und Kollegin Eva Backman. Eva hat bei einem Polizeieinsatz einen Jugendlichen erschossen, wird daraufhin suspendiert und nimmt sich mit Barbarotti eine Auszeit auf Gotland. Aber zur Ruhe kommen die beiden dort nicht wirklich - durch Zufall treffen die beiden den Busfahrer aus einem alten Fall wieder. Er kann es aber doch gar nicht, er ist gestorben. Oder nicht? War es ganz anders? Es gilt von nun an diesen mysteriösen Fall zu lösen und das ganze ist wahnsinnig spannend geschrieben. Ab der Hälfte des Buches ungefähr nimmt die Geschichte wahnsinnig viel Fahrt auf und man möchte wahnsinnig gerne wissen, was es alles mit dem mysteriösen Busfahrer auf sich hat. Was ist damals wirklich passiert? Sehr empfehlens- und lesenswert.

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Kleckse und Späne

Von: Miki094

28.10.2020

lernte des Schwermuts öde Höhle des Lebenstumults brodelnden Kessel zu wollen und leben, zu bezwingen und erdulden, mich stark und klug zu stählen. Dieses Gedicht ist dem Roman zuvorgestellt und während der Lektüre blätterte ich immer wieder zurück und las es. Es gibt irgendwie die Stimmung des schwermütigen Busfahrers wieder , der seine Geschichte in einem Notizbuch mit dem Titel " Kleckse und Späne " erzählt. Inspektor Barbarotti und seine Kollegin und Lebensgefährtin Eva Backman ermitteln , als Albin Runge ( Der Busfahrer ) mit Drohbotschaften terrorisiert wird.Zwei Handlungsstränge 2013 und 2018 werden geschickt verwoben und kulminieren in einem Finale , das mich wirklich überrascht hat. Hakan Nesser ist wieder ein klassischer Skandinavienkrimi geglückt , der mich wirklich gefesselt hat und den ich gerne weiter empfehle.

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Nesser schreibt seine Kriminalromane, wie Meisterdiebe ihre Tat planen, durchdacht, präzise elegant und mit einer ganz eigenen künstlerischen Note. Und hier tut er es wieder. Der Fall, auf den das inzwischen auch privat verbandelte Ermittlerpaar Barbarotti und Backmann trifft, führt sie einige Jahre zurück in der Zeit, zu einem Busfahrer, der an einem Unfall beteiligt war, bei dem es mehrere Tote gab. Nicht nur, das diesen Mann die eigene Schuld niederdrückt, eine Art Racheengel hat beschlossen, Vergeltung zu üben. Und das tut dieser dann auch. Backmann war damals die Kommissarin, die das spätere Opfer um Hilfe gebeten hat. Und dieser von Schuld gebeutelte Mann, der kommt der Kommissarin auch ganz aktuell in den Sinn, denn auch sie ist schuld am Tod eines Menschen, weil sie die vermeintlich richtige oder vielleicht doch falsche Entscheidung getroffen hat. Und so entstehen zwei Erzählebenen, zwischen denen sich der Autor elegant hin und her bewegt und so für zusätzliche Kurzweil und Spannung sorgt. Auch sonst wird es nicht vergessen, das Spiel mit der Sprache, ein wichtiges Nesser-Merkmal, das so herrlich in den Ermittlerdialogen, die schon fast Duellen gleichkommen, seinen Ausdruck findet. Dieses Buch hat alles, was es erlaubt, einem Krimifall auch wirklich die Bezeichnung Kriminalroman zuzugestehen, eine das Geschehen tragende Spannung, realistische unaufgeregte Ermittlerarbeit und 'menschliche Kontakte' mit viel Lebendigkeit. Ein echter Nesser ist das eben, sehr zu empfehlen, natürlich auch für Neuzugänge.

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Das lange Warten auf einen neuen Fall für Inspektor Gunnar Barbarotti ist vorbei! Im Privatleben des Ermittlers hat sich etwas getan, denn Eva Backman ist nicht nur mehr langjährige Kollegin, sondern mittlerweile auch seine Lebensgefärtin geworden! Bevor die beiden Ermittler sich dem im Buchtitel verankerten schwermütigen Busfahrer zuwenden, dauert es noch etwas und was es mit diesem Mann – sein Name ist übrigens Albin Runge -  auf sich hat, bekommt man aus unterschiedlichen Sichtweisen und verschiedenen Zeitebenen vom Autor erzählt, wovon ein wichtiger Teil auf Gotland spielt. Worum es genau geht, sollte jeder selbst lesen, denn Hakan Nesser ist ein sehr guter Geschichtenerzähler, der genau weiß, wie er seine Leser spannend und fesselnd unterhalten kann. Das ist ihm auch diesmal wieder gelungen. Allerdings hatte ich dann irgendwann eine Ahnung wie bzw. was geschehen sein könnte und lag im Großen und Ganzen richtig, weswegen ich hier einen kleinen Punkt abziehe. Nichtsdestotrotz war es wieder einmal schön vom Inspektor zu hören bzw. zu lesen, der auch weiterhin in kniffligen Situationen Zwiesprache mit Gott hält. Ich für meinen Teil würde gern noch weitere Fälle mit diesem besonderen Ermittler-Pärchen lesen.

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Gut wie immer

Von: MAPEWU

25.10.2020

Wer HAKAN NESSER Bücher kennt, wird auch hier nicht enttäuscht. Es hat mich wieder mal gut unterhalten, wie immer enttäuschte mich der Schriftsteller nicht. Leicht zu lesen, flüssig geschrieben, klare Gliederung. Mit Hakan Nesser Bücher macht man nicht falsch. Immer wieder .... Unterhaltung war gut

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Ein fesselndes Buch

Von: Linus aus NRW

24.10.2020

Dieses Buch ist wirklich sehr gut geschrieben. Manchmal muss man mal einen Satz 2 mal lesen um genau zu merken aus welcher Sichtweite es gerade geschrieben ist. Die ganze Geschichte ist aus vielen Sichtweisen und Charakter geschrieben, was genau den Charm dieses Buches ausmacht. Ich kann es wirklich nur empfehlen. Man ist trotz der manchmal etwas anderen Schreibweise direkt in der Geschichte drin und fühlt mit

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Um nachfolgende Reszension besser einordnen zu können, so sei den Lesenden auf den Weg gegeben, dass es sich nicht nur um meinen ersten Barbarotti-, sondern um meinen ersten Hakan Nesser-Roman überhaupt handelt, ich bin also Quereinsteiger in jeder denkbaren Hinsicht. So, nachdem das geklärt ist, folgt meine inhaltliche Einschätzung: Ich habe selten einen so bemerkenswerten Schreibstil für einen Krimi erlebt und muss sagen, dass ich sehr angetan bin! Sprachlich durchaus mit Anspruch, die Charaktere klar gezeichnet und immer wieder von einer gewissen ironischen Grundstimmung durchzogen. So war das Lesen schon ganz abseits der Story eine große Freude und ich kann hier eindeutige 5 von 5 möglichen Sternen vergeben. Die Story hat mir ebenfalls gefallen, hier würde ich allerdings an der ein oder anderen Stelle kleine Abzüge geltend machen. Der Spannungsbogen ist zwar sehr gut gemacht und ich habe über weite Teile der Geschichte deren Ende nicht kommen sehen, hier und da funktioniert das meiner Meinung nach allerdings unter anderem über leicht gedehnte Ausführungen und einer etwas zu argen Vermischung zeitlicher Ebenen. Daher vergebe ich hier 4 von 5 Sternen, was sich im Mittel zu 4,5 Sternen verrechnet. Da man diese nicht vergeben kann, wird den Regeln der Mathematik folgend auf 5 Sterne aufgerundet und ich finde, dass das auch in Ordnung geht, ich hatte jedenfalls viel Spaß beim Lesen und es wird sicherlich nicht der letzte Roman dieser Reihe oder des Autors gewesen sein, den ich lesen werde. Danke dafür!

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