Leserstimmen zu
Wir fressen uns zu Tode

Galina Schatalova

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Beim Lesen sollte man auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, dass die Autorin Russin ist und für ein russisches Publikum geschrieben hat. Mir ist schon häufiger aufgefallen, dass dieses Völkchen ein anderes Verständnis von Vermittlung von Wissen, dem Ansprechen seiner Leser sowie grundsätzlicher Lebensauffassung hat. Wem das nicht vertraut ist, wird über viele Formulierungen stolpern und eventuell unnötige Widerstände aufbauen. Das Buch ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil findet sich eine Einführung und grundlegende Informationen zur Thematik, ferner Kapitel zu Atmung, Bewegung und Abhärtung des Körpers. Der zweite Teil beschäftigt sich mit unserer Ernährung. Im Text gibt die Autorin viele Beispiele aus ihrer eigenen Berufserfahrung als Ärztin, wobei sie sich teilweise wiederholt, was den Lesefluss meines Erachtens etwas stört. Ein paar Körperübungen samt Abbildungen befinden sich im ersten Teil des Buches. Ich fand ihre Erkenntnisse über unsere Mikroben-Symbionten extrem interessant, da sie in der Lage sind, für uns wichtige Nährstoffe zu synthetisieren. (Wir haben allein im Darm ca. 10-100 mal so viele Bakterien, wie wir menschliche Zellen besitzen. Das mögen Hygienefanatiker nicht gerne hören, aber ohne diese kleinen Helfer sind wir nicht lebensfähig.) Die Autorin und ihre Kollegen haben auf diesem Gebiet viele Forschungen angestellt und sind zu dem Schluss gekommen, dass der menschliche Organismus alle wichtigen Nährstoffe von Bakterien erhalten kann – vorausgesetzt, dass wir eine gesunde Darmflora besitzen. Wie wir zu dieser kommen, versucht Frau Schatalova hier darzustellen. Wer allerdings Rezepte sucht, wird von diesem Buch enttäuscht werden. Hier gibt es nur grundsätzliche Informationen. (Rezepte gibt es in ihrem anderen Buch "Heilkräftige Ernährung: Eine energetische Lebensmittel- und Heilkräuterkunde für wahre Gesundheit") Leider gibt es weit und breit keine Quellenangaben in Listenform, so dass eigene Nachforschungen kompliziert werden. Allerdings gestaltet es sich sowieso schwierig, russischen Quellen zu folgen, wenn man kein Russisch spricht. Das Problem ist nur, dass viele „Experten“ Schatalovas Erkenntnisse als Spinnerei und Esoterik abtun, doch ich stelle ihre Kompetenz nicht in Frage, solange ich nicht handfeste Beweise für das Gegenteil geliefert bekomme – dafür gibt es einfach zu viele Erfahrungs- und Heilgeschichten mit ihrer Methode in meinem Bekanntenkreis und im Internet. Was mich allerdings ein wenig verwirrte, waren kleinere Widersprüche, wie z.B.: Wer gesund sein will, muss immer und überall strikt der Ernährungsweise folgen – aber an Festtagen ist Schlemmen erlaubt. Scheinbar ist der soziale Aspekt der Ernährung eben auch nicht zu unterschätzen.😉 Wer sich fragt, weshalb eine Frau, die behauptet, der Mensch könne etwa 150 Jahre alt werden mit 95 hinscheidet: Sie verstarb an den Folgen eines Treppensturzes – so die Quellen im Netz. Wer russisch kann, möge auf ihrer Homepage einmal nachschauen. Fazit: Ein Buch voller faszinierender Erkenntnisse, die schon mal jemandes Weltbild auf den Kopf stellen können. Ob man die beschriebene Ernährungsweise jedoch umsetzt, kann nur jeder für sich selbst entscheiden – das dafür nötige Vertrauen, Mut, Disziplin und Durchhaltevermögen kann leider niemand mitliefern.

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