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Margret Madejsky - Das alternative Kinderwunschbuch

Margret Madejsky über die Wirkung von Naturheilmitteln bei Kinderwunsch

Interview mit Margret Madejsky

Autorin von "Das alternative Kinderwunschbuch. Die besten Naturheilkonzepte für die Fruchtbarkeit" (Arkana Verlag)

Margret Madejsky
© Markus Vetter

Was sind die Hauptursachen für die zunehmende Kinderlosigkeit?
Margret Madejsky: Einerseits zögern manche Frauen heute viel zu lange, bevor sie sich zu ihrem Kinderwunsch bekennen. Sie wollen erst Karriere machen und dann das Projekt ‚Wunschkind‘ angehen, aber das ist eine Rechnung, die nicht immer aufgeht. Je älter die Frau ist, umso seltener werden die Eisprünge, umso mehr Einnistungsprobleme gibt es und umso größer ist die Gefahr, dass es zu einem Abgang kommt.

Andererseits kann man beobachten, dass die Frauen häufig übertherapiert und die Männer viel zu wenig beachtet werden. Viele Frauen eilen monatelang von Arzt zu Arzt, probieren dies und das, bevor endlich die Qualität der männlichen Samenzellen überprüft wird. Dabei sinkt die männliche Fertilität seit Jahrzehnten.

Nicht zuletzt spielen bei unerfülltem Kinderwunsch latente Vergiftungszustände mit hormonaktiven Umweltproblemstoffen wie etwa Pestiziden, Quecksilber aus Zahnamalgam oder Weichmachern eine zunehmende Rolle. Manche Giftstoffe binden sich an Hormon-rezeptoren und stören die hormonelle Balance, was Zyklusstörungen und hormonabhängige Frauenleiden wie Endometriose, Myome oder Zysten und eben auch sinkende Fertilität mit sich bringt.

Was muss eine Frau tun, wenn sie um die 40 noch schwanger werden will?
Margret Madejsky: Das hängt von der Gesamtverfassung der Frau ab. Bei mir waren, abgesehen von einer stabilen Beziehung, regelmäßigem Sport und Biokost, auch Blutreinigungskuren und Selbstversuche mit naturheilkundlichen Fruchtbarkeitsmitteln mitverantwortlich, dass ich mit 39 spontan schwanger wurde. In jedem Fall sollten Frauen mit Kinderwunsch einen gesunden Lebenswandel pflegen und erst einmal das Nest reinigen, also eine Entgiftung machen. Natürlich sollte die Hormonlage gecheckt werden, denn um die 40 erlahmt die Eierstockfunktion, die Eisprünge werden seltener und es liegt ein Progesteronmangel vor, der vielleicht ausgeglichen werden muss. Auch Schilddrüsenfunktions-störungen nehmen seit einigen Jahrzehnten drastisch zu, weshalb die Schilddrüse als ‚Motor der Fruchtbarkeit‘ stets im Beginn einer Kinderwunschbehandlung gezielt untersucht werden sollte.

Und was können die Männer zum Projekt ‚Wunschkind‘ beitragen?
Margret Madejsky: Vor allem sollten die Männer den Kinderwunsch ihrer Partnerin ernst nehmen und zeitnah beim Urologen ein Spermiogramm machen lassen. Sofern das Ergebnis grenzwertig oder schlecht ausfällt, sollten sich die Männer genauer untersuchen lassen, etwa indem sie ein großes Blutbild mit Hormonwerten anfertigen lassen. Erfolgversprechend sind dann individuell zusammengestellte Entgiftungskuren. Auch die kurmäßige Einnahme von Vitalstoffen kann die Spermaqualität meist deutlich heben. Darüber hinaus kann die Änderung bestimmter Lebensgewohnheiten die Vitalität der männlichen Samenzellen erheblich steigern. Zum Beispiel verschlechtert sich ein Spermiogramm um zirka 20 Prozent, wenn der Mann raucht. Alkohol, ungesunde Ernährung oder das Handy in der Hosentasche sind der Fruchtbarkeit auch nicht zuträglich.

Was können Naturheilmittel bei Kinderwunsch bewirken?
Margret Madejsky: Sehr viel! Mit pflanzlichen, homöopathischen und anthroposophischen Naturarzneien kann man beispielsweise Schwermetalle wie Blei oder Amalgam ausleiten, Hormone regulieren, Krämpfe lindern, Narben, Myome oder Zysten reduzieren, Eierstöcke und Hoden anregen, die Lust steigern, den Eisprung und die Spermienbildung fördern, eine Einnistung begünstigen, die Hormonlage in der Schwangerschaft stabilisieren, einer Fehlgeburt entgegenwirken und vieles mehr. Letztendlich hängt es davon ab, wie breit aufgestellt die jeweilige Therapeutin ist, denn die Kräfte der Naturheilmittel sind beachtlich, wenn man sie zu nutzen weiß.

Was sind die Vorteile einer naturheilkundlichen Fruchtbarkeitssteigerung?
Margret Madejsky: Wir Heilpraktiker nehmen uns in der Regel viel Zeit, um die Ursachen der ungewollten Kinderlosigkeit zu finden und gehen auf die individuellen Bedürfnisse unserer Patientinnen ein. Vor allem aber ist der naturheilkundliche Weg der sanftere – es kann zu keiner hormonellen Überstimulation kommen. Kürzlich hatte ich eine Frau in der Beratung, die infolge künstlicher Befruchtungsversuche einen Eierstock verloren hatte. Einer anderen Patientin musste die Gebärmutter entfernt werden, weil durch die Hormongaben ihre Myome rasant gewachsen waren. Wir können das Schicksal zwar nicht zwingen, aber das ist auch in den wenigsten Fällen nötig. Meist muss nur der Boden bereinigt werden, bevor der Same darin aufgehen kann. Im Rahmen einer naturheilkundlichen Fruchtbarkeitsbehandlung fühlen sich die meisten Frauen schon nach wenigen Wochen seelisch wie auch körperlich spürbar ausgeglichener.

„Für mich ist das Allerwichtigste das Bewusstsein davon, dass ein Kind nicht gemacht, sondern empfangen wird.“
(Dr. med. Bartholomeus Maris)