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Rezension zu
Eiskalte Hölle

Nicht alles ist friedlich, nur weil es friedlich aussieht…

Von: Tina
10.12.2019

Das Team um die 60-jährige Kommissarin Teresa Battaglia und ihren Kollegen Inspektor Massimo Marini ist sich schnell einig, dass dies kein gewöhnlicher Mordfall ist. Das Entfernen der Augen, die ja die Seele eines Menschen spiegeln, sowie das offensichtliche zur Schau stellen der nackten Leiche, scheinen den Verstorbenen zu entmenschlichen. Auch die völlige Zerstörung seines Gesichts nimmt ihm seine Persönlichkeit. Härte Die Hauptfigur, Teresa Battaglia, ist eine intelligente und einfühlsame, aber trotzdem sehr rational denkende Frau. In ihrer Arbeit legt sie eine Festigkeit an den Tag die man durchaus auch als Härte sehen kann. Aber im Prinzip versucht sie nur sich selbst vor den immer neuen Verwundungen zu schützen, die ihre Arbeit als Profilerin, das Hineindenken in das Böse, so mit sich bringt. Waisenhaus uch der Ort an dem dieser Mord geschehen ist, scheint sich selber schützen zu wollen. Aber um den Mord aufzuklären und weitere zu verhindern graben die Ermittler tief in der Vergangenheit und stoßen dabei auf ein recht mysteriöses Waisenhaus. Dort wurden unmenschliche Experimente mit Geist und der Psyche kleiner Kinder gemacht und der Täter scheint etwas mit diesem Waisenhaus zu tun zu haben. Vergesslichkeit Während der Ermittlungen fällt Teresa Battaglia immer mehr auf, das irgendetwas nicht stimmt - und zwar mit ihr. Der Verdacht, den sie schon länger hat, erhärtet sich immer weiter, denn sie scheint immer mehr zu vergessen und fürchtet an einer beginnenden Demenz zu leiden. Das würde das unweigerliche Ende ihrer Arbeit bedeuten und sie muss sich selber eingestehen, dass sie in ihrem Leben nichts anderes als ihre Arbeit hat. An diesem Punkt entscheidet sie sich, alle noch vorhandenen Energien für die Suche nach dem Mörder zu nutzen. Grausam Eiskalte Hölle ist ein grausamer, ziemlich brutaler Thriller der mich als Leser vor die Frage stellt, wie ein Mensch so werden kann, wie der Täter in diesem Fall. All das Böse, das aktuelle genauso wie das vergangene, passiert in einer beinahe märchenhaften Landschaft, die sehr detailliert und liebevoll beschrieben wird, dass man beinahe vergisst, um was es hier geht. Genau in solchen Momenten schlägt dann aber das Grauen wieder unverhüllt zu und genau das liebe ich an diesem Buch :-) Stereotyp Vor allem liebe ich aber an diesem Buch, dass es endlich mal wieder eine Ermittlerin in den Fokus geschafft hat, die so gar keinem Stereotyp entspricht. Sie ist weder jung, noch knackig, sondern immerhin sechzig Jahre alt. Sie weiß sich durchzusetzen, ohne Rücksicht darauf, ob sie sich beliebt macht und sie macht ihren Job dabei richtig gut. Aber sie kämpft auch mit all den Einschränkungen, die mit dem Alter so auftauchen und den Ängsten, was nach den Jahren voller Arbeit noch kommt. Ein Mensch wie du und ich eben! Mein Fazit: Eiskalte Hölle von Ilaria Tuti ist ein facettenreicher, spannender Thriller mit einer ebenso facettenreichen Ermittlerin. Wer eine Mischung aus detaillierter Landschaftsbeschreibung, menschlichen Abgründen, einer wirklich interessanten Protagonistin und einen Hauch Sozialkritik mag, sollte sich diesen Thriller nicht entgehen lassen.

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