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Rezension zu
Marlenes Geheimnis

Ein bewegender Roman

Von: friederickes bücherblog
16.02.2018

Das Cover Das Cover zeigt eine junge Frau, die auf einen See blickt. Die hellen zarten Farben, das Kleid, das an die Fünfziger Jahre erinnert, sowie der See mit seinen Booten und den Bergen im Hintergrund, treffen perfekt die Geschichte am Bodensee. Die Geschichte (Achtung Spoiler!) Christiane auch Nane genannt ist auf dem Weg von Frankfurt an den Bodensee. Ihre Großmutter Eva ist gestorben und sie möchte ihr die letzte Ehre erweisen. Auch ihre Mutter Victoria kommt zur Beerdigung. Allerdings versteht die sich nicht gut mit ihrer Schwester Marlene, die inzwischen die Geschäfte der Mutter übernommen hat. Deshalb reist Vicky nach der Beerdigung auch gleich wieder ab. Nane geht es persönlich gerade nicht so gut und sie entscheidet sich etwas länger bei ihrer Tante zu bleiben, um eine Auszeit von ihrem Leben in Frankfurt zu nehmen. Marlene übergibt ihr ein Buch mit den Lebenserinnerungen ihrer Großmutter Eva Menzel aus den Jahren 1938 bis 1953. Sie beschreibt darin ausführlich ihr nicht einfaches Leben in Reichenberg (Sudetenland). Während ihr der Vater das Schnapsbrennen beibrachte, wurde ihre Mutter eine Alkoholikerin. Doch dann musste ihr Vater an die Front. Von da an begann die Zeit des Krieges, die Vertreibung und die Flucht. Meine Meinung Was für ein Buch! Die Geschichte wechselt zwischen zwei Zeitebenen. Zum einem aus der Vergangenheit, aus Böhmen und Mähren, dort aus Reichenberg, dem heutigen Liberec. Im Jahre 1945 wurde das Gebiet wieder der Tschechoslowakei zugeordnet und die dort lebenden Deutschen wurden enteignet und vertrieben. Evas Aufzeichnungen berichten über die schlimme Kriegszeit und die Erlebnisse der Frauen in den Lagern, zwischen Hunger, Elend und dem Neubeginn an einem anderen Ort. Und in der Gegenwart taucht Nane in die Memoiren ihrer Oma ein und verschiebt immer wieder ihre Abreise, weil sie so fasziniert ist. Nebenbei kümmert sie sich um ihre Tante Marlene und fragt sich, warum diese und ihre Mutter sich einfach nicht verstehen. Dann trifft sie einen alten Freund, den sie aus ihrer Jugendzeit und ihren Ferienbesuchen gut kennt. Der wiederum bittet sie, ihm zu helfen, die Aufzeichnungen seines ebenfalls verstorbenen Großvaters zu entschlüsseln. Von jetzt auf gleich, treten Geheimnisse hervor, die die Vergangenheit in einem völlig anderen Licht zeigen. Die Autorin schreibt in einer leicht verständlichen und sehr fesselnden Sprache. Die Figuren sind wunderbar erarbeitet. Jeder und jede wird dem zugedachten Charakter gerecht. Besonders Nane und Eva lassen mich in ihr Leben, sie lassen mich mitfühlen und auch mitleiden. Die Schauplätze sind wunderbar beschrieben. Man darf eintauchen, als wäre man mittendrin. Gänsehaut pur! Die Perspektivwechsel tragen stets dazu bei, dass die Spannung hochgehalten wird. Nie gibt es das Gefühl zu wissen, wie es weitergeht. Immer wieder kommt eine neue überraschende Wendung. Besonders die Einbindung der gut recherchierten Zeitgeschichte, sorgt dafür, dass dieser beeindruckende Roman entstehen konnte. Mein Fazit ist, dass dieses Buch ein Stück deutsche Geschichte erzählt, sie ist perfekt integriert in eine spannende Familiensage. Drei starke Frauen, die uns letztendlich zur Dankbarkeit auffordern, in einer anderen Zeit leben zu dürfen. Dieses Buch wird 2018 bestimmt zu meinen Lieblingsbüchern gehören. Und deshalb spreche ich eine ausdrückliche Leseempfehlung aus. friedericke von "friederickes bücherblog"

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