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Rezensionen zu
Aufs Meer hinaus

Cecilie Enger

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€ 24,00 [D] inkl. MwSt. | € 24,70 [A] | CHF 33,50* (* empf. VK-Preis)

Bertha´s Mutter war bei der Geburt zusammen mit Bertha´s kleiner Schwester gestorben. Ihr Vater heiratete erneut, eine jüngere Frau, mit der er viele Kinder bekam. Zusammen lebten sie in einer Wohnung voll mit Kindern und Verwandten. Bertha wuchs heran in dem Glauben eines Tages selber zu heiraten, Kinder zu bekommen, das Leben ihrer Stiefmutter zu führen. Gedanken, die Bertha befremdeten, als wenn ihr nicht ihr eigenes Leben bevorstünde. Kurz vor Bertha´s Konfirmation bekommt sie ihr erstes nicht selbst genähtes Kleid, ein Kleid nur für sie alleine, das in einem Laden gekauft wurde. In diesem Laden trifft Bertha das erste Mal Hanna und fühlt sich sofort zu ihr hingezogen. Bertha ahnt zu diesem Zeitpunkt noch nicht, welche Auswirkungen die Bekanntschaft mit Hanna auf ihr Leben haben wird. Sie lebt noch immer in dem Glauben eines Tages zu heiraten und Kinder zu bekommen, das Leben zu führen, welches Frauen Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts zugeschrieben wurde. Doch zusammen mit Hanna wird sie eine Pionierin werden... Für mich ist „Aufs Meer hinaus“ von Cecilie Enger ein sehr zarter und ruhiger Roman, der aber gleichzeitig sehr kraftvoll auf mich wirkte. Die Geschichte von Bertha und Hanna bewegte mich sehr. Es ist eine Geschichte die aufzeigt wie viel Mut ein Mensch braucht sich für ein Leben zu entscheiden, dass gegen die aktuellen gesellschaftlichen Konventionen läuft, ein Leben für das man bestraft werden könnte. Es ist eine Geschichte, in der wir erfahren, wie kraftvoll Liebe sein kann und dass es unter Umständen kaum möglich ist, ohne diese Liebe andere Wege zu wählen, als die für einen vorbestimmten. Es ist eine Geschichte voller Abenteuerlust, denn die braucht man, um das zu tun, was Bertha und Hanna taten. Es ist aber auch eine Geschichte voller Zweifel, durch die sich für mein Empfinden immer eine Spur Traurigkeit zog. Es ist eine Lebensgeschichte zweier Frauen, die sich für einander und für die Liebe entschieden haben, in einer Zeit in der so nicht gelebt werden durfte. Und es ist eine Erfolgsgeschichte. Eine Geschichte die aufzeigt, was getan, erreicht und geschafft werden kann, wenn man seinen eigenen Weg geht, so schwer und uneben er auch sein mag. Die Lebensgeschichte von Bertha und Hanna wird so leise erzählt, ganz ohne Getöse, fast schon zärtlich und besonnen. Mir kam es vor, als wenn das Große an diesem Roman im Weglassen bestünde. Als sei „Aufs Meer hinaus“ die Essenz aus Bertha´s und Hannas Leben. Das Buch hat nur 302 Seiten. Als ich die letzte Seite gelesen hatte, musste ich mich davon überzeugen, dass es nicht weit über 500 gewesen waren, denn es war für mich schwer zu greifen, dass diese Tiefe auf so wenigen Seiten erlebt werden konnte. So schön ich dieses Buch fand, so traurig machte es mich auch. Traurig, dass es noch immer viel zu viele Menschen gibt, die sich verbiegen, anpassen, ihr Potential nicht entfalten können, weil sie Angst haben ihren eigenen Weg zu gehen. Das wir noch immer und vielleicht sogar wieder auf dem Weg zum mehr denn je, in einer Gesellschaft leben, in der zwar viel von Toleranz erzählt wird, aber das sich diese Toleranz mehr in Worten als in gelebten Taten erschöpft, oder die Toleranz nur für sich selber eingefordert wird. Im Leben hat so viel mit Glück zu tun, so viel, was kaum in unseren eigenen Händen liegt, was wir nicht bestimmen können. Wie wäre Bertha´s Leben verlaufen wenn sie Hanna nie begegnet wäre? So viele Zufälle die unser Leben bestimmen, einmal falsch abgebogen, einen Moment nicht richtig erkannt, einmal nachlässig gewesen und unser Leben kann sich in eine ganz andere Richtung und weit von uns selbst entwickeln. Das ist mir in „Aufs Meer hinaus“ wieder einmal sehr bewusst geworden. Das Lebensglück ist nicht selbstverständlich und mit vielen inneren und äußeren Kämpfen verbunden und der leichtere Weg ist nicht auch gleich der richtige Weg. Oft sind es doch die schweren Wege die einen zu sich selbst führen, Wege voller Zweifel, Angst und Verlusten. Denn ich bin davon überzeugt, Verluste gehören zum Leben dazu und wenn man sich für einen Weg entscheidet, bedeutet das gleichzeitig, dass etwas anderes zurückgelassen werden muss. So ergeht es auch Bertha und das in diesem Roman mitzuerleben, empfand ich als eine sehr große Bereicherung und Aufmunterung, es gab mir Zuversicht und machte mich glücklich. „Aufs Meer hinaus“ ist ein Buch, dass viele Emotionen in mir angesprochen und mich wehmütig zurück gelassen hat. Es ist ein Buch, dass ich jedem empfehlen möchte der gerne leise Geschichten liest, die aber sehr groß sind, der sich für Lebensgeschichten interessiert und der für sich selber vielleicht auch schon einmal beschlossen hat, einen steinigeren Weg zu wählen. Den Weg zu sich selber.

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Das wunderschöne Cover hat mich neugierig auf die Geschichte der beiden norwegischen Frauen gemacht. Anfang des 20. Jahrhunderts wächst Bertha in einer kleinen Stadt im südlichen Norwegen auf. Doch als sie ein Alter erreicht hat, in dem sie eigentlich heiraten und das Haus ihres Vaters verlassen sollte, zieht sie in die Bergarbeiterstadt Karmoy, wo sie in einem kleinen Laden eine Anstellung als Verkäuferin ergattern und bei dem Ladenbesitzer und seiner Frau wohnen kann. Dort trifft sie auch die extravagante, stets maskulin gekleidete Hanna aus ihrer Heimatstadt wieder und freundet sich mit ihr an. Doch schon bald bemerken die Beiden, dass sie mehr als Freundschaft verbindet, sie jedoch ihre Liebe geheim halten müssen. Durch einen glücklichen Zufall und viel Arbeit werden die beiden zu den ersten weiblichen Reederinnen Norwegens. Cecilie Enger erzählt ruhig und anschaulich, aber auch mit einer Nüchternheit, die interessante Geschichte zweier ungewöhnlicher Frauen in einer besonderen Zeit. Vielen Dank an das Bloggerportal für das Leseexemplar!

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