SPECIAL zu Robert Crais

Für alle Leser, die Ihre Protagonisten Joe Pike und Elvis Cole noch nicht kennen: Wie würden Sie Ihre Helden in drei Sätzen beschreiben?
Robert Crais: Elvis Cole und Joe Pike sind Privatermittler, die man engagieren kann – von den offiziellen Polizeikräften werden sie eher herablassend behandelt. Da sie nicht für die Regierung arbeiten, sind Cole und Pike auf sich alleine gestellt. Sie sind harte Kerle, aber gleichzeitig smart, und stehen für Gerechtigkeit ein – allerdings nach ihren eigenen Regeln.

Gibt es reale Vorbilder für Pike und Cole?
Robert Crais: Wenn es welche gäbe, wäre ich gerne mit ihnen befreundet. Nein, Pike und Cole sind fiktiv – was eine feine Sache ist, denn so kann ich sie völlig frei gestalten.

Wie kamen Sie auf die Idee zu »Straße des Todes«?
Robert Crais: Den Auslöser gab ein Bericht über Massengräber, die in Mexiko entdeckt wurden. Es stellte sich heraus, dass die Opfer illegale Einwanderer waren, die in den USA Arbeit finden wollten. Sie wurden von den sogenannten Bajadores zunächst in Geiselhaft genommen und dann ermordet. Die Bajadores sind Verbrecher, die die Schlepperbanden an der mexikanisch-amerikanischen Grenze überfallen. Als ich über diese Fälle las, begann ich mich mit dem Thema Menschenschmuggel näher zu befassen – mit der unglaublichen Verzweiflung und dem Leiden der illegalen Einwanderer.

Ihr Roman »Straße des Todes« handelt auch von den mexikanischen Drogenkartellen. Waren die Recherchearbeiten gefährlich?
Robert Crais: Ich habe mit den Drogenbehörden und zahlreichen Ermittlern zusammengearbeitet, die Tag für Tag gegen die Kartelle und den Drogenkrieg kämpfen. Ich bin an die Grenze und an diverse Tatorte in der kalifornischen Wüste gefahren, habe mich aber immer sicher gefühlt.

Sie wenden eine außergewöhnliche Erzähltechnik an, indem sie in der Zeit hin und her springen. Wie sind Sie darauf gekommen?
Robert Crais: Ich wollte anders erzählen, einen Lesesog aufbauen. An manchen Stellen weiß der Leser, was mit Elvis und Joe passieren wird, an manchen nicht – der Leser hofft verzweifelt mit den Helden, obwohl er manchmal weiß, dass es eher übel enden wird. Du möchtest den Figuren sozusagen zurufen: Hey, macht das nicht! Dies ist neben meinem großen Spannungsbogen (denn natürlich lasse ich den Leser nur einen begrenzten Blick in die Zukunft tun) eine andere, besondere Form von Spannung. Und ich denke, es hat geklappt.

In Ihrem Thriller sprechen Sie auch soziale und politische Themen an; z. B. die Frage, wie Amerika mit dem Problem der illegalen Immigration umgeht. Meinen Sie, der moderne Thriller ist mehr als reine Unterhaltung?
Robert Crais: Absolut. Politische und soziale Probleme, die Rolle des Menschen in den westlichen Zivilisationen – all diese Themen kreisen immer um eine oftmals unangenehme oder verschwiegene Wahrheit. Dadurch kann ein Thriller auch über seine Schau- und Spannungswerte hinaus Relevanz erlangen – dieser Mischung wohnt eine große Kraft inne, welche die Leser tief bewegen kann.

Sie leben in L.A. Inwiefern beeinflusst L. A. Ihre Art zu schreiben?
Robert Crais: L. A. beeinflusst mich immer und auf allen Ebenen. Die Vitalität und Widersprüchlichkeit von L. A. ist das Lebenselixier meiner Bücher. Los Angeles ist die Stadt der Träumer, die hierherkommen, um ein besseres Leben zu führen. Genau diese Essenz bestimmt auch die illegalen Einwanderer in »Straße des Todes«.

Möchten Sie Ihren deutschen Lesern noch etwas mit auf den Weg geben?
Robert Crais: Gerne. Willkommen in Los Angeles, willkommen in der Welt von Elvis und Joe! Es ist wirklich aufregend, dass mein neues Buch jetzt auch in Deutschland erscheint – ich freue mich sehr!

Straße des Todes

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