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SPECIAL zu Meg Gardiner

Tödliches Comeback

Hauchdünn ist der Grat zwischen Genie und Wahnsinn, zwischen überbordender Kreativität und irrsinnigem Tun - und oft ist nicht klar, ob nun Kunst oder Chaos das Ergebnis sein wird.
Die Sängerin und Komponistin Tasia McFarland, die tragische Protagonistin in Meg Gardiners neuestem Roman „Die Buße“ leidet unter einer bipolaren Störung und weiß nie, ob ihr künstlerisches Schaffen und die Songs, die sie komponiert, genial oder katastrophal sind.

Dramatischer Tod auf offener Bühne
Tasias Leben vollzieht sich als stetes Wechselbad von Depression und Schaffensdrang. Es gibt Wochen, in der ihr fast alles gelingt, und dann folgen wieder diese unheilvoll langen Zeiten der Dunkelheit und Isolation. Zu Beginn des Romans - der dritte Band der spannenden Reihe nach „Die Beichte“ und „Die Strafe“ um die forensische Psychiaterin und Spezialistin für ungeklärte Todesfälle Dr. Jo Beckett - ist Tasia gerade im rasanten Absturz begriffen.
Mitten in einem bombastisch inszenierten Comeback-Konzert in San Francisco, mit zigtau- senden frenetisch jubelnden Fans und einer fantastisch ausgefeilten High-Tech-Bühnenshow, stürzt Tasia in eine Art Wahnvorstellung und fällt in panische Todesangst. Ihr Ex-Ehemann, pikanterweise der amtierende US-Präsident, trachte ihr nach dem Leben, fürchtet sie, und tatsächlich findet Tasia bei ihrem Auftritt vor der tobenden Menge auf dramatische Weise den Tod. Unklar bleibt allerdings, ob die Sängerin aus Panik und in einer Angstattacke sich selbst tötete oder ob sie Opfer eines ausgefeilten Mordplans wurde.

Jo Beckett ermittelt
Jo Beckett, die gemeinsam mit ihrer Schwester das Konzert besucht, wird Augenzeugin des Geschehens und kann so auch unmittelbar nach der Bluttat den Tatort in Augenschein nehmen. Da der Präsident den Tod seiner Exfrau, um die er angemessen trauert, natürlich hinreichend geklärt haben will, wird Jo offiziell beauftragt, eine psychologische Autopsie der Verstorbenen zu erstellen und stürzt sich mit Feuereifer in die Arbeit.
Schnell wird bei den Nachforschungen, die Jo gemeinsam mit der Kommissarin Amy Tang anstellt, Tasias Krankheit deutlich. Die Probleme, die ihre ambivalente Persönlichkeit hervorgerufen hat, könnten ein Mordmotiv sein. Immer tiefer dringen Jo und Amy in die Vergangenheit Tasias ein und stoßen dabei auf schillernde Figuren, die in Tasias Leben eine wichtige Rolle gespielt haben.

Songs als Schlüssel zum Mord?
Tasias Biograph, der sie in den letzten Monaten auf Schritt und Tritt begleitet hat, scheint eine Schlüsselfigur zu Tasias Tod zu sein. Doch der erhoffte Riesenerfolg des Buches lässt den Autor und Musikexperten zu allen Fragen schweigen. Schließlich wird sich die Welt um die Memoiren der auf so dramatische Weise ums Leben gekommen Ex-Frau des Präsidenten nur so reißen und den Verfasser schnell zum Millionär machen.
Doch dann entdecken Jo und Amy neue Songs, die Tasia kurz vor ihrem Tode geschrieben hat. Aus ihnen wir deutlich, dass die Sängerin von verrückten Fans gestalkt und bedroht wurde. Immer mehr Licht sickert allmählich ins Dunkel der Ermittlungen, und Jo Beckett muss zu ihrem Erschrecken erkennen, dass höchste Regierungskreise in Tasias Tod verwickelt sind. Und diesem Personenkreis ist sehr daran gelegen ist, dass diese Verbindungen nicht ans Licht der Öffentlichkeit gelangen.

Das Wiegenlied des Lügners
Ganz subtil, aber dennoch äußerst wirkungsvoll nimmt man Einfluss auf Jos und Amys Privatleben. Den beiden wird schnell klar, dass man ihre Ermittlungen auf diese Weise sabotieren will. Doch die beiden toughen Frauen lassen sich davon nicht einschüchtern, und Jo Beckett dringt bis ins Weiße Haus vor, um Beweise für ihre Mordtheorie zu sammeln. Tasias Song „The Liar´s Lullaby“, „Das Wiegenlied des Lügners“, scheint nämlich auf eine Verwicklung des Präsidenten in dunkle Machenschaften hinzuweisen, und Jo Beckett lässt es sich nicht nehmen, auch den mächtigsten Mann der Welt zu Tasias Tod zu befragen.
Als der Präsident der Vereinigten Staaten medienwirksam seine Teilnahme an Tasias Trauerfeier ankündigt, überschlagen sich die Ereignisse. Langsam erhärtet sich bei Jo der Verdacht, dass nicht Tasia das eigentliche Ziel des Mordkomplotts war …

Der amerikanische (Alp-) Traum
„Die Buße“ schildert – beispielhaft an der Figur der Tasia McFarland - die gesellschaftlichen und moralischen Widersprüche der USA: die kreativen, großzügigen und faszinierenden Aspekte des American Way of Life, aber auch dessen dunkle Aspekte, geprägt von Korruption, Machtmissbrauch und engstirnigem Patriotismus.
Geschickt verbindet die US-Amerikanerin Meg Gardiner (Jahrgang 1957), die seit langem mit ihrer Familie in Großbritannien lebt, persönliche Schicksale mit Momentaufnahmen der ameri- kanischen Wirklichkeit. Die Haupt- und Nebenfiguren ihres packenden Thrillers repräsentieren einen Querschnitt durch die bunte Vielfalt der gesellschaftlichen Schichten der USA.
Da gibt es den exzentrischen Erfinder und Freund von Jo Beckett, der für den kreativen Pionier- und Forschergeist Amerikas steht. Oder die Tochter asiatischer Immigranten in der dritten Generation als Beispiel gelungener Integration von Menschen unterschiedlichster kultureller Herkunft. Da gibt es eben aber auch die Rednecks, die fanatischen weißen Rassenhüter, die alles, was nicht ihren verschrobenen Idealen entspricht, vernichtet wissen wollen.

Klug und verletzlich – Dr. Jo Beckett
Inmitten dieses Kaleidoskops unterschiedlicher Charaktere agiert eine warmherzige und kluge Person: Dr. Jo Beckett. Sie wurde viel zu früh Witwe und trauert in einer Ecke ihres Herzens immer noch um ihren tödlich verunglückten Mann. In ihrer Beziehung zu Gabriel „Gabe“ Quintana hat sie jedoch inzwischen wieder Liebe und Vertrauen gefunden.
Gabe, der für die Air National Guard arbeitet, ist ständig bei lebensgefährlichen Einsätzen in den Krisengebiete der Welt unterwegs. Die Angst um seine Sicherheit bringt die sensible Jo bisweilen schier um. Auch Gabe bringt ein Bündel Altlasten aus seinem früheren Leben in die Beziehung ein: eine unrühmliche Vergangenheit und eine gescheiterte Ehe, aus der eine Tochter hervorging, die auch Jo schon ans Herz gewachsen ist.
Und so birgt auch das Privatleben der forensischen Psychiaterin und toughen Spezialistin für ungeklärte Todesfälle viele Punkte, die sie zutiefst menschlich und verletzlich erscheinen lassen.

Wie ein Seiltanz in dunkler Nacht
Meg Gardiner weiß, wie sie ihre Leser fesseln kann. Dass sie verwegene Verschwörungen glaubhaft und überzeugend auszuarbeiten weiß und es geschickt versteht, falsche Fährten zu legen, sorgt ebenso wie die liebevolle Schilderung des wunderschönen San Franciscos für ein Leseerlebnis der besonderen Art. Meg Gardiners Ehemann hat Tasias Schlüsselsong „The Liar´s Lullaby“ übrigens vertont und haucht damit der Dramatik der fiktiven Geschichte noch mehr Leben ein.
„Die Buße“ - ein Buch, spannend wie ein Seiltanz über dunkle Häuserschluchten, ohne Netz und doppelten Boden, den Tod vor Augen, aber immer darauf bauend, doch das das rettende Ziel auf der anderen Seite zu erreichen.

Buchempfehlung von Bianca Reineke
Börry, November 2010



Meg Gardiner stellt ihren Roman "Die Buße" im Video vor

Es ist eine atemberaubende Show: Die Bühne in Nebel getaucht, langsam anschwillende Musik, und aus dem Himmel schwebt göttinnengleich Tasia McFarland herab, gehüllt in ein glitzerndes Outfit, während sie die erste Strophe ihres Hits singt. Vierzigtausend Zuschauer verfolgen gebannt das Spektakel. Der Himmel scheint zu zerspringen, Lichtpfeile regnen herab. Ein fulminantes Feuerwerk krönt den Auftritt der Sängerin. Die Menge tobt, die Musik wird lauter, doch plötzlich sackt Tasia zusammen. Die Verwirrung der Zuschauer ist mit Händen zu greifen, dann bricht Panik aus. Wenig später steht fest: Tasia McFarland ist durch einen Schuss in den Nacken getötet worden.

Als der Ballistikbericht keine eindeutigen Ergebnisse liefert, wird die forensische Psychiaterin Jo Beckett zu den Ermittlungen hinzugezogen. Gemeinsam mit Kommissarin Amy Tang beginnt sie, in der Vergangenheit der Toten zu recherchieren. Doch was sie zutage fördert, wirft immer mehr Fragen auf. Und als ein weiteres Bandmitglied stirbt, wird Jo klar, dass sie auf der falschen Fährte war ...


Songs aus "Die Buße"

Meg Gardiners Ehemann hat zwei Songs vertont, die in "Die Buße" eine Rolle spielen

"After me"

"The Liar's Lullaby"

Die Buße Blick ins Buch

Meg Gardiner

Die Buße

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