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SPECIAL zu Simone Elkeles

»Ich liebe Happy Ends«

Interview mit Simone Elkes

Simone Elkeles wuchs in der Gegend von Chicago auf, hat dort Psychologie studiert und lebt dort auch heute mit ihrer Familie und ihren zwei Hunden. Ihre »Du oder das ganze Leben«-Trilogie, für die sie zum "Illinois Author of the Year" gewählt wurde, wurde zum weltweiten Bestseller.
Katharina Göring (cbj-Presse) sprach mit der Autorin.

Könnten Sie sich kurz vorstellen und uns etwas über sich erzählen?
Mein Name ist Simone Elkeles, ich komme aus Chicago in den Vereinigten Staaten. Zu Deutschland habe ich einen Bezug, da mein Vater in Berlin geboren wurde! Als Teenager fand ich Bücher schrecklich, aber als Erwachsene habe ich das Lesen für mich entdeckt, und es macht mich überglücklich, meine Geschichten mit Fans aller Altersklassen zu teilen. Ich habe zwei Kinder, zwei große Hunde und einen Ehemann. Ich mache gerne Sport und leite eine Pfadfinderinnengruppe. Bücher für Teenager zu schreiben ist der tollste Job der Welt!

Sie haben ein Bachelor in Psychologie. Hilft Ihnen dieses Wissen bei Ihrer Arbeit als Autorin? Zum Beispiel, wenn Sie sich Ihre Figuren ausdenken oder deren Verhalten beschreiben?
Ich mache immer Witze darüber, dass ich meinen Abschluss gar nicht nutze, aber meine gesamte Lebenserfahrung fließt in die Entstehung meiner Charaktere ein, und dazu gehören auch die Psychologiekurse, die ich besucht habe. Manchmal dauert es, bis ich eine Figur vollständig erschaffen habe, ehe mir bewusst wird, wem ich sie nachempfunden habe. Im Grunde besteht bei jedem, der mir nahe steht, die Chance, dass er sich in einem meiner Bücher wiederfindet!

Ihre Bücher sind herrlich romantisch, Liebe und Leidenschaft spielen darin die wesentlichen Rollen. Warum hat Romantik einen so hohen Stellenwert für Sie? Sind Sie selbst eine Romantikerin?
Ich bin auf jeden Fall eine unverbesserliche Romantikerin. Ich verliebte mich als Teenager und es war das tollste Gefühl der Welt. Als ich zum ersten Mal einen Frauenroman las, wusste ich nicht, was mich erwartete. Ich ahnte nicht, dass alle Frauenromane ein Happy End haben – wer könnte sich etwas Besseres wünschen? Ich jedenfalls nicht! Ich liebe Happy Ends und ich liebe es, Bücher zu schreiben, die eines haben!

Wo nehmen Sie die Ideen für Ihre Geschichten her? Sind sie alle Ihrer Fantasie entsprungen oder greifen Sie auch auf persönliche Erfahrungen und Erlebnisse zurück?
Mich inspiriert einfach alles, wie zum Beispiel Storys, die ich in den Nachrichten höre, Dinge, die meine Fans sagen, oder irgendwelche wilden Ideen, die plötzlich in meinem Kopf rumspuken. Manchmal greife ich auf Erfahrungen zurück, die ich gemacht habe. Sobald ich eine Idee habe, starte ich eine intensive Recherchearbeit, um sicherzustellen, dass ich die Figuren und Situationen, in denen sie sich befinden, korrekt wiedergebe.

Für » Du oder das ganze Leben« habe ich auf den High-School-Rivalen meiner Schulzeit zurückgegriffen. Das ist eine Schule, deren Schüler in riesigen Villen am Lake Michigan residieren, während auf der anderen Seite der Bahngleise eine große hispanischstämmige Bevölkerung lebt, für die Gangaktivitäten zum Alltag gehören. Zu Recherchezwecken habe ich sowohl Gangmitglieder aus den Vorstädten als auch Polizisten und Bandenermittler, die in den krassesten und gefährlichsten Stadtteilen von Chicago arbeiten, interviewt. Wenn ich in Jugendstrafanstalten lese, bekomme ich von den Jungs winzige Bruchstücke an Informationen, die ich in meinen Büchern verarbeitet habe. Ich habe die Ermittler für Bandenkriminalität auf ihren Runden begleitet und bekam die Gelegenheit, mit ein paar Gangmitgliedern zu sprechen. Es war eine surreale Erfahrung und ich musste tatsächlich eine kugelsichere Weste anziehen und wurde angewiesen, mich zu verhalten, als sei ich eine Polizistin wie sie (nur ohne die Waffen, die meine Partner trugen). In die »How to Ruin«-Trilogie habe ich eine Menge persönliche Erfahrungen eingebracht. Meine Hauptfigur Amy ist mir extrem ähnlich!

Sie haben bisher acht Bücher veröffentlicht und alle von ihnen wenden sich an junge Leser. Was fasziniert Sie dermaßen an Jugendliteratur und wie bereichert die Wahl dieses Genres Sie als Autorin?
Ich habe versucht, für Erwachsene zu schreiben, aber meine Stimme als Autorin richtet sich viel mehr an Jugendliche. Das funktioniert einfach für mich und Literatur für Erwachsenen eben nicht. Als ich erst einmal begonnen hatte, für Teenager zu schreiben, erzählten sich meine Geschichten fast wie von selbst und das Ringen mit den Worten gehörte der Vergangenheit an. Inzwischen ist mir klar, dass Teen-Fans die besten Fans überhaupt sind und ich liebe es, für sie zu schreiben. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, andere Geschichten zu schreiben.

Alle Romane, die Sie bisher geschrieben haben, sind realistische Romane. Wieso liegt Ihnen gerade dieses Genre so am Herzen?
Es ist einfach das, wohin meine Geschichten mich bisher geführt haben. Ob Sie es glauben oder nicht, ich bekomme tonnenweise E-Mails von meinen Fans, in denen steht: Danke, dass Sie nicht über Vampire oder Zombies oder Werwölfe schreiben! Ich finde, es gibt heutzutage eine Menge unglaublich tolle Bücher im Fantasybereich, aber realistische Erzählungen werden in der Literatur immer ihren Platz haben. Ich glaube nicht, dass ich je einen Roman über das Paranormale schreiben werde, aber ich habe schon immer davon geträumt, von einer Zeitreise zu erzählen. Ich könnte mir vorstellen, es würde ungeheuer Spaß machen, diese Geschichte als nächste zu schreiben, aber wer weiß? Ich schreibe einfach über das, was mich in dem Moment inspiriert. Realistische Erzählungen gehen mir gut von der Hand, also werde ich wahrscheinlich dabei bleiben.

Sie haben im Jahr 2000 mit dem Schreiben begonnen. Was war der Auslöser dafür?
Ich war Hausfrau, als ich mich ins Bücherlesen verliebte. Ich hatte angefangen, Frauenromane zu verschlingen, und irgendwann dachte ich mir, ich sollte einmal selbst versuchen, einen zu schreiben. Ich wollte die Menschen zum Lachen und Weinen bringen und vielleicht sogar das Leben von jemandem mit den Worten, die ich aufs Papier brachte, verändern.

Was für Bücher lesen Sie selbst gerne?
Ich liebe romantische Geschichten über alles und lese daher auch sehr viele. Meine Lieblingsautoren sind Meg Cabot, Susan Elizabeth Phillips, Julia Quinn und David Levithan. Einen guten Frauenroman zu lesen spornt mich an, noch bessere Bücher zu schreiben!

Was machen Sie, wenn Sie nicht schreiben?
Ich habe so viel zu tun, dass ich kaum Zeit zum Schreiben finde! Ich bin Mutter und Ehefrau, bringe meine Kinder zum Hockey, Football, Baseball und zur Bandprobe, bin Leiterin bei den Pfadfindern und kümmere mich um unsere zwei Hunde. Normalerweise geht meine Freizeit für das Schreiben drauf!

Sie schreiben nicht nur, sondern besuchen auch Schulen, Büchereien und Konferenzen, wo sie mitreißende Diskussionen mit ihren Lesern führen. Könnten Sie uns einen kleinen Einblick in diese Arbeit vermitteln?
Ich bin absolut begeistert davon, an Schulen zu gehen und im Nachhinein zu erfahren, wie die Gespräche mit mir Jugendliche dazu bewegt haben, ein Buch in die Hand zu nehmen (manchmal zum ersten Mal in ihrem Leben!), die Liebe zum Lesen zu entdecken oder ihre eigenen Geschichten zu schreiben! Ich erzähle davon, wie ich zum Schreiben gekommen bin, wie ich mein erstes Buch verkaufte und von den lustigen Dingen, die mir auf dieser Reise passiert sind. Als Teenager habe ich nur widerwillig gelesen und jetzt bin ich eine Bestsellerautorin. Meinen Lebensweg mit ihnen zu teilen hilft den Jugendlichen zu erkennen, dass sie ihre Ziele erreichen können, wenn sie nur hart genug darauf hinarbeiten. Meine schönsten Momente als Autorin sind die, in denen junge Erwachsene auf mich zukommen und mir sagen, dass meine Bücher ihnen geholfen haben oder mein Beispiel sie inspiriert hat. Aus irgendeinem Grund sind meine Autorengespräche der Brüller. Sie sind die reinste Comedyshow. Es ist witzig zu beobachten, wie einige Leute mit gelangweilten Mienen in den Raum kommen und zu denken scheinen: Ich finde es total ätzend, dass ich jetzt dieser langweiligen Autorin zuhören muss, dann aber im Handumdrehen hysterisch lachend auf ihren Stühlen sitzen und wie hypnotisiert von meiner Vorstellung sind. Ich weiß nicht, woher ich diese Begabung habe, aber sie hat mich noch nie im Stich gelassen! Hoffentlich kann ich eines Tages nach Deutschland kommen, damit meine Fans dort mich ebenfalls hautnah erleben können!

Interview: Katharina Göring / cbj-Presse

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Simone Elkeles

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