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Interview mit Craig Robertson

10 Fragen an Craig Robertson

1. Wie sind Sie aufgewachsen?
Craig Robertson: Manch einer würde sagen, dass ich noch nicht erwachsen geworden bin, und vielleicht möchte ich das auch gar nicht! Ich lebte am Rand einer großen Kleinstadt, aus der inzwischen eine kleine Großstadt geworden ist. In der Schule habe ich die meiste Zeit geschlafen, in der Uni ebenso. Dann wurde ich zufällig Journalist, und blieb es zwanzig Jahre lang. Jetzt bin ich Schriftsteller.

2. Gibt es eine Person, die Ihr Leben entscheidend geprägt hat?
Craig Robertson: Meine Frau Jacquie hat mich dazu ermutigt ein Buch zu schreiben. Sie hat mich davon überzeugt, dass ich es schaffen kann und dass ich es versuchen sollte. Ohne Sie würde mein erster Roman ziemlich sicher noch ungeschrieben in meinem Kopf herumgeistern. Sie starb 2006, aber ich kann sie immer noch hören, wie sie mich antreibt zu arbeiten und das nächste Buch fertigzubekommen. Sie stolz zu machen ist eine große Motivation für mich.

3. Welcher Ort auf der Welt fasziniert Sie am meisten
Craig Robertson: Es ist schwierig, sich für einen zu entscheiden. Vielleicht die Insel Sokotra im Jemen. Das ist wirklich ein außergewöhnlicher Ort, beinahe außerirdisch. Weil die Insel so abgelegen ist, findet man ein Drittel der dort ansässigen Pflanzen nirgendwo sonst auf der Erde. Eine davon ist der unglaubliche Drachenblutbaum, ein seltsam aussehendes Gewächs, das wie ein Regenschirm geformt ist und rotes Harz absondert. Ein beeindruckender Ort.

4. Wovor haben Sie Angst?
Craig Robertson: Vor nicht viel, abgesehen von so einleuchtenden Dingen wie gefressen zu werden oder zu sterben. Ich habe keine Phobie in dem Sinne; große Höhen, Spinnen, Schlangen, Nadeln, Fliegen, mit all diesen Dingen komme ich klar. Nur mit Rote Bete habe so ich meine Probleme. Ich hasse Rote Bete.

5. Was macht Sie glücklich?
Craig Robertson: Ein neues Buch zu beginnen macht mich glücklich, und ebenso es fertigzustellen. Am Anfang gibt es so viele Möglichkeiten und ich halte die Idee mindestens für brillant. Bis ich zum Ende komme muss ich alle möglichen Fallstricke umgehen und Probleme bewältigen, die ich mir selbst geschaffen habe, und bin dann wirklich froh, wenn es vorbei ist.

6. Können Sie sich einen Tag ohne Musik vorstellen?
Craig Robertson: Ja, ohne Weiteres. Natürlich mag ich Musik, aber es gibt regelmäßig Tage, an denen ich auf sie verzichte. Ein ganzes Leben ohne Musik könnte ich mir nicht vorstellen, aber ein, zwei Tage sind kein Problem. Manchmal höre ich Musik, während ich arbeite; was genau, hängt davon ab, woran ich gerade schreibe. Das Blöde ist, dass ich dann immer automatisch im Takt tippe!

7. Welche Rolle in einem Kinofilm hätten Sie gern gespielt?
Craig Robertson: Vielleicht Verbal Kint in Die üblichen Verdächtigen. Die Figur erzählt mehr oder weniger den Film und führt die Polizei und den Zuschauer an der Nase herum. Alle denken, sie wüssten worauf es hinausläuft, aber am Ende ist alles ganz anders. Das hat Ähnlichkeit mit dem, was ein Krimiautor macht. Wie auch immer, ich kann mir nicht
vorstellen, dass jemand die Rolle besser spielen könnte als Kevin Spacey, deshalb wäre es schwierig, in seine Fußstapfen zu treten.

8. Wenn Sie nur noch $10,- übrig hätten, wofür würden Sie sie ausgeben?
Craig Robertson: Zwei Bier. Eins für mich und eins für einen Freund. Ohne Geld kann man leben, aber nicht ohne Freunde.


Craig Robertson: Falls es sie gibt, so sind sie hier auf Erden. Das war ein Song von Belinda Carlisle, oder? Ich persönlich glaube nicht an irgendein religiöses Leben nach dem Tod, das davon abhängt, wie man sich zu Lebzeiten verhalten hat. Aber wir sind in der Lage, uns unsere ureigenen Himmel und Höllen zu erschaffen, und manchmal entstehen sie auch ohne unser Zutun, durch äußere Umstände. Vor der Hölle auf Erden hätte ich eher Angst, als vor irgendeinem Konzept ewiger Verdammnis.

10. Was ist wichtig im Leben?
Craig Robertson: Man selbst zu sein. Wenn man das schafft, und die Leute immer noch gut von einem denken, muss man okay sein. Und Bier. Und Fußball. Und Blutwurst. Und Freunde. Ja, man selbst zu sein, Bier, Fußball, Blutwurst und Freunde.