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Stephanie Merritt im Interview

Stephanie Merritt im Interview zu Ihrem Buch »Bevor es dunkel wird«

Wussten Sie, dass Stephanie Merritt das Fliegen hasst?

Eine kurze Biografie:
Ich habe Englische Literatur an der Universität von Cambridge studiert und danach als Literaturjournalistin bei der Zeitung The Observer gearbeitet, bei der ich von 1998-2006 auch stellvertretende Redakteurin für Literatur war. Dann bin ich selbstständige Autorin und Journalistin geworden und schreibe hauptsächlich über Kunst, Bücher und Theater. Ich bin auch regelmäßig bei BBC Radio als Kunstkritikerin zu hören. Außerdem habe ich 9 Bücher geschrieben; darunter 5 Bestseller unter dem Pseudonym SJ Parris (in Deutschland unter Stephanie Parris), alles historische Thriller. Zusammen mit meinem Teenager-Sohn lebe ich in Surrey.

Wie kamen Sie zum Schreiben?
Ich habe schon als Kind immer Geschichten geschrieben und mit Begeisterung gelesen. Ich war eines dieser Kinder, dessen engste Freunde Bücher waren. Solange ich mich erinnern kann, wollte ich deshalb Schriftstellerin werden. Ich denke, Geschichten sind unser Mittel, mit dem, was uns selbst und in der Welt geschieht, fertig zu werden. Und sie helfen uns, andere zu verstehen, was heutzutage wichtiger denn je erscheint.

Was inspiriert Sie/Wie finden Sie Ihre Themen?
In den letzten zehn Jahren habe ich eine Reihe historischer Romane geschrieben, die auf dem Leben des Philosophen Giordano Bruno basieren, der im 16. Jahrhundert gelebt und mich schon immer fasziniert hat. Aber mein neues Buch, While You Sleep (dt. Titel: Bevor es dunkel wird), wurde von meiner Leidenschaft für Geistergeschichten inspiriert – außerdem wollte ich endlich mal etwas aus der Sicht einer Frau schreiben.

An welchem Buch arbeiten Sie gerade?
Ich arbeite zurzeit am neusten Teil meiner historischen Reihe, ein Krimi, der in England im Jahr 1586 spielt, während der Ereignisse, die zum Tod von Maria Stuart geführt haben.

Wer sind Ihre Lieblingsautoren?
Ich liebe Hilary Mantel – ich finde, sie hat eine einzigartige Fähigkeit, historische Welten zum Leben zu erwecken und die Charaktere trotzdem für uns moderne Leser greifbar zu machen. Außerdem liebe ich Jo Nesbø und Val McDermid, zwei brillante Autoren, bei denen man bis zur letzten Seite mitfiebert. Margaret Atwood ist eine meiner großen Heldinnen, weil sie wunderbar einfallsreiche Geschichten mit wichtigen politischen Themen verbindet. Naomi Alderman ist eine britische Autorin, die in ihre Fußstapfen tritt. Aber mein Lieblingsbuch wird wahrscheinlich für immer Umberto Ecos Der Name der Rose sein – es war das Buch, durch das ich mich in historische Krimis verliebt habe.

Welche Bücher haben Sie zuletzt gelesen?
Ich habe gerade Lullaby von Leila Slimani gelesen, das ist ein französischer Thriller über ein mordendes Kindermädchen, der die Leser fasziniert, weil er die dunkelsten Ängste aller Eltern anspricht. Außerdem lese ich gerade A Dead Man in Deptford von Anthony Burgess, weil es zu der Zeit spielt, in der auch meine Bücher spielen.

Wie würden Sie Ihre Lebensphilosophie beschreiben?
Ich mag dieses Zitat von Maya Angelou: »Mein Ziel im Leben ist nicht nur zu überleben, sondern aufzublühen; und das mit Leidenschaft, Mitgefühl, Humor und Stil.«
Ich finde das einen sehr treffenden Satz und versuche, jeden Tag nach ihm zu leben.

Was tun Sie, wenn Sie nicht gerade schreiben?
Ich liebe Wandern und plane, jedes Jahr eine größere Tour zu machen. Und ich gehe oft ins Theater – meistens mit meinem Sohn.

Fünf Dinge, die wir noch nicht von Ihnen wussten:
1. Ich reise überall mit dem Zug hin, weil ich Fliegen hasse.
2. Ich lerne gerade italienisch.
3. Als Kind habe ich es geliebt zu schauspielern. Ich schätze, ich mache so gern öffentliche Lesungen, weil ich es ein bisschen vermisse, auf der Bühne zu stehen.
4. Ich habe in einer Band mit dem Neffen von Eric Clapton Gittarre gespielt.
5. Ich bin eine fürchterliche Köchin. Wenn ich kein Kind hätte, würde ich nur Müsli und Suppe essen, um Zeit zu sparen.


Über das aktuelle Buch

Wie würden Sie den Roman in einem Satz beschreiben?
Ein schauriger psychologischer Thriller über eine Frau, die vor ihrer Vergangenheit fliehen will.

Was hat Sie zu dem Roman inspiriert?
Die Eltern eines Freundes hatten früher ein Hotel auf einer abgelegenen Insel und ich habe mir immer vorgestellt, wie es sein muss, in so einer kleinen Gemeinde abgeschnitten vom Festland zu leben. Ich habe schon immer Geschichten mit übernatürlichen Elementen geliebt – nicht Horror, aber Geistergeschichten, das Unerklärliche. Diese beiden Aspekte sind nun zusammengekommen und erzählen die Geschichte einer Frau, die ihr altes Leben hinter sich lässt, um in einem einsamen Haus mit dunkler Vergangenheit zu leben. Sie glaubt, einen Rückzugsort gefunden zu haben, doch dieser birgt seine eigenen Gefahren.

Wer ist Ihre Lieblingsfigur in dem Roman und warum?
Zoe Adams, die Protagonistin. Die Geschichte wird aus ihrer Sicht erzählt, denn ich wollte die Geschehnisse durch ihre Augen sehen. Sie ist genauso alt wie ich und auch Mutter eines Sohnes, also sind einige ihrer Erfahrungen für mich ein Mittel, mein eigenes Leben und das von Frauen, die ich kenne, zu analysieren. Sie ist mir viel ähnlicher als die Figur, die ich die letzten zehn Jahre erschaffen habe, also war es gleichzeitig eine Freude und eine Herausforderung, in ihre Gedanken einzudringen.

Welche Szene war am schwierigsten zu schreiben?
Am Ende alle Punkte der Geschichte so zusammenzubringen, dass es für den Leser gleichzeitig dramatisch und auch zufriedenstellend endet ist immer eine Herausforderung. Das Ende ist immer der schwerste Teil.

Welchen Lesern/Leserinnen wird Ihr Buch gefallen?
Ich denke, es gefällt allen, die psychologische Thriller mögen, die auch ihrem Leben für kurze Zeit entfliehen wollen oder die sich gerne etwas gruseln!

Fallen Ihnen Bücher ein, die mit Ihrem Roman verglichen werden könnten?
Die größten Inspirationen wären wohl The Haunting of Hill House von Shirley Jackson, The Little Stranger von Sarah Waters, The Stopped Heart von Julie Myerson und die Kurzgeschichten von Daphne DuMaurier. Außerdem hat mich Jennifer Kents Indie-Film Der Babadook inspiriert, der meiner Meinung nach eine brillante und furchterregende Geschichte über eine Frau ist, die von Trauer und Verlust heimgesucht wird. Das sind alles Geschichten, bei denen du dich am Ende fragst – was ist wirklich passiert? Wie viel hat sie sich nur eingebildet? Ich liebe dieses Gefühl der Unklarheit.

Möchten Sie Ihren Leserinnen und Lesern noch etwas mitteilen?
Bevor es dunkel wird ist eine Geschichte, die mich von Anfang an nicht mehr losgelassen hat. Ich hatte diese Idee schon vor drei Jahren, als ich noch an anderen Büchern saß, aber die Charaktere blieben seitdem immer bei mir und wollten, dass ich ihre Geschichte erzähle. Hier ist sie also – dunkel, sinnlich und verstörend. Mir hat es großen Spaß gemacht, diese Geschichte aufzuschreiben und mich dabei zu gruseln, und ich hoffe, so wird es auch den Lesern gehen. Und wenn mein Buch der Grund dafür ist, dass man nachts ein Licht anlassen muss, wenn man schlafen geht, betrachte ich das als größtes Kompliment ...

Bevor es dunkel wird Blick ins Buch

Stephanie Merritt

Bevor es dunkel wird

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