Rom, Villa Massimo

Roman
Mit Fotos von Lotta Ortheil

(1)
Taschenbuch
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Von Wuppertal nach Rom reist der hochbegabte Lyriker Peter Ka, um in der renommierten Deutschen Akademie Villa Massimo sein Bestes zu geben. Ein ganzes Jahr währt das Stipendium in diesem merkwürdig isolierten Kosmos, wo seit über hundert Jahren Künstler aller Genres Studiotür an Studiotür arbeiten. Hanns-Josef Ortheil, einst selbst Stipendiat der Villa, beobachtet und begleitet den hochsensiblen Wortfetischisten während seiner Rom-Monate und erlebt an seiner Seite die Geheimnisse eines oft hochkomischen Alltags zwischen Ekstase, Übereifer, Größenwahn und kleinlichen internen Debatten. Ein satirisch funkelndes und romfixiertes Buch über die Leidenschaft, das treffende Wort für das Außergewöhnliche zu finden!


Originalverlag: LangenMüller
Taschenbuch, Broschur, 272 Seiten, 11,8 x 18,7 cm, 95 farbige Abbildungen
ISBN: 978-3-442-71427-8
Erschienen am  13. März 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Anspruchsvoll und ansprechend

Von: Sigismund von Dobschütz

04.08.2017

Wie immer in Stil und Formulierungskraft literarisch ANSPRECHEND und ANSPRUCHSVOLL ist auch der 2015 im btb-Verlag erschienene, nur 250 Seiten starke Band "Rom, Villa Massimo" von Hanns-Josef Ortheil (65). " ... ein Buch, das man nicht liest, sondern ausschlürft, wie schweren Wein." Dieses Zitat aus Seite 101 wäre als Rezension eigentlich völlig ausreichend, zeigt es doch zugleich die bild- und wortreiche Sprache des Autors. Das Buch ist kein Roman, enthält keine Handlung im eigentlichen Sinn. Es sind Beobachtungen, Notizen, Bilder im Kopf, die Ortheils meist schweigsamer und einzelgängerischer Protagonist, der Lyriker Peter Ka, während seines einjährigen Stipendiats in der Villa Massimo in Rom in sich aufsaugt. Wer Ortheils Leben kennt, weiß, dass dieser Ka wohl Ortheil selbst sein dürfte, der in diesem Buch die Eindrücke seiner beiden Massimo-Aufenthalte 1991 und 1993 sowie nachfolgender Rom-Besuche verarbeitet hat. Wie der reale Ortheil, der allein in einer Bar sitzen kann und dabei seine Umwelt beobachtet, kleinste Eindrücke auf Zettel kritzelt, um sie irgendwann in seinen Büchern zu nutzen, so wandert auch Ka durch Rom und notiert, fotografiert und diktiert seine Eindrücke. Ka verliebt sich allmählich in die Stadt, nicht in das touristische antike Rom, sondern in die lebendige Metropole der heutigen Römer - bis er zuletzt fast selbst einer wird, in Rom bleibt, Italienisch spricht. Vielleicht ist dies auch des Autors Ortheil geheimer Wunsch? Man glaubt, es beim Lesen spüren zu können, und wird von dieser Liebe zu Rom angesteckt. Grund dafür ist wie immer Ortheils unvergleichliche Formulierungskunst und literarische Sensibilität, mit dem er den Leser auf stille und zarte Art umfängt. Es ist ein ruhiges, fast stilles Buch, das man vielleicht besser bei einem guten italienischen Wein mit Käse, Brot und Kerzenschein in aller Abgeschiedenheit lesen oder Seite für Seite "ausschlürfen" sollte.

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Vita

Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er ist Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Seit vielen Jahren gehört er zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Werk ist mit vielen Preisen ausgezeichnet worden, darunter dem Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck und zuletzt dem Stefan-Andres-Preis. Seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt.



Lotta Ortheil wurde in Stuttgart geboren und studiert nach einer fotografischen Ausbildung Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe.

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