Der europäische Frühling

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Die Insel Lolland ist zum Hort der Glückseligen geworden. Hier regieren Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und Menschlichkeit. Intelligente Drohnen haben viele der alltäglichen Arbeiten übernommen. Doch die Idylle hat ihren Preis, und der Eintritt ist nicht jedem gewährt. In den Städten herrscht Anarchie. Probleme werden nicht gelöst, sondern auslagert. Dänemark pachtet in Mozambique eine riesige Landfläche und baut dort für Flüchtlinge und unliebsame Asylanten eine riesige Containerstadt. Am Ende ist die Zukunft auch nur ein Geschäft.

»Der dänische Houellebecq«

Elle

Aus dem Dänischen von Günther Frauenlob
Originaltitel: DET EUROPÆISKE FORÅR
Originalverlag: Gyldendal
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-22586-5
Erschienen am  13. Mai 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Könnte so die Zukunft aussehen?

Von: Didi2256

13.06.2019

Die Großstadt wird immer depressiver für die Menschen. Die Ausländerschwemme ist nicht mehr in den Griff zu bekommen. Wer Geld hat kauft sich auf der Insel Lolland ein. Dort scheint alles besser zu sein. Nachhaltigkeit wird groß geschrieben und die Arbeit wird von Drohnen erledigt. Am Anfang war ich etwas irritiert, eine Elster unterhält sich mit einem Hund, der steckt sich auch noch eine Zigarette an. Dann allerdings nahm die Geschichte ihren lauf. Die Protagonisten kommen überzogen rüber, was der Autor aber wahrscheinlich beabsichtigt hat. Wir tauchen in eine dyströse Welt ein und werden mit Sarkasmus und schwarzem Humor nur so überschüttet. Nielsen nimmt kein Blatt vor den Mund und mich hat seine pornografische Ausdrucksweise zum Teil oft beschämt. Mir liegt so ein Schreibstil einfach nicht, ist Geschmacksache. Leider konnte ich wenig mit diesem Buch anfangen, stellenweise war es zwar unterhaltsam, aber im ganzen hat es mir nicht so gefallen. Wer allerdings Provokation und schwarzen Humor mag ist mit diesem Buch bestens unterhalten.

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Dystopisches Dänemark

Von: Naraya

13.06.2019

Dänemark in einer möglicherweise nicht mehr allzu fernen Zukunft. Der Galerist Stig lebt gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth und seiner Tochter Emma in Kopenhagen. Es ist, politisch gesehen, eine schwierige Zeit - im Land kommt es immer wieder zu Ausschreitungen, Schuld an allem soll das Feindbild Nummer 1 sein: die Muslime. Zunächst werden diese in Ghettos eingepfercht und wenig später dann "umgesiedelt". In Mozambique kauft Dänemark sich ein Stück Land und baut dort für Flüchtlinge und Migranten eine große Containerstadt. Auch in Dänemark geborene und dort aufgewachsene Muslime müssen ihr Heimatland verlassen und ihr Dasein von nun an an der Küste Afrikas fristen. Es ist ein hoch politisches Werk, das der Däne Kaspar Colling Nielsen hier erschaffen hat. Parallelen zum aktuellen Zeitgeschehen, aber auch zum Nationalsozialismus drängen sich mit aller Macht auf. Stig, von vielen nur Nazi-Stig genannt, ist das Paradebeispiel des rechtsorientierten Bürgers. In Streitgesprächen mit seiner Tochter Emma gebraucht er oft Floskeln wie "Die wollen sich doch gar nicht integrieren" oder "Die unterdrücken doch ihre Frauen" - Worte, die auch (und nicht nur dort) an deutschen Stammtischen gesagt worden sein könnten. Vor allem der Kontrast zwischen dem dänischen Paradies Lolland, das natürlich nur für Menschen mit einer gewissen Herkunft und einem gewissen Vermögen zugänglich ist und den Ghettos und Wohncontainern der Muslime bedrücken den Leser und erzeugen Wut und Unverständnis. Genretechnisch ist der Roman schwer einzuordnen, vielleicht trifft es politische Dystopie am besten, denn neben dem Flüchtlings- bzw. Asylthema spielt auch der Umgang mit der Natur eine Rolle. Im Laufe der Zeit gelingt es Elisabeth mit ihrem Team, die Forschung im Bereich der künstlichen Intelligenz voranzutreiben. Diese an Tieren durchgeführten Experimente haben natürlich ihren Preis und werfen die grundsätzliche Frage auf, was Tiere eigentlich für den Menschen sind. Es sind ausgerechnet die kuscheligen Haustiere, die ihre Besitzer anklagen und fordern, dass doch endlich jemand ihre Rechte achten und schützen möge. Obwohl die beiden Hauptthemen sich also im Grunde um die Grausamkeit der menschlichen Natur drehen, lassen sie sich, in meinen Augen, jedoch nur schwer miteinander in Einklang bringen. Möglicherweise hätte sich der Autor hier besser nur auf einen Schwerpunkt fixiert, so ist es stellenweise einfach "too much". Die handelnden Figuren sind durchweg wenig sympathisch und auf ihre eigene Weise verloren. Stig ist ein unerträglicher Narzisst, der sich auf Lolland in Jagdkleidung und mit einem Messer bewaffnet in die Wälder flüchtet. Elisabeth hat in keinster Weise begriffen, welches Gefahrenpotenzial und welche moralischen Bedenken ihre Arbeit birgt, Emmas Leben hingegen wird auch in Mozambique noch immer von ihrer Essstörung bestimmt. Hinzu kommt im Verlauf der Handlung noch der Maler Christian, der eine Beziehung zu einer geistig zurückgebliebenen 17-Jährigen führt. In diesen Teilen des Romans reiht sich eine Sexszene an die andere, so dass sich unweigerlich die Frage aufdrängt: Was will der Autor uns sagen? Ist alles nur Provokation? Dann braucht es doch etwas mehr als Sex, um wirklich zu schockieren. Ist auch dieser Handlungsstrang nur dazu da, uns die Verdorbenheit der Menschen aufzuzeigen? Dann hätte es doch nicht unbedingt ein geistig zurückgebliebenes, aber sexuell völlig ausgehungertes Mädchen sein müssen. So bleibt am Ende leider das Gefühl, dass Kaspar Colling Nielsen sich hier stark an der Kiste mit den Reizthemen-Bausteinen bedient hat und an vielen Stellen einfach zu viel will. Fazit: ein Roman mit spannenden Themen, der leider Potenzial verschenkt

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Vita

Kaspar Colling Nielsen, geboren 1974, gilt als eine der eigenständigsten Stimmen der zeitgenössischen skandinavischen Literatur. Bereits für sein 2010 erschienenes Debut Mount Copenhagen erhielt er den renommierten Danske Bank First Book Award. Sein zweiter Roman Der Dänische Bürgerkrieg 2018 - 2024 von 2013 stand für mehrere dänische Buchpreise auf der Shortlist. Mit seinem neuesten Werk Der europäische Frühling, in Dänemark ein Bestseller, erscheint er nun endlich erstmals auf Deutsch.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Ich bin fasziniert von diesem Buch (…) ein Lesevergnügen.«

»Eine der interessantesten zeitgenössischen literarischen Stimmen Skandinaviens«

Dagbladet

»Die kritische Haltung ist eindeutiger als bei Houellebecq, das Vergnügen unmittelbarer, der Stil ebenso einzigartig.«

Elle

»Ein Buch, das fasziniert und zum Nachdenken anregt... Der europäische Frühling ist ein Ungeheuer von einem Roman, ein absolut notwendiges und hochaktuelles Leseerlebnis.«

Kristeligt Dagblad