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Die Inklusionsfalle Wie eine gut gemeinte Idee unser Bildungssystem ruiniert

Kundenrezensionen (3)

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-20866-0

Erschienen: 27.02.2017
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»Lasst uns offen reden über Inklusion. Was daran sinnvoll ist und was nicht.«
(Michael Felten)

So geht es nicht! Michael Felten bezieht eindeutig Position. Er ist kein Gegner schulischer Inklusion. Aber er wagt auszusprechen, was viele ahnen und nicht wenige bitter erleben: So, wie es läuft, läuft es falsch. Felten beschreibt die Wirklichkeit einer ebenso übereilten wie unterfinanzierten Inklusionseuphorie. Und er deckt Hintergründe auf: Missverständnisse, Fehldeutungen – vor allem aber eine Fülle kindeswohlferner Motive. Gleichzeitig macht er deutlich: Inklusion ist eine Chance, wenn man bereit ist, ehrlich zu sein.

  • Inklusion – das läuft falsch

  • Ein radikales Bildungsexperiment auf dem Prüfstand

  • Klare Worte in einer tabubehafteten Debatte

  • Warum eine gut gemeinte Idee zu scheitern droht

»Dieses Buch ist nicht nur wichtig für die Fachdiskussion, sondern auch für Eltern, damit ihnen klar wird, wie es in vielen Schulen wirklich aussieht.«

Amazon, Prof. Dr. Hermann Giesecke (02.04.2017)

Michael Felten (Autor)

Michael Felten, geb. 1951, arbeitet seit 35 Jahren als Gymnasiallehrer für Mathematik und Kunst in Köln. Er ist Lehrbeauftragter in der Lehrerausbildung sowie Autor von Unterrichtsmaterialien, Erziehungsratgebern und pädagogischen Essays. Er berät Schulen bei ihrer Entwicklung. Frühere Buchpublikationen: Auf die Lehrer kommt es an! (2010/³2014); Lernwirksam unterrichten (gemeinsam mit Elsbeth Stern, 2012/³2014); Nur Lernbegleiter? Unsinn, Lehrer! Lob der Unterrichtslenkung (2016)

www.eltern-lehrer-fragen.de

»Dieses Buch ist nicht nur wichtig für die Fachdiskussion, sondern auch für Eltern, damit ihnen klar wird, wie es in vielen Schulen wirklich aussieht.«

Amazon, Prof. Dr. Hermann Giesecke (02.04.2017)

»Felten analysiert und kritisiert in der Tat sprachlich gewandt, in der Sache treffend, immer unterhaltsam und mit Bezug zum schulischen Alltag.«

lehrernrw 2/2017, Frank Görgens

»Michael Felten plädiert für mehr pädagogischen Ungehorsam seiner Kollegen gegenüber bildungspolitischen Funktionären.«

DR-Kultur über Feltens Buch »Auf die Lehrer kommt es an!«

»Vor allem schätzen wir es, dass die inhaltlichen Ausführungen ein solides wissenschaftliches Fundament haben und dass die Argumentation nicht schematisch, sondern differenziert und ausgewogen ist.«

Prof. A. & T. Helmke zu Feltens Buch "Nur Lernbegleiter?"

28.09.2017 | 19:00 Uhr | Ahlen

Michael Felten liest aus seinem aktuellen Buch: "Inklusionsfalle. Wie eine gut gemeinte Idee unser Bildungssystem ruiniert"

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Mehr Infos

VHS Ahlen
Markt 15
59227 Ahlen

Tel. 02382-59-435

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-20866-0

€ 13,99 [D] | CHF 17,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Gütersloher Verlagshaus

Erschienen: 27.02.2017

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Inklusion auf dem Prüfstand

Von: Ela Kranz (Lehrercafe) Datum: 13.06.2017

elakranz.wordpress.com

Der Titel „Die Inklusionsfalle“ verlockt, nicht aufreißerisch, eher prosaisch. Auffordernd verlockt er zum Lesen des Buches. Aufgefordert sollten sein: Interessierte, Betroffene, Eltern mit und ohne behinderte aber schulpflichtige Kinder, Inkludierte oder jene, die es werden sollen/wollen, und Lehrer sowie Schulträger, die hineintappen sollen, in die Falle.
„Inklusion“ – was das bedeutet, ist wohl jedem hinreichend bekannt. „Falle“ – das hört sich nach einem Hinterhalt an, oder auch nach einer Hinterlist, vielleicht auch nach einer Grube, in die man hineinfallen kann. „Inklusionsfalle“ in der Zusammensetzung – das lässt dann schon auf Betrug, Täuschung oder Misserfolg schließen, zumal der Untertitel „Wie eine gut gemeinte Idee unser Bildungssystem ruiniert“ andeutet, dass der Autor nicht gerade positiv beschreiben wird, was der Inklusionsgedanke der deutschen Schullandschaft angetan hat.

Schon beim Lesen des Klappentextes denke ich: Ich kann Inklusion nicht, ich habe Inklusion nie gelernt und trotzdem verlangt man es jeden verdammten Tag von mir, der Lehrerin, die jeden schulpolitischen Wahnsinn zu ertragen und die Auswirkungen mitzutragen hat. In so manchen Unterrichtseinheiten sollte mir ein Förderschullehrer zur Seite stehen. Der befindet sich allerdings in einer anderen Klasse, wo er noch dringender gebraucht wird. Das Buch beschreibt auf vielen Seiten, was mir und anderen Pädagogen geschieht, was von uns verlangt wird, wie Eltern und deren Kinder getäuscht werden, nicht nur die mit behinderten Kindern. Denn was häufig vergessen wird, auch die nicht behinderten Kinder leiden unter der politischen Doktrin. Freier Elternwille, immer weniger Förderschulen, Unterfinanzierung, kaum geeignetes Personal, ungenügende Fort- und Weiterbildungen - Unzufriedenheiten ohne Ende in einem politisch gewollten Missgeschick mit verhängnisvollen Folgen. Über all das berichtet das Buch von Beginn an, es ist spannend, und ich finde mich auf fast jeder Seite wieder.

Beim Lesen fällt auf, dass Michael Felten keinesfalls als Gegner einer Inklusion betrachtet werden sollte, was mir gut gefällt. Aber er schafft es, gemachte Fehler und eingetretene Missstände aufzudecken und dabei zwischen den Zeilen klar und deutlich Position zu beziehen. In seinen Erläuterungen, die sich größtenteils sehr praxisnah gestalten, bleibt er sachlich und fair, dennoch anprangernd bzgl. der Umstände, wie Inklusion tatsächlich stattfindet in Schulen, anprangernd dahingehend, wie ein völlig unterfinanziertes und ein völlig falsch verstandenes Projekt zu derart viel Leid in der Gesellschaft führt. Ausführenden des Inklusionsgedanken (Lehrern) fehlen häufig Qualifikationen, um sich selbst und den Betroffenen gerecht zu werden. Denjenigen, die qualifiziert sind (Förderschullehrer), entzieht man seit Jahren aus kostensparenden Gründen ihre eigentlichen Arbeitsbereiche, zahlreiche Förderschulen sind bereits geschlossen oder stehen auf dem Prüfstand. Das Buch zeigt mehr als einmal auf, dass die Grenzen des Inklusionskonzepts längst erreicht sind, und dass das angestrebte gemeinsame Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern bei weitem nicht auf alle und jeden übergestülpt werden kann. Weiterhin gibt das Buch dem Leser einen Überblick über hinreichend gesammelte Erfahrungen und Forschungsbefunde, die in der aktuellen Inklusionsdebatte nicht genügend wahrgenommen werden. Am Ende des Lesens wird klar, dass der schulische Umgang mit Behinderung für alle am Prozess Beteiligten umgestaltet werden muss: Wenn Inklusion, dann hochqualifiziert mit exzellent ausgebildetem Fachpersonal und ansprechenden Rahmenbedingungen. Wenn Inklusion, dann bitte nur dort, wo es sinnvoll erscheint und gewollt ist. Und wenn getrennter Unterricht von Nöten ist, dann sollte ihm unweigerlich entsprochen werden.

Das Buch liefert im Mittelteil einen Blick in angrenzende europäische Länder und stellt Vergleiche an zu deren schulpolitische Inklusionsbemühungen und Ansinnen. Damit zeigt Michael Felten auf, dass auch in jenen Ländern, in denen die Rahmenbedingungen zur gelingenden Inklusion nicht gegeben sind, diese lediglich auf dem Papier existiert und mit einem Erreichen von Wohlbefinden von Behinderten wenig zu tun hat. In den nordischen Ländern läuft laut Felten die Inklusion zwar besser, allerdings auch nicht reibungslos. Eine PISA-Studie belegt dazu, dass sich unsere nordischen Nachbarländer zunehmend leistungsorientierter und privatisierter in schulischen Bereichen ausrichten. Besitzen die Eltern dort das entsprechende „Kleingeld“, schicken sie ihre Kinder immer häufiger auf Privatschulen, an denen keine Inklusion durchgeführt wird. Inwieweit sich dieser Trend auch bei uns durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist jedoch, dass die Unzufriedenheit bzgl. der nicht bzw. schlecht funktionierenden Inklusionsschulen auf Eltern- und Lehrerseite wächst und einer nicht reagierenden Politik, da diese der Kosteneinsparung treu bleibt, gegenübersteht. Wenn Bemühungen von Leidtragenden nicht ausreichen, Situationen zu ändern, wird es zwangsläufig passieren, dass private Bestrebungen in Richtung Privatschulen auch bei uns in Deutschland Aufwind bekommen.

Am Ende gibt der Autor Ratschläge, die das Buch nicht nur sinnvoll abrunden, sondern sie machen es wertvoll für den Lesenden. Er fordert unterstützende Programme für Lehrer und erläutert auch, wie diese aussehen könnten. Er argumentiert, warum Lehrer sich nicht alles gefallen lassen müssen und wie sie auch im Rahmen ihrer Zwänge Möglichkeiten finden können, sich öffentlich zu äußern. Und er empfiehlt, den Parteien und den Politikern auf den Zahn zu fühlen und Initiativen zu ergreifen. Gerade in den Zeiten der bevorstehenden Bundestagswahl macht es Sinn, dieses zu lesen, da die Schulpolitik schon so manchen Wahlausgang bestimmte.

Fazit
Das Buch ist lebendig, leserfreundlich vor allem anschaulich geschrieben. Wer sich für dieses schulpolitische Desaster interessiert, wird es nicht mehr aus der Hand legen, bis er am Ende angelangt ist. Der Autor hat die vielfältigsten wissenschaftlichen und publizierten Quellen, die zur Thematik veröffentlicht wurden, zur Recherche genutzt. Diese tiefgründige Auseinandersetzung ist der Erarbeitung anzumerken und man merkt, dass der Autor weiß, wovon er spricht bzw. schreibt. Hinzu kommt seine langjährige Tätigkeit als Pädagoge und damit ein enormer persönlicher Erfahrungsschatz. Dieses Buch ist mehr als lesenswert, es regt betreibt eine schonungslose Bestandsaufnahme, bietet Lösungsansätze und könnte in vielerlei Hinsicht der Auslöser von fachlichen und schulpolitischen Diskussionen sein.
Ich spreche eine absolute Kaufempfehlung aus.
Ela Kranz aus dem Lehrercafe

Inklusion auf Teufel komm raus?

Von: Inas Bücherkiste Datum: 19.05.2017

inasbuecherkiste.blogspot.de


Wohin mit dem behinderten Kind?

Der Autor Michael Felten ist in Nordrhein-Westfalen als Lehrer, Schulentwicklungsberater und in der Lehrerausbildung tätig. In seinem Buch "Die Inklusionsfalle" sieht er sich an, wie die Inklusion von behinderten Schülern schwerpunktmäßig in NRW, aber auch in anderen Bundesländern und im Ausland funktioniert.

Inklusion in Deutschland - wem kommt sie zugute?

Das hört sich doch erstmal toll an: Kein Kind wird zurückgelassen, behinderte Kinder sollen vorrangig eine Regelschule - also eine Haupt- oder Realschule oder das Gymnasium oder wie Schulen der Sekundarstufe in Deutschland heute noch heißen mögen - besuchen. Das ist nicht nur die Vorstellung der noch amtierenden NRW-Landesregierung, sondern auch das gut gemeinte Motto in anderen Bundesländern. Die, die so etwas propagieren, berufen sich auf die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen, der Deutschland 2009 beigetreten ist. Da Bildung Sache der Länder ist, wird dieses Thema in 16 Abwandlungen angegangen und umgesetzt. Wie Michael Felten hier anhand von Praxisbeispielen und Literaturquellen dokumentiert, ist es nicht unbedingt das Kindeswohl, das bei der Neustrukturierung der Bildungslandschaft an erster Stelle steht.

Ohne Moos nix los - ist die Inklusion ein gut getarntes Sparschwein?

In zahlreichen Bundesländern läuft die schulische Inklusion nach folgendem Muster ab: So viele Behinderte wie möglich sollen die Regelschulen besuchen, im Gegenzug werden nach und nach Förderschulen geschlossen. Die Sonderpädagogen, die dort bislang fest beschäftigt waren und Klassen von 4 bis 16 Schülern unterrichteten, sind jetzt gleichzeitig an bis zu acht Regelschulen tätig, an denen sich behinderte Schüler mit einem Förderbedarf befinden. Das bedeutet, dass sie in jeder dieser Schulen nur wenige Stunden pro Woche sind, während sie nach dem alten System eine echte Bezugsperson für ihre Schüler sein konnten, da auch die Zeit für ein persönliches Gespräch mit ihnen da war. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Da sitzt dann ein verhaltensauffälliges oder geistig behindertes Kind inmitten einer "normalen" Klasse und soll den größten Teil der Zeit von einer mit dieser speziellen Problematik allein gelassenen Lehrkraft angepasst an seine persönlichen Bedürfnisse unterrichtet werden. Bei diesem Modell kommen alle Beteiligten zu kurz: Der Lehrer an der Regelschule, der durch die Schulen nomadisierende Sonderpädagoge und auch die Schüler - die behinderten ebenso wie die nicht-behinderten.
Besondere Blüten treibt diese Entwicklung im Land Bremen: Dort wurden kurzerhand der Studiengang Sonderpädagogik und die Förderschulen abgeschafft. Ist ja auch logisch: Wo es keine Förderschulen gibt, braucht kein Mensch Sonderpädagogen. Statt dessen bietet das Land einen lauen Ersatz: Lehkräfte an Regelschulen können sich innerhalb von zwei Jahren berufsbegleitend zum Thema Sonderpädagogik fortbilden. Auch Nordrhein-Westfalen zeigt sich in der Ausbildung der Sonderpädagogen kreativ: War es bislang üblich, dass sich die Studenten schwerpunktmäßig auf zwei der sieben der in NRW festgelegten Förderschwerpunkte konzentrierten, werden sie nun für alle ausgebildet. So wissen sie von allem ein bisschen, aber von nichts wirklich viel.

Auf dem Papier gilt die freie Schulwahl

Eltern können sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in anderen Ländern wie z. B. Niedersachsen wählen, ob ihr behindertes Kind an einer Regel- oder einer Förderschule unterrichtet werden soll. Aber diese Wahlmöglichkeit besteht zunehmend nur noch auf dem Papier: Wo eine Förderschule nach der anderen ihre Türen schließen muss, werden die Wege bis zur nächsten geeigneten Schule so weit, dass die betroffenen Kinder einen halben Tag in einem Sammeltransport verbringen müssen - und das fünf Mal pro Woche mit oft schweren körperlichen und/oder geistigen Einschränkungen. Das ist für ihre Eltern wie die Wahl zwischen Pest und Cholera: Es gilt, die Zumutung einer viel zu langen Anfahrt gegen die völlig unzureichenden Zustände in einer Regelschule aufzuwiegen.

Michael Felten ist keineswegs ein Gegner von Inklusion. Er prangert jedoch an, unter welchen Umständen sie stattfindet und dass für eine tatsächliche Inklusion, die diesen Namen auch verdient, deutlich mehr Geld ausgegeben werden müsste. Damit ist allerdings nicht zu rechnen. Statt dessen sonnen sich die Bundesländer in ihren allmählich ansteigenden Inklusionsquoten und sehen diese als Beweis für ihre erfolgreichen Bemühungen zugunsten der Behinderten an.
Gern wird Italien als europäischer Leuchtturm der Inklusion genannt: Seit Ende der 1970-er Jahre gibt es dort die schulische Inklusion. Bei näherem Hinsehen entpuppt sie sich allerdings nur als Instrument der Kosteneinsparung. Förderschulen gibt es dort gar nicht mehr, statt dessen besuchen alle behinderten Schüler normale Schulen. Dort sind Integrationslehrer tätig, die nur über eine kurze Ausbildung verfügen, die ihnen die einzelnen Behinderungen in groben Zügen vermittelt. Die betroffenen Schüler werden alle gleich behandelt, egal, ob sie blind, hörbehindert, verhaltensauffällig, körperbehindert oder geistig beeinträchtigt sind. Lerntechniken, die es überhaupt erst möglich machen, dem Unterrichtsstoff zu folgen, müssen irgendwie außerhalb der Schule erworben werden. Unter solchen Rahmenbedingungen wird die Schule nicht zu einer Bildungs- sondern nur zu einer Verwahranstalt, die ihre behinderten Schüler nicht auf das Leben, sondern auf die Arbeitslosigkeit oder eine Fortsetzung der Verwahrung vorbereitet - auch dann, wenn der Schulbesuch unter günstigeren Voraussetzungen erfolgreich hätte sein können.

Wer sollte dieses Buch lesen?

Das Buch ist nicht nur für Eltern von behinderten Kindern interessant, sondern auch für diejenigen Eltern, deren Kinder nicht beeinträchtigt sind. Die von der Politik gesteuerten Fehlentwicklungen gehen jedoch letztlich die ganze Gesellschaft an. Ich wünsche mir, dass W"Die Inklusionsfalle" auch von Politikern und Verantwortlichen der Schulverwaltungsbehörden gelesen wird, damit es zu einer Korrektur des bisherigen Kurses kommt. Wer nicht bereit ist, so viel Geld auszugeben, wie nötig ist, damit für jedes Kind ein für es geeigneter Förderort bereitgehalten werden kann, sollte sich nicht öffentlich als Befürworter der Inklusion und Unterstützer der Behinderten präsentieren.

Die UN-Behindertenrechtskonvention schreibt übrigens nirgends den gemeinsamen Schulbesuch von behinderten und nicht-behinderten Kindern vor. Sie fordert einen "Zugang zu einem integrativen, hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen" sowie die "notwendige Untertsützung, um ihre erfolgreiche Bildung zu erleichtern". Die Konvention sieht, dass "das Wohl des Kindes ein Gesichtspunkt" ist, "der vorrangig zu berücksichtigen ist". Außerdem stellt sie klar, dass "besondere Maßnahmen, die zur Beschleunigung oder Herbeiführung der tatsächlichen Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderungen erforderlich sind, nicht als Diskriminierung im Sinne dieses Übereinkommens gelten". Von einem Zwang zur gemeinsamen Beschulung ist, erst recht unter den geschilderten Umständen, nirgends die Rede.

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