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Jahrhundertzeugen Die Botschaft der letzten Helden gegen Hitler. 18 Begegnungen

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-20142-5

Erschienen: 31.10.2016
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Ob Widerstandskämpfer oder Holocaust-Überlebende – die Lebenswege dieser besonderen Menschen beeindrucken gerade in unserer so unruhigen heutigen Zeit. Denn sich gegen Hitler zu stellen, seine Schreckensherrschaft zu überleben und trotzdem nicht mit dem Schicksal zu hadern, sondern immer wieder aufzustehen, dem Leben positiv und mit einem großen Ja zu begegnen, macht Mut für den Umgang mit Terror und Krieg, Flucht und Vertreibung – Themen, die heute wieder von bedrückender Aktualität sind. Tim Pröse hat einige dieser letzten Zeugen über viele Jahre begleitet und erzählt in 18 eindrucksvollen Porträts von ihrem Leben und ihrer Botschaft: ein Plädoyer der Unangepassten für mehr Toleranz und gegen das Vergessen!

»Eines der berührendsten Bücher des Jahres, dem viele Leser zu wünschen sind.«

Rainer Blasius, Frankfurter Allgemeine Zeitung (20.12.2016)

Tim Pröse (Autor)

Tim Pröse, geboren 1970 in Essen, ist Autor und Journalist in München. Er war Chefreporter der Münchner Abendzeitung und vierzehn Jahre Redakteur des Focus in den Ressorts »Menschen« und »Reportage«. Seine einfühlsamen zeitgeschichtlichen Porträts wurden mit dem »Katholischen Medienpreis« ausgezeichnet.

»Eines der berührendsten Bücher des Jahres, dem viele Leser zu wünschen sind.«

Rainer Blasius, Frankfurter Allgemeine Zeitung (20.12.2016)

»Ein Buch, das noch lange nachhallt.«

Wolfgang Bauer, »DIE ZEIT«

»Ein ergreifendes, spannendes und wichtiges Buch wider das Vergessen!«

Mario Adorf

»Dieses Buch betet nicht die Asche an, sondern reicht die Flamme weiter!«

Udo Lindenberg

»Tim Pröse hat den mutigen Menschen dieser so weit vergangenen Zeit einen wichtigen Gedenkstein gesetzt.«

Klaus von Dohnanyi

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eBook (epub), 18 s/w Abbildungen

ISBN: 978-3-641-20142-5

€ 15,99 [D] | CHF 19,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne

Erschienen: 31.10.2016

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Nehmt euch Zeit – es hallt nach: Jahrhundertzeugen von Tim Pröse

Von: Christiane  aus Konstanz Datum: 25.07.2017

https://nerd-pub.de/buecher-comics/

Ich habe Angst, dass ich die letzte Seite des Buches umschlage. Denn dann wäre es zu Ende. Es ist dermaßen berührend, dass ich es immer wieder aus der Hand legen muss. Um zu reflektieren, um das gerade Gelesene zu verarbeiten, um mir vorzustellen, was jedes einzelne Wort für die Protagonisten der 18 Erzählungen bedeutet. Vielleicht um nachzufühlen, vielleicht auch um etwas zu Weinen.
Was sind Helden? Tim Pröse präsentiert sein literarisches Werk „Jahrhundertzeugen“ über Menschen und die deutsche Geschichte, die ihre dunkle Seite nicht verbergen kann. Ein Ereignis der vergangenen Zeit, das nicht widerstandslos blieb – 18 Vorbilder und Hoffnungsträger für unsichere Zeiten. Ein Werk, das lange nachhallt.

18 Begegnungen, die berühren
Besonders angesprochen hat mich beim vorliegenden Buch, dass dieses aus 18 einzelnen Begegnungen besteht, die nicht unbedingt aus Sicht der Betroffenen geschildert sind, sondern auch durch nahe Verwandte. Jedem einzelnen Portrait ist aber eines gemein: sie berühren. Sie bürgen Traurigkeit, spenden aber auch Hoffnung. Ein Buch „gegen Hitler“ – wie Pröse selbst anbringt, das Widerstandskämpfer, Holocaust-Überlebende, Menschenretter und ihre Hinterbliebenen zu Wort kommen lässt. Es gab sie wirklich, die Menschen, die für ihre Ideale kämpften.

„Ich bedanke mich“
Gleich das erste Portrait ist es, das mich immer wieder begleitet und detailreich erhalten blieb: Jurek Rothenberg trifft auf seinen „Retter und Helden“ Berthold Beitz, den Generalbevollmächtigten Alfried Krupp von Bohlen und Halbachs. Als junger Direktor einer Erdölfirma im polnischen Boryslaw rettete er während des zweiten Weltkrieges mehrere hundert jüdische Zwangsarbeitern das Leben, indem er sie als unentbehrlich einstufte. Darunter auch der damals 14-Jährige Jurek Rothenberg. Im Jahr 2013 trifft er in Essen seinen ganz persönlichen Retter und Helden Berthold Beitz wieder. Seine andächtigen Worte und Gesten sind es, die ihn so bewundernswert machen. Jurek Rothenberg kehrte nicht nur gerne nach Deutschland zurück, am Ende blieb er sogar für immer. Auch Berthold Beitz, der lange Zeit über seine persönlichen Erlebnisse schwieg, zeigt sich in Gesprächen mit Tim Pröse unglaublich offen und die Schwere der Last scheint groß und unvergessen.

Unvergessen auch Inge Aicher-Scholl, die sehr privat über ihre Geschwister Sophie Scholl und Hans Scholl spricht, die der Studentenbewegung „Weiße Rose“ angehörten und 1943 unter der Fallschwertmaschine starben oder Kurt Keller, der mit seiner Frau noch einmal an den Omaha Beach in Frankreich, an dem er am D-Day (der Invasion der Normandie) kämpfte und das Erlebte bis heute verarbeitet, zurückkehrte. Interessant auch Hans-Erdmann Schönbeck, früher deutscher Offizier in Stalingrad und später Widerstandskämpfern, schildert seine Erlebnisse um „Operation Walküre“ am 20. Juli und wie er überlebte – die Zeilen ließen wie selbst füllen.

Das Besondere
„Jahrhundertzeugen“ vereint vielerlei Aspekte, die das Werk unbedingt lesenswert machen. Es ist die Fülle an authentischen Begegnungen, die Tim Pröse selbst erfahren konnte (Neid), die abwechslungsreich dokumentieren, welch unvorstellbaren Zustände vor rund 70 Jahren herrschten. All das hielt mutige Menschen, die für ihre Rechte eintraten, nicht davon ab, still oder offen Widerstand zu leisten, wohlwissend, dass dies den Tod bedeuten kann. Die Berichte zu den „Hoffnungsträgern“ werden mit Wahrnehmungsperspektiven naher Angehöriger ergänzt und eröffnen uns neue Sichtweisen. Meine Bewunderung nicht nur den Akteuren, die offen ihre tiefen Gedanken und Erinnerungen teilen, sondern auch an Tim Pröse, der diese Begegnungen einfühlsam und sicher auf Papier brachte und vor allem jahrelang verfolgte. Gelungen und reich an Emotionen schafft er seine enge Verbindung und die Vertrautheit zu Porträtierten in wohlüberlegte Sätze zu formen und den Respekt für sein Gegenüber zu wahren.

Grandiose Arbeit, die ich so schnell nicht vergessen werde.

Wo Schatten ist, ist auch Licht - Die stillen Helden des Holocausts

Von: Schatz, ich will ein Buch von dir! - Bücherblog Datum: 05.03.2017

schatzichwilleinbuchvondir.blogspot.de/

Der Journalist Tim Pröse fing schon als Kind an, sich mit der schweren Thematik des Holocausts auseinander zu setzen. Er hat im Laufe der Jahre mit zahlreichen Zeitzeugen und deren Nachfahren geredet, teilweise über Jahre hinweg ihre Lebenswege verfolgt. Herausgekommen ist dieses wunderbare Buch mit 18 spannenden Porträts.

Hier werden Menschen gezeigt, die den Krieg hautnah miterlebt haben und laut Tim Pröse echte Helden sind. Viele von ihnen wollten nie Helden sein und sehen sich auch nicht so. Manche hatten keine Wahl, versuchten einfach nur zu überleben, wie das Holocaust-Opfer Yehuda Bacon oder der Wehrmachtssoldat Hans-Erdmann Schönbeck. Andere traten dem Nazi-Regime offen entgegen und ließen dafür ihr Leben, wie die Geschwister Scholl oder die Hitler-Attentäter Stauffenberg und Elser. Für diejenigen, die damals den Terror nicht überlebten, sprechen Familiemitglieder und Freunde.

Was man hier liest, ist keine leichte Kost. Lässt man sich auf das Buch ein, wird man emotional stark mitgerissen. Ich habe mehrere Wochen an diesem Buch gelesen, denn vieles wirkt noch lange nach und man muss das Gelesene mitunter erstmal verdauen.

Da sind die Erlebnisse von KZ-Häftlingen und Soldaten, die um das nackte Überleben kämpften und Dinge schildern, die man sich heute nicht in seinen schlimmsten Albträumen vorstellen kann. Ich habe oft vor Schreck die Luft angehalten oder konnte meine Tränen kaum zurückhalten. Und dann gibt es diejenigen, die sich in dieser Hölle ihre Menschlichkeit bewahrt haben und für ihre Ideale und das Leben anderer Menschen alles riskiert haben, obwohl sie es einfacher hätten haben können, da sie Arier waren. Dies erfüllte mich mit tiefem Respekt. Diese Helden zeigen, dass es auch immer Licht gibt, wo Schatten ist.

Wenn man über das, was die Menschen im Weltkrieg erleben mussten, liest, kommen einem die eigenen Sorgen klein und unwichtig vor. Stress auf der Arbeit, Streit mit dem Partner, finanzielle Sorgen - all das ist nichts gegen die Gräuel, die Millionen Menschen damals erleiden mussten. Wir sollten dankbar sein, dass wir in Frieden und Freiheit leben dürfen und mithelfen, dass sich solche schrecklichen Dinge nicht mehr wiederholen. Denn ich war etwas schockiert über das abschließende Kapitel, in dem der Autor einen Blick auf die Situation heute wirft, wie mit dem Andenken an den Holocaust und seine Opfer umgegangen wird und wie stark der Antisemitismus auch heute noch in Deutschland und anderen Ländern präsent ist. Das finde ich erschreckend.

Trotz der schweren Thematik ließ sich das Buch dank des angenehmen und lebendigen Schreibstils sehr flüssig lesen. Ich hätte mir nur mehr Bilder gewünscht, habe aber auch vieles noch im Nachgang selbst weiter recherchiert. Hierfür ist auch die Literaturliste im Anhang nützlich.

Besonders schön fand ich, dass man Pröses Bewunderung und Sympathie für die Porträtierten richtig spürt. Er schafft Emotionen, ohne pathetisch zu werden, obwohl oder auch weil er sich selbst emotional auf diese Menschen einlässt, sie gerne ein Stück ihres Lebensweges begleitet, mit ihnen in die Vergangenheit reist und ihnen mit Respekt und Ehrfurcht begegnet. Man spürt seine Dankbarkeit, diese besonderen Menschen kennenlernen zu dürfen, und dies überträgt sich auf den Leser. Ich persönlich empfinde diese hier so liebevoll aufgezeichneten Begegnungen als etwas ganz Besonderes und kann "Jahrhundertzeugen" jedem wärmstens ans Herz legen.

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